Bücher mit dem Tag "zynisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "zynisch" gekennzeichnet haben.

97 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.595)
    Aktuelle Rezension von: Felis2305

                


    ** spoiler alert **
    Ein sehr gut erdachter Plot, im Grunde ein sehr einfacher sogar.
    Allerdings in seiner Einfachheit nicht einfach zu lesen weil er sehr starke Bilder hervorruft und man so die Geschichte nicht wirklich liest sondern erlebt.
    Die Geschichte der Lisel Memminger, der Bücherdiebin.
    Und am Ende habe ich geheult…

    Was ich aber auch sagen muss: Ich persönlich würde das Buch keine*n Jugendliche*n lesen lassen ohne selbigen die Einordnung in den historischen Kontext der Geschichte zu geben, und auch das nur wenn die*der Jugendliche psychisch stabil genug ist
  2. Cover des Buches Alle sieben Wellen (ISBN: 9783442472444)
    Daniel Glattauer

    Alle sieben Wellen

     (2.202)
    Aktuelle Rezension von: DoraLupin

    Also mir hat dieses Buch wahnsinnig gut gefallen! Man glaubt gar nicht, das e-mails soooooo viele Gefühle und sooo viel Liebe wecken können. Dem Autor ist hier ein Buch gelungen, das wirklich fasst alle Leser begeistern kann, da es so romantisch und toll geschrieben ist.

    Nur ein kleiner Stern abzug, da mir der erste Teil "Gut gegen Nordwind" noch einen Tick besser gefallen hat...

  3. Cover des Buches American Gods (ISBN: 9783847905875)
    Neil Gaiman

    American Gods

     (373)
    Aktuelle Rezension von: Raiden

    Mythische und mystische Urbanfantasy für Erwachsene mit viel Melancholie. Sehr gut ausgearbeitete Charaktere und eine interessante Story. Kurze Zwischenkapitel machen das ganze Setting noch gelungener.

  4. Cover des Buches Sternschnuppenstunden (ISBN: 9783734850073)
    Rachel McIntyre

    Sternschnuppenstunden

     (145)
    Aktuelle Rezension von: UnendlicheGeschichte

    Meine Meinung 

    Bereits vor einigen Jahren hatte ich „Sternschnuppenstunden“ aus der Stadtbibliothek ausgeliehen, aber ungelesen zurückgegeben. Einige Zeit später habe ich es dann gebraucht bei einer größeren Bestellung mitbestellt und nun endlich gelesen.

    Das Cover hat mich schon damals sehr angesprochen. Es hat die Optik eines leicht abgegriffenen Tagebuchs, was sehr passend ist, da die Geschichte durch die Tagebucheinträge der Protagonistin Lara erzählt wird.

    Die Erzählform hat mir sehr gut gefallen, da es mir auf diese Weise leicht gefallen ist, eine intensive Beziehung zu Lara aufzubauen.

    Die 15-jährige Schülerin ist ein eher untypischer Teenager. Sie ist ausgesprochen klug und hat die Gabe, ihre Mitmenschen und Umgebung zu beobachten und auf ungewollt humorvolle Weise zu beschreiben. Ihr zerrüttetes Familienleben und ihr schwerer Stand in der Schule geben ihr leider viel Gelegenheit dazu.

    Anhand von Laras Geschichte bekommt man einen ziemlich schonungslosen Einblick in das Thema Mobbing. Von Seite zu Seite hat es mich mehr schockiert, einerseits, zu welchen Grausamkeiten Menschen in der Lage sind und anderseits, was ein Mensch alles aushalten kann.

    Lara gerät immer tiefer in einen Strudel aus Ängsten, Selbsthass und Verdrängung. Leider ist die einzige Person, die sie aus diesem Strudel herausholen kann und ihr wieder einen Grund gibt, um morgens aufzustehen, die Person, zu der sie keine Beziehung aufbauen darf.

    Um niemanden zu spoilern, gehe ich auf diesen Teil der Handlung hier nicht näher ein. Ich kann jedoch sagen, dass mich das Buch am Ende mit einer Vielzahl unterschiedlichster Gedanken und Gefühle zurückgelassen hat. So gut ich Laras Gefühle auch nachvollziehen konnte, so sehr hat die Vernunft an mich appelliert, dass sich etwas mächtig in die falsche Richtung entwickelt.

    Es war mir unmöglich herauszufinden, was ich mir für Lara und ihre Zukunft gewünscht hätte. Aber vielleicht liegt gerade darin das Besondere der Geschichte.

    Letztlich ist wahrscheinlich einfach nur wichtig, dass Lara an all dem Chaos gewachsen ist. Gerade dieses gnadenlos realistische Ende unterstreicht wohl die wichtige Botschaft.

    Über die Bedeutung des Titels habe ich lange gerätselt, die Auflösung hat mir sehr gut gefallen.

    Mein Fazit

    Insgesamt hat mir „Sternschnuppenstunden“ wirklich gut gefallen. Ich habe die Geschichte in wenigen Stunden durchgelesen und noch Tage später viel darüber nachgedacht! Ein lesenswertes Jugendbuch der anderen Art!

  5. Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)
    Sylvia Plath

    Die Glasglocke

     (365)
    Aktuelle Rezension von: Kazuto

    Erfrischend, nachdenklich und abwechslungsreich!

  6. Cover des Buches Die Canterbury Schwestern (ISBN: 9783548287867)
    Kim Wright

    Die Canterbury Schwestern

     (106)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Diana, die Mutter von Che, ist nach langer Krankheit verstorben. Ihr Wunsch war es gemeinsam mit ihrer Tochter nach Canterbury zu pilgern. Ihr Traum konnte nicht mehr in Erfüllung gehen, deshalb bat sie Che ihre Asche nach dem Wallfahrtsort Canterbury zu bringen und dort zu verstreuen. Che ist noch unschlüssig, ob sie diese Reise antreten soll, doch dann erreicht sie ein Brief ihres langjährigen Lebenspartners Ned, der mit ihr Schluss macht. Sie entschließt  sich den Pilgerweg von London nach Canterbury zu gehen gemeinsam mit einer Reisegruppe von acht allein reisenden Frauen. Die Reiseleiterin Tess bittet alle Frauen gemäß der Tradition eine Geschichte zum Thema Liebe während der Wanderung zu erzählen.

    Die Pilgergruppe setzt sich aus sehr unterschiedlichen Frauen zusammen und dies nicht nur vom Alter. Durch die einzelnen Erzählungen werden sie der Leserin näher gebracht und jede Person wird für kurze Zeit zur Hauptprotagonistin. Die Geschichten sind sehr verschieden, manche haben einen persönlichen Bezug, andere weisen mythische Züge auf. Im Laufe der Pilgerwanderung und durch den Austausch über die gehörten Geschichten verändern sich die Frauen. Vorurteile lösen sich auf, sie kommen sich näher, lassen ein Teil von sich zurück und finden neue Wege. 

    Die Landschaftsbeschreibungen und historischen Hintergründe runden diesen Roman ab. Obwohl die Geschichte zu Beginn etwas traurig ist, hat Kim Wright einen ganz besonderen Erzählstil, der mit einer angenehmen Prise Humor durchsetzt ist. Man bekommt Lust sich auf den Weg nach Canterbury zu machen.

  7. Cover des Buches Zorn - Vom Lieben und Sterben (ISBN: 9783596195077)
    Stephan Ludwig

    Zorn - Vom Lieben und Sterben

     (264)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese

    "Zorn - Vom Lieben und Sterben" ist der zweite Teil der Thriller-Reihe von Stephan Ludwig aus dem Fischer Taschenbuch Verlag.

    Die Einbruchserie in einer Kleingartenanlage in Halle an der Saale beschäftigt Hauptkommissar Claudius Zorn und Hauptkommissar Schröder nicht lange, eine Clique von Jugendlichen ist dafür verantwortlich. Brisant wird es erst, als kurz darauf einer der daran beteiligten Jungen gezielt getötet wird. Hier ist ein skrupelloser Täter am Werk, der sich seine Opfer genau aussucht. Aber wo liegt das Motiv?


    Der erste Todesfall sorgt für Entsetzen, denn das Opfer ist in eine tödliche Falle gelockt worden und während Schröder und Zorn noch nach Spuren suchen, geschieht auch schon der nächste Mord, ebenfalls aus dem Freundeskreis des ersten Opfers. Nicht minder grausam und ohne erkennbaren Hintergrund.

    Bei diesem Ermittlerduo ist für mich Schröder mit seiner umsichtigen und intelligenten Art der wahre Held, das machohafte und unsensible Verhalten Zorns ist für mich einfach nur unter aller Kanone. Aber es verleiht dem Thriller auch einen gewissen Reiz, weil es für reichlich Abwechslung sorgt und er scheint allmählich selbst zu spüren, wo seine Grenzen liegen, hat sich aber nicht immer im Griff. Viele unkonventionelle Gedanken und Antworten von Zorn verleiten zum Schmunzeln.

    Der Fall dreht sich um ein sensibles Thema, das wirklich mit viel Fingerspitzengefühl beschrieben wird. Genau dieses Thema liegt auch in Schröders Vergangenheit verborgen, er kämpft gegen den Dämon der Erinnerung an und wird von dem Fall deshalb sehr mitgenommen. 

    Die realistisch wirkende Handlung hat der Autor durch geschickt gesetzte Cliffhanger und Wendungen sehr spannend konstruiert, ich habe mitgerätselt und interessiert die Charakterentwicklung der Ermittler und der Jugendclique mitverfolgt. Diese Reihe hat durch das originelle Ermittlerduo wirklich Kultstatus. 


    Ein sehr packender Thriller mit einem originellen und dadurch abwechslungsreichen Ermittlerduo und einem sensiblen Thema, das für Grundspannung sorgt.

  8. Cover des Buches Wie ich dich sehe (ISBN: 9783551583475)
    Eric Lindstrom

    Wie ich dich sehe

     (88)
    Aktuelle Rezension von: ems

    Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen! 

    Die Protagonistin fand wirklich sympathisch & interessant! Wie sie mit Situationen umgeht oder allgemein ihren Alltag, fand ich wirklich bewundernswert. Zudem hat sie genau mein Humor :D Ihre Charakterentwicklung fand ich total schön zu beobachten. 

    Aber auch die anderen Nebencharaktere bleiben nicht oberflächlich behandelt - alle waren gut ausgearbeitet & hatte ich irgendwann ins Herz geschlossen! 

    Die Vergangenheit von Parker & Scott war zum Dahinschmelzen, auf jeden Fall eines meiner Lieblingsstellen im Buch! 

    Was ich aber am meisten schätzte, waren die Freundschaften untereinander! Einfach so wunderschön geschrieben & aufgebaut! War ein großer Fan von dem Trio (Parker, Sarah & Molly) :) 

    Nur vom Ende war ich jetzt nicht ganz so überzeugt, wie vom Rest der Geschichte, ich weiß aber auch nicht ganz wieso.. 

    Trotz dessen, eine absolute Empfehlung von mir!

  9. Cover des Buches Ein gutes Omen (ISBN: 9783492281669)
    Terry Pratchett

    Ein gutes Omen

     (268)
    Aktuelle Rezension von: lara_07

    Ich fand es leider nicht witzig, mir hat ein Übergang zwischen den Charakteren und Geschehen aus der Vergangenheit und Gegenwart gefehlt. Die Charaktere mochte ich, auch wenn ziemlich alle gleiche Eigenschaften hatten. Indem der Böse und der liebe Engel den Weltuntergang stoppen wollen, hat mir hier die nötige Spannung mit Kampfszenen gefehlt. Es gab tatsächlich eine, aber das war als sie gegen einen anderen Kollegen gekämpft haben und nicht gegen das Oberhaupt. Wenn das Buch kein Klassiker wäre, hätte ich nicht so stark kritisiert.

  10. Cover des Buches Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär (ISBN: 9783328107682)
    Walter Moers

    Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

     (2.187)
    Aktuelle Rezension von: Viviliebtlesen

    Man merkt dem Autor an, dass er viel Herzblut in dieses Werk gelegt hat. Die ganze Fantasie ist atemberaubend. Am Anfang hielt ich das Buch noch für ein unvergleichliches Schmuckstück - unvergleichlich ist es auch nach wie vor, ein Schmuckstück nicht mehr ganz. Ich war ab der Mitte teils so sehr gelangweilt von den dauernden Aufzählungen, den Lexikoneinträgen und den Übertreibungen, dass ich Schwierigkeiten hatte, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Ich habe sehr lang für das Buch gebraucht. Dabei ist es nicht das erste Buch von ihm, was ich las. Die Stadt der träumenden Bücher riss mich absolut in den Bann.. Das fehlte mir hier. Es sorgt zwar zwischendurch immer wieder für gute Unterhaltung und frischen Wind, aber ich glaube 200 Seiten weniger hätten dem Buch gut getan. Dabei ist mir Blaubär doch sehr ans Herz gewachsen. Man muss sich definitiv darauf einlassen, damit man der Geschichte etwas abgewinnen kann.

  11. Cover des Buches Im Bann des Drachen (ISBN: 9783802586255)
    Thea Harrison

    Im Bann des Drachen

     (274)
    Aktuelle Rezension von: Lisa_Papyrus

    Ähnlich wie der zweite Teil, den ich lustigerweise vor diesem Teil gelesen habe, ist „Im Bann des Drachen“ pures Guilty Pleasure. Nur kurz zur Info, meiner Meinung nach, kann man die Bände auch einfach so lesen, ohne mit den Vorgängern vertraut zu sein. Da es sich hier um GP für mich handelt, mache ich mir nicht so viele Gedanken über die Handlung oder die Charakteren, wie bei anderen Büchern. Ich nehme vieles einfach so hin und genieße den Schmalz (übertriebene romantische Aussagen) und akzeptiere einfach Dinge. Natürlich kann man sich darüber beschweren, dass vieles extrem schnell passiert und vielleicht in der Realität anders laufen würde. Aber es ist ja Fantasy, da ist alles möglich. Mir machen solche kitsichigen Geschichten Spaß, für einen verregneten Nachmittag oder wenn ich abends mal nicht schlafen kann, dann ist diese leichte Unterhaltung genau das Richtige. Wer ähnlich wie ich empfindet, wird mit diesem Buch Spaß haben. Wer allerdings nicht viel mit Romance anfangen kann, dem würde ich das Buch nicht empfehlen. 4 von 5 Sterne

  12. Cover des Buches Jesus liebt mich (ISBN: 9783499268281)
    David Safier

    Jesus liebt mich

     (1.349)
    Aktuelle Rezension von: earring

    Eine originelle Idee, leider aber nicht mehr. 

    Wie schon bei Safiers  "Mieses Karma" geht die Geschichte echt witzig und total spannend los, um dann bis zum Ende ziemlich ideenlos dahinzuplätschern. Eigentlich hätte eine zehnseitige Kurzgeschichte gereicht.

    David Safier schreibt sehr leicht und flüssig, aber auch etwas gewöhnungsbedürftig. Für meinen Geschmack so sehr auf jugendlich und cool gemacht, dass die Grenze zur Peinlichkeit erreicht ist. Vielleicht kommen jüngere Leser damit besser klar.
    Das Thema "Jesus kommt herunter" finde ich in Als Jesus aus den Wolken fiel / Gogolin überzeugender und komischer behandelt.

  13. Cover des Buches Dr. Siri und seine Toten (ISBN: 9783442466795)
    Colin Cotterill

    Dr. Siri und seine Toten

     (153)
    Aktuelle Rezension von: likeastorm
    Aber ein Mordversuch war etwas völlig anderes. Er zielte nicht nur auf ihn persönlich, sondern war obendrein grob unhöflich.

    Der 72-jährige Dr. Siri ist eigentlich Pathologe gegen seinen Willen im kommunistischen Laos der 70er Jahre. Noch dazu der einzige. Doch mit seinen nächsten Fällen ändert sich seine Einstellung und er übt sich nicht nur erfolgreich als Pathologe, sondern auch als Detektiv! Damit macht er sich jedoch Feinde, die ihn loswerden wollen.

    Dieser Krimi war genau das, wonach ich gesucht habe. Mir war nicht nach todernstem Krimi oder Thriller, sondern ich hatte Lust auf etwas lockeres, witziges wie die Serien, die im zdf usw. laufen. Obwohl ich anfangs nur durch die wunderschönen bunten Cover auf die Reihe aufmerksam geworden bin, habe ich das mit Dr. Siri gefunden. Auch wenn die Ausgangssituation total neu für mich war (Laos, Kommunismus, 70er) und dadurch auch die Art des Sprechens und der Gewohnheiten des Landes, hat es mich nicht abgeschreckt, war gut nachzuverfolgen und leicht verständlich, wenn auch gewöhnungsbedürftig.

    Die Hauptcharaktere sind sehr liebenswürdig und humorvoll, insbesondere Dr. Siri, der es schafft eine gefährliche Situation mit Humor aufzulockern. Ich war über die Inklusion von Frauen und Behinderten in der Geschichte positiv überrascht, denn das war sehr geschmackvoll dargestellt, gegeben der Zeit in der sie spielt. Sie waren und sind eben ganz normale Menschen.

    Es gilt gleich mehrere Fälle zu lösen, die nebeneinander herlaufen. Ich bin dabei aber nicht durcheinander gekommen und man fliegt dadurch auch durch das Buch, da es nie eine langweilige Situation gibt.

    Was manche stören könnte, ist der übernatürliche Aspekt und die Geister. Ich persönlich finde es sehr witzig und mag die Art von Geschichten. Die Toten helfen eben, ihren Fall aufzudecken. Ob es stimmt, was die Hmong über Dr. Siri gesagt haben? Das scheint mir ja doch etwas weit hergeholt, aber das sind Geister wohl auch. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

  14. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (428)
    Aktuelle Rezension von: SofiaCuorDiLeone

    Ich habe dieses Buch vor allem deshalb gelesen, weil es zu den Klassikern und meist diskutierten Werken überhapt gehört - und war leider schnell abgestoßen davon. Dies ist vor allem meinem persönlichen Geschmack "geschuldet", denn ich lese einfach ungern Bücher mit so extrem expliziten Inhalten - mir geben solche Beschreibungen leider nichts außer ein ungutes Gefühl und den Drang, die Passage schnell zu überspringen oder das Buch gar weg zu legen; hier habe ich es zwar bis zum Ende geschafft, jedoch mit einem unguten Gefühl in der Magengegend. Es mag durchaus genug Leser*innen geben, die damit kein Problem haben oder so etwas sogar gerne lesen - für diese könnte Elementarteilchen bestimmt eine fesselnde Lektüre sein, nur gehöre ich eben leider nicht dazu. Inhaltlich hat mir der Text nichts gegeben, leider ein absoluter Reinfall für mich.

  15. Cover des Buches Old School (ISBN: 9783453677210)
    John Niven

    Old School

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Julie Wickham hat Geburtstag. Sie wird 60 Jahre alt, feiert aber nur in kleinstem Kreis. Ihre Freundin Susan wartet beim besten Italiener Wroxhams "La Taverna" auf sie, wo sie schließlich verspätet eintrifft. Parkplatzprobleme gibt sie als Grund vor, doch leider klemmt es an ganz anderer Stelle.

    Julies Leben als erfolgreiche Unternehmerin erfuhr eine bittere Wende, als ihr Lebensgefährte und Geschäftspartner mit dem Firmenvermögen durchbrannte und fortan nicht mehr gesehen wurde. Seither lebt sie in einer Sozialwohnung und ist als Aushilfe in einem Pflegeheim tätig. Dort lernt sie die resolute Ethel kennen, die mit ihren 87 Jahren nicht daran denkt, sich irgendwelchem Reglement anzupassen, schon gar nicht, mit ihrem Rollstuhl für irgend jemand zu bremsen.

    Die gemeinsame Freundin Jill Worth hat ebenfalls größere Probleme. Ihre Tochter Linda hat ein schwerkrankes Kind. Jamie leidet an einer seltenen Lungenkrankheit und die einzige Klinik der Welt, die dieses Leiden beenden könnte, ist in Chicago. Die aufwendige Operation würde allerdings 60.000 Pfund kosten, was sich die junge Familie nicht leisten kann.

    Susan ahnt nicht, dass auch sie sehr bald vor einem Scherbenhaufen stehen wird. Ihr langjähriger Ehemann, ein ebenso spröder wie vereidigter Wirtschaftsprüfer, hat nach seinem hässlichen Ableben ein paar bizarre Überraschungen auf Lager. Die versammelten Damen aber auch. Es werden Pläne geschmiedet ...

    Nach "Coma" (2009) legt John Niven mit "Old School" eine weitere Thriller-Komödie vor, jedoch unter gänzlich anderen Vorzeichen. Diesmal sind die "Alten" an der Reihe und sie brauchen sich keineswegs zu verstecken. Ganz im Gegenteil, denn je älter sie sind, desto mehr machen sie ihren jüngeren Zeitgenossen vor, allen voran Ethel, die insbesondere ihr Mundwerk als Waffe zu benutzen weiß.

    Einmal mehr glänzt der schottische Autor mit einer ganzen Vielzahl von liebenswert-derben Unverschämtheiten in alle Himmelsrichtungen und mit brachialer Situationskomik, welche die Existenz der Grenze des guten Geschmacks leugnet. Insbesondere seine älteste Protagonistin besticht als verbale Dreckschleuder auf Rang eins.

    Mit der englischen Polizei steht der Autor wohl auf Kriegsfuß oder zumindest in kritischer Distanz. Anders kann man sich seine Figur des Detectice Sergeant Hugh Boscombe, einem Trottel vor dem Herrn, nicht vorstellen. Allerdings haben wir diesem Einfaltspinsel, dem kein Fettnapf zu groß zu sein scheint, eine ganze Reihe von herrlich schräger Action zu verdanken, beispielsweise die sicherlich skurrilste Verfolgungsjagd, die Hollywood noch nicht verfilmt hat!

    Auch im Zusammenhang mit diesem Werk, sollten Leserinnen und Leser, zum weiteren Verständnis der Lektüre, dem Sarkasmus nicht abgeneigt sowie in der Lage sein, sich an einem gerüttelt Maß Schadenfreude zu ergötzen. Spannender, lustiger, derber und unverschämter kann ein Thriller nicht sein.

    Schräg. Hart. Derb. Niven.
  16. Cover des Buches Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm (ISBN: 9783453318656)
    Richard Morgan

    Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm

     (104)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Richard Morgan entführt uns mit seinem Buch in einen turbulenten Krimi um einen Mordfall. Doch die Ermittlungen in dieser technologieträchtigen Zukunft sind ungewöhnlich, denn der Auftraggeber ist das Opfer. In einer Zeit, wo man sein Bewusstsein abspeichern und sich nach einem allabendlichen backup jederzeit frisch reloaden kann, falls man sein Leben verliert, wird Takeshi Kovacs Bewusstsein in einen neuen Körper geholt und mit den Ermittlungen beauftragt. Hierbei stellt sich die Frage, wer das unverschämt reiche und gleichsam unerhört alte Opfer so dumm umbringen wollte, wo töten nicht gleich den Tod bedeutet. Kovacs stolpert durch weitreichende Intrigen und Machenschaften.
    Der Schreibstil liest sich flüssig, Kovacs selbst ist ein markanter, cooler Typ mit dunkler Vergangenheit, der auf interessante Weise löst, wofür er geholt wurde. Doch über die einzelnen Verwicklungen und Verstrickungen möchte ich hier nichts verraten. Die Charaktere, denen er begegnet sind interessant und oft verdächtig. Dabei wirft Morgan nicht einfach nur leere Handlungsstränge auf. Früher oder später trifft man fast jeden wieder.
    Indes gestaltet Morgan diese Zunkunftswelt facettenreich aus. Dabei gewinnt man manche Eigenheiten schnell gern. Ich persönlich mochte z.B. auch das ältliche Hotel, in dem Kovacs absteigt. Kleinigkeiten wie solche machen das Buch plastisch und lassen einen schnell in Morgans Zukunfsversion eintauchen.
    Der Sci-Fi-Thriller ist unterhaltsam, spannend und trotz Länge durchaus streckenweise rasant. Es sollte aber klar sein, dass einen auf 600 Seiten nicht durchweg High-Speed erwarten. Das Buch ist unterschiedlich getaktet, was jedoch gut ist, denn nur Tumult wäre gleichsam monoton.
    Wer also Thriller mag, sich einer interessant ausgetüftelten Zukunftsversion nicht verschließt und nicht verblüfft ist, dass sich 600 Seiten eben nicht wie 250 lesen, wird seine Freude haben.
    Der Titel Das Unsterblichkeitsprogramm ist angesichts des Auftraggebers, der nach seiner Ermordung wieder quietschfidel rumturnt durchaus in Ordnung.

  17. Cover des Buches Das Leben ist ein listiger Kater (ISBN: 9783423253765)
    Marie-Sabine Roger

    Das Leben ist ein listiger Kater

     (173)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    An die Ursachen kann er sich nicht erinnern. Er weiß nur, er ist in die Seine gefallen und hat sich dabei so schwere Verletzungen zugezogen, dass er wochenlang ans Krankenhausbett gefesselt sein wird. Ein Albtraum für den menschenscheuen Griesgram Jean-Pierre! Denn ständig platzen die unterschiedlichsten Menschen ungebeten in sein Krankenzimmer: die 14-jährige Maëva, der junge Polizist Maxime oder Camille, der Student, der ihn aus dem Fluss gefischt hat. Dabei sind es gerade diese Störfaktoren, die Jean-Pierre helfen, wieder gesund zu werden – und die seine Misanthropie aus den Angeln heben. (Klappentext)


    Zu allererst einmal muss ich sagen: Die Geschichte war wundervoll. Es war schön, Jean-Pierre kennenzulernen und seine Vergangenheit, seinen Wandel und seine mögliche Zukunft als Leserin mitzuerleben.

    Der Schreibstil ist flüssig, allerdings mich haben anfangs die gestreuten Einblicke in sein Leben, das er niederschreiben möchte, irritiert. Es gab keine Erklärung, kein Zeichen, keine Markierung. Im nächsten Absatz ging es dann plötzlich einfach um etwas völlig anderes. Ich habe mich zwar schnell daran gewöhnt und wusste, was los war, doch ich hätte mir irgendein Zeichen oder eine Markierung gewünscht.

    Außerdem haben mich seine Beschreibungen der Leute gestört. Sowohl der Besucher und Mitarbeiter im Krankenhaus, als auch in seiner Vergangenheit. Das mag zwar mit seinem Charakter zu tun haben, nichtsdestotrotz stieß es mir negativ auf.

    All das konnte jedoch nicht den Charme zunichte machen, den das Buch besaß.

    Auch die lustigen und teils skurrilen Begebenheiten waren ein absolutes Highlight der Geschichte.


  18. Cover des Buches Schneller als der Tod (ISBN: 9783596512041)
    Josh Bazell

    Schneller als der Tod

     (288)
    Aktuelle Rezension von: Zeitschnecke
    Schneller als der Tod - an sich schon ein skurril als Titel, denn was kommt schneller und plötzlicher als der Tod?
    Josh Bazell schafft es in einem skurrilen Titel eine noch skurrilere Geschichte zu verstecken.

    Es geht um die Mafia, um einen umgeschulten Arzt und um die Liebe.

    Josh Bazell hat einen tollen Schreibstil der Dinge so präzise wie möglich und Situationen so komisch wie nötig beschreibt. 
    Mit dem Roman "Schneller als der Tod" ist ihm ein Sensationshit gelungen, der es schafft auch nicht Krimi-Leser in seinen Bann zu ziehen! Auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für alle Unentschlossenen.
  19. Cover des Buches Mein fast perfektes Leben (ISBN: 9783426512197)
    Jonathan Tropper

    Mein fast perfektes Leben

     (344)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
    Dieser Roman ist großartig!
    Er ist unterhaltsam und ernst zugleich, behandelt einige moralische Aspekte, die mir persönlich sehr wichtig sind und liest sich wunderbar.
  20. Cover des Buches Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783150206690)
    Oscar Wilde

    Das Bildnis des Dorian Gray

     (1.908)
    Aktuelle Rezension von: Aksi

    »Das Bildnis des Dorian Gray« ist der einzige Roman von Oscar Wilde und handelt von einem jungen und attraktiven Mann, der ein Porträt besitzt, das an seiner Stelle altert. Die Erstausgabe erschien im Jahr 1890. Der Roman gehört zu den Klassikern der Literatur, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er oft neu auferlegt und verfilmt wurde. Ich wollte »Das Bildnis des Dorian Gray« unbedingt lesen, weil ich gern Klassiker lese und das Buch schon lange auf meiner Wunschliste stand.

    Oscar Wilde war ein irischer Autor, Lyriker, Novellist und Essayist. Geboren wurde er in Dublin (Irland) am 16. Oktober 1854. Am 30. November 1900 verstarb der Autor im Alter von sechsundvierzig Jahren in Paris. Wie bereits erwähnt, war »Das Bildnis des Dorian Gray« der einzige Roman des Autors. Dennoch schaffte es Wilde, dass der Roman zu seinen Lebzeiten in aller Munde war, denn er sorgte für Furore. Aus diesem und vielen anderen Gründen empfehle ich, sich mit dem Leben von Wilde zu beschäftigen, denn es war ganz anders, als man es sich vielleicht zunächst vorstellt.

    »Das Bildnis des Dorian Gray« lebt von seinen Charakteren, vor allem von der Hauptfigur Dorian Gray, den ich sehr unsympathisch fand. Dies tat dem Buch jedoch keinen Abbruch, denn ich habe jede Seite regelrecht verschlungen und war total fasziniert davon, wie alle anderen Figuren von Dorian fasziniert waren. Klar, ein bisschen kann ich das nachvollziehen, denn oft fällt es uns Menschen schwer daran zu glauben, dass auch schöne Menschen schlimme Dinge tun. Gray ist ein gefährlicher Mann und er kann jede:n um seinen Finger wickeln. Dazu muss er sich oft nicht mal anstrengen. Das entgeht ihm natürlich nicht, weshalb er das auch schamlos ausnutzt. Dieses Verhalten hat Dorian zum großen Teil von Lord Henry „Harry“ Wotton abgeguckt. Lord Henry nimmt in Dorians Leben eine wichtige Rolle ein und meiner Meinung nach, hat er es zu verantworten, dass Dorian auf die schiefe Bahn geriet. Ich vermute, Dorian hätte ganz anders sein können, wenn Lord Henry ihm mit gutem Beispiel vorangegangen wäre.

    Die Atmosphäre und Stimmung sind sehr düster und alles andere als optimistisch. An einigen Stellen vermittelt der Roman sogar Hoffnungslosigkeit darüber, dass sich nie etwas ändern wird. Dorians Porträt ist die mystische Komponente des Romans, die mir sehr zu denken gab. Zunächst hat das Porträt unmittelbar mit Dorian und seiner Person zu tun. Aber es berührt und eröffnet viele weitere Themen wie Kunst, Alter, Schönheit und Unsterblichkeit. Gepaart mit dem mitreißenden Schreibstil von Wilde ist »Das Bildnis des Dorian Gray« ein Roman, über den man noch heute und sehr lange philosophieren kann.

    Fazit: Ich finde, jede:r sollte »Das Bildnis des Dorian Gray« von Oscar Wilde gelesen haben, vor allem heutzutage. Ich finde den Roman einfach genial und freue mich darauf, ihn zu rereaden!

  21. Cover des Buches Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt! (Sonderausgabe) (ISBN: 9783833936586)
    Jeff Kinney

    Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt! (Sonderausgabe)

     (780)
    Aktuelle Rezension von: loasi

    Tatsächlich bin ich nicht mit diesem Teil in die Greg-Reihe eingestiegen, aber trotzdem ist der sehr gut! Vielleicht sollte man ihn als erstes lesen, weil man ein bisschen in Gregs Welt eingeführt wird, aber ich habe es ja auch so hinbekommen.

  22. Cover des Buches Du bist das Böse (ISBN: 9783442746682)
    Roberto Costantini

    Du bist das Böse

     (33)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth
    Im Sommer 1982 feiert ganz Italien ausgelassen den Titel als Fußballweltmeister, als in einer ruhigen Gegend in Rom eine 18jährige Angestellte des Vatikans verschwindet. Ihre grausam verstümmelte Leiche wird bald im Tiber aufgefunden. Der zuständige Commissario Michele Balistreri, ein junger Frauenheld, dem eigentlich mehr der Sinn nach Feiern steht, nimmt nachlässig die Ermittlungen auf. Dieser Teil wird aus der Perspektive Balistreris geschildert und so ist man ihm und seiner Sichtweise sehr nah. Mich faszinierte der junge Draufgänger, der eigentlich nur Sex, nächtliche Pokerrunden, Alkohol und Zigaretten im Kopf hat, obwohl er ein hochintelligenter Mensch mit eigenen Moralvorstellungen ist. Balistreri tritt respektlos auf und durch seine Arroganz entgehen ihm wichtige Details, die zur Aufklärung hätten führen können.
    Über 20 Jahre später, im Jahre 2006  ist der Fall immer noch ungelöst, es ist wieder Weltmeisterschaft, aber ansonsten ist alles anders. Aus dem jungen Balistreri ist ein desillusionierter, gesundheitlich angeschlagener Commissario geworden, der nur mit Magentabletten und Antidepressiver über den Tag kommt. Frauengeschichten gibt es schon lange nicht mehr und Zigaretten und Alkohol nur noch in Maßen. Ein Resultat seiner Schuldgefühle, die er zu verdrängen versucht, indem er jeglichen Freuden des Lebens entsagt.

    S. 284 Er war nur noch auf der Suche nach Mördern, nach Liebe ganz bestimmt nicht mehr.

    Als plötzlich wieder misshandelte und ermordete junge Frauen auftauchen, stürzt sich der vom Leben enttäuschte Balistreri verbissen in die Jagd nach dem Serienmörder, denn seinen Sinn für Gerechtigkeit hat er nie verloren. Endlich scheint Balistreri bereit dafür zu sein, die Wahrheit über den Täter und seine Opfer herauszufinden.  Das ist schwierig, muss er sich doch dafür seinen alten Fehlern und unbequemen Tatsachen stellen.

    S. 357 Er hatte Jahre gebraucht, um ein vernünftiger Erwachsener zu werden, der um seine Pflichten, Risiken und Fehltritte wusste. Nun bot sich die Gelegenheit, den oberflächlichen Mike Balistreri, den draufgängerischen, kompromisslosen Abenteurer endgültig zu begraben.

    Zusammen mit dem Commissario verfolgt man die mühsame Ermittlungsarbeit, entschlüsselt man ein Rätsel nach dem anderen, nimmt man teil an seinen Grübeleien und der eigenwillige Protagonist wächst einem ans Herz.
    Diesen Teil erzählt Roberto Costantini nun aus unterschiedlichen Perspektiven und man verfolgt als Leser gebannt jede Wendung und lange hat man keine Vorstellung davon, wie die Mordfälle mit dem alten Fall von 1982 zusammen hängen.
    Verschiedene Hinweise deuten auf das Casilino 900, einem Roma- Lager mitten in Rom und an der Aktualität dieses Themas hat sich nichts geändert.

    S. 192 Das wohlgenährte Land war überaltert, müde und faul. Der einzige Ausweg aus dieser Misere waren junge Einwanderer, vor denen man sich in Italien allerdings gewaltig fürchtete, zumal es keine Integrationspolitik gab, ganz zu schweigen von einem Wirtschaftskonzept, das eine solche hätte befördern können.

    Dem Autor, der sich als ein genauer Beobachter der Gesellschaft zeigt, gelingt es eindrucksvoll, vor allem die Machtspiele hinter den Kulissen der Politik und der Kirche darzustellen und rausgekommen ist ein sehr komplexer Thriller mit einem  intelligenten, genial konstruierten Plot.

    S. 88 Auf der anderen die Gauner und Betrüger, auch die vielen in Anzug und Krawatte, die in den Aufsichtsräten, im Parlament, in der öffentlichen Verwaltung und im Vatikan saßen.

    Die Vielschichtigkeit dieses anspruchsvollem Debuts verlangt dem Leser ein hohes Maß an Aufmerksamkeit ab, da der Autor sehr viele Charaktere in Szene setzt, die er alle vielschichtig und individuell angelegt hat. Besonders gut gelungen ist ihm dabei die Hauptfigur Michele und deren Entwicklung über den langen Zeitraum. Im Endeffekt war mir vielleicht der ein oder andere Schlenker zu viel und das Ende nicht ganz so glaubwürdig.

    Trotzdem ein packender Thriller auf hohem sprachlichem Niveau spannend bis zum Schluss. Den bereits erschienenen 2. Teil der Trilogie werde ich mir auf jeden Fall auch vornehmen.
  23. Cover des Buches Der Hals der Giraffe (ISBN: 9783518467909)
    Judith Schalansky

    Der Hals der Giraffe

     (255)
    Aktuelle Rezension von: Anna625

    Selten hat mich ein Buch so zwiegespalten zurückgelassen.
    Das Positive: Es enthält sehr viele biologische Informationen und auch der Schreibstil & die Gestaltung (es gibt einige Zeichnungen) haben mich sehr angesprochen.

    Was mir dagegen auf Dauer Probleme bereitet hat, sind die sozialdarwinistischen Ansichten der Protagonistin. Beim Start ins neue Schuljahr werden die wenigen verbliebenen Schüler der kleinen Klasse als erstes eingeteilt in die, die es mit ganz viel Glück zu etwas bringen könnten, und die, bei denen alle Versuche vergebene Liebesmüh sind - wobei die allermeisten zu letzterer Kategorie zugeordnet werden. Und das lässt Inge Lohmark die Jugendlichen auch spüren; sie ist eine derer, die von ihren Schülern gefürchtet werden, die unangekündigt umfangreiche Prüfungen schreiben lässt, Mobbing als nicht so schlimm abtut und unerbittlich über die Klasse herrscht. Kurz: Keine Lehrerin, deren Unterricht man als Schüler genießt.
    Mit der Zeit wird immer deutlicher, wie sehr die Protagonistin verbittert ist vom Leben und verdrossen von der in ihren Augen immer weiter zugrundegehenden Menschheit. Eigentlich hat sie längst mit allem abgeschlossen; ihre Ehe ist längst nur noch friedliche Koexistenz, ihre Tochter lebt weit weg und meldet sich ohnehin nicht mehr, das Gymnasium soll geschlossen werden. Schüler wie Lehrer lassen Disziplin vermissen, und überhaupt taugt dort doch niemand mehr irgendetwas.

    Ich weiß ehrlich nicht, wie ich den Roman bewerten soll. Mit vielem, was die Protagonistin denkt, sagt und tut bin ich alles andere als einverstanden; und dennoch hat das Buch eine merkwürdige Anziehung auf mich ausgewirkt. Vielleicht wegen der biologischen Aspekte, vielleicht aber auch, weil ich diese ausgebrannte Frau, die mich so sehr an manche meiner früheren Lehrer erinnert hat, verstehen wollte. Und vielleicht, weil ich an manchen, wenigen Stellen tatsächlich etwas Ähnliches wie Verständnis für sie verspürt habe.

    Ob ich das Buch empfehlen kann oder nicht, weiß ich nicht. Tatsächlich glaube ich aber, dass es mir noch eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben wird. Und vielleicht ist es am Ende ja doch genau das, was ein gutes Buch ausmacht?

  24. Cover des Buches Verdammt (ISBN: 9783442547456)
    Chuck Palahniuk

    Verdammt

     (11)
    Aktuelle Rezension von: FranzysBuchsalon
    Klappentext
    Madison Spencer hat die Hölle hinter sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Acht Monate verbrachte sie dort nach dem frühzeitigen Tod als 13-jährige Tochter eines selbstverliebten Hollywoodpaars. An Halloween betritt sie zum ersten Mal wieder die Welt der Menschen - als Geist. Viel Zeit, diesen Ausflug ungestört zu genießen, bleibt ihr allerdings nicht. Schon bald meldet sich Satan, um sich Madisons Hilfe bei einem teuflischen Plan zu sichern. Und so muss sie im Fegefeuer bleiben, das heißt: als Geist auf Erden. Das bietet ihr aber auch die Chance, die Stätten ihres alten Lebens zu besuchen. Schlimmer als die Hölle kann das doch auch nicht sein. Oder doch?

    Erster Satz
    Gut und Böse gab es schon immer.

    Cover
    Ja, so langsam wisst ihr es - ich bin Cover-Käufer und so kam es, dass ich dieses Buch unbedingt haben wollte, nachdem mir das Cover ins Auge gesprungen war.

    Zu sehen ist ein Mensch (wohl Madison), an dem etwas runterläuft (irgendwie eklig, wenn man das Buch gelesen hat). Ebenso auch am Titel und dem Namen des Autors. Die Augen, die zu sehen sind, sind bunt und schimmern im Licht. Das ganze Cover ist bis auf die Augen und das Genre in weiß gehalten. Der Schutzumschlag fühlt sich etwas gummiartig an.

    Nach diesem Cover erwartet man ein irgendwie "komisches" und verstörendes Buch - was man auch tatsächlich bekommt.

    Meinung
    Ach ja...Chuck Palahnuik...ich werde einfach nicht warm mit dir - aber du machst es mir auch nicht leicht.

    Nach dem Cover und dem Klappentext wollte ich dieses Buch unbedingt haben. Der Manhattan Verlag machte es möglich und ich hielt das Buch in den Händen. Ich las ungefähr 40 Seiten und stellte es wieder ins Regal. Ich fand es komisch und merkwürdig - irgendwie wollte es mich nicht packen. Leider hat sich das durch das ganze Buch gezogen.

    Madison ist nach acht Monaten Hölle wieder zurück auf der Erde - als 13-jähriges Gespenst. Nachdem sie ihren Eltern sagt, dass möglichst viel Fluchen und generell schlechtes Verhalten einen in den Himmel bringt, missionieren sie das Land und bilden die Glaubensgemeinschaft der "Grobianisten".

    Das ist mir persönlich echt zu viel des Guten. Ich bin nicht pingelig und auch der ein oder andere Kraftausdruck in einem Buch stört mich nicht...aber das ist tatsächlich nervig. Unsinnig werden massenhaft Beleidigungen und Beschimpfungen aneinandergereiht um möglichst viel zu fluchen. Außerdem wird ständig gerülpst und gefurzt.

    Ihre Augen glänzen in echter Verzückung, als sie fragt: "Wie war ihr arschverfickter schwanzlutschender Aufenthalt, Mr City?"
    Crecent erwidert das verzückte Lächeln und sagt: "Verfickt großartig, du miese Schlampe."
    [...]
    Sie nimmt seinen Zimmerschlüssel entgegen und fragt freundlich: "Ich glaube, der Nigger von Fahrer wartet schon bei Ihrer Dreckschleuder. Kann ich Ihnen noch bei irgendeiner gottverfluchten schwulen Scheiße behilflich sein?"
    "Nein, fick dich", sagt Crescent.

    (Seite 79)

    Wäre das so weitergegangen, hätte ich dieses Buch vermutlich abgebrochen. Ein klein wenig kam ich mir vor, wie in der South Park Folge, in dem die Jungs ein Buch schreiben, bei dem sich jeder Leser ständig übergeben muss. Auch da werden sinnlos möglichst eklige Dinge aneinandergereiht.

    In einem Rückblick erfährt der Leser wie die 11-jährige Madison ihren Großvater mit einem Buch umgebracht hat. Dieser war ein verkappter Homosexueller, der sich gerne eines Glory Holes bediente (bitte selber googlen wenn unbekannt ;-) ) und nicht wusste, dass sich seine Enkelin auf der anderen Seite befand. Diese bekam es mit der Angst zu tun und schlug mit ihrem Buch drauf ein.
    Dieses Geschehen wurde über so viele Seiten zelebriert, dass es mich wirklich nervte und ich diese Szene ab einem gewissen Punkt nur überflog.

    Ganz nebenbei ist Madison nun auch so etwas wie der Messias und muss als Auserwählte einen Streit zwischen Gott und Satan schlichten um den Weltuntergang zu verhindern.

    Das Buch ist aufgebaut wie ein Blog und über jedem Kapitel befindet sich Datum, Zeit und eine Überschrift. Leider beginnt auch jeder Beitrag von Madison mit "Geneigter Twitterer" und auch das nervte mich. Nach dem dritten oder vierten Mal, habe ich dann immer direkt in der zweiten Spalte angefangen. Natürlich ist das jetzt nicht sonderlich schlimm, aber genervt hat es mich trotzdem.

    Madison ist 13 Jahre alt und wirkt oftmals so weltfremd, hat aber die Eloquenz von einem Erwachsenen und wirft abschnittweise mit Fremdworten um sich. Sicher, es handelt sich hier absolut nicht um ein Jugendbuch, aber mir erschien es doch recht unpassend.

    Chuck Palahniuk ist ebenfalls auch Autor von "Fight Club", dessen Verfilmung ich mir angesehen hatte. Eigentlich hätte ich da schon wissen müssen, dass "Verdammt" kein Buch für mich ist, denn auch der Film gefiel mir nicht - außer Brad Pitt ^^ Aber das ist eben auch nicht alles ;-)

    Alles in allem fand ich das Buch irgendwie sehr komisch, stellenweise nervig, abartig und grotesk.
    Es mag sicherlich seine Anhänger haben, doch ich zähle leider nicht dazu ;-)

    Zitate / Textstellen
    Mir entgeht keineswegs, dass es hier um den zentralen Konflikt meines Lebens geht: Ich liebe meine Familie über alles, außer wenn ich mit ihr zusammen bin.
    (Seite 40)

    Bei den nicht dünn gesähten Gelegenheiten, wenn ich in Athen oder Abu Dhabi oder Akron keinen Schlaf finden konnte, bereitete es mir Freude, das fleischliche Keuchen meiner Eltern zu belauschen. Ihr koitales Stöhnen war für mich das schönste Schlaflied.
    (Seite 42)

    Meine einstmals kiffenden, einstmals fixenden, einstmals Speed konsumierenden Eltern hatten aus Versehen meinen Fisch getötet, indem sie ihn mir in einem Glas voll GHB geschenkt hatten. Soll heißen: flüssiges Ecstasy.
    (Seite 237, f.)

    Fazit
    Ein irgendwie groteskes, verstörendes Buch, das ganz sicher nicht jedem gefällt, aber wohl seine Anhänger hat.

    Wenn dir der Film "Fight Club" nicht zugesagt hat, dann lass auf jeden Fall deine Finger von diesem Buch ;-)


    Diese und alle meine anderen Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog.
    http://franzyliestundlebt.blogspot.de

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