Bücher mit dem Tag "winterkönig"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "winterkönig" gekennzeichnet haben.

18 Bücher

  1. Cover des Buches Plötzlich Fee - Sommernacht (ISBN: 9783453528574)
    Julie Kagawa

    Plötzlich Fee - Sommernacht

     (2.401)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    》EIGENE MEINUNG:

    Ich liebe es Bücher passend zur Jahreszeit zu lesen – hier stimmt sogar noch der Titel – und dies ist eine der Reihen, die schon am längsten auf meinem SUB versauert, also los ging es:

    Die Cover dieser Reihe sind im Deutschen wunderbar aufeinander abgestimmt und farblich für mich sehr anziehend. Sie wirken magisch und wunderschön. Allerdings war ich erstaunt, als ich die englische Gestaltung zum 10jährigen gesehen habe und muss ich Nachhinein sagen, dass sie viel besser zur Geschichte passen. Denn diese ist nicht pastellfarben und fröhlich!

    Wir beginnen zwar einmal mehr mit typischen Jugendlichen-Sorgen, Highschool-Leben und einem unerreichbaren Schwarm, werden jedoch sobald wir in die Welt der Feen eintauchen von der Gewalt, Brutalität und Härte dort überrascht. Für mich im positiven Sinne.

    Unsere Hauptfigur Meghan versucht mutig zu sein und hat das Herz am rechten Fleck. Ohne Helfer wäre sie mit ihrer Naivität aber wohl nicht weit gekommen und ich hoffe sie entwickelt sich in der Reihe noch weiter. Ihre Gefährten sind vor allem Puck (ich genieße jede Verbindung zum Sommernachstraum), Ash (na klar brauchen wir einen dunklen Love-Interest in den man sich verliebt, weil er so gut aussieht) und Grimalkin (eine Katze, die mich sehr an die Grinsekatze von Alice erinnert). Mit ihnen zusammen macht das Reisen Freude – die Reise an sich aber eher weniger.

    Für einen Auftaktband kann ich verstehen, dass wir mehr über die Welt erfahren müssen, jedoch bin ich absolut kein Freund von Reisen durch fantastische Länder, da ich hier oftmals das Gefühl habe Kilometer um Kilometer mit den Charakteren zurück zu legen und doch nicht voran zu kommen. So ging es mir auch hier einige Zeit und erst gegen Ende kam wirklich Spannung auf und wurde die Handlung rasant. Zuvor hatte ich lang das Gefühl Meghan wird nur von einer aussichtslosen Situation in die nächste geworfen.

    Zum Glück hält sich die Liebesgeschichte sehr im Hintergrund und der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Band 1 ist in sich abgeschlossen, führt jedoch nahtlos zu Teil 2 über:

     

    1. Sommernacht

    2. Winternacht

    3. Herbstnacht

    4. Frühlingsnacht

    5. Das Geheimnis von Nimmernie (Zusatzband)

     

    》FAZIT:

    Erstaunlich brutale und gnadenlose Feenwelt im Auftaktband der Plötzlich Fee-Reihe. Leider hat sich die Reise durch das Feenreich für mich etwas gezogen, wurde aber von interessanten Nebencharakteren und einem rasanten Ende abgemildert.

  2. Cover des Buches Wenn der Sommer stirbt (ISBN: 9783404208012)
    C.L. Wilson

    Wenn der Sommer stirbt

     (446)
    Aktuelle Rezension von: Natiibooks


    4  🌟🌟🌟🌟

    Inhalt:

    Tödliche Intrigen, Verlorene Herzen und ein dunkles Schicksal.


    Erst seit wenigen Wochen herrscht Frieden zwischen den Reichen Sommergrund und Winterfels, besiegelt durch die Ehe von Sommerprinzessin Chamsin und Wynter Atrialan, dem Winterkönig. Doch der Frieden währt nicht lange. Zu Beginn des Krieges hat Wynter das Eisherz, die Essenz eines dunklen Gottes, in sich aufgenommen. Und diese Magie droht nun, ihn zu verschlingen und in einen Todesgott zu verwandeln, eine Bedrohung, schlimmer, als alles, dem sich Sommer- und Winterländer je gegenübersahen...



    Meinung:

    Dieses Buch ist schon lange auf meiner TBR List und endlich komme ich dazu weiter zu lesen. Wie beim ersten Teil folgen wir Chamsin die denn Winter König geheiratet hat und nun jetzt bei ihm leben muss. Es geht weiter direkt nach denn Ereignissen im ersten Teil und zum Glück gab es bevor es angefangen hat ein Rückblende Seite wo alles drauf stand was bisher gesehen ist. Auch hier folgen wir wieder beide Charakter aus der dritten Sicht und wie beim ersten mal kommen wir schnell voran. Ich muss sagen dieses Buch lest sich schnell da vieles passiert aber es hat mich auch manchmal gestört das vieles im Hintergrund passiert ist und manchmal nur im Nachhinein von Erzählungen geschildert wurde. Wie z.B Kämpfe die der Wyn und seine Gefolge bestreiten hätte mir gewünscht wir hätten mehr Einblick bekommen aber ansonsten war es ganz okay. Cham mochte ich auch hier wieder auch wenn ich manchmal fand sie war zu voreilig und sollte sich mehr umschauen dennoch mochte ich das sie immer für sich selbst einsteht. Wyn war bereits im ersten Teil mein Favorit da ich ihn wirklich mag und besonders hier mochte ich seine Entwicklung im laufe des Buches. Im ganzen war es gut ich mochte die es wieder in dieser Welt zu sein und auch das Paar leider ging vieles viel zu schnell und da ich so lange gewartet habe endlich dieses Band hier zu lesen hat es mich etwas an der Geschichte genommen aber ansonsten fand ich es ein gute Geschichte für zwischen durch. 

  3. Cover des Buches Faunblut (ISBN: 9783570308479)
    Nina Blazon

    Faunblut

     (1.616)
    Aktuelle Rezension von: Buechergeplauder

    Die Metropole in der Jade wohnt ist von Echos, geheimnisvolle Wesen, überlagert. Diese Wesen werden von allen gefürchtet und gejagt. Was es genau mit den Echos auf sich hat, weiß Jade nicht. Sie weiß nur, dass sie sich vor ihnen verstecken muss.


    Faun, ein Jäger, wurde beauftragt die Echos zu jagen. Währenddessen lernt er Jade kennen und prompt verliebt er sich in sie. Sie ist anders, er fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Auch Jade scheint nicht von Faun abgeneigt zu sein, doch irgendetwas stimmt mit ihm nicht. 


    Doch auch mit Jade scheint etwas nicht zu stimmen. Sie scheint kein gewöhnlicher Mensch zu sein und Faun weiß ganz genau, was für ein Wesen Jade ist. Doch genau dieses Wissen, macht ihre Beziehung komplizierter als sie schon von vornherein ist.


    Der erste Band der "Faunblutwelt" Reihe von Nina Blazon. 


    Vorab muss ich sagen, wie wunderschön das Cover ist. Ein richtiger Hingucker! Einer der Gründe, wieso ich das Buch auch gekauft habe.


    Ich hatte am Anfang Probleme in die Geschichte hineinzukommen. Ich konnte mir die Welt in der Jade lebt nicht wirklich bildlich vorstellen. Es haben mir mehr Details und Beschreibungen gefehlt. 


    Auch Jade war mir nicht von anhieb an sympathisch. Mir ging die Liebesgeschichte zwischen Jade und Faun viel zu schnell. Ich hatte immer das Gefühl die Hälfte überlesen zu haben.


    Bis zur ersten Hälfte der Geschichte war ich nicht wirklich überzeugt von dem Buch. Es konnte mich nicht richtig packen. Erst in der zweiten Hälfte und zum Ende hin wurde es noch einmal richtig spannend. 


    Ich bin gespannt wie mir der zweite Band "Ascheherz" gefallen wird und ob ich mich dann etwas besser in die Geschichte hineinfallen lassen kann.

  4. Cover des Buches Gegen das Sommerlicht (ISBN: 9783551311030)
    Melissa Marr

    Gegen das Sommerlicht

     (978)
    Aktuelle Rezension von: MissJaneMarple

    Meine Meinung:

    Die Geschichte lebt von einer eigentlich ganz unromantischen Sicht auf Elfen. Sie sind eher so, wie ich mir Pixies vorstelle. Immer ein bisschen fies, hinterhältig und Leute schikanierend.

    Ashlyn ist dagegen wunderbar offen, trotzig und will sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden. Und genau das zeigt sie auch den Elfen. Für ihre, noch zarte Liebe zu Seth, steht sie ein und kämpft dafür.

    Seth ist dabei ihr Fels in der Brandung. Lieb, geduldig und verständnisvoll. So jemand wünscht man dich an seiner Seite.

    Keenan ist verführerisch und sprunghaft, wie der Sommer, aber durchaus liebenswert.

    Donia hat die schwerste Rolle, da sie zwischen Keenan und der Winterkönigin steht. Sie ist mir gleich ans Herz gewachsen. 

    Die böse Gegenspielerin ist die Winterkönigin. Kalt, berechnend und streitsüchtig. So richtig schön unsympathisch 


    Es ist ein ruhiger, aber durchaus spannender Fantasyroman mit allem was dazugehört. Romantik, zarte Liebe, Fabelwesen, Kampf der Mächte und ganz viel Schicksal. 


    Der leichte Schreibstil macht das Lesen zum Vergnügen. Da jedes Kspitel mit einem "wissenschaftlichen" Zitat eingeleitet wird, könnte man fast glauben Elfen gibt es durchaus.


    Fazit:

    Ein schöner erster Teil, der mir Lust auf mehr machte! Den zweiten Teil lese ich bestimmt auch noch. 

  5. Cover des Buches Die Schatten von Ashdown House (ISBN: 9783956497414)
    Nicola Cornick

    Die Schatten von Ashdown House

     (34)
    Aktuelle Rezension von: DarkReader
    Das Buch stand auf meinem Weihnachts-Wunschzettel und meine Tochter erfüllte mir den Wunsch. Vor ein paar Tagen kam ich nun endlich dazu, es zu lesen und ärgerte mich, ich hätte es längst lesen sollen!
    Warum?
    Nun, weil ich mit diesem Buch drei faszinierende Geschichten bekam, besonders die im 16.Jahrhundert, die der Winterkönigin Elisabeth von Böhmen.
    Die Autorin flechtet in ihr Buch viel authentische Geschichte ein, denn diese Königin ist keine Fiktion, sondern eine historische Gestalt, sie gab es wirklich.
    Gekonnt verwebt die Autorin drei Zeitebenen, die im 16.Jahrhundert (Elisabeth), eine im 18.Jahrhundert (die Geschichte einer Kurtisane) und die in der Gegenwart.
    Immer geht es um zwei geheimnisvolle Artefakte, die Zauberkräfte besitzen sollen.
    Wer nun denkt, das wäre ein Fantasy-Roman - weit gefehlt, es ist keiner.
    Es ist die Geschichte dreier Frauen, deren Schicksale miteinander verwoben sind, was sich unheimlich spannend und interessant liest.
    Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so fasziniert war ich von den Geschichten.
    Sympathische Charaktere, Bösewichte und andere Protagonisten bevölkern das Buch, der Schreibstil lässt sich wunderbar flüssig lesen, Langeweile kam zu keiner Minute auf.
    Fantastisch beschriebene Örtlichkeiten, Schauplätze und Gebäude setzten bei mir ein Kopfkino in Gang, dem ich mich zu keiner Minute entziehen konnte.
    Ich kann das Buch nur wärmstens weiter empfehlen, mein Lesevergnügen war immens!
    Und von dieser Autorin wird es sicher nicht das letzte Buch gewesen sein, welches ich las, soviel ist sicher!
  6. Cover des Buches The Bear and The Nightingale (ISBN: 9781785031052)
    Katherine Arden

    The Bear and The Nightingale

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3

    Die Geschichte verbindet das historische Russland mit seiner Folklore, den Traditionen, Legenden und Mythen und eine epische Familiengeschichte mit der Emanzipation eines jungen Mädchens. Ich war erst skeptisch, ob eine Amerikanerin eine gute Geschichte schreiben kann, die in Russland spielt, aber sie hat mich angenehm überrascht. Inzwischen habe ich nachgelesen, dass Katherine Arden nach der Schule ein Jahr in Moskau verbracht und anschließend unter anderem Russisch studiert hat.

    Vorgelesen wird die Geschichte von Kathleen Gati, einer Kanadierin, deren Eltern aus Ungarn stammten. Ob sie selbst so einen starken osteuropäischen Akzent hat oder ihn sich antrainiert hat, weiß ich nicht, aber er gibt der Geschichte auf jeden Fall eine passende Note. Die Handlung war mir persönlich zu langatmig, aber da sie sehr märchenhaft und auch spannend, die ewige winterliche Atmosphäre sehr eindringlich beschrieben ist, war es ganz nett, das Hörbuch zu hören.

    Es ist zwar der erste Teil einer Trilogie, aber da die Story in sich abgeschlossen ist, kann man sie auch einzeln lesen bzw. hören. Ich werde diese Trilogie aber nicht weiter verfolgen.

  7. Cover des Buches Dem Feuer die Seele (ISBN: 9783959915212)
    Jo Schneider

    Dem Feuer die Seele

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Sternensee

    Meinung: Erstmal muss ich wirklich sagen, dass das Cover wunderschön ist! Ich habe es gesehen und musste es sofort lesen! Und es hat sich mehr als gelohnt.

    Der Schreibstil war sehr locker, ich konnte gar nicht aufhören zu lesen.

    Die Story war super spannend. Ich habe bis zum Schluss mitgefiebert und konnte das Buch einfach nicht weglegen. ;)

    Am besten fand ich die Charaktere. Ciara ist einfach sympathisch. Sie ist so mutig und stark und dabei auch noch richtig schlagfertig. Ich mochte ihre etwas kratzbürstige Art.

    Grau kam mir anfangs einfach nur gefühlskalt vor, aber mit der Zeit wurde er immer süßer. Auch Sazel möchte ich immer lieber, nachdem ich ihn am Anfang kaum einschätzen konnte. 

    Naeshs Geschichte fand ich unglaublich traurig und berührend. Sie ist auch einfach eine gute Person, eine gute Freundin.

    Zum Ende hin wurde es noch mal spannender (wenn das überhaupt noch möglich ist :P) und das Buch ließ mich mit einem Cliffhanger zurück. Jetzt kann ich es kaum noch erwarten, bis ich endlich den nächsten Band lesen kann. :)

    Fazit: Dieses Buch ist einfach toll. Die Welt, die hier erschaffen wurde, ist einfach faszinierend, die Story ist super spannend und die Charaktere muss man einfach mögen. Ein muss für alle Fantasyfans! Ganz große Leseempfehlung. ;) 5 von 5*

  8. Cover des Buches Zwischen Schatten und Licht (ISBN: 9783551312013)
    Melissa Marr

    Zwischen Schatten und Licht

     (136)
    Aktuelle Rezension von: SabrinaMaus

    Das proplem war eher das es der 4 Band war und ich nicht wusste das es eine Reihe war und somit, kamm ich schwer in das Buch rein und für mich hat sich dieses Buch in die länge gezogen

  9. Cover des Buches The Winter of the Witch (Winternight Trilogy Book 3) (English Edition) (ISBN: 9781473560963)
    Katherine Arden

    The Winter of the Witch (Winternight Trilogy Book 3) (English Edition)

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Nach dem College lebte die Autorin Katherine Arden drei Jahre in Vermont und zwei Jahre in Moskau. Kein Wunder, dass sie irgendwann genug von kalten Temperaturen hatte. Sie zog nach Hawaii, arbeitete auf einer Farm und wohnte in einem Zelt am Strand. Eine Farm weiter lebte ein 5-jähriges Mädchen. Sie hieß Vasilisa und war der letzte Funken Inspiration, der Arden fehlte, um endlich das Buch zu schreiben, das ihr im Kopf herumspukte. Dort, unter Palmen, entwickelte sie die Idee für die „Winternight Trilogy“ – die Ironie blieb ihr sicher nicht verborgen. Die ersten beiden Bände „The Bear and the Nightingale“ und „The Girl in the Tower” erschienen 2017 recht kurz nacheinander. Auf das Finale „The Winter of the Witch“ mussten Leser_innen, mich eingeschlossen, länger warten. Es erschien im Januar 2019.

    Der Bär ist frei. Alle Mühen, die Vasja auf sich nahm, um seinen Einfluss auf die Sterblichen zu schwächen, sind vergebens, solange seine Einflüsterungen die Herzen der Menschen verführen. Er muss wieder angekettet werden, bevor er seine finsteren Pläne in die Tat umsetzen kann. Allein wird es Vasja nicht gelingen. Erneut braucht sie die Hilfe des Winterkönigs. Leider zahlte Morozko einen hohen Preis dafür, dass er Vasjas Leben rettete – erst in dem Flammenmeer, das Moskau zu verschlingen drohte, dann vor dem wütenden Mob, der sie als Hexe brennen sehen wollte. Er wurde im süßen Vergessen seiner Vergangenheit eingesperrt. Vasja muss ihn erwecken. Ihre Magie öffnet ihr die Pforte zu einem Ort, an dem weder Zeit noch Raum existieren. In Mitternacht lüftet sie das Geheimnis ihrer Wurzeln und findet unerwartete Verbündete. Doch ihr größter Kampf steht ihr noch bevor. Das Schicksal ihres Volkes ruht auf ihren Schultern. Wird sie sich dieser Bürde als würdig erweisen?

    Ich lernte Vasilisa Petrovna am Tag ihrer Geburt kennen. Ich sah sie aufwachsen; von einem frechen, ungestümen Mädchen zu einer leidenschaftlichen, mutigen jungen Frau reifen. In „The Winter of the Witch“ überschreitet diese junge Frau die Schwelle zum Erwachsensein. Diese persönliche Entwicklung der Protagonistin ist meiner Ansicht nach das wahre Abenteuer der „Winternight Trilogy“. All die Magie, all die Prüfungen, die Vasja meistern musste, dienten als Meilensteine, die sie auf die Ereignisse des finalen Bandes der Trilogie vorbereiteten und sie letztendlich dazu befähigen, sich selbst zu akzeptieren und ihrer Rolle als Heldin gerecht zu werden. Deshalb empfinde ich „The Winter of the Witch“ als würdigen Abschluss ihrer Geschichte. Es ist ein düsteres Finale, das Vasja ihrer kindlichen Unschuld beraubt, sie allerdings auch lehrt, das Wesen der Welt anzunehmen und zu verstehen, dass Dualität eine simplifizierende Illusion ist. Die Realität besteht aus Grautönen und Ambivalenz lebt in uns allen. Gut und Böse bedingen einander. Diese Wechselwirkung verkörpern der Bär und der Winterkönig. Einzeln erscheinen sie wie gegensätzliche Pole – doch zusammen ergänzen sie sich. Sie sind eins, die zwei Gesichter der Menschheit: Chaos und Zerstörung, Güte und Liebe. Darum erzeugen beide Märchengestalten eine Resonanz in Vasja. Um ihre Identität zu entwickeln und ihr Volk zu schützen, muss sie beide Facetten als Teil ihrer selbst umarmen. Erkennt ihr, wie viel philosophische Tiefe folglich in „The Winter of the Witch“ verborgen ist? Der Trilogieabschluss qualifiziert sich erneut zweifellos als Märchen. Katherine Arden überzeugte mich mit der bezaubernden, träumerischen Atmosphäre des Buches, die sich vor allem in Mitternacht entfaltet. Mitternacht ist das atemberaubende Reich der Lady Mitternacht, ein magisches, beängstigendes Land, in dem Morozko in einer Blase der Vergangenheit gefangen ist. Vasja muss ihn finden und seine Erinnerungen entzünden. Es überraschte mich, dass sie während dieser Mission beiläufig das Geheimnis ihrer Herkunft lüftet. Ich hatte angenommen, dass dies der Kern des dritten Bandes sein würde. Ich kämpfte etwas mit der daraus resultierenden enttäuschten Erwartungshaltung, bin mittlerweile jedoch der Meinung, dass ihre Wurzeln absichtlich eine kleine Rolle spielen. Vasja ist wie sie ist aufgrund ihrer Erfahrungen, nicht aufgrund ihrer Vorfahren. Ardens Entscheidung, ihre Wurzeln lediglich als Nebenhandlungslinie zu thematisieren, unterstützt den Fokus auf ihre Entwicklung. So sehr mich Vasjas Wachstum begeistert, ich muss gestehen, dass der inhaltliche Verlauf von „The Winter of the Witch“ nicht mehr dieselbe mühelose Eleganz aufweist wie die Vorgängerbände. Ich fand es unruhig getaktet; es ist ein ständiges Hin und Her, in dem die Protagonistin von A nach B und wieder zurück reist. Dennoch mochte ich den Höhepunkt, die finale Schlacht, die ein wundervolles Symbol für das zukünftig vereinte Russland darstellt – in spiritueller wie in physischer Hinsicht.

    Direkt nach der Lektüre von „The Winter of the Witch“ stellte ich widerstrebend fest, dass ich nicht denselben Zauber empfunden hatte. Ich schämte mich fast ein bisschen. Ich vermutete erst, es läge daran, dass ich Katherine Ardens Setting bereits kannte und wenig Raum für Überraschungen übriggeblieben war. Nun habe ich das Buch fröhlich seziert und entwickelte eine andere Theorie. Ich glaube, das Finale der „Winternight Trilogy“ konnte gar nicht denselben Zauber erzeugen. In diesem Buch geht es um das endgültige Erwachsenwerden der Protagonistin. Erwachsen zu sein bedeutet, kindliche Fantasien hinter sich zu lassen und die Welt so zu sehen, wie sie ist, sich Verpflichtungen zu stellen und das Richtige zu tun. Zauber hat da keinen Platz. Ich denke, das ist es, was Katherine Arden illustrieren wollte: die Verluste und Gewinne des Heranwachsens. Daher habe ich meine Bewertung von „The Winter of the Witch“ nachträglich hochgestuft. Arden mag mich nicht mehr im gleichen Maße bezaubert haben, doch dafür zeigte sie mir ihr ganzes Talent als Autorin. Sie schenkte mir ein fabelhaftes, reifes Buch voller Weisheit.

  10. Cover des Buches Rabenherz und Eismund (ISBN: 9783570314494)
    Nina Blazon

    Rabenherz und Eismund

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Caye14

    Inhalt

    Bei einem plötzlichen Wintereinbruch verschwindet Silja spurlos. Mailín ist davon überzeugt, dass ihre Freundin entführt wurde, doch die anderen Dorfbewohner wollen ihr nicht glauben. Bei der Suche nach Hinweisen landet sie im Land über dem gefrorenen Himmel, dass sie bisher immer für ein Märchen gehalten hat. Gemeinsam mit der Jägerin Toma und Birgida, einer Bewohnerin des geheimnisvollen Eispalastes, schleicht sich Mailín in das Schloss des Eiskönigs. Ein gefährlicher Kampf um die Freiheit beginnt. 


    Schreibstil

    Die Geschichte wird in der 3. Person aus Mailíns Sicht erzählt. Perspektivwechsel gibt es nicht, sodass man als Leser immer nur das weiß, was auch Mailín weiß und erlebt. 

    Insgesamt ist der Schreibstil sehr märchenhaft und das Eisland wird in wundervollen Bildern erzählt. An einigen Stellen war für mich die Beschreibung einiger Geschehnisse aber nicht ganz nachvollziehbar, sodass ich sie mir nicht immer hundertprozentig vorstellen konnte und ich manchmal etwas irritiert war. 


    Meine Meinung zur Geschichte

    Nina Blazon hat eine tolle Eiswelt geschaffen, in der an jeder Ecke etwas Neues wartet. Besonders zu Beginn fand ich die Gestaltung der Welt sehr beeindruckend. 

    Die Verbindung zwischen dem, was Mailín für Märchen hält, und das, was dann tatsächlich wahr ist, habe ich als sehr gelungen empfunden. Es ist spannend zu erleben, wie sie die wahre Bedeutung dieser Geschichten erkennt und erlebt. 

    Auch die Handlung ist insgesamt sehr spannend, auch wenn sie für mich hin und wieder etwas zu langgezogen war. Es gibt viele überraschende Wendungen, die dafür sorgen, dass man nie weiß, was als Nächstes passiert. Stellenweise wird man aber von diesen ganzen Wendungen auch etwas erschlagen und kommt kaum hinterher. Dadurch ist nicht immer ganz klar, warum gewisse Sachen passieren bzw. was überhaupt genau geschieht. 


    Die Figuren haben mir sehr gut gefallen, da sie alle auf ihre Art besonders sind und sich entsprechend ihrer Eigenschaften handeln. Auch wird deutlich, wie sie sich im Verlauf der Geschichte weiterentwickeln. 

    Eine Liebesgeschichte gibt es ebenfalls, diese nimmt aber nicht so viel Raum im Buch ein. Irgendwie hätte ich da mehr erwartet und mir auch mehr gewünscht, da ich insbesondere das Entstehen der Gefühle der beiden Figuren füreinander nicht so richtig nachempfinden konnte. Hier habe ich etwas romantische Stimmung zwischen den Figuren erwartet, die aber nicht so wirklich aufkommt. 


    Insgesamt also eine schöne und märchenhafte Geschichte, die sich aufgrund des Settings natürlich besonders für die kalten Monate eignet. Ich würde das Buch jedem empfehlen, der gerne in eine fantasievolle Eiswelt eintauchen würde, aber nicht ganz so viel Romantik erwartet, wie der Klappentext andeutet. Auch sollte man etwas Konzentration mitbringen, um die ganzen Wendungen und Geschehnisse nachvollziehen zu können.

  11. Cover des Buches Das Baumlied (ISBN: 9783404200047)
    Alison Croggon

    Das Baumlied

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    "Das Baumlied" ist der Abschluss der vierteiligen Pellinor-Saga, daher werde ich versuchen, Spoiler zu vermeiden und mich nicht zum Inhalt äußern.

    Ich empfand die Reihe als durchweg sehr gut. Die Charaktere waren sympathisch und konnten mich, ebenso wie die Handlung, fesseln und ich genoss meine Zeit in Edil-Amarandh sehr.

    Den Ansatz der Autorin, die Handlung in eine graue Vorzeit der Erde zu versetzen und vorzugeben, dass es archäologische Ausgrabungen und Funde zu den Barden und dem Land etc. gab, finde ich eigentlich völlig unnötig und hat meine Sicht auf die Reihe überhaupt nicht beeinflusst.

    Ich habe die Zeit mit Maerad, Cadvan, Hem, Saliman, Irc und den vielen anderen genossen, bei den Kämpfen und brenzligen Situationen mitgefiebert und auch die ruhigen Momente ausgekostet.

    In diesem letzten Teil hätte es für mich zwischen Maerad und Cadvan ruhig noch etwas romantischer zugehen können, aber ich verstehe auch, dass der Autorin der Kampf gegen den Namenlosen wichtiger war. 

    Trotz der kleinen Mankos werde ich die Charaktere und ihre Erlebnisse vermissen! Ich kann diese Reihe nur empfehlen, wenn ihr Fantasy mögt.

  12. Cover des Buches Spinning Silver (ISBN: B07B8RZVLY)
    Naomi Novik

    Spinning Silver

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Mrs_Nanny_Ogg

    Naomi Novik hat eine Geschichte  über drei sehr starke Frauen geschrieben, die lernen müssen, sich in einer kalten, rauen Welt zu behaupten. Sie hat dafür märchenhafte Elemente genommen und hat daraus eine ganz besondere neue Geschichte gesponnen. 

    Der Titel lässt es schon vermuten: Hier wird auf das Rumpelstilzchen-Motiv angespielt. Tatsächlich ist Miryem, die Tochter eines jüdischen Geldverleihers in einem fiktiven osteuropäischen Land, so geschickt beim Handeln, dass sie aus Silberstücken Gold machen kann. Das kommt dem Starykprinzen zu Ohren, dem Winterkönig, der mit seinem Frost das Land im eisigen Griff hat. Die Bevölkerung hungert, da die Pflanzen erfrieren. Er entführt Miryem, damit sie ihm sein Silber zu Gold verwandeln kann. 

    Eine weitere starke Gestalt ist Irina, die Tochter eines Herzogs, die Spielball wird im Kampf um die Hand des  Zaren. Geblendet vom Schmuck aus dem Staryksilber, hält der Zar um ihre Hand an. Niemand weiß, dass er von Chernobog, einem Feuerdämon, besessen ist, der ihn mit magischen Kräfte verleiht, dafür aber Irinas Seele haben möchte. Doch Irina weiß mit Geschick sich zu wehren.

    Und dann ist da noch Wanda, die älteste Tochter eines gewaltttätigen und trinksüchtigen Bauern, der sich von Miryems Vater Geld geliehen hat, nur um es zu vertrinken, anstatt seiner sterbenden Frau im Wochenbett zu helfen. Miryem bietet Wanda an, die Schuld in ihrem Haus abzuarbeiten. Bei der Gelegenheit lernt Wanda die Kunst des Rechnens und Schreibens.

    Das Schicksal der drei Frauen ist geschickt miteinander verwoben. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wobei auch so mancher kleiner Zeitsprung unternommen wird. Die drei Frauen entwickeln sich von kleinen, schwachen, in ihren gesellschaftlichen Rollen gefangenen Mädchen, zu selbstbewussten und verantwortungsvollen Frauen.

    Die Sprecherin verleiht ihren Charakteren sehr persönlich gefärbte Stimmen, häufig mit osteuropäischem Akzent, was der Geschichte einen besonderen Charme verleiht. Mich hat dieser Roman zunächst richtig frösteln lassen. Die ganze Atmosphäre war kalt und eisig und gleichzeitig war ich fasziniert von der Geschichte und konnte gar nicht aufhören, sie anzuhören. Spinning Silver ist eines meiner Highlights 2022!

  13. Cover des Buches Die Spionin des Winterkönigs (ISBN: 9783746089348)
    Tereza Vanek

    Die Spionin des Winterkönigs

     (16)
    Aktuelle Rezension von: miriamB
    Tereza Vanek entführt uns in das beginnende 17. Jh. Die junge Fronicka von Odenwald ist Hofdame am Hof des jungen  Kurfürsten von der Pfalz, Friedrich V. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit und das Mädchen ist auch ein wenig verliebt in den Kurfürsten. Seine Heirat mit der englischen Prinzessin Elizabeth ist bitter für sie, aber sie bleibt Hofdame und wird somit Zeugin der wichtigen Ereignisse jener Zeit, die den Beginn des Dreißigjährigen Krieges darstellen.

    Der Roman zeichnet sich  durch genau recherchierte historische Fakten aus, egal ob sie nun den Krieg betreffen und die verschiedenen politischen Intentionen, die aufeinander trafen oder den Alltag der Protagonisten. Besonders gut haben mir die detaillierten  Beschreibungen des opulenten Lebens am Hof und die psychologisch eingehende Charakterisierung von Friedrich und Elizabeth gefallen. Aber zumindest ebenso eindrücklich wurde das Leben der einfachen Menschen geschildert, die Sorgen und Nöte, mit denen sie zu kämpfen hatten.

    Die Autorin versteht es ausgezeichnet, historische Fakten mit persönlichen Schicksalen zu verbinden und Geschichte damit interessant und fassbar zu machen. Denn vor dem historischen Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges wird die fiktive Geschichte einer mutigen und tatkräftigen jungen Frau erzählt, die Schwierigkeiten meistern und viel riskieren muss, um ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen führen zu können.

    Dieser Roman ist also eine gelungen Mischung aus unterhaltsamen Geschichtsunterricht und spannender Liebesgeschichte!

  14. Cover des Buches Die Liebe des Gauklers (ISBN: 9783732562770)
    Thomas Ziebula

    Die Liebe des Gauklers

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Gelinde

    Der Gaukler, von Thomas Ziebula


    Cover:

    Ich habe noch das alte HC mit der Gauklermaske. 


    Inhalt:

    Es beginnt 1622. Susanna und Hannes sind schon seit Kindertagen ineinander verliebt.

    Doch ihre Familien und der Krieg mit seinen Grausamkeiten treibt sie weit auseinander.

    Eine unglaublich elende Zeit beginnt, in der Susanna von dem Gaukler David mehr als einmal gerettet wird.

    Doch ihre Liebe gehört nun einmal Hannes.


    Meine Meinung:

    Ein sehr opulent erzählter historischer Roman der mit sehr viel Hintergrundwissen, historischen Daten, Namen und Kriegsschauplätzen aufwartet und mir oft zu viel Kriegsgeschrei beinhaltet. Und im Grunde genommen hat es sich ja immer wieder im Kreis gedreht. Keiner hat mehr irgendwie für sein Überzeugung gekämpft, es ging nur noch darum, wer bezahlt und wo kann ich am ehesten überleben.

    Klar geht es hier um den großen Krieg im 17. Jahrhundert, aber für mich wäre ein bisschen weniger hier MEHR gewesen.


    Die zweite große Erzähllinie ist das das Leben von Susanna, hier geht es wie in einer wilden Achterbahn unglaublich oft auf und ab.

    Dabei wird dann das Leben der fahrenden Schauspieler zu damaligen Zeit sehr genau und ins Detail gehend beschrieben.


    Autor:

    Thomas Ziebula stammt aus einem sorbischen Dorf an der Oder. Seine Jugend verbringt er in Karlsruhe, wo er zur Zeit wieder lebt


    Mein Fazit:

    Für mich zu viel und zu ausführliche Kriegsbeschreibungen, die sich im Grund immer wieder im Kreis gedreht haben. 

    Deshalb von mir  3 Sterne .



  15. Cover des Buches Mondfrau (ISBN: 9783931989514)
    Claudia Liath

    Mondfrau

     (17)
    Aktuelle Rezension von: xxLITTERAxx

    Ein Märchen für Erwachsene
    Für Freunde von poetischer Sprache und Naturliebhaber.
    Gesellschaftskritik inklusive                                                                  Allerdings meiner Meinung auch Männer diskriminierend. Gewollt provozierend?

    https://www.youtube.com/watch?v=KLdJVH_MruM

  16. Cover des Buches Kaiser, Kriege und Kokotten (ISBN: 9783499626043)
    Christoph Schulte-Richtering

    Kaiser, Kriege und Kokotten

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Lara_Hoeffner
    Dieses Buch ist großartig. Und ein seltener Glücksfall: Es ist witzig und klug zugleich. Mal möchte man sich kringeln vor Lachen, und im nächsten Satz schon ist man platt, dass man wieder auf überraschende Weise etwas gelernt hat, was man vorher nicht wusste - und zwar auf so unnachahmliche Art, dass man sich fragt: Warum schreiben nicht alle Autoren so? "Schnick, Schnack, Schnuck" ist zwar ein Geschichtsbuch - von Nero bis zur Finanzkrise lernen wir in 44 amüsanten und kurzen Kapiteln, wo der Nibelungenschatz vergraben liegt, warum Tatajana Gsell um ein Haar Königion von Spanien geworden wäre und warum Heidi Klum ihre Karriere Immanuel Kant zu verdanken hat Aber dabei tritt Christoph Schulte-Richtering überhaupt nicht wie ein wandelndes Lexikon auf, obschon ihm von der Völkerwanderung bis zur Wiedervereinigung, von den Kreuzzügen bis zu 9/11, vom Preußenkönig Friedrich bis zu Hitlers Autobahnen wirklich nichts unbekannt zu sein scheint. Das liegt einzig an seiner Darstellungsweise von Geschichte – die einfach unerhört ist. Frech, ohne falschen Respekt, gegen jeden einschläfernden Strich gebürstet. Alles Lehrerhafte, jede Faktenhuberei gehen ihm ab. Aber überraschende Zusammenhänge herzustellen, das macht ihm großen Spaß, und das spürt der Leser genussvoll auf jeder Seite. Liest man etwa die sechs Seiten über die Finanzkrise, hat man nicht nur das Prinzip der Leerverkäufe ein für allemal begriffen, sondern elegant gleich mitgelernt, warum das 17. Jahrhundert das große Zeitalter des niederländischen Blumenstilllebens werden konnte und was das mit der provozierenden Kunst eines Damien Hirst zu tun hat. Den gegenwärtigen Burgfrieden zwischen Banken und Regierungen beurteilt Schulte-Richtering allerdings skeptisch: «die Sache fühlt sich ein bisschen so an, als ob man den Hund den Wurstvorrat bewachen lässt». Der Autor ist ein Meister des ersten Satzes. „Am Morgen des 26. April 1336 klingelt der Wecker, und das Mittelalter ist vorbei.“ So beginnt das Kapitel über die Renaissance. Oder der Barock: "'Barocke Rubensfrau sucht Mann fürs Leben', wenn Sie so eine Kontaktanzeige lesen: Finger weg!“ Sehr schön auch folgender Auftakt: „Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagalaweia! Wallala weiala weia!“ Okay, vor Wagners „Nibelungen“ kapituliert sogar ein Schulte-Richtering, um dann Richard Wagners Leben als Künstler und Mann freilich doch noch zu erhellen. Spielerisch stellt dieses Buch unser Wissen vom Kopf auf die Füße. Dabei orientiert sich der Autor durchaus an filmischem Erzählen, hier merkt man den Stall, aus dem er kommt. Seit Jahren arbeitet er als Gedankenlieferant und Texter für viele Fernsehgrößen, von Gottschalk bis Plasberg, von Harald Schmidt bis Stefan Raab. Gekonnt strafft er, spitzt zu, reduziert ein paar Jahrhunderte auf drei Sätze und bringt sie damit auf den Punkt. Einzelheiten leuchtet er sorgfältig aus, stellt Querverweise her – und unterbricht das Programm rechtzeitig. „Ende Teil 1. Pause, Popcorn, Pipi.“ Großes Kino, diese kleine Weltgeschichte!
  17. Cover des Buches Tyll (ISBN: 9783839894064)
    Daniel Kehlmann

    Tyll

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Shannon

    Wer sich eine Biographie oder eine allumfassende Lebenserzählung von Tyll Eulenspiegel erwartet, der sei gewarnt – denn die ist hier nicht zu finden. Stattdessen nimmt uns Kehlmann mit durchs marode Mitteleuropa des Dreißigjährigen Krieges. Pestdurchseuchtes, kriegsversehrtes Land, Hexenverfolgung, Standesdünkel und politisches Kalkül, auch das reine Überleben – das sind hier die Themen.

    Tyll wächst als schwächlicher Sohn eines Müllers auf. Die Mutter, von der Wissbegierde und halbwissenden Andersartigkeit des Ehemannes zunächst angezogen, hat alle anderen Kinder verloren. Der Gatte widert sie mittlerweile an. Zu nichts kann man ihn gebrauchen, beobachtet er nächtens doch lieber die Sterne als tagsüber zu arbeiten. Doch es kommt schneller anders als man denkt und Klaus, der Müller, wird als Hexer hingerichtet. Zu den Kollateralschäden gehört Tyll, der von nun an durchs gebeutelte Land zieht und als Gaukler seinen Unterhalt verdient. Dies tut er jedoch nicht allein, kommt doch Nele – die Bäckerstochter aus seiner Heimatgemeinde – mit ihm. Nun haben sie einander und begegnen ebenso gefährlichen wie skurrilen Gestalten.

    Wir treffen auf Liz, die Frau des Winterkönigs. Sie nahm die große Liebe fürs Theatralische von ihrer Heimatinsel mit; der Kontinent indes, kann sie kaum begeistern. Ihr Gatte Friedrich löst durch den Griff auf die Krone Böhmens einen der schlimmsten Kriege der Geschichte aus. Nun leben die beiden im holländischen Exil und kämpfen um die Rückerstattung der erbrechtlich ihnen zustehenden Gebiete. Ein König ohne Hof und ein heimatloser Narr werden einander so Spiegel und letztlich auch Stütze.

    Athanasius Kircher, der berühmte Gelehrte im Dienste des Vatikans kreuzt Tylls Weg mehrfach. Sogar Gustav Adolf wird uns auf dieser Reise begegnen. Gaukler, Henker, Sänger, Tänzer, Grafen und Mineure haben ihren Auftritt in diesem Reigen, der mit einem wunderbaren Spannungsbogen ansetzt und sich am Ende in einem verständnissinnigen Kreis schließt.

    Sprachlich und geschichtlich lernt man viel von „Tyll“. Der Humor Kehlmanns bricht wie gewohnt durch. Das genieße ich immer sehr, da ich ihm seit der Erstlektüre von „Die Vermessung der Welt“ komplett verfallen bin (dem Humor – nicht dem Schriftsteller). Gepackt hat es mich auch bei grausigen Szenen – wenn es um Krieg geht, sind die nie weit. Es war ein wahres Eintauchen in Schrecken, Armut, Hunger und Krieg, wie es in jenen Zeiten wohl an der Tagesordnung stand. Die Lektüre dieses Buches war ein echter Gewinn. Es ist durchdacht und gekonnt umgesetzt. Am allermeisten freut mich aber der Umstand, dass Tyll genauso ungreifbar bleibt, wie ich ihn haben will. Er ist Narr, Schelm aber auch Schurke. Er rührt und im nächsten Moment ist er garstig und gemein und man würde ihn am liebsten auf den Mond schießen.

    Das von mir gehörte Audiobook wurde von Ulrich Noethen gelesen. Anfangs war mir die Stimme nicht sehr sympathisch, was aber nicht störend war. Er liest es professionell und gut. Erst gegen Ende hin kamen einige Dialekte nicht so ganz rüber. Die Variationen in der Lautstärke und den einzelnen Stimmen der Personen, die schauspielerischen Elemente und die Pointen wurden tadellos abgeliefert.

  18. Cover des Buches Der Winterkönig (ISBN: 9783644408012)
    Bernard Cornwell

    Der Winterkönig

     (267)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen kurzen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen - gerade am Beginn erschweren die vielen Namen und Ortsangaben mit ihren historischem Idiom den Lesefluss  doch erheblich. Nach einer gewissen Zeit kommt man aber damit klar und kann sich auf die wichtigen Figuren und Orte konzentrieren.

    Nach und nach tauchen auch die bekannten Namen aus der Artus-Saga auf, allerdings nicht immer so wie man sie kennt. Der Autor hat die Saga auf ganz eigene Art und Weise interpretiert. Sehr gelungen finde ich. 

    Sehr gut gefallen har mir auch, dass der Autor seine Geschichte sozusagen als "Geschichte in der Geschichte" verpackt hat. Ein sehr gelungener Schachzug, bietet er doch zusätzliche Abwechslung. 

    Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden waren, hat das Buch einen förmlich gepackt. Es ging sehr spannend und zeitgemäß auch sehr brutal zu. Eine Menge Schlachtgetümmel wurden brillant zu Papier gebracht und nahm dem Leser zeitweilig glatt den Atem. 

    Eintoller Roman der viel Appetit auf den Folgeband erzeugt.

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