Bücher mit dem Tag "warschauer ghetto"

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34 Bücher

  1. Cover des Buches 28 Tage lang (ISBN: 9783499266638)
    David Safier

    28 Tage lang

     (552)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1942 lebt die 16-jährige Jüdin Mira im Warschauer Ghetto und schmuggelt Lebensmittel, um sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Hannah zu ernähren. Ihr Vater hat sich vor der Deportation das Leben genommen, ihr Bruder Simon arbeitet bei der Judenpolizei. Beide empfindet sie als Verräter. 

    Als sich die Lage im Warschauer Ghetto zuspitzt und die Deutschen beginnen, die jüdische Bevölkerung weiter in den Osten "umzusiedeln", schließt sich Mira, die vor lauter Hoffnungslosigkeit empfindet, nichts mehr zu verlieren zu haben, der jüdischen Widerstandsorganisation ŻOB an. 

    "28 Tage lang" wird aus der Perspektive der 16-jährigen Mira geschildert, die einerseits mutig, aber andererseits auch kopflos und naiv agiert. Schon während ihrer Schmuggeltätigkeit bringt sie sich laufend in Gefahr, hat jedoch immer wieder aufs Neue Glück, nicht von der SS erwischt zu werden. Auch ihre Träume von Liebe und Tanzen und einer Sehnsucht nach New York wirken kindlich. Das Buch würde ich deshalb eher als Jugendbuch einordnen, als einen Roman. 

    Aufgrund der eindringlichen Thematik und der wirklich erschütternden Schilderungen über Hunger, Leid, Angst und Gewalt ist es jedoch auch für Erwachsene ein relevantes Buch über den Holocaust und #GegendasVergessen. 

    Mir war der Roman zu wenig bildhaft geschrieben, das jüdische Ghetto wurde für mich nicht lebendig und vorstellbar, auch die Charaktere wirkten blutleer. Die Geschichte verliert sich häufig in der Gedankenwelt von Mira. Auch wenn man das als Flucht vor der schrecklichen Realität nachvollziehen kann, hatte die Geschichte damit, gerade bis zum Anschluss Miras an den Widerstand, immer wieder ihre Längen. 

    Phasenweise vermittelte der Roman zudem eine sehr einseitige Botschaft hinsichtlich der Frage von Anstand und Moral. Man erhielt die Vorstellung, dass nur der unbedingte Kampf gegen die herrschenden Zustände und die Gefährdung des eigenen Lebens als integer galt. 

    Dagegen fehlte mir ein Gefühl für die Atmosphäre im Warschauer Ghetto, da die Schilderungen des Alltags arg an der Oberfläche blieben. Die junge Mira, die mehr Glück als Verstand hat, konnte mich als Heldin nur bedingt überzeugen, taugt jedoch als Identifikationsfigur für jugendliche Leser*innen.  

  2. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783596180943)
    Art Spiegelman

    Maus

     (214)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Definitiv Hochkultur!!! Dieses Buch braucht sich hinter keinem Klassiker zu verstecken. Wer "Comics" für kinderkram hält, wird hier eines besseren belehrt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir die Schicksale der Juden im zweiten Weltkrieg und ihre Nachwirkungen bis ins Jetzt, besser und eindringlicher vor Augen geführt hat.

  3. Cover des Buches Die Frau des Zoodirektors (ISBN: 9783453270824)
    Diane Ackerman

    Die Frau des Zoodirektors

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Diane Ackerman hat unter anderem auf Grundlage der Tagebücher von Antonina Zabinski ein Buch erschaffen, das mich beeindruckt hat.

    Es beleuchtet die Einzelschicksale während des Zweiten Weltkriegs in Warschau, insbesondere im dortigen Zoo. Zunächst geht es um die Zootiere und um das Leben des Zoodirektors und dessen Familie. Schließlich spitzt sich die Situation zu, als die Nazis in Warschau einmarschieren und den Zoo zunächst für ihre Zwecke nutzen. Sie züchten ausgestorbene Tierarten zurück. Als sie später keine Verwendung mehr für den Zoo haben, nutzen Jan und Antonina dies, um Juden in den leeren Gehegen zu verstecken. Somit retten sie über 300 Juden das Leben. 

    Ich hatte mir zuvor wenig Gedanken gemacht, was ein Krieg für Tiere bedeutet. Dies wird in diesem Buch ebenso aufgezeigt wie die Schicksale der Menschen, die von Jan und Antonina gerettet werden sowie das Leben von Jan und Antonina selbst.

    Am Ende des Buches finden sich die Quellenangaben sowie ein Bildteil, der die Geschichte noch einmal veranschaulicht hat.

    Mich hat der Mut von Antonina und deren Mann beeindruckt, wie sie der Gefahr zum Trotz eine Art Untergrundorganisation erschaffen und damit Hunderten Menschen das Leben gerettet haben.
  4. Cover des Buches Jakobs Mantel (ISBN: 9783426304426)
    Eva Weaver

    Jakobs Mantel

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Sahnchen

    Das ist eins meiner Lieblingsbücher. Super geschrieben. Kann ich nur empfehlen. 

  5. Cover des Buches Lena Halberg -  New York '01 (ISBN: 9783868411287)
    Ernest Nyborg

    Lena Halberg - New York '01

     (25)
    Aktuelle Rezension von: AngelaK

    Nach „Paris '97“ ist „New York '01“ der zweite Band der Lena-Halberg-Triologie. Es folgt noch im Rahmen der Triologie „London '05“. Das vierte Buch um Lena Halberg ist „Der Cellist“, das ich zuerst gelesen hatte. 

    11.09.2001, die Zwillingstürme des World Trade Centers stürzen nach einem Terroranschlag brennend zusammen. Ein Nebengebäude wird noch rechtzeitig evakuiert. Was hat das mit den Recherchen von Lena Halberg zu tun? Sie ist einem amerikanischen Rüstungsproduzent auf den Fersen, der bekannt ist für seine skrupellosen Geschäfte und nun den Wohltäter für afrikanische Kindersoldaten gibt. Lena nimmt ihm das nicht ab und wittert unlautere Geschäfte hinter seiner Wohltätigkeit. Entgegen allen Warnungen dringt sie immer weiter in die Geschichte ein. Je näher sie der Lösung kommt, desto größer wird die Gefahr für ihr Leben. 

    Wieder hat Ernest Nyborg reale Geschehnisse gekonnt in seine Fiktion eingebaut. Mit sehr viel Spannung erzählt er eine Geschichte um den machtgewohnten Rüstungsproduzenten Bronsteen. 

    Die Handlung hat mir wie im ersten Teil der Triologie sehr gut gefallen. Lena ist eine toughe Journalistin, die sich nicht so leicht abschrecken läßt. Wenn sie erst mal an einer Geschichte dran ist, gibt sie nicht so schnell auf. Jetzt freue ich mich schon auf „London '05“, den letzten Band der Triologie.


  6. Cover des Buches Aron und der König der Kinder (ISBN: 9783406689598)
    Jim Shepard

    Aron und der König der Kinder

     (19)
    Aktuelle Rezension von: czytelniczka73

    "Angenommen diejenigen von uns,die hier waren,begegnen sich später wieder"sagte er schließlich zu ihr "wie können wir dann einander in die Augen sehen,ohne zu fragen:Wie kommt es,dass ausgerechnet du überlebt hast?" (Seite 226)


    Inhalt:

    "Aron, ein kleiner polnisch-jüdischer Junge, ist in seiner nicht gerade kleinen, armen Familie so etwas wie eine Katastrophe auf zwei Beinen. Nichts will ihm so recht glücken und alles macht er kaputt. Doch halb Tom Sawyer, halb Simplicius – er ist ein guter Kerl. Aron hat leider keine Zeit, ein vernünftiger Erwachsener zu werden. Denn seine Familie zieht nach Warschau, die Deutschen überfallen Polen und die Juden werden ins Ghetto gepfercht. Er freundet sich mit einer Gruppe Jugendlicher an, die für sich und ihre Familien ums Überleben kämpfen, arbeiten, schmuggeln und stehlen und sich immer fragen müssen, wieviel Freundschaft und Liebe sie sich noch leisten können. Verrat und Tod lauern jederzeit. Als der König der Kinder, der berühmte Arzt und Pädagoge Janusz Korczak, Aron in sein Waisenhaus aufnimmt, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, die den Jungen verändert und beide über sich hinauswachsen lässt."


    Meinung:

    "Als ein paar Kinder ihrem Unmut Luft machten,erklärte er,dass er uns dies sage,weil er sein Leben lang Achtung für das Kind gefordet habe und es jetzt an der Zeit sei,seine Predigten in die Praxis umzusetzen" (Seite 254)

    Janusz Korczak war ohne Zweifeln ein Mann,der das,was er "gepredigt"  auch gelebt hat.Sein ganzes Leben hat er den Kindern gewidmet,vorallem denen,die am meisten Hilfe und Unterstüzung gebraucht haben,den Weisen.Daher ist es sehr passend (und fast schon genial) eine Geschichte in der Korczak wichtige Role spielt aus Kindersicht zu erzählen.Auch wenn der Erzähler Aron noch zu klein ist um richtig zu begreifen was um ihn herum passiert,ist sein Bericht aus  dem Warschauer Ghetto genauso erschüternd und bewegend wie alle andere,die ich gelesen habe.Und auch wenn schon unzählige Bücher zu dem Thema gibt,jedes davon finde ich wichtig,weil wir einfach nie vergessen durfen was damals passiert ist.Jedes mal,wenn ich etwas zu Nationalsozialismus lese bin ich aufs neue  schockiert und kann einfach nich begreifen,dass Menschen zu solchen Untaten fähig waren (oder immer noch sind).Um so wichtiger ist es auch an die Menschen zu erinnern,die trotz der Umstände die Menschlichkeit bewahrt haben.Das Bild von Korczak fand ich sehr berühren und authentisch.Er ist kein Superheld,auch er verliert langsam die Hoffnung und fühlt sich machtlos,aber er macht weiter ( auch wenn es nur betteln für die Kinder ist),weil aufgeben einfach keine Option ist.

    Ja,ich finde solche Zeitgeschichten sehr wichtig und lesenswert.Diese hier ist auch ziemlich gut gelungen mit einem ungewöhnlichen Erzähler und einem wahren Helden.Das einzige Kritikpunkt-der Schreibstil.Anfangs hat mich sehr gestört wie holprig und sprunghaft die Geschichte erzählt wird (was vielleicht auch daran liegt,dass ein Kind der Erzähler ist?)Man kann sich aber dran gewöhnen und je interessanter die Geschichte wurde,desto weniger hat es mich gestört.Zum Schluß war mir der Schreibstil und Sprache auch egal,mit Tränen in den Augen achte ich nicht mehr auf Details.


    Fazit:

    Sehr lesenswert!

  7. Cover des Buches Wann wird diese Hölle enden? (ISBN: 9783280057131)
    Mary Berg

    Wann wird diese Hölle enden?

     (54)
    Aktuelle Rezension von: aminimiii

    Die fünfzehnjährige Mary berichtet in ihrem Tagebuch über ihr Leben im Warschauer Ghetto. Sie wird schließlich, da ihre Mutter amerikanische Staatsbürgerin ist, interniert und kann ausreisen.

    Die Tagebuchform erinnerte mich direkt an das Tagebuch der Anne Frank. Ich wundere mich, dass dieses Buch erst 2019 auf deutsch verlegt wurde. Warum?

    Das Buch ist inhaltlich brandinteressant, es ist ein grosses Glück, das diese Informationen aus erster Hand nicht verloren gegangen sind. Ich finde sowohl die Alltagsbeschreibungen wervoll, als auch die Schilderungen der Grausamkeiten der Deutschen. Das Buch bringt den Leser ganz nah heran an das Leben im Warschauer Ghetto, und auch wenn von Anfang an bekannt ist, dass Mary überlebt, so wird doch die Ungewissheit jedes Tages deutlich, weil es ein Tagebuch ist.

    Am Schreibstil gäbe es sowieso nichts zu meckern, da die Brisanz des Inhalts die Wichtigkeit dessen meiner Meinung nach übertrifft. Aber ich finde, es ist gut und flüssig geschrieben, sehr leicht zu lesen.

  8. Cover des Buches Das Medaillon (ISBN: 9783775161541)
    Cathy Gohlke

    Das Medaillon

     (13)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir

    Buchinhalt: 

    Polen 1939: Im Warschauer Ghetto bringt die junge jüdische Mutter Rosa eine kleine Tochter zur Welt. Im Grauen des Holocaust bleibt den Eltern keine andere Wahl: sie geben das Baby Fluchthelfern, um ihm so das Leben zu retten. Einziges Erkennungszeichen, um die Familie irgendwann wieder zu vereinen, ist ein goldenes Medaillon, dessen Hälften Mutter und Kind um den Hals tragen. Durch die Umstände von Flucht und Überleben kommt das Baby schließlich zu Sophia, die starke Gefühle für das jüdische Kind entwickelt – erst recht, als der leibliche Vater nach dem Krieg nach seinem Kind sucht....


    Persönlicher Eindruck: 

    Vorab: der Roman enthält sehr explizite Passagen des Grauens, das der Holocaust über die Juden brachte. Das sollte man vor dem Kauf wissen. Es ist ein sehr authentischer und auch schonungsloser Roman, der den Leser mitnimmt in ein dunkles Kapitel deutscher – und auch polnischer Geschichte. 

    Zunächst beginnt das Buch mit zwei separaten Handlungssträngen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben. Zum einen erzählt der Roman von Itzhak und Rosa, einem jüdischen Ehepaar, das hinter den Mauern des Warschauer Ghettos lebt und trotz Furcht um das eigene Lesen ein kleines Kind zur Welt bringt. Zum anderen die Geschichte von Sophia, die mit ihrer Freundin Terri heimlich Essen und Medikamente in das jüdische Ghetto schmuggelt und sich im Widerstand engagiert. 

    Beide Handlungsstränge vereinen sich, als Sophia von einer Fluchthelferin das jüdische Baby in den Arm gedrückt bekommt. Das setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die schließlich bis weit nach Kriegsende nachhallen. 

    Ich sage ganz offen: ein ähnlich schonungsloses, authentisches und mitreißendes Buch zum Thema Warschauer Ghetto und Holocaust wird es wohl kein zweites Mal geben. Die Geschichte hallt sehr lange nach und nimmt den Leser an vielen Stellen emotional mit bis an seine Grenzen. Dabei ist man als Leser ständig angehalten, zu reflektieren, wie man selbst wohl in einer solchen Situation entschieden hätte. 

    Der christliche Aspekt ist dabei angenehm dezent und dennoch tragend in den historischen Kontext eingeflochten und beleuchtet Themen wie Nächstenliebe, Mitgefühl, Gottvertrauen und Hoffnung in einer Welt voll Hoffnungslosigkeit, Leid und Angst. Die Entscheidung, wie weit jeder Einzelne bereit ist, für die Angehörigen oder aber auch vollkommen Fremde zu gehen und das eigene Schicksal hinten anzustellen, zieht sich durch den Roman wie ein roter Faden. 

    Ohne zu viel verraten zu wollen endet die Geschichte versöhnlich und gut, auch wenn die Brisanz und die Schrecken des Naziterrors für die jüdische Bevölkerung mich davon abhalten, von einem Happy End im klassischen Sinne zu sprechen. Der Schluss ist rund, aber dennoch so weit offen, um weiterführenden Gedanken Raum und dem Leser Stoff zum Nachdenken zu geben. 

    Für mich ein wahres, wenn auch erschreckend-bedrückendes Lesehighlight, das im Kern auf mehreren wahren Begebenheiten fußt und das man unbedingt gelesen haben muss!

  9. Cover des Buches Hinter weißen Zäunen (ISBN: 9783865916259)
    Susan Meissner

    Hinter weißen Zäunen

     (10)
    Aktuelle Rezension von: BuchBarbie
    ... die glauben, nur weil sie ihre Probleme verdrängen, haben sie keine.

    Amanda Janvier hat alles, was man für ein glückliches Leben braucht: einen netten Ehemann, wohlgeratene Kinder, einen guten Job und ein schickes Haus. Das öffnet sie auch gerne für ihre Nichte Tally, während der Vater – Amandas verantwortungsloser Bruder – in Europa zwielichtige Geschäfte tätigt, über die Amanda lieber nicht genau Bescheid wissen will. Doch während sie Tally etwas Nestwärme spenden will, gerät ihre heile Welt mehr und mehr aus dem Lot.
    Eine Geschichte, die berührt und Hoffnung weckt. Susann Meissner hält dem Leser vor Augen, was passieren kann, wenn man mit seinen Liebsten nicht über die eigenen Ängste und Wünsche spricht. Wenn wir unsere Fehler und Schwächen akzeptieren, statt sie zu vertuschen, können wir auch an ihnen arbeiten. Das ist der Mut machende Aspekt, den die Autorin in das Familiengeschehen hineinwebt, in dem auch Sohn Chase und Nichte Tally ihre Probleme zu lösen versuchen.
    Auch wenn die Story etwas amerikanisch-verkitscht ist, hat sie mich gepackt. Es gibt im Leben eben auch Zeiten, zu denen man Zuckerguss-Geschichten braucht. Und wer die Autorin kennt, weiß, dass alles gut wird.
    Susan Meissner schreibt leicht lesbar und locker und behandelt dennoch tiefgreifende Beziehungs- und Lebensprobleme, die zum Teil mehrere Generationen zurück liegen und bis in die Zeit des Warschauer Ghettos reichen. Aufheller für graue Regentage.
  10. Cover des Buches Flügel aus Papier (ISBN: 9783733501273)
    Marcin Szczygielski

    Flügel aus Papier

     (36)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ
    Diese berührende Geschichte erzählt von bzw. wird vom Protagonisten Rafal erzählt, der mit seinem Großvater im Warschauer Ghetto des Jahres 1942 lebt. In Not und Elend hausen die beiden in einer kargen Wohnung, müssen dann aber aus dieser flüchten und der Großvater schafft es, es seinem Enkel zu ermöglichen, aus dem Ghetto geschmuggelt zu werden. Zwei Kinder lernt Rafal kennen. Sie tauchen gemeinsam unter und planen die Flucht .....

    Der Schluss ist ein genialer, hätte man besser nicht wählen können. Ich möchte mich dazu nicht äußern, um die Spannung nicht zu nehmen. Lest selbst, Marcin Szczygielski hat ein wahres Meisterwerk geschaffen.

    Mich hat das Buch sehr berührt. Dass es aus Sicht des Jungen zu lesen ist, fand ich sehr gut gelungen. So kann man sich perfekt in die Handllung und die Gefühlswelt Rafals hinein versetzen. Das, was ihm passiert, was sein Leben mit dem Großvater im Ghetto ausmachte, das bisschen Normalität, was man sich erhielt, dass sein Großvater musizierte, um die beiden am Leben zu erhalten, dann sein Instrument verkaufte, um dem Enkel die Flucht zu ermöglich, all das hat mich emotional gefangen genommen. Authentisch lebendig geschrieben, war es während des Lesens, als wäre ich dabei gewesen.

    Gelungener Roman !!!
  11. Cover des Buches Ein Stück Himmel (ISBN: 9783423626422)
    Janina David

    Ein Stück Himmel

     (48)
    Aktuelle Rezension von: HannaSkya
    Die drei Bücher von Janina David erzählen das Leben der Autorin in den Kriegsjahren und den Jahren danach. Man begleitet Janina durch ihre letzten Jahre der Kindheit und ihren Jugendjahren.

    Selten habe ich ein Buch aus dem 2. WK gelesen, das mich mit solch einer Wucht gefesselt und gerührt hat. Mit einer wundervoll poetischen Sprache begleitet der Leser das jüdische Mädchen  Janie David und erfährt dabei alles aus ihrer Sicht. So wird man tief in ihre Gedanken und Gefühle hineingesogen und kann gar nicht anders, als mit ihr mitzufühlen und mitzufiebern. 
    Man bekommt ein gutes Bild des Lebens der Juden zu der Zeit in Polen, wie sie behandelt wurden und wie der Antisemitismus stärker und ausgeprägter wurde, und wie es die Gefühle und Gedanken von Janina beeinflusst hat.

    Die Tatsache, dass es eine autobiographische Erzählung ist, gibt dem Buch einen unglaublich hohen Wert.


  12. Cover des Buches Jakob der Lügner (ISBN: 9783518468098)
    Jurek Becker

    Jakob der Lügner

     (301)
    Aktuelle Rezension von: valyien

    Inhalt:

    Die Rote Armee ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt, das hat Jakob Heym zufällig erfahren. Und er erzählt es den anderen, die mit ihm eingeschlossen sind im Ghetto einer polnischen Stadt und schon fast alle Hoffnung verloren haben. Und damit die anderen ihm auch glauben, behauptet Jakob, er habe ein Radio. Nun kommen alle zu ihm, um nach Neuigkeiten zu fragen, die Mut machen, weiter auszuhalten in einer Welt, in der die Deutschen die Vernichtung der Juden betreiben. So wird aus ihm Jakob der Lügner; er lügt, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben und damit die Kraft zu widerstehen.

    Meinung:

    Am Anfang ist das Buch ein bisschen verwirrend. Der Einstieg passt einfach irgendwie nicht zum Rest des Buches und ich hatte Mühe den Ich-Erzähler zu entziffern, sofern ich erst gegen Mitte gemerkt habe, dass es einen Ich-Erzähler gibt und es kein Auktorialer-Erzähler ist. Es gibt keine grosse Spannung, jedoch wird es gegen Ende richtig gut. Das Thema ob lügen okay ist und ob es gutes und schlechtes lügen gibt ist unglaublich interessant – Es bringt einem ein wenig ins grübeln. 

  13. Cover des Buches Fluch der Träume (ISBN: 9783748530206)
    Stephan Fölske

    Fluch der Träume

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61

    Klappentext:

    Michael erliegt immer wieder realistischen Träumen und erlebt diese zudem auch aus den Perspektiven der Protagonisten.

     Sein Freund Flocke versucht ihm zur Seite zu stehen und gerät zwischen die Fronten, die keiner erahnt zu haben scheint. Eine Mischung aus Thriller und Krimi, die aber scheinbar im Warschauer Ghetto beginnt und versucht, die Schicksale, Gräueltaten und Befehlswahnsinn hautnah zu beschreiben.

    Fazit:

    Als Michael immer häufiger seine seltsam realistischen Albträume erlebt und dadurch auch noch einen Unfall erleidet, zieht er seinen Freund Flocke ins Vertrauen. Nun steht Michael nicht mehr alleine da, weil er nun einen Freund an seiner Seite hat, der ihm die Träume glaubt und der ihn unterstützen will. Als Flocke dann auch noch von den Träumen heimgesucht wird, tragen sie ihre Träume zusammen und begeben sich auf Spurensuche, um herauszufinden, was hinter den Träumen steckt und wer diese Menschen, die sie erleben, sind. Die Träume zeigen ihnen die grausame Realität aus dem Vernichtungslager Auschwitz und Michael und Flocke können nicht ahnen, in welcher Gefahr sie schweben. Mehr möchte ich nicht verraten, da ich euch die Spannung erhalten will.

    Die Wechsel zwischen Realität und den Träumen sind fließend und ich musste mich erst einmal daran gewöhnen. dann fand ich sie sehr gut gemacht. Die Handlung war für mich packend und schlüssig, so dass ich auch die weiteren Folgen lesen möchte. Durch den flüssigen Schreibstil konnte ich das Buch sehr schnell lesen und in die Handlung eintauchen. Die Handlung konnte mich schnell in ihren Bann ziehen, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Die Idee für diese Handlung ist ungewöhnlich und regt zum Nachdenken an, da sie ohne den erhobenen Zeigefinger daherkommt, der bei diesem Thema sonst üblich ist. Die Atmosphäre der heutigen Zeit und der Zeit in Auschwitz wurde sehr gut eingefangen und vermittelt.

    Um das Buch allerdings richtig rund zu machen, empfehle ich noch ein Korrektorat, da mich die Fehler doch gestört haben. Teilweise wiederholten sich auch Textpassagen und ich konnte sie im ersten Moment nur schwer zuordnen.

    Von mir eine Leseempfehlung an alle Leser, die sich für die Nazi-Zeit interessieren und auf spannende Art mehr erfahren möchten.

  14. Cover des Buches Kein Ort ist fern genug (ISBN: 9783351038311)
    Santiago Amigorena

    Kein Ort ist fern genug

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Buecherschmaus

    Kein Ort ist fern genug, um dem Grauen der Judenverfolgung während der Nazidiktatur in Europa zu entkommen - das schildert Santiago Amigorena sehr eindrucksvoll in seinem autobiografisch geprägten, gleichnamigen Roman.

    Es ist der Großvater des Autors, der Vorbild war für Vicente Rosenberg, Möbelhändler in Buenos Aires. Als Wincenty in Polen geboren, hat er schon lange keinen Bezug mehr zum Judentum. 1928 verließ er sein Heimatland, um in Argentinien ein neues, freieres Leben zu beginnen. Und auch ein klein wenig, um seiner besitzergreifenden Mutter zu entkommen. Dem Einvernehmen nach ist die jüdische „Mamme“ besonders fürsorglich, wenn nicht gar einengend. So war es für Wincenty auch ein Befreiungsschlag, als er hier in Buenos Aires als Vicente mit der temperamentvollen Rosita eine eigene Familie gründen konnte.

    Doch nun, der Roman beginnt 1940, häufen sich die schlimmen Meldungen aus Europa. Deutschland steht im Krieg mit Polen, in Warschau wird das jüdische Ghetto errichtet und man spricht von Transporten in Arbeitslager, Liquidierungen, Hunger und entsetzlichen Lebensbedingungen. Im Gegensatz zu seinen Freunden Ariel und Sammy hat Vicente seine Mutter und seinen Bruder mit Familie nicht zur Ausreise aus Deutschland überreden können. Nun wirft er sich vor, das nicht energisch genug betrieben zu haben. War er nicht sogar ganz froh über die Distanz?

    Dabei hat er sich und seine Familie nie als jüdisch wahrgenommen. Er fühlte sich als junger Mann als Pole, war in der polnischen Armee aktiv, und nun möchte er Argentinier sein.

    „Mit am schlimmsten am Antisemitismus ist die Tatsache, dass die Juden sich zwangläufig als Juden zu fühlen haben, dass man sie auf eine Identität jenseits ihres Willens festlegt und kurzerhand für sie beschließt, wer sie wirklich sind.“

    Doch je mehr Nachrichten, Zeitungsmeldungen und die immer seltener werdenden Briefe der Mutter vom Ernst der Lage berichten, umso mehr muss Vicente sich positionieren. Wegschauen geht nicht mehr.

    „Wie viele Juden verstand Vicente allmählich, dass ein Antisemit, der sich als solcher definiert, nicht dulden kann, dass ein Semit sich nicht selbst so definiert.“

    1942 begannen in Warschau die Massendeportationen. In essayistischen Passagen lässt Santiago Amigorena die Geschehnisse in Kein Ort ist fern genug einfließen. Vicente kann nicht wissen, dass seine Mutter bereits nach Treblinka verbracht und dort ermordet wurde. Aber er ahnt Schreckliches. Und dieses Schreckliche, zusammen mit den Selbstvorwürfen und den Schuldgefühlen, der Scham, seine Mutter nicht gerettet zu haben, selbst ein so gutes Leben führen zu können, überwältigt den Familienvater. Kurze Hoffnung durch den Ausbruch des Warschauer Aufstands wechselt durch dessen Niederschlagung in absolutes Grauen. Vicente verstummt. Er nimmt nicht mehr am Familienleben teil, hat kaum noch Interesse an seinem Möbelladen. Glücksspiel ist das Einzige, was ihn noch auffängt.

    Santiago Amigorena, 1962 in Argentinien geboren, hat das Schicksal seines Großvaters als Vorbild für Vicente verwendet, er schrieb Kein Ort ist fern genug, „um das Schweigen zu bekämpfen, an dem ich seit meiner Geburt ersticke“. Es war ein weitverbreitetes Phänomen, dass die Überlebenden der Shoah, auch jene, die sie gar nicht unmittelbar miterleben mussten, ihr Leben lang schwiegen, das Grauen niemals loswurden. Amigorena durchdringt das tief, erzählt von den Verwüstungen, die auch in der zweiten und dritten Generation vorhanden waren und sind, der Hilflosigkeit der Angehörigen, dem Verstummen und innerlich Absterben, die ganze Familien auch nach dem Krieg und vielleicht bis heute zerstört haben. Auch Vicente denkt in seinem Selbsthass an Suizid.

    Santiago Amigorena flüchtete 1972 mit seiner Familie vor der Argentinischen Militärdiktatur nach Frankreich, wo er heute als Filmemacher und Autor lebt. Diese doppelte Verfolgungserfahrung hat ihn tief geprägt.

    Kein Ort ist fern genug erzählt von der Shoah aus ungewohnter Perspektive, leise, eindringlich und tief bewegend.

  15. Cover des Buches Asche fällt wie Schnee (ISBN: 9783791519647)
    Jerry Spinelli

    Asche fällt wie Schnee

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Sonntagsschreiber

     

    „Jetzt wo ich eine eigene Armbinde hatte, dachte ich: Ich bin eine Jude. Ein schmutziger Sohn Abrahams. Sie schreien mich an. Ich bin jemand.“ (Seite 112)

    Das Buch „Asche fällt wie Schnee“ spielt während des Nationalsozialismus und wird von diesen stark beeinflusst.

     Mischa weiß Garnichts mehr, weder wie seine Eltern heißen noch ob er Jude ist oder Polnischer Abstammung ist. Er wird bei einen Taschendiebstahl erwischt, aber nicht von der Polizei, sondern von jemand der es auf dasselbe Brot abgesehen hatte wie er. So gelangt er zu einer jüdischen Gruppe die sich mit Taschendiebstahl über Wasser halten. Sie geben ihm nicht nur einen Namen, sondern vielmehr geben sie ihn eine Familie oder zu mindestens eine Unterkunft. Am Anfang, ist Essen für die Jungen im Überfluss vorhanden und überall laufen Personen mit Brottüten durch die Straßen. Es kann sich sogar jeder leisten einen besonderen Essens Wunsch zu haben. So hat Mischa eine Vorliebe für Nougatpralinen mit einen Haselnusskern und Uri sein bester Freund für eingelegte Gurken. Doch es wird zunehmend schwieriger Essen zu stehlen, besonders nachdem die Deutschen einmarschiert sind. Anhand solcher erstmal banal klingenden Sätzen wird die Geschichte dahinter deutlich, der Krieg macht sich erst langsam bemerkbar, bis keiner mehr Brot hat und es entsprechend weniger überhaupt noch zu klauen gibt

     Er lebt von seinen schnellen Beinen und Händen. Sie werden für ihn das wichtigste denn alles was irgendwie ansprechend aussieht, als könne man es gebrauchen oder gut schmecken ist nicht mehr vor ihm sicher. Auch ist das der kleine Körperbau über, die die Anderen nur Spotten, eher ein Vorteil als ein Nachteil. Durch Zufall lernt er Janina kennen, ein jüdisches Mädchen, das mit ihrer Familie unter ganz anderen Umständen lebt als Mischa, denn sie haben keine Möglichkeit an Essen heranzukommen oder zumindest nur schwierig. Als die Deutschen schließlich in Warschau einmarschieren wird es immer schwieriger zu klauen und die Angriffe der hier im Buch genannten „Knobelbecher“ werden immer schlimmer. Mischa bringt nun auch der Familie vom Janina Essen, bis sie ins Ghetto müssen. Mischa und die anderen Jungen müssen am Anfang nicht ins Ghetto, da sie sich nicht als Juden zu erkennen geben. Doch sie werden Entdeckt und so bleibt ihn nichts anderes übrig, als mit den anderen ins Ghetto zu gehen.

    Von nun schmuggelt er Essen ins Ghetto, durch eine kleine Mauernische hindurch gelangt in die Stadt und bringt von dort immer Essen mit. Er Kommt der Familie von Janina näher sodass er ein weiteres Mal Adoptiert wird.

     

    Das Buch ist sehr Einfühlsam aus Sicht des kleinen Jungen geschrieben. Dadurch wird die  naive Sichtweise gut hervorgebracht. Besonders tragisch wird es in den Moment, wenn der Leser mehr weiß als die Hauptperson.

    Mischa besucht an einer Stelle den Siegeszug der „Knobelbecher“, als sie in die Stadt einmarschieren. Er Bewundert sie, wie sie im Gleichschritt marschieren und was für tolle Stiefel sie anhätten. In den Moment wünscht sich Mischa, dass er ein Knobelbecher wär. Für den Leser ist dieses verlangen völlig Fremd und für mich jedenfalls abstoßend, aber doch irgendwie verständlich. Denn man kann nicht erwarten, dass der kleine Junge einen Überblick hat, für sie ist das einfach nur toll wie sie da marschieren.

    Ein anderes Beispiel ist: Vor Mischas Augen werden die Schaufenster jüdischer Geschäfte eingeschmissen, als einer der Inhaber auf die Straße geht und sich bemerkbar macht, wird er mit der gelben Farbe angemalt.

    Auch wenn die Hauptfigur an diesen Tag für sich entscheidet ich möchte kein Jude sein, so fände er es lustig mit Farbe überall bemalt zu werden lustig und verurteilt den Angemalten das er kein empfinden könne. Die Erzählweise setzt sich aus einfachen Hauptsätzen zusammen, kombiniert mit schönen Satzgefügen sodass es sich Insgesamt recht gut lesen lässt. Die einfachen Sätze untermalen einmal mehr die Kindliche Sichtweise. Durch Wörter wie „Knobelbecher“  erhält das Buch noch einmal eine Interessante Sichtweise. Denn Natürlich wurden auch damals Spitznamen verwendet, das Buch wirkt durch solche Insgesamt betrachteten Kleinigkeiten viel authentischer und der Leser kann sich gut in die Geschichte einfühlen.

    Insgesamt ist dieses Buch sehr interessant zu lesen da es aus einer ungewöhnlichen Perspektive geschrieben ist. Dieser naive Erzählstil wird sehr gut über das gesamt Buch verfolgt. Hier ist es für den Charakter gar nicht von Nöten, dass er am Ende alles verstanden hat. Es Reicht wenn sich die Hauptfigur selbst einordnen kann. Für mich zeigt das einmal mehr das Jemand der in dieser Zeit gelebt hat, zwar nah am Geschehen ist, aber manchmal genauso weit vom Begreifen entfernt ist wie wir. Weiterempfehlen würde ich dieses Buch an jeden der gerne andere Perspektiven des Schreibstils kennenlernt und Bücher über den Nationalsozialismus liest.

  16. Cover des Buches Ein Stück Himmel (ISBN: 9783863524890)
    Janina David

    Ein Stück Himmel

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Mein Leben (ISBN: 9783641135508)
    Marcel Reich-Ranicki

    Mein Leben

     (245)
    Aktuelle Rezension von: _leserin_

    Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an schwer begeistert. Marcel Reich-Ranickis Biografie ist interessant, erfrischend, amüsant und berührend. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, seine Stimme im Ohr zu haben. Bereits als Kind war es sein Traum, Literaturkritiker zu werden. Oftmals musste er darum bangen, dies zu realisieren und davon leben zu können – er hatte weder eine Ausbildung und noch wurden einzelne Kritiken für Zeitungen gut bezahlt. 

    Der in Warschau geborene Marcel Reich-Ranicki kommt mit sieben Jahren nach Berlin und flieht nach der Matura, mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus, wieder nach Polen zurück. Er berichtet vom Alltagsleben im Warschauer Ghetto, den Transporten in Konzentrationslager und dass er im Ghetto seine Frau kennenlernte. Diese erste Hälfte der Biografie gibt einen umfassen, persönlichen Einblick in das Leben von Jüdinnen und Juden unter dem Nazi-Regime; mit welchen Ängsten die tägliche Aussortierung für den Abtransport nach Treblinka verbunden war, denn im Ghetto wussten die Jüdinnen und Juden genau, dass dieser Transport den Tod durch Vergasen bedeutete. 

    Nach Stationen beim polnischen Geheimdienst und der Zensurbehörde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, beschließt er, einen beruflichen Auslandstermin in Deutschland zu nützen und nicht mehr ins kommunistische Polen zurückzukehren. In Deutschland musste er wieder von Neuem beginnen, konnte aber bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ und später bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gut Fuß fassen. 

    Sehr persönlich sind jene Passagen, in denen er sich immer wieder fragt (und das sein ganzes Leben lang), warum er überlebt hat. 

    Irgendwo habe ich gelesen, dass Marcel Reich-Ranicki seinen Verlag davor gewarnt hat, nicht zu viele Erstauflagen von diesem Buch zu drucken, sie würden sonst darauf sitzen bleiben. Millionenfach hat sich seither das Buch verkauft. Monatelang führte es die Spiegel-Bestsellerliste an. Einem breiten Publikum wurde er erst durch seine höchst pointierten und äußerst lebhaften Diskussionen und „Verrisse“ in der Fernsehsendung „Literarisches Quartett“ bekannt. 

    Eine absolute Empfehlung.

  18. Cover des Buches Jossel Rakovers Wendung zu Gott (ISBN: 9783257237856)
    Paul Badde

    Jossel Rakovers Wendung zu Gott

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Lupus
    "Zvi Kolitz: Josselle Rakovers Wendung zu Gott" (Diogenes) könnte von Thematik und Tragik eine Fortsetzungsgeschichte des "Siebenten Brunnens" von Fred Wander sein: In Warschau tobt der bewaffnete Widerstand der Ghettobewohner gegen ihre deutschen Peiniger. Mittlerweile haben die NS-Schergen einen Großteil des Geländes brutal zurückerobern können. Nur wenige Häuser werden noch von Aufständischen gehalten. In dieser lebensbedrohlichen Situation rekapituliert ein jüdischer Ghettobewohner und Widerstandskämpfer sein Leben und rechnet mit seinem Gott ab. Seine Gedanken bringt er zu Papier, während die Schüsse der Angreifer immer näher an seine Stellung rücken. Die Verteidignungsmaßnahmen um ihn herum nehmen merklich ab. Als er keine Lebenszeichen mehr aus den besetzten Wohnungen über und unter ihm vernimmt, weiß er, dass sein Ende nahe ist. Erst viele Jahre später können seine Aufzeichnungen entdeckt und veröffentlicht werden
  19. Cover des Buches Exodus (ISBN: 1439513295)
    Leon Uris

    Exodus

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Nackt_und_Gluecklich

    Ich war als Teenager tief beeindruckt und ich kenne niemandem, dem das Buch nicht nahegang. Leon Uris schafft es, eine etwas kitschige Liebesgeschichte zu einer veritablen Geschichtsstunde auszuweiten. Eine Geschichte, die man kennen muss, um das jüdische Volk zu verstehen und welchen Anteil wir am Nahostkonflikt haben.

  20. Cover des Buches Der Schrei nach Leben (ISBN: 9783442123520)
    Martin Gray

    Der Schrei nach Leben

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ein unglaubliches Buch!! Mit Gänsehautgarantie... Ein Lehrstück in Menschlichkeit und Überlebenswille... Ein Buch, welches noch lange nachhallt... Eines von den Büchern, die sich nie vergessen lassen und die noch lange in einer gewissen Form präsent bleiben.... Unglaublich, welche Grausamkeiten und welche Schicksalschläge ein einzelner Mensch ertragen kann. Der Schrei nach Leben von Martin Gray hat mich sehr bewegt und berührt, es las sich beinahe wie ein Heldenepos. Am Ende war ich nach der Lektüre völlig fertig, ausgelaugt, mehr als nachdenklich gestimmt. Ein ganz großes Buch über den Überlebenswillen und darüber, wieviel Schicksalschläge ein einziger Mensch ertragen kann. Dies Buch wandert auf den Stapel meiner absoluten Lieblingsbücher und derer, die etwas ganz Besonderes sind. Und ich hatte einen eigenartigen Gedanken gepaart mit einer sehr sehr tiefen Scham darüber, wozu Menschen fähig sind und welche unvorstellbare Gewalt die Nazis entwickelten. Mein Gedanke: Wie kann man mit dem Wissen um die Geschehnisse weiterleben? Und zwar weiterleben als Leser, als Mensch, als Wesen mit allumfassener Liebe zu Allem und Jedem in diesem Universum? Danke Mietek! Ich empfinde Respekt vor deinem Leben und deiner Kraft!! Und Demut. Dankbarkeit.
  21. Cover des Buches Mila 18 (ISBN: 0613292928)
    Leon Uris

    Mila 18

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Kriegsromanfan

    Leon Uris vermag es fesselnd zu unterhalten. So dass es überhaupt nicht schwer fällt sich durch seine Schwarten durchzuarbeiten. Verwunderlich jedoch dass dieser Roman über das Warschauer Ghetto seit langem nimmer aufgelegt wird . Warum auch immer ? Daher falls man irgendwo ein Exemplar findet dieses mitnehmen. 

  22. Cover des Buches Lügen in Zeiten des Krieges (ISBN: 9783518745564)
    Louis Begley

    Lügen in Zeiten des Krieges

     (61)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Flucht vor dem Krieg ist nie leicht und schon gar nicht als Kind. Was man da alles sehen muss und der Autor gibt hier den Chronisten - persönlich, einfühlsam, aber auch schonungslos und, zu meinem Ärgernis, manchmal geradezu hoffnungslos detailreich. Man sollte aber nicht zu viele Kriegsschilderungen am Stück lesen, sonst wird man irgendwann unempfindlich.
  23. Cover des Buches 28 Tage lang (DAISY Edition) (ISBN: 9783839852071)
    David Safier

    28 Tage lang (DAISY Edition)

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Mira123

    Für dieses Hörbuch habe ich fast ein Jahr lang gebraucht. Warum? Nun, weil ich es gemeinsam mit meiner Mutter gehört habe. Und wisst ihr, wie selten es vorkommt, dass wir mal beide gleichzeitig Zeit haben, um ein Hörbuch zu hören UND alleine sind, damit wir keinen anderen Familienmitgliedern auf die Nerven gehen? Nicht wirklich oft. Eigentlich nur, wenn wir mal alleine zu meiner Großmutter fahren.

    Meine Mutter ist Hörbüchern gegenüber eher kritisch eingestellt. In der Kindheit von meinen Geschwistern und mir musste sie sich so vieles anhören, dass sie wahrscheinlich ihr restliches Leben lang an "Ritter Rost" und "Spongebob" denken muss, wenn sie an Hörbücher denkt. Ich konnte sie trotzdem davon überzeugen, sich mit mir "28 Tage lang" anzuhören. Sie kannte das Buch schon und wusste, dass es ihr gefällt, ich kannte nur den Beginn des Buchs.

    Diese Geschichte spielt zur Zeit des Nationalsozialismus. Es geht hier um die Jüdin Mira, die sich als Schmugglerin im Warschauer Ghetto durchschlägt. Sie schmuggelt vor allem auch, um ihre kleine Schwester zu ernähren. Sie hat zwar nicht viele Hoffnungen für die Zukunft, aber wenn jemand dafür sorgen kann, dass ihre Schwester überlebt, dann sie. Immerhin leidet ihre Mutter an schweren Depressionen und ihr Bruder hat sie und die anderen Juden hintergangen indem er sich der Judenpolizei angeschlossen hat. Doch dann erfährt Mira, dass die gesamte Bevölkerung des Ghettos umgebracht werden soll. Was bleibt ihr da anderes übrig, als sich dem Widerstand anzuschließen?

    Mit dem Ghetto in Warschau hat sich David Safier, den ich davor eigentlich nur von humorvollen Büchern kannte, ein sehr schweres Thema ausgesucht. Die Umsetzung ist ihm meiner Meinung nach aber gut gelungen.

    Es fällt mir schwer, Mira als Protagonistin zu bewerten. Ich mochte ihre Gedankenwelt, ihre Geschichten und dass sie immer wieder über philosophische Fragen nachdenkt. Mir gefällt, dass sie bereit ist, alles für ihre Familie zu geben. Was mich ein bisschen gestört hat, war, dass ich oft das Gefühl bekam, dass Miras Handlungen oft nur durch viel Glück gut ausgehen. Sie wirkte auf mich manchmal etwas impulsiv und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das in ihrem Fall für authentisch halte.

    Mein Fazit? Hat sowohl mir als auch meiner Mutter gut gefallen.

  24. Cover des Buches Die Maske des Kunsthändlers (Ereignisse Tatsachen Zusammenhänge) (ISBN: 9783327008300)

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