Bücher mit dem Tag "verschiedene generationen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "verschiedene generationen" gekennzeichnet haben.

10 Bücher

  1. Cover des Buches Glück hat auf Dauer nur der Glückliche (ISBN: 9781515185932)
    Ursula Schröder

    Glück hat auf Dauer nur der Glückliche

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer


    Eine wunderschöne Geschichte. Leicht erzählt, super zu lesen und ich war ziemlich schnell mit in der Geschichte. Nicht kitschig einfach so schön erzählt. Ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Ich musste sehr oft über Oma Alma schmunzeln und ab und an auch lachen. Beate und Felix einfach klasse und so natürlich. Der erste Roman den ich seit langem gelesen habe, der total realistisch war. Als ich gestern die letzten Zeilen gelesen habe war ich schon etwas traurig. Ich würde mir ein Fortsetzung wünschen, aber nur wenn sie so toll geschrieben wird wie dieser Roman. Allen Leser die etwas Spaß haben wollen und mal reinschnuppern möchten wie Hausgemeinschaft und Familie anders geht: Ich kann euch das Buch nur empfehlen. Danke an die Autorin.

  2. Cover des Buches Das Fenster zur Welt (ISBN: 9783903061033)
    Jürgen Bauer

    Das Fenster zur Welt

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Miamou

    Die 80-jährige Hanna wagt nach dem Tod ihrer Mutter einen späten Ausbruch aus ihrem starren Alltag. Beim Speed-Dating lernt sie den jungen, arbeitslosen Schauspieler Michael kennen, dem durch die Trennung von seinem Partner plötzlich jede Sicherheit genommen wurde. Zwischen dem ungleichen Paar entwickelt sich bald eine Freundschaft, und als Hanna mit dem Auto eine Reise in ihre Vergangenheit antritt, sitzt Michael am Beifahrersitz. Die Fahrt zu Hannas erster Jugendliebe aus den turbulenten Wochen nach Kriegsende zwingt Michael, auch in seiner Kindheit nach Antworten zu suchen, denn Hanna kennt den Grund, warum seine Mutter ihn bei seinem Vater zurückgelassen hat. Immer deutlicher wird den beiden die Tragweite bewusst, wie einzelne Entscheidungen ein ganzes Leben prägen.

    Zuerst denkt man gleich, dass es sich um eine Generationenclash handelt, aber in Wirklichkeit geht es um soviel mehr, als sich Hanna und Michael treffen. Sie kennen sich und der gemeinsame Nenner ist Michaels Mutter.

    Hanna ist ein Kriegskind und so sehr in einem Generationsverhältnis gefangen, dass sie sich um ihre Mutter kümmern MUSS bis diese stirbt. Sie funktioniert, so wie es vorgesehen ist, hat sie schon immer. Ihre Tochter ist aus einem anderen Holz geschnitzt. Das weiß Hanna auch und so verbirgt sie vor ihrer Tochter, dass sie an Krebs leidet. Sie ist die, die vor Leben strotzt. Viel lieber besucht sie dann noch ihre Jugendliebe. Und hat Michael im Schlepptau. Michael wirkte für mich anfangs wie so ein richtiger Waschlappen. Kriegt nichts auf die Reihe und hat auch gar nicht den Drang dazu, irgendetwas zu ändern. Ganz im Gegenteil: Er lebte in einer Beziehung, die ihm gut tat, aber er hat nichts dafür getan, dass sie Bestand hat. Man hat generell den Eindruck, dass alles, was ihn irgendwie glücklich machen könnte, er absichtlich zerstört. Im Laufe des Buches wird er dann aber doch noch zum "Mann" und man sieht eine wirklich spannende Entwicklung bei ihm.

    Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Besonders toll fand ich die vielen österreichischen Ausdrücke, die sich immer wieder in die Seiten schlichen(bspw.: Semmel, Plastiksackerl, Schupfen) und obwohl nie ein genauer Ort angeführt ist, weiß man dann doch dass man einfach lange Zeit als Leser in Österreich ist. Der Sprache und der Stil des Buches ermöglichten ein wirkliches Lesevergnügen, wobei es immer zwischen einer gewissen Melancholie über verpasste Chancen, bis hin zu wirklich witzigen Dialoge, die wirklichen Tiefgang hatten, hin und her pendelte.

  3. Cover des Buches Sterneneis (ISBN: 9783596189496)
    Kristín Marja Baldursdóttir

    Sterneneis

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Armillee
    In dieser Geschichte läuft es mal gut, mal schlecht zwischen einem verhaltensgestörtem Teenager und einer Frau mittleren Alters, die abgeschnitten von der Zivilisation, ohne Handy und Pc einige Zeit zusammen verbringen müssen.
    Das Buch fängt mit einem Hauseinbruch an und endet mit einem improvisiertem Theaterstück mit Fingerpuppen.
    Dazwischen gibt es brenzlige Situationen, einen Mordversuch, einen Nervenzusammenbruch u.v.m.
    Ich fand es lesenswert, habe mich während des Lesens oft gefragt, wie ich mich verhalten hätte.

  4. Cover des Buches Makarionissi oder Die Insel der Seligen (DAISY Edition) (ISBN: 9783839852446)
    Vea Kaiser

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen (DAISY Edition)

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Eine eigenartige, urige, spannende Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen erstreckt, einiges über das Leben lehrt uvm.

    Klappentext umreißt den Inhalt sehr gut: „In einem griechischen Bergdorf deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück. In einer niedersächsischen Kleinstadt entdeckt ihr Enkel die Erotik der deutschen Sprache. Seine Cousine bekommt in einer stürmischen Nacht eine Tochter, die mit einer Glückshaube geboren wird. In der österreichischen Provinz wird derweil erbittert um die Vorherrschaft in der Fußgängerzone gekämpft, in einer Schweizer Metropole mit Ameisen und Heuschrecken gegen die Sehnsucht angekocht. Und auf einer Insel in Form eines Hirschkäfers sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt nach seinem Ehering, während ein skurriler Schlagerstar die Frau wiederfindet, die er vor vierzig Jahren verlor. In ihrem zweiten Roman erzählt Vea Kaiser mit furioser Fabulierlust und hinreißender Tragikomik von der Glückssuche einer griechischen Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Helden und Herzensbrechern und solchen, die es gern wären.“

    Das Ganze fängt die Yiayia Maria an, die aus Kleinasien in ein griechisches Bergedorf an der Grenze zur albanischen Grenze kam, Zwillingstöchter gebar, diese wiederum später ihre Kinder, die kraft politischer Umwälzungen das Dorf verlassen mussten, um ihr Leben ganz anders zu leben als ihre Eltern und Großeltern.

    Aus einer Geschichte entsteht die nächste. Man erlebt diese Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter. Man sieht, wie sie im Bergdorf gelebt hatten, was ihnen wichtig war, wie anders ihre Kinder und Enkelkinder in Deutschland, Österreich und Schweiz ihr Leben gestalteten uvm. All diese Lebensgeschichten sind mit den altgriechischen Mythen und den Geschichten durchwirkt, die Yiayia Maria mal von den Kaufleuten gehört und ihren Kindern und Enkelkindern erzählt hatte. Viel Lebensweisheit steckt in diesem Roman. Themen wie Liebe, Partnerschaft, Freundschaft, Familienbande, Selbstfindung, Selbstbestimmung uvm. sind hier zu einem bunten, spannenden Erzählteppich verwoben worden. Sehr schön, gekonnt wie talentiert, erzählt.

    Der Sprecher Burghart Klaußner hat kongenial gelesen. Seine Stimme und seine Art passen wunderbar zu der Geschichte. 9 St. 52 Min. der gekürzten Ausgabe waren sehr schnell vorbei.

    Fazit: Für diesen Roman konnte ich mich restlos begeistern. Die Figuren standen mir lebendig vor Augen. Ich habe sie alle sehr gern kennengelernt.

    Fünf Sterne und eine Hörempfehlung.

  5. Cover des Buches Und dann kam Paulette (ISBN: 9783499266690)
    Barbara Constantine

    Und dann kam Paulette

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Eleonora

    Ferdinand fühlt sich einsam. Erst vor Kurzem sind sein Sohn mit Frau und den zwei Enkeln ausgezogen und seitdem lebt er ganz allein auf seinem großen Hof. Natürlich möchte er es sich nicht anmerken lassen, dass ihm Gesellschaft fehlt, doch diese Stille ist für ihn nur schwer zu ertragen. Eines Tages kommt er bei seiner Nachbarin Marceline vorbei, mit der er eigentlich nur wenig Kontakt hat. Doch ihr Dach ist eingestürzt und sie sitzt durchgefroren in ihrem Häuschen und so kann er sie doch nicht zurücklassen. Also beschließt er sie zu sich einzuladen bis das Dach repariert ist. Beide kommen gut zurecht und Marceline ist dazu auch noch eine sehr gute Cellospielerin und Köchin. Ihr mitgebrachter Esel jedoch zertrampelt gerne mal Ferdinands Gemüse. Es dauert nicht lange und eine weitere Person gesellt sich zu ihnen. Guy hat gerade erst seine Frau verloren und fühlt sich mit der Situation ziemlich überfordert. Er isst nicht mehr und schafft es kaum noch aufzustehen. Es dauert eine Weile, bis er sich mit der neuen Wohnidee anfreundet, ist aber dann doch glücklich, denn in sein leeres großes Haus ganz allein möchte er nicht mehr zurückkehren. Und auch die ,,Geschwister" Lumière und zwei Studenten finden auf Ferdinands Hof bald eine Bleibe. Bis auf die Studenten sind alle nicht mehr die Jüngsten und haben mit manch Zipperlein und auch Verlusten zu kämpfen. Dennoch bilden sie eine wunderbare kleine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und füreinander da ist.📖


    Ein Buch, das schon etwas länger noch ungelesen in meinem Regal stand. Jetzt war endlich seine Stunde gekommen.
    Die Geschichte startete recht flott ohne große Umschweife mit Marcelines eingestürtztem Dach und Ferdinand, dem dies nur dank ihres Hundes auffiel. Denn tatsächlich kannte er Marceline nur flüchtig und es fiel ihm auch offensichtlich schwer so einfach in ihr kaputtes Häuschen einzudringen und ihr als ,,Fremder" seine Hilfe anzubieten. Doch angespornt von seinen Enkeln schaffte er es die richtigen Worte zu finden um ihr aus ihrer Bruchbude zu helfen. Ferdinand entwickelte sich so auch über die gesamte Geschichte vom zurückhaltenden Einzelgänger zu einem wahren Gemeinschaftsmensch. Den anderen Mitbewohnern erging es ähnlich. Auch wenn man sagt einen alten Baum verpflanzt man nicht fanden die Charaktere hier trotz ihres überwiegend höheren Alters ein neues Zuhause, einen Ort, an dem sie sich gebraucht und auch geliebt fühlten. Eine schöne Art die späteren Jahre zu verbringen wenn man sonst niemanden mehr hat.
    Der Schreibstil war sehr einfach gehalten und die Geschichte ließ sich schnell weglesen. Die Kapitel, meist nur ein paar Seiten lang, behandelten jeweils immer einen anderen Charakter. Etwas irritierend fand ich, dass sich auch immer die Zeitform änderte.
    Ich hatte zugegeben ein wenig mehr Tiefgang erwartet, aber das war vielleicht auch aufgrund der Menge der Personen nicht wirklich möglich. Mitunter lief mir auch alles ein wenig zu glatt und zu einfach. Dennoch war es eine sommerleichte Geschichte, die mir zwar nicht sehr tief ans Herz ging, mich dennoch gut unterhalten hat und die ich gerne gelesen habe. Außerdem ein Beispiel dafür, dass man auch im hohen Alter noch einmal neue Dinge wagen kann und auch sollte.

  6. Cover des Buches Das Flüstern der Zypressen (ISBN: 9783453417663)
    Yvette Manessis Corporon

    Das Flüstern der Zypressen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Dreamworx

    Die Griechin Daphne lebt mit ihrer Tochter Evie in New York und betreibt das Sternerestaurant „Koukla“. Nach dem Tod ihres Mannes Alex hat sie sich nur um ihre Tochter und um ihr Restaurant gekümmert. Nun steht sie kurz vor der Hochzeit mit dem Banker Stephen, die sie in Griechenland auf der Insel Erikoussa feiern wollen. Daphne kehrt nach langer Zeit auf diese Insel zurück, wo ihre Großmutter Evangelina noch lebt und sie und ihre Urenkelin herzlich willkommen heißt. Schnell fühlt sich Daphne in der herzlichen griechischen Mentalität wieder wohl, und die Sorgen der Vergangenheit fallen langsam von ihr ab. Allein der Fischer Yanni, der ihre Großmutter häufig besucht, bereitet ihr Unbehagen. Doch gerade er erzählt ihr von einem Familiengeheimnis ihrer Großmutter, welches ihn auf ewig mit Evangelina verbindet. In Gesprächen mit Evangelina erkennt Daphne, wie sehr sie geliebt wird und wie sehr man sich um sie und ihr Glück sorgt. Wird es Daphnes Leben verändern?

    Yvette Manessis Corporan hat mit dem Roman „Das Flüstern der Zypressen“ ihren Debütroman vorgelegt. Der Schreibstil ist herrlich flüssig und katapultiert den Leser schon in den ersten Seiten in das mediterrane Griechenland, auf eine kleine verwunschene Insel vor Korfu. Die Landschaftsbeschreibungen und auch die kulturellen Begebenheiten der Griechen werden ebenso schön geschildert wie die herzliche und gastfreundliche Art. Bei der Aufzählung der Mahlzeiten läuft einem oftmals das Wasser im Mund zusammen und erinnert sich an den letzten Besuch in Griechenland. Die Protagonisten sind liebevoll, authentisch und sehr lebensecht skizziert. Daphne hat schon viel Tragisches in ihrem Leben hinnehmen müssen, die Eltern sterben bei einem Überfall, der Ehemann bei einem Autounfall. Doch sie hat sich und ihre Tochter irgendwie durchgebracht und gleichzeitig ein Sternerestaurant eröffnet. Stephen ist der typische Banker, nüchtern, emotional eher unterkühlt. Evangelina ist eine alte, hart arbeitende Frau, die herzensgut ist und deren Tür jedem offen steht. Sie kennt eine Reihe schöner Geschichten um die alten griechischen Mythen.

    „Das Flüstern der Zypressen“ ist ein wunderschöner und unterhaltsamer Liebesroman, der einen bei der Lektüre in die Sonne der Antike entführt und den man besonders in Wintermonaten lesen sollte, um sich die Vorfreude auf den nächsten Sommerurlaub zu holen. Sehr lesenswert!

     

  7. Cover des Buches Wir wollen nicht unsere Eltern wählen (ISBN: 9783499622472)
  8. Cover des Buches Die Schönheitskönigin von Jerusalem (ISBN: 9783746633459)
    Sarit Yishai-Levi

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dieser Roman, der in Jerusalem angesiedelt ist und die vier Generationen von Frauen in der Zeit ab 1920  umfasst, braucht Leserinnen, die sich auf diese komplexe Familiengeschichte einlassen. 

    Wie es im Judentum üblich ist, suchen die Eltern den jeweiligen Ehepartner für ihre Kinder aus. Gegenseitiges Kennenlernen vor der Ehe oder gar Zuneigung spielen keine Rolle, sondern Abstammung (hier Aschkenasen, dort Sepharden) sowie das entsprechen Vermögen. So kommt es, dass vor allem die Frauen in unglücklichen Ehen gefangen sind, während Männer sich ungestraft Geliebte nehmen können. Und so kommt es, dass unglückliche Mütter unglückliche Söhne und Schwiegertöchter produzieren - sie kennen einfach nichts anderes. Das Durchbrechen alter Traditionen ist im jüdischen Leben nicht vorgesehen. Allerdings, wie das Beispiel von Luna (der Titelgebenden Schönheit) zeigt, ist ein selbst gewählter Ehemann auch kein Garant für eine gute Ehe. 

    Doch zurück zum Roman: 

    Das Drama beginnt, als sich Gabriel Ermoza auf den ersten Blick in eine aschkenasische Frau verliebt. Eine Liebe, die in den Augen seiner strenggläubigen Mutter Merkads nicht sein darf, weil die Ermozas sephardische (also spanische Juden) sind. Deshalb wird der gebildete und empfindsame Gabriel mit Rosa, einem einfachen Mädchen verheiratet. Recht schnell wird klar, dass die „Bestrafung“ Gabriels auch Merkada trifft. Denn bis zu ihrem Tod kann sie Rosa nicht ausstehen und macht ihr das Leben zur Hölle. 

    Dieser Konflikt wird in die nächste Generation weitergegeben. Rosa ist kaum fähig, Gefühle für ihre Töchter aufzubringen. Gabriel kümmert sich nur um den Delikatessenladen und ignoriert Rosa einfach. Nach wie vor spukt seine große Liebe in seinem Kopf herum.  

    Dieser Lebensmittelladen ist neben Reihe der unglücklichen Frauen Merkada - Rosa - Luna - Gabriela, der rote Faden dieses Romans. Die Ermozas sind eine stolze und schwierige Familie. Über Gefühle wird kaum gesprochen, Probleme schweigt man lieber tot oder züchtigt die Kinder, wenn sie sich danebenbenehmen, statt sie verstehen zu wollen.  

    Gabriel übernimmt das Lebensmittelgeschäft seines Vaters in einer schweren Zeit, als die Judenverfolgung in Deutschland und der Zweite Weltkrieg die gesamte Welt erschüttern. Doch das Weltgeschehen scheint die Familie Ermoza nicht wirklich aus ihren Befindlichkeiten herauszureißen. Das ändert sich erst, als der Staat Israel unter heftigen, blutigen Geburtswehen geboren wird. Nun geht es auf’s Ganze und die Existenz steht auf dem Spiel. 

    Meine Meinung: 

    Die israelische Autorin Sarit Yishai-Levi legt mit ihrem Roman "Die Schönheitskönigin von Jerusalem" eine anspruchsvolle wie durchweg packende Familiengeschichte einer sephardischen Familie vor. Wir begleiten vor allem die weiblichen Mitglieder der Familie Ermoza von der Zeit des Endes der osmanischen Herrschaft in Palästina über vier Generationen hinweg - eine sehr spannende Zeit, die uns durchaus auch die Entwicklung des Staates Israel näher bringt. 

    Die Autorin schafft es sehr gut, historische Ereignisse in den Roman einzubetten. Doch der Fokus der Autorin liegt auf ihren Hauptfiguren, die allesamt schwierige Charaktere sind. Heerscharen von Psychotherapeuten hätten hier viel zu tun. An manchen Stellen verdienen die Figuren durchaus mein Verständnis, Sympathien ernten sie jedoch nicht. Am meisten habe ich mich über die überaus egoistische Luna aufgeregt.  

    Einfach zu lesen ist dieser Roman nicht, denn Sarit Yishai-Levi verlangt ihren LeserInnen einiges ab. Dabei sind die über 600 Seiten noch das geringste Problem. Die häufigen Perspektivenwechsel, die Icherzählerin (Gabriela) sowie die sperrigen Charaktere machen es den Leserinnen nicht leicht. 

    Ich gebe zu, anfangs habe ich damit geliebäugelt, das Buch wieder wegzulegen, doch dann hat es eine Sogwirkung entwickelt, die mich weiter- und binnen zwei Tage fertig lesen hat lassen.  

    Gut gefallen hat mir, dass die Spaltung innerhalb des Judentums durch die unterschiedliche Sprache (hier jiddisch dort spaniolisch) symbolisiert wird.   

    Auch über die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse und Verhältnisse kann man viel lernen. Für Leser, die mit dem jüdischen Leben nicht so vertraut sind, wäre ein Glossar hilfreich. 

    Fazit: 

    Keine einfache, aber eine interessante Lektüre, der ich gerne 5 Sterne gebe. 

     

  9. Cover des Buches Blaue Hühner (ISBN: 9783739205793)
    Osanna Stephan

    Blaue Hühner

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Als Elli ihren Mann Paul mit seiner Chefin erwischt und in einem Streit raus findet das sie auch noch pleite waren, musste ein Neuanfang her. Sie beschließt in das alte Hexenhaus ihrer Urgroßeltern zu ziehen, was sie geerbt hat. Es ist eine halb verfallene Ruine die dringend renovierten werden muss. Kein Problem für Elli, den sie hat sich direkt in das Schiefe Häuschen verliebt. Ihr Neuanfang könnte so schön beginnen, als sie ihren netten Nachbarn Jo kennen lernt aber ihr Exmann gibt sich alle Mühe Ellis Traum von ihrem Häuschen zu ruinieren. Was sie aber etwas aufheitert sind alte Tagebücher ihrer Urgroßmutter, die sie beim renovieren findet und Elli in die 30er Jahre zurück versetzen. Sie geben einen kleinen Einblick in das damalige Leben ihrer Verwandtschaft. Blaue Hühner von Osanna Stephan ist ihr Debütroman. Der Schreibstill ist flüssig sodass sich diese Erzählung gut lesen lässt. Liebe, Humor und Intrigen. Alles ist vertreten. Das Cover und der Klappentext haben in mir leider mehr Erwartungen hervor gerufen. Ich hätte mir gewünscht das die Tagebucheinträge nicht so banal und langweilig wären sondern mit Mehr politischem Hintergrundwissen gefüllt. Aber es sind ja Erinnerungen von Menschen die diese Zeit damals erlebt haben und meist bleiben nur die schönen Erinnerungen im Gedächtnis ;)
  10. Cover des Buches Es klingt nach Liebe (ISBN: 9783596185634)
    Kate Saunders

    Es klingt nach Liebe

     (9)
    Aktuelle Rezension von: annewiegner
    Dass sich die Liebe in Irrungen und Wirrungen verstrickt, ist allseits bekannt, und kommt wie im Leben so auch in Romanen vor. Kate Saunders erzählt die Geschichte von drei Paaren, eigentlich von vieren, die sich finden, trennen, finden - das ewig gleiche Spiel.

    Ich habe mich über viele Seiten hinweg gefragt, was mich an dem Erzählstil stört. Nach ungefähr der Hälfte des Buches wusste ich es:

    Es ist der genervte Grundton, in dem sich die Figuren mitteilen.

    Vier Liebespaare: die Eltern mit jeweils neuen Partnern, den Sohn und seine große Liebe, die Tochter und ihre lesbische Freundin. Egal, wer mit wem redet, jeder fühlt sich von dem, was der andere sagt und tut,nach kurzer Zeit genervt, versucht aber, es sich nicht anmerken zu lassen. Dazu kommen die Vulgarismen in einem ansonsten recht ansprechend geschriebenen Text. Der Hund furzt ständig und diverse Schwänze werden besichtigt, wobei ich nicht die der Hunde meine. Grauenvoll! Der Sohn bezeichnet seine große Liebe zwischendurch auch gern mal als Schlampe, am Ende heiratet er sie doch. Zwanzig Seiten später greift auch die Tochter zu dieser Herabwürdigung, was sie ebenfalls nicht davon abhält, zu ihrer lesbischen Freundin zurückzukehren. Überhaupt ist der Sex der eigentliche Motor der ganzen Geschichte, er treibt die Figuren voran, an ihm entzünden sich die Konflikte, auf ihn läuft am Ende alles hinaus. Vielleicht ist das normal für einen Liebesroman? Meinen Geschmack trifft es jedenfalls nicht und mit Liebe hat das meiner Meinung nach wenig zu tun.

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