Bücher mit dem Tag "tolstoi"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "tolstoi" gekennzeichnet haben.

63 Bücher

  1. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (476)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    In diesem historischen Rahmen, der geprägt ist durch die Napoleonischen Kriege und den Russlandfeldzug Bonapartes, lässt er eine Vielzahl von Personen agieren. Im Mittelpunkt seiner Erzählung stehen die Familien Rostow, Besuchow und Bolkonski, deren Leben Schnittpunkte bei mehreren Generationen aufweist. In verschiedenen Handlungssträngen wird der Leser mit dem Leben und den Lebensumständen dieser Familien sowie mit ihren Ansichten zum Krieg und zu weltanschaulichen Themen vertraut gemacht. So hat Tolstoi nicht nur ein monumentales Epos sondern auch ein Sittenbild dieser Zeit geschaffen.

  2. Cover des Buches Die Zarin der Nacht (ISBN: 9783458360582)
    Eva Stachniak

    Die Zarin der Nacht

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Bellathejunkiereader
    Du sollst nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen. Ausser im Krieg. Ausser wenn Gott oder deine Kaiserin es befiehlt.

    Ich bewundere Katharina die Grosse sehr. Wahrscheinlich sogar am meisten von allen Personen der Geschichte. Dieses Buch konnte aber die wahre Grösse dieser Herrscherin nicht wirklich einfangen. Wir bekommen alles durch eine dicke Schwade Nebel mit, da Katharina die Grosse im Sterben liegt und in Erinnerungen schwelgt. Auf diese Weise wird ihre Geschichte erzählt. Es ist aber auf Dauer ermüdend und das Buch zieht sich sehr in die Länge. Die Seiten sind so eng beschrieben, dass man das Gefühl hat gar nicht vorwärtszukommen. Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen, da ich das Buch wegen fehlender Motivation in der Hälfte abgebrochen habe.

  3. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.062)
    Aktuelle Rezension von: Rhea_Ross

    Anna Karenina - Leo Tolstoi

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    „Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern…“

    ___________________________________________________________________________


    Meiner Meinung nach gibt der Klappentext eine irreführende Auskunft über die Handlung, da er impliziert im Buch ginge es nur um Annas Affäre. Dem ist nicht so. Anhand von drei Familien wird ein Einblick in die adlige russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ermöglicht. 

    Anna Karenina ist ein Buch, das viel Zeit in Anspruch nimmt und völlige Konzentration erfordert. Denn erst wenn man sich auf die Figuren und deren Welt einlässt, kann man den einzigartigen Charme spüren und ein Abenteuer erleben, welches sehr viele Themen anschneidet, unter anderem die Ehe, die Liebe, die Religion, den Krieg und generell Fragen über die Menschheit und das Leben an sich. Es ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Und obwohl sich die damalige Gesellschaft von der heutigen etwas unterscheidet, sind diese Thematiken immer noch aktuell und beschäftigen uns weiterhin. 

    Es sind Sätze wie diese, die das Leseerlebnis so einzigartig und unvergesslich machen:


    „Warum ich fahre? […] Das wissen Sie. Ich fahre, um da zu sein, wo Sie sind. Ich kann nicht anders.

    […]

    Er hatte genau das gesagt, wonach ihre Seele verlangte hatte, wovor aber ihre Vernunft bange gewesen war. Sie antwortete nichts, und er sah auf ihrem Gesicht ihren innerlichen Kampf.“

    Und obwohl das Buch Anna Karenina heißt und ihre Geschichte sehr spannend ist, ist mein Lieblingscharakter Ljewin. Ohne zu spoilern sage ich nur so viel: Ljewin ist ein Mann, den sich jede Frau wünschen kann. Er ist jemand, der alles richtig macht und am Ende dafür belohnt wird. 

    Tolstoi beschreibt seine Charaktere sehr detailliert und schildert in einer Jagdszene sogar die Perspektive eines Jagdhundes, was sehr unerwartet kam aber so unterhaltsam war, dass ein Schmunzeln nicht unterdrückt werden konnte. 

    Da das Buch so lang ist, verbringt der Leser bzw. die Leserin viel Zeit mit diesen Charakteren und lebt eine Weile mit ihnen. Sehr viele Weisheiten und wunderschöne Zitate stecken in diesem Klassiker, den es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.


    Zum Abschluss möchte ich ein weiteres Zitat mit euch teilen. Die vielen anderen lasse ich euch selber suchen in diesem Meisterwerk. 


    S. 640

    „[…] Denn wenn du nur deshalb arbeitest und lernst, um eine Belohnung zu erhalten, dann wird dir die Arbeit schwer vorkommen, wenn du aber arbeitest […] aus Liebe zur Arbeit, so wirst du in der Arbeit selbst deinen Lohn finden.“


  4. Cover des Buches In die Wildnis (ISBN: 9783492259743)
    Jon Krakauer

    In die Wildnis

     (384)
    Aktuelle Rezension von: Nicola89

    In "In die Wildnis - Allein nach Alaska" erzählt Jon Krakauer die Geschichte des Abenteurers und Aussteigers Chris McCandless, der im August 1992 auf tragische Weise in der Wildnis Alaskas verstorben ist, wo seine Leiche von einem Elchjäger gefunden wurde.

    Jon Krakauer hat seine Reise in den Tod rekonstruiert und versucht, herauszufinden, was den jungen Mann dazu veranlasst hat, sämtliche Besitztümer und die Zivilisation hinter sich zu lassen. Er befasst sich mit der Frage, ob McCandless einfach nur ein hoffnungsloser Romantiker oder Spinner war oder ob er einfach nur von seiner Sehnsucht getrieben wurde.

    Die Geschichte wurde von Sean Penn verfilmt.

     

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da es auf einer wahren Begebenheit basiert und es mein erstes Buch dieses Autors war. Der Schreibstil war zwar anders, als ich es erwartet habe, aber ich konnte dennoch sehr gut folgen und in die Geschichte abtauchen.  

    Bereits in der Vorbemerkung des Autors erhält man einen groben Überblick über das Leben von Chris McCandless und er erzählt darin auch, was ihn dazu bewogen hat, darüber ein ganzes Buch zu schreiben. 

    Man merkt, wie viel Zeit, Arbeit und Leidenschaft Jon Krakauer in die Recherche gesteckt haben muss, was auch durch die vielen Interviews mit Wegbegleitern von Chris McCandless deutlich wird. 

    Außerdem hat er die abenteuerliche Wanderung anhand von Tagebucheinträgen, Postkarten und Briefen, die hier auch in Auszügen abgedruckt sind, rekonstruiert, sodass man auch einen Einblick in die Gefühlswelt von Chris McCandless erhält.

    Um McCandless besser verstehen zu können, stellt Jon Krakauer zudem immer wieder Vergleiche zu anderen Abenteurern und Aussteigern an, die auf ähnlich tragische und zum Teil ungeklärte Weise verstorben oder verschwunden sind.

  5. Cover des Buches Schlaf (ISBN: 9783832161361)
    Haruki Murakami

    Schlaf

     (206)
    Aktuelle Rezension von: Cadness

    Mit 'Schlaf' hat es Haruki Murakami erneut geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Was würde ich machen, wenn ich plötzlich nicht mehr schlafen könnte? 

    Die Handlung bleibt durchweg interessant und punktet mit einem Ende, mit dem ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Hinzu kommen die wirklich toll gestalteten Illustrationen. Ich bin begeistert und freue mich auf das nächste Werk des Autors!

  6. Cover des Buches Auferstehung (ISBN: 9783423146555)
    Leo N. Tolstoi

    Auferstehung

     (17)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Die Geschichte des Fürsten  Nechliudow der als Geschworener in einem Prozess die Angeklagte Prostituierte Maslowa als seine Jugendliebe Katjuscha wiedererkennt. Katjuscha wird fälschlicherweise schuldig des Giftmordes an einem Ihrer Kunden gesprochen. Nechliudow fühlt sich mitschuldig an Ihrem Niedergang und reist Ihr nach bis nach Sibirien, fortwärend gegen die Justiz ankämpfend.


    Tolstoi schildert in diesem Roman eindrücklich die Auswüchse der Justiz und dessen willkürlichen Aparat. Er plädiert an die Menschenliebe, an den Glauben zu Gott.

    Empfehlenswerte Lektüre

  7. Cover des Buches Winter (ISBN: 9783841905734)
    Barbara Schaefer

    Winter

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    INHALT:

    Frühling, Sommer und Herbst ähneln einander. Nur der Winter steht für sich. Die Welt gerät in einen anderen Aggregatzustand: Wasser gefriert. Die Landschaft wird erst kahl, dann weiß. Was macht das mit den Menschen?

    Barbara Schaefer lebte vier Wintermonate in Grönland, an der rauen, isolierten Ostküste. Sie war überwältigt von der grimmigen Landschaft und den harten Lebensbedingungen. Sie wanderte über den gefrorenen Baikalsee, suchte den Schnee am Kilimandscharo, überquerte auf Schneeschuhen eine Hochebene in Schweden, reiste nach Norwegen, in die Arktis und in die Alpen und versuchte dabei zu ergründen, was das ist: Winter. Und warum der so viel Freude bringen kann. Sie hörte Winterlieder, las Winterbücher, sah Winterfilme. Sie hat draußen manchmal jämmerlich gefroren – und wollte dennoch in diesen Momenten nirgends anders hin. Denn anstatt am Strand zu liegen, trifft sie lieber Menschen im Winter. In den Bergen, am Meer, in der Stadt.

     

    EIGENE MEINUNG:

    Schon die Aufmachung dieses Buches passt für mich perfekt ins Bild und ist etwas Besonderes. Es handelt sich um ein Hardcover, jedoch ohne Schutzumschlag. Der Leineneinband hat eine tolle Struktur und ist in einer blaugrauen – für mich sehr winterlichen – Farbe gefärbt. Der Titel steht groß im Mittelpunkt und ist wie „Eine Liebeserklärung“ und der Name der Autorin von weißen, verschieden großen Punkten – Schneeflocken – umgeben. Ein wenig schade fand ich es, dass die Schrift am Buchrücken sich leider mit fortschreitendem Gebrauch etwas abgelöst hat. Dafür liebe ich das Lesebändchen und beim ersten Aufschlagen erwartet einen auch eine Überraschung: So farblich zurückhaltend die Gestaltung von außen auch ist, die erste/letzte Seite sind in einem tollen Orangeton gehalten. Mit so etwas hatte ich gar nicht gerechnet und finde den Kontrast und die Wirkung auf mich als Leser ganz toll!

     

    Zu Beginn finden wir ein fein gestaltetes Inhaltsverzeichnis, dass uns die großen Kapitel „Winterliebe“, „Nordwärts“, „In die Stadt“, „In den Bergen“ und „Vom Eise befreit“ mit vielen Unterpunkten aufzeigt. Darauffolgend beginnt jedes dieser großen Kapitel mit einem winterlichen Aquarell. Eine umfangreiche Bibliografie ergänzt am Ende die Ausführungen und in beiden Umschlagseiten befinden sich toll gestaltete Karten. Diese waren für mich aber eher Zier als wirkliche Information. Etwas problematischer fand ich die sehr kleine Schrift, die mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat.

     

    Da ich „Winter“ als Sachbuch eingruppiert habe steht unter „Inhalt“ mal wieder der Original-Klappentext. Für mich klang er in erster Linie nach einem Reisebericht – dann habe ich jedoch viel mehr bekommen! „Eine Liebeserklärung“ trifft es perfekt: In den fünf angesprochenen Kapiteln werden die verschiedensten Aspekte des Winters beleuchtet. Die eigenen Reisen der Autorin sind natürlich damit verflochten, bilden für mich aber nicht den Mittelpunkt, sondern eher einen roten Faden. Im Buch selbst geht es um viel mehr und so viel Verschiedenes: Was sind eigentlich Eis, Schnee, Eisblumen, etc. Wie entsteht dies alles? Welche Forschungen wurden dazu angestellt? Es geht um Eisklettern, Lawinen, verschiedene Reisen, historische Persönlichkeiten rund um das Thema, Maler, Autoren, Polarforscher, Kindheitserinnerungen, Schicksale. Natürlich dürfen auch die Polarlichter, Wintersport, Klimawandel, Wissenschaft und Tiere im Winter nicht fehlen. Über das „Natürlich“ im letzten Satz musste ich jetzt selbst etwas lachen, denn das war es für mich eigentlich zu Beginn überhaupt nicht. Dieses Buch hat mich in so vielen Aspekten überrascht und ich höre jetzt auch damit auf so viele dieser aufzuzählen. Wo ich am Anfang noch damit gehadert habe, dass ich keinen rechten roten Faden fand, war ich zum Schluss völlig begeistert von der lockeren Zusammenstellung von „Winterthemen“!!

     

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es war zu jeder Zeit unterhaltsam und flüssig zu lesen, auch wenn einem das ein oder andere Thema mal mehr, mal weniger lag. Ich habe so viel Wissenswertes erfahren, ohne je das Gefühl zu haben in einem Lehrbuch zu lesen. Barbara Schaefer schreibt mit einer solchen Begeisterung, dass es einfach ansteckend ist. Ich habe in einer anderen Rezension gelesen dieses Buch sei ein „Reiseverführer“ und kann nur zustimmen. Auch wenn ich, als Winterfan, für viele Orte und Unternehmungen daraus wohl doch nicht gemacht bin. ;)

     

     

    FAZIT:

    Die Vielseitigkeit und Unvorhersehbarkeit dieses Buches hat mir wahnsinnig gut gefallen – es ist eine Mischung aus Reise- und Erlebnisbericht, Geschichte und Kultur, sowie Wissenschaft und noch so vielem mehr! Die Autorin hat mich in eine tolle Winterstimmung versetzt und zum Nachdenken angeregt! Außerdem habe ich viel dazu gelernt! Man merkt wie sehr sie den Winter liebt und im Laufe des Lesens auch wie sehr man selbst ihn mag! Auch als Geschenk kann ich mir „Winter“ sehr gut vorstellen.

  8. Cover des Buches Die Eleganz des Igels (ISBN: 9783423429917)
    Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels

     (833)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Zwei Fragen der Protagonisten lauten: Warum noch auf dieser Erde bleiben und woher rührt das Entzücken, das wir bei gewissen Werken empfinden?

    Wenn man dieses Buch öffnet, kommunizieren wie bei einer Schiebetür, zwei Orte ohne sich gegenseitig zu verletzen.
    Wenn man es schließt gibt es jedem seine Integrität, und die Gewissheit zurück, dass ein Leben im Handumdrehen vergeht.

    Muriel Barbery hat mich mit ihrer Geschichte eingeladen ins Außerhalb der Zeit abzutauchen und von der Schönheit der Sprache verführt zu werden.

     Warum dieser Moment nicht die Regel, der Alltag ist, sondern außergewöhnlich bleibt und vergeht? Diese Geheimnisse sind weder zu lüften noch zu erklären. Die Antwort findet jeder selber zwischen den Zeilen der Eleganz des Igels.

  9. Cover des Buches Die Zarin (ISBN: 9783453878075)
    Ellen Alpsten

    Die Zarin

     (41)
    Aktuelle Rezension von: vipfoto

    Mein neuester Roman „Die Zarin“ von Elen Alpsten lässt mich lesetechnisch tief in die russische Geschichte eintauchen. Mit einem süffigen Vodka/O-Saft sitze ich gemütlich, mit meinem Lieblingsmenschen Karsten, auf dem Sofa und plaudere ein wenig. Großfürstin Anastasia von Russland sowie die Legendenbildung um sie fand ich schon als junges Mädchen faszinierend. Um so spannender ist jetzt für mich, den Auftakt zur historischen/fiktiven Saga um „Die Zarin“ rund zweihundert Jahre zuvor zu erhaschen. Das Cover sieht ansprechend und hübsch gestaltet aus. Man sieht die Rückensicht einer vornehmen Dame in einem roten Kleid, mit übergeworfenem Pelzmantel. Unter dem Ärmel kann man Teile eines Palastes mit vorgelagerten Springbrunnen erahnen. Geheimnisvoll wird das Ganze dadurch, das der Kopf der Trägerin nicht im Bild ist. Neugierig fange ich an zu lesen. Der gut recherchierte Plot hat es in sich. Das flächenmäßig größte Land der Erde steht damals entwicklungstechnisch noch ganz am Anfang quasi in den Kinderschuhen. Die Tundra, riesige Waldgebiete, Sümpfe und mitten drin Zar Peter der Große, der mit Hilfe von Zwangsarbeitern Sankt Petersburg sowie der barocken Winterpalast erbauen lässt. Ob die Arbeiter wohl auch schon aus Deutschland kamen? Leider steht das nirgendwo. Großes Leid bei den einen, Verschwendung und Luxus bei den anderen. Das Gefälle arm/reich wird nach und nach besonders deutlich. Der Adel hatte alle Vorrechte, wie zum Beispiel die Aufhebung des Standes, was wie ich finde, auch gut in diesem Roman deutlich wird. Die Autorin hat die zweite Ehefrau des Zaren (Katharina I., den Zaren Peter I. sowie die zahlreichen Nebenprotagonisten, wie zum Beispiel: Anna, Elisabeth I., Menschikow, Darja Arsentjewa oder Warwara eindrucksvoll und detailreich beschrieben. Auch von der ersten Ehefrau, Ewdokia sowie deren Sohn Alexej I. erfährt der Leser schockierendes. In meiner Fantasie könnten sie so tatsächlich gelebt haben. Toll finde ich auch die große Übersichtskarte von St. Petersburg zu Beginn der Lektüre, aber auch den Stammbaum zur Übersicht am Ende des dicken Wälzers, das ist bei so vielen Personen und so einem großen Land sehr hilfreich. Schillernd, extravagant, rücksichtslos der Zar und sein Gefolge. Arm und unterdrückt, ohne Rechte die Bevölkerung. Der Spagat wird fantastisch von Ellen Alpsten beschrieben. Der Schreibstil, der mir vorher unbekannten Autorin, ist flüssig und die Wortwahl treffend. Man lernt nach und nach sogar ein paar russische Begriffe, was ich ganz nett finde. Ich mag das Buch kaum aus der Hand legen. Die über 700 Seiten fliegen vor meinen Augen nur so dahin. Eine starke Frau, die für das was sie möchte kämpft und es auch bekommt. Jedenfalls fast immer. Grins , an Schlaf ist kaum zu denken. Auch in diesem Buch gibt es - ähnlich wie auch schon bei „Paracelus – auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ - wieder einige Sexszenen. Allerdings fühle ich mich lesetechnisch hier nicht mehr so gestört. Und daher tue ich der anderen Autorin nun innerlich Abbitte, denn historisch-fiktives auf so vielen Seiten spannend zu halten, ist schon eine Kunst. Und „Sex sells“, das ist auch in diesen Romanen zu merken. Ich fiebere mit Marta/Katharina bis zur letzten Seite mit und bewundere ihren grenzenlosen Mut und auch ihre Energie, all das was sie sich vorgenommen hat, umzusetzen. Diese Erzählung hat mich nach und nach in den Bann gezogen und wie ein Strudel seine Sogwirkung entwickelt. Ich warte nun sehnsüchtig auf die Fortsetzung dieser melodramatischen Geschichte, die mich gedanklich eine spannende Zeitreise antreten lassen hat.

    Zum Inhalt:

    Leibeigene, Liebende, Zarin - der bewegende Aufstieg von Zarin Katharina I.

    Sankt Petersburg, 1725. Es ist eine stürmische Nacht, in der Peter I. stirbt. Für seine Frau Katharina I. steht alles auf dem Spiel: Wird sie durch die korrupte Hand ihrer Gegner ihr Leben verlieren oder zur ersten Zarin in der Geschichte Russlands erklärt? Sie hält Totenwache und reist in Gedanken zurück. Zu den zwölf Kindern, die sie Peter schenkte, und von denen die meisten starben. Zur Ehe mit dem Zaren, den sie geliebt und verachtet, gefürchtet und umworben hat. Zu dieser Stadt, Sankt Petersburg, Peters Stadt, die sie zusammengebaut haben. Und in die Zeit, als sie noch Marta hieß und die uneheliche Tochter eines Leibeigenen war – bevor ihr unaufhaltsamer Aufstieg an die Spitze der russischen Gesellschaft begann.

    Mehr über die Autorin:

    Ellen Alpsten wurde 1971 in Kenia geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend dort und studierte dann in Köln und Paris. Sie arbeitete in der Entwicklungshilfe an der Deutschen Botschaft Nairobi und als Moderatorin bei Bloomberg TV. Heute ist sie freie Schriftstellerin und Journalistin, u.a. für die FAZ, Vogue und Spiegel Online. "Die Zarin" - erstmals 2002 in Deutschland erschienen - ist ihr Debüt. Heute ein internationaler Bestseller, liegt der erste und einzige Roman über Katharina I. nun in überarbeiteter Neuausgabe vor.

    Weitere Bücher:

    Die Tochter der Zarin

    Fazit: 4 Sterne**** Der Roman „Die Zarin-Saga, Band 1“ ist im Heyne Verlag erschienen. Er hat 736 Seiten, die den rasanten Aufstieg von Katharina der I sehr unterhaltsam in Szene setzen.

  10. Cover des Buches Herr und Knecht (ISBN: 9783866477162)
    Leo Tolstoi

    Herr und Knecht

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Meine erstes Buch von Tolstoi. Ich wollte unbedingt den Schriftsteller kennenlernen, hab jedoch etwas Bammel, da seine Werke doch anspruchsvoll sein sollen. Deswegen bin ich auf diesen Klassiker gestossen und war gespannt, ob der Autor mich abholen konnte.

    Der reiche Kaufmann Wassili Andrejitsch Brechunow möchte ein weiteres gutes Geschäft abschliessen und macht sich zusammen mit seinem Knecht Nikita und dessen Schlitten und Pferd auf dem Weg. Allerdings droht bald ein schlimmer Schneesturm, aber er ignoriert es, da noch andere Interessenten das Waldstück abkaufen wollen. Schon bald verirren sie sich und landen in ein Dorf, von wo aus sie nicht mehr weit haben bis zum Zielort. Brechunow lehnt jedoch die Einladungen ab, im Dorf zu übernachten und fährt trotz den Warnungen wieder weiter. Sie verirren sich wieder, doch diesmal scheint keine Rettung zu kommen. Sie sind nun auf sich alleine gestellt und müssen sich selber retten.

    Beide Charaktere können unterschiedlicher nicht sein, dennoch achteten sie auf einander, irgendwie. Zu Beginn spürte man, dass der Kaufmann vom höheren Stande kommt als sein Knecht, der eigentlich ein Bauer ist. Die Schwächen der beiden wird zuerst aufgeführt: der Kaufmann denkt nur an den Profit und das Geschäft, während Nikita noch seine Dämonen bekämpft. Brechunow ist leicht egoistisch und arrogant, während Nikita ein sehr freundlicher und zuvorkommener Mensch ist. Als sie sich im Schnee verirrten fühlte man deren Verzweiflung und der Kaufmann tat zuerst etwas selbstloses. Jedoch kamen sie wieder zueinander und diesmal, da es anscheinend keinen Ausweg mehr gibt, existierte der unterschiedliche Stand nicht mehr und Brechunow scheint verstanden zu haben, was im Leben eigentlich am wichtigsten ist. 

    Auch wenn es eine Kurgeschichte ist, so hatte es dennoch eine Tiefe und ich fühlte mit den Charakteren mit. Tolstoi hat in diesen 80 Seiten gezeigt, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Egal, von welchem Stand man kommt. Seinen Schreibstiel empfand ich nicht als leicht, aber auch nicht als schwer oder schleppend. Für mich hat es ganz gut gepasst und ich hatte die Geschichte innert kurzer Zeit weggelesen. Deswegen ist dieses Buch perfekt, um den Autor Tolstoi kennenzulernen. Ein Klassiker, den man sicherlich mal gelesen haben muss.

    Eine kleine Anmerkung noch: ich habe vor ein paar Monaten "Der Schneesturm" von Vladimir Sorokin gelesen. Es hat viele Ähnlichkeiten mit "Herr und Knecht". Wer dieses Buch gelesen hat, dürfte ganz gut mit diesem hier klar kommen. Nur, dass diese Geschichte von Tolstoi Gänsehaut bereitet, während das andere eher obskur ist.

  11. Cover des Buches Der Tod des Iwan Iljitsch (ISBN: 9783866472433)
    Leo Tolstoi

    Der Tod des Iwan Iljitsch

     (59)
    Aktuelle Rezension von: 101844
    Tolstoi schreibt sehr eindrücklich und realistisch. Das typische Ablehnen und Vermeiden des Tatbestandes der eigenen Sterblichkeit wird in diesem Buch aus den verschiedenen Perspektiven geschildert. Angehörige, die statt Mitgefühl nur ihre eigene Angst und Wut auf den Sterbenden projizieren, der sie so unangenehm mit dem Thema konfrontiert. Und auch der innere Kampf des Sterbenden wird so deutlich und gelungen dargestellt, dass es einen beim Lesen selbst eiskalt den Rücken herunter läuft. Auch die unvermeidliche Retrospektive auf das eigene, vergangene Leben und das schonungslose Bilanz ziehen desselben verschriftlichte Tolstoi meisterhaft.
  12. Cover des Buches Die Kreutzersonate (ISBN: 9783938484722)
    Leo Tolstoi

    Die Kreutzersonate

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Calypso49

    Die Geschichte bietet einen Einblick ins Russland im 19. Jahrhundert, die damalige Gesellschaft und ins Seelenleben des Hauptdarstellers. 

    Interessanter Aufbau des Werkes da man als Leser die Haupthandlung nicht direkt miterlebt, sondern nur durch eine Figur erzählt bekommt. Teilweise sind mir diese Erzählungen zu langatmig, aber aufgrund dessen auch wieder authentisch.

    Die sozialkritische Theorie von Tolstoi die im Mittelpunkt der Geschichte steht hat bei Erscheinen des Buches sicher für Aufruhr gesorgt. Das zeigt auch das Nachwort in dem er zwei Jahre nach Erscheinen des Werkes auf erhaltene Briefe eingeht indem er die von ihm vertretene Theorie nochmals ausführlicher darlegt.

    Das Buch ist eine gute Abwechslung zur Gegenwartsliteratur mit zum Nachdenken anregenden Inhalt.

  13. Cover des Buches Ein russischer Sommer (ISBN: 9783406593499)
    Jay Parini

    Ein russischer Sommer

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    "Ein russischer Sommer, beschreibt das letzte turbulente Jahr im Leben Lew Tolstojs. 1910 ist der Autot von Anna karenina und Krieg und Frieden der berühmteste Schriftsteller der Welt. Parini folgt den Tagebüchern Tolstojs und seiner nächsten und schafft einen dichten, spannenden und dramatischenText, dessen Sog man sich nicht entziehen kann." (Quelle: Buchrücken) :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am Anfang war ich etwas skeptisch, wie mir vor allem der Schreibstil des Buchs gefallen würde. Die Geschichte wird aus der Perspektive Tolstojs und seiner engsten Vertrauen erzählt und zwar in Form von Tagebucheinträgen. Nach dem ich mich aber daran gewöhnt hatte, hat es mir richtig gut gefallen, denn die einzelnen Situationen und Ereignisse wurden aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert und es war wirklich interessant, wie unterschiedlich die einzelnen Ansichten der Protagonisten waren. Zwischenzeitlich war es aber auch schwer, einen eigenen Standpunkt zu finden, weil irgendwie jeder auf seine Art und Weise Recht hatte, aber auch Unrecht. Besonders interessant ist die Geschichte natürlich auch deshalb, weil der Leser einen intensiven Einblick in das Leben Tolstojs bekommt. Es wird erzählt, was seine Bewunderer an ihm fanden, welche Rolle er in der Gesellschaft eingenommen hat und auch, wie er sich seiner Familie gegenüber verhalten hat. Natürlich sind viele Passagen rein fiktiv, wie auch der Autor es im Nachwort erwähnt, aber dennoch finde ich, dass sie einen authentischen Charakter hat, eben weil einiges aus den verschiedenen tagebüchern in die Geschichte eingewoben wurde. Dieser Roman hat eigentlich mehr als fünf Sterne verdient ; )
  14. Cover des Buches Die toten Seelen (ISBN: 9783862678303)
    Nikolai W. Gogol

    Die toten Seelen

     (116)
    Aktuelle Rezension von: PoeEA1809

    Pawel Iwanowitsch Tschitschikow kommt eines Tages in die Stadt N.N. und macht sich bald bei den wichtigsten Bürgern der Stadt bekannt und beliebt. Dann bereist er die Umgebung und besucht die Großgüter der Landadligen, zu denen ganze Dörfer nebst Bevölkerung (Leibeigene) gehören. Ziel seiner Besuche ist es, den überraschten und ziemlich ahnungslosen Adeligen bereits verstorbene, aber noch in Revisionslisten eingetragene Leibeigene abzukaufen. Aus welchem Grund er diese "toten Seelen" aufkaufen möchte, erzählt er nicht und erst im letzten Kapitel des 1. Teils des Buches erfährt man auch als Leser endlich, was ihn auf diese verrückt erscheinende Idee gebracht hat. 

    Das besondere an dieser Geschichte sind die herrlichen Charaktere die Gogol erschaffen hat. Jeder/jede Adlige den er aufsucht ist eine ganz eigene Persönlichkeit, die Gogol meisterhaft zum Leben erweckt und in wunderbaren, teils sehr komischen Szenen vorführt. Es wird gegessen (teilweise wird auch dermaßen unverschämt gefressen, dass man es kaum glauben kann), getrunken, erzählt und verhandelt. Fast immer erreicht der hartnäckige Gast sein Ziel und reist um einige "Tote Seelen" reicher ab. Am Ende des 1. Teils ist er wieder in der Stadt und läßt seine "Einkäufe" gerichtsfest machen. Allerdings machen inzwischen Gerüchte über den seltsamen Ankäufer die Runde und es wird ungemütlich für den anfangs so beliebten Gast.   

    Teil 2 zeigt den etwas gealterten Tschitschikow wieder unterwegs im Land. Leider existieren zum 2. Teil des Buches nur noch einige umfangreiche Fragmente, da Gogol kurz vor seinem Tod das fertige Manuskript verbrannt hat. Somit erfährt man nur noch bruchstückhaft wie es dem Spitzbuben Tschitschikow weiter ergangen ist. 

    Die dtv Ausgabe mit der sehr schön zu lesenden Übersetzung durch Vera Bischitzki ist ergänzt um einen umfangreichen Anmerkungsteil, einen Lebenslauf des Autors, Anmerkungen der Übersetzerin sowie einem Nachwort. 

    Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, selbst die erkennbar unvollständigen, nicht überarbeiteten Fragmente des 2. Teils. Ein großer Verlust für die Literatur an sich, dass Gogol sein auf 3 Teile angelegtes Werk nicht vollendet hat.          

        

  15. Cover des Buches Meistererzählungen (ISBN: 9783257217001)
    Leo Tolstoi

    Meistererzählungen

     (11)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Feanors Fluch (ISBN: 9783423085861)
    J. R. R. Tolkien

    Feanors Fluch

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Traubenbaer

    "Feanors Fluch" von J. Tolkien ist eine Erzählung, die vor "Der Herr der Ringe" und auch vor "Der Hobbit" spielt. 

    Feanor ist einer der ersten Elben auf Arda. Er ist der begabteste unter ihnen und so gelingt ihm etwas zu erschaffen, dass seinesgleichen sucht: Die Silmaril. Dies sind wunderschöne Edelsteine, die jedoch Neider wecken. 


    Der Schreibstil ist ungewöhnlich. Man merkt, dass John Tolkien das Buch nicht beenden  konnte, sondern es als unvollständige Notizen hinterließ. Hat man sich erst einmal auf  die Schreibweise eingestellt, ist das Buch durchaus lesenswert. 

    "Feanors Fluch" ist jedoch nur ein Auszug aus "Das Silmarillion". Ich denke, dass man  die Vorgeschichte braucht, um die Geschehnisse mit und um Feanor besser zu verstehen. Deswegen würde ich ein Griff zu "Das Silmarillion" eher empfehlen. 

  17. Cover des Buches Die perfekte Ordnung der Dinge (ISBN: 9783596188833)
    David Gilmour

    Die perfekte Ordnung der Dinge

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Emi_ev
    David Gilmour erzählt in diesem Buch  die ungewöhnliche Lebensgeschichte eines Mannes, mit allen seinen Höhenflügen und Tiefen. Es besteht aus aneinander gereihten Episoden über seine Lieben, seine Verluste und Erfahrungen, an die er sich erinnert als er alle Orte aufsucht an denen er je in seinem Leben das Gefühl des Scheiterns verspürt hat. Das Buch ist aber durchaus nicht vom Gefühl des Scheiterns geprägt, vielmehr ist es über wunderbare Neuanfänge, die sanft und nicht ohne ein Augenzwinkern erzählt werden.  Ein absolutes Wohlfühlbuch!
  18. Cover des Buches Wie der Bauer die Gänse teilte (ISBN: 9783480073610)
    Leo N. Tolstoi

    Wie der Bauer die Gänse teilte

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Die schönsten Erzählungen (ISBN: 9783351033156)
    Leo N. Tolstoi

    Die schönsten Erzählungen

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Sternstunden der Menschheit (ISBN: 9783150206393)
    Stefan Zweig

    Sternstunden der Menschheit

     (197)
    Aktuelle Rezension von: Seralina1989

    Eine Empfehlung einen Profs, weil im Buch viele sog. „Schwarze Schwäne“ in den Geschichten enthalten sein sollten. Schwarze Schwäne gelten hier als der am unwahrscheinlichsten eintretende (negative) Fall. Deswegen hat es mich interessiert und ich habe mir das Buch mH des Hörbuchs zu Gemüte geführt.

    Nicht immer sind die schwarzen Schwäne in den Anekdoten aus der Weltgeschichte so offensichtlich zu finden. Zeitgleich bekommt man aber auch einige interessante Entwicklungen aus der Geschichte, die man so – wenn überhaupt - vielleicht bisher noch nicht gekannt hat.

    Muss leider anmerken, dass in meiner Print-Ausgabe von Edition Anaconda 2 Kapitel fehlen (Cicero und Wilson). 

  21. Cover des Buches Herr und Knecht (ISBN: 9783423346481)
    Leo Tolstoi

    Herr und Knecht

     (14)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Kindheit. Knabenalter. Jünglingsjahre (ISBN: 9783458319030)
  23. Cover des Buches Die Familie des Wurdalak (ISBN: 9783905802214)
    A. K. Tolstoi

    Die Familie des Wurdalak

     (11)
    Aktuelle Rezension von: krimielse
    Ich liebe alte Grusel- und Vampirgeschichten, viele bekannte Schriftsteller haben zu diesem Genre Novellen und Erzählungen geschrieben, so auch Alexej Tolstoi mit der Erzählung "Die Familie des Wurdalak". Die vorliegende Ausgabe ist eine Neuübersetzung des französischen Originals von Stephanie Queyrol, einschließlich des französischen Originaltextes und umfangreichen Anhang. Klappentext: Der Marquis d'Urfé begibt sich im Jahre 1759 auf eine verhängnisvolle Dienstreise in den finsteren Osten Europas. Als er in einer Herberge übernachten muss, hindern ihn die Umstände daran, wieder aufzubrechen und er muss einige Wochen dort ausharren... Erzählt wird die Geschichte vom alten Marquis d'Urfé selbst im Jahre 1815 im Rahmen eines gemütlichen abendlichen Treffens der Verhandlungen der Siegermächte über Napoleon. Das Buch enthält neben der eigentlichen Erzählung im Anhang interessantes Zusatzmaterial und Erläuterungen der Übersetzerin. Sie beschäftigt sich mit der Entstehung der Geschichte selbst, den Publikationen des vorliegenden Werkes und interessanterweise mit der Entwicklung der Vampirliteratur und den Vorfällen, die dazu führten, dass im 18. Jahrhundert der Vampirismus ein viel diskutiertes Thema war. Daneben gibt es aufschlußreiche Erläuterungen zu Einflüssen und Ursprüngen der vorliegenden Geschichte. Ungewöhnlich ist, dass das Werk erstmals 1884 (nach TolstoisTod) erschien, allerdings nicht in der Originalsprache Französisch, sondern als russische Übersetzung. Es wird davon ausgegangen, dass es um 1840 entstand. Die Geschichte ist im Stil eines Schauermärchens vergangener Zeit verfasst und erinnert an vampiristischen Aberglauben und Wiedergänger-Legenden aus dem östlichen Europa. Trotzdem, dass die Geschichte zum Teil vorhersehbar ist, gestaltet sich ein sehr spannender und dramatischer Erzählbogen und als Liebhaber alter Schauerliteratur á la Mary Shelley, Edgar Allan Poe oder H.P. Lovecraft kam ich beim Lesen voll auf meine Kosten. Leider beherrsche ich kein Französisch und konnte den Originaltext nicht lesen. Fazit: Herrlich schaurige traditionelle Vampirgeschichte aus dem 19.Jahrhundert, bei der Spannung und Grusel garantiert sind, aus der Feder eines genialen Autors. Das ist mir fünf Sterne wert.
  24. Cover des Buches Tolstois Albtraum (ISBN: 9783630873886)
    Viktor Pelewin

    Tolstois Albtraum

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    Wenn nichts so ist, wie es scheint ...

    Viktor Pelewins anno 2009 unter dem Titel "T" in russischer Sprache erschienener Roman ist ein bemerkenswerter Text, der als Art Satire auf eine Art biografische Erzählung über das Leben des Autors von "Anna Karenina", sich über diverse Variationen aus den Genres Fantastik, Horror, Reißer und einer noch absurderen, quasi philosophischen Abhandlung einer buddhistischen Weltanschauung bis zum Ende des Romans so entwickelt, dass eine eindeutige Deutung des auf den letzten 440 Seiten gelesenen Textes prinzipiell nicht möglich ist. Es ist auch ein Text, auf den der russische Titel "T" viel besser zu passen scheint, als der deutsche Titel "Tolstois Albtraum". Das deshalb, weil es zur Figur des Protagonisten viel besser zu passen scheint, auch im Titel den unanfechtbaren Namen Graf T. zu erhalten, da der Name Graf Tolstoi gewisse rechtliche Probleme mit sich bringen könnte ...

    Beginnt der Roman noch wie ein typischer russischer Roman, der möglicherweise sogar aus der Feder des echten Leo Tolstois stammen könnte, ist man bereits nach wenigen Seiten definitiv im Reich des Viktor Pelewin. Mit einem Sprung aus dem Eisenbahnwaggonfenster in einen Fluss rettet sich der Protagonist vor dem als Geistlichen getarnten Mitreisenden. Ab hier gibt es kein Zurück mehr, man wird als Leser mitgerissen in diesem erzählerischen Gebirgswasser der Postmoderne.

    Wie eigentlich in allen Texten des russischen Kultautors gilt der postmoderne Grundsatz: "Alles geht, nichts ist verboten".

    Und so muss Graf T. zuerst die Gunst einer rätselhaften, auf einem mysteriösen Kahn reisenden Gräfin erobern, bevor er sich mit mörderischen Pygmäen messen muss, nur um auf der Flucht zufällig in einem Zigeunerlager Zuflucht zu suchen, in dem man bereits auf ihn wartet.

    Während der Protagonist Graf T. dahinterkommt, dass er wahrscheinlich nur der Protagonist, oder auch nur eine literarisch-geschäftstaugliche Spielfigur eines ungreifbaren Autors ist, spürt der Leser zwischen den Zeilen bereits die anarchistische Auflehnung gegen ihr Protagonisten-Dasein der verschiedenen Figuren. Zusätzlich entpuppt sich der Autor als nur einer von vielen Autoren, die, in schlechter Abstimmung arbeitend, eine Art Auftragsschreiberbrigade für ein größeres Imperium sind, dem es natürlich nur um die Verkaufszahlen geht. Daher muss Graf T. auch auf alle möglichen Widrigkeiten gefasst sein, die sich seine Kreatoren für die Sponsoren einfallen lassen.

    So verwundert es auch nicht, wenn Graf T. auf den mörderischen Dostojewski trifft, der sein Dasein als eine Art Zombiejäger fristet. Er schießt aus dem Hinterhalt Zombies ab, um an ihre Wurst- und Wodkaration zu kommen. Die Zombies will er mit Hilfe einer Spezialbrille mit Zombie-Farbkennung erkennen; eine Brille, die allerdings immer die selbe Farbe aufweist, egal ob Zombie oder Mensch.

    Während sich Tolstoi und Dostojewski bekriegen, passiert die Wendung zur Emanzipation der Figuren, die zu einer revolutionären Loslösung und einem Ungehorsam gegenüber den Schöpfern führt. Mit furiosem, parodistischem Humor und einer Doppelbödigkeit, allein schon das Aufeinandertreffen von Tolstoi und Dostojewski ist zum Brüllen komisch, die dem Leser sukzessive den Boden unter den Füßen wegzieht, wobei es dem Leser nicht viel anders als den sich auflehnenden Figuren geht, entwickelt Viktor Pelewin einen Romantext, der in seiner offenen Gestaltung, im Sinne der Auflösung der verschiedenen Ideen- und Handlungsstränge, konsequent inkonsequent ist. Somit werden Leser, denen die sinnvolle Zusammenführung aller Handlungsstränge und Ideen in einem Roman wichtig sind, wahrscheinlich enttäuscht sein. Viktor Pelewin schrammt auch bewusst sehr knapp an der Grenze zwischen Ulk und Ernst dahin und reizt die Grenzen unerhört aus. Aber selbst die kleinen Ausrutscher über die Grenze der Albernheit sind hier bewusst gesetzte Bausteine, die sich ins Ganze fügen.

    Viel Ironie und Selbstironie bestimmen den Text, in dem natürlich zusätzlich unendlich viele Anspielungen auf russische Klassiker, Fabeln, Volksmärchen und Anekdoten enthalten sind, die dem Nichtrussen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geläufig sind und daher etwas verlieren, auch wenn die meisten in den Anmerkungen der Übersetzerin erklärt werden. Die Übersetzung ist ausgezeichnet und bringt die Prosa Viktor Pelewins auch in deutscher Sprache wunderbar zum Leuchten.

    Fazit:
    Ein Roman, der seine Nahrung und Ingredienzien aus allen stilistischen Ecken holt, diese in einem dem Autor eigenen Schreib-Kochtopf aber zu einem verrückt-ungebändigten Textkunstwerk zusammenwachsen lässt, das definitiv schmeckt, auch wenn man das Rezept nicht genau fassen kann. Sehr empfehlenswert.

    (Roland Freisitzer; 04/2013)

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