Bücher mit dem Tag "thomas bernhard"

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37 Bücher

  1. Cover des Buches Ein Kind (ISBN: 9783423139632)
    Thomas Bernhard

    Ein Kind

     (65)
    Noch keine Rezension vorhanden
  2. Cover des Buches Die Autobiographie (ISBN: 9783701715206)
    Thomas Bernhard

    Die Autobiographie

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Lysander
    Einbändige Leinenausgabe der Bücher, die mit zum Besten gehören, was T. B. je geschrieben hat - da sollten die vergilbten dtv-Einzelausgaben allmählich im Karton verschwinden ...
  3. Cover des Buches Die Ursache (ISBN: 9783423139595)
    Thomas Bernhard

    Die Ursache

     (40)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Die Ursache ist der erste Teil der autobiografischen Bücherreihe von Thomas Bernhard. Hier wird seine Kindheit und Jugend in der Zeit des Nationalsozialismus und den unmittelbaren Nachkriegsjahren in typischer Bernhard-Manier behandelt: düster, traumatisch und eindringlich. So findet eine kritische Auseinandersetzung mit der damaligen Mehrheitsgesellschaft, dem Schulsystem und der fehlgeschlagenen Trennung von Kirche zum Rest des Lebens aus Sicht eines Schülers statt. 

    Sprachlich war der Einstieg in das Buch recht anspruchsvoll. Die ersten 10 Seiten waren für mich sehr verwirrend und anstrengend zu lesen, was sicherlich den komplexen Satzkonstruktionen Bernhards geschuldet ist, die sich oft über ganze Seiten erstrecken. Mittlerweile ist es aber so, dass nach wenigen Seiten mit dem Einstieg und dem Lesefluss auch der Genuss kam. Sprachlich wird man beim Lesen von Thomas Bernhards Übertreibungen, der scharfen Kritik und den turmhaften Sätzen, die einen in schwindelerregende Höhen tragen, verzaubert, sodass man immer mehr möchte, das Buch nicht mehr weglegt, und nach wenigen intensiven Stunden auch schon wieder zu Ende damit ist. 

    Definitiv ein intensives Leseerlebnis, allerdings nicht uneingeschränkt weiterempfehlbar, Intellekt und Lesegeschmack müssen stimmen. 

  4. Cover des Buches Der Atem (ISBN: 9783423139618)
    Thomas Bernhard

    Der Atem

     (38)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    In dieser Erzählung wird vermittelt, wie beklemmend es sein kann als junger Mensch mit knapp 18 Jahren über Wochen hinweg im sogenannten Sterbezimmer eines Krankenhauses zu liegen. Es wird aus der Sicht des Jungen manchmal schon zu steril und kliniknah beschrieben, wie die Menschen dort behandelt werden und wie er selbst als starker Gegensatz nicht der Norm entsprechen will, was hieße, nach 1-2 Tagen zu sterben.

    Alles in allem ist die Erzählung wenn auch stark abgewandelt, so doch trotzdem repetitiv, was aber als stilistisches Mittel in diesem Fall gewollt ist um beim Leser einen bestimmten Eindruck quasi einzuschleifen.

    Man braucht nicht lange, um es zu lesen, aber es ist auch nicht mehr als eine nette kleine Erzählung zwischendruch, trotz des Themas.
  5. Cover des Buches Der Sprachverführer (ISBN: 9783423346993)
    Thomas Steinfeld

    Der Sprachverführer

     (16)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick
    Dieses wunderbare Buch des Literaturkritikers der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, löst tatsächlich das ein, was es zu sein vorgibt: es verführt seinen Leser. Es ist ein Buch über die Schönheit der deutschen Sprache und ein Buch über das Schreiben. Seine Schwierigkeiten und die Befriedigung, die es dem verschafft, der sie so benutzt und anwendet, dass ihr wunderbarer Reichtum geborgen und gezeigt werden kann. Er wählt mit seinen Annäherungen den naheliegenden Zugang zu den Schriftstellern der letzten 200 Jahre. Sie sind es, die ihm das Anschauungsmaterial liefern für eine Stilkunde, die die Ausdruckskraft und die Lebendigkeit unserer Sprache lobpreist, gegen alle Versuche und Tendenzen, sie zu verhunzen und zu verflachen. Für alle Menschen, die gerne lesen, für alle, die gerne schreiben, auch Rezensionen, ist dieses Buch ein wahre Fundgrube von Sprachschätzen. Der Verlag schreibt auf der Umschlagseite: "Wer dieses Buch gelesen hat, wird in Zukunft vielleicht ein bisschen genauer lesen und ein bisschen besser schreiben." Und er zitiert den Autor: "Schön ist die Sprache immer dann, wenn man einen Menschen in ihr wahrnimmt." Ja, so ist es.
  6. Cover des Buches Tau (ISBN: 9783218010801)
    Thomas Mulitzer

    Tau

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    „Die Leute haben es aber für bare Münze genommen. Viel gefährlicher als die Lügner selbst sind ja die Leute, die ihnen glauben. Die Naivität der Leute bringt die Lügner ja gerade erst dazu, zu lügen. Und sie haben ihm alle geglaubt. Sie waren da und haben alles durcheinandergebracht. Sie haben herumgestöbert und schamlos gelacht, und alles nur wegen dem Deppen und seinem Buch.“

     

    Ein junger Student bekommt den Auftrag auf den Spuren Thomas Bernhards zu wandeln. Dazu reist er in sein Heimatdorf Weng, wohnt bei seinem Großvater, der bereits zur Zeit Thomas Bernhards dort ein Gasthaus betrieben hatte. Dieser Ort ist auch der Schauplatz von Bernhards Werk „Frost“, welches den Ort in kein schmeichelhaftes Licht taucht.

     

    In „Tau“ lässt uns Thomas Mulitzer mit seinem Protagonisten auf Spurensuche gehen. Wir dürfen dabei sein, wenn dieser seine Beobachtungen der Dorfbewohner analysiert, seinen inneren Monologen nachhängt und Museen bzw. Ausstellungen besucht – alles im Sinne der Forschung sozusagen. Dass er sich manches Mal von seinen Studien abbringen lässt und in die Genusswelt der Gebirgswelt eintaucht, lässt sich nicht so ganz vermeiden.

     

    Der Schreibstil Thomas Mulitzers ist sehr speziell, sehr provokant, manches Mal sogar unter der Gürtellinie. Doch mir hat dieser Schreibstil gefallen, es liest sich kurzweilig, bildgewaltig. Das Buch behandelt äußerst viele Themen, von denen mir nicht alle zugesagt haben – Kritik an der Literaturwelt, Korruption, Generationenkonflikt, Gesellschaftskritik … Was mir weniger gefallen hat, war die Darstellung der Bewohner von Weng, die teilweise ziemlich schlecht weggekommen sind (vermutlich im Sinne des Ursprungswerks „Frost“). Nur weil Menschen in einem „Kaff“ leben, heißt es nicht, dass alle gewaltbereit, dem Alkohol zugeneigt und ungebildet sind. Solche Pauschalierungen sind nicht nach meinem Geschmack.

     

    Auf eine richtige Handlung, den roten Faden, wartet man vergeblich. Der Protagonist verläuft sich allzu oft in seinen Gedankenspielereien, seinen Abschweifungen, dreht sich irgendwie im Kreis. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen, was aber ausschließlich diesem wunderbaren Schreibstil des Autors geschuldet ist. Wortspielereien und besondere Sprachgebilde faszinieren mich und lassen mich am Ende trotz einer fehlenden Handlung versöhnt sein.

  7. Cover des Buches Der Briefwechsel (ISBN: 9783518422137)
    Raimund Fellinger

    Der Briefwechsel

     (16)
    Aktuelle Rezension von: bogi
    Ein exquisiter Band für Fans dokumentierter Briefwechsel. Die chronologische Wiedergabe der Beziehung eines Autors zu seinem Verleger gehört vermutlich zum Besten, was je erschienen ist. Hier wird nahezu jedes Detail interessant, spannend, abgründig, ja teils dramatisch deutlich (seien es die, zumindest zu Beginn, existentiellen Honorarvorstellungen, seien es die wahrlich nicht immer deckungsgleichen Vorstellungen von produktivem Schaffen einerseits und den verlegerischen Veröffentlichungswünschen andererseits, seien es die aus unterschiedlichsten Gründen nicht zustandegekommenen persönlichen Treffen, seien es die unterschiedlichen Staatsauffassungen (Österreich), oder die beiderseitigen gesundheitlichen Ausfallerscheinungen). Ein Buch, das gewiss nicht zu den allgemein populären Erscheinungen gehört. Für Neugierige in Sachen Autor-Verleger Beziehung, Literaturbetrieb oder einfach nur Beziehungsdarstellung in Briefwechselform, ein Leckerbissen aller ersten Grades.
  8. Cover des Buches Alte Meister (ISBN: 9783518465790)
    Thomas Bernhard

    Alte Meister

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Zwei Männer treffen sich im kunsthistorischen Museum zu Wien und das nicht zum ersten Mal, dafür aber an einem für sie ganz außergewöhnlichen Wochentag. Der Ich-Erzähler erscheint eine Stunde früher, um den anderen, Reger, auf seinem angestammten Platz einmal in aller Ruhe beobachten zu können. So beginnt diese Geschichte.

    Ist es ein Comic? Auf dem Einband steht: „Graphic Novel“, in einer kongenialen Adaption. Der Autor Thomas Bernhard ist schon vor 30 Jahren gestorben. Da war Nicolas Mahler gerade erst 20.

    Inhaltlich zusammengefasst geht es um Kritik an der Kunst, der alten Meister, aber eigentlich um die Kritik an der katholischen Kirche und nebenbei an Heidegger, Stifter und dem Burgtheater. Doch wir erfahren auch etwas über den Saaldiener Irrsigler und wie Reger seine Frau kennen gelernt hat. Jetzt ist er aber verwitwet und sitzt jeden zweiten Tag auf der gleichen Bank vor dem Gemälde 'weißbärtiger Mann' von Tinoretto.

    Die Zeichnungen von Nicolas Mahler sind reduziert und pointiert und passen letztendlich dann doch ganz gut zum Text.

    Qualität der Bindung des Buches: Beim ersten Lesen löste sich am Ende des Buches schon die erste Seite. Das ist ziemlich ärgerlich.

    Fazit: Sicherlich soll die Sache auch ironisch sein. Bei mir entsteht jedoch im Grundsätzlichen der Eindruck von Verbitterung und dem negativen Blick auf die Welt...

    Für die Geschichte gebe ich 2 Sterne, für die Umsetzung als Comic 3, für die Bindung des Buches 1.


  9. Cover des Buches Ja (ISBN: 9783518417652)
    Thomas Bernhard

    Ja

     (22)
    Aktuelle Rezension von: bogi
    Obwohl die Story die Bernhardsche Spannung, Skurilität, Spezialität abwirft, hab ich irgendwie nicht den richtigen Zugang bekommen. Ein Naturwissenschaftler trifft bei einem Nahestehenden auf ein Paar das auf der Suche nach einem passenden Anwesen bzw Haus ist. Genauer gesagt der Mann ist auf der Suche. Seine Frau, eine Perserin, ist zwar ständig dabei, wirkt dabei jedoch merkwürdig unbeteiligt. Ihr Mann wendet Ihr sich auch nie wirklich zu. Es entstehen Begegnungen und Gespräche speziell zwischen dem geistig angeschlagenen Naturwissenschaftler und der Perserin. Bis es zur ultima ratio kommt, der mittlerweile wieder klarer denkende Wissenschaftler befragt die Frau ob sie sich den eines Tages umbringen wird. Sie antwortet: Ja. Eines der Werke Bernhards, die ich vermutlich nochmals lesen werde. Allein schon, weil ich vermute darin noch mehr zu entdecken.
  10. Cover des Buches »Ich bin ein Geschichtenzerstörer« (ISBN: 9783518459539)
  11. Cover des Buches Die Verführung (ISBN: 9783892448594)
    Andreas Maier

    Die Verführung

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Gehen (suhrkamp taschenbuch) (ISBN: 9783518734452)
    Thomas Bernhard

    Gehen (suhrkamp taschenbuch)

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Eltragalibros
    Denken und Gehen; wie der Titel von Bernhards 1971 erschienener Erzählung schon lautet, ist das die Hauptthematik des Buches. Der Erzähler unternimmt einen Spaziergang mit Oehler, da Karrer – ein gemeinsamer Freund – verrückt geworden ist und in der Anstalt, in Steinhof, steckt. Oehler versucht in langen repetitiven Monologen Karrers Denken nachzugehen. Ein Denken, das sich mit der Existenz des Menschen, der Welt, dem Denken an sich und dem Gehen befasst. Der Verrücktheit, dem Verfall des Körpers, dem Irrtum, welchem die Menschheit unterliegt, dem Verstand und der Unerträglichkeit des Lebens. Die Verwendung der Sprache als Ausdruck unseres Seins oder dem Selbstmord als unumgängliche Folge für die Unterdrückung des Individuums durch den Staat. Dabei entsteht ein kausales Gedankengeflecht, das manchmal bei abschweifender Konzentration für die größte Verwirrung sorgen kann, zumal Bernhards Erzählstil viele Wiederholungen beinhaltet, die das Lesen zeitweise erschweren. Der Stil seines Schreibens steht in Gehen darüber hinaus im Vordergrund und diese Gedankenverästelungen, die er vollzieht, werden hin und wieder auch ad absurdum geführt. Dennoch versucht man als Leser den Sinn vom Unsinn zu trennen und ich für meinen Teil konnte nicht entscheiden, ob mir das immer gelungen ist. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Oehler nicht für Karrer spricht, sondern dass die Grenze zwischen ihm und Karrer hauchdünn ist und jeden Moment überschritten werden kann. Gewundert hätte es mich daher nicht, wenn Oehler am Ende seines Denkens, oder dem Denken Karrers, diesem gefolgt wäre.
  13. Cover des Buches Die Billigesser (ISBN: 9783518379899)
    Thomas Bernhard

    Die Billigesser

     (13)
    Aktuelle Rezension von: bogi
    Ich muss zugeben, mindestens ein Stern ist als Fan-Stern zu sehen. Bislang das Buch von Bernhard mit dem ich am wenigsten anfangen konnte. Der Plot handelt von Leuten die immer zur selben Zeit immer ins gleiche Gasthaus gehen und immer das billigste Essen bestellen. Daneben kommt es zu, Milieustudien, Personen- und Gegenwartsbewertungen. Dies durchaus im Bernhard-typischen Stil. So richtig ist mir der rote Faden verlorengegangen oder war auch nie wirklich da. Möglicherweise sollte ich das Buch nochmals mit gesteigerter Konzentration lesen.
  14. Cover des Buches Ein Jahr mit Thomas Bernhard (ISBN: 9783701716401)
    Karl Ignaz Hennetmair

    Ein Jahr mit Thomas Bernhard

     (10)
    Aktuelle Rezension von: dalembert
    Ist ja schon 'n beten sabbelig, das Buch, aber wenn man Bernhard-Jünger ist, gehört es ins Regal und dann auch gelesen.
  15. Cover des Buches Amras (ISBN: 9783518736753)
    Thomas Bernhard

    Amras

     (20)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Watten (ISBN: 9783518427460)
    Volker Bohn

    Watten

     (13)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Der Stimmenimitator (ISBN: 9783458180302)
    Thomas Bernhard

    Der Stimmenimitator

     (19)
    Aktuelle Rezension von: bogi
    Ein weiterer Geniestreich des Grossmeisters. Vielleicht ein idealer Einstieg in das Bernhard-Genre. Es handelt sich um ein Band mit rund 100 Kurz- und Kürzestgeschichten. Allesamt gut nachvollziehbar, da es sich um mehr oder weniger Alltagsituationen handelt. Jedoch gipfeln die Meisten im Tod (Mord oder Selbstmord in der Regel). Bernhard stellt dies sowohl in Tragödien als auch in Komödien dar (teilweise sicher auch als eine Art Mischform). Da tötet ein Türke eine alte Dame aus Mildtätigkeit, da diese ihm aus Mildtätigkeit Arbeiten verschafft hat. Da erschiesst ein Arbeiter einen Bekannten versehentlich auf der Jagd. Da kommt es im Raubtierbereich eines Zoos zu todbringenden Situationen. Wer sich bislang noch nicht zu Bernhard durchringen konnte ist hier ideal aufgehoben, wenngleich sich von diesem Werk nicht direkt auf andere schliessen lässt. Für meinen Geschmack ein echtes Schmankerl.
  18. Cover des Buches Stücke 3 (ISBN: 9783518380444)
    Thomas Bernhard

    Stücke 3

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Der Keller (ISBN: 9783423139601)
    Thomas Bernhard

    Der Keller

     (34)
    Aktuelle Rezension von: SandraWer
    „Die Wahrheit, denke ich, kennt nur der Betroffene, will er sie mitteilen, wird er automatisch zum Lügner, Alles Mitgeteilte kann nur Fälschung und Verfälschung sein, also sind immer nur Fälschung und Verfälschung mitgeteilt worden.“
    Bei diesem autobiographischen Werk von Thomas Bernhard, handelt es sich um einen Ausschnitt aus seiner Jugend, der Zeit seiner Lehre als Einzelhandelskaufmann.
    Thomas Bernhard, der seine Wurzeln in einer gut situierten Familie hat und von dieser ins Gymnasium geschickt wird, entscheidet sich gegen alle Erwartungen seines Umfelds, eine Lehre in der Scherzhauserfeldsiedlung zu beginnen. Genau da, wo keiner sein will, wo die Unterschicht der Stadt lebt. Menschen, von denen sich keiner etwas erwartet, außer Verbrechen und Alkoholismus, ja nicht einmal die Menschen selbst glauben zu mehr fähig zu sein.
    Bernhard beschreibt mit einer sehr speziellen Sprache die Stadt Salzburg, in der jeder Mensch in eine Form gepresst wird, der er entsprechen soll. Nur in der Scherzhauserfeldsiedlung meint er gelten die Gesetze der Stadt nicht.

    „Man durfte nicht nur das denken, was man wollte, man durfte das Gedachte auch aussprechen, wann und wie man wollte, in jeder Lautstärke. Man musste nicht fortwährend Gefahr laufen, wegen Eigensinns attackiert zu sein, die Persönlichkeit war plötzlich nicht mehr von den Regeln des bürgerlichen Gesellschaftsapparates, der ein menschenverheerender Apparat ist, niedergemacht und zermalmt, fortwährend wird in den Städten von dieser schauderlichen Stupiditätsgröße wie Salzburg an den Menschen herumgezupft und herumgeschüttelt, und auf ihnen wird ununterbrochen herumgehämmert und zurechtgefeilt, bis von dem Menschen nichts mehr übrig geblieben ist als ein widerwärtiger und geschmackloser Kunstgewerbmensch.“
    Bernhard hat einen negativ konnotierten, pessimistischen Sprachstil, der allerdings, wenn man Salzburg kennt, sehr passend ist, da auch die Grundstimmung der Menschen in der Stadt, dieser Stimmung entspricht und diese Grundstimmung so dem Leser sehr deutlich vermittelt wird.

    Ich bin froh einen Bernhard gelesen zu haben und es wird nicht der letzte sein!
  20. Cover des Buches Holzfällen (ISBN: 9783518784907)
    Thomas Bernhard

    Holzfällen

     (116)
    Aktuelle Rezension von: HerrWellner
    Ich bin erst durch den Roman "Schwarzer Frost" auf Thomas Bernhard aufmerksam geworden, bezieht sich der Protagonist in dem Buch doch immer wieder auf Bernhard und Holzfällen bzw den Untergeheer (auch von Bernhard). Und in der Tat, der misanthropische Erzählstil, die kammerspielartige Gesamtsituation, die vielen Ausbrüche, die nicht selten einfach nur saukomisch sind - das hier ist fraglos das Original.
  21. Cover des Buches Der Untergeher (ISBN: 9783518784600)
    Thomas Bernhard

    Der Untergeher

     (141)
    Aktuelle Rezension von: Leah_Hasjak
    Ein im desillusionierten Stil der deutschsprachigen Nachkriegsgeneration geschriebener Roman. Er liest sich, als wäre der Autor und die Protagonisten bereits entzaubert auf die Welt gekommen und hätten sogleich feststellten, dass es nichts mehr gäbe, über was man staunen könnte.

    Der Stil gewöhnungsbedürftig, mit vielen Wiederholung und Gedankenkarussellen, die sich ständig um das gleiche drehen. Der namenlose Erzähler ist, wie seine Freunde, verstümmelt und von den eigenen Erwartungen geplagt, unfähig mit dem Scheitern umzugehen, unfähig Glück im Dasein zu empfinden. 

    Ihr Leben erfahren sie, wie ihre Umgebung, als eine beständige Zumutung.
    Das Versagen des einen Freundes (Wertheimer) ist, wie der Triumph des anderen Freundes (Glenn), der Auslöser einer Sinnkrise für den Protagonisten. Während Glenn zur puren Kunst wurde und am Höhepunkt seines Dasein eines natürlichen Todes starb, richtete sich Wertheimer zu Grunde. Er wurde zu dem, was man von ihm sagte, zu einem Untergeher und krönte sein trauriges Dasein mit seinem Freitod. 

    Der eine löst sich in der Kunst auf, der andere im tragischen Sein. Er selbst, der Erzähler, bleibt seiner eigenen Zumutung treu, führt ein Zwischenleben, weder erfolgreich, noch gescheitert, wird weder unsterbliche Kunst, noch löst er sich in der Lebensquall auf. 

    Besprochen werden zwei extreme Tendenzen der Auflösung. Entweder man gibt sich der Natur hin, bis zur völligen Auslöschung seiner selbst, bis zum Tod, denn alles Lebendige strebt danach zu vergehen, oder man löst sich in Kunst auf, wird zum Klavier, künstlich, Hauptsache kein Mensch mehr, sondern gänzlich entmenschlicht. Beide Richtungen ertragen das Dasein des Menschen, als vernünftiges, sterbliches Wesen nicht.  Ein Zwischenzustand, die Vermittlung zwischen Natur und Kunst(lichkeit), zwischen Sterben und Unsterblichkeit, zwischen Sein und Nichtsein dessen, ist ihnen zu unbefriedigend. 

    Das Menschsein ist den drei Männern verhasst, weil es so gänzlich fehlerhaft und unvollständig, enttäuschend und leidvoll ist. Denn einfach nur Menschsein, bedeutet weder Natur, noch Kunst sein. Es bedeutet, dass man nur von allem erahnt und nichts wahrhaftig zu begreift.

    Die wahre Tragik liegt darin, dass selbst grandioses Scheitern gelernt sein muss und dass die, die die zwischen triumphreichen Genies und den tragischen Versagern leben, die Figuren sind, die womöglich das Leben am wenigsten ausgekostet haben. Denn sie leben weder glorreich, noch tragisch. 

    Sie existieren nur.
  22. Cover des Buches Mein Sowohlalsauch (ISBN: 9783940767356)
    Renzo Spotti

    Mein Sowohlalsauch

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Die Kälte (ISBN: 9783423139625)
    Thomas Bernhard

    Die Kälte

     (26)
    Aktuelle Rezension von: HolgerKoeln
    Wer noch nicht depressiv ist, aber dafür empfänglich, wird große Chancen nach der Lektüre haben, sich zumindestens beschissen zu fühlen.
  24. Cover des Buches Wittgensteins Neffe (ISBN: 9783518785102)
    Thomas Bernhard

    Wittgensteins Neffe

     (59)
    Aktuelle Rezension von: bogi
    Bernhard der Grosse! Der legendäre Thomas Bernhard hat mit Wittgensteins Neffe wiederum ein famoses Werk abgeliefert. Es beschreibt die Freundschaft des Autors mit dem Neffen des Ludwig Wittgenstein. Beide verbringen eine Zeit im Sanatorium, Bernhard aus physischen Gründen (Lungenkrankheit), Wittgenstein eher aus psychischen Gründen (Nervenkrankheit). Dabei beobachtet Bernhard den körperlichen Niedergang seines Freundes. Beide finden ein Thema in der Musik. Bernhard bleibt auch in diesem Buch bei seinem quasi Endlosschreibstil. Er streift auch hier seine Hassliebe zu seinem Heimatland und erwähnt einige skurile Begebenheiten im Zusammenhang mit Preisverleihungen an ihn. Das eindrucksvollste Element war für mich allerdings mit welcher Zartheit, ja Sanftmütigkeit er seine Verbindung zu Wittgenstein schildert. Ich gebe zu ich bin Thomas Bernhard zunehmend von Buch zu Buch mehr verfallen. Fast schon suchtähnlich und mit zittrigen Händen stehe ich jedesmal im Buchladen und überlege welchem Werk ich mich als nächstes widme. Man muss Bernhard ein Stück weit mögen, wer sich aber entschliesst, hat gewonnen.

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