Bücher mit dem Tag "taliban"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "taliban" gekennzeichnet haben.

93 Bücher

  1. Cover des Buches Never Say Anything (ISBN: 9783406688928)
    Michael Lüders

    Never Say Anything

     (60)
    Aktuelle Rezension von: schillerbuch

    Schon wenn Ihr die Anfangbuchstaben des Titels aneinanderreiht, bekommt Ihr eine Ahnung in welche Richtung dieser Thriller geht.

    Im Mittelpunkt dieses packenden Thrillers steht die Journalistin Sophie Schelling. Was wie eine normale Dienstreise nach Marokko beginnt, mutiert schnell zu einem wahren Alptraum: Das kleine marokkanische Dorf in der Wüste nahe zur algerischen Grenze, in dem sie recherchiert, wird zum Ziel eines Überfalls von amerikanischen Kampfhubschraubern, den Sophie als Einzige mehr zufällig überlebt. Zurück in Deutschland stellt Sophie überrascht fest, daß der Überfall in der gesamten Weltöffentlichkeit  Al-Qaida in die Schuhe geschoben wird. Ihr erster Artikel erscheint noch als neutraler Erfahrungsbereicht, aber als ihr eine CD in die Hände gespielt wird, auf der die Originalfilmaufnahmen des Überfalls aus der Pilotenkanzel eines derKampfhubschrauber zu sehen sind, muss sie sich entscheiden: Will sie schweigen oder möchte sie die ganze Wahrheit bekannt machen und so den Opfern Gerechtigkeit widerfahren lassen?

    Michael Lüders ist Journalist und Orientalist. Sein Buch „Wer den Wind sät. Was westliche Politik im Orient anrichtet“ stand 2015 wochenlang ganz oben auf der Bestellerliste. In seinem Roman tut er das, was er als Journalist nicht kann: Er verknüpft Tatsachen, die wahrscheinlich möglich, aber nicht eindeutig zu beweisen sind, mit einer spannenden Handlung. Mit seiner Hauptfigur Sophie tauchen wir nicht nur tief ein in das dreckige Geschäft amerikanischer Geheimdienste, sondern erleben gleichzeitig den Konflikt mit, in dem Journalisten und Redaktionen heute oft stehen mögen: Worüber berichten wir und in welcher Form, welchen Beweisen können wir trauen, wie vertrauenswürdig sind in einer digitalisierten Welt die Quellen.

    Sophie muss sich letztendlich entscheiden: Will sie die Wahrheit vollständig ans Licht bringen und dies mit großer Wahrscheinlichkeit mit ihrem Leben bezahlen oder beugt sie sich dem Druck dem sie ausgesetzt wird und verzichtet auf die Berichterstattung, die sie für richtig hält. Auf dem Weg zu dieser Entscheidung begleiten wir sie atemlos.

    Spannende, erkenntnisreiche Lektüre, die mich nicht so schnell losgelassen hat!

  2. Cover des Buches Totengeld (ISBN: 9783453437944)
    Kathy Reichs

    Totengeld

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Blackfairy71

    Eine junge Frau wird tot in Charlotte gefunden, ihre Leiche achtlos in einem Straßengraben deponiert. Keine Papiere, keine sonstigen Hinweise auf ihre Identität. Forensikerin Tempe Brennan wird bei der Untersuchung klar, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Der zuständige Detective Slidell hat schnell eine Erklärung: eine illegale Prostutuierte, die anscheinend niemand vermisst. Aber Tempe ist sich da nicht so sicher.

    Gleichzeitig bekommt sie den Fall eines Schmugglers auf den Autopsietisch, der kuriose mumifizierte Artefakte in die USA schleust. Bei ihren Recherchen stößt sie auf eine Verbindung zwischen dem toten Mädchen und dem anscheinend lukrativen Handel mit Schmuggelware. Aber wie hängt das Ganze zusammen? 

    Und dann bittet auch noch Tempes Ex-Mann Pete sie um einen Gefallen und sie fliegt in ihrer Eigenschaft als Beraterin für das Militär mitten ins Kriegsgebiet nach Afghanistan. Auch in der Hoffnung, ihre Tochter Katy einmal wiederzusehen. Doch auch hier lässt sie der Gedanke an das tote Mädchen nicht los. Denn sie hat ihr versprochen, dass sie herausfindet, wer sie ist und wer ihr das angetan hat.

     

    "Totengeld" ist bereits der 16. Fall für die forensische Anthropologin Tempe Brennan. Kleine Anmerkung am Rande: Ich finde, der Originaltitel "Bones of the lost" hätte besser gepasst. 

     

    Ansonsten hat mir das Buch wieder gut gefallen. Ich mag die Reihe einfach und es ist schließlich nicht einfach, über so viele Jahre und Geschichten, die Spannung gleichbleibend oben zu halten. Kathy Reichs gelingt das meiner Meinung nach aber sehr gut. Sie weiß schließlich, wovon sie schreibt. 


    Schade nur, dass Ryan nicht dabei war. Die Diskussionen zwischen ihm und Tempe haben immer einen hohen Unterhaltungswert in den Büchern. Wobei der Schlagabtausch zwischen ihr und Slidell auch oft zum Schmunzeln ist. Und Kater Bird natürlich, der heimliche Star der Reihe. 😉

     

    Den Teil mit Afghanistan und Tempes Einsatz für das Militär fand ich zunächst ein wenig irreführend, da nicht direkt ersichtlich ist, wohin das Ganze führen wird. Aber zum Ende wird klar, dass das "Intermezzo" doch Sinn macht und nicht einfach nur eine Lobeshymne auf das US-Militär sein soll.  Trotzdem wird beim Lesen klar, dass Amerika anscheinend immer noch vom Einsatz in Afghanistan überzeugt ist. Allerdings ist das Buch auch von 2013. 

     

    Einem Zitat von Tempe, das wahrscheinlich auch die Meinung der Autorin widerspiegelt, stimme ich nur zu gerne zu: "Aber absolut keine Toleranz habe ich für einen Glauben, der nicht nur Mädchen jegliche Bildung verweigert, sondern zudem den Missbrauch von Frauen entschuldigt, sogar gutheißt. Für ein Dogma, das Männern erlaubt, Angehörige meines Geschlechts zu schlagen, zu verstümmeln, ja sogar zu töten. Mein einziges Vorurteil. Ich verachte die Taliban. Und ich glaube fest daran, dass die Arroganz und Grausamkeit ihrer Gefolgsleute von Unwissenheit, Angst und männlicher Unsicherheit herrühren."


    Fazit: Ein für mich weiterer spannender Teil der Reihe, mit einer Protagonistin, auf deren Wiedersehen ich mich jedes Mal freue wie bei einer alten Freundin. 

  3. Cover des Buches Ich bin Malala (ISBN: 9783426788271)
    Malala Yousafzai

    Ich bin Malala

     (273)
    Aktuelle Rezension von: Elbe1092

    Zu recht ein Bestseller , 

    Es ist kein Geheimnis was in einem Land wie Pakistan und Afghanistan für schlimme Dinge geschehen und das weibliche Geschlecht immer mehr dafür verurteilt wird , das es in dieses Geschlecht hineingeboren wurde. Das so ziemlich alles was wir westlichen Menschen kennen und lieben, für diese Frauen so unerreichbar erscheint.

    Leider bewerte ich das Buch mit nur zwei Sternen, weil es mir teilweise sehr schwer fiel das Buch zu lesen, der ‚Roten Faden‘ zu folgen, der für mich persönlich eine der wichtigsten Dinge sind. Es gibt eine Handlung, in dem Fall die Geschichte , tragisch und dennoch teilweise mit viel Glück gesegnet , eines jungen Mädchens . Ich finde es gut das sie aus ihrer Sicht erzählt , dennoch finde ich viele Informationen, wie eben die Geschichte ihres Volkes aus dem Swat-Tal dennoch für Background-Wissen, was zwar schön ist zu erfahren, dennoch überflüssig. Es hat streng genommen nichts mit ihrem Kampf für ihre Ziele zu tun. Es wirkte auf mich so als müsse sie teilweise versuchen die Seiten irgendwie zu füllen . Zudem musste man oft von einer Zeit in die nächste ‚springen‘, was für mich wie gesagt den Roten Faden zum Verlust hatte.

    Fazit: 

    Dennoch eine wunderbare Geschichte , ein sehr mutiges Mädchen mit so wunderbaren Zielen, die für uns zwar ‚normal‘ sind, da wir in Ländern leben wo wir getrimmt werden einem Beruf nachzugehen der uns glücklich macht. Für diese junge Frau ist das ein Ziel , in einer unmöglichen Zeit der Besetzung eines Landes das tragischerweise nichts anderes kennt als Krieg , Gewalt und Unterdrückung. 

  4. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596520701)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (1.205)
    Aktuelle Rezension von: UlrikeBode

    Das Cover ist einfach wunderbar gestaltet, drückt aber in keiner Weise die Tragik dieser berührenden Geschichte aus. Die Protagonisten sind sehr detailliert beschrieben und  ich hatte gleich die Gesichter dazu, so wie es mir mit den weiteren Protagonisten auch gegangen ist.

    Es ist die Geschichte zweier Frauen, die versuchen zunächst alleine, später gemeinsam  ihr Schicksal  in die Hand zu nehmen.

    In einem sehr einfühlsamen und flüssigen Schreibstil hat der Autor hier eine authentische Geschichte geschrieben,Man konnte physisch und emotional  das Leid und die Gefühle der Frauen spüren, ihre Machtlosigkeit und Auswegslosigkeit.

    Man wird gleichzeitig durch die Geschichte des Landes der letzten 30-40 Jahre mitgerissen und erlebt das reale Leben, das keines Falls nur eine Geschichte ist. Leider ist dies nicht der Fall, es entspricht der Realität, die wir auch heute noch in vielen Ländern vorfinden.

    Ich kann hier nur eine absolute Leseempfehlung geben, denn diese Geschichte rüttelt schonungslos auf, klärt auf und bringt den Lesern zu einer stillen Ohnmacht.

  5. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596296958)
    Frank Schätzing

    Breaking News

     (184)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Mit dem Roman Breaking News begibt sich Frank Schätzing in das Genre des Polit-Thrillers. Sein Thema: die Geschichte des Staates Israel beginnend in der Zeit des britischen Protektorates für Palästina bis in die beginnenden 10er Jahre des 21. Jahrhunderts. Ein gewaltiges Thema und entsprechend komplex. Vorher kommt der Hass und die Unvereinbarkeit von Israelis und Palästinensern, welche Fehler sind gemacht worden und warum war bis dato je Bemühung für einen dauerhaften Frieden zum Scheitern verurteilt. 

    Schätzing verwebt historische belegte Ereignisse mit der Lebensgeschichte zweier befreundeter Familien, die es in den frühen 1920er nach Palästina verschlägt. Über die Elterngeneration und deren Kinder und Enkeln zieht sich der gespannte Bogen. Logisch, dass es bei diesem Unterfangen immer wieder Längen gibt. 

    Die Hauptperson ist Tom Hagen, ein deutscher Journalist, der nach einer missglückten Aktion in Afghanistan in Misskredit geraten ist. Da spielt ihm ein befreundeter Fotoreporter einen Kontakt zu einem Verkauf von CDs, die Materials den israelischen Inlandsgeheimdienst enthalten sollen. Hagen sieht seine Chance gekommen, beruflich wieder Fuß zu fassen. Doch das Material erweist sich als nur bedingt interessant. Um seine Redaktion zufriedenzustellen, erfindet Hagen ein Komplott gegen einen israelischen Spitzenpolitiker. Hagens Lüge erweist sich als nur allzu wahr und so gerät er und alle seine Kontakte in Lebensgefahr.

    Fazit:

    Vielleicht nicht der beste Roman aus der Feder von Frank Schätzing, aber auf jeden Fall lesenswert. 

    Historisch sehr informativ, streckenweise extrem spannend, gute Charaktere, eine hochbrisante Geschichte um politische Attentate und die Welt der Geheimdienst - passt.


  6. Cover des Buches Über die Berge und über das Meer (ISBN: 9783836956765)
    Dirk Reinhardt

    Über die Berge und über das Meer

     (26)
    Aktuelle Rezension von: 99Hermione99

    Um was die Geschichte handelt: 

    Soraya lebt in einem kleinen Dorf in den Bergen. Jeder nennt sie Samir. Ja, sie wird nicht nur mit einem Jungennamen gerufen, sondern sie zieht sich auch so an und verhält sich wie ein Junge. Und das aus gutem Grund: Soraya ist die 7. Tochter ihrer Familie und somit noch immer nicht der erhoffte Sohn. Als Junge kann sie jedoch frei herumlaufen, und muss nicht wie alle Mädchen und Frauen, den ganzen Tag im Haus sitzen. Ausserdem dürfen diese das Haus nur in Begleitung  von männlichen Personen verlassen. Doch nun mit 14 Jahren ist Soraya alt genug, um sich "umzuwandeln" in das Mädchen, das sie eigentlich ist. Das finden auch die Taliban, eine streng religiöse, gewalttätige Gemeinschaft. Ein ähnliches Schiksal trifft Tarek, ein Kuchi, ebenfalls aus Afghanistan, der mit seiner Familie in den Bergen herumzieht. Die Taliban wollen, dass er ihnen beitritt, da er ein sehr guter Schafhirte und Spurenleser ist. Tarek und Soraya geben sich unabhängig voneinander auf den Weg der Flucht, durch brenzlige und lebensgefährliche Situationen, oft ganz alleine, viele Kilometer von ihrer Familie, ihrem Bekanntenkreis und ihrer Kultur entfernt. 

    Nun aber zu meiner Meinung: 

    Ich finde, man kann sich unglaublich gut in die zwei Protagonisten hineinversetzen und flüchtet mit ihnen. Gerade, weil das Thema (Flüchtlinge und Taliban in Afghanistan) so aktuell ist, habe ich die Geschichte regelrecht verschlungen. Die Kapitel berrichten immer abwechslungsweise aus der Sicht von Tarek und Soraya. Manchmal bin ich durcheinandergekommen, was jetzt wem passiert ist. Aber das konnte ich dann schnell nochmal nachlesen. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist realistisch, soweit ich das beurteilen kann. Mit diesem Roman kann man nachvollziehen, was Flüchtlinge alles durchleben müssen. Das Buchcover finde ich persönlich wunderschön. Ausserdem befindet sich eine Karte hinten im Biuch, auf der die Fluchtwege von Soraya und Tarek eingezeichnet sind, sehr praktisch. 

    Ich kann es nur empfehlen. Einfach lesen!! :-)

  7. Cover des Buches Luc - Fesseln der Vergangenheit (ISBN: 9783802591075)
    Stefanie Ross

    Luc - Fesseln der Vergangenheit

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Sophia_81

    Als der SEAL-Lieutenant Lucien DeGrasse von einem afghanischen Warlord schwer verletzt entführt und in einem verstecktes Bergdorf gefangen gehalten wird, trifft er dort auf die amerikanische Ärztin Jasmin, die sich um ihn kümmert. Trotz dieser ungewöhnlichen Lage sind beide voneinander fasziniert und kommen sich näher. Als Luc flieht, lässt er Jasmin zurück, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat und er ahnt nicht, was ihre Chance auf eine gemeinsamen Zukunft bedrohen könnte.


    Dies war das erste Buch, das ich von Stefanie Ross gelesen habe und es hat mich von der ersten Seite an gepackt: ein fluffiger Schreibstil, gut recherchierte Szenen zu Afghanistan, zum Militär und zur Politik und zwei Protagonisten mit großem Herz. Luc ist ein loyaler Bruder und Sohn, ein treuer Freund, ein mutiger Soldat und als Teamleiter stellt er sich stets schützend vor sein Team. Jasmin opfert sich selbst für ihre Familie und musste lernen, für sich zu kämpfen. Luc und Jasmin reiben sich aneinander bis die Funken fliegen. Beide habe ein großes Ziel: Gerechtigkeit und Frieden wiederherzustellen. Mit Witz und viel Spannung wird der Leser dabei wunderbar unterhalten. Gerade das Setting lässt ihre Liebe zarter hervor strahlen, ohne dabei in Kitsch abzudriften. Meine absolute Leseempfehlung für alle, die Romantik gewürzt mit viel Action lieben!

  8. Cover des Buches Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen (ISBN: 9783442455157)
    Siba Shakib

    Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

     (114)
    Aktuelle Rezension von: monerl

    (4,5 Sterne)

    Meine Meinung
    Ich habe dieses Buch schon sehr viele Jahre ungelesen in meinen Regalen. Aufgrund der derzeitigen desaströsen Situation in Afghanistan, ausgelöst durch den schnellen Abzug der USA, Deutschland und anderen Staaten, hatte ich das Bedürfnis noch mehr über Afhanistan, die afghanischen Bevölkerung und vor allem die afghanischen Frauen zu erfahren! Denn gerade Letztere sind von der erneuten Übernahme des Landes durch die Taliban am meisten betroffen.

    In ihrem vor 20 Jahren erstveröffentlichten Buch „Nach Afghanistan kommt Gott nur zum Weinen“ hat die Autorin eine Biografie über eine afghanische Frau, Shirin-Gol, geschrieben, die in ihrer Kindheit bereits den Einmarsch der Russen in Afghanistan erlebt hat und bis zum Ende des Buches, irgendwann im Jahre 2001, nur Flucht, Hunger und Entbehrungen gekannt hat. Und doch hat sie und haben auch andere Menschen immer noch Hoffnung auf ein neues und besseres Leben in Zukunft.

    „An diesem Nachmittag wissen Shirin-Gol und Azadine noch nichts von dem, was wenig später in ihrer Heimat geschehen wird. Die Ärztinnen, die Landwirtin, die Biologin, die Lehrerinnen, die Ingenieurin, die Krankenschwestern, die Frauen, die lesen können, die Frauen, die nicht lesen können, die Frauen, die sich in Azadines Haus versammelt haben, wissen noch nicht, dass in weniger als einem Jahr die Amerikaner und Europäer ihnen im Kampf gegen die Taleban endlich zu Hilfe kommen werden. An diesem Nachmittag glauben die Frauen zum soundsovielten Mal voller Hoffnung, die ihnen niemand nehmen kann, an eine bessere Zukunft. An diesem Nachmittag wissen sie noch nichts von den vielen Freunden, die sie im fernen Amerika und Europa haben. Sie wissen noch nicht, dass Bekämpfung von Terrorismus nur mit Bomben und Raketen möglich ist.
    Die Frauen wissen an diesem Nachmittag noch nicht, dass bald wieder Bomben auf sie, auf Kabul, auf alle anderen Städte, auf ihr Land geworfen werden.
    An diesem Nachmittag wissen sie nicht, dass die Amerikaner zu ihrer Befreiung kommen werden.“ (Buch, S. 295)

    Es ist sehr bitter, aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen, 20 Jahre später, dass dieser letzte Satz aus obigem Zitat sich von einer Sekunde auf die andere in Luft aufgelöst hat! Am 16. August 2021 haben die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernommen. Sie sind in Kabul einmaschiert, nachdem die USA und auch Deutschland ihre Truppen wieder aus dem Land zurückziehen. Sie geben Afghanistan auf! Zwanzig Jahre lang konnte das Land sich langsam wandeln, nach vorne entwickeln. Frauenrechte wurden auf den Weg gebracht, Frauen konnten wieder in Ruhe studieren (40% der Studierenden sind Frauen gewesen), arbeiten, eine Schulbildung genießen, Künstlerinnen werden, lachen, tanzen und sich auch ohne Koopftuch auf die Straße trauen.

    Die derzeitigen Nachrichten sind niederschmetternd! Menschen fliehen vor der erneuten Herrschaft der Taliban! Die einen, weil sie nicht mehr in einem Land ohne Freiheit, Menschen- und Frauenrechte leben wollen, die anderen, weil sie mit den westlichen Mächten zusammengearbeitet haben und somit potentiell gefährdet sind. Die Taliban haben Namenslisten von diesen Menschen angefertigt, suchen sie, werden sie wahrscheinlich foltern und umbringen.

    Shrin-Gol ist 1979, als die Russen in Afghanistan einmarschieren und sie die ersten Raketen hört, ungefähr 5 Jahre alt. Heute ist Shirin-Gol, falls sie noch lebt, eine Frau von fast 50 Jahren, die wieder die Herrschaft der Taliban erleben muss und die sich vielleicht auch wieder auf eine Flucht begeben wird.

    Shirin-Gol hat einige Kriege erlebt und hat über 20 Jahre ihres Lebens in der Fremde und auf der Flucht gelebt.

    „Wo ist der Unerschied zwischen Heimat und Fremde?, fragen Nafass, Nabi, Navid, Nassim wieder und wieder, bekommen weder von Shirin-Gol noch von Morad eine Antwort. Die vielen Länder, Städte, Berge, Täler, Dörfer, in denen sie gelebt haben, die sie durchquert haben, die sie wieder verlassen mussten, der Sand, die Wüste, die Berge, das ist alles viel zu viel, viel zu groß für die kleinen Seelen der Kinder, die von Mal zu Mal zerbrechlicher, unsicherer, verängstigter werden. Was ist ein Land?, fragen sie. Was bedeutet Heimat? Wo ist mein Zuhause? Was ist eine Grenze? Wo ist sie?“ (Buch, S. 240)

    Die Autorin Siba Shakib zeigt überaus deutlich, was Shirin-Gols Kinder, alle afghanischen Kinder in all den Jahren durchmachen mussten. Sie wachsen ohne ein längerfristiges und richtiges Dach über dem Kopf auf, erleiden Hungerperioden, Verluste von Träumen und einer Zukunft.

    Shirin-Gol versucht zu überleben, sich und ihre Kinder durchzubringen. Sie ist mental stärker als ihr Mann Morad, der sich und sein Unglück versucht mit Opium zu betäuben. In einem Flüchtlingslager im Irak wird sie von Polizisten vergewaltigt und muss auch ihren Körper verkaufen, um an Geld zu kommen und trauert ihrer Vergangenheit nach, als sie als junges Mädchen unter der russischen Herrschaft verpflichtet wurde in die Schule zu gehen. Shirin-Gol ist eine der wenigen Frauen, die lesen und schreiben können. Sie wollte einmal Ärztin werden, doch dann verließen die Russen wieder Afghanistan und der Bürgerkrieg begann.

    Shirin-Gols Leben ist voller Verluste, die sie in ihrem jungen Leben ertragen musste. Ihre älteste Tochter verliert sie an einen jungen Taliban, in den diese sich verliebt hat. Gegen die Liebe gibt es keine Medizin, so stimmt sie nach langer Gegenwehr der Hochzeit zu. Ihren ältesten Sohn verliert sie im Iran, der nicht wieder mit seiner Familie zurück nach Afghanistan will, nachdem der Iran seine Gastfreundschaft zu den geflüchteten Afghanen beendete. Sie verlor ihren Mann Morad an das Opium, das ihn abhängig, schwach und krank gemacht hat. Sie verlor Brüder und Schwestern im Krieg der Mujahedin und doch verlor sie nie die Kraft, immer wieder von vorne anzufangen!

    Siba Shakib zeichnet über das Leben von Shirin-Gol die traurige Vergangenheit Afghanistans. Ein Land, das seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommen durfte und wohl auch sehr lange nicht zur Ruhe kommen wird.

    „Wir hatten einen König, der von seinem eigenen Schwager, der die Dinge besser machen wollte, abgesetzt wurde. Die Engländer wollten die Dinge in unserem Land besser machen. Die Russen sind gekommen und wollten uns wer weiß wovor retten. Die Amerikaner haben die Mujahedin mit Waffen beliefert und ausgebildet, wieder um wer weiß was zu ändern und damit alles besser wird. Die Mujahedin führen überall Krieg, für einen besseren Islam. Irgendwelche Kommandanten schießen auf andere Kommandanten, weil sie das Beste für uns wollen. In Kandahar, im Süden unserer Heimat, ist eine neue Bewegung aufgetaucht, die sich Taleban nennt und für einen bessseren Islam kämpft.“ (Buch, S. 162)

    Fazit
    Ein sehr aufschlussreiches und informatives Buch, das sehr ausführlich über die Menschen in Afghanistan berichtet und was sie alles erleben mussten. Die Biografie von Shirin-Gol schmerzt von Seite zu Seite mehr, denn diese Frau hat in ihren noch nicht einmal 30 Jahren mehr erlitten und Schlimmes erlebt, dass es in mehr als zig traurige Leben passen könnte.
    Dies ist leider gerade heute wieder ein sehr lesenswertes Buch, auch wenn ich mit dem Schreibstil nicht ganz so zufrieden war.

  9. Cover des Buches Im Meer schwimmen Krokodile (ISBN: 9783328106654)
    Fabio Geda

    Im Meer schwimmen Krokodile

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Der Roman handelt von der Lebensgeschichte von Enaiatollah Akbari. Er wächst bis ca. 12 Jahren in Afghanistan auf bis seine Mutter beschließt, dass er aus seinem Land flüchten soll, um ein besseres Leben zu haben. Allein auf sich gestellt, schlägt er sich über mehrere Monate und mit einigen Rückschlägen in Pakistan und im Iran durch. Bis er es schafft über die Türkei und Griechenland unter gefährlichen Umständen in Italien zu landen. 

    Das Buch ist 2010 rausbekommen und traurigerweise hat es an Aktualität nicht verloren. Die Geschichte von der Flucht ist einerseits sehr schön geschrieben und durch Textpassagen im Interview-Stil unterbrochen. Anderseits ist die Thematik wahrscheinlich nicht für jeden was, da man so furchtbare Dinge, die passieren, keinem Menschen nur im Ansatz wünscht. Aber Akbari hat es geschafft, den Sprung in ein sicheres und hoffnungsvolles Leben in Italien. 

  10. Cover des Buches Wer die Hunde weckt (ISBN: 9783406704086)
    Achim Zons

    Wer die Hunde weckt

     (23)
    Aktuelle Rezension von: schillerbuch

    David Jakubowicz ist Journalist und findet sich im Hafenbecken Hongkongs wieder, auf dem Beifahrersitz eine Autos, das wenige Minuten zuvor die Hafenbegrenzung durchbrochen hatte. Die Frau neben ihm ist tot. Sie war eine CIA-Agentin, die ihm bei einem Essen wichtige Informationen über eine Geheimoperation zukommen lassen wollte.

    Kurz danach bombardieren Tiefflieger in Afghanistan auf Befehl des deutschen Offiziers Robert Westphal eine Konvoi, der scheinbar einen Angriff auf einen deutschen Stützpunkt ausführen will – ein schrecklicher Irrtum, bei dem zahlreiche Kinder und Zivilisten zu Tode kommen.

    David Jakubowicz wird aus dem Krankenhaus nach München in seine Redaktion beordert um über diesen Fall zu berichten und merkt schnell, daß das, was ihm seine CIA – Informatin erzählen wollte, in engem Zusammenhang damit steht. Zusammen mit seiner jungen Kollegin Emma Bricks beginnt er zu recherchieren.

    Wenn Euch jetzt jetzt bei der Beschreibung diese Plots an den Thriller „Never say Anything“ von Michael Lüders erinnert fühlen, dann liegt Ihr nicht ganz falsch.  Auch hier geht es neben der Thrillerhandlung auch um die Probleme, die die überregionalen Zeitungen haben. Trotzdem ist dieser Erstling des Journalisten Achim Zons ganz anders und ebenfalls sehr spannend. Man merkt, daß der Autor auf einen reichen Erfahrungsschatz als Drehbuchautor zurückgreifen kann, denn er hält die verschiedenen Handlungsfäden souverän in der Hand. Als Leser/in erlebt man mit, unter welchem wirtschaftlichen Druck Redaktionen heute stehen, wie schwierig es ist, als Frau Karriere zu machen und welche Bedeutung die sogenannten Stringer für die Journalisten haben: Menschen, die vor Ort recherchieren und durch ihre Sprachkenntnisse unentbehrlich sind. Und man liest, wie ein Offizier, der zum Spielball der großen Politik geworden ist, versucht, mit seiner Schuld zu leben.

    Achim Zons bietet uns außerdem eine (natürlich rein fiktive) Erkärung an für einen der schwersten militärischen Zwischenfälle, in die deutsche Soldaten nach dem 2. Weltkrieg verwickelt waren: Den Luftangriff bei Kundus, bei dem über 100 Menschen um’s Leben kamen und der zum Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Jung führte. Die Vorgänge sind bis heute nicht restlos geklärt.

    Spannend bis zum Schluß, ein vielschichtiger, sehr lesenswerter Thriller!

  11. Cover des Buches Heiß (ISBN: 9783455404265)
    Gerd Schilddorfer

    Heiß

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12

    "Heiß" ist der zweite Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Den alten Haudegen und Piloten zieht es zurück zu seinen Wurzeln nach Nordafrika. In der neu erbauten Bibliothek in Alexandria wird die Leiterin der Manuskriptensammlung bei einem Raubüberfall schwer verletzt und ein geheimnisvolles Manuskript ist plötzlich verschwunden. Für Finch etwas persönliches, denn die Frau hat er als kleines Mädchen schon einmal gerettet. Gleichzeitig geschieht in Berlin ein brutaler Mord an einem Wachmann und in Pakistan muss ein Polizist bei Ermittlungen an einem Mord um sein Leben fürchten. Es scheint dass Geheimdienste seinen Tod wünschen. Und so setzt der englische Geheimdienst auf die Fähigkeiten von Finch den Mann aus Pakistan zu retten und auszufliegen. Aber damit beginnt eine Hetzjagd über den Globus für John Finch und seinen Auftraggeber Major Llewellyn. Es scheint dass der Feind in den eigenen Reihen zu suchen ist. Gerd Schilddorfer lässt den Leser wieder in mehrere verschiedene Handlungsstränge in der Gegenwart und der Vergangenheit eintauchen. Dabei bleibt es wieder sehr lange vollkommen undurchsichtig, wie diese zusammenhängen. Doch in jedem Strang für sich überschlagen sich die Ereignisse, man grübelt wie alles miteinander verbunden ist und findet es doch nicht heraus. Dabei ist Spannung stets garantiert und erst nach gut zwei Drittel erkennt man Zusammenhänge. Genau dies fasziniert mich beim Lesen, diese langsame Hinführen an die Auflösung. Die Geschichte ist komplex, die Kapitel kurz gehalten. Und so springt man immer wieder zwischen Handlungsorten und Geschehen wie es auch schon im Vorgängerband war. Auch hält die Geschichte immer wieder Überraschungen bereit, mit denen man so nicht gerechnet hat. John Finch, diese Mischung aus Indiana Jones und Top Gun Pilot Maverick gepaart mit Geheimdienstaktivitäten lässt auch diesen zweiten Band wieder zu einem spannenden Pageturner werden. Absolutes Lesevergnügen für jeden dem wie mir solch eine Kombination gefällt.

  12. Cover des Buches Der Mann aus dem Schatten (ISBN: 9783453273290)
    David Lagercrantz

    Der Mann aus dem Schatten

     (26)
    Aktuelle Rezension von: gedankenbuecherei

    MEINE MEINUNG: Micaela Vargas und Hans Rekke bilden ein mehr als merkwürdiges Ermittlerpärchen und ich war wohl gleichermaßen fasziniert und genervt, vor allem von Hans Rekkes Art und Weise. Mit den beiden Charakteren hat David Lagercrantz auf jeden Fall zwei ganz besondere und außergewöhnliche Persönlichkeiten geschaffen, die sich wirklich abheben und im Gedächtnis bleiben. Micaela ist eine sehr starke, intelligente, fast schon rebellische Ermittlerin, die aber ganz zu Beginn der Handlung doch noch sehr zurückhaltend ist und sich vor allem von ihren männlichen Kollegen viel zu viel gefallen lässt. Mit der Zeit findet aber eine Entwicklung statt und ich konnte mitverfolgen, wie sie selbstbewusster und waghalsiger wurde. Dies verdankt sie zum Teil auch Hans Rekke, der irgendwas in ihr sieht und an sie glaubt. Er ist hochintelligent und gleichzeitig depressiv, psychisch total instabil und fast schon am Rande des Wahnsinns – das war mir teilweise leider auch etwas zu viel des Guten und im Rahmen von polizeilichen Ermittlungen erschien mir das doch ein wenig unpassend. Auch die Verbundenheit zwischen den beiden fand ich sehr seltsam. Zum Einen konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, wo sie herrührte und zum Anderen war mir auch nicht ganz klar, was für Gefühle die beiden füreinander hegen …

    Bei dem Fall, den die beiden zu lösen versuchen, handelt es sich um einen Mordfall, der mehr oder weniger schon ungelöst bei den Akten liegt. Deshalb ist die ganze Geschichte auch nicht wirklich rasant, vielmehr geht es um die Verwicklungen und wie letztendlich alles miteinander zusammenhängt. Rätselraten ist also angesagt, allerdings ist mir das doch auch schwer gefallen, da der Fall sehr komplex ist und ich stellenweise auch nicht ganz mitgekommen bin. Hier muss man auf jeden Fall sehr viel Aufmerksamkeit investieren. Der Fall war trotzdem sehr fesselnd und verzwickt, allerdings auch ein wenig ausufernd und deswegen auch etwas verwirrend und nicht ganz problemlos zu folgen. Am Ende nimmt die Geschichte noch politische Züge an, was es für mich noch spannender gemacht hat, da die Story doch weitreichender war, als zunächst angenommen. Es hat aber trotzdem ein Weilchen gedauert, bis ich überhaupt in die Geschichte reingefunden habe.

    Etwas problematisch war für mich die Art und Weise, wie Micaela von ihren männlichen Kollegen behandelt wurde. Herablassend, herabwürdigend. Wieso das sein musste, habe ich nicht ganz kapiert, bis auf die Tatsache, dass Micaela am Ende allen beweist, was sie drauf hat … Aber das hätte man sicher auch anders lösen können.

    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ist aber auch etwas außergewöhnlicher. Man muss es wirklich mögen. So ganz kann ich gar nicht sagen, woran es liegt, David Lagercrantz hat, wie ich finde, einen ganz eigenen Erzählton, an den man sich anfangs vielleicht etwas gewöhnen muss. Ich kenne ihn aber schon von den Millenium-Fortsetzungen und habe ihn dort schon sehr gemocht.

    FAZIT: Die Handlung an sich war für mich nicht ganz rund und ich hatte stellenweise Schwierigkeiten zu folgen. Trotzdem fand ich vor allem die Auflösung gelungen, zu Beginn hätte es für meinen Geschmack noch etwas rasanter sein können. Mit „Der Mann aus dem Schatten“ ist David Lagercrantz dennoch ein Reihenauftakt gelungen, den ich gerne weiterverfolge. Das Besondere sind auf jeden Fall die Micaela und Rekke, in ihrer Merkwürdigkeit und mit ihren Eigenheiten, bei denen ich mir noch nicht ganz sicher bin, was ich davon halten soll. Hier schlummert auf jeden Fall Potenzial und ich freue mich schon auf den nächsten Fall der beiden!

    3,5/5 ♥

  13. Cover des Buches Der Buchhändler aus Kabul (ISBN: 9783548604305)
    Asne Seierstad

    Der Buchhändler aus Kabul

     (46)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    Dieses Buch zu beschreiben ist nicht einfach. Die Geschichte des Buchhändlers wurde von der Journalistin Åsne Seierstad aufgrund eigener Erlebnisse aufgeschrieben. Fünf Monate hat sie bei dem Sultan Khan und seiner Familie, seinen Frauen und seinen Kindern verbracht. Ihre Erlebnisse hat sie in einem lesenswerten Buch festgehalten.

     

    Mit großem Einfühlungsvermögen und schonungsloser Klarheit schildert sie den Alltag einer afghanischen Familie, die Wirren des Krieges, das Leben unter der Herrschaft der verschiedenen Regimes, die Härte der Taliban und der eigenen Landsleute erlebt.

    Das Gesetz ist das Familienoberhaupt und alle haben sich seinen Anweisungen zu fügen, so antiquiert sie auch sein mögen. Einerseits ist Sultan ein belesener Mann, andererseits ein diktatorischer Herrscher im eigenen Haus. Menschenrechte, Frauenrechte, Selbstständigkeit, Freiheit – Fehlanzeige.

    Die Frauen haben keinerlei Rechte, nicht einmal das Recht auf eine Intimsphäre. Der Wert der Frauen misst sich an ihrer Arbeitskraft, an ihrer Jungfräulichkeit und später an der Anzahl der Kinder, bevorzugt der männlichen Nachkommen. Sie beten zu Allah und hoffen auf seinen Beistand, damit das nächste Kind ein Junge sein möge, nicht noch eine Tochter.

     

    Schon im Kindesalter ist die Aufgabe der Mädchen zu putzen, die Wünsche der Männer zu erfüllen, sei es der älteren Verwandten oder der jüngeren Brüder. Eine 7jährige geht bei uns selbstverständlich zur Schule, sie muss weder um 4 Uhr aufstehen um sauber zu machen oder zu kochen, noch die Kleidung der männlichen Familienmitglieder waschen und bereitlegen.

     

    Sehr früh werden die Kinder verheiratet, ohne jegliches Mitspracherecht; entscheidend ist allein der Stand des Bräutigams und seine Gebote für das Mädchen. 14-jährige die sich schlechte ‚vermitteln‘ lassen müssen sich dann mit einem dreimal so alten Mann und den bereits vorhandenen Kindern abfinden, für die sie nun zu sorgen hat.

     

    Der Autorin ist ein sehr facettenreiches Bild gelungen von einem Land, dessen Moralvorstellungen bei mir zu Irritationen geführt hat. Immer wieder habe ich mich gefragt: wie ist das möglich ?

     

    Die Unterschiede zwischen Afghanistan und Deutschland könnten krasser nicht sein. Wird in dem einen Land in Bildung investiert besteht die Hauptaufgabe im anderen Land in Unterdrückung. Den Frauen wird von klein auf keinerlei Wertschätzung entgegengebracht, sie sind Arbeitskraft und Geburtseinrichtung und versteckt vor den Blicken der Männer. Was macht es mit einer Frau die die Welt nur durch ein Fadengitter wahrnimmt, den Blick begrenzt, die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ? Vielleicht ist unser Blick auf Burkatragende Frauen auch einseitig, denn sie scheint nicht nur eine Last, sondern bietet auch Schutz und manche Frau scheint völlig überfordert, wenn sie diesen Schutz ablegen soll.

     

    Die Wertvorstellungen und das Rechtsverständnis könnte zwischen dem einen und dem anderen Land nicht unterschiedlicher sein. Ich habe das Buch immer wieder weglegen müssen, um das Gelesene zu sacken zu lassen, so unglaublich ist die Schilderung.

     

    Insgesamt gab das Buch einen tiefen Einblick, der manchmal verwirrend und manchmal abstoßend war, der aber auch deutlich machte, dass eine Veränderung nur durch Bildung möglich macht. Die Integration der Menschen die Afghanistan verlassen um in Europa eine neue Heimat zu finden kann nur durch Bildung, Aufklärung und Vermittlung der hiesigen Werte gelingen.

     

    Männer sollten lernen, dass Frauen nicht ihre billige Arbeitskraft ist, dass sie nicht für sie zur Verfügung stehen, wann immer es ihnen passt, sie lassen jeden Respekt vermissen und verhalten sich so unglaublich, dass es schmerzt.

     

    Und die Frauen müssen ermutigt werden in ihrem Selbst-Bewusstsein, ihrer Selbstwahrnehmung, ihrem Recht auf Respekt.

     

    Das Buch wurde (zu Recht) mehrfach ausgezeichnet und es ist gut, dass sich die Autorin nicht hat einschüchtern lassen und die Veröffentlichung trotz 13 Jahre andauernder Prozesse gelungen ist. Der wahre Buchhändler fühlte sich in seiner Ehre verletzt, wobei es wohl eher um die schonungslose Ehrlichkeit ging, die er der Autorin anlastete.

     

    Der Buchhändler aus Kabul war aufschlussreich und bot einen Einblick in afghanische Lebensweise und Traditionen, soweit dies durch ein Nichtfamilienmitglied überhaupt möglich ist.

  14. Cover des Buches Und morgen seid ihr tot (ISBN: 9783832163044)
    David Och

    Und morgen seid ihr tot

     (22)
    Aktuelle Rezension von: gedankenchaotiin
    Vornewege muss man gleich erwähnen, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Sachbuch handelt, um eine wahre Begebenheit. Die beiden Autoren erzählen ihre eigene Geschichte, sprechen über ihre eigenen Erfahrungen.
    Vielleicht mag der eine oder andere, gerade anhand der damalig erfolgten Medienberichterstattungen denken, dass die beiden äußerst leichtsinnig gehandelt haben, indem sie sich in das Land gewagt haben, in welchem die Taliban "regieren", aber ich glaube, dass die ganze Reise geplant und wohl durchdacht war, was man eigentlich auch deutlich an den Tagen und Wochen vor der Entführung merkt.

    Während der Reise hat Daniela in einem Tagebuch alles aufgeschrieben, was bleibende Eindrücke bei ihr und auch bei David hinterlassen hat und genau das hat sie auch während der Entführung, während der Wochen in Gefangenschaft nicht aufgegeben.
    Alleine vermutlich schon aus dem Grund, nicht völlig verrückt zu werden, einfach um eine Art Ventil zu haben, wo sie alles loslassen kann, was sie bedrückt, wenn sie gerade nicht mit ihrem Partner darüber reden konnte.
    In diesem Buch hat sie auch einige Zeichnungen beigefügt, welche sich auch im Buch selbst wiederfinden, was ich persönlich toll fand, um mir quasi selbst ein Bild davon machen zu können.

    Obwohl die Situation schier ausweglos erschien, hat das Paar oft genug versucht, das Positive in der Zukunft herauszufiltern, sich selbst etwas aufzumuntern und sei es nur dadurch gewesen, in dem sie den Entführern Spitznamen gegeben haben.
    Gerade diese - nennen wir sie Eigenart - hat mich oftmals zum Schmunzeln gebracht, obwohl ich es eigentlich gar nicht richtig wollte.

    Durch die Erzählungen Danielas hat man als Leser auch einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie gut wir es hier in Deutschland eigentlich haben. In den Teilen Pakistans, in welche Daniela und David verschleppt wurden, gelten oft katastrophale Zustände: Kein Strom, keine Bildungsmassnahmen, dazu der ganze Gefechtslärm, welcher fast täglich zu hören ist, hygienische Missstände, wie wir sie uns hier vermutlich kaum vorstellen können.

    Während des Lesen hat man als Leser auch zusätzlich deutlich gespürt, dass Daniela und David durch diese Entführung noch weiter zusammenwachsen, als das sie das vorher schon waren.
    Tagelanger Schlafmangel, Ungewissheit und die bereits oben erwähnten Punkte, dazu Durchfall und Flohbefall zerren an den Kräften der beiden Schweizer, welche jedoch mit der Planung ihrer Flucht über sich hinauswachsen, nochmal alle ihre Kräfte mobilisieren, um wieder nach Hause zu gelangen.

    "Und morgen seid ihr tot", war ein Buch, welches mich sehr.. nachdenklich hinterlassen hat. Einerseits war es ein guter - nennen wir es Einblick - in dessen, was wir hier vermutlich gar nicht so mitkriegen, aber auf der anderen Seite hat es auch noch einige Fragen offen gelassen.
    Wie ist es dem Paar nach ihrer Flucht ergangen? Sind sie noch ein Paar? Beeinträchtigen Sie die gesammelten Eindrücke noch immer, dass es schwer fällt, jemals wieder ein normales Leben zu führen?
    Sind überhaupt jemals Lösegelder geflossen oder gab es nie eine Lösegeldforderung in Richtung Schweiz?
    Trotz dieser offenen Fragen möchte ich das Buch jedem ans Herz legen, der Danielas und Davids Leidensweg verfolgen möchte, jedem, dem bewusst ist oder bewusst werden kann, dass solch eine Entführung in einem völlig fremden kann, jeden treffen kann - gerade in der heutigen Zeit.
  15. Cover des Buches Die Bibel & ich (ISBN: 9783548609393)
    A. J. Jacobs

    Die Bibel & ich

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Was passiert, wenn man sich ein Jahr wörtlich an die Vorschriften der Bibel hält? Das beschreibt A. J. Jacobs in diesem Buch. Auch wenn er sich nicht an alle Vorschriften zugleich hält, so stellt sich dieses Unterfangen als ganz schön schwierig und teils auch unsinnig heraus. Denn der Autor interpretiert die Regeln so, wie sie wörtlich in der Bibel stehen. Ohne Kontext und ohne Adaption an die heutige Zeit. 


    So kommen von Kreationisten bis hin zu den Red Letter Christians auch verschiedene Gruppierungen zu Wort: Dadurch dass Jacobs sich aber für die wörtliche Auslegung der Bibel entscheidet, sind es zumeist hochpolarisierte, evangelikale Gruppen, die zu Wort kommen. Der "gläubige Mainstream" erhält in diesem Buch keine Aufmerksamkeit. Und Jacobs probiert tatsächlich auch jede noch so schräge Regel aus.


    Letztendlich war das Buch vermutlich eine tiefe Erfahrung für den Autor selbst, der zwar nicht zum Glauben aber zu einigen Ritualen gefunden hat. Für den*die Leser*in ist das Buch stellenweise aber nur amüsant. Einen tieferen Sinn dahinter kann ich für mich selbst nicht entdecken, außer: Wenn die Bibel wörtlich ausgelegt wird, wird sie in unserer Zeit unsinnig. UND: Keiner hält sich an die gesamt Bibel, sondern es wird immer eine Auswahl getroffen, an die man sich hält. Ob man dadurch zu Gott finden kann, bleibt dabei jedem selbst überlassen.

  16. Cover des Buches Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will (ISBN: 9783462045369)
    Kurt Krömer

    Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Buecherseele79
    Ich denke dass dem ein oder anderen Kurt Krömer bekannt ist und mit seiner frechen, direkten Art die auch mal unter die Gürtellinie
    geht kann bestimmt nicht jeder etwas anfangen.
    Ich persönlich mag die Art von Kurt Krömer und somit war ich auch gespannt was er in diesem ersten Buch nun zu berichten hat.
    Denn aussergewöhnlich ist es ja schon dass ein "Komiker" nach Afghanistan reist weil die Bundeswehr in ihren Lagern
    sich einen Auftritt vom ihm wünscht.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig, leicht und Kurt Krömer spart natürlich im ersten Teil nicht mit frechen Sprüchen und seinen
    privaten Ansichten über den Flug, das ganze Hin und Her um nach Afghanistan zu kommen, über die Bundeswehr.
    Denn Herr Krömer hat den Zivildienst sowie den Dienst in der Bundeswehr komplett verweigert, aus welchen Gründen und wie
    es dazu kam erzählt er ganz offen in seinem Buch.

    Vorweg muss gesagt werden- das Buch ist "nur" mit ca. 180 Seiten bestückt, also hier einen grossen Ratgeber oder eine
    halbe Lebensgeschichte was Herr Krömer dort erlebt hat darf man nicht warten.
    Trotzdem zolle ich Herrn Krömer meinen Respekt dass er diese Reise dann gleich 2x angetreten ist, einmal um eben die
    Bundeswehr zu unterhalten und dann nochmals weil er Afghanistan selbst kennenlernen wollte, die Leute, deren Leben unter Terror und Krieg, was hätte man besser machen können, wo bringen die verschiedenen Lager und Stellungen aus dem Ausland
    der Bevölkerung etwas?

    Welche Gefahren dort lauern, auch für die Bundeswehr zeigt Kurt Krömer hier in seinem Buch auf.
    Und umso mehr man liest, umso tiefer man in die Geschichte eintaucht umso mehr merkt man auch wie dieses Land
    Kurt Krömer zu reizen beginnt aber auch wie gewisse Situationen ihm zusetzen.
    Da ist dann erstmal Schluss mit Lustig und das kommt für mich auch sehr persönlich herüber, nichts ist gestellt oder übertrieben,
    weder in der Beschreibung noch mit seinem Humor.

    Das Gespräch gegen Ende des Buches finde ich am interessantesten als Kurt Krömer mit seinem "Fremdenführer" in Afghanistan spricht und von ihm wissen möchte was gut gelaufen ist, wie hat der Terror und der Krieg das Land und die Leute
    verändert, wie leben sie damit, wie gehen sie mit den ständigen Warnungen wegen Selbstmordattentätern um?
    Welche Fehler hat auch das Ausland gemacht?
    Wo hätte man besser, anders ansetzen müssen?

    In meinen Augen scheut Kurt Krömer nicht die Konfrontation und gibt es so von sich wie er die Reise gefühlt und erlebt hat.
    Ein kurzweiliges aber sehr interessantes und bewegendes Leservergnügen mit einem spritzer Humor.
  17. Cover des Buches Deutsche Geschichte (ISBN: 9783407755247)
    Manfred Mai

    Deutsche Geschichte

     (16)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Mir hat das Buch gut gefallen und empfehle es gerne weiter. Ist spannend und gut geschrieben. Als Auffrischung wirklich gut. Manches hätte noch ausführlicher sein können. 

  18. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783596522682)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.989)
    Aktuelle Rezension von: Leseabenteuer

    Der 12jährige Amir wächst in Kabul bei seinem Vater auf. Sein bester Freund, Hassan, ist der Sohn des Dieners. Doch nach einem Drachenlauf gerät Hassan in einen Übergriff und danach ist deren Freundschaft zu Bruch gegangen. Amir quälen sein Leben lang Schuldgefühle.  Wir verfolgen hier hauptsächlich Amir, der es auch nicht leicht hat. Sein lebenlang buhlt er um die Anerkennung und Liebe seines Vaters. 

    Mir wurde das Buch sehr oft schon empfohlen und zu Recht. Es ist eine sehr bewegende Geschichte mit viel Gehalt. Einige Szenen gingen mir sehr nahe und ich habe mit den Tränen kämpfen müssen. Es steht nicht nur die Freundschaft im Vordergrund sondern auch die Zustände in Afghanistan. Sehr eindrücklich und erschreckend.

    Ich vergebe hier volle 5 Sterne und möchte noch mehr von dem Autor lesen.


  19. Cover des Buches Manchmal muss man Pferde stehlen (ISBN: 9783751200288)
    Antonia Michaelis

    Manchmal muss man Pferde stehlen

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Nil

    Wir lesen alles was die Autorin Antonia Michaelis vorlegt, denn sie hat ein unvergleichlich gutes Gefühl dramatische Geschehnisse in kindgerechte Worte zu packen. Wie auch hier wieder bewiesen mit ‚Manchmal muss man Pferde stehlen‘.

    Es geht um zwei Kinder, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich doch so nahe sind: Anna und Tariq. Sie beiden gehen zusammen zur Schule und sind durch verschiedene Ereignisse traumatisiert. Anna verlor ihre Mutter und verstummte. Tariq flog aus Afghanistan mit seinem älteren Bruder von dem er nun getrennt in einem Heim lebt. Er wird auch leider durch seine Ohnmacht gewalttätig. Tariq will nun zu seinem Bruder und Anna und die Pferde Wackelpo und Apfelmütze helfen hier!

    Wer anhand des Covers glaubt es ist ein klassisches Pferdebuch, tut dem Buch unrecht. Denn es steckt so viel mehr drin als Liebe zum Tier. Hier wird gelitten und Traumata erklärt und eine zarte Freundschaft entspinnt sich. Aus meiner Sicht ein schönes Kinderbuch, das nicht trivial ist, schön geschrieben und uns die Welt ein wenig menschlicher macht.

    Der Verlag gibt das Lesealter mit 10 Jahren an. Das passt zum Selbstlesen sehr gut, denn es ist mit 284 Seiten recht umfangreich, auch wenn es teilweise schön illustriert ist von Simona M. Ceccarelli, schon ein umfangreicheres Buch mit Inhalt der auch verdaut werden will.

  20. Cover des Buches Auf den Feldern der Ehre (ISBN: 9783492264020)
    Jon Krakauer

    Auf den Feldern der Ehre

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Tim_Tichatzki
    Das Buch lag lange ungelesen in meinem Schrank, weil ich keine Lust hatte, schon wieder ein Buch über den Krieg zu lesen. Dann habe ich mit Begeisterung den Film „Into The wild“ gesehen, und festgestellt, dass er auf einer Buchvorlage von Jon Krakauer basiert. Ich habe dieses Buch also nur deshalb wieder aus dem Schrank geholt, weil es von Jon Krakauer geschrieben wurde. Ich folge halt gerne Autoren. Und ich wurde nicht enttäuscht. Sehr geschickt verbindet Krakauer die Biografie von Pat Tillmann mit der geschichtlichen Entwicklung, die zum Afganistankrieg geführt hat. Es ist wirklich gut, wie leicht er unterschiedliche Erzälstränge, Perspektiven und Zeitsprünge miteinander verbindet - etwas, dass mich sonst beim Lesen gerne stört. Aber Jon Krakauer schafft es, dieses Stilmittel mit Bravour zu verwenden. Viele Hintergrundinformationen über das Militär, die Taliban und American Football machen das Buch zu einer sehr interessanten Lektüre. Und man stellt als Leser wieder einmal fest, dass es keinen sauberen Krieg gibt. Es ist immer schmutzig. Es wird gelogen und betrogen, und selbst die hochgerüstetste Macht der Welt ist nicht vor menschlichem Versagen gefeit. Krieg ist Scheisse!
  21. Cover des Buches Geisel der Taliban (ISBN: 9783775156318)
    Dilip Joseph

    Geisel der Taliban

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Buchperlentaucher
    Taliban entführen den Arzt Dr. Dilip Joseph. Wenn für ihn keine 300'000 Dollar bezahlt werden, wird er ermordet. Eine Sondereinheit des US-Militärs befreit den Arzt und bringt ihn sicher zurück in seine Heimat. 
    "...Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen..." Diese und gleichartige Bewertungen stehen auf den ersten Seiten des Buches. Ich kann mich dieser Meinung leider nicht anschließen. Richtig spannend empfand ich das Buch selten. Nur sehr wenig erfährt der Leser über die Arbeit der Hilfsorganisationen in Afghanistan. Gerne hätte ich auch mehr über darüber erfahren, auf welche Art sich das Land positiv entwickelt hat. Dieser Meinung vertritt Dr. Dilip Joseph, aber er liefert dazu wenig Fakten. In den Medien wird das Bild von brutalen und erbarmungslosen Taliban gezeigt. Es ist der Verdienst von Dr. Dilip Joseph,dass er auch von  anderen Erfahrungen mit diesen Menschen berichtet. 
  22. Cover des Buches The Kite Runner (ISBN: 9781408850251)
    Khaled Hosseini

    The Kite Runner

     (153)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    Achtung, Spoiler-Warnung! Trotz aller Bemühung gelingt es mir nicht, die Rezension ganz spoiler-frei zu halten.


    Kurz-Inhalt:

    Ich-Erzähler-Amir erlebt eine glückliche Kindheit im Kabul der 60-er und 70-er Jahre. Diese endet, als er mit 12 eine schreckliche Schuld auf sich lädt, die sein weiteres Leben überschatten wird. Viele Jahre später - er hat sich in Amerika ein gutes Leben aufgebaut - kehrt er ins Afghanistan der Taliban zurück um die Schuld zu begleichen.


    Mein Lese-Erlebnis:

    Der erste Teil des Buches beschreibt die Kindheit des Erzählers. Gut und lebendig erzählt, lernt man hier viel über das Leben im Afghanistan vor dem Krieg. Nicht alles ist eitel Wonne, aber der junge Amir betrachtet Standesunterschiede und Rassismus aus seiner unschuldig-kindlichen Perspektive. *****

    Dann kommt der traurige Teil: Amir lädt eine Schuld auf sich, und macht durch seine Vertuschungs-Versuche - nicht nur für sich selbst - alles nur noch schlimmer. Viele Rezensenten schreiben an dieser Stelle, dass ihnen die Figur unsympathisch wurde. Mir nicht: er ist ein Kind, kein Held! Und die meisten Erwachsenen würden nicht anders handeln. Ich zumindest kann gut mit Amir mitfühlen und habe mehr als eine Träne vergossen beim Lesen. *****

    Der Autor überspringt dann viele Jahre und nimmt den Faden erst wieder auf, als Amir aus Afghanistan nach Amerika flieht, und sich dort ein neues Leben aufbaut. Auch hier gibt es noch interessante Stellen - vor allem über das Leben der Exil-Afghanen in den Staaten - aber die Erzählweise ist hastiger, action-reicher. ****

    Und dann kommt das enttäuschende Ende. Ab hier fühlt es sich an, als ob plötzlich der orientalische Autor von einem Amerikaner beim Schreiben abgelöst worden wäre. Amir kehrt zurück nach Afghanistan. Die Beschreibung der Situation unter den Taliban ist kurz und schlaglicht-artig. Er ist als Tourist dort, nicht als Einwohner - das merkt man. Dann gleitet die Geschichte eindeutig ins Fiktive ab, wird für einige Seiten zum Action-Thriller, um als Kitsch-Roman zu enden. Dieses Ende ist nicht mehr als 3 Sterne wert. ***


    Fazit: lesenswert. Man lernt viel über die Kultur des früheren Afghanistans und der Afghanen im Ausland. Eine herzergreifende Geschichte über Verrat und Schuld. Aber wegen des schwachen Endes nur 4 statt 5 Sterne.

  23. Cover des Buches Mauertänzer (ISBN: 9783746626017)
    Andrea Busfield

    Mauertänzer

     (38)
    Aktuelle Rezension von: katzekatzekatze

    Ich fand das Buch an sich sehr interessant. Die Geschichte wird aus der Sicht eines elfjährigen afghanischen Jungen erzählt, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und sehr anschaulich, ich konnte mir das Land und seine Menschen sehr gut vorstellen.

    Ich weiß nicht, was, aber irgendwie hat mir dann tatsächlich doch noch etwas gefehlt. Ich empfand viele Dinge als zu "harmlos" dargestellt und manche Dinge als zu novellenhaft, um wirklich einen realistischen Einblick zu erhalten. Es ist schwer zu erklären.
    Was ich auch schwierig fand war, dass mir bis ich das Nachwort gelesen habe, nicht so ganz klar war, was alles erfunden und was wahr war. Dass es sich dann doch nur um fiktive Figuren handelte, hat einen etwas komischen Nachgeschmack hinterlassen, weil ich mir jetzt unsicher bin, inwieweit der Einblick wirklich realistisch und nicht von der Autorin romantisiert war. 

    Lesenswert ist das Buch aber aufjedenfall.

  24. Cover des Buches Amina (ISBN: 9783764170851)
    Carolin Philipps

    Amina

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Gucci2104

    Das Buch stand nun schon ein halbes Jahr in meinem Schrank. Daher dachte ich mir es ist der beste und kürzeste Einstieg ins neue Jahr. Das mich jedoch kompakte 150 Seiten so mitnehmen können, hätte ich nicht erwartet. Auch wenn es hier nur um eine fiktive Geschichte geht, passieren genau diese Dinge jeden Tag dort unten. Amina sowie viele andere Mädchen werden in ihren Familien als Junge erzogen, wenn dieser fehlt. Jungs genießen viel mehr Freiheiten, haben aber auch mehr Verpflichtungen, dem Vater bei der Feldarbeit zu helfen etc. Die Mädchen jedoch haben keine Rechte. Zwar ist gibt es entsprechende Gesetze, was nützen diese jedoch wenn sie nicht vollstreckt werden. Es interessiert keinen, wenn eine Frau gesteinigt oder fast tot geprügelt wird. Und wenn ich mir die aktuelle Lage ansehe und welche Rechte den Frauen schon wieder aberkannt wurden, wird mir schlecht! Ich hoffe sehr, dass hier eines Tages doch noch ein "Erwachen" erfolgt! Ganz klare Leseempfehlung von meiner Seite, aber bitte nicht zu dünnhäutig sein!

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