Bücher mit dem Tag "suzanne collins"

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27 Bücher

  1. Cover des Buches Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange (ISBN: 9783789120022)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange

     (680)
    Aktuelle Rezension von: elisalways

    Das Prequel beschäftigt sich mit dem gefürchteten Präsidenten Snow. Hier ist er allerdings erst 18 Jahre alt und lebt im Kapitol. Durch den Krieg hat seine Familie einen großen Schaden erlitten. Dies will er nun ausgleichen, indem er als Mentor seine Tributin aus Distrikt 12 zum Sieg führen will. Jeder einzelne Schritt kann dazu führen, dass sein Vorhaben scheitern kann...

    Ich habe mich wirklich gefreut, dass Suzanne Collins einen neuen Teil schreibt. Doch ich war schon vor der Veröffentlichung skeptisch, ob das funktionieren kann. Es gibt doch viel spannendere Abschnitte, z.B. der eigentliche Krieg vor den Hungerspielen oder die Hungerspiele des Mentors von Katniss. Und nach dem Lesen dieses Buches muss ich wirklich sagen, dass es nicht unbedingt notwendig war. 

    Positiv fand ich, dass man einige Hintergründe und Abläufe der Hungerspiele erkunden konnte. Außerdem wurden einige Dinge näher erklärt (z.B.Stichwort Rosen, Spotttölpel und Taschentücher). Zudem fand ich den Schreibstil angenehm zu lesen.

    Coriolanus Snow wurde mir allerdings nicht näher gebracht. Er ist immer noch genauso unsympathisch geblieben. Er ist extrem egoistisch und auf seinen Ruf achten und hat keine (echten) Gefühle für andere. Vielleicht wollte es die Autorin auch zeigen - manche Menschen sind einfach furchtbar. Aber dann hätte man meiner Meinung nach kein 600 Seiten Buch dazu schreiben brauchen. Die anderen vielen Charaktere sind ok...man kommt ihnen nicht wirklich nahe. Schrecklich sind sie aber auch nicht. Sie sind allerdings kein Vergleich zu der Bindung, die man mit Katniss und Co.  über die 3 Bände aufbaut. Nicht unerwähnt dürfen allerdings die wirklich beachtlichen Längen dieses Buches sein. Es hätte man auch locker um 200 Seiten kürzen können. Es gibt auch keinen wirklichen Höhepunkt/Finale. Hin und wieder zieht die Spannung etwas an, bis sie dann wieder abflacht. Da hätte ich mir mehr Aktion gewünscht. 

    Und nun zum Titel meiner Rezension und was ich damit meine. "Tribute von Panem" lebt v.a. von den Hungerspielen - dem verbünden, verraten, bekämpfen und persönlichen Leid. Was man in dem Buch bekommt, sind allerdings die ganzen Sachen, die man nicht so spannend findet. Im Grunde verfolgt man privilegierte und unausstehliche Individuen, die sich die Spiele angucken. Wir sind also nicht direkt dabei, sondern gucken uns quasi eine Dokumentation darüber an. Es hätte dem ganzen gutgetan, wenn es auch ein paar Kapitel aus der Sicht der Tribute gegeben hätte. 

    Ich glaube, dass dieses Buch nur etwas für absolute Hardcore-Fans ist und für Leute, denen es nicht ausmacht, von unsympathischen Charakteren zu lesen. Ich kann einfach nur sagen, dass es dieses Buch nicht hätte geben müssen. Für den Film, der ja auch schon bestätigt wurde, glaube ich, dass sie wirklich an dem Spannungsbogen arbeiten müssen.

  2. Cover des Buches Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele (ISBN: 9783789121272)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele

     (17.651)
    Aktuelle Rezension von: Marcel_93

    Ich habe die Trilogie schon lange auf meinem Sub hab mich aber lange Zeit nicht ran getraut. Aber jetzt muss ich sagen das ich es schon viel früher hätte lesen müssen…der erste Band ist fantastisch!


    Die ersten Seiten werden District 12 und das Leben von Katniss erzählt aber es wird schon sehr schnell sehr spannend und zum Teil dramatisch was bis zum Ende geblieben ist.

    Das Leben von Katniss ihrer Mutter und ihrer Schwester Prim war sehr schön erzählt. Auch die Verbindung mit ihrem besten Freund Gale mit dem sie Jagen war und kleinere Abenteuer erlebt hat war toll.


    Gewalt ist natürlich sowohl physisch als auch mental zum Teil krass dargestellt worden aber ich persönlich finde es richtig da gerade die Hungerspiele sehr brutal sind.
    Suzanne Collins hat aber einen sehr guten Mix gefunden aus Erzählung Emotionen Gefühlen Spannung Dramatik und eben Gewalt.


    Die Charaktere waren alle gut einige sogar sehr gut vor Allem Katniss als Hauptprotagonistin und Rue haben mir sehr gut gefallen. Peeta war aber auch ein toller Charakter.


    Die ersten 2 Teile des Buches und bis zur Mitte des 3. Teils fande ich es perfekt. Danach sackte es meiner Meinung nach minimal ab war aber immer noch sehr stark.


    Ich konnte mir nahezu jede Situation bildlich vorstellen was für mich etwas ganz Besonderes ist.


    Eine absolute Empfehlung von mir und ich freue mich auf den 2. Band!


  3. Cover des Buches Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe (ISBN: 9783789121289)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe

     (8.808)
    Aktuelle Rezension von: Marcel_93

    Nachdem ich Band 1 beendet habe habe ich direkt mit Band 2 weitergemacht.

    Ich liebe die Welt von Panem sie gehört zu meinen absoluten Favoriten!


    Teil 1 des Buches empfand ich als sehr erzählerisch und wenig intensiv. Dennoch wurde Teil 1 gut aufgeklärt und die Geschichte war schön weitererzählt.

    Teil 2 habe ich dann wieder mehr gefühlt und kam sehr nah an die Stärke der Hungerspiele von Teil 1 heran. Die Spannung nahm zu und die Überraschungen waren da.

    Teil 3 hat mich absolut weggehauen es war vielleicht der stärkste der bisherigen 6 Teile (Band 1 und 2). Es war super spannend und sehr intensiv.


    Das Ende war überraschend obwohl ich bei einem Charakter grundsätzlich schon skeptisch war ob er nicht etwas im Schilde führt dementsprechend war ich jetzt nicht sprachlos aber dennoch aufgrund der Tatsachen wie was passiert ist und wie die Welt jetzt ist überrascht.


    Die Tribute von Panem sind einfach klasse und ich empfehle es Jedem der mal in eine andere Welt eintauchen möchte!

    Ich werde direkt mit Band 3 weitermachen und bin gespannt wie die Trilogie sich dort weiterentwickelt und dann zu Ende geht.

  4. Cover des Buches The Hunger Games (ISBN: 9781407132082)
    Suzanne Collins

    The Hunger Games

     (610)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte_P

    Meine Meinung:

    Eigentlich wollte ich dieses Buch am Anfang gar nicht lesen, aber dann habe ich viele Empfehlungen bekommen und ich beschloss es zu lesen. Schlussendlich gefällt es mir sehr gut, was ich nicht gedacht hätte. Es ist spannend und sehr aufregend diese „neue Welt“ zu erkunden und zu erfahren, wie das dort in der Zukunft funktioniert. Natürlich sind die Hunger Spiele überhaupt kein schönes Ereignis und ich hoffe dass sie nie existieten werden.

    Die Personen gefallen mir grösstenteils gut (vor allem Gale). Was mir bei Peeta nicht gefallen war dass nan nie weiss ob z.B seine Liebe zu Katniss echt ist oder nicht.

    Ich habe das Buch zum Glück zuerst auf Deutsc    h und dann auf Englisch gelesen. Ansonsten hätte ich vieles nicht verstanden, weil es viele komplizierte Wörter gibt. 

    In Grossen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich bin schon sehr auf die weiteren zwei Teile gespannt.

  5. Cover des Buches Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn (ISBN: 9783789121296)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn

     (8.101)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Das Ende der Reise von Katniss, Peeta und Co war nach dem zweiten Band noch lange nicht zu Ende. Der Hass aufs Capitol und Präsident Snow ist noch immer zu spüren.

    Ich musste unbedingt wissen, wie es weitergeht. Snow spielt weiterhin seine Spielchen mit den Menschen. Katniss lebt mit ihrer Mutter und Schwester unter der Erde im 13. Distrikt. Sie versucht, immer wieder um ihre Freiheiten zu kämpfen. Das Leben unter Tage ist absolut nicht ihrs. Vor allem, weil alles vorgeschrieben ist. Tagesabläufe werden in den Arm wie tätowiert, aber sobald die Zeit verstrichen war, war auch dies weg. Bis der nächste Tag folgt. Katniss fasst einen Entschluss. Sie will Snow stürzten und endlich Frieden im Land erfahren. Doch als sie angegriffen werden, muss sie ihre Pläne nach hinten verschieben.

    Dieser Band war düstere, als die vorherigen, das Ende überraschend. Gerade auf den letzten Seiten könnte ich teilweise nicht mehr folgen, da es etwas langatmig wurde. Dennoch war die Reihe an sich sehr gut und der Schreibstil der Autorin hat sich flüssig über die drei Bücher gehalten.

  6. Cover des Buches Gregor und die graue Prophezeiung (ISBN: 9783841503770)
    Suzanne Collins

    Gregor und die graue Prophezeiung

     (249)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Mit Suzanne Collins "Gregor"-Reihe verbindet mich eine längere Reise voller guter Erinnerungen und begeisterter Rereads.  Zum ersten Mal gelesen habe ich sie 2011 im Alter von 10 Jahren und war so hin und weg von dieser originellen und hochspannenden Abenteuergeschichte, dass ich mir sofort alle Teile angeschafft habe. Im Laufe der Jahre wurde die Serie dann so etwas wie ein Comfort-Read für mich, auf den ich immer wieder in stressigen Situationen zurückgreifen konnte. Denn statt mich mit der Zeit zu langweilen, fielen mir mit jedem neuen Lesedurchgang neue Details auf, an denen ich mich erfreuen konnte und auch wenn ich der Zielgruppe mittlerweile deutlich entwachsen bin, reise ich jedes Mal mit großer Freude ins Unterland. Zu allen fünf Bänden der Reihe habe ich schon 2016 in den Anfängen meines Blogs eine Rezension geschrieben. Da diese jedoch recht kurz und oberflächlich ausfiel, habe ich nach einem weiteren Reread beschlossen, dass die Reihe es verdient, dass ich sie nochmal mit einer neuen Rezension ehre.


    Bevor meine Lobpreisung startet, will ich erstmal wie immer noch einige Worte zur Gestaltung loswerden. Die alten Cover meiner gebundenen Ausgaben sind von Band zu Band in unterschiedlichen Farben gehalten und zeigen jeweils Schlüsselszenen der Handlung in detailverliebter Illustration. Auf dem Cover von Band 1 ist unser junger Protagonist Gregor zu sehen, welcher mit seiner 2jährigen Schwester Boots auf dem Rücken und einer Taschenlampe in der Hand in ein reichverziertes Gewölbe tritt. Der gelbe Titel hebt sich gelungen vom dunkelgrünen Grund ab und passt auch inhaltlich so gut zur Handlung, dass er mir fast besser gefällt als der Originaltitel. Auch an der großen blauen Kakerlake und der runden roten Spinne, die das Gesamtbild komplettieren merkt man dabei, dass das Cover extra für die Geschichte kreiert wurde und nicht auf einem Stockbild beruht. Die Illustration stammt von Joachim Knappe, der auch die Vignetten an den Kapitelanfängen erstellt und die Gestaltung der Titelblätter der drei Teile übernommen hat. Eine so runde und der Zielgruppe entsprechende Gestaltung gibt es einfach nur bei Kinderbüchern!


    Erster Satz: "Gregor hatte die Stirn so lange gegen das Fliegengitter gedrückt, dass er das Muster der winzigen Quadrate über den Augenbrauen spürte."


    Suzanne Collins beginnt ihre Abenteuerreihe mit einem heißen Ferientag mitten in New York City. Statt mit den anderen Kindern ins Ferienlager zu fahren, muss der 11jährige Gregor mit seiner Großmutter und seiner kleinen Schwester Boots zu Hause bleiben und langweilt sich fürchterlich. Mit der Langeweile ist es jedoch schnell vorbei als Boots durch den Lüftungsschacht im Wäschekeller fällt und er ihr hinterher in eine abenteuerliche Welt springt, die für ihn jede Menge Gefahren, Geheimnisse, überraschende Wiedersehen, Freundschaften und Prophezeiungen bereithalten wird... 


    Auch für die LeserInnen bleibt die Langeweile während der 300seitigen Geschichte garantiert fern. Die Autorin setzt ein hohes Erzähltempo an und jagt uns zusammen mit Gregor durch ein haarsträubendes Abenteuer in einer fremden Welt. Die Rahmenhandlung wird dabei durch Prophezeiungen vorgegeben, die es zu enträtseln und entschlüsseln gilt, die aber zumeist erst nach der Geschichte ganz klar erscheinen. Viele Wendungen, gute Ideen, überraschend komplexe Zusammenhänge wie Abkommen, Intrigen, Politik, Kämpfe um Land und Ressourcen sowie regelmäßige realgeschichtliche Anspielungen sorgen dabei dafür, dass auch ältere LeserInnen viel Spaß haben. Durch die bildhafte, aber einfach gehaltene Sprache mit lebensnahen Vergleichen und vielen Dialogen stellt Suzanne Collins aber sicher, dass in erster Linie ihre junge Zielgruppe der Handlung folgen und auf ihre Kosten kommen kann. Rückblickend geht es an einigen Stellen recht blutrünstig für eine 10jährige Zielgruppe zu da viel gekämpft und auch getötet wird. Als Kind hatte ich das aber nicht so empfunden, da viele Szenen erst in den Köpfen von Erwachsenen richtig bedrohlich erscheinen. 


    Neben dem hohen Erzähltempo überzeugt auch das Worldbuilding der Reihe. Die Autorin entführt in eine unterirdische Höhlenwelt, die sich blasse Menschen (die Überländer) mit Krabblern (=1,20m großen Kakerlaken), Fliegern (großen Fledermäusen), Nagern (mannshohen Ratten) und allerlei anderen überdimensional großen und sprechenden Lebewesen teilen. Was die menschliche Unterländer angeht ist natürlich besonders interessant zu erfahren, wie diese Leben und was sie von uns sogenannten "Überländern" unterscheidet, während bei den Tieren positiv hervorzuheben ist, dass sie alle eine eigene Kultur, Ausdrucksweise und Charaktereigenschaften bekommen. Viele der Regeln der Welt, Details des Lebens unter Tage, die Entstehung der Menschenstadt Regalia oder die Vorstellung der verschiedenen Territorien werden nach und nach im Verlauf der Handlung erklärt. Auf diese Weise wird man beim Lesen nicht mit Informationen erschlagen, kann sich aber von Kapitel zu Kapitel ein besseres Bild des Schauplatzes machen. 


    "Habt Acht, Unterländer, die Zeit ist in Not.
    Jäger sind Gejagte, weißes Wasser fließt rot.
    Die Nager trachten und nach dem Leben.
    Die Suche allein kann uns Hoffnung geben.

    Dem Überland-Krieger kann es gelingen,
    uns allen das Licht zurückzubringen.
    Mit dem Sohn der Sonne geht auf die Reise,
    sonst enden wir alle als Rattenspeise.

    Zwei über, zwei unter mit Königsblut,
    zwei Flieger, zwei Krabbler, zwei Spinner mit Mut.
    Ein Nager dabei und der, den sie quälen,
    und acht sind es noch, wenn wir die Toten zählen.

    Der letzte, der stirbt, kann das Blatt noch wenden.
    Das Schicksal der Acht liegt in seinen Händen.
    Drum mahnt ihn zur Vorsicht, sonst springt er daneben,
     denn Leben kann Tod sein und Tod erschafft Leben."


    Auch wenn einige Elemente wie zum Beispiel der typische Fall in eine andere Welt (das Kaninchenloch wird hier zum Lüftungsschacht), die Verbindung der Menschen mit Reittieren, geheimnisvolle Prophezeiungen oder Heldenreisen bekannt erscheinen, finde ich die Idee, im Verborgenen lebende und oft verabscheute Tiere hier zu den Hauptfiguren zu machen, großartig und erfrischend. Anhand der auf den ersten Blick wie Monster aussehenden Kreaturen, hinter denen sich dann doch häufig sympathische und einnehmende Figuren verbergen, lehrt die Autorin uns Rücksichtnahme und Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Völkern und deren Eigenarten. Im direkten Miteinander der Figuren hebt Suzanne Collins Mut, Freundschaft, Vertrauen und den Wert der Familie hervor - alles Botschaften, die sehr gut in ein Kinderbuch passen und auch erwachsenen LeserInnen das Herz erwärmen. 


    Besonders lebt die Reihe jedoch auch von den Figuren. Im Zentrum steht wie gesagt der 11jährige Gregor, der innerhalb der fünf Bände wachsen, lernen, Verantwortung übernehmen und Schritt für Schritt zum Held werden darf. In Band 1 lernen wir ihn hier als liebevollen großen Bruder kennen, der vor allem aus der Motivation heraus, seinen verschollenen Vater zu finden, bei den Abenteuern der Unterländer mitspielt, aber nicht wirklich daran glaubt, der prophezeite "Krieger" zu sein, auf den alle seit Jahrhunderten warten. Mit seinem Gerechtigkeitssinn und seiner Fähigkeit, sich Fehler einzugestehen und zuzugeben, wenn er mal falschgelegen hat, hat er sich sofort in mein Herz geschlichen. Auch seine kleine Schwester Boots, die mit ihrem kindlichen Charme sofort die halbe Unterwelt um den Finger wickelt und von den Kakerlaken bald als Prinzessin verehrt wird, muss man einfach lieben. Besonders ans Herz gewachsen sind mir im ersten Teil auch die undurchsichtige Ratte Ripred, die beiden Kakerlaken Temp und Tick, die eingebildete Königin Luxa, die rebellische Fledermaus Ares und der großväterliche Vikus, von denen uns auch einige in den weiteren Bänden noch begleiten werden...


    Ich kann also großen und kleinen Fans von Abenteuer- und Fantasygeschichten nur empfehlen, zu dieser Reihe zu greifen. Wer mehr von Suzanne Collins lesen will, dem sei übrigens auch ihre weltberühmte Panem-Reihe sehr ans Herz gelegt!



    Fazit

    Eine meiner liebsten Fantasy-Reihen aller Zeiten! Suzanne Collins beginnt mit "Gregor und die graue Prophezeiung" eine originelle und hochspannende Abenteuersaga über Licht, Dunkelheit, Außenseiter, Mut, Freundschaft, Familie und kulturelle Rücksichtnahme!  

     

  7. Cover des Buches The Hunger Games Trilogy, 3 Vols. (ISBN: 9781407130293)
    Suzanne Collins

    The Hunger Games Trilogy, 3 Vols.

     (322)
    Aktuelle Rezension von: Klanechrisi
    3jahre nachdem ich diese Bücher verschlungen habe, weiß ich heute noch immer ganz genau und jede Kleinigkeit was in den Büchern steht.
  8. Cover des Buches The Host (ISBN: 9780316068055)
    Stephenie Meyer

    The Host

     (240)
    Aktuelle Rezension von: NicoleGozdek
    Ja, ich war nicht nur skeptisch, ich war SEHR skeptisch, ob mir das Buch gefallen würde. Vorab: Ich habe es mir nicht selbst gekauft, sondern irgendwann geschenkt bekommen und Science Fiction war bei mir eine Lesephase, die schon lange vorbei ist. Und dazu noch ein neuer Roman von der "Twilight"-Autorin. Aus den Romanen war ich auch schon lange raus.


    Also lag das Buch da, der SUB wuchs und wuchs und irgendwie war der Roman immer ganz unten, wenn es darum ging, neuen Lesestoff auszuwählen.


    Und dann kam der Film, den ich irgendwann auf Video sehen wollte und nach fünf Minuten abgebrochen habe, weil ich ihn so schrecklich fand. Noch ein Grund mehr, warum der Roman den SUB nicht verließ.


    Doch dann nahm ich gestern das Buch in die Hand, weil ich mein Bücherregal aussortiere, und dachte: "Du solltest zumindest mal reinlesen, bevor du es wegibst."


    Einen Tag später. Ich habe mehr als nur reingelesen. Ich habe es komplett gelesen, ja, beinahe verschlungen. Dass es ein Stephanie Meyer-Roman und dazu noch Science Fiction war, hatte ich nach ein paar Seiten verdrängt, weil es unwichtig war. Die Geschichte zählte. Wanderer zählte.


    Klar, es gab ein paar Längen, die Zeit im isolierten Rebellencamp war mir zu lang, weil es mehr um die Beziehungen ging und manchmal einfach nichts passierte. Aber der Konflikt, den Wanderer durchmacht, als sie erkennt, dass ihr menschlicher Wirtskörper anders ist als ihre früheren Wirtskörper, dass er Gefühle hat, dass Melanie, deren Körper sie bewohnt, immer noch da ist, liebt und leidet, bis sie sich die Frage stellt, ob es richtig ist, was ihre Rasse auf der Erde tut, ist überaus spannend und interessant. Beinahe ein bisschen philosophisch ist die Unterscheidung zwischen Seele und Körper und die Tatsache, dass es Männer gibt, die diese Unterscheidung treffen und Wanderer (später Wanda genannt) und Melanie, ihren menschlichen Wirt, voneinander trennen und lieben können, obwohl sich beide einen Körper teilen - das fand ich bemerkenswert.


    Ihr merkt, ich mochte die Idee der Geschichte sehr. Ich mochte auch Wanderer, ihre Art zu denken, die sich einerseits von uns Menschen unterscheidet, andererseits doch menschlich ist. Man kann sich mit ihr identifizieren, obwohl sie ein Alien ist.


    Zunächst hatte ich befürchtet, dass die Geschichte sich auf Wanderer/Melanie und ihre Beziehung zu Melanies Bruder Jamie und ihren Freund Jared konzentrieren würde, zumal es ja lange dauerte, bis Jared und Wanderer interagierten, doch zum Glück kam dann am Ende noch mal eine Wende und der Fokus wurde etwas größer und beschränkte sich nicht nur auf den Rebellenunterschlupf. 


    Fazit: Vielleicht nicht mein Lieblingsbuch, aber dafür dass ich es zunächst nicht lesen wollte, hat es mir überraschend gut gefallen.
  9. Cover des Buches Catching Fire (ISBN: 9780545101431)
    Suzanne Collins

    Catching Fire

     (35)
    Aktuelle Rezension von: tedesca
    Der zweite Teil der "Hunger Games" - Trilogie schließt in jeder Hinsicht nahtlos an den ersten an. Relativ bald wird klar, dass sich weder die Hauptfiguren noch der Leser in Ruhe zurücklehnen können. Eigentlich sollten die Sieger der Hunger Games ja nur mehr ihre Pflichten erfüllen müssen, doch Katniss' kühner Einfall, der sie und Peeta vorläufig am Leben erhalten hat, bleibt nicht ungestraft. Und so ziehen die beiden erneut in eine Arena ein, die diesmal extrem tückisch und ausweglos erscheint. Wären da nicht plötzlich die vielen anderen Teilnehmer, die sich auf ihre Seite schlagen. Wem kann man trauen, was sind die Motive hinter dieser seltsamen Solidarität? In einem grandiosen Finale lüftet sich dieses Geheimnis und lässt den Leser in einer Welt zurück, in der es nichts mehr zu verlieren gibt.   Besonders faszinierend an diesem Buch fand ich die Idee der Arena. Man darf hier ja nicht zu viel verraten, aber dieses ausgeklügelte System, mit dem die Teilnehmer der Spiele an den Rand des Wahnsinns getrieben werden, ist wirklich äußerst fantasievoll. Da bewundere ich die Autorin wirklich für ihre Idee. Ich mag auch ihre Art, die Figuren zu beschreiben, die einem in diesem zweiten Teil jetzt noch intensiver vorgestellt werden. Abseits von Katniss und Peeta werden auch andere Personen greifbarer, spielen eine wesentliche Rolle im gesamten Geschehen. Jugendliteratur vom Feinsten, und auf jeden Fall ein spannendes Leseerlebnis für Erwachsene.   Ein besonderes Lob noch einmal an Carolyn McCormick, die den Figuren unverkennbare Stimmen gibt und die Geschichte mit der richtigen Leidenschaft liest, ohne zu übertreiben.
  10. Cover des Buches Mockingjay (ISBN: 9780545663267)
    Suzanne Collins

    Mockingjay

     (426)
    Aktuelle Rezension von: Lonechastesoul

    My goodness. I finally done it, I finished this book...took me forever but I'm done, trying to finish this book felt like a chore. When reading for enjoyment starts feeling like a chore, that's the ultimate sign that I dislike the book. Well, about 90% of the book.

    This book was REALLY anti-climactic, filled with so many disappointments I lost count.

    A REAL disappointment of this book: Katniss herself. The many characters' deaths were so rushed and pointless. The love triangle wasn't well played out. First of all, I'm getting a bit tired of reading about love triangles -- especially in novels where there's a much greater plot present. But I'll admit, I was on Team Gale throughout the series, because he was strong and resilient and resourceful and caring. There was this attractive manly quality about him and he was so in sync with Katniss. But towards the end of this novel, I didn't care about Katniss's love life and who she ended up with, because everything seemed like such a hopeless, depressing mess that there was no point. I also hated how she kept flip-flopping and toying with both Gale and Peeta.

    I don't know, maybe I set my expectations too high.

    But Mockingjay was nothing but a bloodbath. If you're into pointless deaths and gratuitous violence, then this book is for you. Everything in this book was gratuitous and over the top, from the angst to the ridiculous romantic interludes in the middle of battle scenes, and from the gore violence to the stupid, overly-disgusting deaths of several characters who did not need to die.

    Mockingjay was a great big depressing flop. The ending is a crap shoot, and that epilogue was bullshit.

    Sorry.

  11. Cover des Buches Die Tribute von Panem 1-3 (ISBN: 9783841504517)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 1-3

     (1.188)
    Aktuelle Rezension von: Nardi_Da_Vinci

    Ich liebe die Panem-Trilogie. Die Story ist spannend, obwohl ich den dritten Teil mit Abstand am langweiligsten fand. Ich mochte Katniss von Anfang an, aber auch Gale und Peeta sind beide sehr sympathisch. 

    Ich habe die Bücher verschlungen und das sogar mehrfach. Das passiert mir eigentlich nie. Bei jedem Lesen sind mir andere Details aufgefallen, die alle zusammengefasst ein wirklich interessantes Netz bilden.

    Die Bücher beinhalten eine Lovestory, die aber gar nicht so in den Vordergrund gebracht wird und trotzdem wichtig für den Verlauf ist.

    Panem ist wirklich für jeden was. Absolute Empfehlung!

  12. Cover des Buches Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele (2 MP3-CD) (ISBN: 9783837306828)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele (2 MP3-CD)

     (167)
    Aktuelle Rezension von: Chantal_Muench

    Inhalt

    Katniss meldet sich freiwillig als Tribut als das Los ihrer kleinen Schwester Prim gezogen wurde.Sie muss in eine Arena und sich gegen 23 andere Tribute durchsetzte um wieder nach Hause zu kommen .

    Rezension 

    Ich liebe Tribute von Panem,hab die Filme gesehen und Bücher gelesen und war einfach gefesselt.Es war die erste Reihe die ich aktiv im Kino verfolgt habe.Musste gar nicht lange überlegen als ich die Hörbücher sah.Ich kannte ja alles schon aus den Büchern.

    Normalerweise bin ich kein großer Fan von Hörbücher,weil ich meistens,wenn ich etwas nur höre,es auch schnell vergesse,aber Maria Koschny liest es einfach perfekt.Hab die Hörbücher schon oft gehört,das ich mittlerweile fast alles auswendig kenne.Um ehrlich zu sein hab ich die Bücher seitdem selten angefasst 

    Ich mag ihre Stimme einfach so sehr, kann zum Teil daran liegen,dass sie auch Katniss synchronisiert hat in den Filmen.

    Für jeden der nicht lesen möchte kann ich dieses Hörbuch empfehlen 

  13. Cover des Buches Catching Fire (ISBN: 9781407157870)
    Suzanne Collins

    Catching Fire

     (436)
    Aktuelle Rezension von: Anna-Lenchen

    Inhalt: Gegen alle Regeln haben Katniss UND Peeta die Hunger Games gewonnen. Doch da sie das Kapitol dumm aussehen lassen hat, muss sie jetzt über jeden ihrer Schritte zweimal nachdenken, denn wenn sie für eine Rebellion verantwortlich wäre, wäre ihre ganze Familie in größter Gefahr...

    Genauso packend wie der erste Teil der Hunger Games geht auch der zweite Teil weiter. Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen, weil ich es gar nicht mehr weglegen wollte und dabei oft laut lachen musste und hin und wieder sogar den Tränen nahe war. Denn die Handlung ist unterhaltsam, spannend und vor allem unvorhersehbar. Ich kann Catching Fire wirklich jedem empfehlen, der den ersten Teil gelesen hat. (Alle, die diesen noch nicht gelesen haben, sollten das echt dringend nachholen!) Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Fall schon aufs weiterlesen, weil ich unbedingt wissen muss, wie es weitergeht!

  14. Cover des Buches Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe von Suzanne Collins ( 19. Mai 2010 ) (ISBN: B0161UQ7LS)

    Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe von Suzanne Collins ( 19. Mai 2010 )

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Legend_of_Books

    Absolute Empfehlung! 

  15. Cover des Buches Die Tribute von Panem. Flammender Zorn von Suzanne Collins ( 20. Januar 2011 ) (ISBN: B0161UQ9MU)

    Die Tribute von Panem. Flammender Zorn von Suzanne Collins ( 20. Januar 2011 )

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Legend_of_Books

    Ein gelungenes Ende für diese tolle Reihe!

  16. Cover des Buches Gregor und der Spiegel der Wahrheit 44 (ISBN: 9783837306422)
    Suzanne Collins

    Gregor und der Spiegel der Wahrheit 44

     (12)
    Aktuelle Rezension von: laraundluca

    Inhalt:

    Nur Gregor und seine Freunde können das Unterland retten. Gregor ist in großer Sorge. Warum hört er nichts von seinen Freunden aus dem Unterland? Als er erfährt, dass die Pest ausgebrochen ist, kehrt er in die Tiefe zurück, denn nur er kann das Heilmittel finden, von dem die Prophezeiung spricht. Die Suche führt ihn, seine kleine Schwester Boots und die Gefährten mitten in einen unheimlichen Dschungel, in dem nicht nur lebendige Pflanzen auf sie lauern...

    Meine Meinung:

    Dies ist Gregors drittes Abenteuer im Unterland. Ich kenne die ersten Teile bisher nicht und bin direkt mit diesem Hörbuch in die Reihe eingestiegen. Durch die Rückblicke am Anfang hatte ich allerdings keine  Verständnisprobleme oder das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen. Der Einstieg ist mir sehr leichtgefallen.

    Vom ersten Satz an war ich gefesselt. Die Sprecher sind einfach toll. Die Stimmen, die Klangfarben, die Musik und spannende und geheimnisvolle Stimmung, die hier geschaffen wurden, haben mich in den Bann gezogen. Die passende musikalische Hinterlegung, die angenehm Erzählerstimme und die Abwechslung durch die guten, unterhaltsamen und vielseitigen Sprecher ließen zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Dies hat mir an dieser szenischen Lesung sehr gut gefallen, denn normalerweise habe ich Probleme mich auf ein Hörbuch zu konzentrieren. Aber hier keine Spur davon.

    Hinzu kommt, dass die Geschichte einfach spannend, fesselnd, abwechslungsreich und fantasievoll war und keine Wünsche offen gelassen hat. Überraschende Momente und unerwartete Wendungen haben die Geschichte immer wieder in eine andere Richtung gelenkt und förderte erstaunliche Ereignisse und Situationen zu Tage.

    Auch wenn die Geschichte für Kinder gedacht ist, konnte sie mich fesseln und gut unterhalten.

    Fazit:

    Eine tolle und spannende szenische Lesung. Hörempfehlung!

  17. Cover des Buches Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe (ISBN: 9783837306910)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe

     (139)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    Große Gefühle. Leben und Tod Wie wird Katniss sich entscheiden? Während Katniss und Peeta noch in ganz Panem als tragisches Liebespaar gefeiert werden, droht den beiden bereits neue Gefahr. Denn Katniss ist mittlerweile zu einem Symbol des Widerstands geworden, der sich in einzelnen Distrikten erhebt – und das kann das Kapitol nicht dulden. Verzweifelt versucht Katniss, ihre Familie und vor allem Gale vor der Gewalt der Regierung zu schützen. Doch da sind auch noch ihre verwirrenden Gefühle für Peeta. Da geschieht das Unfassbare: Katniss und Peeta müssen zurück in die Arena. Und diesmal wird es nur einen Überlebenden geben...


    Mein Fazit:
    Ich war die ganze Zeit am Rätseln, was es mit all den verschiedenen Hinweisen auf sich hat. Jeder versucht Katniss etwas zuflüstern zu wollen und sie ist und bleibt leider ein kleines Dummchen, das nur nach und nach aufbegehrt. Ich finde die Entwicklung ok, ich bin allerdings froh, dass mehr Augenmerk auf Peeta und Gale liegen, denn Katniss ist hier etwas langweilig geworden. 
    Die Geschichte ist dennoch sehr spannend und es sind viele ziemlich gute Wendungen vorhanden. 
    Ich finde die Vertonung der Geschichte vom Oetinger Verlag wieder sehr gut :)

  18. Cover des Buches Gregor und der Schlüssel zur Macht (ISBN: 9783837306415)
    Suzanne Collins

    Gregor und der Schlüssel zur Macht

     (13)
    Aktuelle Rezension von: JuliaO
    Recht gut gesprochen. Genauso spannend wie der erste, allerdings nicht ganz so lustig, dafür schon deutlich gruseliger. 1: graue Prophezeiung 2: Schlüssel zur Macht 3: Spiegel der Wahrheit 4: Fluch des Unterlandes 5: Schwert des Kriegers
  19. Cover des Buches Gregor 5. Gregor und das Schwert des Kriegers (ISBN: 9783751200844)
    Suzanne Collins

    Gregor 5. Gregor und das Schwert des Kriegers

     (120)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Wie bereits in meiner Rezension zu den ersten vier Bänden der "Gregor"-Reihe erwähnt, verbindet mich mit dieser Serie aus der Feder von Suzanne Collins eine längere Reise voller guter Erinnerungen und begeisterter Rereads.  Zum ersten Mal gelesen habe ich sie 2011 im Alter von 10 Jahren und war so hin und weg von dieser originellen und hochspannenden Abenteuergeschichte, dass ich mir sofort alle Teile angeschafft habe. Im Laufe der Jahre wurde die Serie dann so etwas wie ein Comfort-Read für mich, auf den ich immer wieder in stressigen Situationen zurückgreifen konnte. Denn statt mich mit der Zeit zu langweilen, fielen mir mit jedem neuen Lesedurchgang neue Details auf, an denen ich mich erfreuen konnte und auch wenn ich der Zielgruppe mittlerweile deutlich entwachsen bin, reise ich jedes Mal mit großer Freude ins Unterland. Zu allen fünf Bänden der Reihe habe ich schon 2016 in den Anfängen meines Blogs eine Rezension geschrieben. Da diese jedoch recht kurz und oberflächlich ausfiel, habe ich nach einem weiteren Reread beschlossen, dass die Reihe es verdient, dass ich sie nochmal mit einer neuen Rezension ehre. Diese Rezension dreht sich nun um den fünften, den finalen Band der Gregor-Reihe, welcher gekonnt einige Fantasy-Klischees negiert und durch eine geballte Ladung Gesellschaftskritik, Moral und Nachdenklichkeit besticht. 


    Bevor meine Rezension startet, will ich erstmal wie immer noch einige Worte zur Gestaltung loswerden. Die alten Cover meiner gebundenen Ausgaben sind von Band zu Band in unterschiedlichen Farben gehalten und zeigen jeweils Schlüsselszenen der Handlung in detailverliebter Illustration. Auf dem Cover von Band 5 ist unser mittlerweile 12jähriger Protagonist Gregor zu sehen, welcher auf einem Mauervorsprung vor den reichverzierten Wänden der Menschenstadt Regalia in voller Rüstung mit erhobenem Schwert gegen die weiße Ratte kämpft, die alle nur den Fluch nennen. Der gelbe Titel hebt sich gelungen vom dunkelvioletten Grund ab und passt auch inhaltlich so gut zur Handlung, dass er mir fast besser gefällt als der Originaltitel. An der gesamten Gestaltung merkt man also auch hier wieder sofort, dass das Cover extra für die Geschichte kreiert wurde und nicht auf einem Stockbild beruht. Die Illustration stammt von Joachim Knappe, der auch die Vignetten an den Kapitelanfängen erstellt und die Gestaltung der Titelblätter der drei Teile übernommen hat. Eine so runde und der Zielgruppe entsprechende Gestaltung gibt es einfach nur bei Kinderbüchern!


    Erster Satz: "Gregor drückte den Rücken auf den kalten Steinfußboden, als er zu den Worten an der Decke hinaufstarrte."


    Anders als Band 1 bis 4 setzt "Gregor und das Schwert des Krieges" ohne Zeitsprung direkt an den Geschehnissen des letzten Bandes an. Gregor konnte mit seiner kleinen Schwester Boots, Luxas jungem Cousin Hazard, der verletzten Maus Cartesian und seiner Fledermaus Ares nur knapp den Schrecken der Feuerländer entkommen, während Luxa, Howard und Ripred immer noch im Schatten des Vulkans versuchen, die restlichen Huscher vor den Ratten zu retten. Auch zurück in Regalia ist Gregor nicht viel Zeit zum Verschnaufen gegönnt. Denn nicht nur die Rattenarmee vor den Toren der Stadt nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an, er muss sich auch noch endlich mit der "Prophezeiung der Zeit" auseinandersetzen, über die all seine Freunde bislang Stillschweigen bewahrt haben. Verständlich, denn der Inhalt deutet nicht nur an, dass die Menschen dringend den Krallencode der Ratten knacken müssen, da die verschlüsselten Inhalte ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage sein werden, sondern auch, dass Gregor den Endkampf gegen den Fluch nicht überleben wird... 


    Schon in Band 4, "Gregor und der Fluch des Unterlandes" wurden die Atmosphäre deutlich düsterer, die angesprochenen Themen ernster und die Grundsteine für den Endkampf gelegt, sodass ich die Geschichte nicht mehr uneingeschränkt für 10-12jährige empfehlen konnte. In "Gregor und das Schwert des Kriegers" wird die kindliche Sicht nun aber endgültig abgelöst durch eine abgeklärte Schilderung der Vorkommnisse. Wir begleiten unsere Figuren in kein Abenteuer mehr, in dem gelegentlich gekämpft wird. Was hier gezeigt wird ist nichts anderes als Krieg inklusive abgerissener Köpfe, abgetrennter Gliedmaßen, verbrennenden Armeen, Verstümmelung und Tod. Positiv anzumerken ist, dass Suzanne Collins neben der blutigen Schilderung von Grausamkeiten auch ihrem moralischen Kurs treu bleibt und genau wie in Band 1 bis 4 ihren Finalband dazu nutzt, um einige Botschaften zu vermitteln. 


    "Von seiner sicheren Position hoch oben konnte Gregor das, was er sah, kaum begreifen. Es schien unwirklich, als sähe er einen Film im Fernsehen und könnte jederzeit umschalten. Es konnte nicht sein, dass das wirklich geschah, ein solches Blutbad, solch eine Verschwendung von wertvollem Leben. Wer tot so etwas? Und wozu? Was sollte das bringen? Sie töteten einander, immer mehr, immer mehr, und am Ende gab es gewaltige Verluste auf beiden Seiten... Aber was hätte sich verändert? Das Ganze kam ihm plötzlich vor wie ein absurdes Spiel, das ohne Weiteres durch ein anderes ersetzt werden könnte, ein Kartenspiel, eine Schachpartie, ein Würfelspiel. Eines, nach dem alle lebend nach Hause gehen könnten."


    Anders als viele Fantasyromane mit epischer Endschlacht wird Krieg hier nicht als Möglichkeit für den Helden, über sich hinauszuwachsen und Ruhm und Ehre zu erlangen glorifiziert. Stattdessen wird Gewalt durchweg als vermeidbare Eskalation geschildert, die Leben kostet und für Zerstörung sorgt. Diese Botschaft ist zwar weder neu noch besonders subtil eingefädelt, mir imponiert aber sehr, mit wie viel Hingabe sich die Autorin mit diesem Thema auseinandergesetzt und es als roten Faden für ihre gesamte Reihe genutzt hat. Trotz dieser Kontextualisierung von Gewalt, würde ich aber eindeutig empfehlen, dass jüngere Kinder die Reihe ab Band 4 in Begleitung lesen. Das sorgt dann auch für doppelten Spaß: denn wie bereits schon öfter erwähnt, können durch die vielen Wendungen, guten Ideen, überraschend komplexen Zusammenhänge sowie regelmäßige realgeschichtliche Anspielungen auch ältere LeserInnen viel Spaß mit der Geschichte haben.


    Auch in anderen Belangen weicht die Autorin in ihrem Abschlussband geschickt typischen Fantasy-Klischees aus. So wird die Hauptentscheidung der Schlacht nicht im Kampf selbst getroffen, sondern durch die Zusammenarbeit verschiedener Spezies in einem geheimen Codezimmer. Die Idee, der Entschlüsselung des Krallencodes eine so große Rolle zuzugestehen, fand ich ganz hervorragend, da so verdeutlicht wird, dass Stärke nicht unbedingt etwas mit der Fähigkeit ein Schwert zu schwingen zu tun hat. Außerdem ist das Rätselraten rund um den Code eine gelungene Abwechslung zum kriegerischen Rest der Handlung. Damit die LeserInnen aktiv miträtseln können, ist der sogenannte Übertragungsbaum, in dem verzeichnet ist, welches Zeichen welchem Buchstaben entspricht, im Buch an mehreren Stellen mitabgedruckt und einige Briefe und Botschaften werden auch nicht für uns Lesende "übersetzt", sondern müssen von uns in Eigenarbeit entschlüsselt werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass hier eine jüngere Zielgruppe angesprochen wird, finde ich diese interaktiven Elemente großartig!


    "Den Krieg habt Ihr begonnen,
    Verbündete gewonnen.
    Den Schlüssel findet nun zum Code,
    sonst ist es Euer sicherer Tod.


    Die Zeit ist bald um
    ist bald um
    ist bald um.


    Mein Schwert muss bei dem Krieger sein,
    nur so könnt Ihr die Sieger sein.
    Doch vergesst niemals das Tick,
    und das Klick-Klick-Klick.
    Gebt auf die Rattenpfote acht,
    mit Ihr halten sie die Macht.
    Denn die Pfote ist der Bote,
    in dem Krallencode.


    Die Zeit steht still
    steht still
    steht still.


    Der Prinzessin kann´s gelingen,
    dieses Rätsel zu bezwingen.
    Studieren muss sie und vergleichen,
    das Kratzen, Kratzen, Kratzen,
    hinterlistiger Rattentatzen,
    denn der Name stellt die Weichen.
    Mit einem Blick sah sieh den Trick,
    in dem Klick-Klick-Klick.


    Die Zeit läuft zurück
    läuft zurück
    läuft zurück.


    Fließt das Blut des Monsters rot
    ist der Krieger endlich tot.
    So hört auf das Pock,
    und das Tick-Tack-Tock.
    Wollt Ihr schlafen, wollt Ihr warten,
    haben die Nager die besseren Karten.
    Dann sind sie die Herrscher im Land
    und Ihr für alle Zeit verbannt."


    Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass die Autorin hier nicht dem üblich linearen Handlungsverlauf folgt, in dem sich die Figuren auf die Schlacht vorbereiten, bevor diese sich dann ewig hinzieht und zum Ende steigert. In "Gregor und das Schwert des Kriegers" gibt es zwar einige kurze Kampfszenen, diese werden aber immer wieder durch Training, dem Aufenthalt im Krankenhaus, bei taktischen Besprechungen, im Coderaum und durch gaaaaanz viel Warten unterbrochen. Auch wenn es weniger konkrete Handlung gibt als in den vorherigen Bänden, zieht der Krieg rasend schnell an einem vorbei und man kann die Geschichte nicht aus der Hand legen. Das liegt vor allem daran, dass diese Abschnitte des Wartens mit Gedanken über den Tod, den freien Willen und dem Hinterfragen der Prophezeiungen genutzt wird. Auch in Band 5 wird die Rahmenhandlung durch eine solche Prophezeiung vorgegeben, anders als zuvor ist Gregor aber nicht mehr gewillt, diese als Realität hinzunehmen und beginnt sich zu fragen, ob die Prophezeiungen tatsächlich die Zukunft vorhersagen, oder ob die Zukunft so eintrifft, weil alle davon ausgehen, dass die Prophezeiung sich erfüllt. Ausgelöst wird dieser interessante Gedankengang natürlich durch Gregors Konfrontation mit dem eigenen Tod, aber auch dadurch, dass wir neue Informationen erhalten, die ein anderes Licht auf den Ersteller der Prophezeiungen werfen. Gregors Entwicklung weicht also ebenfalls von der typischen Heldenreise ab, da er an moralischer Souveränität gewinnt, seine vermeintlichen Schwächen als Stärken anerkennt, statt diese zu überwinden und beginnt, Autoritäten zu hinterfragen.


    "Allmählich glaube ich, wir sollten uns vor allem vorwerfen, dass wir uns von Sandwich leiten lassen, anstatt einfach das zu tun, was wir für richtig halten.", sagte Gregor. "Wir benutzen ihn als Vorwand, um uns gegenseitig umzubringen. Letzten Endes sind wir diejenigen, die mit dem Schwert in der Hand dastehen."


    Zum Leben erweckt wird diese elektrisierende Mischung aus Kampf, Rätsel, Schmerz und Angst mal wieder durch die bildhafte, aber einfach gehaltene Sprache der Autorin. Mit lebensnahen Vergleichen, vielen Dialogen, mitreißenden Minicliffhangern am Ende eines jeden Kapitels und wunderbar übersetzten Prophezeiungen und Lieder konnte mich Suzanne Collins auch hier wieder erreichen und mir die Geschehnisse vor Augen führen. Bei der ein oder anderen Szene hätte ich aber lieber nicht so genau hingesehen und habe meine bildhafte Fantasie verflucht... Besonders schmerzhaft war für mich die Beobachtung, wie sehr sich Gregor durch die Abenteuer der letzten Bände verändert hat. Er hat nicht nur körperliche Narben davongetragen, die er durch lange Kleidung im Überland verstecken muss, sondern kämpft auch mit seelischen und psychischen Nachwirkungen dessen, was er miterleben musste. Und das ist ein weiterer Punkt, den die Reihe wunderbar meistert (und der auch in allen anderen Romanen der Autorin immer berücksichtigt wird, ich sage da nur "Ende der Panem-Reihe"...): Schreckliches bleibt nie ohne Folgen. Die Geschichte nimmt sich genügend Zeit, um auszuloten, was die Geschehnisse mit den Figuren machen und ist sich dabei nicht zu schade, den Finger in die Wunde zu legen. Das bedeutet natürlich ein großer Zugewinn an Glaubwürdigkeit und Figurentiefe, leider aber auch jede Menge Schmerz beim Lesen, da man nur schwer verwinden kann, wenn ein mittlerweile 12jähriger in Gedanken Trost bei einem steinernen Ritter im Museum sucht, da dieser alles Schlimme überstanden hat und nun in Frieden ruhen kann. AUTSCH!


    "Sie ist gestorben." "Ja", sagte Gregor und dachte sich, dass es einfacher war, als Boots noch nicht wusste, was Sterben bedeutet."


    Für etwas mehr Heiterkeit sorgt da die neu aufblühende Liebesgeschichte zwischen Luxa und Gregor, die ja schon in Band 4 subtil angedeutet und vorbereitet wurde. Zwar verändern sich die Dinge zwischen den beiden recht schnell, da ihre Beziehung aber dennoch im Hintergrund bleibt und die Autorin selbst darauf eingeht, dass die Dringlichkeit angesichts des Kriegs und Gregors bevorstehendem Tod die Dinge zwischen ihnen beschleunigt, stört mich das nicht. Besonders herzergreifend fand ich die sich entwickelnde enge Beziehung zwischen Gregors zweiter Schwester Lizzy und der Ratte Ripred, über den wir noch einige überraschende Informationen erhalten, die das Bild von ihm abermals wandeln. Letzterer hat sich mit seinen schneidenden Sarkasmus, der aber nicht über sein Feingefühl und seine Prinzipientreue hinwegtäuschen kann, im Laufe der Reihe zu meinem absoluten Lieblingsprotagonist entwickelt. Abseits von Luxas und Gregors Romanze und Lizzys und Ripreds überraschender Freundschaft treten die Beziehungen der anderen Figuren aber leider ein wenig in den Hintergrund. Besonders an zwei Stellen fand ich das sehr schade. Zum einen hätte ich gerne noch mehr über die Ehe von Vikus und Solovet erfahren, die hier ja oft als Gegenüberstellung von Kriegstreiberei und dem Streben nach Frieden gedient hat. Zum anderen hätte vor allem die Verbindung von Ares und Gregor angesichts des Endes gerne noch eine größere Rolle spielen dürfen.


    Wo wir schon beim Ende sind: diesem stehe ich sehr zwiegespalten gegenüber. Die große Stärke des Finales ist dessen sensible Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod, Abschied, Trauma und der Schwierigkeit, wieder zurück ins Leben zu finden, nachdem man damit abgeschlossen hat. Was sich Suzanne Collins hier ausgedacht hat ist nicht das, was man sich für die Figuren nach 5 Bänden voller Hoffnung, Liebe, Mut und Leid wünscht, aber realistisch. Genau wie das Ende des letzten Bandes von "Die Tribute von Panem" zeigt die Autorin, dass der Weg zur Normalität nach einem gewonnenen Krieg endlos lang ist und es nach einigen Taten kein Zurück mehr gibt. Auch die Message des Endes, die sich nochmal klar gegen Krieg und für Verständigung ausspricht, mag nun vielleicht offensichtlich und trivial wirken, ist aber auf so herzzerreißende und eindringliche Art und Weise in die Geschichte miteingebaut, dass man das Gefühl hat, die Autorin habe gerade ein globales Problem gelöst. 


    "Die Fernsehnachrichten hatten ihn nachdenklich gemacht. Im Augenblick konnte ihm nicht passieren, aber überall auf der Welt gab es Menschen, die leiden mussten, die hungerten, flohen, einander im Krieg töteten. Wie viel Energie sie darauf verschwendeten, einander zu schaden. Wie wenig darauf, sich gegenseitig zu beschützen. Würde sich das je ändern? Wie könnte man es ändern? Er dachte an Luxas Hand in Ripreds Pfote. (...) Vielleicht war es unmöglich. Aber vielleicht auch nicht. Wie Vikus gesagt hatte, wenn man keine Hoffnung hatte, würde auch nichts passieren. Wenn man Hoffnung hatte, konnte man vielleicht einen Weg finden, um etwas zu verändern."


    Schade ist am Ende nur, dass mir Vieles viel zu schnell geht und einige Fragen offenbleiben (Spoiler: Das viel zu hohe Erzähltempo des Endes beginnt schon beim Endkampf mit dem Fluch, der auf der einen Seite beginnt, auf der nächsten schon vorbei ist und es verpasst, Ares´ Tod vorzubereiten und wirklich für die Handlung zu nutzen. Ich war natürlich sehr traurig, als er gestorben ist, sein Ende hätte man emotional aber noch besser begleiten können, um dessen volles Potential auszuschöpfen. Direkt nach dem finalen Kampf zwischen Gregor und dem Fluch unternimmt die Autorin dann auch noch einen Zeitsprung von mehreren Wochen, sodass das Kriegsende sehr abrupt wirkt. Die Szene im Stadion, die der Beginn der Friedensverhandlungen markiert, ist zwar eine der schönsten, die ich im Fantasy-Genre jemals gelesen habe, dass Gregor nach den Verhandlungen aber so schnell ins Überland abreist, hinterlässt aber einen bitteren Nachgeschmack. Die Verabschiedung von seinen Freunden wird in wenigen Sätzen abgehandelt und eine Zukunftsperspektive erhalten wir auch nicht. Das ist in Anbetracht der Tatsache, dass er nach den Geschehnissen emotional taub ist und sich keinerlei Gedanken an die Zukunft erlauben kann, nur logisch, für uns Leser, die die liebgewonnenen Figuren über 5 Bände hinweg begleitet haben, ist das aber höchst unbefriedigend). Ich kann also nur festhalten, dass ich das Ende wegen seiner Offenheit und Bitterkeit liebe, es aus denselben Gründe aber auch hasse.


    Zum Abschluss möchte ich noch Suzanne Collins meinen Dank dafür aussprechen, dass sie mein 10jähriges Ich mit ihrer "Gregor"-Reihe förmlich weggepustet und für alle Zeit eng mit dem Fantasy-Genre verbunden hat! Ich bin mir sehr sicher, dass ich die Reihe nicht zum letzten Mal gerereadet habe und kann allen großen und kleinen Fans von abenteuerlichen Geschichten nur eine ausdrückliche Leseempfehlung aussprechen. Um es im Ticken, Kratzen und Klopfen des Unterlands auszudrücken (Viel Spaß beim Entschlüsseln! 😉):

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    Fazit

    "Gregor und das Schwert des Kriegers" umgeht gekonnt einige Fantasy-Klischees und besticht vor allem durch eine geballte Ladung Gesellschaftskritik, Moral und Nachdenklichkeit, ohne dass dies die Spannung mindern würde. Dieser Finalband bringt fantasievoll, mitreißend und tiefsinnig eine meiner absoluten All-Time-Favorite-Reihen zu einem Ende.

     

  20. Cover des Buches Gregor 4. Gregor und der Fluch des Unterlandes (ISBN: 9783751200837)
    Suzanne Collins

    Gregor 4. Gregor und der Fluch des Unterlandes

     (120)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

     Wie bereits in meiner Rezension zu den ersten drei Bänden der "Gregor"-Reihe erwähnt, verbindet mich mit dieser Serie aus der Feder von Suzanne Collins eine längere Reise voller guter Erinnerungen und begeisterter Rereads.  Zum ersten Mal gelesen habe ich sie 2011 im Alter von 10 Jahren und war so hin und weg von dieser originellen und hochspannenden Abenteuergeschichte, dass ich mir sofort alle Teile angeschafft habe. Im Laufe der Jahre wurde die Serie dann so etwas wie ein Comfort-Read für mich, auf den ich immer wieder in stressigen Situationen zurückgreifen konnte. Denn statt mich mit der Zeit zu langweilen, fielen mir mit jedem neuen Lesedurchgang neue Details auf, an denen ich mich erfreuen konnte und auch wenn ich der Zielgruppe mittlerweile deutlich entwachsen bin, reise ich jedes Mal mit großer Freude ins Unterland. Zu allen fünf Bänden der Reihe habe ich schon 2016 in den Anfängen meines Blogs eine Rezension geschrieben. Da diese jedoch recht kurz und oberflächlich ausfiel, habe ich nach einem weiteren Reread beschlossen, dass die Reihe es verdient, dass ich sie nochmal mit einer neuen Rezension ehre. Band 4, "Gregor und der Fluch des Unterlandes" macht in vielerlei Hinsicht einiges besser als die Vorgänger, ist jedoch trotzdem der Teil, den ich jedes Mal am wenigsten gern lese.


    Bevor meine Rezension startet, will ich erstmal wie immer noch einige Worte zur Gestaltung loswerden. Die alten Cover meiner gebundenen Ausgaben sind von Band zu Band in unterschiedlichen Farben gehalten und zeigen jeweils Schlüsselszenen der Handlung in detailverliebter Illustration. Auf dem Cover von Band 1 ist unser junger Protagonist Gregor zu sehen, welcher auf dem Rücken seiner Fledermaus Ares über eine öde Wüstenlandschaft voll rauchender Vulkane fliegt. Der gelbe Titel hebt sich gelungen vom dunkelgrünen Grund ab und passt auch inhaltlich so gut zur Handlung, dass er mir fast besser gefällt als der Originaltitel. An der gesamten Gestaltung merkt man also auch hier wieder sofort, dass das Cover extra für die Geschichte kreiert wurde und nicht auf einem Stockbild beruht. Die Illustration stammt von Joachim Knappe, der auch die Vignetten an den Kapitelanfängen erstellt und die Gestaltung der Titelblätter der drei Teile übernommen hat. Eine so runde und der Zielgruppe entsprechende Gestaltung gibt es einfach nur bei Kinderbüchern!


    Erster Satz: "Gregor saß auf dem Bett und fuhr mit den Fingerspitzen über die Narben."


    Band 4 startet etwa ein halbes Jahr nachdem Gregor am Ende von Band 3 seine freundliche Nachbarin Mrs Cormaci über alles eingeweiht hat, nachdem er und seine Freunde entdeckt haben, dass die Pest direkt aus den Laboren der Menschen kam, die die Bazillen als biologische Waffen im Kampf gegen die Ratten einsetzen wollten. Auch wenn die Heerführerin Solovet und die leitende Wissenschaftlerin daraufhin verurteilt wurden und den Nagern als Wiedergutmachung Land und das Heilmittel geschickt wurde, spitzt sich die Lage im Unterland weiter zu. Diesmal ist Gregor über die Vorkommnisse auch vollkommen im Bilde, da er beinahe seine gesamten Sommerferien mit regelmäßigen Besuchen im Unterland verbracht hat. Seine Mutter liegt noch auf der Krankenstation und genest von der Pest, Gregor und seine Fledermaus Ares trainieren zusammen und Boots hat mit Hazard einen neuen Spielkameraden gefunden. Da also alles erstmal ruhig erscheint und sich der Rat von Regalia noch vom schlimmen Verrat Solovets erholt, möchte keiner die Zeichen deuten, die vermehrt auftauchen. Eine verschlüsselte Nachricht an Luca, ein toter Huscher, leere Kolonien und ein Korb Mäusebabys auf dem Fluss sind nur der Anfang. Da ihnen niemand glaubt, dass etwas Schlimmes im Verborgenen im Gang ist, beschließen Luxa und Gregor kurzerhand selbst loszuziehen und den Verbleib der Huscher zu überprüfen. Unwissentlich manövrieren sie sich in ein neues Abenteuer und geraten in die Fänge des nun herangewachsenen, weißen Fluchs...


    Mit diesem vierten Band der Reihe weicht Suzanne Collins erstmal deutlich vom typischen Ablauf ab. In den anderen Bänden wurde Gregor jedes Mal unter irgendeinem Vorwand zurück ins Unterland gelockt, mit einer neuen Prophezeiung konfrontiert und zog dann mit einer buntgemischten Gruppe los, um diese zu erfüllen. In "Gregor und der Fluch des Unterlandes" wird die Handlung zwar auch durch eine Reise mit klarem Ziel strukturiert, die Vorlaufzeit, bevor diese Reise startet, ist jedoch viel länger und es gibt zum ersten Mal keine auf den ersten Blick ersichtliche Prophezeiung. Auf diese Weise bleibt viel unklarer, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Zudem kann die Autorin das erste Drittel der Geschichte für Erklärungen nutzen und zusätzlich Grundsteine für den großen Endkampf in Band 5 legen. Wurden zuvor noch regelmäßig Bestrebungen zum Erhalten des Friedens unternommen und die Fronten hinterfragt, scheinen die sich gegenüberstehenden Seiten nun klarer und von gemeinsamer Zusammenarbeit ist nur noch wenig zu spüren. Die Spannung spitzt sich zu, die Atmosphäre verdichtet sich und die vorherigen Ambivalenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen - nun stehen Kriegserklärungen statt Diplomatik auf dem Plan. 


    "Beim Feuertanz nimm dich in Acht,
    Sieh die Königin der Nacht.
    Gold verströmt sie, heiße Pracht.
    Vater, Mutter, Schwester Bruder
    Fort. Und wer weiß, ob wir uns sehen
    an einem anderen Ort.


    Fang die Huscher in dem Loch,
    sieh sie blitzschnell wirbeln noch.
    Dann ganz still, sie schlafen doch.
    Vater, Mutter, Schwester Bruder
    Fort. Und wer weiß, ob wir uns sehen
    an einem anderen Ort.


    Jetzt kommen alle Gäste rein.
    Wir grüßen sie, so soll es sein.
    Wir schneiden ab, wir gießen ein.
    Vater, Mutter, Schwester Bruder
    Fort. Und wer weiß, ob wir uns sehen
    an einem anderen Ort."


    Passend dazu werden auch die behandelten Themen nochmals deutlich düsterer. Schon in den ersten drei Bänden geht es für eine 10jährige Zielgruppe recht blutrünstig zu, da viel gekämpft und auch getötet wird. Mit Themen wie Genozid, Faschismus, Todesstrafe, Krieg, Rache oder Kannibalismus dringt Suzanne Collins nun aber in ein Gebiet vor, das mit einem Kinderbuch wirklich nicht mehr viel gemein hat. Gräueltaten mit auf der Hand liegende geschichtlichen Referenzen werden hier so erschreckend real und detailliert umgesetzt, sodass beim Lesen die dringende Begleitung durch Erwachsene nötig ist. Zusätzlich sorgen auch Bedrohungen wie Riesenskorpione, Monsterwellen, Erdbeben, Vulkane oder getarnte Schlangenarmeen für spannende, dramatische und blutige Szenen. Ab dem vierten Band kann ich die Reihe also nur noch bedingt für die 10-12jährige Zielgruppe empfehlen und möchte nochmal betonen, dass die vielen Wendungen, guten Ideen, überraschend komplexen Zusammenhänge sowie die realgeschichtlichen Anspielungen die "Gregor" Reihe auch für ältere LeserInnen attraktiv macht.


    Nachdem wir in den letzten Bänden schon im Land des Todes, auf dem Wasserweg, im Labyrinth der Ratten und im Dschungel unterwegs waren, unternehmen wir nun eine Reise zum Quell, der anderen Menschenkolonie im Unterland und entdecken die Feuerländer. Zusätzlich zu den neuen Informationen, die das Bild des Unterlands komplettierten, hat sich beim Lesen auch mein grundlegendes Verständnis des Schauplatzes nochmals verändert. Stellte ich mir zuvor alles als eine mit Tunnel verbundene, unterirdische Ebene vor, wurde mir beim Lesen immer mehr klar, dass es sich eigentlich mehr um eine dreidimensionale Kugel handelt und sich die einzelnen Orte auch auf unterschiedlichen Höhenebenen befinden. Und das ist in meinen Augen auch eine große Stärke der Reihe: Viele der Regeln der Welt, Details des Lebens unter Tage, die Entstehung der Menschenstadt Regalia oder die Vorstellung der verschiedenen Territorien werden erst nach und nach im Verlauf der Bände erklärt. Auf diese Weise wird man beim Lesen nicht mit Informationen erschlagen, kann sich aber von Kapitel zu Kapitel ein besseres Bild des Schauplatzes machen und das Unterland in der eigenen Fantasie aktiv mitgestalten.


    Zum Leben erweckt wird das Setting wieder durch die bildhafte, aber einfach gehaltene Sprache der Autorin. Mit lebensnahen Vergleichen, vielen Dialogen, mitreißenden Minicliffhangern am Ende eines jeden Kapitels und den wunderbar übersetzten Prophezeiungen und Lieder konnte mich Suzanne Collins auch hier wieder erreichen und mir die Geschehnisse vor Augen führen. Bei der ein oder anderen Szene hätte ich aber lieber nicht so genau hingesehen und habe meine bildhafte Fantasie verflucht... Dass die Autorin auch hier ernste Themen anspricht und Botschaften sendet, liegt denke ich auf der Hand. Leider funktionierte aber ihre zuvor bewährte Taktik, um die gedrückte Stimmung aufzulockern nicht mehr, sodass die Atmosphäre hier für ein Kinderbuch ein deutlich zu starken Überhang zum Düsteren erhält. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel die Anwesenheit von Boots und anderen Kindern. Während die Fröhlichkeit und Unbeschwertheit von Boots und Hazard in Band 3 für eine gelungene Auflockerung sorgte, konnte ich in Band 4 nun wirklich nicht mehr nachvollziehen, warum die beiden auf die gefährliche Reise mitkommen mussten. Die beiden tragen nicht wirklich etwas Produktives bei und bilden mit ihrem fröhlichen Geplapper und den ständigen Liedern eher ein störender Kontrast zu den sehr ernsten Themen. Viel mehr als die dissonanten Kinderstimmen habe ich hier die Anwesenheit der zynischen Ratte Ripred geschätzt, die die Dinge mit schneidendem Sarkasmus aber auch immer der richtigen Portion Feingefühl anpackt.


    Sehr gelungen fand ich wiederum die Entwicklungen zwischen Luxa und Gregor, die ihren natürlichen Umgang miteinander verlernt haben und sich wundern, woher die Spannung zwischen ihnen kommt. Für ältere LeserInnen (genau wie für den amüsierten Ripred) ist natürlich sofort offensichtlich, was sich zwischen den beiden verändert hat, aber Luxa und Gregor dabei zuzusehen, wie sie das selbst herausfinden ist einfach köstlich. Eher schmerzhaft ist dagegen die Beobachtung, wie sehr sich Gregor durch die Abenteuer der letzten Bände verändert hat. Er hat nicht nur körperliche Narben davongetragen, die er durch lange Kleidung im Überland verstecken muss, sondern kämpft auch mit seelischen und psychischen Nachwirkungen dessen, was er miterleben musste. Und das ist ein weiterer Punkt, den die Reihe wunderbar meistert (und der auch in allen anderen Romanen der Autorin immer berücksichtigt wird, ich sage da nur "Ende der Panem-Reihe"...): Schreckliches bleibt nie ohne Folgen. Die Geschichte nimmt sich genügend Zeit, um auszuloten, was die Geschehnisse mit den Figuren machen und ist sich dabei nicht zu schade, den Finger in die Wunde zu legen. Das bedeutet natürlich ein großer Zugewinn an Glaubwürdigkeit und Figurentiefe, leider aber auch jede Menge Schmerz beim Lesen, da man nur schwer verwinden kann, wenn ein mittlerweile 12jähriger in Gedanken Trost bei einem steinernen Ritter im Museum sucht, da dieser alles Schlimme überstanden hat und nun in Frieden ruhen kann. AUTSCH!


    Zum Ende der Geschichte muss man noch sagen, dass die Handlung hier zum ersten Mal nicht in sich abgeschlossen ist, sondern dass vieles sehr offenbleibt. War zuvor noch ein zeitlicher Abstand zwischen den Geschehnissen der Bände eingeschoben, geht Band 4 direkt in die Handlung von Band 5 über. Ich kann also nur empfehlen, den zeitlichen Abstand so gering wie möglich zu halten!




    Fazit

    "Gregor und der Fluch des Unterlandes" weicht zum ersten Mal von der inhaltlichen Grundstruktur der Reihe ab und zeigt sowohl im Handlungsverlauf als auch was die Themen angeht eine größere Variabilität und Offenheit. Da es hier um sehr ernste Themen geht und die jungen Protagonisten mehr leiden müssen als je zuvor, kann ich die Geschichte aber nicht mehr uneingeschränkt für die 10-12jährige Zielgruppe empfehlen!

  21. Cover des Buches Gregor 2. Gregor und der Schlüssel zur Macht (ISBN: 9783751200813)
    Suzanne Collins

    Gregor 2. Gregor und der Schlüssel zur Macht

     (156)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Wie bereits in meiner Rezension zum ersten Band der "Gregor"-Reihe erwähnt, verbindet mich mit dieser Serie aus der Feder von Suzanne Collins eine längere Reise voller guter Erinnerungen und begeisterter Rereads.  Zum ersten Mal gelesen habe ich sie 2011 im Alter von 10 Jahren und war so hin und weg von dieser originellen und hochspannenden Abenteuergeschichte, dass ich mir sofort alle Teile angeschafft habe. Im Laufe der Jahre wurde die Serie dann so etwas wie ein Comfort-Read für mich, auf den ich immer wieder in stressigen Situationen zurückgreifen konnte. Denn statt mich mit der Zeit zu langweilen, fielen mir mit jedem neuen Lesedurchgang neue Details auf, an denen ich mich erfreuen konnte und auch wenn ich der Zielgruppe mittlerweile deutlich entwachsen bin, reise ich jedes Mal mit großer Freude ins Unterland. Zu allen fünf Bänden der Reihe habe ich schon 2016 in den Anfängen meines Blogs eine Rezension geschrieben. Da diese jedoch recht kurz und oberflächlich ausfiel, habe ich nach einem weiteren Reread beschlossen, dass die Reihe es verdient, dass ich sie nochmal mit einer neuen Rezension ehre. Band 2, "Gregor und der Schlüssel zur Macht" hat mir sogar noch etwas besser gefallen als der erste Teil, da das Abenteuer war düsterer, gefährlicher und temporeicher wird, die Autorin bei aller Spannung aber nicht vergisst, Gedanken über Freundschaft, Loyalität und Vertrauen miteinzuflechten.


    Bevor meine Lobpreisung startet, will ich erstmal wie immer noch einige Worte zur Gestaltung loswerden. Die alten Cover meiner gebundenen Ausgaben sind von Band zu Band in unterschiedlichen Farben gehalten und zeigen jeweils Schlüsselszenen der Handlung in detailverliebter Illustration. Auf dem Cover von Band 2 ist unser junger Protagonist Gregor zu sehen, welcher mit seiner 2jährigen Schwester Boots in einem von seiner Fledermaus Ares getragenen Boot über den Wasserweg fliegt und zu seiner zweiten Reise durchs Unterland antritt. Im Hintergrund sind seine blassen unterländischen Reisegefährten und leicht angedeutet die Lichter der Menschenstadt Regalia zu sehen. Der gelbe Titel hebt sich gelungen vom dunkelblauen Grund ab und passt auch inhaltlich so gut zur Handlung, dass er mir fast besser gefällt als der Originaltitel. An der gesamten Gestaltung merkt man also auch hier wieder sofort, dass das Cover extra für die Geschichte kreiert wurde und nicht auf einem Stockbild beruht. Die Illustration stammt von Joachim Knappe, der auch die Vignetten an den Kapitelanfängen erstellt und die Gestaltung der Titelblätter der drei Teile übernommen hat. Eine so runde und der Zielgruppe entsprechende Gestaltung gibt es einfach nur bei Kinderbüchern!


    Erster Satz: "Als Gregor die Augen aufschlug, hatte er das deutliche Gefühl, dass ihn jemand beobachtete."


    Gregors zweites Abenteuer im Unterland beginnt ein halbes Jahr später als sein erstes kurz vor Weihnachten. Während New York in Schnee versinkt, steigt auch im Unterland eine schneeweiße Bedrohung auf: eine Ratte, die die nach dem Tod des Rattenkönig Gorgers verstreute Armee der Nager vereinen soll und das Unterland in den Krieg stürzen wird. So sagt es zumindest die "Prophezeiung des Fluchs", in der zu Gregors Leidwesen auch er selbst, der "Krieger", und seine kleine Schwester, Boots, wieder auftauchen. Auch wenn er nichts lieber möchte, als mit seiner nach den Geschehnissen aus Band 1 zerrütteten und erschöpften Familie Weihnachten zu feiern, kann er seine neuen Freunde im Unterland nicht im Stich lassen und zieht zusammen mit seiner Fledermaus Ares, der geruchsbegabten Ratte Twitchtip, Luxas´ Cousin Howard, dem Wächter Mareth und deren Fledermäuse aus, um die weiße Ratte zu finden und zu töten. Mit von Partie sind natürlich auch wieder der treue Kakerlak Temp und allerlei überraschender Weggefährten, die sie auf dem Wasserweg einsammeln...


    Genau wie in Band 1 setzt die Autorin wieder ein hohes Erzähltempo an und jagt uns zusammen mit Gregor durch ein haarsträubendes Abenteuer in einer fremden Welt. Auch die Rahmenhandlung wird wieder durch eine neue Prophezeiungen vorgegeben, die es zu enträtseln und entschlüsseln gilt, die aber erst nach der Geschichte ganz klar erscheinen. Viele Wendungen, gute Ideen, überraschend komplexe Zusammenhänge wie Abkommen, Intrigen, Politik, Kämpfe um Land und Ressourcen sowie regelmäßige realgeschichtliche Anspielungen sorgen dabei dafür, dass auch ältere LeserInnen viel Spaß haben. Durch die bildhafte, aber einfach gehaltene Sprache mit lebensnahen Vergleichen und vielen Dialogen stellt Suzanne Collins aber sicher, dass in erster Linie ihre junge Zielgruppe der Handlung folgen und auf ihre Kosten kommen kann. Rückblickend geht es an einigen Stellen recht blutrünstig für eine 10jährige Zielgruppe zu da viel gekämpft und auch getötet wird. In "Gregor und der Schlüssel zur Macht" sorgen zum Beispiel neue Bedrohungen wie fleischfressende Fliegen, riesige Seeschlangen, Wasserstrudel und Tintenfische für einige spannende, dramatische und auch blutige Szenen, sodass auch der zweite Teil der Reihe kein harmloses Kinderbuch ist. Ich kann jedoch versichern, dass ich die Geschichte als Kind nicht als zu blutrünstig empfunden habe, da viele der Szenen erst in den Köpfen von Erwachsenen richtig bedrohlich erscheinen und Suzanne Collins darüber hinaus viel Wert darauflegt, einen moralischen Kompass anzulegen. Gewalt wird in den richtigen Kontext gesetzt, falsches Verhalten verurteilt und positive Botschaften mit eingeflochten, sodass man beim Lesen einiges mitnehmen kann.


    "Wenn Unten fällt, wenn Oben springt,
    wenn Leben Tod ist, Tod Leben bringt,
    steigt etwas aus dem Finstern auf,
    und das Sterben nimmt seinen Lauf.


    In der Tiefe haust die Ratte,
    die Schneegleiche, Nimmersatte,
    die Teuflische mit weißem Gesicht,
    raubt der Krieger dir das Licht?


    Was könnte unseren Krieger schwächen?
    Wie werden die zornigen Nager sich rächen?
    Ein Junges, das noch nicht mal zählt,
    haben sie dafür auserwählt.


    Stirbt das Kleine, stirbt sein Heil,
    verliert er seinen wichtigsten Teil.
    Der Frieden der Stunde wird zur Schlacht.
    Die Nager haben den Schlüssel zur Macht."


    Auch wenn einige Elemente wie zum Beispiel der typische Fall in eine andere Welt (das Kaninchenloch wird hier zum Lüftungsschacht), die Verbindung der Menschen mit Reittieren, geheimnisvolle Prophezeiungen oder Heldenreisen bekannt erscheinen, finde ich die Idee, im Verborgenen lebende und oft verabscheute Tiere hier zu den Hauptfiguren zu machen, großartig und erfrischend. Anhand der auf den ersten Blick wie Monster aussehenden Kreaturen, hinter denen sich dann doch häufig sympathische und einnehmende Figuren verbergen, lehrt die Autorin uns Rücksichtnahme und Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Völkern und deren Eigenarten. Im direkten Miteinander der Figuren hebt Suzanne Collins Mut, Freundschaft, Vertrauen und den Wert der Familie hervor - alles Botschaften, die sehr gut in ein Kinderbuch passen und auch erwachsenen LeserInnen das Herz erwärmen. 


    Neben dem hohen Erzähltempo und der herzerwärmenden Botschaften überzeugt auch das Worldbuilding der Reihe. Die Autorin entführt in eine unterirdische Höhlenwelt, die sich blasse Menschen (die Überländer) mit Krabblern (=1,20m großen Kakerlaken), Fliegern (großen Fledermäusen), Nagern (mannshohen Ratten) und allerlei anderen überdimensional großen und sprechenden Lebewesen teilen. Leuchter, Huscher, Zischer, Hacker ... hier taucht beinahe jede nachaktive oder im Untergrund lebende Spezies einmal auf. Was die menschliche Unterländer angeht ist natürlich besonders interessant zu erfahren, wie diese Leben und was sie von uns sogenannten "Überländern" unterscheidet, während bei den Tieren positiv hervorzuheben ist, dass sie alle eine eigene Kultur, Ausdrucksweise und Charaktereigenschaften bekommen. Viele der Regeln der Welt, Details des Lebens unter Tage, die Entstehung der Menschenstadt Regalia oder die Vorstellung der verschiedenen Territorien werden nach und nach im Verlauf der Handlung erklärt. Auf diese Weise wird man beim Lesen nicht mit Informationen erschlagen, kann sich aber von Kapitel zu Kapitel ein besseres Bild des Schauplatzes machen. In diesem Teil reisen wir über den großen Fluss, den sogenannten "Wasserweg", der das Unterland mit frischem Wasser versorgt und das Land in zwei Hälften spaltet. Außerdem lernen wir neue Teile des "Land des Todes", also dem Rattenterritorium kennen.


    Im Mittelpunkt dieses rasanten, hochspannenden Abenteuers stehen jedoch auch in Band 2 ganz klar die Figuren.  In Band 1, "Gregor und die graue Prophezeiung" haben wir ja schon den 11jährigen Gregor als sympathische Identifikationsfigur kennengelernt, der vor allem aus der Motivation heraus, seinen verschollenen Vater zu finden, bei den Abenteuern der Unterländer mitspielt, aber nicht wirklich daran glaubt, der prophezeite "Krieger" zu sein, auf den alle seit Jahrhunderten warten. Auch wenn mir, nun da ich erwachsen bin, an einigen Stellen auffällt, wie unrealistisch es ist, dass einem 11jährigen eine so große Verantwortung und Bürde zugemutet wird, hat mir sehr gut gefallen, dass wir hier keinen Superhelfen, sondern einen ganz durchschnittlichen Jungen begleiten, der ganz zufällig in ein Abenteuer stolpert. Auch wenn er innerhalb der fünf Bände wachsen, lernen, Verantwortung übernehmen und Schritt für Schritt zum Held werden darf, bleibt er immer greifbar und für die jugendliche und die erwachsene Zielgruppe gleichermaßen nachvollziehbar. Mit seinem Gerechtigkeitssinn und seiner Fähigkeit, sich Fehler einzugestehen und zuzugeben, wenn er mal falschgelegen hat, hat er sich sofort in mein Herz geschlichen. Auch seine kleine Schwester Boots, die mit ihrem kindlichen Charme sofort die halbe Unterwelt um den Finger wickelt und von den Kakerlaken bald als Prinzessin verehrt wird, muss man einfach lieben. 


    Dass die Autorin in diesem handlungsschnellen Band 2 Zeit findet, ihre Figuren weiterzuentwickeln, ist eigentlich ein kleines Wunder. Neben Gregor, der deutlich reifer und abgeklärter mit den Herausforderungen seiner Reise umgeht, werden jedoch auch die Nebenfiguren weiterentwickelt deren Beziehungen ausgebaut und sogar gar neue Perspektiven aufgezeigt.  Besonders ans Herz gewachsen sind mir im ersten Teil ja die undurchsichtige Ratte Ripred, der loyale Kakerlak Temp, die eingebildete Königin Luxa, die rebellische Fledermaus Ares, der mutige Mareth und der großväterliche Vikus, welche auch hier wieder eine mal größere, mal kleinere Rolle spielen dürfen. Sehr schön zu sehen ist, dass die Beziehung zwischen Ares und Gregor, die zunächst als reine Zweckspartnerschaft zur Verhinderung von Ares´ Ausstoßung begonnen hat, sich langsam zu einer Freundschaft entwickelt. Auch die mutige wie hochnäsige Königin Luxa darf sich hier neu überdenken, während sie über den Verrat ihres Cousins Henry hinwegkommen muss. Zusätzlich tauchen hier mit Luxas Cousin Howard, seiner Fledermaus Pandora, der Ratte Twitchtip und den beiden Leuchtern Zack und Photos Glimm-Glimm neue Mitstreiter auf, die natürlich die Reisegruppe zusätzlich durcheinanderbringen. Besonders gut gefallen hat mir, dass sich Gregor hier etwas mit der ausgestoßenen Ratte Twitchtip anfreundet und somit den Unterländern und den Lesern erneut einen Beleg dafür liefert, dass nicht alle Ratten schlecht sind und man nicht alle Personen über einen Kamm scheren darf.


    Das Ende des zweiten Bandes birgt mal wieder einige Überraschungen - denn wie immer ist die Prophezeiung voll von allerlei Missverständlichkeiten und Interpretationsspielraum - und lässt einiges offen für den nächsten Teil. Im Gegensatz zum Ende des ersten Bandes, in dem die Geschichte weitgehend abgeschlossen war und nur leise Andeutungen Lust auf das nächste Abenteuer machten, bleiben hier noch einige Fragen offen, die dringend geklärt werden wollen. Wie gut, dass ich den dritten Band schon parat liegen habe...!

     



    Fazit

    Mit "Gregor und der Schlüssel zur Macht" geht eine meiner liebsten Fantasy-Reihen aller Zeiten düsterer und dramatischer als eh und je weiter. Eine originelle und hochspannende Abenteuersaga über Licht, Dunkelheit, Außenseiter, Mut, Freundschaft, Familie und kulturelle Rücksichtnahme!    

  22. Cover des Buches The Hunger Games (ISBN: 0545091020)
    Suzanne Collins

    The Hunger Games

     (8)
    Aktuelle Rezension von: utaechl
    Inhalt: Die sechzehnjährige Katniss ist eine hervorragende Jägerin, die gut für sich, ihre kleine Schwester Prim und ihre Mutter sorgt. Sie lebt im 12. Distrikt, dessen Bewohner genau wie die aus den anderen elf Distriken von der Hauptstadt Kapitol unterjocht werden. Als Beweis der Überlegenheit der Hauptstadt lässt diese jedes Jahr die Hungerspiele veranstalten, zu denen jeder Distrikt zwei zufällig ausgewählte Jugendliche schicken muss, die dann bis auf den letzten Überlebenden gegeneinander antreten müssen. Als dieses Mal Prim ausgewählt wird, übernimmt Katniss freiwillig deren Stelle und begibt sich somit auf ein Abenteuer dessen Ende wahrscheinlich der Tod sein wird, denn schon seit Jahren hat niemand mehr aus ihrem Distrikt gewonnen. Kritik: Die Tribute von Panem ist ein hervorragenden Science Fiction Roman, dessen Einstufung als Jugendbuch meiner Meinung nach nicht ganz zutreffend ist. Die Hungerspiele an sich sind so realistisch und manchmal fast erschreckend geschrieben, dass sie kaum von Jüngeren zu lesen und zu verstehen sein dürfen. Es ist meiner Meinung nach also eher ein Buch, das sich an ein erwachseneres Publikum wendet. Die Charaktere sind hervorragend herausgearbeitet, man fühlt, leidet und lebt mit ihnen. Das futuristische Nordamerika, die Arena, die Distrikte und die Hauptstadt sind so beschrieben, dass man sich vorstellen kann, direkt vor Ort zu sein. Die knapp über 400 Seiten werden nie langweilig und obwohl es der Beginn einer Trilogie ist, bietet das Buch eine abgeschlossene Geschichte. Die Beschreibung vor allem der Tode in der Arena, sowie den Verletzungen und deren Folgen sind schon ziemlich heftig, passen aber einfach in das Konzept des Buches. Ein sehr empfehlenswertes Buch, dem hoffentlich zwei ebenbürtige Bände folgen und das nicht nur für Science Fiction Fans ist, sondern sich auch an Leser wendet, die eine gute, spannende Geschichte lieben, voller Charaktere, die sich in einer Extremsituation befinden und trotzdem Zeit haben, um zu lieben, leiden und hoffen. zum Hörbuch: Carolyn McCormick hat eine sehr angenehme Erzählstimme, die einem das Folgen der Geschichte sehr leicht macht. Sie wird den verschiedenen Rollen gerecht und erleichtert einem das Eintauchen in die Welt der Suzanne Collins. Die Zeit verfliegt wie im Fluge und ich merkte, wie ich gefesselt zuhörte und um mich herum die Umgebung zu vergessen drohte. So müssen Hörbücher sein.
  23. Cover des Buches Gregor 3. Gregor und der Spiegel der Wahrheit (ISBN: 9783751200820)
    Suzanne Collins

    Gregor 3. Gregor und der Spiegel der Wahrheit

     (134)
    Aktuelle Rezension von: wordworld

    Wie bereits in meiner Rezension zum ersten und zweiten Band der "Gregor"-Reihe erwähnt, verbindet mich mit dieser Serie aus der Feder von Suzanne Collins eine längere Reise voller guter Erinnerungen und begeisterter Rereads.  Zum ersten Mal gelesen habe ich sie 2011 im Alter von 10 Jahren und war so hin und weg von dieser originellen und hochspannenden Abenteuergeschichte, dass ich mir sofort alle Teile angeschafft habe. Im Laufe der Jahre wurde die Serie dann so etwas wie ein Comfort-Read für mich, auf den ich immer wieder in stressigen Situationen zurückgreifen konnte. Denn statt mich mit der Zeit zu langweilen, fielen mir mit jedem neuen Lesedurchgang neue Details auf, an denen ich mich erfreuen konnte und auch wenn ich der Zielgruppe mittlerweile deutlich entwachsen bin, reise ich jedes Mal mit großer Freude ins Unterland. Zu allen fünf Bänden der Reihe habe ich schon 2016 in den Anfängen meines Blogs eine Rezension geschrieben. Da diese jedoch recht kurz und oberflächlich ausfiel, habe ich nach einem weiteren Reread beschlossen, dass die Reihe es verdient, dass ich sie nochmal mit einer neuen Rezension ehre. Gestern habe ich also Band 3 der Reihe zum vierten Mal beendet und fand mich mal wieder in der Annahme bestätigt, dass "Gregor und der Spiegel zur Wahrheit" der beste Teil der Reihe ist.


    Bevor meine Lobpreisung startet, will ich erstmal wie immer noch einige Worte zur Gestaltung loswerden. Die alten Cover meiner gebundenen Ausgaben sind von Band zu Band in unterschiedlichen Farben gehalten und zeigen jeweils Schlüsselszenen der Handlung in detailverliebter Illustration. Auf dem Cover von Band 3 ist unser junger Protagonist Gregor zu sehen, welcher mit seiner 2jährigen Schwester Boots im Weingarten der Augen in einem grünen Dschungel eine große Echse bestaunt. Der gelbe Titel hebt sich gelungen vom türkisgrünen Grund ab und passt auch inhaltlich so gut zur Handlung, dass er mir fast besser gefällt als der Originaltitel. Insgesamt kann ich nur wieder wiederholen, dass man der Gestaltung schon auf den ersten Blick anmerkt, dass das Cover extra für die Geschichte kreiert wurde und nicht auf einem Stockbild beruht. Die Illustration stammt von Joachim Knappe, der auch die Vignetten an den Kapitelanfängen erstellt und die Gestaltung der Titelblätter der drei Teile übernommen hat. Eine so runde und der Zielgruppe entsprechende Gestaltung gibt es einfach nur bei Kinderbüchern!


    Erster Satz: "Gregor starrte einen Augenblick in den Badezimmerspiegel und holte tief Luft."


    Nachdem der zweite Band mit einem fiesen Cliffhanger endete, nämlich mit der Tatsache, dass Königin Luxa, deren Fledermaus Aurora und die Ratte Twitchtip im Land des Todes verschollen sind, setzt der dritte Band nur kurze Zeit nach den Ereignissen in Band 2 in New York ein. Gregor hat es zuhause nicht leicht: sein Vater leidet noch immer unter den Nachwirkungen der Gefangenschaft im Unterland, trotz der rund um die Uhr arbeitenden Mutter ist das Geld dauernd knapp und dann fällt auch noch die Heizung mitten im eiskalten Winter New Yorks aus, sodass Gregors demenzkranke Großmutter die meiste Zeit im Bett verbringen muss. Am meisten plagt Gregor allerdings, dass er gar nichts aus dem Unterland, von seinen Freunden, hört. So kommt es, dass ihn die schockierende Neuigkeit überraschend trifft, als er nach Regalia zurückkehrt: eine ansteckende und gefährliche Pest verbreitet sich unter allen Warmblütern und markiert somit den Start einer neuen Prophezeiung. "Prophezeiung des Bluts" heißt sie, ist in Spiegelschrift geschrieben und breitet mit allerlei verwirrenden Wiederholungen nicht nur Gregor, sondern auch all seinen Freunden Kopfzerbrechen. Doch als Gregor dann erfährt, dass seine Mutter und seine Fledermaus Ares mit der Pest infiziert sind, bleibt ihm keine andere Wahl, als dem Ruf der Prophezeiung ein weiteres Mal brav zu folgen...


    Gemeinsam mit unseren liebgewonnenen Figuren wagen wir uns hier abermals auf eine gefährliche Expedition, die verschiedene Spezies verbindet und in einen neuen, bisher unbekannten Abschnitt des Unterlands führt: den Dschungel. Bisher kennen wir von der unterirdische Höhlenwelt, die sich blasse Menschen (die Überländer) mit Krabblern (=1,20m großen Kakerlaken), Fliegern (großen Fledermäusen), Nagern (mannshohen Ratten) und allerlei anderen überdimensional großen und sprechenden Lebewesen teilen, nur das Territorium der Ratten, den Wasserweg und die Stadt Regalia. Der feuchtheiße, gefährliche, lebendige Dschungel, durch den wir uns nun auf der Suche nach dem Heilmittel durchschlagen müssen, steht in krassem Gegensatz zu den kahlen, kalten Tunneln, die wir bisher erkundet haben. Die Autorin baut mit diesem Ausflug also auch ihr Setting weiter aus. Passend dazu bekommen wir in diesem Band auch das erste Mal eine Karte des Unterlandes beschrieben und können so die bisherigen zahlreichen Schauplätze der Handlung besser einordnen. 


    Zum Leben erweckt wird das Setting wieder durch die bildhafte, aber einfach gehaltene Sprache Suzanne Collins´. Mit lebensnahen Vergleichen, vielen Dialogen, mitreißenden Minicliffhangern am Ende der kurzen Kapitel und den wunderbar übersetzten Prophezeiungen erreicht sie, dass Kinder der Handlung gut folgen können. Rückblickend geht es an einigen Stellen aber recht blutrünstig für eine 10jährige Zielgruppe zu, da viel gekämpft und auch getötet wird. In "Gregor und der Spiegel der Wahrheit" sorgen zum Beispiel neue Bedrohungen wie fleischfressende Pflanzen, giftiges Wasser, halluzinogene Dämpfe, Treibsand oder eine tödliche Epidemie für einige spannende, dramatische und auch blutige Szenen, sodass auch der dritte Teil der Reihe kein harmloses Kinderbuch ist. Ich kann jedoch versichern, dass ich die Geschichte als Kind nicht als zu blutrünstig empfunden habe, da viele der Szenen erst in den Köpfen von Erwachsenen richtig bedrohlich erscheinen und Suzanne Collins darüber hinaus viel Wert darauf legt, die Geschehnisse in Erklärungen und ein moralisches Raster einzubetten. Gewalt wird in den richtigen Kontext gesetzt, falsches Verhalten verurteilt und regelmäßig positive Botschaften genauso mit eingeflochten wie wissenswerte Fakten über die vorkommenden Tiere, sodass Kinder beim Lesen einiges mitnehmen können. Insgesamt würde ich die Reihe ab 10-12 Jahren empfehlen, je nach geistiger Reife der jungen LeserInnen je nachdem ob die Geschichte in Begleitung oder alleine gelesen wird. Ich kann jedoch nur noch einmal betonen, dass die vielen Wendungen, guten Ideen, überraschend komplexen Zusammenhänge sowie regelmäßige realgeschichtliche Anspielungen sicherstellen, dass auch ältere LeserInnen viel Spaß haben können.


    Der dritte Teil hält das Niveau der Vorgängerbände, was Handlung, Spannung und Wendungen angeht mit Leichtigkeit und jagt uns zusammen mit Gregor durch ein weiteres haarsträubendes Abenteuer. Die Rahmenhandlung wird dabei abermals durch eine neue Prophezeiung vorgegeben, die es zu enträtseln und entschlüsseln gilt, die aber erst nach der Geschichte ganz klar erscheint. Zwar kennen wir diese äußere Struktur der Handlung nun schon aus den anderen Teilen der Reihe, was bei mir abermals zu einem kleinen Abzug von einem halben Stern führt. Trotz des immergleichen Aufbaus liest sich aber jedes von Gregors Abenteuer komplett unterschiedlich und bietet genügend neue Ideen, um die LeserInnen bei Stange zu halten. Das wird vor allem dadurch gewährleistet, dass Suzanne Collins sich während der beschwerlichen Reise viel Zeit nimmt, die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Tierarten und Bewohnern des Unterlandes auszuloten. 


    Dabei gibt es mehrere Ideen, die hier auf einer Metaebene verfolgt werden und die ich sehr spannend finde. Ein wichtiges Hauptmotiv der Handlung sind die Konflikte zwischen den Ratten und den Menschen. Hier beginnen wir zum ersten Mal zu verstehen, wie sich der Hass zwischen den Ratten und den Menschen über Generationen hinweg aufgebaut hat, in dem wir auch einige Blicke zurück in die Vergangenheit werfen können. Das Thema der übergreifenden Epidemie ist natürlich aktuell wie nie zuvor und die Wichtigkeit, Differenzen beiseitelegen, um die Krise gemeinsam zu überstehen, kann auch nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Realität nicht oft genug betont werden. Zusätzlich gewährt Suzanne Collins hier Einblicke in die komplizierten und spannungsreichen Familienverhältnisse der Königsfamilie der Unterländer, vertieft die Kluft zwischen Krieg und Frieden (repräsentiert durch die rigorose Solovet und deren um Kompromisse bemühten Ehemann Vikus) und stellt die Frage, ob die Menschen in dieser Geschichte tatsächlich die "Guten" sind.


    "Von Blut zu Blut gelangt das Leiden,
    frisst euch an den Eingeweiden, 
    malt euch Flecken purpurrot,
    bringt den Warmblütern den Tod.


    Dreht euch um und um und um,
    Ihr seht das Was, nicht wann, warum.
    Wenn Heilung und Böses sich verweben
    formt sich eine aus zwei Reben. 


    Der Krieger wir bald bei euch sein
    ist sein Herz noch nicht aus Stein.
    Holt die Prinzessin oder verzagt;
    kein Krabbler, der es ohne sie wagt.


    Dreht euch um und um und um,
    Ihr seht das Was, nicht wann, warum.
    Wenn Heilung und Böses sich verweben
    formt sich eine aus zwei Reben. 


    Jeder aus warmem Fleisch und Blut,
    macht sich auf zu dem kostbaren Gut.
    Wer die Wiege des Übel sucht,
    findet das Mittel gegen den Fluch.


    Dreht euch um und um und um,
    Ihr seht das Was, nicht wann, warum.
    Wenn Heilung und Böses sich verweben
    formt sich eine aus zwei Reben. 


    Mensch und Nager, lasst beiseit,
    euren Hass und euren Streit.
    Werden die Flammen des Krieges entfacht,
    herrscht im Unterland ewige Nacht.


    Dreht euch um und um und um,
    Ihr seht das Was, nicht wann, warum.
    Wenn Heilung und Böses sich verweben
    formt sich eine aus zwei Reben."


    Neben dem neuen Setting und den interessanten Ideen werden auch einige neue Figuren eingeführt, um die Expedition zusätzlich spannender zu machen. Und auch von ihnen können wir einiges lernen. Hamnet lehrt uns, dass die allermeisten Lebewesen lieber nicht kämpfen würden, wenn sie nicht müssen. Der kleine Hazard zeigt uns, dass Völkerverständigung und Frieden beim Interesse an der anderen Kultur und mit dem Lernen der Sprache beginnt. Und die Ratte Lapblood macht deutlich, dass jeder zum Monster werden kann, wenn diejenigen, die man liebt, nur lange genug bedroht, unterdrückt und in die Enge getrieben werden. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen auf übertragener Ebene bekommt in diesem Band also mehr Tiefe und konnte mich noch mehr mitreißen als in Band 1 und 2. Auch dort lehrte uns die Autorin anhand der auf den ersten Blick wie Monster aussehenden Kreaturen, hinter denen sich dann doch häufig sympathische und einnehmende Figuren verbergen, Rücksichtnahme und Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Völkern und deren Eigenarten. Im direkten Miteinander der Figuren hebt Suzanne Collins während ihrer gesamten Reihe Mut, Freundschaft, Vertrauen und den Wert der Familie hervor - alles Botschaften, die sehr gut in ein Kinderbuch passen und auch erwachsenen LeserInnen das Herz erwärmen. 


    Im Mittelpunkt dieses rasanten, hochspannenden Abenteuers stehen jedoch auch in Band 3 ganz klar die Figuren.  In Band 1 "Gregor und die graue Prophezeiung" haben wir den 11jährigen Gregor als sympathische Identifikationsfigur kennengelernt, der vor allem aus der Motivation heraus, seinen verschollenen Vater zu finden, bei den Abenteuern der Unterländer mitspielt, aber nicht wirklich daran glaubt, der prophezeite "Krieger" zu sein, auf den alle seit Jahrhunderten warten. In Band 2, "Gregor und der Schlüssel zur Macht" musste er wieder einiges ertragen und damit umzugehen lernen, dass ein er sogenannter "Wüter" ist, der in Gefahrensituationen in einen rauschartigen Kampfzustand verfällt. Auch in Band 3 hat er noch daran zu knabbern, dass er der geborene Kämpfer zu sein scheint, obwohl er nichts lieber tun würde, als sein Schwert nie wieder anzurühren. Bei diesem Lesedurchgang ist mir zwar an einigen Stellen aufgefallen, wie unrealistisch es ist, dass einem 11jährigen eine so große Verantwortung und Bürde zugemutet wird, insgesamt hat mir aber sehr gut gefallen, dass wir hier keinen Superhelfen, sondern einen ganz durchschnittlichen Jungen begleiten, der ganz zufällig in ein Abenteuer stolpert. Auch wenn er innerhalb der fünf Bände wachsen, lernen, Verantwortung übernehmen und Schritt für Schritt zum Held werden darf, bleibt er immer greifbar und für die jugendliche und die erwachsene Zielgruppe gleichermaßen nachvollziehbar. Mit seinem Gerechtigkeitssinn und seiner Fähigkeit, sich Fehler einzugestehen und zuzugeben, wenn er mal falschgelegen hat, hat er sich sofort in mein Herz geschlichen. 


    Auch seine kleine Schwester Boots, die mit ihrem kindlichen Charme sofort die halbe Unterwelt um den Finger wickelt und von den Kakerlaken bald als Prinzessin verehrt wird, muss man einfach lieben. Ob sie und ihr Entwicklungsverlauf altersgerecht und realistisch dargestellt ist - darüber kann man sich streiten, Fakt ist jedoch, dass sie mit ihrer fröhlichen, unvoreingenommenen Art jede Menge Licht in die düstere Geschichte bringt. Ebenfalls sehr ans Herz gewachsen sind mir in den bisherigen Teilen auch die undurchsichtige Ratte Ripred, der loyale Kakerlak Temp, die eingebildete Königin Luxa, die rebellische Fledermaus Ares, der mutige Mareth und der großväterliche Vikus, welche auch hier wieder eine mal größere, mal kleinere Rolle spielen dürfen. In "Gregor und der Spiegel der Wahrheit" nimmt sich die Autorin gute 50 Seiten mehr Zeit als in ihren bisherigen Geschichten und das schlägt sich nicht nur in der Handlung, sondern auch in der Tiefe der Charakterisierung nieder, sodass dieser dritte Teil über die Zeit zu meinem Lieblingsteil der Reihe avanciert ist. 


    Besonders gut gefällt mir aber die Auflösung, da sie zeigt, dass Suzanne Collins sich trotz der ähnlichen äußeren Struktur der Bände ihrer Reihe viele Gedanken gemacht hat, wie sie jeden Band individuell gestalten und von der typischen Heldenreise abweichen lassen kann. Erfahrene LeserInnen werden angesichts der gehäuften Hinweise gegen Ende der Geschichte irgendwann selbst auf des Rätsels Lösung zur Heilung der Pest kommen. Als Kind hat mich die Wendung aber sehr beeindruckt und nachhaltig zum Nachdenken gebracht. 



     

    Fazit

    Viele interessante Gedanken verpackt in einer unvorhersehbaren Dschungelexpedition machen "Gregor und der Spiegel der Wahrheit" zu meinem Lieblingsteil der originellen und hochspannenden Gregor-Saga über Licht, Dunkelheit, Außenseiter, Mut, Freundschaft, Familie und kulturelle Rücksichtnahme! 

  24. Cover des Buches Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn (ISBN: 9783837311556)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn

     (139)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    Katniss ist schwer verletzt und versteht die Welt nicht mehr, als sie ans Krankenbett gefesselt aufwacht. Doch statt im Kapitol befindet sie sich im eigentlich nicht existenten Distrikt 13. dem Distrikt der auf Rache aus ist. Der das Kaitol und Snow stürzen will. Und das mit Katniss als..tadaaa... Aushängeschild.

    Mein Fazit:
    Verdammt noch mal. Ich bin so enttäuscht. Die Autorin hat eine so spannende Geschichte zu Papier gebracht. So viel Potenzial und im dritten Teil hat sie alles einfach ungenutzt gelassen.
    Katniss wird als eine Rebellin gefeiert, die sie nicht ist. Sie entwickelt sich überhaupt nicht. Ist dämlich, unpolitisch und obwohl ihr so viel Ungerechtigkeit zuteil geworden ist, ist sie immer noch so naiv und lässt sich weiterhin von Akteuren hin und her schubsen ohne zu merken, was Phase ist. Die Geschichte entwickelt sich nicht und die Protagonistin auch nicht. Traurig.
    Des weiteren ist es ein reines Gemetzel und von der Story, die anfangs wirklich gut war, bleibt nichts übrig. 

    0 Sterne für diese Katastrophe

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