Bücher mit dem Tag "südkorea"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "südkorea" gekennzeichnet haben.

85 Bücher

  1. Cover des Buches Die Plotter (ISBN: 9783958902329)
    Un-Su Kim

    Die Plotter

     (93)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «Der alte Mann kam heraus in den Garten.

    Raeseng stellte das Zielfernrohr scharf und zog den Repetierhebel zurück. Die Patrone sprang mit lautem Klicken in die Kammer. Raeseng sah sich um. Abgesehen von den hohen Tannen, die sich in den Himmel reckten, rührte sich nichts. Kein Vogel flatterte auf, kein Insekt summte. Bei der Stille würde der Knall eines Schusses weit tragen.»


    Raeseng ist von Beruf Plotter, ein anderes Wort für Killer. Ein Waisenkind, das von Old Raccoon als Baby adoptiert und ausgebildet wurde. Aufgewachsen in einer Bibliothek voll alter Bücher, der «Library of Dogs», das Zentrum der Killer-Elite Koreas. Old Raccoon, der alte Waschbär, ist der Chef der Organisation, die alle politisch gewollten Exekutionen in Korea plant und ausführt. Die Leichen werden in einer Verbrennungsanlage für Tierkadaver entsorgt. Denn das Verschwinden einer Leiche ist nicht einfach zu gestalten – das jeder weiß, der versucht hat, selbst eine anzuzünden. Auch die letzten Knochenreste und Zähne werden fein zermahlen, keine Rückstände von DNA dürfen übrig bleiben. Doch als die Macht der Diktatur in Korea schwindet, gerät auch der Einfluss der Plotter ins Wanken - Raeseng sorgt sich um die Auftragslage und seinen Lebensunterhalt. 


    «Wenn Old Raccoon, der in den letzten siebenundzwanzig Jahren Raesengs Pflegevater gewesen war, getrunken hatte, zog er Raeseng gern mit seiner Herkunft auf. Dann sagte der Alte Waschbär, oder besser Old Raccoon, wie alle in der Branche ihn nannten: »Du wurdest in einer Mülltonne vor einem Nonnenkloster gefunden. Vielleicht war die Mülltonne auch deine Mutter. Schwer zu sagen. So oder so ist es ziemlich erbärmlich. Aber es hat auch sein Gutes. Eine Mülltonne, die von Nonnen benutzt wird, dürfte weit und breit die sauberste Mülltonne sein.« Raeseng ärgerte sich nicht über Old Raccoons Spott. Er sagte sich, von einer sauberen Mülltonne geboren zu werden sei immer noch besser, als von der Sorte Eltern geboren zu werden, die ihr Baby in den Müll warfen.»


    Die «Library of Dogs» hat die hieratische Struktur eines Pyramidensystems: Auftraggeber, Tracker, Plotter. Niemand fragt, wer oben auf dem Stuhl sitzt, was auch völlig egal ist. Niemand fragt, warum jemand getötet werden muss. Die Tracker machen die Zielperson ausfindig und erstellen ein Dossier ihres Tagesablaufs, ihrer Vorlieben, übergeben es dem Plotter. Die Listen werden abgearbeitet, die Prämie kassiert. Es kommt auch schon vor, dass jemand aus ihren Reihen im Index steht. Dann ist das so. Doch welches Gefühl sitzt in Raeseng, als er zufällig während des Kotzens auf den Knien eine winzige Bombe in seinem Klo entdeckt? Das Werk eines Fachmanns, eine Bombe, die, wenn seine Exkremente das Rohr gefüllt hätten, automatisch ausgelöst worden wäre, ihm völlig das Hinterteil zerfetzt hätte. Nicht auszudenken. Wer mag dahinterstecken? Steht er selbst auf der Liste? In der letzten Zeit waren einige Leute aus seinem direkten Umfeld der Firma eliminiert worden.


    «Wer hat dir gesagt, du sollst denken? Halt den Mund und drück ab.»


    Als Raeseng, zweiunddreißig Jahre alt, von der Planung eines Auftrags abweicht, weil er die Leiche des Ex-Generals ins Krematorium bringt (samt Hund, für den er keinen Auftragsmord hatte) – anstatt diese wie geplant der Öffentlichkeit zu präsentieren – geraten die Dinge außer Kontrolle - und Raeseng rückt selbst an die erste Stelle der Todesliste. Ein Plotter hat das zu tun, was man ihm sagt. Der Thriller besitzt eine Menge Zynismus, der dem Plot Humor verleiht. Dazwischen poetische Passagen, mit fast depressiven Sound, episch. Ein typisch asiatischer Stil, atmosphärisch-poetische Vignetten mit schönen Beschreibungen – und dann fällt Hammer mit Wucht; rein in die brutale Szene oder eine lapidare Erklärung, z. B. was man falsch machen kann, wenn man eine Leiche entsorgt, der Sound von Nüchternheit. Der Killer, der den alten Mann nicht erschießt, sich von ihm zum Abendessen einladen lässt, mit ihm Whiskey trinkt, bei ihm übernachtet, frühstückt. Und ihn eben später erschießt. Job ist Job. Un-Su Kim holt den Leser stets mit der Abrissbirne aus den Wohlfühlszenen heraus – und sei es einfach, wenn er über seine Geburt und die unbekannte Mutter sinniert. Skurrile Typen, fein gezeichnete Charaktere, Überraschungen und ein so ganz eigener Stil! Ein tiefsinniger Noir-Thriller voll Poesie. Ein liebenswerter Killer?


    Un-su Kim, geb. 1972 in Busan, Korea, begann seine Karriere als Schriftsteller im Jahr 2002. Er hat in seiner Heimat mehrere Literaturpreise gewonnen, darunter den Yi Sang Literature Award und den renommierten MumhakdongnePreis. Mit seinem ersten Thriller Die Plotter ist ihm auf Anhieb ein Bestseller gelungen, der weltweit für Furore sorgte und in über 20 Ländern veröffentlicht wurde. Unsu Kim besticht durch seinen einzigartigen Stil und seine bemerkenswerte Beobachtungsgabe. Die internationale Krimiszene feiert ihn seit Jahren als »koreanischen Henning Mankell«.

    https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/die-plotter-von-un-su-kim-rezension.html

  2. Cover des Buches Meine Flucht aus Nordkorea (ISBN: 9783442159130)
    Yeonmi Park

    Meine Flucht aus Nordkorea

     (77)
    Aktuelle Rezension von: maedchenausberlinliest


    TW: Flucht, Diktatur, Vergewaltigung, Gewalt

    "Meine Flucht aus Nordkorea" ist die Autobiographie von Yeonmi Park. Im Alter von 13 Jahren flüchtet sie mit ihrer Mutter aus Nordkorea.
    Freiheit war für die Beiden ein Fremdwort. Hunger, Krankheit und sogar Exekution drohten im Land.
    Yeonmi erzählt vom Kampf ums Überleben in einem der dunkelsten Regime unserer Zeit.
    Sie erzählt von ihrer Flucht, von Schmugglern und Menschenhändlern in China und von einer wahren Odyssee nach Südkorea, wo sie endlich Freiheit findet.

    Ein wirklich toll übersetzes Buch. Besonders gut daran hat mir gefallen, dass man auch nach dem Ankommen in Südkorea noch viel von ihrem Leben erfährt.
    Aber auch wie ihr Leben in Nordkorea von Angst geprägt war, hat mich richtig gefesselt.
    Die Geschichte ist bewegend und spannend zugleich. Ich hab das Buch auch relativ schnell gelesen gehabt, da es so gut übersetzt ist.

    Hier noch ein Zitat das mir sehr gut gefallen hat:

    "Zu Hause habe ich nur gelesen. Ich inhalierte Bücher we andere Leute Sauerstoff. ich las nicht nur, um etwas zu lernen oder zum Vergnügen. Ich las, um zu leben.
    Ich hatte nur dreißig Dollar im Monat zur Verfügung und gab alles, was mir nach Abzug der Lebenshaltungskosten blieb, für Bücher auf.“

  3. Cover des Buches Schatten ohne Licht (ISBN: 9783961520923)
    Marcus S. Theis

    Schatten ohne Licht

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Wohin ziehen die Vögel im Winter? Das fragen sie sich oft, die beiden Geschwister Seonghan und Jeongah Ban. Sie leben mit ihren Eltern im diktatorischen Nordkorea und kennen nichts anderes als harte Arbeit, Armut und Hunger – und die Verehrung des Ewigen Präsidenten und Geliebten Führers. Als junger Erwachsener sieht Seonghan zum ersten Mal verbotene Bilder aus dem imperialistischen Saigon. Er kann nicht fassen, was er da sieht: fließend Wasser in jedem Haus, überall Licht, schöne Menschen in sauberer Kleidung und Essen im Überfluss. Sein Entschluss steht fest, da will er hin, zusammen mit seiner Schwester und seinem besten Freund. Nachdem Großvater, ein Kriegsveteran, im nächsten harten Winter verhungerte, sind auch die Eltern mit den gefährlichen Plänen der Jugendlichen einverstanden. Sollte die Flucht scheitern, droht ihnen lebenslange Zwangsarbeit oder gar die Todesstrafe. Ist ein Leben in Freiheit dieses Risiko wert? Bis zur chinesischen Grenze müssen sie sich alleine durchschlagen, dann sollten sie von einer christlichen Hilfsorganisation weiter begleitet werden. Doch schon an der Grenze zu China läuft alles schief … 

    Der Autor Marcus S. Theis wurde 1994 in Koblenz geboren und wuchs in der Nähe von Andernach auf, wo er auch seine Schulzeit verbrachte. Nach dem Abitur 2014 studierte er zunächst Jura, um dann zu Politik- und Sozialwissenschaften zu wechseln. Nach mehrmonatigem Aufenthalt in Neuseeland und diversen Backpacking-Reisen nach Korea, Japan und in die USA entdeckte er seine Leidenschaft zum Schreiben. „Schatten ohne Licht“, das 2017 erschien, ist sein Roman-Debüt. 

    Zu Beginn erfahren wir über die Kindheit und die Familie der Geschwister, erhalten Einblick über das Leben in Nordkorea und verstehen bald, warum Seonghan, Jeongah und Freund Joonho diese gefährliche Flucht wagen. Obwohl hier eine fiktive Geschichte erzählt wird, ist sie doch sehr authentisch. Als Vergleich empfiehlt sich evtl. das Buch „Meine Flucht aus Nordkorea“ von Yeomni Park, in dem diese in einer Biografie ihre eigene Flucht schildert. 

    Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut zu lesen und ganz den Ereignissen angepasst. Er spart nicht an Brutalität und schont uns Leser nicht. Gräueltaten werden bis ins kleinste Detail beschrieben, so dass die Geschichte stellenweise einem Thriller nahekommt. Wenn man bedenkt, dass alles dem Alltag in Nordkorea entspricht und auch die geschilderten Ereignisse auf der Flucht so oder so ähnlich vorkommen, dann erfordert das Lesen dieses Buches starke Nerven und ein robustes Gemüt. Dennoch empfehle ich es gerne weiter, wenn auch mit einem * Abzug, da bereits am Anfang darauf hingewiesen wird, dass alles frei erfunden und Ähnlichkeiten rein zufällig wären.

    Fazit: Eine Geschichte die nachdenklich stimmt und dankbar macht, in einem Land wie Deutschland leben zu dürfen. 

  4. Cover des Buches Vertraute Welt (ISBN: 9783958903036)
    Hwang Sok-yong

    Vertraute Welt

     (38)
    Aktuelle Rezension von: wanderer-of-words

    Der Autor verwendet im Buch keine Namen, alle Protagonisten werden mit ihren Spitznamen bezeichnet. So erleben wir, wie Glupschaug mit seiner Mutter (die ebenfalls namenslos bleibt) von den Bergslums zur Blumeninsel übersiedelt und sich den Müllsammlern anschließt. Die Mutter findet schnell einen neuen Lebenspartner und Glupschaug erhält einen jüngeren Stiefbruder namens Glatzfleck. Ihr Leben ist nicht leicht, die Kinder haben zwar die Möglichkeit zur Schule zu gehen, aber da sich die Erwachsenen nicht wirklich darum kümmern was der Nachwuchs treibt wird die meiste Zeit geschwänzt. 

    Die Themen Müll und Wegwerfgesellschaft sind sehr aktuell, wir leben in einer Zeit, wo massenweise Lebensmittel verschwendet werden und fast grenzenlos Müll produziert wird. Vieles das noch repariert oder wiederverwendet werden könnte landet auf dem Müll, oft ist es einfacher und bequemer Neues zu kaufen als Altes zu verwerten. Hwang Sok-yong beschreibt das Leben auf der Müllkippe sehr greifbar, man hat die ärmlichen Hütten, das tägliche Wühlen im Dreck und den Schmutz und den Gestank vor Augen. Trotzdem hatte ich an manchen Stellen das Gefühl nicht zu verstehen, was er mit einer Szene eigentlich vermitteln will. 

    Es gibt auch ein paar übersinnliche Elemente, die für mich nicht wirklich in die Geschichte passen wollten und sich für mich daher etwas seltsam anfühlten. 

    Auch der Spannungsbogen ist nicht durchgängig vorhanden. Vor allem in der Mitte gibt es größere Durchhänger, wo die Geschichte nur noch vor sich hinplätschert und ich mich irgendwann auch zum Weiterlesen zwingen musste. Gerne hätte ich gesagt, dass das Ende dafür entschädigt hat, doch das war nur zum Teil der Fall. Insgesamt lässt mich das Buch damit zwiegespalten zurück. Einerseits ist es eine sehr eindringliche Geschichte, über deren Inhalt und die Protagonisten ich noch lange nachgedacht habe, andererseits hat das Buch mich im Mittelteil fast verloren. 

    Fazit:
    Das Buch hatte ich schon eine Weile auf dem Wunschzettel und auch recht hohe Erwartungen an die Geschichte. Nicht alle meine Erwartungen konnten erfüllt werden, dennoch hat es mich zum Nachdenken angeregt wie oft man doch etwas wegwirft das eigentlich noch „gut“ ist.

  5. Cover des Buches JAB (ISBN: 9783958902466)
    Un-su Kim

    JAB

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Hornita

    Der Buchtitel ist etwas verwirrend und erklärungsbedürftig: JAB ist eine Schlagtechnik im Boxen und der Titel der ersten Kurzgeschichte. Im Buch geht es um insgesamt acht Kurzgeschichten. Die Mischung der Geschichten hat mir gut gefallen, sie decken verschiedene Themen ab: vom Boxer über abgestürzte Trinker und hinterbliebene Freunde ist alles dabei. Inhaltlich sind sie sehr abwechslungsreich und haben teilweise sehr außergewöhnliche Blickwinkel. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm und lässt sich gut lesen. Dadurch bin ich neugierig geworden auf weitere Bücher dieses Autors, der sich in Südkorea ursprünglich als Thriller-Autor einen Namen gemacht hat und viele Preise dafür erhalten hat.

  6. Cover des Buches Der Wolkenatlas (ISBN: 9783499241413)
    David Mitchell

    Der Wolkenatlas

     (523)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

     „Der Wolkenatlas“ verbindet sechs Geschichten in verschiedenen Genres, die zu verschiedenen Zeiten spielen und von verschiedenen Menschen handeln.

    Auf den ersten Blick haben die Handlungsstränge nicht viel miteinander zu tun – ein Notar schreibt 1859 auf einer Schiffreise Tagebuch, ein älterer Verleger hat 2012 Probleme mit Kriminellen und Verwandten, die letzten Überlebenden der Menschheit laufen 106 Jahre nach dem Fall durch eine postapokalyptische Welt.

    Nach und nach wird jedoch deutlich, dass alles verknüpft ist: die Entscheidungen jedes Protagonisten haben Einfluss auf seine Nachfolger und werden selbst von der Vergangenheit oder Zukunft beeinflusst. Das genaue Ausmaß der Verbindungen bleibt unklar. Ob und wie viel Übernatürliches im Spiel ist, kann jeder für sich entscheiden.

    Auch bestimmte Themen sind zeitübergreifend und ziehen sich durch das gesamte Buch: Freiheit in verschiedenen Formen und der Kampf darum, Ausbeutung, Betrug, die Suche nach der Wahrheit, das Füttern von Enten.

    Eine Folge der besonderen Struktur des Romans ist natürlich eine große Menge an Charakteren (die gerne auch erst nach einigen Hundert Seiten wieder auftauchen), darauf muss man sich einlassen können, wenn man das Buch lesen möchte.

    Zudem ändern sich die Erzählart und der Schreibstil mit jeder Geschichte. Von Tagebucheinträgen und Briefen über Interviews bis hin zu Lagerfeuergeschichten bietet dieses Buch erzähltechnisch alles. Je nach Vorliebe kann man das als Vor- oder Nachteil ansehen. Meiner Meinung nach hilft es, in jeder neuen Geschichte „anzukommen“ und bietet Abwechslung, auch wenn ich den postapokalyptischen Dialekt in der letzten Geschichte ehrlich gesagt etwas anstrengend fand.

    Wenn man von den vielen Charakteren und der Idee an sich nicht abgeschreckt ist, ist „Der Wolkenatlas“ sehr zu empfehlen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man mindestens eine oder zwei (am besten natürlich mehr) Geschichten sehr genießen und wenn man dann noch die einzelnen Elemente verbindet, ergibt sich ein Gefühl, als hätte man erfolgreich ein interessantes Puzzle zusammengefügt.

  7. Cover des Buches Der Riss (ISBN: 9783442757718)
    Pyun Hye-young

    Der Riss

     (23)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    In diesem beklemmenden Werk zieht uns die südkoreanische Autorin Hye-Young Pyun ins Innere ihres Protagonisten Ogi. Durch einen schweren Verkehrsunfall, bei welchem seine Ehefrau stirbt, wird der Geografie-Professor Ogi zum Gefangenen seines eigenen Körpers. Er kann sich nicht mehr bewegen und aufgrund schwerer Verletzungen des Kieferbereichs in keiner Weise mehr artikulieren. Allein durch den Lidschlag kann er Fragen mit Ja oder Nein beantworten. Nach Monaten des Krankenhausaufenthaltes holt ihn seine Schwiegermutter und einzige Verwandte nach Hause, welche selbst noch mit der Trauer um ihre verstorbene Tochter zu kämpfen hat. Auf sich selbst zurückgeworfen beginnt Ogi sein Leben und vor allem seine Ehe Revue passieren zu lassen und eigene Schuldgefühle zu durchleben. Gleichzeitig registriert er das immer merkwürdiger werdende Verhalten seiner Schwiegermutter und ist ihr letztlich vollständig ohnmächtig ausgeliefert.

    Nach einer anfänglichen Anlaufphase entwickelt sich dieses dünne Büchlein von 224 Seiten schnell in einen echten Psychothriller. Gekonnt schafft es Hye-Young Pyun die unglaubliche Hilflosigkeit des Protagonisten zu schildern, von welcher die Lesenden angesteckt werden, und eine fast erdrückende Beklemmung beim Lesen aufkommen zu lassen. Einen meines Erachtens nennenswerten Anteil hat hieran sicherlich auch die hervorragende Übersetzung von Ki-Hyang Lee, welche schon Han Kang oder auch das in 2021 erschienene "Kim Jiyoung, geboren 1982" von Nam-Joo Cho übersetzte. 

    Dass sich aus einem so dezent aber wunderschön gestaltetem Buch eine solche Alptraumgeschichte herausbilden könnte, habe ich nicht erwartet. Allein das Ende des Buches ist dann wenig nachvollziehbar geraten. Obwohl mich Hye-Young Pyun mit in diesen "Riss" hinunter ziehen konnte, hat sie mich ganz zum Schluss noch auf dem Weg nach unten etwas verloren. So verpuffte der mit tatsächlichem Herzrasen begleitete psychologische Effekt des Romans bei mir mit den letzten Sätzen. 

    Trotzdem handelt es sich hierbei um ein definitiv lesenswertes Buch und damit einen Grund, die Autorin weiterhin bezüglich zukünftiger Veröffentlichungen im Blick zu behalten.

  8. Cover des Buches Blue Seoul Nights (ISBN: 9783736316577)
    Kara Atkin

    Blue Seoul Nights

     (141)
    Aktuelle Rezension von: ginisbooks

    Der Klappentext hat mich sehr angesprochen, und auch das Setting hat mich angezogen, jedoch kam im Endeffekt nicht viel von Seoul rüber. Angefangen damit, dass die Protagonistin Jade kaum Probleme hatte sich zurechtzufinden und jeder ihre Sprache sprach. Die Storyline hatte anfangs sehr viel Potenzial, je weiter man aber gelesen hat, desto mehr hat es sich gezogen. Mit Jade konnte ich mich die ganze Zeit nicht wirklich anfreunden, oft hat sie mich durch ihre unschlüssige Art genervt. Auch der Funke zwischen ihr und Hyun-Joon ist nicht wirklich zu mir rübergesprungen und erschien für mich sehr langweilig, da ich nicht mit ihnen mitfühlen konnte. Am Ende gab es ein wenig Drama und einen Cliffhanger, was für mich etwas erzwungen wirkt. Wichtig finde ich aber die Themen wie Mobbing und Homophobie, die Kara Atkin miteinbezieht.

    Alles in einem ist es ein Buch mit relativ wenig Handlung und einer Liebesgeschichte und Setting, die, bei mir, nicht richtig ankommen. Leider habe ich den zweiten Teil geholt, ohne den ersten Part gelesen zu haben, hätte ich es jedoch vorher gelesen, hätte ich es mir nicht geholt.

  9. Cover des Buches The Vegetarian (ISBN: 9780553448184)
    Han Kang

    The Vegetarian

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Jamii

    Dieses Buch ist verstörend. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die plötzlich, scheinbar aufgrund eines wiederkehrenden Traumes, beschließt, Vegetarierin zu werden.

    Das Buch wird in drei Parts erzählt und obwohl sie der Hauptcharakter ist, hat sie kein POV in der Geschichte, was die Erzählung nur umso besser macht. Sie wird misshandelt, fetishisiert und benutzt, wie es den Leuten in ihrer Umgebung gefällt.
    Ich finde, dass diese Art der Teilung des Buches eine sehr interessante und gelungene Entscheidung ist, denn obwohl Yeong-hye die Entscheidung selbst trifft und diese voll durchzieht (wie wenige Entscheidungen bis jetzt) wird ihre Geschichte von anderen erzählt. 

    Ich finde in all seiner Brutalität und Objektisierung ist der Autorin ein wirklich gutes Werk gelungen.

  10. Cover des Buches Weiße Nacht (ISBN: 9783518430170)
    Bae Suah

    Weiße Nacht

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Gehtdichnixannie

    Also dieses Buch ist wie ein Fiebertraum.Anfänglich leocht zu lesen und dann wird es immer wirrer. Teilweise so wirr das ich das Buch zur seite legen musste. Ich fand es gut allerdings sehr anstrengend zu lesen. Ich werde dieses Buch allzu schnell nicht vergessen. Eine klare Empfehlung geht raus an jemanden der sowas gerne mag. 

  11. Cover des Buches Emmi in Korea: Urlaub mit Folgen (ISBN: 9781717909770)
    Stephanie Auten

    Emmi in Korea: Urlaub mit Folgen

     (25)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Genre: Kinderbuch

    Erwartung: Koreanische Begegnungen

    Meinung: 

    Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind nicht allzu lang. Emmi finde ich als Charakter etwas farblos gestaltet. Ich kann ihre Zerrissenheit verstehen, jedoch wirkt sie noch recht kindlich.

    Die Begegnungen in Korea waren okay - ich habe mir aber mehr Kultur, Stadt und Menschen gewünscht. Es war - gerade auch nach der Reise, viel zu viel drum herum. Das wurde dann deutlich weniger spannend. Die Reise an sich hat zu wenig Platz im Buch eingenommen.

    Fazit: Daher nur 3 Sterne von mir.

  12. Cover des Buches Und über mir das Meer (ISBN: 9783734107498)
    Mary Lynn Bracht

    Und über mir das Meer

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Jeys_Book_Lines

    Die dunkle Geschichte von Hana hat mich im positiven Sinne überrascht und im Nachhinein doch sehr bewegt. Der größtenteils gegenwärtige Schreibstil ist leicht zu lesen und passt gut zur allgemeinen Story. Die abwechselnde Sicht der beiden Hauptprotagonisten, sowie die Rückblenden, fand ich erfrischend, so kam erfreulicherweise keine Langeweile auf, wie es leider in so vielen anderen Büchern der Fall ist. Die gesamte Geschichte war äußerst tiefgründig, vor allem wenn man bedenkt, dass Sie auf wahren, historischen Begebenheiten beruht und die Handlung im Korea der vierziger Jahre angelehnt ist. Zu diesen Zeiten wurden etliche koreanische Frauen als „Trostfrauen“ missbraucht, was bis heute noch Auswirkungen auf unsere Zeit hat. Eine der Hauptprotagonisten steht für diese Opfer der Kriegsvergewaltigungen. Es ist toll, dass die Autorin ein fast in Vergessenheit geratenes Thema aufgreift und für die Frauen, die bis heute unter der Vergangenheit leiden, spricht. Gut gefallen hat mir außerdem, dass kein Volk zum allgemeinen Feindbild gemacht wurde, die Charaktere zeigen hier mehrere Facetten, zu denen man sich schlussendlich seine ganz eigenen Gedanken machen kann. Ich habe ja einige Bücher über den 2. Weltkrieg gelesen, die damaligen Ereignisse in Asien waren mir allerdings nicht bekannt. Das Leben der Haenyeo , der Taucherinnen im Meer, wird hier ebenfalls gut dargestellt, sie haben zu diesen Zeiten in den Tiefen des Meeres mehr Freiheit genießen können, als die restliche Bevölkerung. Mit dem Ende konnte ich mich sehr gut abfinden, im Gesamten hat mich dieses traurige und ergreifende Buch doch ziemlich berührt und hat mir zudem einen Einblick in Themen gegeben, von denen ich vorher noch nichts gewusst habe. Eine  klare Leseempfehlung meinerseits.

  13. Cover des Buches The Sun is also a Star (ISBN: 9783841506344)
    Nicola Yoon

    The Sun is also a Star

     (1.488)
    Aktuelle Rezension von: hauntedcupcake

    Ich war glücklich, bevor ich ihm begegnet bin. Aber jetzt bin ich lebendig und das ist etwas ganz anderes.
    S. 199

    Inhalt
    Die junge Madeline leidet unter einer seltenen Krankheit, die sie an ihr hermetisch abgeriegeltes Zuhause fesselt. Zwischen Büchern, Onlineschule und Spiele- und Filmabenden mit ihrer Mutter und ihrer Pflegerin lebt sie ein ziemlich zufriedenes Leben. Bis ins Nachbarshaus Olly mit seiner Familie einzieht. Olly, der immer nur schwarz trägt, der wie ein Athlet alles hochklettert und der sich trotz alter Widrigkeiten nicht davon abhalten lässt, sie kennenzulernen. Und plötzlich will Madeline mehr, und vor altem mehr als ihre Krankheit sein.

    Meine Meinung
    Als das Buch damals erschienen ist, wurde es in Social Media sehr gefeiert und durfte deshalb bei mir einziehen - nur um Jahre in meinem Regal rumzustehen. Jetzt endlich habe ich mich an die Geschichte gewagt und wurde regelrecht hineingezogen.

    Die Story wird aus der Sicht von Madeline erzählt und mit Zeichnungen, Notizen, Mailauszügen und den Chats zwischen ihr und dem Nachbarsjungen ergänzt. Es lässt sich so sehr leicht und flüssig lesen und ich hatte es tatsächlich innert zwei Tagen gelesen - eine Seltenheit bei mir.

    Madeline als Protagonsitin hat mir sehr gut gefallen. Sie hat sich mir ihrer Situation abgefunden und ihren Frieden damit geschlossen. Trotzdem ist sie sehr neugierig und trägt große Sehnsucht in sich.
    Olly leidet sehr unter seinen Familienverhältnissen und ist - wie Maddy ihn treffend beschreibt - pure kinetische Energie. Seinen Umgang mit Maddy fand ich sehr süss und bewundernswert.

    Die ganze Geschichte fand ich niedlich und herzerwärmend, trotz der schweren Thematiken (TW: Krankheit, Alkoholmissbrauch, häusliche Gewalt, psychische Erkrankung). Die Gefühle kamen sehr authentisch herüber und haben mich mitgerissen. Kurz vor dem Höhepunkt jedoch wurde mir klar, wohin das führt. Eine gewisse Vorhersehbarkeit war also da. Und das Ende selber war mir zu schnell abgehandelt. 10-15 Seiten mehr oder ein Epilog hätten der Geschichte zum Highlight verholfen...

    Fazit
    Eine zuckersüsse Jugendromanze die liebevoll mit sehr ernsten Themen umgeht. Die Geschichte hat mich richtig in ihren Bann gezogen, nur das Ende war mir zu vorhersehbar und zu schnell abgehandelt.

    4.5 Sterne

  14. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: B01MTXODC7)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

     (33)
    Aktuelle Rezension von: black_horse
    Als Yeong-hye eines Tages beschließt, Vegetarierin zu werden, ist ihr Ehemann nicht gerade begeistert. Doch das ist nur der Anfang einer Verwandlung. Denn Yeong-hye hat bald das Gefühl, eine Pflanze zu sein und verweigert immer mehr Nahrung.

    Diese Geschichte ist gleichzeitig sehr skurril und sehr nachdenklich. Sie beschäftigt sich v.a. mit dem Blick von außen auf die junge Frau, die immer fremder wird. Die Familie sieht fassungslos auf ihre Wandlung. Ihr Schwager nutzt diese auch noch für ein "Kunstprojekt" (aus).

    Es ist schon faszinierend dieser Metamorphose als Zuschauer beizuwohnen. Es gibt kurze Stellen aus Sicht Yeong-hyes, aber es überwiegen die Beschreibungen der Angehörigen, die auch Erinnerungen an die Kindheit enthalten. Die Sprecher lesen sehr gefühlvoll. Ihre Interpretation passt sehr gut zum Inhalt.

    Das Buch wirft viele Fragen auf, v.a. auch, wie man damit umgeht, wenn ein Mensch nicht mehr in Konvetionen leben will und damit auch bewusst den eigenen Tod in Kauf nimmt. Darf man das zulassen oder muss man ihn "retten"?

    Insgesamt ein eindrückliches Hörerlebnis, das nachhallt.


  15. Cover des Buches Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten (ISBN: 9783844537093)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten

     (29)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti

    Zuerst muss ich sagen, dass Dieter Hallervorden die beste Wahl als Sprecher ist. Hätte mir keinen anderen dafür vorstellen können. 

    Die Story ist wie im ersten Teil wieder total skurril. Manchmal ist es etwas zuviel Verrücktheiten, aber ich denke das soll so sein. Trotz allem sind einige Themen etwas sozialkritisch, aber gut verpackt, dass es trotzdem noch lustig bleibt. 

    Für alle die ist verrückt mögen ist das hier perfekt. 

  16. Cover des Buches Der gute Sohn (ISBN: 9783293208896)
    Jeong Yu-jeong

    Der gute Sohn

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Kirsten_Naehle

    Ich hatte zwar die ersten Seiten Mühe, mich in den Stil der Autorin einzufinden, doch das Dranbleiben hat sich definitiv gelohnt! Schon nach kurzer Zeit wollte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Yu-jin, die Hauptfigur, aus dessen Perspektive der Thriller geschrieben ist, macht eines Morgens eine grausame Entdeckung: Seine Mutter liegt mit durchgeschnittener Kehle im Wohnzimmer. Alle Hinweise deuten auf ihn selbst als Mörder, doch kann er sich an nichts erinnern.

    Puzzleartig beginnt er das Geschehen am vergangenen Abend zusammenzusetzen. Das beschreibt die Autorin auf sehr spannende Art und Weise. Zutage tritt ein Familiendrama, bei dem sich der Leser/die Leserin mehrfach fragt, wer eigentlich das Monster ist.

  17. Cover des Buches The Travel Episodes (ISBN: 9783492405003)
    Johannes Klaus

    The Travel Episodes

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    》INHALT:

    Jeden Tag nach den eigenen Wünschen und Vorlieben leben? Die Freiheit, zu bleiben oder zu gehen, wie es einem beliebt? Im eigenen Tempo reisen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen? Diese Autorinnen und Autoren erzählen vom Reisen mit sich selbst und wie es die eigene Wahrnehmung verändert. Denn das Solo-Reisen öffnet verborgene Türen und fremde Herzen, es macht verwundbar, aber auch empfänglich für die Wunder der Ferne. Diese Geschichten zeugen von der Lust, einfach allein loszuziehen und doch nicht einsam zu sein. Für Alleinreisende und all jene, die es werden wollen.

     

    》EIGENE MEINUNG:

    „Es mag abgeschmackt klingen, aber alleine zu reisen hat mein Leben verändert - zum Guten. Und zwar insbesondere, weil es häufig wenig Spaß macht.“ 

     

    Die Gestaltung dieses Buches hat bei mir gleich ein gewisses Fernweh ausgelöst: Das Titelbild macht Lust selbst an der Stelle zu stehen, die Beschriftung ist modern und schlicht, der Buchrücken in Sonnen-(National-Geographic)Gelb gehalten! Toll finde ich auch, die zu Beginn des Buches zweiseitig eingepflegte, Ansicht der Weltkarte – geteilt in Nördliche und Südliche Hemisphäre.

     

    Der 4. Band der Travel Episodes-Reihe beschäftigt sich mit dem Thema Alleinreisen, was ich selbst nicht praktiziere. Mit Vorworten von Christoph Rehage und Johannes Klaus – besonders Ersteres fand ich mit den Worten zu Reisenden vs. Touristen besonders sympathisch – wird man in die Buchmaterie eingeführt. Im Anschluss folgen 19 Reiseberichte, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Sowohl der Stil, als auch Persönlichkeit und bereistes Land des Autoren. Naher Osten, Südkorea, Jamaika, Bolivien und viele weitere Orte konnten mich ebenso begeistern, wie die meisten der Geschichten. Weniger begeistert war ich immer dann, wenn es nicht um die eigenen Eindrücke oder Erfahrungen ging, sondern darum zu werten. Vor allem der erste Bericht ist mir hier eher negativ aufgefallen – vor allem im Vergleich zu den offenen Eingangsworten von Christoph Rehage. Auch nicht alle folgenden Berichte trafen meine Reisegeschmack oder Lebensstil, aber sie waren durchgehend spannend, interessant, lehrreich oder berührend! Ob Wüstentrip, Tage am Flughafen in Kuala Lumpur, Trekkingsreise, Erlebnisse in der Opiumhöhle, Selbsterkenntnis nach dem Jakobsweg oder Abschied in Kenia

     

    Das titelgebende „Alleinreisen“ findet sich in den Erzählungen auf die unterschiedlichste Weisen wider. Manchmal ganz selbstbewusst, manchmal nachdenklich, bewusst, selbstreflektiert, traurig, einsam, gelangweilt, motivierend oder zur Bewältigung der eigenen Lebenssituation. Für mich aber stets authentisch und sehr gut beschrieben. Je nach Geschmack wecken sie Reiselust für das Land – manchmal überraschenderweise für eines welches man gar nicht auf dem Plan hatte, wie bei mir Südkorea.

     

    Der Schreibstil war immer flüssig, der Text durch herausgestellte Passagen angenehm gegliedert und nie zu lang. Vor jedem Bericht finden sich Titel, Reiseort, Autorenname, kurze einleitende Worte und ein Schwarz-Weiß-Bild der Reise. Im Mittelteil des Buches gibt es ergänzend mehrere Seiten mit bunten Fotografien zur Ergänzung. Am Ende werden alle Autoren mit einem kurzen Absatz genauer vorgestellt; oft auch mit Hinweisen auf ihre weiteren Publikationswege, Blogs, etc.

     

    "Diese Vollkommenheit des Augenblicks gehört nur mir. Deshalb reise ich allein. Nur alleine bin ich frei."

     

    1 - Geschichten von Fernweh und Freiheit

    2 - Neue Geschichten für Abenteurer, Glücksritter und Tagträumer

    3 - Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt

    4 - Über die Lust am Alleinreisen

     

     

    》FAZIT:

    Reiseberichte zum Thema Alleinreisen; sehr ausbalanciert, sowohl was Autoren, Beweggründe, Gefühlslagen, Philosophien und Orte betrifft.  

  18. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783746637600)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

     (423)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Die Geschichte erzählt von Yeong-Hye, einer verheirateten Koreanerin, die plötzlich ablehnt, Fleisch zu essen und sich somit gegen die strikte koreanische Gesellschaft, so wie ihren Mann, verweigert. Der Plot ist in drei Kapitel unterteilt und wird aus jeweils einer anderen Perspektive erzählt:

    Das erste Kapitel, aus der Sicht des Mannes, berichtet über deren gewöhnliches Leben, ihren Alltag, die kühlen Wiederholungen einer Zweckehe. Und wie die Entscheidung seiner Frau, kein Fleisch mehr zu essen (oder zu kochen), all diese Dinge aus dem Gleichgewicht bringt.

    Das zweite Kapitel wird aus der Sicht des Schwagers erzählt und handelt von Lust. Denn die abrupte Entscheidung Yeong-Hyes, sich von alten Konventionen loszulösen, erregt nicht nur Wut und Ablehnung im Umfeld, sondern auch Leidenschaft und niedere Triebe.

    Das dritte Kapitel wird aus Sicht der Schwester erzählt und befasst sich mit den Konsequenzen, die unweigerlich alle einholen, die gewaltsam gegen das, was die Gesellschaft "Normalität" nennen, rebellieren. Die Grenze zwischen Rebellion und Wahnsinn sind, wie so oft bei der Autorin, verschwommen. Sprachlich unverschnörkelt und eher distanziert gehalten. Gut geschrieben und empathisch eindrucksvoll. 

  19. Cover des Buches Ein einfaches Leben (ISBN: 9783423147507)
    Min Jin Lee

    Ein einfaches Leben

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Ava_lon

    Inhalt

    Sunja und ihre Söhne leben als koreanische Einwanderer in Japan wie Menschen zweiter Klasse. Während Sunja versucht, sich abzufinden, fordern Noa und Mozasu ihr Schicksal heraus. Der eine schafft es an die besten Universitäten des Landes, den anderen zieht es in die Spielhallen der kriminellen Unterwelt der Yakuza.

    Ein opulentes Familienepos über Loyalität und die Suche nach der eigenen Identität

     

    Cover

    Nicht besonders aufregend, sondern eher klassisch schlicht. Ich finde es passend zum Titel.

    Ein Wort vorneweg

    Meine Rezensionen können sowohl Spoiler enthalten als auch Analysen und Bewertungen, wobei der Schwerpunkt auf meinen persönlichen Eindrücken liegt.

     

    Mein Eindruck

    Mein erstes Buch über ein Familienepos. Mein besonderes Interesse lag hierbei auf den geschichtlichen Aspekt: Korea – Japan. Von daher war ich auch besonders neugierig auf die politischen und wirtschaftlichen Aspekte in dieser Geschichte, die über den Zeitraum von 1910 bis 1989 angelegt war.

    Meine Erwartungen wurden nicht gänzlich erfüllt, es gab zwar einige Andeutungen und Hinweise, allerdings wurden auch viele Aspekte nicht oder nur indirekt erwähnt. Vieles konnte man sicherlich im Internet nachlesen, es wäre für mich allerdings schöner gewesen die Informationen über die Kolonisierung von Korea und später die Trennung in Süd- und Nordkorea direkt in der Geschichte zu finden.

    Hier lag jedoch der Schwerpunkt in der Familiengeschichte von Sunja, die nach einer behüteten Kindheit in Südkorea als junge Frau nach Japan übersiedelte. Dort lebte sie ein einfaches Leben in der Familie ihres Mannes und arbeitete hart für den Lebensunterhalt und die Zukunft ihrer beiden Söhne.

    Ich glaube wie in jeder Familie zu dieser Zeit, gab es zahlreiche Geheimnisse oder nicht ausgesprochene Tatsachen, die dann Jahre später zu einem dramatischen Verlauf und stellenweise auch Zerfall der Familie führten. Ohne jetzt näher auf die Einzelheiten einzugehen, ist es der Autorin aus meiner Sicht leider nicht gelungen daraus einen spannenden Roman zu komponieren, sondern es erinnerte mehr an einen Recherchebericht über das Leben von Migranten in Japan am Beispiel einer Koreanischen Familie.

    Der Inhalt – angefangen über die Beziehung mit einem älteren verheirateten Mann, der Heirat eines anderen Mannes, politischer Gefangenschaft, Kontakte zu einer kriminellen Vereinigung usw. könnte auch in anderen Familien in einem anderen Land passieren. 

    Das typische koreanische Leben war zwar zu erkennen und teilweise herausgearbeitet, nur um dann im nächsten Augenblick durch eine nebensächliche Geschichte wieder zu verblassen.

    Da ich einige Erfahrungen im Umgang mit ostasiatischen Frauen und Männern habe, fehlte mir ein wenig die Deutlichkeit in der Art und Weise, warum beispielsweise die Protagonistin so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Ihre Gedanken blieben weitestgehend im Verborgenen und vieles musste ich mir als Leserin schlichtweg denken oder zusammenreimen. Auch einzelne Aspekte, wie die Trostfrauen für die japanischen Soldaten, der Umgang mit der sexuellen Orientierung, den Selbstmorden von jungen Koreanern der zweiten und dritten Generation in Japan, die ersten HIV-Positiv Fälle wurden zwar erwähnt, allerdings blieben sie eher zusammenhangslos und wurden auch nicht vertieft.

    Schwierig war auch immer wieder der Wechsel in der Erzählform, mal relativ ausführlich und dann zwischendurch immer wieder stark zusammengefasst. Dadurch ergab sich für mich ein eher unrundes Bild über die koreanische Gemeinschaft in Japan.

    Fazit

    Im Ergebnis war es für mich eine Familiengeschichte die überall in dieser Form auf der Welt hätte sein können. Mir fehlten eindeutig die gesellschaftlichen Aspekte der Koreaner in Japan. Ich hatte eher den Eindruck, dass jede Familie aus Angst, aus Scham aus Gründen der Unterdrückung und Diskriminierung für sich alleine blieb. Bloß nicht auffallen und keine Kontakte zu anderen Mitmenschen haben. Die kleine Familie war Dreh- und Angelpunkt für alle Handlungen und dadurch fand wenig Austausch und Interaktionen statt. 

    Aus meiner Sicht hätten die Attribute Anpassungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Lebenswille stärker herausgearbeitet werden können. So bleibt es eine durchschnittliche Geschichte, die zumindest einen ersten Einblick in die ostasiatische Kultur bietet.


    220731

     

  20. Cover des Buches Das Huhn, das vom Fliegen träumte (ISBN: 9783036959917)
    Sun-Mi Hwang

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

     (72)
    Aktuelle Rezension von: clara_mag_norman

    Eine berührende Fabel über Freiheit, Wünsche, Hoffnung und Liebe 🐔🦆❤📖

    Über Booktube bin ich auf diese wunderbare Fabel aus der Feder der koreanischen Autorin und Professorin für Literatur in Seoul Sun-Mi Hwang gestoßen.
    Mit klarer Sprache und bildhaftem Erzählen führt sie uns in die Welt eines Huhnes, das eines Tages kein Ei mehr legen möchte, da diese ihr immer weggenommen werden. Stattdessen möchte sie aus ihrem Stall ausbrechen und ein Ei bis zum Schlüpfen eines Küken begleiten.

    Eine wunderbare Fabel über die wichtigen Dinge im Leben.

  21. Cover des Buches Miss Kim weiß Bescheid (ISBN: 9783462003499)
    Cho Nam-Joo

    Miss Kim weiß Bescheid

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Jidewi

    Bloße Umrisse auf Papier, die Skizzen eines Lebens mit leichtem Pinselstrich verewigt, alles Weitere obliegt dem Künstler, der den Pinsel führt und ich warte gespannt, gleiche Vorstellungen mit Realitäten ab und erahne bald, dass sich das Bild nicht so zeichnet, wie ich es mit meinem Blick auf die Gesellschaft, in Hinblick auf meine Privilegien betrachte, sondern sich meinen Idealen entzieht, sich windet und flüchtet gar, um mich dann zu überraschen, durch schlussendlich das, was sich mir als Endergebnis präsentiert.

    So erschienen mir die Geschichten dieser so unterschiedlichen Frauen, die Einblicke in diverse Leben, die nah und fern zugleich, emotionale Tiefe und Abscheu verbinden und mich zurücklassen mit Fragen ohne Antworten, Gedanken ohne klaren Strom und dem Bewusstsein, dass Romane wie dieser so wichtig sind für eine veränderte Wahrnehmung.

    Cho Nam-Joos Werk "Miss Kim weiß Bescheid" ist nach "Kim Jiyoung, 1982" das zweite seiner Art, das mich in den Bann gezogen hat, dabei so anders, so viel reservierter, distanzierter als die Insights in nur ein Leben da sie gleich mit 8 Portraits aufwartet, die differenzierter, vielschichtiger und diverser nicht sein können.

    Der Stil an sich ist zwar leicht, vereinfacht den Einstieg, gewinnt jedoch an Schwere mit der Zeit, da der Leser immer wieder in neue Szenarien gestoßen wird, sobald er es sich literarisch gesehen gemütlich gemacht hat. Das ist wohl eine der größten Stärken des Romans und zugleich das, was meine Emotionen am meisten hochkochen ließ. Jede Geschichte will entdeckt, erforscht, verstanden werden, und kaum geschieht das, begreife ich den Subtext, begreife ich die Reichweite dessen und sie endet abrupt und schonungslos. Dann beginnt der Leser aufs Neue, muss sich, gezwungener Maßen zurechtfinden und hat gerade erst begriffen, was ihn ratlos zurücklässt. Die Protagonisten bekommen nur die nötige Tiefe, gerade das Maß, das sie grob skizziert, nicht mehr und nicht weniger, damit sie wieder in der Masse verschwinden können. Sie dienen als Symbolfiguren, repräsentieren größere Schichten als nur einen Einzelfall. Cho Nam-Joo beweist wiederum ihr Talent für das unangenehme Gefühl zwischen den Zeilen, den Fingerzeig ohne dabei übergriffig zu sein und so nüchtern wie möglich die Realität zu zeichnen, die uns erreichen soll.

  22. Cover des Buches Human Acts (ISBN: 9781846275975)
    Han Kang

    Human Acts

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Der ferne Garten (ISBN: 9783423244602)
    Hwang Sok-yong

    Der ferne Garten

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Der Hund, der zu träumen wagte (ISBN: 9783036961446)
    Sun-Mi Hwang

    Der Hund, der zu träumen wagte

     (12)
    Aktuelle Rezension von: KleineLeseHexe

    Mir gefiel das Buch wirklich sehr! Eine einfache und dennoch sehr poetische Sprache (welche ich an asiatischer Literatur so liebe). Was mir nicht gefiel war der irreführende Titel! Für meinen Geschmack hatte das Leiden, Hoffen und Bangen der Hündin Zotti nichts mit träumen zu tun. Da hätte man dann doch lieber mehr auf den originalen koreanischen Titel „Der blaue Hund“ blicken sollen. Das hätte mehr Sinn ergeben und hätte besser zur Geschichte gepasst. Ansonsten eine wunderschöne,  sinnlich-melancholische Geschichte, über Liebe, Verlust und die Treue eines dickköpfigen Vierbeiners. 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks