Bücher mit dem Tag "sturm und drang"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "sturm und drang" gekennzeichnet haben.

40 Bücher

  1. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.119)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Zu meinem Erschrecken gibt es inzwischen Literatur, die lästiges Recherchieren zu Lessings Drama "Nathan der Weise" ersparen und weniger Zeit zur Vorbereitung kosten soll.

    In Anbetracht solcher Worte und da ich seit einundzwanzig Jahren in der Lessingstraße wohne, wird es Zeit, dass ich dem hervorragenden Dichter und Denker ein Denkmal setze.

    Das Buch "Nathan der Weise" habe ich zwei Mal gelesen und mir fünf Inszenierungen auf der Bühne angesehen, wobei mir die des Poetenpacks am besten gefallen hat.

    Wie viel mehr das 1779 erschienende Ideendrama beinhaltet als die Frage, welcher Ring (Religion) der richtige sei, wird deutlich, wenn man das Werk in seinen Kontext einordnet.

    Ein Streit mit dem der lutherischen Orthodoxie angehörenden Theologen Johann Melchior Goeze führte nicht nur zu elf Erwiderungen Lessings mit dem Titel "Anti-Goeze" (1778), sondern auch zur Entstehung der Figur des Patriarchen im Drama, welcher als Antagonist Nathans und Saladins als christlicher Fanatiker dargestellt wird.

    Wenn man sich Lessings religionsphilosophisches Hauptwerk "Die Erziehung des Menschengeschlechts" (1780) anschaut, tritt seine deistische Auffassung noch mehr hervor und zeigt die Intoleranz des für seine Religionstoleranz berühmten Aufklärers gegenüber dem Theismus noch deutlicher.

    Der rational denkende Nathan schärft seiner Ziehtochter, Recha, in Anbetracht ihrer Rettung aus dem Feuer ein, nicht an das Wirken von Schutzengeln zu glauben.

    Ebenso sei die Begnadigung des Tempelritters durch Saladin ein Zufall, möchte der Autor dem Leser glauben machen.

    Nach Untersuchungen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie sagte der Neurologe John-Dylan Haynes vom Bernstein Center for Computational Neuroscience in Berlin 2008: "Unsere Entscheidungen sind, lange bevor unser Bewusstsein ins Spiel kommt, unbewusst vorherbestimmt. Anscheinend trifft das Gehirn die Entscheidung vor der Person."

    Wenn es nach der Aufklärung keine Wunder (mehr) gibt, woher hatte dann Gotthold Ephraim Lessing die Ideen für sein Ideendrama? Der Verstand kann ähnlich wie ein Computer nur das wiedergeben, womit er mittels Erfahrung gefüttert wurde. Werden Computer demnächst von sich sagen: "Ich denke, also bin ich", so wie es Descartes irrtümlicherweise getan hat? Waren Lessings Ideen Zufall so wie die Rettung Rechas und des Tempelritters? Ein Zufall ist, wenn einem etwas zufällt. Von wo fällt es denn? Laut Grawitationsgesetz kann es ja nur von oben fallen.
    Schon Platon wusste lange vor Lessing, dass Ideen als eigenständige Entitäten existieren und dem Bereich der sinnlich wahrnehmbaren Objekte ontologisch übergeordnet sind.

    Ohne Lessings Drama "Nathan der Weise" wären meine kritischen Gedanken zu seinem Werk nicht entstanden. Deshalb möchte ich ihn durch folgendes Gedicht ehren.

    Nathan der Weise

    Nathan der Weise
    Spricht leise
    Oder schweigt
    Seiner Tochter zugeneigt
    Seine Vermutungen
    Abwägungen
    Dass seine Ziehtochter
    Viel gemochter
    Die Schwester sei
    Und damit nicht frei
    Für den Tempelritter
    Bitter

     Vera Seidl 

     

  2. Cover des Buches Die Räuber (ISBN: 9783744864763)
    Friedrich Schiller

    Die Räuber

     (658)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Das Buch ist gehasst, geliebt, verflucht und gefeiert. In der Schule tat ich mich schwer, aber später wurde es zu einem meiner Favoriten. Franz Moor ist nur der zweitgeborene und vom Erbe ausgeschlossen. Er schmiedet einen Plan und will so seinen Bruder Karl ausbooten und den Vater für sich gewinnen. Durch eine List gelingt es ihm und er will auch Karls Geliebte Amalie für sich gewinnen, aber nicht alles läuft so, wie er es haben möchte und auch Karl geht plötzlich neue und ganz eigene Wege. Ich finde das Buch immer noch spannend und toll und vielschichtig. Das Thema wurde schon so oft beschrieben, gespielt und gezeigt, aber Schiller hat es so formidabel gemacht und das Buch verliert nie von seiner Wucht.

  3. Cover des Buches Faust (ISBN: 9783406611384)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Faust

     (3.375)
    Aktuelle Rezension von: Geerthi

    Wolfgang von Goethe’s Buch «Faust» gehört zu den grossen Klassikern der Weltliteratur. Anfang hatte ich grosse Schwierigkeiten zu lesen, da alles in Reimen und Metaphern geschrieben ist. Deshalb brauchte ich lange die ganze Handlung zu verstehen. Weil es ein Theaterstück ist, wo es nicht schlimm ist, dass es sich alles reimt, weil es beim Zuhören nicht so stört, muss man vielleicht beim Lesen darüber hinwegsehen, da mich am Anfang dieser Punkt wirklich genervt hat.

    Es geht um den Gelehrten Heinrich Faust, welcher mit sich unzufrieden ist. Tief deprimiert und lebensmüde geworden, verspricht er dem Teufel Mephisto seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, Faust von seiner Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit zu befreien. Mephisto schliesst mit Faust einen Pakt, verwandelt zurück in einem jungen Mann, nimmt ihn auf eine Reise durch die Welt mit und hilft mit der jungen Margarete näher zu kommen. Die junge Dame bringt eine Wendung in die Geschichte.

    «Faust» empfehle ich nur diejenigen, die anspruchsvolle Reime gerne lesen und auch nachvollziehen können.

  4. Cover des Buches Kabale und Liebe (ISBN: 9783947894918)
    Friedrich Schiller

    Kabale und Liebe

     (1.199)
    Aktuelle Rezension von: Geerthi

    «Kabale und Liebe» ist ein Drama von Friedrich Schiller. 

    Luise Miller ist die Tochter des Musikers Miller. Luise liebt den Sohn des Präsidenten im Namen des Herzogs Ferdinand von Walter. Doch sie kommen nicht aus derselben Gesellschaftsschicht. Der Vater von Ferdinand hat andere Pläne und möchte, dass Ferdinand eine Frau seines Standes heiratet. Als Ferdinand sich weigert, kommen Intrigen im Spiel. Die Handlung beschreibt die gesellschaftlichen Verhältnisse zu der damaligen Zeit.

    Der Schreibstil kann für einige kompliziert sein, aber für mich war es einer der schönsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Für mich persönlich hat diese Geschichte berührt. Friedrich Schiller beschreibt die «Kabale und Liebe» so bildlich und leidenschaftlich, dass ich während des Lesens ein Theaterstück vor mir sah. 

    «Kabale und Liebe» ist ein sehr lesenswertes, bürgerliches Trauerspiel, mit dem man zum Teil mitleidet und mitfiebert und möchte, dass letztendlich alles aufgedeckt und aufgeklärt wird. 

  5. Cover des Buches Die Soldaten (ISBN: 9783847295143)
    J. M. R. Lenz

    Die Soldaten

     (46)
    Aktuelle Rezension von: winter-chill
    Ein typisches Sturm-und-Drang-Drama. Den Ansatz find ich eigentlich ganz gut, die Idee fast revolutionär. Trotzdem hat es mich jetzt nicht vom Hocker gerissen.
  6. Cover des Buches Woyzeck. Leonce und Lena (ISBN: 9783159600444)
    Georg Büchner

    Woyzeck. Leonce und Lena

     (448)
    Aktuelle Rezension von: hausknechthilde
    Ein Klassiker der Weltliteratur, dessen Sprache ich immer noch sehr genieße. Schade, dass die Epoche vergangen ist.
  7. Cover des Buches Die Leiden des jungen Werther (ISBN: 9783745077988)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Die Leiden des jungen Werther

     (1.623)
    Aktuelle Rezension von: ZDo

    Werther hat sich sozusagen auf den ersten Blick in die liebe Lotte verliebt, aber er kann sie nicht haben, denn sie ist verlobt mit Albert. Werther versucht von Lotte loszukommen indem er seinen Job aufgibt und sich woanders einen neuen Job sucht. Dadurch versucht er sich von Lotte zu trennen aber er schafft es nicht. Schlussendlich zieht er doch wieder zurück in die Nähe von Lotte. Aber er hält es nicht aus jeden Tag zu ihr zu gehen und etwas mit ihr zu machen und keine Chance zu haben ihr Mann zu werden. Am Ende ist er so zwiegespalten, dass er sich umbringt, um nicht mehr so viel Leiden zu müssen, weil er Lotte nicht bekommen kann.

  8. Cover des Buches Der Hofmeister (ISBN: 9783849548421)
    Jakob Michael Reinhold Lenz

    Der Hofmeister

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Arith
    Dafür dass es meine erste Komödie aus dem Sturm und Drang war, hinterließ sie einen schalen Nachgeschmack. Ich fand das Ende war zu gestellt. Es kam praktisch aus dem Nichts, als ob man gezwungener Maßen ein glückliches Ende wollte. Für alle... Sie Überlegungen zum Hofmeisterum in jener Zeit wiederum, genauso wie ersten Anschläge, das Schulsystem zu reformieren, haben mir persönlich sehr gut gefallen.
  9. Cover des Buches Don Karlos (ISBN: 9783150192344)
    Friedrich Schiller

    Don Karlos

     (295)
    Aktuelle Rezension von: Lisa_Diessner

    Das Buch findest aus der Zeit des "Sturm und Drang" heraus im 16Jhd. statt und fußt auf dem tatsächlich existierenden Don Carlos von Spanien. Dieser galt als zurückgeblieben und wurde tatsächlich vom Vater Phillipp II. niederträchtigst behandelt. Ein realer Hintergrund der Alles umso tragischer werden lässt. Dennoch behandelt das Buch diverse sich unterscheidende Aspekte. 

    So ist in der Fiktion der emotionale Held Calos verliebt in die Frau, die zu seiner Stiefmutter wird. Ein unglücklicher Umstand der Calos' Gefühle aus der Bahn wirft und das Verhalten zu seinem Vater stört. Ein grimmiger Mann der vorrangig König ist und sich so weder liebevoll noch empathisch verhält. Das Stück ist aufgrund dessen direkt zu Beginn hochemotional - die Hauptfigur weiß weder ein noch aus und wird lediglich von wahrer, selbstloser Freundschaft aufgefangen - die im Sinne der Norm nicht existieren dürfte. Verkörpert wird diese von Marguis von Posa (dem kein gleichnamiges Original zu Grunde liegt) -  ein Vasall Carlos' und wie ich finde der heimliche Held, da er für seine Überzeugung Alles opfert.

    Das komplette Stück behandelt den Spagat zwischen Etikette und Leidenschaft. So kann es als eine Kritik an gesellschaftlichen Normen gesehen werden - die das Individuum mit Macht in ungewollte Muster drängt, Liebe und Freundschaft verbieten und unmoralische Taten rechtfertigen. Oder schlicht das tatsächlich Menschliche verbietet.

    Die Sprache ich freilich ab und an etwas geschwollen und muss ggf. ein zweites Mal gelesen werden. Dennoch ist der Sinn und Hintergrund einfach zu fassen. So sind auch die Handlungen der Figuren zu jeder Zeit nachvollziehbar, außer es handelt sich um einen Komplott. - Eine Sache die wie ich finde besonders gut gelungen ist, da man gleichzeitig mit der Hauptfigur an Anderen zu zweifeln beginnt.

    Wer also auf tragische Helden aus dem typisch leidenschaftlichen Sturm und Drang steht kommt bei diesem Stück voll auf seine Kosten und wird nicht eine Sekunde enttäuscht werden.

  10. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783736400115)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Stella

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Heike110566
    Goethe (1749-1832) veröffentlichte zwei Fassungen von "Stella". - "Stella - Ein Schauspiel für Liebende" erschien 1775. Später schrieb Goethe das Finale des 5. Aktes um und es heißt in dieser Version seit 1805 "Stella - Ein Trauerspiel". Cäcilie kommt mit ihrer Tochter Lucie in den Wohnort von Stella. Die Tochter soll eine Anstellung als Gesellschafterin bei der schönen Baronesse antreten. Fast zeitgleich reist auch Fernando, ein Offizier, an. Er ist der ehemalige Geliebte der schönen Stella. Lucie speist mit ihm im Posthaus zu Mittag, während die Mutter schläft. Kurz darauf machen Cäcilie und Lucie ihren Antrittsbesuch bei der jungen Baronesse, wobei Cäcilie und Stella sich ihre Lebensgeschichten beichten. Stella zeigt den beiden.Besucherinnen ein Bild des Geliebten, der sie drei Jahre zuvor verlassen hatte. Cäcilie erkennt ihren verschollenen Gatten darauf wieder, der auch gleichzeitig Lucies Vater ist. Lucie kann sich aber nicht an ihren Vater erinnern, erkennt jedoch in dem Bild den Offizier, mit dem sie zu Mittag gegessen hatte und teilt es den anderen Beiden mit. Stella läßt nach ihm schicken. Die Mutter klärt indes ihre Tochter über ihren Tischpartner auf. Stella und Fernando sehen sich kurz darauf wieder. Die beiden anderen Damen wollen wieder abreisen und ihr Geheimnis für sich behalten, aber dann kommt es auch zur Begegnung zwischen Fernando und seiner Frau ... Ein kurzweiliges, unterhaltsames und sehr gefühlvolles Stück, dessen erste Fassung aus dem Jahre 1775 ein Happy End für alle Beteiligten hat, während die Fassung von 1805 tragisch endet. Das Heft beim Hamburger Lesehefte Verlag enthält beide Versionen des Finales.
  11. Cover des Buches Ugolino (ISBN: 9783150001417)
    Heinrich W von Gerstenberg

    Ugolino

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Heike110566
    In der "Göttlichen Komödie" (verfasst 1311-1321) des italienischen Dichters Dante Alighieri (1265-1321) begegnet man im 33. Gesang, der Höllenfahrt, Ugolino. Dort heißt es: "Dieser Sünder erhob den Mund von dem grausamen Fraße, indem er ihn an den Haaren des Kopfes trocknete, den er zernagt hatte." - Diese Übersetzung von Johann Nikolaus Meinhard, aus dem Jahre 1763, gab Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (1737-1823) die Grundidee zu dem Drama "Ugolino", das 1768 veröffentlicht wurde. Den Kopf, den Ugolino in Dantes Höllenfahrt zernagt, ist der Kopf des Erzbischof Ruggiero. Warum er dies tut, erzählt er Dante. Und Gerstenberg greift das Motiv auf, um es dramatisch zu verarbeiten. Ugolino ist in einem Turm gefangen. Mit ihm seine drei Söhne: der sechsjährige Gaddo, der dreizehnjährige Anselmo und der 20-jährige Francesco. Der Erzbischof ließ sie in das Verlies sperren, weil Ugolino seinen Machtinteressen in die Quere kam. Ugolino wollte sich zum Fürst von Pisa erheben, was aber Ruggiero offenbar gar nicht zusagte. - Die Tragödie beginnt, als bereits seit zwei Tagen das Essen ausbleibt, der Hunger bereits von allen vier Besitz ergriffen hat. Der kleine Gaddo ist schon völlig entkräftet und auch bei den anderen sinkt die Hoffnung. Francesco entdeckt aber einen Spalt im Mauerwerk, vergrößert ihn und will entfliehen, um dann seinen Vater und die Brüder zu befreien. Obwohl Ugolino nichts davon hält, startet Francesco sein riskantes Vorhaben. Tatsächlich gelingt ihm auch der Ausbruch. Aber: er wird von den Leuten des Erzbischofs gefangen und bekommt einen langsam wirkenden Gifttrank. Zusätzlich lässt Ruggiero Ugolinos Frau töten. Beide, die tote Frau und Francesco, werden in Särge gelegt und in den Turm gebracht. Anschließend wird der Turm für immer verriegelt. Die Eingesperrten sollen den Hungertod sterben, der Turm das Gebeinhaus der Verhungerten auf ewig sein. - Dies ist die Botschaft, die Francesco mitbringt. Gab es bislang noch Hoffnung für die Eingeschlossenen auf ein Erbarmen, so sind sie sich jetzt ihres Endes bewusst: Sie werden gnadenlos verhungern! Ugolinos Streben nach Macht endet im Tod für alle seine Lieben. Seine Frau, Francesco, Anselmo und Gaddo - alle müssen sterben, weil er dem Bischof ins Gehege kam. Und er, er soll es mit ansehen und miterleben, wie alle zugrunde gehen. Es ist, anders als wenn die Möglichkeit eines positiven Endes irgendwie im Bereich des Machbaren erscheint, hier kein Kampf ums Überleben, sondern ein Kampf ums Sterben. Es geht nicht mehr darum etwas der Welt zu hinterlassen, denn für die Welt existiert man bereits nicht mehr. Der Leser erlebt, was in den vier Charakteren während des langsam fortschreitenden Sterbeprozesses vorgeht. Leidenschaftliche Liebe zueinander bestimmt das Miteinander der Eingekerkerten, leidenschaftlicher Hass ihre Gedanken an den Erzbischof. Aber nicht immer geradlinig ist diese Tendenz, sondern auch, aufgrund der besonderen Situation, Extremschwankungen unterworfen. Werden doch auch mit zunehmenden Hunger die Gedanken mitunter verwirrter, treten Halluzinationen und Phantasmen auf. Der Mensch wird unkontrollierbar. Über das ganze Stück hinweg steigert sich die dramatische Situation der vier crescendoartig, bis hin dazu, dass Anselmo über seine tote Mutter herfällt und sie annagen will und Ugolino von seinem eigenen Fleisch zerrt. Ugolinos einziges Ziel am Ende: er will der letzte sein, der dahinstirbt. Eine grausige Szenerie, ein brutales Thema - zweifellos. Von Anfang an ist im Grunde klar, wie dieses Stück enden wird. Die beeindruckende Dramatik kommt dadurch zustande, dass der Leser das Wie des Sterbens der Verhungernden miterlebt, was in ihnen vorgeht und wie sich der Mensch in einer solchen Situation verändert. Sicher: keine leichte Unterhaltungskost, die da dem Publikum geboten wird. Selbst Shakespeare ließ am Ende dem Rezipienten immer einen Hoffnungsschimmer, hinterließ etwas Positives, dass man aus dem Stück mitnahm. - Aber hier, hier steht am Ende nur Tod und Verwesung. Der Held ist von Beginn an ein gescheiterter, dem Tod geweiht. Der strebende Geniegeist, der mehr wollte, als die vorgesehene Ordnung ihm gebot, gefangen, eingemauert in der Welt. Nur der Tod noch als Erstrebenswertes, als Erlösung, als Ziel der Freiheit. Die Freiheit liegt im Tod, im Sterben. In der Welt ist das Genie gefangen. - Das bleibt letztlich von diesem sehr leidenschaftlich geprägtem Frühwerk bzw Vorausläufer, je nachdem man es betrachten will, des Sturm und Drang. Im Grunde hat Gerstenberg aber damit auch bereits das Scheitern des gerade entstehenden Sturm und Drangs vorweggenommen: Das Ansinnen auf Selbstverwirklichung des schöpferisch denkenden Menschen, auch des Geniegeistes der Autoren, der mehr will als nur wie ein Automat seinen Platz einnehmen, vorgegeben durch Rollen, die man einzunehemen hat, hat keine Chance auf Erfolg in dieser Welt. Die Ruggieros werden dies zu verhindern wissen. Zu starr ist das System, als dass diese Querdenker es verändern könnten. Gerstenbergs Drama ist ein auch heute noch lesenswertes Stück. Ist es doch auch heute noch oft so wie zu Gerstenbergs Zeiten oder der Ugolinos: Rollendenken bestimmt unser Leben in großen Maße und Menschen, die sich selbstverwirklichen wollen, werden kritisch beäugt.
  12. Cover des Buches »... und mich – mich ruft das Flügeltier« (ISBN: 9783458172215)
  13. Cover des Buches Briefe an die grüne Fee (ISBN: 9783744809146)
    Salih Jamal

    Briefe an die grüne Fee

     (73)
    Aktuelle Rezension von: AnjaSc

    Das Buch ist eine Auflistung aus dem Leben des namenlosen Ich-Erzählers und erinnert mich stark an Tagebucheinträge. Er rekapituliert sein Leben, während er oben auf dem Dach sitzt. Wir erfahren nur das, was uns der Protagonist wissen lassen möchte und können bei allem anderen nur mutmaßen. Egal ob es um die tatsächlichen Ereignisse geht oder um die Dinge, die die anderen Beteiligten wohl erlebt haben.

    Auf Instagram habe ich unter „Kurz und bündig“ bereits geschrieben:
    „Das Buch ist tragisch, es ist manchmal ganz laut, es ist vulgär und dann ist es wieder ganz leise und poetisch. Es ist kraftvoll und beschönigt nichts. Es ist pornös!

    Das Buch ist wirklich dreckig, es ist direkt und es ist genau das, was wir als Großstandkinder erlebt haben um uns herum:  Nutten, Dreck, Suff und Drogen. Was für einen selbstherrlicheren Mist wir getan haben und unbezwingbar haben wir uns gefühlt…  Genau wie der Ich-Erzähler in diesem Buch, gut vielleicht nicht genau so.

    Das habe ich dem Autor geschrieben, als ich das Buch beendet habe und ich möchte Euch diese Sätze nicht vorenthalten, denn so geht es mir immer noch:

    Du nimmst keinen Blatt vor den Mund. Beschreibst Exzesse so präzise, dass man als Leser weiß: Das ist scheisse was Du machst, aber trotzdem feiert man das ein oder andere!
    Was Du mit den leisen Tönen im Hintergrund beschreibst, das ist die Seele. Das Gefühl. Die Veränderung. Das, wie der Protagonist fühlt.
    Die Reise, die in den Briefen oder ( wie ich es empfunden habe ) Tagebucheinträgen beschrieben wird, ist wie ein Feuerwerk. Mal der Lichtstreif der Rakete am Himmel und dann wieder nur die schwarze verbrannte Hülse.  Ich bin abgestoßen und fasziniert zu gleichen Teilen von dem namenlosen Protagonisten.  Du weckst all das und doch ist man am Ende ausgesöhnt.

    Deshalb ist das Buch etwas besonderes.

    Von mir bekommt „Briefe an die grüne Fee“ von Salih Jamal 4,5 von 5 möglichen Punkten und eine klare Empfehlung.

  14. Cover des Buches Die Kindermörderin (ISBN: 9783849108694)
    Heinrich Leopold Wagner

    Die Kindermörderin

     (30)
    Aktuelle Rezension von: winter-chill
    Ein tragisches Stück, bei dem es um Sittlichkeit und Unsittlichkeit geht. Wagner zeichnet recht gut die Gesellschaft seiner Zeit, das Stück ist auch ganz gut zu lesen. Trotzdem gibt es für mich bessere Dramen. Und Goethe hat das Kindermörderinnen-Thema mit seinem Gretchen wesentlich besser umgesetzt.
  15. Cover des Buches Sturm und Drang (ISBN: 9783849106690)
    Friedrich Maximilian Klinger

    Sturm und Drang

     (1)
    Aktuelle Rezension von: winter-chill
    So sehr ich die Epoche "Sturm und Drang" auch mag, dieses Buch war so gar nicht meins. Viel zu viele Verstrickungen und Verwirrungen. Die Charaktere waren lieblos gestaltet und der Sinn des Ganzen hat sich mir auch nicht wirklich erschlossen: Alles nur Verwirrung oder wie?
  16. Cover des Buches Textband Literaturgeschichte - kurzgefasst. Neubearbeitung (ISBN: 9783123504280)
    Christoph Wetzel

    Textband Literaturgeschichte - kurzgefasst. Neubearbeitung

     (1)
    Aktuelle Rezension von: LilStar
    Eine schöne, kurze und knappe Übersicht über die Epochen der Literaturgeschichte.
  17. Cover des Buches Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang (ISBN: 9783825204846)
  18. Cover des Buches Die Zwillinge (ISBN: 9783150140512)
    Friedrich Maximilian Klinger

    Die Zwillinge

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Sturm und Drang (ISBN: 9783150140024)
    Friedrich Maximilian Klinger

    Sturm und Drang

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Heike110566
    Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831) schrieb am 4. September 1776 an seinen Freund Ernst Schleiermacher: "Ich schreibe eine Comoedie der Wirrwarr die bald zu End ist - und wo du einen HE [Herrn] Wild, Blasius und La Feu sehr lieb kriegen wirst. Ich hab die tollsten Originalen zusammengetrieben. Und das tiefste tragische Gefühl wechselt immer mit Lachen und Wiehern." Das Drama, das bei Klinger den Arbeitstitel "Der Wirrwarr" hatte, wurde dann im Spätherbst 1776 unter dem Titel "Sturm und Drang" in Dresden von der Seylerschen Schauspieltruppe, bei der Klinger als Stückeschreiber und Schauspieler angestellt war, uraufgeführt. Das Stück ist auch tatsächlich, so wie es Klinger in dem Brief selbst schreibt, eine Mischung aus Tragödie und Komödie. Für den Stoff hat er bei Shakespeare, der von den Sturm-und-Drang-Dichtern als das Genie par excellence verehrt wurde, einige Anleihen genommen. Grundlegend für die Story ist eine Variante des Romeo-und-Julia-Motivs, die Figuren Lord Berkley und Lord Bushy sind Anleihen aus "Richard III." und La Feu ursprünglich eine Figur in "Ende gut - alles gut". Die drei Herren aus o. g. Brief landen in Amerika an und kehren in einen Gasthof ein. Im Grunde sind sie auf der Suche nach ihrem Glück. La Feu, der Weiberheld, ist nicht abgeneigt eine neue Bekanntschaft zu machen. Blasius, der Immermüde, will Ruhe finden und einfach schlafen. Und Wild - der will in die Armee, sich am Krieg beteiligen, den Tod suchen. Er, der alles verloren hat, sein Zuhause und das Mädchen, das er einst geliebt, sieht im Tod das höchste Glück für sich. In dem Gasthof sind auch noch andere Gäste: Lord Berkley, ehemals ein englischer Hofmann, lebt dort mit seiner Tochter Jenny Caroline, seiner Schwester Lady Kathrine und deren Tochter Louise. Berkley wurde aus England verbannt, nachdem er einer Kabale am Hofe zum Opfer fiel. Dabei verloren hat er seine Frau. Sein Sohn Harry, ein Teenager noch, verschwand spurlos. - Berkley macht seinen Ex-Freund Lord Bushy für die Intrige verantwortlich, stieg dieser doch nach dem Fall Berkleys auf. Berkley wünscht ihm deshalb nur das Schlechteste von der Welt. Wild, Blasius und La Feu werden Lady Kathrine und ihrer Tochter vorgestellt. La Feu ist begeistert von Kathrine, Blasius langweilt Louise. Wild kann diesen Zirkus nicht ab und verschwindet. Er begegnet Berkleys Tochter und es stellt sich heraus, dass Wild der ebenfalls einst verschwundene Sohn Carl von Lord Bushy ist, der im Alter von 15 Jahren in die 13-jährige Jenny Caroline verliebt war. - Nach dem Verschwinden der Berkleys hatte er seinen Vater, den alten Bushy, um Erlaubnis gebeten, seine Angebetete suchen zu dürfen. Kreuz und quer zog er durch Europa deswegen und nun, wo er in den Tod gehen will, findet er sie. Die Freude ist groß bei den beiden. Aber sie müssen es geheimhalten, denn es würde eine Katastrophe geben, wenn ihr Vater erfährt, dass der Sohn seines Feindes wieder da ist. Lord Berkley lernt ihn also als Wild kennen. Berkley erkennt aber Ähnlichkeiten in den Gesichtszügen mit Bushy und fragt, ob er diesen Mann kenne. Carl bejaht dies und berichtet, dass Lord Bushy einige Jahre nach der Verbannung Berkleys selbst in Ungnade fiel und alles verlor. Berkley stimmt das gutgelaunt. Dass Carl der Sohn Bushys ist, bleibt Berkley hier verborgen. Noch besser wird Berkleys Laune, als der Kapitän des Schiffes, mit dem Wild und seine Freunde ankamen, ihn aufsucht und ihm einfach einen Höflichkeitsbesuch abstatten will. Dabei stellt sich heraus, dass der Kapitän sein Sohn Harry ist. Und ob dies nicht schon genug wäre, berichtet er auch noch, dass er Lord Bushy auf See ausgesetzt habe und er beobachtete, wie das Boot von einer großen Welle gepackt wurde. Lord Bushy sei tot, lautet die Botschaft. Jenny Caroline ist entsetzt, fürchtet das, was nun kommen wird und auch tatsächlich kommt: Wild outet sich als Carl Bushy und will Harry Berkley an den Kragen. Ein Duell steht an. Vorher sind aber Carl und die Berkley-Männer gemeinsam in einer Schlacht. (Nicht gesagt wird, auf welcher Seite sie kämpfen.) Harry Berkley wird dabei verletzt und will das Duell verschieben. Carl besteht auf seine Rache. Aber kurz bevor es zum Duell kommt, erfährt er vom kleinen Mohr, einem Kind, das dem Kapitän als Sklave und Lustobjekt dient, dass der alte Bushy noch lebt. Er wurde von Besatzungsmitgliedern auf dem Schiff versteckt. Groß ist die Wiedersehensfreude der Bushys und Lord Bushy gibt auch den beiden Verliebten seinen Segen. Da tauchen die Berkley-Männer auf. Carl will nun das Duell nicht mehr, sein Vater lebt. Aber jetzt besteht Harry darauf, dass das Duell stattfindet. Der alte Berkley versucht seine Tochter zu überzeugen, wieder auf seine Seite zu wechseln. Wie könne sie gemeinsame Sache mit seinen Feinden machen. Als Harry erfährt, dass seine Schwester Carl heiraten will, zieht er gekränkt ab. Der alte Bushy erklärt, dass er gar nicht an der Kabale gegen Berkley beteiligt war. Das Wirrwarr lichtet sich und anders als bei Shakespeares Romeo und Julia, endet dieses Drama mit einem Happy End. Ganz ohne Tote. Und auch bei La Feu kommt ein Happy End. Er bekommt Lady Kathrine. - Tja, und Blasius? Wenn er nicht geweckt wurde, dann schläft er wohl immer noch. Diese Reclam-Ausgabe ist der Nachdruck der Erstausgabe als Druck, die 1777 erschien. Auf dem Original-Titelblatt steht zwar 1776, aber der tatsächliche Erstdruck wurde erst im darauffolgenden Jahr durch das Seylersche Theater vorgenommen. Seyler war ein bekannter Theatermacher, der sich Klinger eingekauft hat, weil dieser einen bekannten Namen hatte. Bis 1778 war Klinger dort beschäftigt. Anschließend wollte er, wie Carl, nach Amerika gehen und sich dort am Krieg beteiligen, aber es kam anders. Er ging zwar zum Militär, landete aber in russischen Diensten und starb auch 1831 in Russland, wo er mit einer adligen Dame verheiratet war. Der Reclam-Nachdruck der Erstausgabe wurde originalgetreu übernommen. Die Schreibweisen und die Grammatik wurden nicht den heutigen Regeln angepasst. Also: alles so, wie es damals geschrieben wurde. - Interessant ist, dass dieser Erstdruck damals recht nachlässig erfolgte. Es steht die Frage, ob Klinger tatsächlich Korrektur gelesen hat vor der Herausgabe, denn es sind viele Unzulänglichkiten vorhanden. So fehlen beispielsweise Personenangaben vor einigen Szenen. Literaturgeschichtlich hat dieses Drama insbesondere Bedeutung, da es einer ganzen Literaturepoche als Namensgeber diente. Aber: Dieses Etikett wurde erst nachträglich dem Autorenkreis, der heutzutage zu dieser Epoche zählt, aufgeklebt. Die Dichter selber sahen in diesem Stück ein normales Stück und kein Leitstück. Auch ist es nicht unbedingt gerade das Paradebeispiel für Sturm-und-Drang-Dramatik. Es wurde nur selten aufgeführt, wahrscheinlich außerhalb des Seylerschen Theaters, das auch immer mal auf Tournee war und es so an anderen Orten auch präsentierte, gar nicht. Gelesen wurde es noch seltener, denn der Text wurde kaum als Einzelstück verlegt. Inhaltlich typisch für den Sturm und Drang ist vor allem an diesem Stück, dass die Leidenschaften das Handeln bestimmen. Carl Bushy und Harry Berkley sind typische Selbsthelfertypen, die auf sich vertrauen, ihren Weg gehen und dabei ihren Weg die Gefühle und Leidenschaften bestimmen. Stellenweise ist das Stück wirr. Mehrere Handlungsstränge, die auf dem ersten Blick nicht zusammenpassen, laufen nebeneinander her. Stellenweise könnte man tatsächlich an ein Wirrwarr dabei denken, so wie der ursprüngliche Titel es auch suggerierte. Aber dennoch: Die Story von Jenny Caroline Berkley und Carl Bushy ist aus meiner Sicht eine unterhaltsame Adaption des Shakespeare-Themas um Romeo und Julia und auf jeden Fall eine Lektüre wert. Diese Reclam-Ausgabe enthält desweiteren Textdokumente zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Stücks sowie umfangreiches weiteres Material.
  20. Cover des Buches Blickfeld Deutsch Oberstufe - Ausgabe 2003 / Blickfeld Deutsch Oberstufe (ISBN: 9783140282277)
  21. Cover des Buches Götz von Berlichingen / Iphigenie auf Tauris (ISBN: 9783596900756)
  22. Cover des Buches Gedichte (ISBN: 9783406452154)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Gedichte

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Schiller. Kabale und Liebe (ISBN: 9783804417472)
    Beate Nordmann

    Schiller. Kabale und Liebe

     (15)
    Aktuelle Rezension von: MrsCodyMcFadyen
    Wieder einmal sehr hilfreich. Für alle die mit Schiller etwas Schwierigkeiten haben. Dieses Buch sorgt für Verständnis und gibt hilfreiche Tipps, besonders wenn man’s wieder in der Schule durchnehmen darf/muss. Steht alles perfekt beschrieben von Biographie, bis Personen und ihre Motive, die ganzen Szenen einzeln, Zeitgeschichte...Alles, was wichtig ist zur Arbeit mit Kabale und Liebe. Sehr gut!
  24. Cover des Buches DuMont Schnellkurs Deutsche Lyrik (ISBN: 9783832190262)
    Thomas Kraft

    DuMont Schnellkurs Deutsche Lyrik

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    für meinen Spaß an lyrischen texten habe ich mir diesen band für den geschichtlichen überblick besorgt.
    sortiert nach epochen gibt er infos über die jeweilige.
    mit den gewonnen Informationen kann ich meine vorhandenen texte gut sortieren.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks