Bücher mit dem Tag "stummfilm"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "stummfilm" gekennzeichnet haben.

35 Bücher

  1. Cover des Buches Das Jahrhundertversprechen (Jahrhundertsturm-Serie 3) (ISBN: 9783548289663)
    Richard Dübell

    Das Jahrhundertversprechen (Jahrhundertsturm-Serie 3)

     (81)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    "Das Jahrhundertversprechen" ist der Abschluss der Jahrhundert-Trilogie von Richard Dübell. 

     

    Wir befinden uns im Berlin der anfänglichen 20er Jahre. Die Familie Briest ist wieder mit von der Partie. Hermine und Otto stehen kurz vor dem Bankrott. Luisa ist das alles egal, sie möchte ihren Traum vom Film verwirklichen, Filmstar werden. Sie liebt Max Brandow, einst Gassenjunge und nun mit einer großen Zukunftsvoraussage als Rennfahrergenie. Doch hat die Liebe eine Chance ???

     

    Diese Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg ist eine ganz besondere - noch geprägt von den Schrecken des Krieges leben die Charaktere in der Weimarer Republik. Der historische Kontext ist sehr gut in die fiktive Handlung eingebunden. 

     

    Leseprobe:
     =========

     

    Max hatte zwei Wochen gebraucht, um Viktor so weit zu bringen, dass er den Opiumgebrauch und den Alkoholkonsum etwas zurückfuhr. Er war jetzt in der Lage, auch längeren Erklärungen zu lauschen, ohne dabei abzudriften, und was noch besser war: Er konnte das, was er gehört hatte, auch behalten und sich seine eigenen Gedanken darüber machen. 

     

    Der Stil des Autors gefällt mir immer wieder sehr gut, er ist auch hier beim fulminanten Abschluss der Trilogie wieder ein extrem passender für das Genre, für die Zeit, in der die Handlung angesiedelt ist und für die Thematik, die im dritten Roman der Reihe weitergeführt und zum Höhepunkt gebracht wird. Spannend von Beginn bis Ende hat mich die Geschichte fasziniert, ich hatte schon sehnsüchtig darauf gewartet, dass ich das Buch lesen kann, um zu wissen, wie es mit den Charakteren und ihrer Geschichte weitergeht, alles ist schlüssig und glaubwürdig und lebendig an die Leserin/den Leser gebracht.

     

    Wunderbar, schade, dass man die Familie nicht noch weiter begleiten kann.

  2. Cover des Buches Das Schmetterlingsmädchen (ISBN: 9783404167814)
    Laura Moriarty

    Das Schmetterlingsmädchen

     (106)
    Aktuelle Rezension von: ariadne
    Wer gerne in das New York der 20er Jahre eintauchen will, dem kann ich hier nicht weiterhelfen. Das Buch hatte großes Potenzial, Cora und Louise waren mir beide sehr sympathisch und ich hätte zu gern mehr Zeit mit ihnen verbracht, aber irgendwann entschied sich die Autorin eine vollkommen andere Richtung einzuschlagen, und das war meines Erachtens ein Fehler. Ab jetzt folgen wir einer blassen Hauptfigur durch Streiflichter der Geschichte und bekommen nicht wirklich was geboten. Sehr schade! Werde mir noch überlegen, ob ich weiteres von Frau Moriarty lesen werde.
  3. Cover des Buches Der stumme Tod (ISBN: 9783492316118)
    Volker Kutscher

    Der stumme Tod

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Walther

    Wir dürften dem Autor dankbar sein, hat er doch zum einen diese schöne Romanreihe um den Kriminalkommissar Gereon Rath verfasst, zum anderen damit die Vorlage gegeben für eine ganz großartige Filmserie namens Babylon Berlin. Ohne die Romanvorlage wäre diese wohl nicht entstanden. Wer die Romane mag, wird über die freie Entfaltung der Filme erfreut sein, umgekehrt kann man nach den Filmen eben auch die Bücher lesen. 

    Kutscher hat in diesem Roman ein wirklich interessantes Thema als Aufhänger genommen: den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm. Wie immer kommt der Fortschritt mit vielen Gewinnern und auch Verlierern einher, die sich dem Wandel widersetzen wollen - und das hat der Autor zu einem wirklich schönen Roman verwoben. Hier findet er ein wichtiges Motiv, dem Rath nachgehen muss. 

    Was mir auch gut gefällt: Im Hintergrund verdüstert sich die Stimmung, die Nazis werden lauter und aggressiver, es geht langsam, aber sicher in die hektische, an den extremistischen Rändern bürgerkriegsähnliche Endphase der Weimarer Republik. Man darf gespannt sein, wohin es den Krimialkommissar Rath trägt.

  4. Cover des Buches Titanic Passage. Tagebücher (ISBN: B00BM9G28M)
    Nora Amelie

    Titanic Passage. Tagebücher

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Belis

    Ruhig, kalt, sternenklar – und doch tödlich. So könnte man die Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 umschreiben.
    Die Tagebucheinträge der fiktiven Personen Fräulein Nora Amelie und Herrn Wilhelm Friedel umfassen den Zeitraum März bis Anfang Mai 1912. Obwohl unabhängig voneinander geschrieben verflechten sich die Einträge durch die Geschehnisse. Jeder Tag ist in mehreren Abschnitten von Nora und Wilhelm abwechselnd geschildert. Durch namentliche Überschriften bin ich schnell im Lesefluss. Der verwendete Schreibstil versetzt mich bereits nach kurzer Zeit in das Jahr 1912.
    Wilhelms Wissbegierde erlaubt Einblicke in die Werft Harland and Wolff  sowie  den Bau der Titanic. Im Laufe der Erzählung trifft der Ingenieur viele interessante Zeitgenossen. Neben den Erbauern der Titanic zählt er unter anderem Bram Stoker, dessen Werk "Dracula" äußerst erfolgreich wird, zu seinen Bekannten. Des weiteren fließen in seine Tagebucheinträge immer wieder Erfindungen und Neuheiten der ersten zwanziger Jahre ein. Durch seine Beschreibungen "sehe" ich mich versetzt ins Belfast 1912, höre den Lärm der  geschäftigen Werft und erlebe den Medienrummel um die Katastrophe hautnah.
    Nora, die Pflanzensammlerin aus gutem Hause, plant eine Reise nach Mexiko. Die bevorstehende Jungfernfahrt der Titanic wäre eine gute Gelegenheit um New York zu erreichen. Durch ihre Sichtweise darf ich die Gärten von Mount Stewart betrachten, sowie  erleben welch ein Aufwand in Bezug auf Mode, gesellschaftliches Auftreten und Expeditionsgegenständen betrieben wurde. Ihre Überfahrt ermöglicht mir einen Blick auf das Treiben an Bord der Titanic. Die aufregenden Tage danach....
    Aufflammende Zuneigung der beiden Protagonisten durchströmt die mit viel Liebe zum Detail recherchierte Katastrophe um die Titanic. Geschilderte Emotionen der Überlebenden, sich überschlagende Zeitungsmeldungen und die Reaktionen darauf lassen die Ereignisse aufleben. Die Tagebucheinträge lesen sich wie ein Zeitzeugnis. Die aufwendige Vorbereitung zeigt sich unter anderem in dem anhängenden Personenregister mit ergänzenden Einzelheiten.
    Um dem Buch einen krönenden Abschluß zu geben hat sich das Autorenpaar zu einem Making of entschlossen. In diesem letzten Abschnitt erfährt der geneigte Leser viele Details zum Entstehen des Projektes.
    Der größte Dampfer damaliger Zeit ist untergegangen. Die Technik Euphorie hat einen Riß bekommen. Mögliche Hintergründe, Emotionen der Gesellschaft und Auswirkungen auf die Medienlandschaft werden versucht darzustellen. Mit Nora und Wilhelm, ihrer beginnenden Liebe und ihren Interessen zeigen die Protagonisten einen Einblick in diese Epoche. Gelungen wie ich finde. Daher vergebe ich verdiente fünf Sterne für dieses besondere Tagebuch.
    Neben dem Buch an sich hat mich die Leserunde sehr begeistert. Die Hintergundinformationen und zusätzlichen Möglichkeiten recherchiertes Material zu betrachten war einfach spitze. Dafür nochmals meinen herzlichen Dank.


  5. Cover des Buches Als wir im Regen tanzten (ISBN: 9783404178438)
    Michaela Saalfeld

    Als wir im Regen tanzten

     (31)
    Aktuelle Rezension von: winniehex

    1928. Berlin pulsiert, gilt als Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Schauspielerin Recha und der Regisseur Willi zur Nieden sind das Traumpaar der Metropole und ihrer blühenden Filmwelt. Hinter der Fassade bröckelt es jedoch. Die Nationalsozialisten gewinnen immer mehr an Zustimmung, auch durch die Filme der vom Großindustriellen Hugenberg übernommenen UFA. Als Jüdin ist Recha unmittelbar betroffen. Willi jedoch verschließt die Augen, und das einstige Traumpaar entfremdet sich. Werden die beiden trotz allem neu zueinander finden - oder verlieren sie einander, während die Welt um sie herum ins Wanken gerät? (Klappentext)

    Das ist der Nachfolgeteil von „Was wir zu hoffen wagten“…diese beiden Teile zusammen ergeben eine wirklich gut erzählte Geschichte. Die Geschichte ist weitererzählt, denn Recha und Willi leben ein Leben was weit über Ihre Träume hinausgegangen sind. Der einzige Traum, der für Recha nicht in Erfüllung geht, ist der Kinderwunsch. Bei Willi ist es der berufliche Erfolg, den er versucht zu erreichen es aber auch nicht schafft. Was die beiden beschäftigen sich aber nicht mit Ihren Problemen, sondern verstecken sich hinter Ihre Arbeit und verlieren sich dabei als Paar immer mehr.

    Was mir so gefallen hat ist, dass es in dem Buch politisch, gefühlvoll und die Zukunft geht. Ich mag es sehr Geschichten über den 2. Weltkrieg zu lesen denn diese spiegeln sowohl schöne wie auch hässliche Seiten der Kriegszeit. Das hat die Autorin hier gut unter einen Hut gebracht und an den Leser vermittelt.

  6. Cover des Buches Miss Hollywood - Mary Pickford und das Jahr der Liebe (ISBN: 9783453423855)
    Emily Walton

    Miss Hollywood - Mary Pickford und das Jahr der Liebe

     (27)
    Aktuelle Rezension von: KarinLe

    Das Buch erzählt die Geschichte des Aufstiegs eines Mädchens, welches schon als Kind wegen ihrer Goldlöckchen im Scheinwerferlicht der Kameras stehen muss, zur erfolgreichsten Stummfilmschauspielerin aller Zeiten in Hollywood und ersten Filmproduzentin, Mary Pickford.
    Zum einen die Geschichte einer begehrten, gefeierten und auch starken Frau, die andererseits anfänglich einsam gefangen in einer unglücklichen Ehe von ihrer großen Liebe träumt. Ein Leben immer im Blickfeld ihrer strengen Mama, zwischen Verantwortung und Liebe. Eine Geschichte mit weiteren interessanten historischen Figuren wie Charlie Chaplin und Douglas Fairbanks.

    Ich mochte sofort die Zeit, von der das Buch erzählt. Emily Walton beschreibt und umschreibt in gehobener Schreibweise sehr anschaulich die Atmosphäre, Denkweise und Geschehnisse dieser Zeit ab 1916. Ich persönlich hatte eine sehr lebendig bildliche Vorstellung und konnte mich gut in das Buch hineindenken.

    Der Roman hatte für mich eine flüssige Leseweise ist allerdings auch etwas anspruchsvoller geschrieben. Nicht jeder Leser wird alle verwendeten Begriffe/jedes Synonym auch kennen. Die Verwendung ist allerdings passend für die Zeit, in der das Buch spielt.

    Aus meiner Sicht ein romantischer, leicht an die Biografie Mary Pickfords angelehnter Roman mit sehr ansprechendem Cover.

    Eine kleine Zeitreise mit klarer Leseempfehlung von mir.

  7. Cover des Buches Das Buch der Illusionen (ISBN: 9783499257896)
    Paul Auster

    Das Buch der Illusionen

     (140)
    Aktuelle Rezension von: Joachim_Tiele
    Austers Geschichte eines Schauspielers aus der Stummfilmzeit hat alle Ingredienzien einer Great American Novel, die Quest (als Reise zwischen geographischen Orten ebenso wie ins Innere der Protagonisten), die Hingabe an die Arbeit und das darin Aufgehen, mit etwas Erster sein als der amerikanische Archetypus, die Geschichte vom Mann, der plötzlich verschwindet und nie (oder nur unter ganz ungewöhnlichen oder unwahrscheinlichen Umständen) wieder auftaucht, der Pakt mit dem Teufel (im durchaus faustischen Sinne), der zum Topos der modernen amerikanischen Mythen geworden ist. Hinzu kommen einige der ewigen Menschheitsfragen wie Einsamkeit, Trauer, Verlust, Liebe, Identität, moralische Skrupel zu haben oder Außenseiter zu sein. Nicht zu vergessen, wie in vielen von Austers Romanen fast üblich, eine Kriminalgeschichte, die ausführliche Beschreibung einer sexuellen Aberration, unterschiedliche, beinahe episodische Erzählformen und die Ausdeutung des Beschriebenen durch einen professoralen (nur scheinbar) allwissenden Erzähler mit erheblichen Selbstzweifeln an der eigenen Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit. Und am Ende hat man das Gefühl, einen Roman gelesen zu haben, der doppelt so viele Seiten zu haben scheint, als er tatsächlich aufweist. Das als Warnung vorweg, denn all dieses kommt in dem Roman vor oder kann in und an ihm entdeckt werden, teilweise offen und ins Auge springend, aber ebenso häufig versteckt zwischen den Zeilen oder quasi als Palimpsest, wie Farbschichten in den wie in einem Gemälde aufeinandergeschichteten Erzählebenen.

    Aber Auster wäre nicht Auster, wenn man das Buch nicht auch straight (man könnte es auch oberflächlich nennen) lesen könnte. Ein Collegeprofessor für Literatur hat einen schweren Verlust erlitten (seine Ehefrau und zwei Söhne sind bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen), er verfällt zusehends, dem Alkohol, aber auch einer allgemeinen Apathie und Vereinsamung, da die Lebensversicherungen seiner Angehörigen und die Entschädigungszahlung der Fluggesellschaft ihn zu einem reichen Mann gemacht haben, der seine Berufstätigkeit unbegrenzt lange aussetzen kann. Eines Abends sieht er durch Zufall im Fernsehen eine Dokumentation über Stummfilme und bei einem der Akteure kann er das erste Mal seit Monaten wieder lachen. Er beginnt zu diesem Schauspieler und seinen Filmen zu recherchieren, macht eine Reise quer durch Amerika und Europa, um in Archiven erhalten gebliebene Kopien der Filme anzusehen, und beschreibt diese in einem Buch, das unter Filmwissenschaftlern und –enthusiasten ein bescheidener aber doch wahrgenommener Erfolg wird. Biographische Recherchen zu diesem Schauspieler mit dem Namen Hector Mann macht er zunächst nicht, aber er weiß, dass er im Jahr 1929, kurz nach dem Erscheinen seines letzten Films, verschwunden ist. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Eines Tages, die Arbeit an dem Buch über Hector Mann ist längst abgeschlossen und als biographische Episode seiner selbst abgehakt, erhält der Professor, übrigens derselbe David Zimmer, den manche aus Mond über Manhattan erinnern könnten, einen Brief von einer ihm unbekannten Absenderin, durch den er eingeladen wird, Hector Mann auf seinem Anwesen in New Mexico zu besuchen und kennenzulernen. Dies erweist sich, wie bei Auster kaum anders zu erwarten, als verwickelt. Ein Unfall kommt dazwischen, ein Überfall, eine Liebe, jede Menge Zweifel an der Authentizität des Briefes, nahezu kriminalistische Recherchen, die Zimmer in die Irre und zurück führen. Aber schließlich erreicht er, begleitet von Manns Ziehtocher Alma, das Areal in New Mexico, lernt Frieda Spelling kennen, die sich im ursprünglichen Einladungsschreiben als Mrs. Hector Mann bezeichnet hatte, und Hector selbst, der todkrank bettlägerig ist, mit dem er aber noch am Abend der Ankunft einige Minuten lang sprechen kann. Die beiden scheinen sofort Zutrauen zueinander zu fassen und freuen sich auf weitere Gespräche in den nächsten Tagen. Doch Mann stirbt in dieser Nacht. In der Folge überstürzen sich die Ereignisse und trotz großen Handlungsreichtums wird der restliche Roman zu einer Elegie über die Vergeblichkeit allen menschlichen Tuns und Strebens, traurig, ausweglos, endgültig.

    Wie geht Auster seinen Roman an? Er fällt tatsächlich mit der Tür ins Haus: Jahre nach dem Erscheinen seines Buches über die Filme Hector Manns erhält Zimmer, der sich inzwischen gefangen hat und an einem ganz anderen Projekt arbeitet, Friedas besagten Brief mit der Aussage, dass Hector lebt, und der Einladung, ihn zu besuchen. Zweifel sind Zimmers erste Empfindungen dazu, aber allein die Tatsache, dass er an sein innerlich fast vergessenes Buch wieder erinnert wird, bringt ihm auch die Erinnerung an die Zeit zurück, in der er es geschrieben hat. Die Zeit kurz vor und die nach dem Tod seiner Familie, wie er auf Hector Mann ursprünglich aufmerksam geworden ist, die Idee, dessen Filme aufzuspüren, die Notwendigkeit, wegen seiner eigenen Flugangst ein Beruhigungsmittel zu brauchen und dafür einen Psychiater aufsuchen zu müssen. Es folgt eine Beschreibung der fiktiven Filme des fiktiven Hector Mann, aller zwölf, die er gedreht hatte, ihr Inhalt, ihre kinematographische Komposition, Details der Szenen und der Bewegungen wie des Gesichtsausdrucks des Hauptdarstellers. Auster wird knapp dreißig Seiten lang zum Filmerzähler, eine längst ausgestorbene Gattung von Künstlern, die ursprünglich tatsächlich live in Filmtheatern Dialoge und Handlungszusammenhänge der gezeigten Stummfilme vorgetragen haben. (Später gab es Filmerzähler auch in Gegenden, in denen sich nicht viele Menschen die Preise für Kinotickets leisten konnten, und vereinzelt gab es die eigenständige Varieteeform, dass Filme nicht gezeigt, sondern nur erzählt und gelegentlich auch interpretiert wurden.) Diese Filmerzählung ist die erste einer Reihe von Episoden, in die der Roman aufgeteilt ist, teils von Zimmer erzählt, teils von Alma berichtet (während eines Fluges, bei dem Zimmer die Beruhigungstabletten doch nicht braucht und einer längeren Autofahrt), teils als nüchterne Rechercheergebnisse präsentiert. Einige dieser Episoden scheinen vom Eigentlichen abzulenken, aber am Ende passen alle Erzählstränge zusammen, der Roman steuert auf einen Höhepunkt zu, der ihn – wie ein Kinofilm – mit einem tragischen Showdown enden lässt.

    Wer das Buch nur als Spannungsroman liest (beim ersten Lesen lässt sich das vielleicht gar nicht vermeiden, denn polizeiliche Ermittlungen nehmen einen nicht kleinen Teil ein und auch ein Privatdetektiv kommt vor), wird nach der Lektüre vielleicht Längen erinnern, sich fragen, ob die beiden Lebensgeschichten, die Zimmers und die Manns, so ausführlich und so detailliert hätten dargestellt werden müssen. Tatsächlich würde niemand Das Buch der Illusionen für einen Krimi halten, auch andere von Austers Romanen nicht, in denen Morde, kriminalistische Ermittlungen und gelegentlich auch Geheimdienstintrigen vorkommen. Hier liefert der wörtlich aus dem Englischen übersetzte Titel einen ersten Hinweis auf die Tiefenstruktur des Romans. Es geht in dem Buch tatsächlich um Illusionen, aber nicht um die redensartlichen, die man sich nicht machen soll. Es geht um die Vorstellungen, die man sich von seinem Leben macht, um konkrete Lebenspläne und das, woran sie scheitern können, die sozialen und persönlichen Lebensverhältnisse, aus denen heraus sie gemacht werden, um Zufälle, schlichte unausweichliche Tragik und falsche Vorstellungen, auch von Dingen, zu denen man sich gar keine richtigen hätte machen können. Damit wird Das Buch der Illusionen zu einem existenziellen Roman, und als solcher geht er in die Tiefe, dies teilweise getarnt durch seine scheinbaren Abschweifungen. Bei genauer Betrachtung gehen die Bezüge der einzelnen Handlungs- und Inhaltsebenen bis ins Unendliche – dies sowohl in ihrem sprichwörtlich nicht endenden Reichtum, aber auch im Sinne eines infiniten Regresses. Dies ist der Punkt, an dem der Versuch des logischen Durchdringens eines komplexen Sachverhalts zum Wahnsinn führen kann, und von den befreienden Energien zeitweiligen Wahnsinns ist an einer Stelle des Buches auch die Rede (S. 143). Das Existenzielle ist hier grausam tödlich gemeint – Wir alle sterben in Pisse und Blut ist ein weiteres Zitat (S. 284). Aber es geht auch subtiler, um die eher weichen Faktoren der menschlichen Existenz, deren Nichtbeachtung dennoch existenzielle Konsequenzen haben kann, etwa das Identitätsstiftende der Liebe und die Fatalität des Misslingens einer Liebesbeziehung, die darauf aufgebaut ist. Der einzige Selbstschutz vor falschen oder in die Irre führenden Illusionen, zu dem menschliche Individuen in der Lage sind, scheint die die Fähigkeit zu sein, zu verstehen, sich von einer Sache abzuwenden (S. 272).

    In manchen Romanen ist es die Ironie, die eine Distanz des Autors zu seinem Gegenstand schafft. Hier ist es das Künstlerische, in einigen Aspekten fast Künstliche der Darstellung, die auch vor Zufällen nicht zurückschreckt, von denen man – würden sie einem im eigenen Alltag begegnen – sagen würde, wenn ein Autor die sich ausgedacht hätte, würde man sie ihm nicht glauben. Auster scheint seinen Lesern zuzumuten, ihm diese unglaubwürdigen Zufälle doch zu glauben, ihm sozusagen auf den Leim zu gehen. Aber tut er das wirklich? In diesem Buch mischt sich an europäischer Literatur geschulte literarische Raffinesse mit dem nüchternen, reportageartigen Stil der amerikanischen Literatur. Dabei geht es nicht um den oberflächlichen Reiz des Kontrastes, sondern eher um das Anreichern der amerikanischen Literatur mit Elementen der europäischen. Die Themen des Romans sind universell – hinter den bereits genannten lauert noch als Oberthema die beschädigte Existenz des modernen Menschen, an der Identitätsfindung ebenso festgemacht wie an moralischen Orientierungsproblemen oder der Selbstsabotage. Diese Themen mittels Kunst zu bearbeiten, nicht mittels Psychologie, theologischer Seelsorge oder der Juristerei, ist das erklärte Ziel dieses Romans. Und somit werden künstlerische Techniken angewandt, um dieses Ziel zu erreichen. Dies sollte man wissen, und die Kunst, die in der Anwendung künstlerischer Mittel in der Kunst liegt, nicht verachten (der Roman enthält dazu eine Passage, in der es um die Kunst des Kulissenbaus und der Beleuchtung im Film geht, die gute Arbeit, die zu einem guten Film gehört). Und, was auf den ersten Blick verwirren mag, aber man kann sich schnell daran gewöhnen – der Roman ist selbstreferenziell, macht sich sozusagen zu seinem eigenen Gegenstand. Dies ist die höchste Schwierigkeitsstufe der zeitgenössischen Literatur, und Auster will sie erreichen. Dies tut er aber weder um ihrer noch um seiner selbst willen. Er macht dies, um seinen Lesern nicht Orientierung zu geben, sondern die Mittel in die Hand, diese selbst zu finden. So entsteht die paradox anmutende Situation, gleichzeitig ein road movie für sein Kopfkino angeboten zu bekommen und ein geistiges Klettergerüst mit den höchsten intellektuellen Schwierigkeitsgraden. Es ist der Leser, der entscheidet, wie er den Roman liest und was er aus ihm zieht.

    Joachim Tiele – 28.12.2016
  8. Cover des Buches Palast der Schatten (ISBN: 9783839214619)
    Dagmar Fohl

    Palast der Schatten

     (11)
    Aktuelle Rezension von: NattensDrottning

    Die Betitelung als historischer Kriminalroman passt meiner Meinung nach gar nicht. Hier ist kein Fall, keine Ermittlungen und auch kein wirklicher Mord enthalten, um den sich das Buch dreht.


    Wenn man es unabhängig davon betrachtet ist es eine angenehme Lektüre sobald man den Schreibstil verstanden hat. Die Handlung dreht sich um die Protagonisten, die ein Kino mit Stummfilmen betreiben bzw. in diesem arbeiten. Der Schreibstil wurde daher in dem Stil eines Stummfilms geschrieben. Einige Töne und Geräusche werden explizit im Text erwähnt, genauso wie die Beschreibung der Protagonisten. Es ist eine exzellente Idee, an die ich mich erst nach einigen Seiten gewöhnt hatte. Bis dahin war das Lesen und verstehen schwierig. 

    Die Autorin hat ein Händchen für schöne, berührende Textstellen, die unabhängig der Geschichte sich gut zum zitieren eignen. In gleicher Maßen hat sie auch ein Händchen dafür die beklemmenden und schlechten Seiten der Zeit, in der die Handlung spielt darzustellen. Die kurzen Einwürfe aus täglichen Situationen, kurze Blicke in die menschliche Psyche in den Situationen hat ein grotesk schauriges Bild geschaffen. 


    Es war wunderschön und doch gleichzeitig so beklemmend. Hoffnung und Entsetzen lagen nah beieinander. Gerne hätte ich mehr gelesen und die Handlung sich noch mehr entfalten lassen, anstelle des offenen und eben doch nicht offenen Endes. 

  9. Cover des Buches Die Fotografin - Das Ende der Stille (ISBN: 9783734106613)
    Petra Durst-Benning

    Die Fotografin - Das Ende der Stille

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Sirisam

    Die ersten beiden Bücher hab ich auf dem Flohmarkt erstanden. Etwas skeptisch war ich schon, da ich von der Autorin noch nichts gelesen hatte. Das sollte sich sehr schnell ändern. Ich kam sofort in die Geschichte rein und wußte, ich muss sie ALLE lesen!! Gesagt-Getan, ich hatte megaschöne Lesestunden. Sehr einfühlsam können wir die Entwicklung von Mimi und all ihren Weggefährten verfolgen. Der Kampf und die Zerrissenheit aller Protagonisten, Freud und Leid, Erfolg und Misserfolg, das alles findet für meinen Geschmack genau das richtige Gleichgewicht in allen Bänden. Selbst die Kriegserfahrungen von Anton haben mich gefesselt, obwohl ich eigentlich kein Fan von Kriegshandlungen bin. (Band 4 hat mich am meisten geflasht) Mit Begeisterung habe ich immer wieder die Fotos und Stiche aus dieser Zeit betrachtet, die das ganze Werk formvollendet abgerundet haben. Wow...Petra Durst-Benning wird immer fester Bestandteil in meinen Lesestunden sein.


  10. Cover des Buches Das zweite Gesicht (ISBN: 9783946502555)
    Kai Meyer

    Das zweite Gesicht

     (42)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Chiara Mondschein erreicht kurz nach dem plötzlichen Drogentod ihrer berühmten Schwester Julia die Hauptstadt. Sie ist gekommen, um sie zu beerdigen, doch auch um Antworten zu erhalten. Durch Julia's Manager bekommt sie Einblick in die illustre und schillernde Stummfilmwelt der 20er Jahre Berlins. Julia war ein Star, doch ihre letzte Rolle blieb unvollendet. Da sie und ihre Schwester sich äußerlich sehr ähneln, bietet Chiara an diese zu übernehmen. Fasziniert und geblendet von Ruhm und Glamour erkennt sie zu spät, dass nun auch sie in großer Gefahr schwebt..

    Die dichte Atmosphäre der pulsierenden und freigeistigen Hauptstadt zur Zeit der Weimarer Republik wurde hervorragend eingefangen. Die ausschweifenden Exzesse der damaligen Highsociety verbindet der Autor mit occulten Inhalten/ Mystery und gut pointierten Spannungsmomenten. Musikalische/ audiovisuell passende Kapitelübergänge unterstützen dies zusätzlich. Sehr gut gelungen, toll gelesen! 

  11. Cover des Buches Die drei ??? und das Gespensterschloss (ISBN: 9783865364463)
    Robert Arthur

    Die drei ??? und das Gespensterschloss

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Die drei Fragezeichen ist eine Detektivserie für die junge Leserschaft. Im Mittelpunkt stehen Justus, Bob und Peter. Unter dem Motto: „Wir übernehmen jeden Fall“ haben sie ein Detektivunternehmen gegründet, deren Markenzeichen die drei ??? sind. Und diese ???, so haben sich die drei überlegt, stehen für das Unbekannte, ungelöste Fälle, mysteriöse Ereignisse, die ermittelt werden wollen.
    In ihrem ersten Fall müssen sie, um sich einen Namen zu machen, ein Gespensterschloss finden, um ihren Auftraggeber zu Frieden stellen zu können.
    Dieser Serienstart ist wirklich gelungen. Es hat alles, was eine abenteuerliche Detektivgeschichte ausmacht – Spannung, gruselige Atmosphäre, vielschichtige Rätsel und außerordentlich tolle Charaktere. Und der Schreib- und Erzählstil ist der angedachten Altersgruppe angemessen, also leicht und verständlich zu lesen.
    Für Kinder und Jugendliche ein unterhaltsames Abenteuer, was definitiv Lust auf mehr macht. Also nichts wie ab nach Rocky Beach und ermittelt mit – viel Spaß.

  12. Cover des Buches Fräulein Kellermann und die Kunst des Schwärmens (ISBN: 9783499245657)
    Andrea Voß

    Fräulein Kellermann und die Kunst des Schwärmens

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Katze21
    Perdita Kellermann endende Liebesgeschichten enden stets fatal wie im realen Leben. Sie entscheidet sich das es so nicht weiter laufen kann in ihrem Leben und möchte etwas daran ändern. Darum begibt sich Perdita in die Hände eines Therapeuten der ihr helfen soll ihre Ereignislosigkeit wiederherzustellen. Deshalb entscheidet sich Perdita dafür Bücher zu Lesen und Filme zu schauen in denen einfach nichts aufwühlendes geschieht.
  13. Cover des Buches Der Mann, der nicht mitspielt (ISBN: 9783462052909)
    Christof Weigold

    Der Mann, der nicht mitspielt

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Katl2

    Ein erfolgloser Schauspieler ist in Hollywood keine Seltenheit. Hardy Engel ist nur einer von vielen. Sein Versuch, als Privatdetektiv über die Runden zu kommen, ist ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Bis eines Tages eine attraktive, rothaarige Frau um eine Audienz bei ihm bittet. Und mit einem Schlag ändert sich im Leben von Hardy Engel alles. Seine Ermittlungen führen ihn hinter die Bühnen und Scheinwerferlichter von Hollywood zu den dunklen und verdorbenen Geheimnissen der Filmwelt. Schnell wird ihm klar, dass hier nichts so ist, wie es scheint und dass es manche Vorfälle gibt, die nie in das Licht der Öffentlichkeit geraten sollen. 

    Der Detektiv

    Hardys Wunsch, ein Komiker zu werden, ist nicht sonderlich von Erfolg gekrönt und so beschießt er, sich seine Erfahrungen als Polizist zunutze zu machen und beschließt, Privatdetektiv zu werden, anfangs mit einer niedrigen Beschäftigungsrate. Ein unscheinbarer Auftrag ändert dann alles. Seine Hartnäckigkeit und sein Talent, stehts zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, stoßen den zynischen und sturköpfigen Hardy mitten hinein in die Welt des Filmes, wo es von Geheimnissen und Unwahrheiten nur so wimmelt. Doch für Hardy Engel ist klar, dass er letztendlich nur der Wahrheit dient. Und die will er finden, koste es was es wolle.

    Ein Platz, an dem Träume zur Wirklichkeit werden

    Hollywood – ein Platz voller Träume, berühmter Persönlichkeiten und ein Himmel auf Erden. Zumindest scheint es so. Christof Weigold malt ein anderes Bild von Hollywood. Drogen, Alkoholismus und sexuelle Vergnügungen stehen an der Tagesordnung der großen Stars. Die vermittelte Illusion existiert nicht, und doch kämpft die Filmbranche darum, eben jene Illusion aufrecht zu erhalten. Doch der Skandal, der durch den Tod von Virginia Rappe ausgelöst wird, lässt die Fassade bröckeln und ermöglicht den Medien einen Blick hinter die sorgsam verborgenen Kulissen. Die Aufregung ist groß. Zeitungen erkennen ihre Chance zu Massenabnahmen ihrer Schlagzeilen, die Filmproduzenten fürchten um ihren Ruf, Schauspieler und Produzenten haben Angst um ihre Karriere. Am Ende ist sich jeder selbst der nächste. Und, wie Hardy später klarstellt: Im Krieg und im Film ist die Wahrheit das erste Opfer.

    Fazit

    Ein spannungsgeladener, actionreicher Kriminalroman der 1920er Jahre. Unerwartete Richtungsänderungen und Entwicklungen machen die Handlung unberechenbar und sorgen für eine fesselndes Leseereignis. Hardy Engel ist ein symphytischer Ermittler, der sich seiner eigenen Schwächen und Fehler durchaus bewusst ist und mit seinem zynisch-ironischen Blick auf die übertriebene Welt um ihn herum, einen angenehmen Gegenpol zu den undurchsichtigen Persönlichkeiten des Buches bildet. Ich habe diesen Ausflug in die Goldenen Zwanziger genossen, jede einzelne Seite davon. Für Menschen, die verwickelte Handlungsstränge lieben, ein absolutes Muss. 

  14. Cover des Buches Die drei ??? und das Gespensterschloss (ISBN: 9783440134795)
    Robert Arthur

    Die drei ??? und das Gespensterschloss

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Die drei Fragezeichen ist eine Detektivserie für die junge Leserschaft. Im Mittelpunkt stehen Justus, Bob und Peter. Unter dem Motto: „Wir übernehmen jeden Fall“ haben sie ein Detektivunternehmen gegründet, deren Markenzeichen die drei ??? sind. Und diese ???, so haben sich die drei überlegt, stehen für das Unbekannte, ungelöste Fälle, mysteriöse Ereignisse, die ermittelt werden wollen.
    In ihrem ersten Fall müssen sie, um sich einen Namen zu machen, ein Gespensterschloss finden, um ihren Auftraggeber zu Frieden stellen zu können.
    Dieser Serienstart ist wirklich gelungen. Es hat alles, was eine abenteuerliche Detektivgeschichte ausmacht – Spannung, gruselige Atmosphäre, vielschichtige Rätsel und außerordentlich tolle Charaktere. Und der Schreib- und Erzählstil ist der angedachten Altersgruppe angemessen, also leicht und verständlich zu lesen.
    Für Kinder und Jugendliche ein unterhaltsames Abenteuer, was definitiv Lust auf mehr macht. Also nichts wie ab nach Rocky Beach und ermittelt mit – viel Spaß.

  15. Cover des Buches Die Göttin des Films (Lily DuPlessis 2) (ISBN: B07DTCF52Y)
    Andrea Instone

    Die Göttin des Films (Lily DuPlessis 2)

     (4)
    Aktuelle Rezension von: baerin
    Lily du Plessis hat in Babelsberg einen weiteren Film erfolgreich beendet. Nun freut sie sich auf lange Ferien und ihre Vermählung mit dem Franzosen Emanuel. Sie hat sich in Bonn eine schöne Villa gekauft, in der auch ihre Eltern leben und in Bonn soll auch die standesamtliche Trauung statt finden. Doch vorher sorgt mal wieder der sehr von sich eingenommene Journalist Timotheus für Durcheinander und Aufregung. Bildet er sich doch mal wieder ein, unsterblich in Lily verliebt zu sein und unbedingt deren Hochzeit verhindern zu müssen.

    Mir hat auch dieser vergnügliche zweite Band um den Filmstar Lily aus Bonn wieder sehr gut gefallen und öfters zum Lachen gebracht. Andrea Instones unvergleichlicher Schreibstil, der damaligen Sprache angepasst, lässt sich wunderbar leicht lesen. Ich hoffe, es gibt bald eine Fortsetzung!
  16. Cover des Buches Soundtrack meiner Kindheit (ISBN: 9783499625923)
    Jan Josef Liefers

    Soundtrack meiner Kindheit

     (44)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife
    Vor einigen Wochen habe ich das Hörbuch mit Hape Kerkelings Biografie Der Junge muss an die frische Luft gehört und geliebt. Beide, er als auch Jan Josef Liefers wurden 1964 geboren und sind somit meinem eigenen Alter recht nah. Hiermit hören die Gemeinsamkeiten jedoch auch schon auf. Während Hape, wie ich, im Westen Deutschlands aufwuchs, verbrachte Jan Josef seine Kindheit, Jugend sowie seine jungen Erwachsenen Jahre in Osten Deutschland, in und um Dresden. Wie unterschiedlich wir aufwuchsen, wurde mir durch dieses Buch erst bewusst. Wir lebten wirklich in sehr ungleichen Ländern, hörten unterschiedliche Musik, kannten andere Schauspieler und Filme und schlugen uns doch oft mit völlig andersartigen Problemen rum. Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen möchte ich hier jedoch betonen, dass ich von Herrn Liefers als Schauspieler und Musiker absolut begeistert bin. Lediglich diese Biografie wurde für mich zwischendurch immer wieder ein bisschen zäh.
  17. Cover des Buches Der Traumpalast (ISBN: 9783596704071)
    Peter Prange

    Der Traumpalast

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Die zwanziger Jahre bringen neuen Schwung nach Berlin und ganz Deutschland und es gibt nicht nur politische Veränderungen, sondern eben auch in Kultur und in der Kunstszene. Die große Leinwand wird populärer und die UFA bringt neue, große Filme heraus. Tino arbeitet als Bankier und ist auch ein großer Lebemann und er findet gefallen, an der Deutschen Traumfabrik und er setzt alles auf eine Karte, privat, wie auch beruflich. Leider vergisst er sich selbst dabei immer wieder. Rahel ist eine kluge junge Frau und ihr Vater hat große Pläne für die Tochter, aber sie will ihren eigenen Weg gehen und als Journalistin Fuß fassen. Ihre Texte sind gut, klug und finden Beachtung, aber als Frau ist es sehr schwer in dem Beruf und ihr Vater findet es gar nicht gut. Die Zeit verändert aber alles und jeden und die ganze Gesellschaft befindet sich im Umbruch.
    Peter Prange kann schreiben, dass wissen wir. Mit Der Traumpalast hat er nicht nur ein Buch über die Deutsche Filmindustrie geschrieben, sondern auch über die Deutsche Geschichte. Aber leider verliert er sich hier immer wieder. Es gibt tolle Charaktere und stimmige und spannende Momente und auch eine große Liebe, aber es ist mir insgesamt zu lang und mit zu vielen unnötigen Ausschmückungen. Einige Kürzungen hätten dem Buch sehr gut getan. Schade.

  18. Cover des Buches Opfer ohne Blut (ISBN: 9783948346355)
    Lasse Blom

    Opfer ohne Blut

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Martinchen

    Im Stockholmer Grand Hotel wird eine Edelprostituierte unter rätselhaften Umständen tot aufgefunden. Unter Verdacht gerät der 130 Kilo schwere Schauspieler Greger Lind, der gerade die Rolle seines erhalten hat und dieses entsprechend feiern will. Aber kann er der Täter sein oder hat jemand falsche Spuren gelegt? Denn es gibt weitere Opfer.


    Bei „Opfer ohne Blut“ handelt es sich um den Auftaktband einer neuen Reihe, die im Maximum-Verlag erscheint. Hinter den Autor Lasse Blom verbirgt sich Gerhard Fischer, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, der einige Jahre in Schweden verbrachte. 

    Das Cover zeigt eine schwedische Häuserzeile. Es ist vorwiegend in Grautönen gehalten, so dass das rote Haus und das Wort „Blut“ im Titel Aufmerksamkeit erregen. 

    Lasse Blom schreibt ohne Einteilung in Kapitel, eine gute Idee, denn so habe ich stets länger gelesen als geplant. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. 

    Im Mittelpunkt seines Ermittlerteams steht Kommissar Caspar Munk, der zusammen mit Leila Andersson, Per Hendrik Grip, dem Kriminaltechniker Jari Huskonen und Hauptkommissar Halldor Selander den Fall bearbeitet. Nicht zu vergessen ist Munks beste Freundin Luna, mit der er manchen Abend verbringt und Tove Olsen, eine norwegische Ärztin, in die sich Munk verliebt. 

    Passend zum Thema erfährt der Leser sehr viel über die Prostitution in Schweden, das in langen Gesprächen beleuchtet wird. Neben den Ermittlungen nimmt Munks Privatleben viel Raum ein. Gespräche, Nachdenken, Reflektieren erzählen viel über diesen sympathischen Kommissar. 

    Insgesamt sind die Charaktere sehr gut und detailliert beschrieben. Auch der Humor fehlt nicht. Neben Freudschen Fehlleistungen sind es vor allem kurze, meist flache Witze, die auch unter die Gürtellinie gehen, dem Leser dennoch ein Lächeln entlocken.

    Fazit: ein sehr unterhaltsamer und spannender Krimi mit sympathischen Ermittlern



  19. Cover des Buches Die dämonische Leinwand (ISBN: 9783596236602)
    Lotte H. Eisner

    Die dämonische Leinwand

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Ein Feuerwerk an Charme - Willy Fritsch (ISBN: 9783743912915)
    Heike Goldbach

    Ein Feuerwerk an Charme - Willy Fritsch

     (7)
    Aktuelle Rezension von: EvelynM
    Cover:
    Dem Foto auf dem Cover nach hätte ich Willy Fritsch nicht erkannt. Dieser Blick – darin liegt etwas Geheimnisvolles und Verruchtes. Die Haarsträhne, die ihm ins Gesicht fällt, mildert diesen Eindruck etwas ab und verleiht ihm diesen Jungencharme, auf den er lange Zeit abonniert war.
    Rezension:
    Die Biografie über Willy Fritsch entführt den Leser nicht nur in das weitgehende unbekannte Leben des Schauspielers, sondern auch von der Stummfilmzeit in die Ära der Ton- und Farbfilme. Dabei kommen verschiedene Facetten von Willy Fritsch, sein musikalisches Talent, seine leider oft einseitige Rollenwahl zutage und auch die geschichtsträchtige und grausame Zeit des 2. Weltkriegs fließt ins Buch mit ein. Aufgelockert wird das recht dicke Werk durch etliche Schwarz-Weiß-Fotografien, die den beliebten und erfolgreichen Schauspieler auch privat zeigen.
    Der Titel „Willy Fritsch – Ein Feuerwerk an Charme“ ist wunderbar und sehr treffend gewählt, denn der Schauspieler wurde oft in der Rolle des Liebhabers besetzt und hat mit seinem sympathischen Lächeln und seinem besonderen Charme nicht nur die Frauenwelt begeistert.
    In meiner Kindheit habe ich die alten Filme mit Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Heinz Erhard etc. sehr geliebt und das war für mich Anlass genug, diese Biografie zu lesen. Aus jedem Kapitel des Buches sprechen das Herzblut und die akribische Recherche der Autorin, die sich intensiv auch mit dem privaten Menschen hinter dem Schauspieler Willy Fritsch beschäftigt hat. Die Ergänzungen (Zitatnachweise, Filmografie und Diskografie) nehmen alleine schon sehr viele Seiten ein und zeugen zudem von der vielen Recherchearbeit, die Heike Goldbach geleistet hat. Zuweilen sind die Filmbeschreibungen und die entsprechende Besetzung etwas langatmig geraten und ich habe manchmal schneller darüber weggelesen. Die Zitate zu den Rezensionen aber auch von Weggefährten des Schauspielers gefallen mir hingegen recht gut. Willy Fritschs Talent als singender, fröhlicher Liebhaber mag unbestritten sein, doch auch andere, ernstere Rollen hätten ihm gut zu Gesichte gestanden. Leider gaben es die 20er Jahre nicht her und später während der Naziherrschaft musste das Volk „aufgeheitert“ werden und die Zensuren gaben dem Schauspieler nicht viel Spielraum. Mir war nie so bewusst und ich habe mich damit auch nie besonders auseinandergesetzt, dass auch sehr viele Filmschaffende – nicht nur Schauspieler – unter dem Regime nicht nur gelitten haben, sondern auch umgekommen sind. Erstaunlich finde ich es, dass viele Filme nicht nur in Deutsch, sondern auch in Französisch mit einer veränderten Besetzung gedreht wurden. Damals war das Filmemachen nicht weniger aufwändig als in der heutigen Zeit. Für mich gab es viel Neues in diesem Buch zu entdecken und es hat mir Spaß gemacht, Willy Fritsch besser kennenzulernen. Spannend finde ich, dass der Mime einen der ersten Tonfilme und Farbfilme gedreht hat. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP hat mich wenig überrascht, doch der Grund dafür leuchtet mir immer noch nicht ein. Dabei kann ich leicht darüber Vermutungen anstellen, denn ich musste ja nicht in dieser schwierige Zeit leben. Das Hauptaugenmerk der Biografie liegt auf Willy Fritschs Filmschaffen und sein Privatleben kommt etwas zu kurz. Der Schreibstil der Autorin ist passend für eine Biografie informativ und verständlich gehalten, so dass ich den Themen gut folgen konnte. Bei der Fülle an Informationen konnte ich das Buch nicht in einem Rutsch durchlesen und musste zwischendurch pausieren. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Biografie gut gefallen hat und ich sie gerne weiterempfehle.
  21. Cover des Buches Kino der Liebenden (ISBN: 9783401027159)
    Janine Teisson

    Kino der Liebenden

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Um Mitternacht (ISBN: 9783518424773)
    Augusto Cruz

    Um Mitternacht

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Nymphenbad

    Augusto Cruz García-Mora hat mit diesem Roman Ehrgeiz und Mut gezeigt, der eine Mischung aus Detektivroman und kinematografischem Delirium mit einem Hauch Abenteuergeschichte darstellt, gespickt mit einer traumartigen Fantasie. Vielleicht finden Stummfilmliebhaber auf diesen seltsamen Seiten eine gewisse emotionale Komplizenschaft und wissen den Roman sogar noch mehr zu schätzen.

    Das Objekt der Begierde

    Der Film “London after Midnight” (Nach Mitternacht) ist der erste amerikanische Film, der sich mit Vampiren beschäftigt. Nosferatu wurde 1922 veröffentlicht, ein weiterer seltsamer Film namens “Dracula Halla” 1921, außerdem soll es noch einen geheimnisvolleren russischen Vampirfilm geben, über den absolut nichts bekannt ist. Das also sind die ersten Vertreter ihrer Art, aber in diesem Buch von Augusto Cruz geht es vor allem um die Suche nach dem als verschollen geltenden “London after Midnight” (Um Mitternacht). Dass sich um diesen Film so viele Legenden ranken ist natürlich ein gefundenes Fressen für einen Schriftsteller. Schon die Entstehungsgeschichte ist merkwürdig. Lon Chaney war zu dieser Zeit der Horror-Darsteller Nr. 1. Sehr berühmt und zurückhaltend, galt dieser Darsteller als äußerst mysteriös, ging nie aus, bevorzugte die erbärmlichen, verkrüppelten und seelisch deformierten Charaktere, und als er starb, hielten alle Kinos des Landes für einen Moment inne und gedachten seiner. Um seine Augen tränen oder verschleiert wirken zu lassen, steckte er sich Drähte in die Augen oder träufelte sich Eiweiß hinein.

    Das Buch

    1927 wurde der Film “London after Midnight” im MGM-Filmstudio veröffentlicht. Ein Stummfilm unter der Regie von Tod Browning mit dem legendären Lon Chaney. Der Film war nicht nur finanziell, sondern auch künstlerisch ein großer Erfolg, vor allem wegen Lon Chaney’s beeindruckendem Schauspiel. Die letzte Kopie des Films ging bei einem Großbrand 1967 verloren. Seit dem Brand kursieren Gerüchte, dass sich noch immer eine Kopie des Films in den Händen eines unbekannten Sammlers befindet, was “London after Midnight” auf die Liste der begehrtesten Filme aller Zeiten setzt.

    Der exzentrische Artefaktsammler der Stummfilmära Forrest J. Ackerman ruft den pensionierten FBI-Agenten Scott McKenzie um Hilfe. Er befiehlt ihm, die einzige verbliebene Kopie des Films “London after Midnight” zu finden. McKenzie, einst Vertrauter des FBI-Direktors J. Edgar Hoover, nimmt den Auftrag an und beginnt damit eine manchmal äußerst gefährliche Suche nach dem Heiligen Gral des Stummfilms. McKenzie hat nicht viel Zeit, denn Ackerman befindet sich im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit und beginnt, Dinge zu vergessen.

    Halb verbürgte Realität, halb fiktionale Ambition, basiert “London after Midnight” auf einer wahren Geschichte, denn der Film existierte und bleibt bis heute verschwunden. Die aufgeführten Personen in diesem Roman sind genauso real, die gesamte akribische Dokumentation dieser Jahre ist es, die gleich zu Beginn ein ausgeprägtes Stimmungsbild liefert. Cruz hat, ausgehend von einigen sehr mysteriösen Fakten, eine sehr konsistente Handlung um diesen Film herum konstruiert. Zu Beginn mag der Stil etwas eigenwillig erscheinen, weil er diese gewisse mexikanische Note besitzt, die den Rhythmus und die Kraft der Erzählung wie ein Destillat erscheinen lässt, wie ein Traum, der die Magie und das Geheimnis nur durch Andeutungen unterstützt.

    In zwei temporalen Bögen entspinnt sich die Geschichte – einer beschäftigt sich mit der Suche nach dem Film, ein zweiter zeigt die Vergangenheit, als McKenzie Hoovers Assistent war – und der Roman arbeitet dabei wie ein Schweizer Uhrwerk, der die Handlung abwechselnd ineinanderschlingt. McKenzies Erinnerungen an den Direktor werden hier klassisch vorgetragen, während seine Suche mit seltsamen Geschehnissen gespickt ist. Da gibt es Schlösser, Monster, Geisterstädte, Schatten, Legenden, Erinnerungen, Träume in einem abenteuerlichen Setting, das nicht nur Freunde des frühen Films begeistern kann. In einem Kontrapunkt kreist die Erzählung um das Erinnern und das Vergessen. Hiervon zeugen einerseits McKenzies Erinnerungen an Hoover, aber auch an seine Frau und seine Tochter, die eines Tages unauffindbar verschwunden waren und blieben.

    Augusto Cruz hat einen herausragenden ersten Roman geschrieben, der zwar etwas an Austers wunderbares “Buch der Illusionen” erinnert, aber dennoch ganz eigene Wege geht.

    Augusto Cruz García-Mora ist ein mexikanischer Autor, der 1953 in Tampico geboren wurde. Er studierte Kinematographie in Mexiko und an der University of California. Für seine filmischen Arbeiten erhielt er unter anderem Preise vom Instituto Tamaulipeco para la Cultura y las Artes und vom Centro de las Artes von Oaxaca. Cruz steckte viele Jahre Forschungsarbeit in den Roman, und Cruz kann als großer Kenner auf dem Gebiet des Films gelten. Er hat einen erstaunlich visuellen und farbenfrohen Schreibstil, der den Leser in die Welt des Stummfilms einführt. Jeder Schauspieler, von dem er spricht, hat wirklich gelebt, alle Geschichten, die um Filme herum kursieren, sind wahr, und das macht das Buch äußerst interessant. Der Autor hat sich in einem Fernstudium zum Privatdetektiv ausbilden lassen, bevor er sein Debüt zu Papier brachte. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass er alles, was er dabei gelernt hat, in diesem Roman ausbreitet.

    Zum Schluss sei noch gesagt, dass sich in verschiedenen Besprechungen darüber beschwert wird, dass der Autor wohl noch nie etwas von einem Absatz oder von Satzzeichen gehört hat. Wer also ebenfalls zu jenen gehört, die ein Schriftbild für ABC-Schützen dringend benötigen, um einen Text lesen zu können, denen sei noch etwas Übung verordnet, bevor sie hier zugreifen.

    Rezension erschien erstmals im Phantastikon.

  23. Cover des Buches Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über Hollywood (ISBN: 9783806227178)
    Alexander Emmerich

    Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über Hollywood

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Hollywood ist Glamour. Hollywood ist Show. Hollywood sind die Leute, die hinter den Filmen stehen. Das Buch "Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über Hollywood" versucht dem Mythos Hollywood nachzuspüren.

    20 Irrtümer - 20 Kapitel: Von der Gründung Hollywoods und deren Stars, die Entwicklung des Tonfilms bis hin zu einzelnen spezielleren Themen, wie James Bond oder Star Wars gibt das Buch einen Einblick in die Bandbreite Hollywoods. War Marilyn Monroe die dumme Blondine, die sie vorgab zu sein? Starben bei James Deans Unfall noch andere Menschen? Trat Hitchcock in allen seinen Filmen auf? Das sind nur einige Fragen, denen Autor Alexander Emmerich nachgeht.

    Emmerich hat ein gutes Buch geschrieben, dass mit einigen Mythen aufräumt, anderen hingegen eher streift. Gut geschrieben, liest sich das Buch recht schnell und lädt zudem zum stöbern ein, so dass man nicht stringent von vorn nach hinten lesen muss, sondern mal hier, mal da herumlesen kann.

    Fazit: Ein gutes Buch nicht nur für Filmfans.
  24. Cover des Buches Ich war Charlie Chaplins Frau (ISBN: B002KJ7BZG)
    Lita Grey Chaplin

    Ich war Charlie Chaplins Frau

     (2)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne
    Erneut ein Buch auf das ich ohne Lovelybooks nicht aufmerksam geworden wäre, noch hätte ich es gelesen. Meine Vorrezensentin hat mich da nachhaltig beeindruckt und nun hat es eine ganze Weile gedauert bis ich die intimen Geständnisse der Lita Grey in den Händen hielt. Und was sag ich dazu? Es ist eine Biographie, gewissermaßen eine Paar/Ehe-Biographie verfasst von einer Frau, die natürlich keine Schriftstellerin ist. Das merkt man, nicht etwa an stümperhaftem Schreibstil, dennoch merkt man beim Lesen, dass das gewisse Etwas fehlt. Es liest sich so dahin, manchmal muss man sich etwas quälen, und der Erkenntnisgewinn ist auch nur bedingt groß. Sicher wird klar, dass Chaplin nicht nur der lustige, schelmische Vagabund aus seinen Filmen war, sondern auch ein Privatmensch mit jeder Menge Macken, Schwächen und Hochmut, dennoch frage ich mich, ob es gut ist, dass so öffentlich zu machen. Heutzutage würden wohl sofort die Juristen auf der Matte stehen und die Ausgabe wieder einstampfen lassen, denn so intim die Beichten auch sind, so unsicher bin ich mir über den wahrhaftigen Wahrheitsgehalt. Lita Grey gibt mit dem Abstand von mehr als 30 Jahren Dialoge, Gespräche, Zitate aus ihrer Beziehung und ihrer Ehe wieder – ich erinnere mich an solche Dinge schon nach wenigen Jahren nicht mehr im Detail. Was ist also Dichtung? Was ist Wahrheit? Diese Frage bleibt und stellt die Biographie für mich in ein fragwürdiges Licht.

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