Bücher mit dem Tag "sherlock"

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68 Bücher

  1. Cover des Buches Das Geheimnis des weißen Bandes (ISBN: 9783458359159)
    Anthony Horowitz

    Das Geheimnis des weißen Bandes

     (360)
    Aktuelle Rezension von: Seehase1977

    Am Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes‘ Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, in dem er den einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande erkennt, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist der Mann ihm über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird und den berühmten Detektiv ins Gefängnis, verdächtigt des Mordes. Zunächst gibt es nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk eines ermordeten Straßenjungen …“ Quelle Klappentext

    Meine Meinung:

    Anthony Horowitz hat abgeliefert und sich als würdig erwiesen. „Das Geheimnis des Weißen Bandes“ ist spannend und vielschichtig und von feinem Humor durchzogen. Der detaillierte Erzählstil kommt behäbig und altmodisch daher ganz so, wie man es eben auch von Sir Arthur Conan Doyle gewohnt ist.

    Selbstredend steht der interessante, undurchsichtige Kriminalfall im Fokus, der an allerlei düsteren und stimmungsvollen Schauplätzen spielt – Nebel, dunkle Gassen, die berühmte Bakerstreet - und mich in zahlreichen Wendungen auf falsche Fährten lockt. Mysteriös ist es, spannend und am Ende intelligent gelöst. Horowitz schlägt aber auch gesellschaftskritische Töne an und behandelt ein berührendes wie erschütterndes Thema, dass nachdenklich stimmt und nachwirkt.

    Ein guter Plot lebt natürlich auch immer von seinen Figuren. Hier haben wir es mit einem weltbekannten und einzigartigen Ermittlerduo zu tun und ich finde, Anthony Horowitz hat die beiden Hauptprotagonisten wunderbar skizziert. Dr. John Watson, pragmatisch und gebildet auf der einen Seite, im gegenüber Sherlock Holmes in all seiner Exzentrik und Genialität. So unterschiedlich die beiden auch sind, so sind sie doch ebenbürtige Partner und ergänzen sich in der Auflösung des Falls nahezu perfekt. Auch alte Bekannte aus den Romanen von Doyle erhalten ihren Auftritt, wie z.B. Mycroft Holmes, Inspektor Lestrade oder auch Mrs. Hudson, Holmes reizende Vermieterin.

    Mein Fazit:

    Wunderbar geschrieben, herrlich altmodisch und viktorianisch, dazu eine wunderbare und atmosphärische Detektivgeschichte, hin und wieder behäbig aber mit Spannung und Intelligenz umgesetzt. Ein gelungenes Remake!

  2. Cover des Buches My Dear Sherlock - Wie alles begann (ISBN: 9783570171523)
    Heather Petty

    My Dear Sherlock - Wie alles begann

     (94)
    Aktuelle Rezension von: sophiabooks

    Klappentext: London 2015: Als das 17-jährige Genie Sherlock auf die 16-jährige Jamie Moriarty trifft , ist er fasziniert von ihrem Scharfsinn und ihrem Witz. Zwei Seelenverwandte haben sich gefunden – und als kurz nach ihrer ersten Begegnung im Regentspark ein schauerlicher Mord geschieht, dessen Opfer in der Jugend mit Moriartys verstorbener Mutter befreundet war, begibt sich das Mädchen auf die Suche nach dem Täter. Sherlock immer an ihrer Seite werden sie beide tief hineingezogen in die Vergangenheit von Moriartys Familie und decken ein schreckliches Geheimnis auf. Sollte Jamies gewalttätiger Vater ein Mörder sein – und hat er sein nächstes Opfer womöglich schon im Visier?

    Meinung: Prinzipiell bin ich immer relativ kritisch, was Sherlock-Adaptionen angeht. Es gibt schon so viele davon und leider auch viele enttäuschende. Deshalb bin ich selbst überrascht, dass „My Dear Sherlock“ mir gefallen hat. Die Charaktere sind sehr authentisch und man kann sie sehr schnell ins Herz schließen, wenn man versucht, die beiden nicht mit anderen Holmes-Geschichten zu vergleichen. So ist Mori natürlich nicht der Moriarty, den Andrew Scott bei „Sherlock“ gespielt hat, oder Doyles Figur. Auch Sherlock sollte man sich nicht als Cumberbatchs Figur vorstellen, beziehungsweise mit den Originalgeschichten vergleichen. Wenn man diese Vorurteile ablegt, wird man sehr schnell mit den Charakteren warm.

    Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da dieser sehr flüssig war und mir vor allem gefallen hat, wie detailliert alles beschrieben ist. Etwas enttäuschend war, dass man lediglich rätseln konnte, was Beweggründe für bestimmtes Handeln waren, da relativ schnell klar war, wer der Mörder ist... Auch manches Denken von Mori fand ich relativ unnachvollziehbar und ich denke, wer dieses Buch gelesen hat, weiß was ich damit meine…

    Fazit: Man darf auf keinen Fall den Sherlock Holmes aus den Originalbüchern oder der (grandiosen) BBC-Serie erwarten, kann sich aber trotzdem auf einige schöne Lesestunden mit „My Dear Sherlock“ freuen. Deshalb vergebe ich 3,5 Sterne für dieses Buch.

  3. Cover des Buches Sherlock Holmes - Sämtliche Werke in drei Bänden (ISBN: 9783730601556)
    Arthur Conan Doyle

    Sherlock Holmes - Sämtliche Werke in drei Bänden

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Timothy-Louis
    Einer der weltbekanntesten, wenn nicht sogar der bekannteste Dedektiv, den die Literaturgeschichte kennt, ist zweifelsohne Sherlock Holmes. Wenn Holmes zusammen mit seinem Freund und gleichzeitig seinem "Partner in Crime" ermittelt und dabei allerhand Mordfälle aufklärt, ist Spannung angesagt. Diese Edition umfasst alle Werke über Sherlock Holmes und Dr. Watson, zusammen gefasst in einem schicken Schuber.

    Worum geht es bei Sherlock Holmes?

    Sherlock Holmes ist das beste Beispiel dafür, dass Chaos und Genialität sehr nahe beinander liegen können. So ist Holmes sehr clever und klug, dennoch aber leicht chaotisch. So ist von einer schrecklichen Krankheit befallen. Holmes erquickt immer dann nur dann, wenn ein spannender Fall seinen Intellekt anstrengt und er gefordert wird. Und die 3 Bücher, die in diesem Schuber enthalten sind, verdeutlichen dies auf unzählige Art und Weise.

    Arthur Conan Doyle ist der Verfasser und Erfinder der Figuren Sherlock Holmes und John Watson. Doyle, seines Zeichens britischer Arzt, hat Holmes und Watson erstmalig mit "Eine Studie in Scharlachrot(A Study in Scarlet) das Licht der Welt erblicken lassen. Das zweite veröffentlichte Werk aus Doyles Feder, ein Skandal in Böhmen (A Scandal in Bohemia), konnten leider noch nicht die Aufmerksamkeit bringen, die sich Doyle gewünscht hatte. Als jedoch ein amerikanischer Verleger auf Doyles Werke aufmerksam wurde, begann der große Siegeszug von Sherlock Holmes, seinem Freund John Watson und zahlreichen spannenden Fällen.

    Sherlock Holmes lebt zusammen mit seinem Freund Watson in London, genauer gesagt in der Baker Street 212b. Auch wenn es diese Adresse im realen London so nicht gibt wie in den Büchern dargestellt, ist das Haus trotzdem ein beliebter Ort für Fans auf der ganzen Welt.

    Dieser Schuber umfasst sämtliche Werke von Arthur Conan Doyle für Sherlock Holmes. Das bedeutet, hier finden sich, aufgeteilt auf 3 Bücher, die 4 veröffentlichten Romane und die 56 Kurzgeschichten. Egal ob es ein britische Diplomatendepesche ist, die verschwunden ist und dringend widergefunden werden muss, ob es ein junger Ingeneur ist, der zufällig kriminelle Machenschaften aufdeckt und er dabei seinen Daumen verliert oder ob es eine Geliebte ist, deren Freund urplötzlich verschwindet und nicht wieder auftaucht. Die Abwechselung der verschiedenen Fälle, der Wortwitz, die Spannung, die Romane und Geschichten in diesem Schuber unterhalten sehr gut und sind spannend bis zur letzten Minute.

    Dieses Set ist perfekt für alle Sherlock Holmes Liebhaber und die, die es werden wollen. Zu einem vergleichsweise günstigen Kurs, gibt es hier das Holmes Komplettpaket in einem wertigen Schuber und qualitativer Bindung, mitsamt den Zeichnungen der Ursprungsfassung und vorhandenem Hardcover.
  4. Cover des Buches Teufelsgrinsen (ISBN: 9783462047592)
    Annelie Wendeberg

    Teufelsgrinsen

     (195)
    Aktuelle Rezension von: june_london

    Inhalt: London, Ende 19. Jhd.: Nachts arbeitet Anna in Londons Elendsvierteln als Krankenschwester und versorgt Kinder, Bettler und Kriminelle. Doch am Tag verkleidet sie sich als Mann und arbeitet als Anton Kronberg, ein angesehener Epidemiologe. Bisher hat niemand ihr Geheimnis aufgedeckt, doch dann begegnet sie dem berühmten Detektiv Sherlock Holmes, der sie mit einem Blick durchschaut. Gemeinsam untersuchen sie einen Fall von absichtlich mit Cholera infizierten Menschen. 

    Eindruck: Die Idee, dass Sherlock Holmes bei seinen Fällen nicht nur von Watson unterstützt wurde, sondern auch eine Frau beteiligt war, hat mich sofort interessiert. 

    Die Charaktere: Anna Kronberg ist eine sehr intelligente und stolze Frau. Sie wollte unbedingt Ärztin werden, doch Frauen war es damals nicht erlaubt Medizin zu studieren. Kurzerhand hat sie sich ein Doppelleben aufgebaut. Sie ist einerseits sehr emotional, hat aber aufgrund ihrer Rolle ein bisschen verlernt, sich wie eine Frau zu verhalten und deshalb auch viele männliche Eigenschaften. Ihre Vergangenheit ist wirklich brutal, weswegen sie ein gestörtes Verhältnis zu Männern hat. Zu Sherlock Holmes muss ich wohl nicht viel sagen. Er ist genial, wirkt meist emotionslos und ist sehr unbeholfen, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

    Ich konnte sofort in die Geschichte eintauchen. Es war sehr interessant wie Anna den medizinischen Wissensstand dieser Zeit erklärt. Obwohl ich mich auf dem Gebiet nicht auskenne, konnte ich den Erklärungen gut folgen. Man merkt, dass die Autorin selbst eine Wissenschaftlerin ist. Aber insgeheim habe ich auf den Moment gewartet, in dem endlich Sherlock Holmes auftaucht. Das geschah dann auch recht schnell und die Dialoge zwischen ihm und Anna, zwei intelligenten, irgenwie aus der Zeit gefallenen Charakteren, haben mich sehr gut unterhalten. Der Fall bzw. die Verschwörung, die aufgeklärt werden muss, ist auch spannend. Mir hat besonders der wissenschaftliche Schwerpunkt der Geschichte begeisert, da es mal eine nette Abwechslung war. Außerdem werden die Lebensumstände der Menschen im 19. Jhd. schonungslos und realistisch beschrieben. Es war damals wirklich hart in London zu (über)leben. Ich konnte mich sehr gut in die Geschichte und den Schauplatz hinein denken. 

    Eine klare Empfehlung! Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

  5. Cover des Buches Arthur Conan Doyle,Sherlock Holmes, Gesammelte Werke (ISBN: 9783866478503)
    Arthur Conan Doyle

    Arthur Conan Doyle,Sherlock Holmes, Gesammelte Werke

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Primrose
    Sherlock Holmes, der weltberühmte Detektiv. Wer kennt ihn nicht? In diesem dicken Wälzer sind 39 Holmesgeschichten aus Arthur Conan Doyles Feder enthalten. Ich bin mittlerweile ein richtiger Sherlock-Holmes-Fan. Es ist so unglaublich faszinierend, wie er selbst die kniffligsten Fälle mithilfe seines Mitarbeiters Dr.Watson löst. Sein Scharfsinn…seine Logik…genial :-). Mitten in einer Geschichte bin ich mir sicher, dass es doch einfach unmöglich ist, diesen Fall logisch aufzuschlüsseln, aber dann wird alles aufgelöst und ich denke: Achsooooo ist das, wäre ich bloß auch drauf gekommen… Lange war ich auf der Suche nach einem Sammelband mit vielen Holmesgeschichten. Diese Ausgabe vom Anaconda-Verlag ist die beste Version, die ich dabei entdeckt habe. Das Buch ist von der Optik her schon richtig edel. Der Einband aus Leinen hält die gut 1000 Seiten schön stabil. Die Seiten sind dünner als herkömmliche Buchseiten, aber nun gut. Es müssen ja auch 39 Geschichten untergebracht werden. Ich finde es gut, dass in diesem Sammelband sowohl Kurzgeschichten als auch Romane über den berüchtigten Detektiv zu finden sind. So kann man sich einfach dieses Buch besorgen und erhält gleich einen guten Überblick über das Schaffen von Holmes. Doch einen Kritikpunkt habe ich: Die Geschichte „Eine Studie in Scharlachrot“ ist in diesem Werk leider nicht vorhanden. Das hat mich sehr geärgert, denn in dieser Geschichte treffen Dr.Watson und Sherlock Holmes zum allerersten Mal aufeinander…wäre es da nicht eigentlich besonders sinnvoll, diese Geschichte mit in das Werk zu tun? So habe ich also noch vor dem Erscheinungstermin den Anacondaverlag kontaktiert, welche mir gesagt hätten, dass die Geschichte sehr wohl in dem Werk enthalten wäre. Nun. Ist sie nicht. Weder unter dem Namen „Eine Studie in Scharlachrot“ noch unter irgendeinem anderen Namen. Schade, schade. Gerade diese eine fehlende Geschichte macht für mich das Buch unvollständig. Trotz des kleinen Mankos kommt man als Holmesliebhaber einfach nicht um dieses Buch herum. Insgesamt ein sehr schönes Sammelwerk, das ich gerne weiterempfehle.
  6. Cover des Buches Alicia verschwindet (ISBN: 9783458363422)
    Matthias Sachau

    Alicia verschwindet

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Papierfliegerin__
    Nachdem mir Matthias Sachau's Kinder/Jugendbuch "Das Geheimnis von Tylandor" so wahnsinnig gut gefallen hat, waren meine Erwartungen an dieses Buch hier natürlich dementsprechend hoch. Leider konnte mich aber weder die Abhandlung der Thematik noch die Figuren richtig begeistern. Alles weitere könnt ihr hier nachlesen. Viel Spaß.
  7. Cover des Buches Sherlock 1 (ISBN: 9783551728845)
    Jay.

    Sherlock 1

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Louise_Sountoulidis

    Als bekennender Fan seit Kindheitstagen habe ich mir vor Jahren die ersten beiden Manga-Bände von Sherlock Holmes und Dr. Watson zugelegt. Wie mag mir mein erster Ausflug in die Welt der Mangas wohl gefallen haben und hat mich die Handlung um das einzigartige Zweiergespann überzeugen können?

    Intro:

    Ach Gott, ich war noch ein Kind, etwa 10 Jahre alt, als mir mein Papa ein Geschenk von einer Dienstreise mitbrachte. Es war ein großes gebundenes Buch mit Detektivgeschichten. So lernte ich den grandiosen Sherlock Holmes und seinen Freund, den Arzt Dr. Watson, kennen und lieben. Dieses Buch besitze ich noch heute und halte es sehr in Ehren. Mittlerweile sind ein paar Jährchen ins Land gegangen, doch die Liebe zu diesem Duo ist nie mehr verblasst und ich habe inzwischen alle Fälle gelesen.

    Vor ein paar Jahren, ich glaube es war 2017, erschien dann Band 1 der Manga-Reihe „Sherlock“. Nun gut, dachte ich damals, dann wage ich mal an ein solches Buch heran. Ich hatte noch nie ein Manga gelesen, doch für einen klugen Sherlock-Fall würde ich es wagen. Letztendlich lag es dann aber länger als geplant auf meinem SuB herum. Doch als ich mich im Juni mit dem fiesen Corona-Virus im Bett herumärgern musste und klar war, dass ich kräftebedingt weder einen dicken Wälzer halten noch tiefschürfende, sehr komplexe Handlungen aufnehmen könnte, schnappte ich mir dieses Büchlein. Es hat sicher furchtbar erleichtert aufgeatmet, weil ich seine ewige Meckerei darüber, dass ich ständig an ihm vorbei laufe, ohne ihn von der Warteschlange zu befreien, endlich erhört hatte.

    Auch wenn ich grob wusste, dass man Mangas rückwärts liest, sprich, die eigentlich letzte Seite die erste ist, so hatte ich dennoch anfangs echte Probleme damit. Nicht der Seite als solches, sondern mit der fraglichen Bilderreihenfolge. Von wo aus liest man das denn, von rechts nach links oder umgekehrt? Welches der Zeichnungen auf der jeweiligen Seite war denn nun das erste Bild? Ich habe dann halt einfach die Texte in den Sprechblasen gelesen. Manches ergab sofort Sinn, manches aber nicht. Ok, damit wusste ich dann wenigstens, dass diese Richtung schon mal nicht richtig war. Puh, als ja, man sieht, es hat etwas gedauert. Aber irgendwann hatte ich den Dreh raus und ich konnte „Sherlock“ folgen.

    Zur Handlung:

    Dr. Watson, ehemaliger Militärarzt im Nahen Osten, kehrt kriegsversehrt aus dem Afghanistankrieg zurück. Er ist einsam, schwer traumatisiert und ihm fällt es sehr schwer, wieder in einen normalen Alltag zurückzufinden. Ein alter Freund aus Kindheitstagen hält es deshalb für eine gute Idee, wenn er fortan nicht mehr allein wohnt. Er stellt ihm kurzerhand einen Herrn namens Sherlock vor, welcher einen Mitbewohner sucht. Kurzum, die Beiden beziehen ein Appartement in der Baker Street 221 B, auch wenn dieser Sherlock etwas sonderbar scheint. Er überrumpelt Dr. Watson, indem er mit nur einem Blick Dinge an ihm sieht und Tatsachen richtig kombiniert, obwohl sie sich gar nicht kennen.

    Sherlock ist Privatermittler und inoffizieller Polizeiberater. Aktuell ermittelt er in einem Fall von fragwürdigen Selbstmorden und Dr. Watson wird als neuer Mitbewohner und erfahrener Arzt unausweichlich mit hineingezogen.

    Im Gegensatz zu den alten, originalen Sherlock-Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle, welche Ende des 18. Jahrhunderts spielten, in denen man noch mit Kutschen fuhr und Telegramme aufgab, spielt die Manga-Reihe im modernen London samt Smartphone und neuester forensischer Mittel.

    Hinweis:

    Der Band ist sicher grundsätzlich unabhängig von den anderen Bänden lesbar, da das Buch aus Sicht des zu lösenden Kriminalfalls in sich abgeschlossen ist. Ich würde jedem Leser*in jedoch raten, die Reihenfolge einzuhalten, da die Bücher von Seiten des Detektiv-Duos aufeinander aufbauen werden.

    Die Figuren:

    Charakterlich wurden die Figuren trotz der Kürze der Geschichte recht lebendig gezeichnet. Ich mochte die Beiden irgendwie und konnte ein paar alte Verhaltensmuster wiedererkennen, auch wenn sie hier im ersten Band der Reihe noch nicht so viel mit den Altehrwürdigen zu tun haben. Natürlich sehen sie auch äußerlich in der modernen Form anders aus, denn der modische Zeitgeist hat sich ja deutlich geändert. Wo früher Frack, Zylinder und Gehstock Mode waren, sind es heute Jeans, Hemd und Parker.

    „Sherlock Holmes hat eine besondere Auffassungsgabe. Er sieht Dinge, die andere niemals wahrnehmen würden, weil sie sich zu sehr von Oberflächlichkeiten, augenscheinlich Dominantem oder aufgesetztem Getue ablenken lassen. Zusätzlich vermag er die ihm sichtbaren Details raffiniert zu kombinieren. So setzt er Stück für Stück die einzelnen Puzzle-Teile zusammen. Aber dieses Talent hat auch seinen Preis. Zum einen fehlt es Sherlock deutlich an Empathie. Wer ihn nicht kennt, mag ihn als gefühllos bezeichnen. Dabei würde er selbst das so nicht sagen, für ihn sind Gefühle halt einfach nur belanglos. Sie lenken unnötig ab und sind nicht zielführend. Für ihn zählen nur die Fakten. Zum anderen schwankt er häufig zwischen hektischen, übereifrigen, ja, fast manischen Ermittlungsphasen und depressiven Schüben, in denen er das Haus nicht verlässt, hin und her.“- So kenne ich den mir sehr vertrauten Sherlock aus dem 18. Jahrhundert. Dieser Holmes hier ist ihm in einigen Facetten ähnlich. Er ist intelligent und zielstrebig, selbstbewusst und bestimmend. Aber er ist nicht das bekannte wankelmütige Wesen. Und zwei Dinge vermisse ich wirklich sehr: Die ewig glimmende Pfeife und sein Violinenspiel, wenn der Detektiv nachdenken muss!

    „Dr. Watson ist ein ruhiger Zeitgenosse und der wohl beste Mitbewohner für Holmes, denn er hat eine immense Geduld mit dem ewig grüblerischen Detektiv und akzeptiert dessen Eigentümlichkeiten stillschweigend. Er bewundert Holmes für seine Intelligenz und ist ihm stets ein treuer, aufmerksamer und hilfsbereiter Wegbegleiter und Freund.“- Genauso ist mir Dr. Watson im Gedächtnis geblieben. Der hier beschriebene Freund von Holmes wirkt noch nicht ganz so bekannt auf mich. Seine Stimmung ist viel düsterer als ich sie kenne. Er möchte lieber seine Ruhe als sich mit diesem komischen, selbstbewussten und dominanten Typen auseinanderzusetzen. Doch man spürt sein wachsendes Interesse für die detektivische Arbeit von Holmes und dessen analytisches Talent.

    Der Schreibstil:

    Zum Schreibstil als solches kann ich in diesem Fall wenig sagen, da es aufgrund des „Manga-Aufbaus“ für eine detailliertere Analyse einfach zu wenig Text gibt. Die Geschichte wird ja primär durch Bilder zum Leben erweckt und sekundär mit Worten untermalt.

    Die Zeichnungen haben mir zumeist gut gefallen, wenn auch auf manchen teilweise zu viel los war. Das ließ den Lese-Fluss etwas stocken, da ich abbremsen und das jeweilige Bild genauer betrachten musste, um es mit dem dazugehörigen Text in Einklang zu bringen.

    Die Handlung ist inhaltlich schlüssig, sodass keine Fragen offen bleiben.

    Insgesamt ist die Story schön rasant und actionreich und konnte mich auch spannungstechnisch gut abholen. Atmosphärisch hätte es für mich aber ruhig etwas düsterer sein dürfen, denn auch im modernen London ist es bei Nacht und Nebel durchaus unheimlich in so mancher Gasse.

    Fazit:

    Mein erster Manga-Ausflug mit „Sherlock-Ein Fall von Pink“ hat mir nach den anfänglichen Startschwierigkeiten insgesamt recht gut gefallen. Aber an mein geliebtes, nebliges London mit dem Kopfstein-Pflaster, über das die Pferdekutsche jagt, und meine beiden Freunde, die Tee trinkend und Pfeife rauchend in ihrem Salon sitzen und rätselhafte Besuche empfangen, kommen sie leider nicht heran.

    Wenn man die Urgesteine aus dem 18. Jahrhundert jedoch nicht kennt oder sich ein paar liebgewonnene Feinheiten wegzudenken vermag, kann man mit dem modernen Ermittler-Duo viel Spaß haben.

    Meine Bewertung: 3,5 von 5 

  8. Cover des Buches Von Mr. Holmes zu Sherlock (ISBN: 9783442713363)
    Mattias Boström

    Von Mr. Holmes zu Sherlock

     (28)
    Aktuelle Rezension von: lenasupi
    Ich liebe Sherlock Holmes seit ich ein Kind bin. Und dieses Buch gibt Mir Einblick in die Filmwelt und Sherlock's Zeitalter. Wenn ich einen Sherlock Film schaue oder die Serie von BBC, kommen immer mal Fragen auf. Und dieses Buch beantwortet diese größtenteils. Oder wenn man mal Ablenkung möchte  kann man immer interessante Infos daraus entnehmen. Also alles in allem ein Muss für Sherlock Holmes Fans! 
  9. Cover des Buches Holmes und ich – Die Morde von Sherringford (ISBN: 9783423717717)
    Brittany Cavallaro

    Holmes und ich – Die Morde von Sherringford

     (239)
    Aktuelle Rezension von: LauraMaria

    Inhalt:

    James Watson, ein Nachfahre von John Watson, muss gegen seinen Willen an ein Internat an der Ostküste. Und nicht an irgendeines - ausgerechnet an das, in dem auch Charlotte Holmes unterrichtet wird. Oder vielmehr sich selbst unterrichtet - sie steht ihrem legendären Vorfahren Sherlock in Sachen Intelligenz in nichts nach. James möchte sich nach Möglichkeit von Charlotte fernhalten, doch dieser Plan löst sich bald in Luft an, als er sie auf einer Feier kennenlernt, sie auf eine geheimnisvolle Art anziehend findet und dann auf einmal mit ihr gemeinsam zum Hauptverdächtigen für den Mord an Dobson wird. Und Charlotte hatte ein Motiv... 

    Meinung: 

    Es war sehr erfrischend, die traditionellen Watson und Holmes Charaktere einmal neu interpretiert zu lesen - als Teenager, in der heutigen Zeit und mit einer weiblichen Holmes. Doch nicht nur die Charaktere, auch die Story ist neu belebt und mit aktuellen Themen gespickt worden. Der Fall an sich ist sehr spannend und ich habe bis zum Schluss der Auflösung entgegen gefiebert! 

    Fazit:

    Eine Lese Empfehlung nicht nur, aber besonders, für Holmes Fans. 


  10. Cover des Buches Shylock is My Name (ISBN: 9780701188993)
    Howard Jacobson

    Shylock is My Name

     (21)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Kunstsammler Simon Strulovitch ist am Verzweifeln. Nicht nur dass seine Frau schwerkrank ist, macht ihm seine Tochter Beatrice auch nur Probleme. Schon in jungen Jahren hat sie Männern reihenweise den Kopf verdreht und nun droht sie mit einem Fußballer durchzubrennen. Rat sucht er bei Shylock, den er zufällig auf dem Friedhof kennenlernte und zu sich einlädt. Derweil kämpf in einem anderen Stadtteil Londons D’Anton damit, der liebenswürdigen, aber leider ziemlich falschen Pluralbelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) alles recht zu machen und deren etwas dümmlichen Verlobten derart zu manipulieren, dass Plurabelle bei Laune bleibt. Als Beatrice samt Verlobtem im Haus auftauchen, wird D’Antons ohnehin schweres Leben noch eine Nummer komplizierter.

    Howard Jacobson hat Shakespeares Komödie „The Merchant of Venice“ neu interpretiert und in das London der Gegenwart verlegt. Einige der Figuren erkennt man leicht wieder, vor allem die Problematik des Judentums bzw. der Juden in einer christlichen Mehrheitsgesellschaft kommt auch in dieser Variante des Sujets sehr gut zum Vorschein, aber alles in allem hat mich der Roman mehr verwirrt als überzeugt. Herrliche Dialoge können über die schwache Grundgeschichte nicht hinwegtäuschen, ebenso sind die Figuren derart überzeichnet, dass es nur wenig an ihnen zu entdecken gibt an Facetten und Schattierungen, die sich erst im Laufe der Handlung hätten zeigen können. Es bleibt bei einem interessanten Ansatz, der bei mir jedoch nicht angekommen ist.
  11. Cover des Buches Die Welt des Sherlock Holmes (ISBN: 9783650400314)
    Maria Fleischhack

    Die Welt des Sherlock Holmes

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Deerstalker, Pfeife, Lupe, markante Nase und Kinn, karierter Inverness-Mantel - für wen sind all jene Utensilien charakteristisch? Darauf gibt es nur eine Antwort: Sherlock Holmes, den größten Meisterdetektiv aller Zeiten. Überall auf der Welt sind die geniale Spürnase und sein treuer Begleiter Dr. Watson bekannt und das nicht nur durch die Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle sondern auch durch die vielen Adaptionen in Film und Fernsehen. Doch was verbirgt sich hinter dem Namen Sherlock Holmes? Gibt es womöglich sogar ein historisches Vorbild oder ist seine Person komplett frei erfunden? Wie schafft er es, die kompliziertesten Fälle zu lösen und kann er sich auch mal irren? Dieses Buch beantwortet all diese Fragen und noch viele mehr auf interessante und unterhaltsame Art und Weise.

    "Die Welt des Sherlock Holmes" ist ein informatives Nachschlagewerk von Maria Fleischhack über den Meisterdetektiv persönlich und bekommt von mir fünf Sterne. In diesem Buch erfährt man alles, was das Herz von Sherlock Holmes Fans begehrt: So lernt man den Autor Arthur Conan Doyle und sein Spiel mit den Lesern näher kennen, erfährt die historischen Hintergründe der wichtigsten Figuren der Geschichten und bekommt einen Überblick über die Fälle von Sherlock Holmes. Sehr interessant ist auch das letzte Kapitel, das die "Eroberung der Welt" durch Sherlock Holmes behandelt, in dem ausführlich über den Meisterdetektiv in zahlreichen Pastiches, Satiren, Parodien und jenseits der Bücher, also auf der Bühne, im Radio und in Kino & Fernsehen erzählt wird. Maria Fleischhack veranschaulicht ihre Erklärungen stets mit den entsprechenden Textstellen aus den Originalwerken, sodass man diese besser verstehen kann. Besonders gut hat mir die Beschreibung der historischen Hintergründe und der Einflüsse, die Sherlock Holmes und die anderen Figuren zu den Persönlichkeiten machen, die wir heute kennen, gefallen, denn es wirft nochmal ein neues Licht auf den Detektiv. Auch der Überblick über die 60 Fälle von Sherlock Holmes ist sehr gelungen und es hat mir während des Lesens ständig in den Fingern gejuckt, die Originalgeschichten zu lesen. Was ich an diesem Kapitel bemerkenswert fand, ist die sprachliche Gestaltung, denn es handelt sich hierbei eigentlich um eine Aufzählung, was aber durch die Sprachgewandtheit Maria Fleischhacks kaum bzw. gar nicht mehr auffällt. Es ist wirklich bewundernswert, wie sie die Fälle zusammengefasst hat, dabei zwar alle wichtigen Informationen nennt, aber stets auf die Auflösung verzichtet. Abgerundet wird dieses Buch schließlich durch einen tabellarischen Überblick aller Geschichten über Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle, sodass man die genaue Reihenfolge der Erzählungen vor Augen hat. Insgesamt ist "Die Welt des Sherlock Holmes" ein gelungenes Buch über den Meisterdetektiv, wobei ich nochmals betonen muss, dass es sich eher um ein Nachschlagewerk als um eine leichte Lektüre für zwischendurch handelt.

  12. Cover des Buches Sherlock 2 (ISBN: 9783551728852)
    Jay.

    Sherlock 2

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Louise_Sountoulidis

    „Der blinde Banker“ ist der zweite Band der Manga-Reihe um das weltberühmte Detektiv-Duo aus der Feder von Jay Kristoff, Steven Moffat und Mark Gatiss. Bin ich hier besser mit der Lesetechnik zurechtgekommen und konnte mich der neue Fall für Sherlock Holmes und Dr. Watson in seinen Bann ziehen?

    Intro:

    Nachdem ich Band 1 im Juni während meiner krankheitsbedingten Bettruhe gelesen und mich an die Art und Weise, wie man einen Manga liest, gewöhnt hatte, griff ich direkt zum Folgeband „Der blinde Banker“. Vielleicht, so dachte ich, würde die Sache besser flutschen, wenn ich nahtlos bei den Comics bleibe. Eventuell müsste ich mich dann nicht wieder neu daran gewöhnen, dem richtigen Bild für die korrekte und damit inhaltlich sinnvolle Reihenfolge zu folgen. Dieser Entschluss war gut und richtig. Dieses Mal bin ich sofort in der Geschichte angekommen und hatte viel mehr Spaß beim Lesen.

    Doch so ganz glücklich bin ich mit meinem, aus bisher zwei Büchern bestehenden, Ausflug in die moderne Welt von Sherlock Holmes und Dr. Watson nicht geworden. Wenn man sich so im Netz umschaut, sind viele mit den Büchern zufrieden, spiegeln sie wohl die BBC-Serie sehr gut und sorgen so für eine andere Art des Weitergenießens bei Kennern dieser Reihe. Aber ich habe sie nicht gesehen und glaube auch nicht, dass sich daran etwas ändern wird, denn ich bin eine treue Verehrerin, die ihre Liebe nun mal an die altehrwürdigen Herren des 18. Jahrhunderts gehängt hat. So bleibt es dann halt nicht aus, dass ich das Alte zu sehr mit dem Neuen vergleiche und eben auch die Diskrepanzen sehe. Das mindert leider meinen Lesegenuss und letztlich auch die Lust auf eine längerfristige Reise…

    Zur Handlung:

    „Der blinde Banker“ ist Band 2 der auf der BBC-Serie basierenden Manga-Reihe.

    Sebastian Wilkes ist erfolgreicher Investmentbanker. Als eines Nachts Unbekannte in dessen Bank einbrechen, beauftragt er seinen ehemaligen Studienfreund Sherlock mit den Ermittlungen, welcher seinen neuen Mitbewohner Dr. Watson im Schlepptau hat. Die Täter haben ein Gemälde verschandelt und seltsame Zeichen hinterlassen, verschwinden jedoch seltsamerweise ohne etwas gestohlen zu haben.

    Die Recherchen laufen gerader erst an, da stolpern die Beiden über einen toten Börsenmakler, dessen Ableben ganz nach Selbstmord aussieht. Doch warum sollte sich der Mann das Leben genommen haben? Und was hat es mit diesen fragwürdigen Symbolen auf sich, die Sherlock und Watson während der weiteren Ermittlungen immer wieder begegnen? Inwieweit können sie zur Lösung des Falles beitragen und wohin werden sie sie letztendlich führen? Sie müssen sich beeilen, denn die Täter sind skrupellos und es drohen weitere Opfer…

    Hinweis:

    Ebenso wie sein Vorgänger ist auch „Der blinde Banker“ grundsätzlich unabhängig von den anderen Bänden lesbar, da der Manga aus Sicht des zu lösenden Kriminalfalls in sich abgeschlossen ist. Ich würde jedem Leser*in jedoch raten, die Reihenfolge einzuhalten, da die Bücher in Bezug auf das Leben und die Figurenentwicklung des Detektiv-Duos aufeinander aufbauen.

    Die Figuren:

    Die Charaktere wurden trotz der Kürze der Geschichte lebendig gezeichnet und ich gewöhnte mich etwas mehr an das neuartige Äußere der Protagonisten. Hier war es sicher zuträglich, dass ich die beiden ersten Bände der Reihe direkt hintereinander gelesen habe. Meinen Wunsch nach dem ursprünglichen Aussehen mit Frack, Zylinder, Gehstock und Pfeife kann ich dennoch nicht ganz absprechen.

    Sherlock Holmes ist ein brillanter Analyst, der den Fokus stets auf das Wesentliche zu setzen vermag und so Zusammenhänge wahrnimmt, die Anderen verborgen bleiben. Seinem Umfeld mag er sonderbar erscheinen, können sie seiner Auffassungs-und Kombinationsgabe doch oft nicht folgen, weshalb sich die nötigen Verknüpfungen ihnen nicht erschließen. Zusätzlich wirkt er mit seinem Mangel an Sozialkompetenz skurril, forsch und empathielos. Doch wie ich bereits in meiner Rezension zu Band 1 angemerkt habe, ist dies gar nicht sein Bestreben. Für Holmes sind diese zwischenmenschlichen Emotionen und Belange einfach nur unwichtig, irreführend und ablenkend. Diese Charakterzüge finde ich in der Mangaversion recht gut gezeichnet wieder. Jedoch wirkt er hier in seinem Gemüt ausgeglichener als in der Ursprungsdarstellung. Mir fehlen weiterhin die für das einzigartige Genie so typischen wankelmütigen Wesenszüge. Ich vermisse den Holmes, der ständig zwischen übereifrigen, schlaflosen Phasen während eines zu ermittelnden Falles und tief grübelnden, depressiven Episoden schwankt, wenn er gerade keinen zu bearbeitenden Fall hat und seinem Geist das so notwendige Futter fehlt. Dieser extreme Wechsel von ausgesprochen manischen zu schwer lethargischen Phasen machen einen Großteil des Charakters von Holmes aus und sind Sinnbild für den labilen Gemütszustand und seinen gleichzeitig extrem hohen Intellekt.

    Dr. Watson ist ein ruhiger Charakter und der passende Gegenpart zu Holmes. Er hat allerdings noch immer Probleme, nach seinem Dienst als Militärarzt im Nahen Osten in den Alltag zurückzufinden. Selbst die gewöhnlichsten Dinge wie das Einkaufen bringen ihn an seine Grenzen. Außerdem ist er sinnbildlich der Vertreter der allgemeinen Menschheit, denn Watson ist zwar intelligent und hat Medizin studiert, dennoch fehlt ihm die spezielle Auffassungsgabe zur Kombination kleinster Details ebenso wie allen anderen Mitmenschen auch, was Holmes` Fähigkeiten zusätzlich verdeutlicht. Zudem strebt er, ganz im Gegensatz zu seinem eigentümlichen Mitbewohner, nach einem normalen gesellschaftlichen und sozialen Leben. Die Zeichnung von Dr. Watson ist mir etwas zu düster geraten. Er wirkt auf mich missmutiger und frustrierter  als in der Ursprungsversion. Da ist er eigentlich der beständige, aufmunternde Part des Duos und ein haltgebender Anker für Holmes, welcher in seinen finstersten Gemütsphasen so manches Mal in Opiumhöhlen versinkt. Auch vermisse ich Watsons Bewunderung für Holmes` Können  und das große Interesse an dessen faszinierenden Gedankengängen und besonderer Kombinationsgabe.

    Die Nebenfiguren wurden in ihren jeweiligen Positionen schön lebendig gezeichnet und fügen sich gut in die Handlung ein.

    Der Schreibstil:

    Wie schon in der Rezension zu Band 1 beschrieben, kann man aufgrund des „Manga-Aufbaus“ hinsichtlich des Schreibstils wenig sagen, da die Textmenge für eine genauere Analyse zu wenig hergibt. Die gesamte Geschichte lebt primär durch die Bilder und wird durch einzelne Worte oder Sätze ergänzt.

    Die Zeichnungen haben mir hier in Band 2 deutlich besser gefallen. Sie waren irgendwie klarer gezeichnet, sodass ich inhaltlich richtig gut folgen konnte und nicht ins Stocken geriet.

    Die Handlung ist in sich schlüssig, leicht verständlich und man kann dem roten Faden gut folgen, sodass letztendlich keine Fragen offen bleiben.                                                           

    Die Story ist richtig schön fesselnd und die Jagd nach dem Objekt der Begierde action-und wendungsreich.                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Atmosphärisch konnte mich „Der blinde Banker“ mehr erreichen als sein Vorgänger, auch wenn es für mich weiterhin detektivisch düsterer sein dürfte. Ich kann mich hier nur schwer von den dunklen Gassen des alten Londons mit dem nass glänzenden Kopfsteinpflaster und den großen englischen Herrenhäusern trennen, um mich in eine neumodische Welt aus Gebäuden mit Glasfassade hineinzufinden, welche im Vergleich zu hell auf mich wirkt.

    Fazit:

    „Der blinde Banker“ ist ein kurzweiliger, rasanter und spannender Fall für das berühmteste Detektiv-Duo Sherlock Holmes und Dr. Watson. Er ist frisch und modern, lässt aber gleichzeitig einige Eigenheiten der Ursprungscharaktere wiedererkennen.

    Eigenständig betrachtet kann man mit den Mangas um das Detektiv-Duo wirklich viel Freude haben, doch meine Verbindung zu den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle ist zu ausgeprägt. Ich komme nach wie vor nicht umhin, mich nach meinen geliebten Frack- und Zylinder tragenden Herren des düsteren und nebligen Londons aus dem 18. Jahrhundert zu sehnen. An ihren einzigartigen Charakteren, der besonderen freundschaftlichen Verbindung und dem speziellen Setting hängt einfach mein Herz, weshalb ich die Comicadaption aus jetziger Sicht nicht weiterverfolgen werde.

  13. Cover des Buches Benedict Cumberbatch Reads Sherlock Holmes' Rediscovered Railway Mysteries: Four original short stories (BBC) (ISBN: 9781785291579)
    John Taylor

    Benedict Cumberbatch Reads Sherlock Holmes' Rediscovered Railway Mysteries: Four original short stories (BBC)

     (22)
    Aktuelle Rezension von: franzzi
    Die jüngsten Interview-Ankündigungen von Martin Freeman machen wenig Hoffnung: Die vierte Staffel von BBC-Sherlock wird (zumindest vorerst) wohl auch die letzte sein. Auf die Wiedersehensfreude zum Jahresstart folgte die Wehmut. Schließlich gelang der Serie der Coup, die geliebten Sherlock-Holmes-Abenteuer aus Arthur Conan Doyles Feder glaubwürdig und gleichzeitig authentisch in die Jetzt-Zeit zu zaubern - und damit, wieder einmal, einen Hype um einen der ersten Detektive der Literaturgeschichte auszulösen. 


    Glücklicherweise schenkt uns die BBC gegen den Post-Sherlock-Blues ein Hörbuch, das gleich ein doppeltes Glück ist. Denn zum Einen gibt es vier wunderbar kurzweilige Short Stories aus der Feder von John Taylor, die so behutsam und präzise die Originale adaptieren, dass Arthur Conan Doyle wiederauferstanden scheint. Zum anderen liest sie niemand Geringerer vor als Benedict Cumberbatch himself. Wobei lesen ziemlich untertrieben ist: Cumberbatch haucht den Kurzgeschichten mit ihrem Gewusel an Protagonisten und Sprechern Leben ein. Scheinbar mühelos wechselt er Stimmfarbe und Akzente. Cumberbatchs brummender Säuselbass ist schon lange kein Geheimtipp mehr, Filme, in denen er mitspielt, deswegen schon prinzipiell im Originalton eine besondere Freude. 


    In den "Rediscovered Railway Mysteries" ist das nicht anders - und mitunter vergisst man als Hörer, dass der Film nur vor dem inneren Auge abläuft. Okay, anfangs holpert es vielleicht ein bisschen im Hirn, weil die Stimmerkennung verwirrt ist: Denn da erzählt DIE Stimme von Sherlock plötzlich vom Meisterdetektiv in der dritten Person. Denn da Taylor sich an Stil und Erzählton der Originalabenteuer orientiert, erzählt der treue Holmes-Begleiter Dr. Watson die Geschichten. Er ist es, dem Cumberbatch hauptsächlich seine Stimme leiht. Doch der ersten kurzen Verwirrung folgt kurzweilige Unterhaltung. Einmal stellt Holmes seinen Gefährten unter Hausarrest, einmal gilt es das Rätsel um verschwundenes Gold in einem bewachten Zug zu lösen. Dann wiederum verschwindet ein wertvolles Relikt aus einer Kirche. Und auf dem Land wird ein Mann für den Mord an seinem Widersacher festgenommen - obwohl er zur Tatzeit gerade im Zug nach London saß. 


    Die Fälle selbst sind weder besonders akribisch und clever konstruiert, noch sind sie immer logisch aufgelöst. Das macht aber fast gar nichts, denn das, was Vorlagenschreiber Taylor bei den Kriminalfällen eher mäßig gelingt, schafft er in Sachen Dialoge und Atmosphäre umso mehr. Dass er dabei auch noch den Ton der Klassiker trifft und dem Kultduo witzige wie authentische Wortwechsel andichtet, freut vor allem die Traditionalisten unter den Holmesianern. Dass die BBC Cumberbatch als Vorleser und Erlebbarmacher gewinnen konnte, steigert das Hörvergnügen zusätzlich. Geschichten, die aus dem schier unendlichen Quell neuer Holmes-Pastiches herausragen. Ein Glücksfall. Zum Hören und Immerwiederhören. 
  14. Cover des Buches Sherlock Holmes und das Tal des Grauens: Illustrierte Fassung (ISBN: 9783954181674)
    Arthur Conan Doyle

    Sherlock Holmes und das Tal des Grauens: Illustrierte Fassung

     (69)
    Aktuelle Rezension von: nasa

    Sherlock Holmes und das Tal des Grauens von Arthur Conan Doyle ist ein klassischer Krimi der sich im ersten Teil recht gut lesen lässt. Danach wird es etwas langatmig und langweilig.

    Sherlock Holmes und Doktor Watson werden gebeten bei einem Mordfall behilflich zu sein. Sie reisen nach Sussex, dort wurde ein Mann ermordet. Im wurde mit einer abgesägten amerikanischen Schrotflinte ins Gesicht geschossen. Somit ist die Identifizierung des Toten etwas schwer. Doch anhand eines Brandmahls wird er schnell als der Hausbesitzer Mr. Douglas identifiziert. Das Brandmahl weist ihn als Mitglied einer Freimaurer Loge aus. Warum musste er sterben? Sherlock Holmes beginnt zu ermitteln.

    Obwohl dies schon ein älteres Werk ist konnte man das Buch recht gut und flüssig lesen. Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil befasst sich mit dem Mord und der Aufklärung durch Sherlock Holmes. Dieser war spannend und unterhaltsam. Der zweite Teil befasst sich mit der Vergangenheit des Ermordeten um die Tat zu erklären. Allerdings weiß der Leser bis dahin ja schon die Auflösung und ehrlich gesagt ist die Vorgeschichte extrem langatmig und langweilig. Hier wäre eine Kombination wie in heutigen Büchern mit zwei Handlungssträngen schöner gewesen.

    Als Krimileser kommt man einfach nicht an Sherlock Holmes vorbei und auch wenn mich das Buch nicht ganz überzeugen konnte, war es doch zu Anfang ein Lesegenuss. Auch wenn man die Zeit bedenkt in der die Geschichten geschrieben wurden und wann sie spielen überzeugt die Finesse und die Ermittlungsarbeit. Doyle war mit seinen Büchern der Kriminalistik in Bezug auf Wissenschaft und andere Methoden der damaligen Polizeiarbeit weit voraus.

  15. Cover des Buches Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes 01(Hardcover) (ISBN: 9783957891006)

    Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes 01(Hardcover)

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Ellen_Lang

    In diesem Comic wird man selbst zum Detektiv und kann einiges über die Fälle selbst herausfinden. Entweder man schlüpft in die Rolle von Sherlock Holmes oder in die von John Watson. Man kann selbst Entscheidungen treffen und kommt somit im jeweiligen Fall weiter. Auch scheinen die Fälle miteinander zusammen zu hängen. Je nachdem welche Entscheidung man trifft, kann man den Fall lösen oder nicht.

    Diese Art von Spiel hat mich schon immer fasziniert. Doch die Gestaltung als Comic macht es das Spiel noch lebendiger. Ich konnte sehr gut in die Geschichten eintauchen und hatte sehr viel Spaß damit in den Fällen zu rätseln und die kniffligen Aufgaben zu lösen. Leider konnte ich die Fälle auf den ersten Versuch nicht lösen. Aber das macht das Buch umso interessanter, da ich mir die Fälle nochmal von vorne anschauen kann und rätseln kann, was ich beim ersten Mal übersehen habe.

    Ich freue mich auf weitere Spiele-Comics und bin jetzt schon süchtig danach. Viel Spaß beim Rätseln.

  16. Cover des Buches Young Sherlock Holmes (ISBN: 9783596193004)
    Andrew Lane

    Young Sherlock Holmes

     (355)
    Aktuelle Rezension von: 99Hermione99

     Zum Inhalt: Sherlock Holmes ist 14 Jahre alt. In den Sommerferien wird er zu seinem Onkel und seiner Tante im Holmes Manor geschickt. Todlangweilige Wochen stehen ihm bevor. Zu allem Überfluss hat sein Bruder Mycroft für ihn auch noch einen Tutor organisiert: Amyus Crowe soll sich um die Schule für Sherlock in den Ferien kümmern. Doch plötzlich tauchen zwei Leichen auf, die merkwürdige Beulen im Gesicht aufweisen. Noch eine Pestseuche? Sherlock möchte mehr darüber herausfinden und stürzt sich in Nachforschungen. Doch ungewollt werden Sherlock, sein neugefundener Freund Matty, Amyus Crowe und dessen Tochter Virginia in diesen Fall hineingezogen und sogar zum Tode verurteilt. Bienen spielen dabei eine verblüffend wichtige Rolle.   Meine Meinung:   Ich finds erst mal super cool, dass Andrew Lane die Herausforderung auf sich genommen hat, die bisher unbekannte Kindheit von Sherlock Holmes zu erzählen. Und das hat er auch ziemlich gut, fesselnd und spannend hingekriegt. Einzig und allein die Tatsache, dass Sherlock Holmes genauso schlau ist, wie alle anderen, irritiert mich. Hat er das, was man aus den Filmen und den Originalbüchern kennt, wirklich alles gelernt? Ich bin skeptisch. Aber sonst ist das Buch fantastisch und ich werde mit Vergnügen die restlichen Bände lesen! Also lesen!! ;)

  17. Cover des Buches Running Girl (ISBN: 9783499218309)
    Simon Mason

    Running Girl

     (48)
    Aktuelle Rezension von: maaresi

    Runnig Girl ist ein Jugendkrimmi, der an der Person von Sherlock Holmes angelehnt ist. Sherrlock Holmes ist als hochintellektueller Detektiv bekannt geworden, der allerdings aus Sicht der allgemeinen Bevölkerung nicht immer nachvollziehbar handelt und von der Gesellschaft auch als Soziopath wahrgenommenn wird. Garvie Smith, der Protagonist des Buches, auch als Sherrlock bekannt, weil er genau wie dieser in der Lage ist komplexe Fälle einfach zu lösen. Im Unterschied zu diesem hat er allerdings seine Freundesgruppe, die hinter ihm steht. Außerdem merkt man im Buch, dass er noch jünger ist und noch nicht so viel Erfahrung hat und dadurch immer seine erste Variante wählt, ohne weitere Faktoren und Möglichkeiten weiter abzuwägen. Dadurch bleibt das Buch aber spannend, da sich immer wieder unvorhergesehene Wendungen ergeben, die ein Leser leider vorher nicht erkennen kann, da die Autoren im vorhinein überhaupt nicht darauf eingeht. 

    Warum genau Garvie zu ermitteln anfängt wird erst im Laufe des Buches sichtbar, da es ihm persönlich wichtig ist. Wichtiger als die Schule ist es ihm auf jeden Fsll, auch wenn ihm das im Laufe der Geschichte einige Probleme bereitet. Auch die Polizei ist nicht so begeistert von seinen Aktivitäten, obwohl der junge Kommisar zugeben muss, dass er ohne ihn überhaupt keine Ahnung von dem Fall hätte. Also muss Garvie aufdecken und kommt so hinter einige dunkle Geheimnisse. Dadurch macht er sich aber auch Feinde...

    Für mich war das Buch ein spannendes Buch, ohne zu viel Grusel. Mir hat die Geschichte gefallen, mich jedoch etwas enttäuscht, da die Autorin die Hinweise nicht beschrieben hat und dadurch die Schlussfolgerungen von Garvie plötzlich und ohne Grund erscheinen. Auch wenn das Buch nicht zum Miträtseln einläd, ist es ein unterhaltsamer Jugendkrimmi.

  18. Cover des Buches Jackaby (ISBN: 9783570310885)
    William Ritter

    Jackaby

     (199)
    Aktuelle Rezension von: lesenundteetrinken

    Jackaby ist ein etwas exzentrischer, aber scharfsinniger Mann. Er trägt einen langen, braunen Mantel, dessen Taschen mit diversen Phiolen, Linsen, alten Münzen und anderen ungewöhnlichen Sachen vollgestopft sind. Er hat die Fähigkeit übernatürliche Wesen und Auren zu sehen und nutzt diese Gabe, um ungeklärte Fälle zu lösen.
    Abigail Rook erzählt nun die Geschichte, wie sie den Job als Jackabys Assistentin annimmt und mit ihm auf die Jagd nach einem Serienmörder geht, der kein Mensch zu sein scheint.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Jackaby und Abigail geben ein einzigartiges Team ab und ihre Interaktionen haben mich oft schmunzeln lassen. Der Fall ist spannend, mysteriös und auch etwas düster. Diese Mischung, zusammen mit den übernatürlichen Wesen, hat genau meinen Geschmack getroffen. Gut, dass es noch drei weitere Teile in der Reihe gibt.

  19. Cover des Buches Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street: Die Crumply-Morde oder Das Zeichen der Vier (Fall 6) (ISBN: 9783742417091)
    Viviane Koppelmann

    Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street: Die Crumply-Morde oder Das Zeichen der Vier (Fall 6)

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Clio

    Die Rahmenhandlung von Die Crumply-Morde oder: Das Zeichen der Vier spielt fünf Jahre nach dem aufsehenerregenden Selbstmord von Sherlock Holmes (Fall 5: Der letzte Tanz), bei dem dieser auch seine Nemesis John Moriarty mit in den Tod gerissen hat. Irene Adler hat mittlerweile ein umfangreiches Enthüllungsbuch über den verstorbenen Detektiv verfasst, in dem sie die Lüge verbreitet, Holmes sei nur ein Täuscher gewesen. Er habe die aufsehenerregenden Verbrechen nicht nur aufgeklärt, sondern auch selbst begangen. Und schon während seines Studiums habe er Drogen nicht nur konsumiert, sondern auch damit gehandelt. Dass er dies ungestraft habe tun können, habe er nur dem Einfluss seines Bruders Mycroft zu verdanken, einem einflussreichen Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes. Und mithilfe ihres Charms und des Internets ist es ihr gelungen, die ganze Welt von diesen Lügen zu überzeugen und den Ruf des bekannten Detektives zu zerstören.

    Aber sie hat nicht nur Holmes damit vernichtet. Am fünften Todestag von Sherlock Holmes beschließt auch Watson, seinem Leben ein Ende zu machen. Der Kampf gegen Adlers Rufmordkampagne hat seine Ehe und seine Gesundheit ruiniert, und selbst seine Freunde haben sich von ihm abgewandt.

    Aber kurz vor dem angekündigten Selbstmord bringt ein Unbekannter Watson online dazu, ihm noch einen letzten Fall aus dem großen Fundus der Fälle zu schildern, die Watson und Holmes gemeinsam gelöst haben.
    Im Grunde geht es dabei sogar um drei Fälle: Zum einen geht es darum, dass in den letzten Tagen drei Überfälle auf Banken begangen wurden, bei deren die Räuber die Beute jedoch zurückgelassen haben. Dann wurden auch die Leichen von drei älteren Menschen gefunden, denen die Kehle durchgeschnitten wurde. Und schließlich sucht die junge Schottin Mary Morstan die beiden Ermittler auf, deren in der Nähe von London lebende Tante spurlos verschwunden ist. Zurückgelassen hat sie Mary lediglich ein Medaillon mit vier keltischen Knoten.

    Wie die beiden Ermittler herausfinden, dass die drei Fälle zusammengehören oder dass vielleicht alles doch ganz anders ist als gedacht, schildert das Hörspiel in ca. 100 Minuten auf unterhaltsame Weise. Dabei entführt es den Zuhörer in die Zeit des internationalen Linksterrorismus der Siebziger- und Achtzigerjahre und transportiert ihn durch die (vermeintliche) Verwendung von Radio, Blogs, Sprachnachrichten, Kurznachrichten und Co. gleichzeitig in das London des 21. Jahrunderts.
    Die Präsentation wirkt dabei durch die Untermalung mit realistisch wirkenden Geräuschen sehr authentisch. Ob es sich dabei nun um Vogelgezwitscher, Motorengeräusche, undeutliches Stimmengewirr und zuschlagende Türen handelt, das Geräusch einer Flüssigkeit, die eingegossen wird, oder das Pfeifen des Teekessels oder die Türklingel: Der Zuhörer ist hautnah mit dabei. 

    Dass bei all dem wenig Raum für Charakterentwicklung ist, ist nachvollziehbar. Holmes und Watson sind im Grunde so, wie man sie aus Conan Doyles Werken kennt: Holmes ist überlebensgroß, ein intelligenter Einzelgänger und zugleich emotional unterentwickelter Ermittler. Watson ist ein Afghanistan-Veteran, der zwar einen kleinen Freundeskreis hat, aber sich in seinem alltäglichen Leben nicht mehr wohlfühlt – zumindest fehlt ihm offenbar die Aufregung – und deshalb die Arbeit mit Holmes sucht und findet.

  20. Cover des Buches Ein perfider Plan (ISBN: 9783458364924)
    Anthony Horowitz

    Ein perfider Plan

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Den zu ermittelnden Fall fand ich sehr spannend - die Umsetzung leider etwas nervig.

    Von Anthony Horowitz hatte ich bisher nur die beiden Bände seiner Sherlock Holmes Reihe und den Krimi "Die Morde von Pye Hall" gelesen. Beides hat mir auf seine Art super gefallen!
    Diese neue Krimireihe hat mich deshalb sofort angesprochen - vor allem, da es wieder ähnlich aufgebaut ist mit einen unnahbaren, aber brillanten Privatdetektiv und einen Mitläufer, der darüber schreibt.
    Außergewöhnlich ist hier, dass Anthony Horowitz selbst dieser Autor ist, der den gefeuerten Ermittler Hawthorne begleitet.

    Die Umstände, wie die beiden sich kennengelernt haben und zusammen arbeiten sind eigentlich nur auf kurzen Austausch beschränkt. Umso erstaunter ist Horowitz, als Hawthorne auf ihn zukommt und ihm den Vorschlag unterbreitet, ihm bei der Aufklärung zur Seite zu stehen und ein Buch darüber zu schreiben.
    Obwohl Horowitz sich erst sträubt, ergibt sich eine eher widerwillige Zusammenarbeit. Vor allem auch, da Hawthorne ein wirklich äußerst unsympathischer Kerl ist. Seine Aussprache ist ordinär, er strotzt vor beruflichen Selbstbewusstsein, macht homophobe Äußerungen und ist auch sonst nicht sehr umgänglich.

    Allerdings ist der Fall wirklich außergewöhnlich. Auch mich hat die ausgefallene Situation der ermordeten Diana Cowper neugierig gemacht. Sie geht zu einem Bestattungsunternehmen, um ihre Beerdigung explizit zu planen und noch am selben Tag wird sie ermordet. Was steckt dahinter?
    Die Ermittlung selber, die Zusammenhänge und Verstrickungen waren wirklich spannend und entgegen anderen bin ich lange im Dunkeln getappt. Ich fands gut konstruiert und zufriedenstellend aufgeklärt.

    Was mich aber wirklich genervt hat, waren die vielen Bemerkungen und Informationen zu Anthony Horowitz selber, die er ständig hat einfließen lassen. Zu seinen Büchern und Drehbüchern, seinen Kontakten zu Verlagen und berühmten Persönlichkeiten aus der Buch- und Filmbranche und die aufdrängende Selbstdarstellung. Ich weiß nicht, was er damit bezweckt oder was er sich dabei gedacht hat und warum das in dem Ausmaß hat sein müssen, denn es war weder für die Geschichte noch die Handlung notwendig. Ein paar kleine Anspielungen hätten ausgereicht um die Verbindung zwischen Hawthorne und ihm als Autor zu erklären, da brauche ich keine Details zu Treffen mit "hochrangigen" Filmleuten.
    Ganz am Ende erwähnt er:

    "Wenn ich tatsächlich darin auftreten wollte, durfte ich nicht zu aufdringlich sein. Ich durfte nicht ständig im Weg stehen."
    Zitat Seite 351

    Hätte er sich mal daran gehalten ^^

    Ein paar kleine Details hab ich logisch auch nicht so ganz nachvollziehen können, was jetzt aber nicht so sehr ins Gewicht gefallen ist.

    Interessant fand ich die Umstände, die auf einen Unfall hinweisen, der 10 Jahre zuvor stattgefunden hat. Die Frage von Schuld und Sühne, Rache und Vergebung, standen hier immer wieder im Raum. Bittere Schicksale und befremdliche Figuren haben eine sonderbare Atmosphäre geschaffen.

    Ein sehr seltsames Buch, bei dem nur der Mordfall und die Hintergründe dazu mein Interesse geweckt haben. Die Personen waren alle entweder unsympathisch oder zu blass oder beides. Sehr schade, denn ich hatte mir defnitiv mehr erhofft.

  21. Cover des Buches Der Fall des rätselhaften Reifrocks (ISBN: 9783957282644)
    Nancy Springer

    Der Fall des rätselhaften Reifrocks

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Frank1

    Klappentext:

    Enolas Vermieterin, die fast taube und manchmal etwas zu neu­gierige Mrs Tupper, ist Enola in ihrer Zeit in Lon­don, in der sie ansons­ten recht ein­sam ist, sehr ans Herz ge­wach­sen. Da sitzt der Schock tief, als Enola eines Tages nach Hause kommt und fest­stel­len muss, dass Mrs Tupper ent­führt wurde! Wer würde diese alte Dame ver­schlep­pen und warum? Nach­dem Enola das durch­wühlte Haus unter­sucht hat, kommt sie zum dem Schluss, dass es die Ent­führer offen­bar auf einen von Mrs Tuppers alten Reif­röcken abge­sehen hatten, in dem sich eine geheime Bot­schaft ver­birgt. Ver­folgt von einer unbe­kann­ten Per­son, führt die Spur Enola bis zu Flo­rence Nightin­gale. Was hat die ehe­malige Kranken­schwes­ter und eng­lische Natio­nal­heldin mit dem Ver­schwin­den der Ver­mie­terin zu tun? Enola stößt auf unge­heuer­liche Dinge und eine Spio­nage­affäre aus der Ver­gangen­heit …


    Rezension:

    Enolas Vermieterin Mrs Tupper wurde entführt! Natürlich beschließt die junge Detek­tivin sofort, der zurück­gelas­senen mys­teri­ösen Bot­schaft nach­zu­gehen. Doch alles ergibt zu­nächst kei­nen Sinn, und außer­dem spricht alles dafür, dass Mrs Tupper wirk­lich selbst keine Ah­nung hat, wo­rum es geht. Und zu allem Übel scheint Enolas Bru­der Sher­lock am sel­ben Fall zu arbei­ten.

    Im 5. Band ihrer Detektiv-Reihe lässt Nancy Springers die kleine Schwes­ter von Sher­lock Hol­mes in eige­nem Inter­esse ermit­teln. Erneut muss die junge Prota­gonis­tin paral­lel zu ihrem berühm­ten Bru­der ermit­teln, wie es ähn­lich schon in Band 4 („Der Fall des geheim­nis­vollen Fächers“) der Fall war. Der Schwer­punkt liegt dies­mal auf Ereig­nissen, die bis weit vor Enolas Geburt zurück­reichen. Die eigent­lichen Beweg­gründe des Hinter­manns der Ent­führung blei­ben mir aller­dings auch am Ende noch ver­bor­gen, da er auch aus einem Erfolg keinen mir erkenn­baren Nutzen gezo­gen hätte. Auf­fällig finde ich auch, dass wir Leser das Alter der Ver­mie­terin erfah­ren. Mrs Tupper ist erst An­fang 50! Nach den Be­schrei­bungen in den bis­heri­gen Büchern hätte ich sie min­des­tens 20 Jahre älter ge­schätzt. Auch wenn alles natür­lich aus der Sicht der 14-jähri­gen Enola ge­schil­dert wird und man berück­sich­tigt, dass die Lebens­erwar­tung Ende des 16. Jahr­hun­derts geringer als heute war, pas­sen die mehr­fach erwähn­ten Alters­erschei­nungen nach meiner Mei­nung nicht zu einer Frau dieses Alters. Trotz dieser leicht un­logi­schen Ten­den­zen kann das Detek­tiv-Aben­teuer aber erneut über­zeu­gen.

    Selbstverständlich bleibt die Autorin ihren in dieser Reihe etab­lier­ten Stil­ele­menten wie bei­spiels­weise der Rolle ihrer Prota­gonis­tin als Ich-Erzäh­lerin treu.


    Fazit:

    Auch in ihrem mittlerweile 5. Fall wird Sherlock Holmes’ kleine Schwes­ter wie­der mit den Machen­schaf­ten der Upper Class kon­fron­tiert.


    Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: www.rezicenter.blog

    Dem Eisenacher Rezi-Center kann man auch auf Facebook folgen.

  22. Cover des Buches Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street: Skandal im Bohemia (Fall 7) (ISBN: 9783742417114)
    Viviane Koppelmann

    Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street: Skandal im Bohemia (Fall 7)

     (35)
    Aktuelle Rezension von: MissWatson76

    Nach dem Cliffhanger der Crumply-Morde fand ich es gut, dass man gleich weiterhören konnte. Allerdings hätte ich dann auch warten sollen, bis der nächste Teil da ist, denn auch hier endet alles schon wieder unbefriedigend bzw. immer noch in dem Wissen, dass John Watson ja nichts weiß.

    Allerdings hätte es ihm doch so langsam einmal auffallen können, wer hinter der bewussten Lady steckt.

    Wer hier mittendrin in den Hörspielen anfängt, der wird auch nichts falsch machen, allerdings vielleicht doch ein wenig verwirrt sein. Aber nicht wirklich dramatisch, denn man kommt schon trotzdem gut mit sowohl im Fall der uns erzählt wird als auch in den Dialogen die geführt werden.

    Ich finde John Watson hier allerdings doch schon sehr beharrlich, gerade was Mary angeht. Man möchte ihm gerne mal eine Kopfnuss verpassen und sagen, dass es ja gerade in der Liebe nun einmal Kompromisse geben muss oder dass man dort nicht nach korrekter Art und Weise vorgehen kann, aber okay, vielleicht lernt er es ja noch. Immerhin wollte er sich wenigstens nicht mehr umbringen 😉

    Ich finde hier die Dialoge von Sherlock Holmes schon fast holzhammerwürdig aber auf jeden Fall sehr gelungen.

    Hat Spaß gemacht dem zu folgen und darum war ich um so irritierter als schon wieder Schluss war. Kaum zu fassen. Aber dann….inzwischen ist der nächste Teil ja auch da. Bin doch sehr gespannt.

     

  23. Cover des Buches Sherlock - Hinter den Kulissen der Erfolgsserie (ISBN: 9783868738582)
    Steve Tribe

    Sherlock - Hinter den Kulissen der Erfolgsserie

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Alice9

    Klappentext

    Dieses Buch zeigt die ganze Geschichte der BBC-Erfolgsserie Sherlock mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman! In über 400 exklusiven Bildern und Dokumenten, informativen Texten und zahlreichen neuen Interviews mit Darstellern und Filmcrew dokumentiert die Chronik die Entwicklung der Story und die Entstehung des Drehbuchs, das Casting, die Szenengestaltung, Kostüme und Requisiten und vieles mehr. Jede Folge der ersten drei Staffeln wird von den Menschen beleuchtet, die daran beteiligt waren – ein Muss für alle Fans!


    Meine Meinung

    Nachdem ich die Serie gesehen hatte und einfach nur absolut begeistert davon war, wollte ich ein bisschen mehr über die Serie und ihr Entstehen erfahren. Dabei bin ich auf dieses  Buch gestoßen. Und was soll ich sagen? Es gibt einem einzigartige Einblicke hinter die Kulissen.


    Gleich zu Anfang erfährt man, wie es zu der Idee zu der Serie kam, was ich schon sehr spannend fand. Anschließend erfährt man vieles zu den Special Effects, den Kostümen und generell, wie das eine oder andere umgesetzt wurde. Auch Infos zu den Schauspielern wurden mitgeliefert. Das alles erfolgt sehr anschaulich und informativ, sodass man gut folgen konnte und vieles daraus mitnehmen konnte.

    Über Zitate der Schauspieler, abgedruckten Mails oder gelöschten Szenen wird eine tolle Nähe zum Leser und Zuschauer geschaffen, was mir gut gefallen hat.

    Besonders toll waren natürlich auch die zahlreichen Fotos und Abbildungen, die aus der Serie stammen, aber noch viel häufiger auch hinter die Kulissen blicken lassen.

    Das Buch lässt die ganze Serie und auch Erfinder, Autoren und Schauspieler sehr nahbar wirken und baut so eine tolle Verbindung auf.

    Außerdem gibt es viele Insiderinformationen, die ich so nicht erfahren hätte, was natürlich noch das Sahnehäubchen oben drauf war.


    Die Aufmachung des Buches mit den vielen Fotos, gelöschten Szenen, Abgleichen zu den Roman von Doyle und am Ende noch die Liste von Mitwirkenden in den einzelnen Folgen, machen das Buch zu einem tollen Erlebnis als Ergänzung zu der Serie.


    Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, auch wenn mich nicht alle Abschnitt gleich interessiert haben. Letztlich finde ich, dass es für Film- und Serieninteressierte sowie für Fans der Serie empfehlenswert ist.



  24. Cover des Buches Sherlock Holmes - Das Zeichen der Vier (ISBN: 9783596522323)
    Arthur Conan Doyle

    Sherlock Holmes - Das Zeichen der Vier

     (272)
    Aktuelle Rezension von: misery3103

    Die junge Mary Morstan wendet sich an Sherlock Holmes und Dr. Watson, da sie ein Geheimnis in ihrem Leben von den beiden klären lassen will. Vor Jahren nahm ihr unbekannter Vater Kontakt zu ihr auf, wollte sich mit ihr treffen, verschwand dann aber spurlos. Seitdem bekam die junge Frau in jedem Jahr eine Perle zugeschickt, die ihr laut einem beiliegendem Schreiben zusteht. Nun möchte Mary endlich wissen, was es damit auf sich hat.

    Ich wollte endlich mal die alten Sherlock-Holmes-Fälle lesen und habe mit diesem hier meinen dritten Fall von Holmes und Watson gelöst.

    Leider muss ich sagen, dass mir „Das Zeichen der Vier“ am wenigsten gefallen hat. Irgendwie war die Geschichte sehr langgezogen und für mich auch nicht richtig stimmig. Der Fall zog sich einfach nur und war auch wenig spannend. Viel zu früh hat Holmes das Rätsel gelöst, so dass es nur noch um das Auffinden der Bösewichte ging.

    Anfangs war ich noch gut unterhalten, doch spätestens ab der Hälfte des Buches wollte ich nur noch, dass es vorbei ist. Anders als bei „Eine Studie in Scharlachrot“ und „Der Hund der Baskervilles“ fühlte ich mich einfach nicht sehr gut unterhalten.

    Schade, aber natürlich kommt „Das Zeichen der Vier“ in meine Sammlung von Klassikern, wird mir aber nicht in besonders guter Erinnerung bleiben.

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