Bücher mit dem Tag "schiffbruch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "schiffbruch" gekennzeichnet haben.

130 Bücher

  1. Cover des Buches Stadt der verschwundenen Köche (ISBN: 9783813506051)
    Gregor Weber

    Stadt der verschwundenen Köche

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Schiffskoch Carl Juniper ist ein forscher Typ, der offenbar seinen Job als Koch sehr gut macht. Er wacht nach einem Schiffbruch, bei dem er im kalten Wasser eigentlich hätte ertrinken sollen, in einer anderen, unbekannten Welt auf. Dort hat er Glück und wird von Bren, einem mutigen Einwohner, aufgelesen und aufgenommen. 

    Bren begibt sich damit selbst in Gefahr, weil in dieser Welt so gut wie alles außer arbeiten, schlafen und "einnehmen" einer Breimahlzeit verboten ist. Der Genuss ist hier vollkommen ausgeschaltet. Sowohl das Essen, als auch Zwischenmenschlichkeit finden eigentlich gar nicht statt. Selbst verheirateten Paaren ist es nicht erlaubt, zusammen zu leben. 

    Carl gelingt es, in dieser seltsamen Welt Fuß zu fassen, einen Job zu finden und sich zu arrangieren. Bis er durch Zufall auf eine Küche stößt, in der ein paar finstere und ruppige Gesellen kochen und fluchen was das Zeug hält. Die High Society hat so nämlich doch Zugang zu Gaumenschmaus und Fleischeslust. 

    Hier fühlt der Koch sich gleich wohl und ist ganz in seinem Element. Da er in illegalen Gefilden gelandet ist, muss er sich natürlich erst einmal beweisen. 

    Dann trifft er auch noch die Liebe seines Lebens... aber kann er bei ihr bleiben?

    Meine Meinung zum Buch:

    Leider ist dieses Buch absolut nicht meins gewesen. 

    Ich bin sehr beeindruckt davon, dass Gregor Weber eine neue Welt geschaffen hat, die schlüssig und detailreich daher kommt. Die Idee, dass eine Masse an Menschen einfach nur mit dem nötigsten gefüttert wird, um zu funktionieren - Genuss ist zum Überleben schließlich nicht zwingend erforderlich - ist interessant. Ebenso ist es nachvollziehbar, dass es dann doch eine privilegierte Gruppe gibt, die Zugang zu allem hat und diesen in vollen Zügen genießt. Irgendwie ist die Welt auch in Wirklichkeit manchmal ähnlich, oder nicht?

    Man merkt, dass der Autor selbst Koch ist. Ich habe selbst mal eine Gastronomieausbildung gemacht und weiß, dass der Ton in Küche und Service rau sein kann. Die Art, wie die Köche hier sprechen, fand ich sehr krass und eher abstoßend. Vielleicht ist das auch die Art, wie sie im echten Leben sprechen, wenn keine Frau anwesend ist...das würde ich zumindest nicht ausschließen. :-)

    Achtung, kleiner Spoiler:

    Außerdem mag ich es nicht so gern, wenn eine Liebesgeschichte so "holter die polter" die große Liebe des Lebens mit völliger Ergebenheit und verstehen ohne Worte etc. funktioniert. Vielleicht bin ich dafür zu pragmatisch. 

    Spoiler Ende

    Carl Juniper ist mir eher unsympathisch gewesen und auch zu den meisten anderen Charakteren habe ich keinen Zugang gefunden.

    Gut fand ich allerdings das Ende! Es ist ja nicht wirklich leicht, ein gutes Ende für ein Buch hinzubekommen. Das ist Gregor Weber hier meiner Meinung nach gelungen. 

  2. Cover des Buches These Broken Stars. Lilac und Tarver (Band 1) (ISBN: 9783551317742)
    Amie Kaufman

    These Broken Stars. Lilac und Tarver (Band 1)

     (858)
    Aktuelle Rezension von: Sophelliest

    Eins der Bücher, das mich seit langem wieder in richtiges Lesefieber versetzt hat.


    Die Geschichte

    Die Story ist super aufgebaut, in sich logisch und immer, wenn man denkt, die nervenaufreibende Spannung ist vorbei, baut sich ein neuer Spannungsbogen auf, wodurch ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte!
    Das einzige, das mir nicht so wirklich gefallen hat, war das Ende, weil ich nicht hundertprozentig verstehen konnte, was da überhaupt passiert.


    Die Charaktere

    Dadurch, dass es lediglich zwei Charaktere gibt, von denen man mehr erfährt, hatten sie beide eine unheimliche Tiefe, sodass man beide gut nachvollziehen konnte. Die jeweiligen Gefühle und Beziehungen wurden besonders durch die wechselnden Perspektiven super deutlich.


    Der Schreibstil

    Der Schreibstil war locker und einfach geschrieben, sodass man einfach folgen konnte und dennoch konnte er mich super in seinen Bann ziehen. 


    Fazit

    Ein tolles, wirklich spannendes und emotionales Buch, das mich wirklich überzeugt hat. Obwohl das Ende ein wenig überstürtzt war und mich nicht hundertprozentig überzeugt hat, verdient das Buch dennoch 5 Sterne, weil es mich wirklich in seinen Bann gezogen hat. Unbedingt Empfehlenswert!

  3. Cover des Buches Under Water (ISBN: 9783423716864)
    Matt De la Peña

    Under Water

     (52)
    Aktuelle Rezension von: JaMoin2021

    Ich finde den Klappentext etwas irreführend da an glaubt es geht nur um Shy und Addie, die versuchen nach einem Schiffsunglück auf hoher See zu überleben. Doch das wirklich ums überleben kämpfen nimmt weniger als die Hälfte des Buches ein.

    Es geht um Shy der um seine Familie nach dem Tod seiner Großmutter finanziell unterstützten zu könne auf einem Kreuzfahrtschiff jobbt. Dort trifft er auf Carmen, die aus der gleichen Gegend stammt und mit ähnlichen Problemen zu dealen hat. Als Shy Zeuge eines Selbstmordes wird fangen die Fragen an, seltsame Typen tauchen auf und in seine Kajüte wird eingebrochen. Dann wird das Schiff von einem Tsunami getroffen und auf einmal steht überleben an erster Stelle. Doch auch sicher in einem Boot bleiben die Fragen. Wer waren die Typen? Warum wurde er verfolgt? Wer war der Selbstmörder und warum hat er Selbstmord begangen? Gesellschaft findet er in Addie, der einzigen Überlebenden die in seinem Boot sitzt.

    Ich hatte gedacht das es langweilig werden könnte nur zwei Personen in einem Boot doch meine Erwartungen wurden *zum Glück* nicht erfüllt. Mit hat das Buch sehr gut gefallen was auch an dem flüssigen Schreibstil lag. 

    Die Geschichte hatte mich sofort gefangen auch die Hintergrundstory der Protagonisten fand ich bewegend. Ich mochte die Charaktere und sie wurden langsam aufgebaut so das man nicht den Überblick. Ich fand es gut das es sich nicht nur um Shy und Addie dreht, denn auf einem Kreuzfahrtschiff kommen viele Menschen zusammen und jeder hat seine eigen Geschichte zu erzälen.

    Eine weitere Thematik die angesprochen wurde ist die Schere zwischen arm und reich doch für mich kam es etwas zu kurz.

    ~langsam begegnete ich dem Tod mit Gelassenheit~

    Dies empfindet Shy nachdem der Tsunami über dem Schiff zusammengebrochen ist und weitere Riesen Wellen hervorgerufen vom Nachbeben auf das Schiff zu rollen. Diese Abgebrühtheit zum Tod hin lässt auch der Autor langsam durchsickern indem er die Art und Wiese ändert wie er den Tod beschreibt. Generell hat Matt de la Pena eine sehr Bildliche Sprache.

    Das Buch ist eine Mischung aus Thriller und etwas Romantik, dahinter etwas viel größeres, etwas dazu erschaffen alles zu zerstören und regiert von reichen Menschen

    4,5 / 5 ⭐ 





  4. Cover des Buches Die Sehnsucht der Albatrosse (ISBN: 9783733783372)
    Karin Seemayer

    Die Sehnsucht der Albatrosse

     (65)
    Aktuelle Rezension von: smaragdeidechse
    Karin Seemeyer 

    Die Sehnsucht der Albatrosse 

    Historischer Roman 


    Das Cover ist wunderschön.
    Das Meer, ein Segelschiff und 
    im Vordergrund 2 Möwen und 
    natürlich Wellen,
    man kann bei diesem Anblick wirklich
    Fernweh bekommen und ich 
    finde es passt auch ganz 
    wunderbar zur Geschichte.


    Worum es geht, Klappentext:

    Eine Frau, die nur für ihre Musik lebt.
    Ein Mann, der nur für die See auf alles verzichtet.
    Eine Reise, auf der beide an ihre Grenzen kommen.


    Als die Sängerin Sarah nach einem Schiffbruch von einem
    Robbenschoner an Bord genommen wird, findet sie sich 
    in einer harten Männerwelt wieder.
    Ausgerechnet hier trifft sie auf ihre verloren geglaubte
    Jugendliebe John Brandon, den Kapitän 
    des Schiffes.
    Jenseits von Vernunft und Interessen erwachen die 
    widersprüchlichsten Gefühle in ihr:
    Denn nicht nur Brandon bringt sie aus dem 
    Gleichgewicht.
    Mehr und mehr fühlt sie sich zu dem Matrosen
    Per Svensson hingezogen.
    Seine Geschichte von dem geheimnisvollen Flug
    der Albatrosse berührt sie ebenso wie sein Mut.
    Auf einer Fahrt durch das stürmische Eismeer will
    sie mit ihrer Vergangenheit abschliessen.
    Doch als die Robbenjagd erfolglos bleibt,
    kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung.
    Plötzlich steht Sarah zwischen den Fronten des 
    Kapitäns und der Mannschaft - zwischen John und Per ...


    Meine Meinung:

    Ein ganz wundervoller historischer Roman, 
    den Karin Seemeyer ihren Lesern beschert hat.
    Ich war vom ersten Wort an gefangen und 
    gefesselt von ihrer Geschichte.

    Sie hat eine herrliche Art zu schreiben,
    ungeheuer mitreissend und superspannend.
    Ausserdem ist die Geschichte vollkommen 
    authentisch und obendrein noch sehr lehrreich.

    Ihre Figuren sind glaubwürdig und 
    selbst ihre Bösewichter haben Charakter.

    Mich hat der Roman absolut überzeugt 
    und ich bin echt begeistert von dem Buch !
    Es ist unbedingt empfehlens- und 
    lesenswert und ich kann
    Karin Seemeyer nur aus ganzem Herzen
    5 Sterne für "Die Sehnsucht der Albatrosse"
    geben.


  5. Cover des Buches Herz auf Eis (ISBN: 9783442487745)
    Isabelle Autissier

    Herz auf Eis

     (181)
    Aktuelle Rezension von: Leserstimme

    Louise und Ludovic, ein Liebespaar, wollen dem Stress ihrer Welt entfliehen und fahren zu zweit zur See, wollen Teile der Welt mit ihrem Segelschiff bereisen und geraten bei der Anlandung auf der Insel Stromness in Gefahr. Ein gefährlicher Sturm zwingt sie auf der Forschungsinsel zu verweilen. Am nächsten Tag können sie nur noch den Untergang ihres Segelschiffes " Jason"  feststellen.  

    Ab hier fängt die eigentliche Geschichte an. Wie gehen die beiden mit der " Robinson" - Situation um? Raufen sie sich zusammen oder kommt es zur Eskalation? Eigentlich darf man hier nicht zu viel verraten, finde ich. Klar ist bei dieser Geschichte von vornherein, dass Autissier hier die Charaktere stärker zeichnet und heraus kommt, ob in schlimmsten Situationen wie dieser, die Liebe hält und man den anderen überhaupt kennt.

    Da Stromness eine Forschungsinsel ist, hätten die beiden hier nicht ankern dürfen. Aber was isst man auf dieser Insel? Ausser Pinguine und Robben, gab es abundzu noch Muscheln. Der große Wendepunkt kommt mit der Sichtung eines Schiffes, das jedoch ohne sie zu bemerken, vorbei fährt. Die Aktion Ludovics mit dem Beiboot hinterherzufahren, hat nichts als Frust hinterlassen.  Zudem erkrankt Ludovic daraufhin sehr stark an einem bronchialem Husten. Louise, beschließt nun voller Überlebensdrang nach einer weiteren Station auf der Insel zu suchen, um möglicherweise Lebensmittel zu finden.                                 Im 2. Teil des Buches wird das Auffinden und die  Rückkehr Louises beschrieben und natürlich auch die Reaktion der Medien darauf. Als sie daraufhin fast zerbricht, beschließt sie wo anders ein neues Leben anzufangen. Dieser letzte Teil war für mich aufgrund der Umstände  verständlich, aber doch etwas schwach geschrieben.  Im Großen und Ganzen jedoch eine große  Leseempfehlung.

    Genre: Abenteuer, Überleben, Liebe


  6. Cover des Buches Dünengeister (ISBN: 9783404177806)
    Nina Ohlandt

    Dünengeister

     (43)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena

    Bisher habe ich alle Vorgängerromane aus der Reihe mit John Benthien gelesen und war immer zufrieden. "Dünengeister" hat mich leider enttäuscht.
    Es will keine rechte Spannung aufkommen und die Geschichte dümpelt sehr langatmig vor sich dahin. Die vielen auftauchenden Charaktere führen dazu, dass sich alles nur sehr oberflächlich liest. Auch die Beziehung zwischen John Benthien und Lilly ist eher emotionslos und könnte auf jeden Fall etwas Pepp vertragen.
    Ich hoffe, dass "Schweigende See" wieder spannender wird.

  7. Cover des Buches Das Echo der Schuld (ISBN: 9783442383542)
    Charlotte Link

    Das Echo der Schuld

     (506)
    Aktuelle Rezension von: mattder

    In diesen Buch wird eher das Leben einer Frau erzählt und ihrer Liebesbeziehung als der Krimi den ich mir erhofft habe. Es geht um tote Kinder und das verschwinden der Tochter das war auch Spannend erzählt und wer es war. Aber die Andere Handlung hat überhand genommen schade. 

  8. Cover des Buches Pommes! Porno! Popstar! (ISBN: 9783960872313)
    Thomas Kowa

    Pommes! Porno! Popstar!

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Susanna_Zimmermann

    Anfangs lustig mit der Zeit viele Wiederholung teilweise mir viel zu flach. Ich liebe die Musik der 80 Jahre aber ich bin weder gut ins Buch reingekommen noch hat es mich mitgenommen. Alles sehr klischeehaft, alles schön mal dagewesen. Leider so garnicht mein Humor. Mir hat das Buch nicht gefallen. 

  9. Cover des Buches Die Perlenfarm (ISBN: 9783471360156)
    Liza Marklund

    Die Perlenfarm

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Luluuu

    Die Perlenfarm von Liza Marklund


    Uiui..was soll ich sagen?


    Zum Inhalt:

    Eine Frau names Kioana, die im Paradies lebt (eine schöne, kleine Insel) erlebt die Hölle auf Erden. Ihre Schwester verunglückt während eines Tauchvorgangs und sämtliche Inselbewohner geben ihr die Schuld daran. 


    Während eines kräftigens Sturmes strandet ein Segelboot an das Riff. Der Mann (Erik) überlebt haarscharf. Erik zieht Kiona in seinen Bann und die Unglücke nehmen ihren Lauf. 


    Kiona wird reisen, aus Zwang und dem Drang alles wissen zu wollen.


    Fazit:

    Uff..an sich ist es..nein anders, es hätte eine gute Story werden können. Ich bin ehrlich mit euch, nach den ersten paar Seite wollte ich schon aufgeben. Das Buch ist gerade am Anfang nicht gut geschrieben worden. Das ändert sich allerdings, wobei sich die Autorin teilweise in Details verennt. Schade, schade. Zwischendurch hatte es mich gepackt, leider recht kurzweilig. Das Buch hat 447 Seiten..200 hätten gereicht. In der Kürze liegt die Würze. Ich weiß nicht warum aber mich hat es nicht berührt. Vielleicht hatte ich mir zu viel unter Reisen, Romanze und Paradies vorgestellt. Das Ende war ein Reinfall. Kurz kam die Hoffnung auf eine blutige Rache auf, die aber im Sande verlief. Manno!

  10. Cover des Buches Das Floß der Medusa (ISBN: 9783442717194)
    Franzobel

    Das Floß der Medusa

     (86)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Am 18. Juli 1986 werden von einem Schiff fünfzehn ausgemergelte Gestalten aufgenommen, die zwei Wochen auf einem Floß trieben. Diese wenigen Menschen sind die letzten Überlebenden von 147, die ausgesetzt wurden, weil die Rettungsboote der Medusa nicht ausreichten. Das Buch basiert auf einer historisch belegten Geschichte. Es ist eine Geschichte die packt und abstößt zugleich. Was dort geschieht, ist schwer zu ertragen. Jedes grausame Detail wird sehr genau und ausgebreitet beschrieben. Mir scheint, das Schicksal hat lauter sehr unangenehme Menschen zusammengebracht und sie auf die Medusa verfrachtet. Daher konnte ich mich von Anfang mit niemandem identifizieren. Dann schlägt das Schicksal wieder zu und das Schiff kentert. Aber soll man dieses Kentern dem Schicksal zuschreiben, nein, es ist die Unfähigkeit des Kapitäns und des Steuermanns. Die Rettungsboote reichen nicht und die, die nicht mehr hineinpassen müssen auf ein Floß, das auf die Schnelle zusammengezimmert wird. Ihr Proviant ist spärlich und so gehen sie wie Tiere aufeinander los. Was kann schon passieren, wenn man es mit so egoistischen und rücksichtslosen Menschen zu tun hat? Das Hauen und Stechen geht los. Aber es geschieht auf eine so unmenschliche Art und Weise. Aber vielleicht ist der Mensch auch nur ein wildes Tier? Doch ich will es nicht glauben, dass Menschen so sind, obwohl auch die jetzige Zeit zeigt, wie rücksichtslos und menschenverachtend gehandelt wird. Und doch ist in mir die Hoffnung, dass wir uns ein großes Stück Menschlichkeit bewahren werden. Diese sprachgewaltige Geschichte ist erschreckend und grausam.

  11. Cover des Buches In einem Boot (ISBN: 9783839001509)
    Charlotte Rogan

    In einem Boot

     (90)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    Vorneweg: Dieser Roman hat mir gut gefallen. Allerdings stufe ich den Roman "In einem Boot" von Charlotte Rogan in die Kategorie „Gute Unterhaltung“ ein, während ich das Werk von Franzobel über einen historischen Schiffbruch „Das Floß der Medusa“ in die Kategorie der "Anspruchsvollen Literatur" einordne.  Während aber der erste Roman wirklich gut zu lesen ist, grauste es mich beim zweiten ziemlich, sehr, überaus. Noch heute schüttelt es mich, wenn ich an das betreffende Ereignis denke. Wenige Romane haben mich so mitgenommen. 

    Bei beiden Romanen geht es um Schiffbruch und Schiffbrüchige. Die „Zarin Alexandra“ verunglückt zwei Jahre nach dem spektakulären Versinken der Titanic auf dem Weg von London nach New York, das ist die Zeitangabe, die geliefert wird, man schreibt also anno 1914. Vor kurzem „wurde der Erzherzog und Thronfolger Österreich-Ungarns von serbischen Nationalisten ermordet“, der Schiffsverkehr ist infolge des heraufziehenden Ersten Weltkriegs eingeschränkt, ein entscheidender Nachteil für die Schiffbrüchigen, die sich in einem aus Sparsamkeitsgründen viel zu kleinen Rettungsboot zusammendrängen und ums Überleben kämpfen werden.

    Die vierzehn Tage und Nächte auf hoher See werden aus der Sicht der Romanheldin Grace, einer jungen Frau erzählt, die sich aus Berechnung einen jungen vermögenden Mann geangelt hat. Sie ist alles andere als eine Feministin und hat nichts dagegen, sich von einem vermögenden und naiven Mann ein Leben in Luxus ermöglichen zu lassen. Dass Henry verlobt war, nun, die Verlobte war weit und Grace Körper verlockend und verfügbar. Er hätte „nein“ sagen können. Er hatte die Wahl, meint Grace. Hat man nicht immer eine Wahl?

    Jetzt aber sitzt sie im Rettungsboot und ist keineswegs am Ziel ihrer Träume. Von jetzt auf gleich muss sie sich umstellen, sich von Glamour und der Jagd auf Juwelen aufs nackte Überleben konzentrieren. Aber Grace ist ein Chamäleon, eine Überlebenskünstlerin. Sie schaut sich um und in sich hinein und beobachtet die anderen. Kalt wägt sie ihre Chancen ab. Sie ist eine Meisterin der Verstellung und wird sich immer auf die Seite derer schlagen, die die Oberhand haben. Denn alsbald beginnt ein gefährlicher Machtkampf. 

    Der Kommentar: 
    Das Lavieren von Grace mag man moralisch verurteilen, aber es geht ums Überleben. Da hört der Altruismus in der Regel auf. Der Bericht von den 14 Tagen und Nächten auf See in dem kleinen Rettungsboot, von den menschlichen Tragödien, die sich abspielen, ist mitnehmend. Man freut sich, dass man selbst auf dem trockenen Sofa sitzt und weigert sich sogar, ins Schwimmbad mitzugehen. Es wird Tote geben, soviel ist sicher. Wasser hat keine Balken. Da will man nicht dabei sein. Auch ein Schwimmbad ist kein sicherer Ort.

    Dass Grace und einige andere nach ihrer Rettung wegen Mordes vor Gericht stehen, ist der geneigten Leserin unverständlich. Was für eine Arroganz, sich anzumaßen, darüber zu urteilen, was andere in extremer lebensgefährlicher Situation tun oder auch nicht tun. Ja, es gab Abstimmungen darüber, wer im Boot bleiben darf und wer nicht. Aber es gab Gründe. Oder etwa nicht?

    Fazit: Der Bericht über das Schiffsunglück fesselt bis zum Schluss, gerade wegen des eher psychologischen Ansatzes des Buches. Im Mittelpunkt stehen die Gedanken der Schiffbrüchigen und die Taktik von Grace. Die Kombination mit einer anschließenden Gerichtsverhandlung ist originell.

    Kategorie: Gute Unterhaltung
    Verlag: script 5, Inprint von Loewe, 2013

  12. Cover des Buches Wenn das Schlachten vorbei ist (ISBN: 9783423216258)
    T. C. Boyle

    Wenn das Schlachten vorbei ist

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Olaf_Raack

    Der von vielen Kritikern angekündigte «furiose» Roman war das aus meiner Sicht nicht. Boyle kann fantastisch schreiben, keine Frage! Er verschachtelt viele Sätze, aber das mag ich durchaus, zumal sie auch beim Punkt noch Sinn ergeben.

    Nur leider plätschert die Geschichte, trotz der vielen Perspektiv- und Zeitwechsel enorm dahin. Teilweise kommt eine Form von fast greifbarer Spannung auf, nur um zügig wieder zu versanden. Ich habe bis zur letzten Seite auf einen Knall gewartet, darauf, dass etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hätte. Vielleicht war meine Erwartungshaltung auch eine andere, denn das Buch ist kein Öko-Thriller, sondern eine Erzählung, eine Geschichte, wie sie realistischer kaum sein könnte. Mir fehlte das Besondere. Das Buch lässt mich mit gespaltenen Gefühlen zurück, denn das Thema an sich bietet viel Potenzial zum Nachdenken oder eben für einen Roman. Aber irgendwie wurde das hier nicht genutzt.

  13. Cover des Buches Die Sehnsucht der Albatrosse (ISBN: 9783746635743)
    Karin Seemayer

    Die Sehnsucht der Albatrosse

     (26)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    „Der Albatros hat nur einen Partner, sein Leben lang. Mit diesem fliegt er nicht über die Meere, er fliegt allein. Doch alle zwei Jahre trifft sich das Paar. Immer am gleichen Ort, zur gleichen Zeit.“

     

    Ich lese wenig Liebesromane und schaue auch wenig entsprechende Filme, weil diese meist Wendungen nehmen, die mir gar nicht gefallen, unsympathische Charaktere haben, sich einfach zu stark aus der Klischeekiste bedienen oder zu rührselig sind. Das erstere traf auch hier zu, mit Klischees geht Seemayer aber sehr sparsam um und die Charaktere sind fein gezeichnet.

     

    Worum geht es? 

    San Francisco, 1904. Die Opernsängerin Sarah verliert ihre Stimme. Da kein Anzeichen auf eine körperliche Ursache deutet, beschließt sie, eine Auszeit zu nehmen. Ihre Tochter Anne ist bereits achtzehn Jahre alt und beginnt, auf eigenen Beinen zu stehen. Sarah reist mit dem Schiff in Richtung Hawaii, als sie plötzlich in einen Sturm gerät. Das Schiff sinkt und Sarah wird in letzter Sekunde gerettet. Als sie aufwacht, findet sie sich inmitten von raubeinigen, bärbeißigen Seeleuten an Bord des Robbenjägers „Victory“ mit Kurs auf die japanische Küste wieder. Es gibt keine Chance, dass sie in den kommenden Monaten an Land gehen kann. Sie muss sich wohl oder übel mit der Situation arrangieren. Und dann ist da noch dieser seltsame Kapitän, der irgendetwas zu verbergen scheint.

     

    Eine Frau um die Jahrhundertwende an Bord eines Robbenjägers gibt eine neue und recht spannende Perspektive auf das alte Thema „Wal- oder Robbenfang“, das in vielen historischen Romanen rund um das Meer behandelt wird, denn Sarah hinterfragt die harschen Bedingungen und das rüde und zum Teil auch sehr gewalttätige Verhalten der Männer an Bord. Gleichzeitig ist es auch ein Entwicklungsroman, denn Sarah kritisiert nicht nur, sie muss auch viel über das Leben auf einem Schiff und über sich selbst lernen. Dieser Prozess ist ansprechend und überzeugend dargestellt. Von der zimperliesigen gefeierten Operndiva, die wie selbstverständlich annimmt, dass die Männer ihr auch an Bord zu Diensten sind, bis zu einem bodenständigen Fast-Mitglied einer Crew von Seeleuten.

    Und dann sind da noch zwei Männer, der Kapitän und der Matrose Peer. Und da kommt auch meine sehr persönliche, sehr subjektive Kritik an diesem Roman. Die Handlung nahm einen völlig anderen Verlauf, als ich mir gewünscht hatte. Rieb ich mir am Anfang in freudiger Erwartung einer klassischen Liebesgeschichte die Hände (endlich mal eine mit spannenden Protagonisten), so schlug ich sie bald darauf vor Entsetzen über dem Kopf zusammen. Was für mich nicht funktionierte, kann aber für andere Leser der große Vorteil des Romans sein. Das Ende ist ebenfalls stimmig und passt gut zum Roman und den Hauptfiguren.

    Wem könnte dieser Roman gefallen?

    Allen, die genug von Geseufze und gefühlsduseliger Handlung mit erratischen und zimperlichen Protagonistinnen und knurrigen, verstockten Protagonisten haben, deren weicher Kern durch die Kraft der Liebe freigelegt werden muss, haben oder zumindest mal eine Abwechslung möchten. Seemayer setzt nicht auf Klischees, nicht auf Geseufze und heiße Liebesschwüre. Was sie stattdessen bringt, ist eine überzeugende Liebesgeschichte, die über ¾ des Romans nicht dominant im Vordergrund steht, sondern die Erzählung um die Sängerin Sarah auf dem Schiff eher bereichert oder ergänzt.

     

    Wem könnte dieser Roman nicht gefallen? 

    Allen, die lieber einen Roman möchten, in dem die Liebesgeschichte durchgängig im Zentrum steht. Natürlich spielt sie eine große Rolle, sie ist aber nicht im Vordergrund. Auch werden diejenigen, die Wohlfühlromane bevorzugen, möglicherweise nicht auf ihre Kosten kommen.

     

    Insgesamt trenne ich also für mich die unterschiedlichen Ebenen. Auch wenn die Liebesgeschichte auf mich nicht wirkte, so ist es dennoch ein gut und flott geschriebener Roman, der gute Unterhaltung bietet. Ich bin mit dem historischen Hintergrund nicht vertraut, er wirkte aber vollkommen überzeugend und gut recherchiert auf mich.   

  14. Cover des Buches Der Atem der Welt (ISBN: 9783458359692)
    Carol Birch

    Der Atem der Welt

     (53)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Londoner Docklands, 1857: Die Begegnung mit einem aus Jamrachs Menagerie entlaufenen Tiger ändert das Leben Jaffy Browns, dessen Kindheit und Zuhause bisher von Armut, Gestank und Unrat geprägt war. Jamrach bietet dem Jungen, der das mächtige Gebiss des Tigers auf so wundersame Weise unbeschadet überstanden hatte, einen Job in seiner Tierhandlung und damit den Zugang in eine völlig neue Welt voller magischer Geschöpfe und bisher unbekannter Tiere.
    Zwischen Jaffy und Tim, der ebenfalls bereits bei Jamrach arbeitet, entsteht eine nicht immer ausgeglichene Freundschaft, die gemeinsam mit ihrem Fernweh dafür sorgt, dass beide Jungen auf einem Walfänger anheuern. Ebenfalls mit an Bord geht Dan, der im Auftrag eines reichen Exzentrikers für Jamrachs Menagerie in der Südsee einen Drachen fangen soll, über deren Spezies es bisher nur in Spelunken erzählte Gerüchte gibt.
    Anfangs ist den Seeleuten auch das Glück noch hold, aber Abenteuer, Schrecken und Wahnsinn warten...

    Ein Großteil der Handlung dreht sich um die Schiffsreise, die Jaffy als Teenager macht. Besonders in der zweiten Hälfte des Romans sind teils starke Nerven gefragt. 

    Ein wunderbares Buch zum Wegträumen, Alpträume eingeschlossen.

  15. Cover des Buches Winterblüte (ISBN: 9783548289953)
    Corina Bomann

    Winterblüte

     (179)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue

    Im Jahr 1902 hat Johanna eine persönliches Problem. Sie steht zwischen den Wünschen ihrer Familie und ihren eigenen. Gleichzeitig findet ihr Bruder Christian eine Frau am Starnd. Durchgefroren und fast tod. Er nahm sie mit und hat sich schließlich gerettet. Aber der Frau war das wichtigste, was mit ihrem Zweig passiert ist. 

    Eine sehr schöne Geschichte, mit Rätseln und familiären Verstrickungen. 

  16. Cover des Buches Der eiserne Herzog (ISBN: 9783785728185)
    Ulf Schiewe

    Der eiserne Herzog

     (37)
    Aktuelle Rezension von: HBecker

    Guilhem muss sich Zeit seines Lebens alles erkämpfen, vom Herzogtum der Normandie bis hin zum Herz seiner Geliebten. Und als König Eadweard von England ihn zu seinem Nachfolger bestimmt, beginnt sich ein Konflikt mit Harold Godwinson, Bruder der Königin Englands, um den ihm versprochenen Thron abzuzeichnen.

    Positiv überrascht hat mich der ungewöhnliche Gebrauch der historischen Namen. Auch hat der Autor geschickt das Problem der dreifachen „Edith“ gelöst, indem er für jede der Frauen eine alte Namensvariante verwendet. Da es sich hier um meinen ersten Roman aus der Feder von Ulf Schiewe handelt, war mir sein angenehm lebhafter Schreibstil zuvor unbekannt. Besonders gut hat mir gefallen, wie beiläufig-authentisch historische Alltagsdetails in die bildlichen Beschreibungen einflossen und mit hervorragender Recherche und überzeugender Fiktion ein stimmiges Gesamtbild schufen.

    Auch die Figuren überzeugen, sie sind mehrschichtig und überwiegend sympathisch, verfügen dennoch über menschliche Schwächen. Wie bei einer griechischen Tragödie sind es jene negativen Eigenschaften (oder sind es Eigenschaften, die erst durch ihr Übermaß negativ werden?) die nach und nach die Schlinge enger ziehen und auf einen schier unlösbaren Konflikt zusteuern.

    Alles in allem ein fesselnder historischer Roman um die Ereignisse und Personen, die zur Schlacht von Hastings führten; ideal für alle Fans von Ulf Schiewe und die, die es werden wollen.

  17. Cover des Buches Der Eid des Highlanders (ISBN: 9783736309807)
    Lynsay Sands

    Der Eid des Highlanders

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    Clanführer Aulay rettet eine verletzte Frau aus dem Wasser, als diese nach Wochen zu sich kommt, leidet sie unter Gedächtnisverlust und hält Aulay für ihren Ehemann. Und während Aulay und Jetta sich immer näher kommen, droht ihr aus ihrem alten Leben Gefahr.

    Da ich jetzt ein paar Bücher dieser Reihe hinter einander gelesen habe, hat mich hier einfach der immer gleiche Aufbau der Geschichte genervt. Wirklich immer rettet einer der Highlander eine Frau und dieser droht von einem Unbekannten Gefahr und bei der Suche nach dem Übeltäter kommen die beiden sich näher.

    Wenn man dieses Muster mal beiseite lässt, dann war die Geschichte aber unterhaltsam. Auch wenn Aulay zum Ende hin ordentlich ein Brett vor dem Kopf hatte.

    Die Protagonisten mochte ich auch wieder sehr, aber den Buchananclan muss man auch einfach mögen.

  18. Cover des Buches Schweigeminute (ISBN: 9783455405699)
    Siegfried Lenz

    Schweigeminute

     (310)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die skandalträchtige Liebesgeschichte zwischen dem Schüler Christian und seiner Englischlehrerin Stella spielt in einer Kleinstadt an der Ostsee. In aller Heimlichkeit verlieben sich die beiden, doch leider trübt ein tragischer Unfall schon bald das Glück. Mit grosser Sinnlichkeit und Mitgefühl schildert der Autor diese grosse Liebe, die keine Konventionen kennt.


    Eine sehr schöne, ruhige und zeitlose Novelle, die ich gerne gelesen habe. Die klare und feinfühlige Sprache ohne viel Pathos machen das Buch zu einer besonderen Kostbarkeit.

  19. Cover des Buches Herr der Fliegen (ISBN: 9783104915715)
    William Golding

    Herr der Fliegen

     (859)
    Aktuelle Rezension von: Carolina_Jenke1993

    Was würde passieren, wenn ein Flugzeug auf einer einsamen Insel abstürzt und nur Kinder überleben? Sandburgen bauen und herumtollen sicher nicht.

    Binnen kurzer Zeit bauen sie ein Macht Gefüge auf und es eskaliert zu einem brutalen Kampf um Kleinigkeiten. Ich habe das Buch fast auf einen Sitz gelesen und muss sagen, dass ich nur vom ende enttäuscht war. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und hat mir gut gefallen.

  20. Cover des Buches Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym (ISBN: 9783868203035)
    Edgar Allan Poe

    Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym

     (9)
    Aktuelle Rezension von: halo123

    Fangen wir von anfang an an. Die Geschichte wird von Arthur Gordon Pym selbst erzählt der von seinen Erfahrungen berichtet. 

    Den Anfang der Geschichte fand ich etwas langatmig da Pym von einem anderen kleinen Abenteuer erzählt um den Leser in die Geschichte einzuführen. Der Teil hätte etwas kürzer gehalten werden können. 

    Nun zur eigentlichen Geschichte: Arthur schleicht sich auf das Walfangschiff des Vaters von seinem Freund Augustus. Doch die Reise entwickelt sich ganz anders als gedacht. Die Geschichte erinnert an ältere Abenteuergeschichten von Jules Verne plus langatmige Stellen. Dennoch hatte ich meinen Spaß beim lesen bzw. beim hören des Buches. Die Geschichte schafft es wirklich den Leser auf trapp zu halten da man nicht genau weiß was als nächstes passiert. Es gibt wirklich sehr viele Stellen, in denen eine Flucht oder gar das Überleben ausweglos erscheint. An Stoff fehlt es in der Geschichte nicht. Es gab sogar Momente die mich wirklich mitgenommen haben, da immer wieder schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden mussten. Außerdem wusste ich persönlich nicht in welche Richtung die Geschichte gehen würde da die meisten Geschichten von Poe die ich bisher gelesen habe, sehr düster und sogar etwas schaurig und gruselig waren.

    Dennoch kann ich sagen diese Geschichte war interessant zu lesen und eher etwas für die die Abenteuerromane bevorzugen

  21. Cover des Buches Im Krebsgang (ISBN: 9783423252898)
    Günter Grass

    Im Krebsgang

     (205)
    Aktuelle Rezension von: Farbwirbel

    Günther Grass' Novelle 'Im Krebsgang' lag schon Jahre auf meinem SuB und nun habe ich es endlich geschafft, sie zu lesen.

    Inhaltlich war ich tatsächlich überrascht, denn ich dachte, dass es ein historienbezogenes Werk ist und wusste nicht, dass er auch hochgradig aktuell ist.

    In der Novelle geht es um Paul Pokriefke, der selbst als Journalist arbeitet und dem Leser einen Schweinsgalopp durch Vergangenheit und Gegenwart eröffnet.

    Zu Beginn geht es um Gustloff, Frankfurter und Marinesko, drei historische Personen, die im Zusammehang mit dem NS-Regime stehen. Dabei sei kurz erklärt, dass Gustloff als Nazi von Frankfurter, einem Juden, erschossen wurde. Später, als Hitler die KDF-Fahrten eingeführt hatte, wurde eines der Schiffe Gustloff genannt. Wie es der Zufall so will, ist eben jene Gustloff das Boot, mit dem Mutter Pokriefke später mit ihrem Sohn Paul im Bauch vor den Russen flüchtet. An dem Abend, als die Gustloff abgeschossen wird, wird Paul geboren und Mutter Pokriefke erzählt diese Geschichte ein ums andere Mal ihrem Sohn und später auch ihrem Enkel Konrad.

    Wie sich im Lauf der Geschichte herausstellt, ist Konrad sehr vereinamt von dieser Geschichte und entwickelt sich Stück für Stück zu einem Neonazi. Sein Vater beobachtet im Web diese Entwicklung, denn Konny schreibt auf einer Website darüber, doch wirklich einzugreifen wagt er nicht, hat er doch nicht wirklich Kontakt zu ihm.

    Die Geschehnisse spitzen sich zu und die Geschichte wird wiederholt. Am Ende kann man tatsächlich die letzte Phrase der Novelle als Kern dieser erkennen:

    Das hört nicht auf. Nie hört das auf. - S. 216

    Grass fragt in seiner Novelle nach der Idiotie, die Menschen inne haben, die nationalsozialistisches Gedankengut in sich tragen. Vor allem aber trägt er hier einen Sachverhalt vor, der gar nicht so oft thematisiert wird: Intelligtente Menschen und wie diese so denken können und auch, was die Geschichte der Familie in einem jungen Menschen machen kann, wie sie sich weiterträgt. Das war hochinteressant.

    […] Wolfgang Stremplin, der sich online David genannt hatte, einen, wie er sagte, „Nachweis arischer Herkunft“ vorlegte und sich dabei ironisch gab. Den Kommentar zu dem, was er ohnehin wußte, lieferte mein Sohn aus ruhiger Gewißheit: „Das ändert nichts am Sachverhalt. Allein ich mußte entscheiden, ob die mir als David bekannte Person als Jude sprach und handelte.“ - S. 182

    Auf der anderen Seite habe ich das Werk nur schleppend fertig bekommen. Gerade der Einstieg mit all den historischen Persönlichkeiten und dem fast abgehackten Schreibstil war für mich nur schwer anzunehmen. Das Buch wurde zum Schluss hin immer interessanter und dennoch blieb der erste Eindruck für mich sehr präsent. Da ist der Titel dann aber wieder sehr genial gewählt. Im Krebsgang. Genau so wird die Geschichte nämlich erzählt.

    Den Ich-Erzähler Paul mochte ich sehr gern. Gefangen in dem Rahmen seines Lebens und mit einer großen Schippe Ironie erzählt er daraus.

    Schluß mit Gernegroß! Wer sich mit funfunddreißig und beginnendem Haarausfall noch ein Kind andrehen läßt, ist nicht zu retten. Was heißt hier Liebe! Die gibt’s allenfalls wieder ab siebzig, wenn ohnehin nichts mehr läuft. - S. 42

    Seine Mutter war für mich so etwas wie das Ebenbild der Nachkriegsgeneration, die danach in der DDR lebte. Irgendwie politsch verwildert im Kopf, wenn man das so sagen kann.

    Da ich vom Schreibstil und dem Aufbau der Geschichte nicht zu 100 % überzeugt bin, ich aber mit der Aussage d'accord gehe, bin ich mal wieder im Sternekonflikt. Ich vergebe drei Sterne und würde gerne noch einen imaginären, halben Sternd dazugeben.

  22. Cover des Buches Die Insel des Dr. Moreau (ISBN: 9781543036985)
    H. G. Wells

    Die Insel des Dr. Moreau

     (92)
    Aktuelle Rezension von: SorenVC

    Ich finde das war ein schönes kurzes Buch, jedoch habe ich ein wenig mehr erwartet. Der oder die Höhepunkte des Buches waren nicht sehr ausführlich. Ich habe gehofft mehr von Dr. Moreau zu hören als nur ein paar Seiten. Wells hätte mehr erfinden und Dr. Moreau mehr zur Schau bringen sollen.

    Man hätte das Buch noch länger machen können und ich wollte die ganze Zeit mehr Gerede von Dr. Moreau hören. Leider kam dieser glaube ich nur in einem oder zwei Kapiteln vor. Aber das Ende war gut. Ein toller Roman, aber wie gesagt ein wenig kurz und unkreativ. Viel mehr als Tierexperimente gibts da nicht.

  23. Cover des Buches Nordwasser (ISBN: 9783442488681)
    Ian McGuire

    Nordwasser

     (82)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    Ich liebe Abenteuerromane. Dumas, Verne, Melville, London, um nur einige Autoren zu nennen. Ich habe sie als Kind verschlungen und lese sie als Erwachsene immer noch gern. Nun dachte ich, dass die Zeit der großen Abenteuerromane vorbei sei. Von dem Autor hatte ich bislang noch nichts gehört, obwohl der Roman so großen Erfolg hatte, dass er es 2016 in die Top Ten der New York Times geschafft hatte. Zu Recht, denn es ist ein ganz großartiger Roman. Wie bei dem ersten Bad im Meer brauchte ich einen Moment, bis ich mich vorsichtig und langsam in die Handlung hineingetastet hatte, mit Ablegen der „Volunteer“ bin ich aber so tief in die Geschichte eingetaucht, dass ich sie am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte.

     

    Worum geht es? 

    Im Jahr 1859 legt das Walfangschiff „Volunteer“ im englischen Hull mit Kurs auf das eisige Nordwasser ab. An Bord befinden sich zwei Männer. Der opiumsüchtige Schiffsarzt Patrick Sumner, der gerade unehrenhaft entlassen aus Indien zurückgekehrt ist, wo 1857 der Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft brutal niedergeschlagen wurde. Der zweite Mann ist der impulsive und gewalttätige Harpunierer Henry Drax, der auf den ersten zehn Seiten des Romans bereits einen Mord begeht. Und auch an Bord geschieht ein widerwärtiges Verbrechen. Wer steckt dahinter?

    Auf den nächsten 300 Seiten bleibt es durchgehend spannend. Man kommt kaum zum Atemholen. Der Roman hat keinerlei Längen. Bis hin zu einem unerwarteten und spannenden Ende. Was „Nordwasser“ von einigen älteren Abenteuerromanen unterscheidet, ist, dass wir keine Heldenfigur haben, die heroisch allen Widrigkeiten trotzt. Das Leben auf See wird nicht romantisiert, ganz im Gegenteil. Es ist ein extremes, gewalttätiges und oft auch ekliges Buch, bei dem McGuire mit seinem sprachlichen Ausnahmetalent, Unangenehmes im Detail, journalistisch, unsentimental und sehr plastisch zu beschreiben, mir mehrfach ein Kitzeln im Rachen entlockt hat. Ich bin davon überzeugt, dass ich jetzt ganz genau weiß, wie die Unterhose eines Seemanns aussieht – und vor allem riecht -, der sich seit mehreren Wochen nicht mehr gewaschen hat, an Durchfall leidet und sich Filzläuse eingefangen hat.

    Der Roman beginnt mit folgenden Worten: „Sehet den Menschen. Er schlurft aus Clappison’s Courtyard heraus auf die Sykes Street und schnüffelt die vielschichtige Luft – Terpentin, Fischmehl, Senf, Grafit, der übliche durchdringende morgendliche Pissegestank geleerter Nachttöpfe. Er schnaubt einmal, streicht sich über den borstigen Kopf und rückt sich den Schritt zurecht. Er riecht an den Fingern, dann lutscht er langsam jeden einzelnen und leckt die letzten Rest ab, um auch wirklich alles für sein Geld bekommen zu haben.“ (7)

    Die äußere Verlotterung der Seeleute korrespondiert mit der inneren. Je weiter wir uns ins Nordwasser begeben, desto tiefer sinken nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Moral. „Sehet den Menschen.“ Mit diesen Worten beginnt der Roman und was wir in den menschlichen          Abgründen sehen können, die McGuire für uns auftut, ist erschreckend.

     

    Für wen ist dieser Roman das richtige? 

    Für alle Abenteuerlustigen, die gern von ihrer Couch aus die Seemänner dabei beobachten, wie sie in der unwirtlichen Gegend des ewigen Eises gegen Gewalt, Krankheit und Tod ankämpfen. Mehr oder weniger erfolgreich. Für alle, die ebenso wie ich die alten Abenteuergeschichten geliebt haben.

     

    Für wen ist dieser Roman nichts? 

    Ich sage lieber an dieser Stelle, dass zu den Abscheulichkeiten, die der Roman enthält, auch sexueller Missbrauch gehört. Wen das Thema und Genre grundsätzlich interessiert, aber in dieser Hinsicht sensibel ist, sollte lieber zu einem der Klassiker oder vielleicht zu Simmons „Terror“ greifen. Ansonsten ist er sicher nichts für jemanden, der gern während des Abendessens liest oder nebenbei nascht. Das Essen könnte mit dem nächsten Wellengang nochmal auftauchen.

  24. Cover des Buches Oceano Mare (ISBN: 9783455650877)
    Alessandro Baricco

    Oceano Mare

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Luise_Kenner

    "Oceano Mare" von Alessandro Baricco erzählt die Geschichte verschiedenster Menschen, die in einer kleinen Pension aufeinandertreffen und natürlich nicht zu vergessen: Die Geschichte des Meeres. 

    Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, denn ich liebe den ausführlichen und auf Kleinigkeiten konzentrierten Schreibstil des Autors, der nach wie vor auch in diesem Buch wundervoll ist.

    Leider habe ich überhaupt nicht in die Geschichte hereingefunden, da es weder einen zeitlichen noch einen räumlichen Rahmen gibt, hängt man als Leser in der Luft und weiß die Geschehnisse nicht richtig einzuordnen. 

    Auch die Protagonisten waren sehr weit von mir entfernt und ich konnte mich mit keinen von ihnen anfreunden, wodurch ich nach 80 Seiten aufgegeben habe. 

    Trotzdem liebe ich die Bücher von Alessandro Baricco sehr und kann jedem empfehlen, lieber einmal "Novecento" statt "Oceano Mare" zu lesen! 

    Fazit

    Ich finde die Idee, ein Buch über das Meer zu schreiben, wunderbar und auch der Schreibstil ist so schön wie immer, aber leider konnte die Geschichte mich überhaupt nicht in Beschlag nehmen. Ich habe das Buch aus Langeweile leider nach 80 Seiten abgebrochen. 

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