Bücher mit dem Tag "russisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "russisch" gekennzeichnet haben.

107 Bücher

  1. Cover des Buches Goldene Flammen (ISBN: 9783426524442)
    Leigh Bardugo

    Goldene Flammen

     (1.333)
    Aktuelle Rezension von: ylvie_wolf

    Alina – eine Kartografin in der Ersten Armee des Zaren – findet durch einen Zufall heraus, dass in ihr Magie schlummert. Sie wird vom „Dunklen“, der älteste und mächtigste der Grishas, mitgenommen und lernt abseits der Gesellschaft, mit ihrer Magie umzugehen. Doch der Dunkle hat weitaus mehr mit ihr vor, als sie dachte.

    Alina ist eine unsichere, in ihren Augen sehr hässliche und unscheinbare Frau. Und das lässt sie auch immer wieder durchscheinen. Sie hat keine Ahnung, was genau der Dunkle von ihr will, doch lässt sie sich immer wieder auf ihn ein. Der erste Band der Trilogie behandelt das Erwachen der Macht Alinas, das eine ganze Weile auf sich warten lässt und dann ein wenig unspektakulär auftritt. Dazwischen hat man wirklich das Gefühl, man ist zu Teilen im „Harry Potter“-Universum, denn es wimmelt von Unterrichtsstunden, Klassenkameraden und Mentoren, die allesamt entweder super nett oder ätzend sind.

    SPOILER: Im letzten Drittel entwickelt sich der Roman eher in Richtung Liebesgeschichte zwischen drei Leuten, was mich persönlich nicht sonderlich anspricht. Besonders, wenn die Protagonistin wie ein kleines Mädchen agiert und nicht weiß, wohin mit ihren Gefühlen.

    Insgesamt leider voller Stereotypen, keiner wirklich neuen Handlung und ohne Alleinstellungsmerkmal.

  2. Cover des Buches Der Bär und die Nachtigall (ISBN: 9783453320031)
    Katherine Arden

    Der Bär und die Nachtigall

     (175)
    Aktuelle Rezension von: Cara024

    Wasja und der Frostdämon über die Magie Dinge zu verwandeln:

    "Dinge verändern sich nicht, Wasja. Sie sind, oder sie sind nicht. Magie bedeutet zu vergessen, dass etwas je etwas anderes war als das, was du dir wünscht."


    Das Mädchen Wasja wird in einer stürmischen Winternacht geboren. Sie wächst heran zu einem ungestümen, außergewöhnlichen Mädchen. Wild und kaum zu bändigen, ist sie mehr ein Geschöpf der Natur und lässt sich nicht in ein vorbestimmtes und eintöniges Leben pressen. 

    Von klein auf sieht Wasja alle möglichen Wesen, die für andere Augen unsichtbar sind. Sie ist umgeben von den Geistern der alten Religion, viele wohlgesonnen und freundlich. Doch in den Wäldern haust etwas Dunkles und Bedrohliches, lauert und wartet auf seine Zeit.....

    Die Geschichte liest sich beinahe wie ein Märchen, eingebettet in den Mythen und Legenden der alten slawischen Länder. Ein Roman der so ganz unerwartet anders ist, als ich vermutete und doch hat er mich in seinen Bann gezogen. Auch der Schreibstil der Autorin übte einen ganz besonderen Reiz auf mich aus und ließ mich nicht mehr los.

    Hier erhält man Einblicke in die alten Gebräuche vergangener Zeiten. Alle Arten von Wesen, die Haus und Hof beschützten, als sich Menschen noch im Einklang mit ihnen befanden. Naturgeister und Dämonen, dunkle Wesen, Hexen und Magie sind ebenso ein Teil dieses Buches.

    Besonders schön finde ich auch das Buchcover, allerdings darf man sich von seinem märchenhaften Äußeren nicht täuschen lassen, denn das Innere ist spannend, mystisch und auch etwas unheimlich ;-)

    Ein etwas anderes Buch, aber absolut lesenswert !



  3. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.065)
    Aktuelle Rezension von: Rhea_Ross

    Anna Karenina - Leo Tolstoi

    ______________________________________________________________________________

    „Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern…“

    ___________________________________________________________________________


    Meiner Meinung nach gibt der Klappentext eine irreführende Auskunft über die Handlung, da er impliziert im Buch ginge es nur um Annas Affäre. Dem ist nicht so. Anhand von drei Familien wird ein Einblick in die adlige russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ermöglicht. 

    Anna Karenina ist ein Buch, das viel Zeit in Anspruch nimmt und völlige Konzentration erfordert. Denn erst wenn man sich auf die Figuren und deren Welt einlässt, kann man den einzigartigen Charme spüren und ein Abenteuer erleben, welches sehr viele Themen anschneidet, unter anderem die Ehe, die Liebe, die Religion, den Krieg und generell Fragen über die Menschheit und das Leben an sich. Es ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Und obwohl sich die damalige Gesellschaft von der heutigen etwas unterscheidet, sind diese Thematiken immer noch aktuell und beschäftigen uns weiterhin. 

    Es sind Sätze wie diese, die das Leseerlebnis so einzigartig und unvergesslich machen:


    „Warum ich fahre? […] Das wissen Sie. Ich fahre, um da zu sein, wo Sie sind. Ich kann nicht anders.

    […]

    Er hatte genau das gesagt, wonach ihre Seele verlangte hatte, wovor aber ihre Vernunft bange gewesen war. Sie antwortete nichts, und er sah auf ihrem Gesicht ihren innerlichen Kampf.“

    Und obwohl das Buch Anna Karenina heißt und ihre Geschichte sehr spannend ist, ist mein Lieblingscharakter Ljewin. Ohne zu spoilern sage ich nur so viel: Ljewin ist ein Mann, den sich jede Frau wünschen kann. Er ist jemand, der alles richtig macht und am Ende dafür belohnt wird. 

    Tolstoi beschreibt seine Charaktere sehr detailliert und schildert in einer Jagdszene sogar die Perspektive eines Jagdhundes, was sehr unerwartet kam aber so unterhaltsam war, dass ein Schmunzeln nicht unterdrückt werden konnte. 

    Da das Buch so lang ist, verbringt der Leser bzw. die Leserin viel Zeit mit diesen Charakteren und lebt eine Weile mit ihnen. Sehr viele Weisheiten und wunderschöne Zitate stecken in diesem Klassiker, den es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.


    Zum Abschluss möchte ich ein weiteres Zitat mit euch teilen. Die vielen anderen lasse ich euch selber suchen in diesem Meisterwerk. 


    S. 640

    „[…] Denn wenn du nur deshalb arbeitest und lernst, um eine Belohnung zu erhalten, dann wird dir die Arbeit schwer vorkommen, wenn du aber arbeitest […] aus Liebe zur Arbeit, so wirst du in der Arbeit selbst deinen Lohn finden.“


  4. Cover des Buches Meister und Margarita (ISBN: 9783423143011)
    Michail Bulgakow

    Meister und Margarita

     (428)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Grundsätzlich mag ich Bücher, in denen die Handlung nicht vorhersehbar ist, die mich vielmehr überraschen. Hier stellte sich für mich beim Lesen jedoch die Frage, ob das Maß überschritten wurde.

    Zu Beginn konnte ich die Handlung sehr gut nachvollziehen und die gesellschaftskritische Satire gut interpretieren. Später ging für mich die Handlung komplett ins Fiktionale über. Interessant fand ich die Einbindung des Erzählstrangs, der in Jerschalaim spielt.

    Hilfreich war im Nachhinein, das in meiner Ausgabe enthaltene Nachwort der Übersetzerin Alexandra Berlina. Vieles wurde dadurch verständlicher. Auch habe ich mich mit dem Leben bzw. den Lebensumständen Bulgakows beschäftigt, wodurch nochmals Einiges klarer wurde. Vor diesem Hintergrund finde ich den Roman wirklich bemerkenswert. Ein re-read ist nicht ausgeschlossen.

  5. Cover des Buches Machandel (ISBN: 9783328100249)
    Regina Scheer

    Machandel

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Das Schweigen über diesem Dorf war so alt, so alt wie die Sagen von der Mahrte, so alt wie das Märchen vom Machandelboom, wohl ewe dusend Johr." - Regina Scheer, "Machandel"

    Mecklenburg-Vorpommern, 1985: Claras Bruder Jan möchte vor seiner Ausreise aus der DDR unbedingt noch einmal seinen Geburtsort, Machandel, besuchen. Er nimmt Clara mit, die sich sofort in eine alte Kate dort verliebt. Sie beginnt, das alte Wohnhaus zu renovieren und verbringt dort viele Sommer mit ihren Töchtern beim Schreiben ihrer Dissertation über ein altes Märchen. Doch das Dorf bringt sie auch ihrer Vergangenheit näher, der Verganhenheit ihres Vaters im KZ und später als Minister in der DDR, der Verganhenheit von Natalja, einer Ost-Zwangsarbeiterin des 2. Weltkriegs, der von Emma, die nach Machandel kam, um fremde Kinder zu hüten. Sie alle sind durch dünne und festere Fäden verbunden, die Clara nach und nach entwirrt...

    Regina Scheers Roman "Machandel" ist eine wahre Wucht! Er erfasst und verarbeitet so viel deutsche Geschichte und ist dabei so fesselnd und fantastisch geschrieben, dass ich ihn kaum weglegen konnte. Die Autorin erzählt geschickt durch ihre Figuren von Ostdeutschland im Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und darüber hinaus. Sie fängt menschliche Zwischentöne meisterhaft ein, lässt niemanden nur gut oder nur böse erscheinen, beleuchtet Verganhenheiten, die zu unmenschlichen Taten führten und Träume und Hoffnungen, die enttäuscht wurden. Ich war beim lesen dieses fast 500 Seiten starken Romans dauerhaft fasziniert, ich habe sehr viel gelernt auf dieser Reise in unser Gestern und hätte den Figuren noch seitenlang weiter folgen können. Auch das Setting ist wunderbar gewählt, der Roman spielt zwischen Ostberlin und dem kleinen Dorf Machandel in Mecklenburg-Vorpommern, und bildet so sowohl das Leben auf dem Land, als auch das Leben der Städter*innen ab.

    Ich bin ganz ohne Erwartungen an "Machandel" herangegangen, habe es mehr zufällig bei einer Bestellung mit in den Warenkorb gelegt. Wie schön, dass sich gerade so ein Roman als Lektüre genau nach meinem Geschmack entpuppt. Ein Stück deutscher Zeitgeschichte fantastisch erzählt - ein Lese-Muss, nicht nur für begeisterte Leser*innen historischer Romane!

    Hinweis: Im Buch wird das Z- und I-Wort verwendet.

  6. Cover des Buches Schattenwanderer (ISBN: 9783492268028)
    Alexey Pehov

    Schattenwanderer

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Yuria
    • "Schatten bedeutet Leben, Freiheit, Geld, Macht und Ehre."


    "Schattenwanderer" ist der erste Band der "Chroniken von Siala" vom russischen Fantasy-Autor Alexey Pehov. Ich habe bisher noch nichts von der Reihe gehört, umso überraschter war ich als ich erfuhr, wie viele Bände und Geschichten der Autor in dieser Fantasy-Welt geschrieben hat. Und was für eine Fantasy-Welt das ist - High-Fantasy vom Feinsten mit allen erdenklichen Wesen und Geschöpfen, Krieg, Intrigen, mächtigen Herrschern, Magie und Dämonen. Ich war auf jeden Fall sehr positiv überrascht von der Geschichte, auch wenn es zwischendurch auch kleine Längen gab.

    Inhalt: Garret ist ein Dieb und zwar ein Meister seines Fachs,. Seine Welt sind die Schatten, doch als der König selbst ihn in Auftrag nimmt ein Artefakt zu stehlen, drohen die Schatten Garret plötzlich zu verschlingen. Denn dieses Artefakt befindet sich im fernen Hrad Spine. Ein verfluchter Ort, in dem vor vielen Jahren die Völker Sialas ihre Toten bestatteten. Und während Garret sich mit einigen Gefährten auf eine gefährliche Wanderschaft zu den verfluchten Katakomben begibt, droht dem Land nach Jahrhunderten des Friedens Krieg und ein namenloser Schrecken erwacht.

    Cover und Design: Obwohl das Buch bereits 2012 erschienen ist, finde ich das Cover des Taschenbuches noch immer sehr ansprechend. Der verhüllte Mann am Titelbild spiegelt den Charakter von unserem Protagonisten sehr gut wieder und auch wenn die Schriftart des Titels ein bisschen aus der Mode ist, finde ich sie doch sehr passend für diese High-Fantasy-Geschichte.
    Das einzige was ich schmerzlich vermisst habe, war eine Karte von Siala. Da diese Fantasy-Welt wirklich sehr ausführlich und detailreich gestaltet ist, mit jede Menge Königreichen, Gebirgen, Flüssen, Städten und Co und diese Gebiete eine große Rolle im Buch spielen, wäre eine Karte wirklich sehr sehr hilfreich gewesen. Nicht einmal im Internet habe ich eine brauchbar illustrierte Karte gefunden, was mich bei dieser umfangreichen Story doch sehr wundert.

    Meine Meinung: Auf Empfehlung meines Freunds habe ich zu "Schattenwanderer" gegriffen, obwohl ich zuvor noch nichts vom Autor oder seinen Büchern gehört habe und ich muss sagen, dass mich Alexey Pehov wirklich sehr positiv überrascht hat. Er hat mit Siala eine fantastische und sehr umfangreiche High-Fantasy-Welt geschaffen. Es gibt wirklich alles was ein Fantasy-Herz begehrt: Zauberer, Elfen, Orks, Kobolde, Zwerge, Oger ... Doch trotz der klischeelastigen Fantasy-Völker hat es der Autor geschafft, seinen persönlichen Stil in die Story und seine Geschöpfe einzubringen. Die Elfen werden z.B. nicht, wie sonst immer, als anmutiges, perfektes Volk beschrieben, sondern völlig anders, beinahe hässlich. Die Zwerge unterscheiden sich nur anhand des nicht vorhandenen Barts von ihren Verwandten den Gnomen und die Schamanen der Orks wirken die mächtigsten Zauber. Spätestens ab der völlig anderen Beschreibung des Elfenvolks hatte der Autor meine volle Aufmerksamkeit und ich bin begeistert von Siala und seinen vielseitigen Geschöpfen.

    Die Geschichte ist Großteils aus der Ich-Perspektive vom Meisterdieb Garret geschrieben, zwischendurch blicken wir aber auch in die Vergangenheit. Garret ist zwar schon ein etwas älterer Protagonist, trotzdem war er mir auf Anhieb sympathisch mit seiner "Coolness". Als Meisterdieb der Schatten hat man vermutlich schon sehr viel erlebt, darum lässt ihn vieles kalt und Probleme löst er sachlich und strategisch. Ein trockener Humor ist zwischen den Seiten versteckt, der mir des Öfteren ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte.
    Doch das Buch glänzt auch durch bemerkenswerte Nebencharaktere. Garrets Gefährten sind nämlich trotz einer relativ hohen Zahl keine 08/15-Statisten, sondern weisen sehr unterschiedliche und einzigartige Merkmale auf, die sie sofort voneinander unterscheiden. Der Zwerg Deler und sein ewiger Nebenbuhle der Gnom Hallas haben sich mit ihrem Gezanke sofort in mein Herz geschlichen und auch wenn der Kobold Kli-Kli als Hofnarr zuerst einfach nur total nervig ist, steckt viel mehr in ihm, als man zuerst erahnt. Natürlich kennt man noch nicht alle Gefährten in und auswendig, aber es wurde schon mal der Leitstein für Herzens-Charaktere geschaffen.

    Mit "Schattenwanderer" beginnt das Abenteuer von Garret und man wird direkt in die Geschichte eingesogen. Es dauert zwar ein bisschen bis man sich in der komplexen Welt und seiner politischen Situation zurechtfindet, dann lohnt sich die Geschichte aber wirklich. An Spannung, Raffinesse und Fantasie mangelt es auf jeden Fall nicht und ich war beeindruckt von den fesselnden Kampfszenen. Der Verlauf der Story hat mich auch sehr positiv überrascht und nimmt einige sehr interessante Aspekte an, besonders in Bezug auf den Protagonisten Garret. Ich bin wirklich schon sehr gespannt auf die Folgeteile und wie sich die Story und unser "Schattentänzer" noch entwickeln wird. Am Ende des ersten Bandes merkt man bereits, dass der Autor keine Hemmungen gegenüber seinen Charakteren hat, deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass die nächsten Bände noch sehr viel besser werden.
    Eine fantastische Welt mit einer sehr interessanten Story zum Miträtseln und spannenden und fesselnden Kampfszenen. Wer romantische Liebesszenen sucht, ist hier fehlt am Platz - wer düstere High-Fantasy-Geschichten inklusiver Kriegsszenen liebt, genau richtig. Ich kann den Auftakt zu den "Chroniken von Siala" auf jeden Fall empfehlen.

  7. Cover des Buches Nachtblau stirbt die Erinnerung (ISBN: 9783802599316)
    Brigitte Pons

    Nachtblau stirbt die Erinnerung

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Wieder dürfen wir Frank Liebknecht bei seinen Ermittlungen über die Schulter sehen. Diesmal sind es unterschiedliche Kriminalfälle, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben.
    Da ist einerseits die brutale Attacke auf Kommissar Brenner, die ihn niederstreckt als er sich mit René Hübner, dem Trainer seiner Tochter Pia, treffen will. Andererseits beschäftigt ein mysteriöser Fund von Dreißig Silberlingen (ja genau, die Summe des Judaslohns aus der Bibel) in Form von Ostmark und ein geschändetes Grab unseren wackeren Vielbrunner Polizisten.

    Die Zusammenhänge werden auch dann nicht klarer, als René plötzlich an Herzversagen stirbt. Sind die kleinen blauen Tabletten Schuld an seinem Tod oder ist da mehr dran?
    Frank Liebknecht und Marcel Neidhardt stochern in einem undurchsichtigen Geflecht aus Halbwahrheiten, Vertuschen und Geheimnissen. Weiß Pia Brenner mehr als sie zugibt? Und welche Rolle spielt das Enfant Terrible, David Lösch?

    Geschickt verknüpft Brigitte Pons Sport, Doping, Geschäftemacherei und die ohnmächtige Wut einer verlassenen Frau zu einem spannenden Krimi, der sich auch mit der unrühmlichen Vergangenheit des einst geteilten Deutschlands auseinandersetzt.

    Fazit:

    Ein spannender Krimi mit vielen interessanten Sidesteps und unerwarteten Wendungen, daher fünf Sterne und eine Leseempfehlung von mir. 
  8. Cover des Buches Wanka würde Wodka kaufen (ISBN: 9783426521335)
    Jule Kaspar

    Wanka würde Wodka kaufen

     (39)
    Aktuelle Rezension von: paevalill

    Durch eine andere Lovelybooks Userin habe ich erfahren, dass "Wanka würde Wodka kaufen" eigentlich die Vorgeschichte/Nebengeschichte der Reinigungskraft von Max Leif aus den Hypochonder-Romanen der Autorin Juliane Kappler ist. Ich kenne weder die Reihe noch andere Werke der Autorin, weiß daher auch nicht wieso dieser Roman unter einem Pseudonym veröffentlicht wurde. Zumindest kann ich bestätigen, dass "Wanka würde Wodka kaufen" absolut eigenständig gelesen werden kann.

    Wanka ist eine ehemalige Zirkusartistin aus Leningrad, die nach einem Anschlag durch die Mafia ins Zeugenschutzprogramm überführt wird und so in Deutschland landet. Als Jekaterina lernt sie so den Scheinehemann Vladimir kennen und soll mit Hilfe des deutsch-deutschen Herrn Lehmann erfolgreich integriert werden. Die resolute Frau lässt sich aber so gar nichts gefallen und hangelt sich so von Job zu Job und ins Herz der Familie Vladimirs...

    Der Humor des Romans ist herrlich schlicht, spielt mit den kulturellen Unterschieden und sprachlichen Besonderheiten des Deutschen. An den richtigen Stellen findet er einen ernsten Ton und lässt die Charaktere weder farblos noch überspitzt wirken.

    Allerdings wiederholen sich für mich zu viele ähnliche Scherze - ja, ich habe verstanden, dass viele deutsche Ausdrücke und Wörter komisch sind - und Handlungen. Lange Zeit wird der Leser im Dunklen gelassen, wieso Jekaterina im Zeugenschutzprogramm gelandet ist, der Moment der Auflösung und überhaupt die Entwicklung der Beziehung zwischen ihr und Vladimir ist herzerweichend. Während mir die Entwicklungen innerhalb der neuen Patchworkfamilie sehr zugesagt haben, empfand ich den x. Jobwechsel dann als etwas inspiriert. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht.

    Doch wie bereits angedeutet überzeugten mich die Charaktere einfach von vorne bis hinten. Der anfangs noch kalte, bis dato alleinerziehende Vladimir, seine beiden Teenager und die taffe Wanka alias Jekaterina....sie alle sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die Begegnungen im Hausflur, in den verschiedenen Arbeitsstätten, Mal harmlos ernüchternd bis hin zu schockierend übergriffig - hier vermisste ich definitiv keine Vielfalt.

    Alles in allem konnte mich das Buch trotz der genannten Schwächen abholen und mich am Ende überzeugen, auch wenn ich zwischenzeitlich durch entsprechende Wiederholungen und Längen etwas länger gebraucht habe. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, die oben genannte Reihe auszuprobieren, ohne zu wissen, welche Rolle Wanka/Jekaterina dort spielt.

  9. Cover des Buches Call of Crows - Entfacht (ISBN: 9783492280914)
    G. A. Aiken

    Call of Crows - Entfacht

     (42)
    Aktuelle Rezension von: dorothea84

    Jace Berisha hatte kein leichtes Leben und dann hat ihr Mann sie auch nun ja ermordet. Sie kämpft jetzt für die mächtigen Götter der Wikinger, Seite an Seite mit den gefährlichen Crows. Jace liebt Sprachen und Bücher, deshalb soll sie den Protektor helfen. Obwohl die beiden Clans nicht gerade gut aufeinander zu sprechen sind. Ski Eriksen ist ein friedliebender Kerl und fühlt sich von Jace angezogen. 

    Nach dem letzten Band glauben die Crows, dass sie die Göttin aufgehalten haben. Doch als Leser wissen wir das es nicht der Fall war. Doch auch die Crows und die anderen Clans kommen in diesem Band dahinter. Ein auffallender Beginn der Geschichte von Jace. Die etwas gruselig ist. ;) Wie auch schon bei Band 1 ist hier viel dunkler Humor vorhanden und das liebe ich. Die Geschichte ist nicht nur witzig, sondern auch voller Spannung und Action. Jace und Ski Gespräche sind einfach einzigartig und ich liebe es. Diese Reihe überrascht mich von den Charakteren immer wieder. Die Geschichte nimmt Fahrt auf und man fragt sich ob die Crows die Welt wirklich retten können. Denn eine Party feiern können sie auf jeden Fall. Natürlich taucht auch ein Haufen alte Bekannte auf. 


  10. Cover des Buches Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche (ISBN: 9783462043921)
    Alina Bronsky

    Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

     (161)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Was ich mir hier gewünscht hatte: einen Roman mit viel Biss und schwarzem Humor. Was ich bekommen habe: eine menschenverachtende Geschichte, der jeglicher Humor abhandengekommen war und die einfach nur grausam und niederträchtig daherkam. Schade, Frau Baronsky, aber sowas liegt mir nicht. Um die restlichen Bücher der Autorin werde ich einen großen Bogen machen.

  11. Cover des Buches Oktoberfest (ISBN: 9783426506509)
    Christoph Scholder

    Oktoberfest

     (182)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    …in diesem Thriller.

    Das Oktoberfest in München kennt wohl fast jeder. Und hier ist es der Schauplatz eines Geiseldramas, das es in sich hat.

    Es schaudert einen durch und durch, wenn man daran denkt, dass so etwas in der Realität passieren könnte. Das Szenario ist besorgniserregend, für mich aber teilweise auch nicht sehr real. Denn diese Massen und Mengen an nicht nur  „normalen“ Waffen ? Ich weiß nicht.

    Ich denke, als Film käme das Ganze so oder so besser rüber, denn hier im Buch sind die Handlungen doch oft nicht nur sehr verwickelt, sondern ihnen ist manchmal auch nur schwer zu folgen. Und es auch eher trocken geschrieben, also ich konnte mit niemanden so richtig mitfühlen und/oder mit Angst haben.

    Das Ende hat mir so gar nicht gefallen. Nicht alle meine Fragen wurden beantwortet und nicht alles wurde zu Ende erzählt – so was mag ich nicht sonderlich.

     

  12. Cover des Buches Future (ISBN: 9783453317581)
    Dmitry Glukhovsky

    Future

     (39)
    Aktuelle Rezension von: bookish_autumn
    Das Leben in Europa, so wie wir es kennen, existiert in der Zukunft nicht mehr. Der Kontinent ist zu einer einzigen großen Stadt  zusammengewachsen, die maßlos überbevölkert ist. Der Mensch hat es nämlich geschafft, den Tod zu übergehen. Wohnraum ist in der gigantischen Metropole so gut wie gar nicht mehr vorhanden - einzige Möglichkeit: Wohntürme, die in den Himmel ragen. In den oberen Stockwerken leben die Reichen und Mächtigen, während die Mehrheit in den unternen Ebenen ihr Dasein fristet. Auch wenn die Menschen ewig jung und gesund bleiben, haben einige den Wunsch Nachwuchs zu bekommen. Doch dieser ist streng reglementiert und der Preis dafür ist hoch - das Leben eines Elternteils gegen das des Kindes. 
    In dieser Zukunft lebt Jan Nachtigall, Mitglied einer Sondereinheit des Sicherheitsministeriums, die über die Einhaltung der Fortpflanzungsgesetze wacht. Seine Aufgabe besteht darin illegale Kinder und nicht gemeldete Schwangerschaften aufzuspüren. Eines Tages bekommt er einen Sonderauftrag, der als Sprungbrett für seine Karriere dient. Doch leider läuft die Mission nicht nach Plan und Jan ist kurz darauf selbst auf der Flucht...

    Der Klappentext klingt interessant und hat mehr versprochen als gehalten. Der Protagonist Jan Nachtigall ist gewalttätig, vulgär und äußerst unsympathisch. Viele seine Entscheidungen sind fragwürdig, da er sich selbst oft widerspricht. Die Szene, in der die Kirche als Bordell missbraucht wird, ist für mich ein absolutes No-Go.
    Der Schreibstil des Autors ist flüssig und man kommt schnell voran, wenn man sich motivieren kann weiterzulesen. Viele Textpassagen werden öfters wiederholt und streckenweise ist der Roman langatmig. Die Geschichte hätte man ohne Bedenken um paar hundert Seiten kürzen können.

    Die Erwartungen an das Buch waren hoch, allerdings wurde ich bitter enttäuscht.
  13. Cover des Buches The Bear and The Nightingale (ISBN: 9781785031052)
    Katherine Arden

    The Bear and The Nightingale

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3

    Die Geschichte verbindet das historische Russland mit seiner Folklore, den Traditionen, Legenden und Mythen und eine epische Familiengeschichte mit der Emanzipation eines jungen Mädchens. Ich war erst skeptisch, ob eine Amerikanerin eine gute Geschichte schreiben kann, die in Russland spielt, aber sie hat mich angenehm überrascht. Inzwischen habe ich nachgelesen, dass Katherine Arden nach der Schule ein Jahr in Moskau verbracht und anschließend unter anderem Russisch studiert hat.

    Vorgelesen wird die Geschichte von Kathleen Gati, einer Kanadierin, deren Eltern aus Ungarn stammten. Ob sie selbst so einen starken osteuropäischen Akzent hat oder ihn sich antrainiert hat, weiß ich nicht, aber er gibt der Geschichte auf jeden Fall eine passende Note. Die Handlung war mir persönlich zu langatmig, aber da sie sehr märchenhaft und auch spannend, die ewige winterliche Atmosphäre sehr eindringlich beschrieben ist, war es ganz nett, das Hörbuch zu hören.

    Es ist zwar der erste Teil einer Trilogie, aber da die Story in sich abgeschlossen ist, kann man sie auch einzeln lesen bzw. hören. Ich werde diese Trilogie aber nicht weiter verfolgen.

  14. Cover des Buches Kukolka (ISBN: 9783746635392)
    Lana Lux

    Kukolka

     (160)
    Aktuelle Rezension von: einstrauss_vollerbuecher

    Kukolka = Püppchen. So wird Samira genannt, nachdem sie aus dem Heim geflüchtet ist und bei Rocky landet. Rocky gibt ihr ein neues zu Hause und das was sie noch nie hatte: Eine Art Familie, bestehend aus verschiedenen Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Schicksalen. Für ihren Traum in Deutschland zu leben, geht Kukolka für Rocky arbeiten: betteln, "Taschen putzen" und noch wesentlich schlimmeres.

    Kukolka ist ein Roman der absolut traurig macht. Traurig, weil er mit so viel Nüchternheit erzählt wird und so real ist, dass es schon fast schmerzt! In ihrem Debütroman schreibt Lana Lux über schwierige Themen wie Menschenhandel und Zwangsprostitution und berichtet dabei schonungslos und ehrlich. Ein Buch, das einen als Leser viel abverlangt, aber genauso viel gibt, wenn man Trauer, Ekel und Gewalt ausblendet. Ein Buch, dass Augen öffnet, aber Sprachlosigkeit hinterlässt.

    Ganz klare Leseempfehlung, allerdings nichts für zarte Gemüter!

  15. Cover des Buches CRAVING FOR LUST: THE MELTING POT (ISBN: B08QW49C2G)
    Mara Harte

    CRAVING FOR LUST: THE MELTING POT

     (25)
    Aktuelle Rezension von: thatsmybooklife

    Rezension zu „Craving for Lust“ von Mara Harte (The Melting Pot 1 von 3)

    Klappentext:

    CRAVING FOR LUST - Der Auftakt der THE MELTING POT-Reihe von Mara Harte
    Ein heißer Russe.
    Ein Toter in einem Swingerclub.
    Ylsa Fayette kämpft in San Francisco als Mediatorin für Gerechtigkeit und mehr Miteinander. In ihrem Job agiert sie selbstbewusst und unnahbar.
    Dann begegnet sie Aleksandr Sorokin. Der Russe ist so ganz anders als all die Männer, mit denen Ylsa es bisher zu tun hatte. Ein harter Kerl, Inhaber des Swingerclubs »THE MELTING POT« und mit Verbindungen zur russischen Mafia.
    Sie stürzen sich in eine leidenschaftliche Affäre voller Sehnsüchte und Verlangen.
    Aber es gibt dunkle Mächte, die weder Ylsa noch Aleks ihr Glück gönnen.
    Ylsa wird bedroht und muss um ihr Leben bangen.
     Und Aleks? Welches düstere Geheimnis umgibt ihn?

    Meine Meinung:

    Der Moment, wenn man sich an einem Sonntagabend denkt „Hey, lies doch einfach mal in             -Craving for lust- von Mara Harte rein“ und auf einen Schlag gleich mal 50% liest, obwohl man ins Bett sollte. Ich würde sagen, dann hat sich das ganz klar gelohnt.

    Mit Ylsa hat sie eine außergewöhnliche Protagonistin geschaffen, die für ihren Job als Mediatorin lebt. Selbstbewusst vertritt sie ihre Meinung und ihre Mandanten. Doch als sie von ihrer besten Freundin einen neuen Mandanten bekommt, ist plötzlich alles ein klein wenig anders. 

    Denn Aleks Sorokin ist die Art von Mann, der sie schwach werden lässt und ihr Herz zum Beben bringt. Als sie dann mit ihm in die Welt des „Melting Pot“ eintaucht, ist es um sie geschehen. 

    Ab hier beginnt ganz klar der heiße Teil der Geschichte und es wird mehr als prickelnd. Ein feuchtes Höschen ist da garantiert beim Lesen. 

    Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Ylsa befindet sich in großer Gefahr und ahnt gar nicht, wer dahintersteckt. 

    Mara’s Schreibstil ist auch in dieser Geschichte einfach Mara! Flüssig, heiß, spannend und wundervoll im Fluss zu lesen. 

    Einen Besuch im „Melting Pot“ kann ich euch also nur empfehlen. 

    5 von 5 Vodka

  16. Cover des Buches Eisiges Grab (ISBN: 9783596197156)
    Robert Masello

    Eisiges Grab

     (9)
    Aktuelle Rezension von: B.tina_chaosqueen
    Tolle Story, tolle Charaktere 

    Ein Teil der Geschichte beginnt zur Zeiten der russischen Zaren und ihrer bröckelnden Macht. In dieser Zeit rollt eine Seuche über Europa und den Rest der Welt hinweg, die Spanische Grippe. 
    Die Tochter der Zarenfamilie überlebt den Mord an ihrer Familie nur knapp, flieht und trägt den Virus in die neue Welt, wo er Jahrhunderte in den Gräbern einer kleinen Gemeinde schlummert.

    Der zweite Teil der Geschichte spielt im jetzt:
    Der Epidemiologe Frank Slater soll auf St. Peter's Island in Alaska die sterblichen Überreste einer Russischen Gemeinde untersuchen, die 1918 an der Spanischen Grippe gestorben sind. Hat das Virus in den im Eis konservierten Leichen überlebt?


    Es werden abwechselnd die Geschehnisse in Russland um 1918 und die Jetzt-Zeit beschrieben. Beides läuft am Ende zu einer einzigen Handlung zusammen.


    Dem Autor gelingt es die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten. Für mich ein wahrer Genuß zum lesen und mitfiebern
  17. Cover des Buches Winter (ISBN: 9783841905734)
    Barbara Schaefer

    Winter

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    INHALT:

    Frühling, Sommer und Herbst ähneln einander. Nur der Winter steht für sich. Die Welt gerät in einen anderen Aggregatzustand: Wasser gefriert. Die Landschaft wird erst kahl, dann weiß. Was macht das mit den Menschen?

    Barbara Schaefer lebte vier Wintermonate in Grönland, an der rauen, isolierten Ostküste. Sie war überwältigt von der grimmigen Landschaft und den harten Lebensbedingungen. Sie wanderte über den gefrorenen Baikalsee, suchte den Schnee am Kilimandscharo, überquerte auf Schneeschuhen eine Hochebene in Schweden, reiste nach Norwegen, in die Arktis und in die Alpen und versuchte dabei zu ergründen, was das ist: Winter. Und warum der so viel Freude bringen kann. Sie hörte Winterlieder, las Winterbücher, sah Winterfilme. Sie hat draußen manchmal jämmerlich gefroren – und wollte dennoch in diesen Momenten nirgends anders hin. Denn anstatt am Strand zu liegen, trifft sie lieber Menschen im Winter. In den Bergen, am Meer, in der Stadt.

     

    EIGENE MEINUNG:

    Schon die Aufmachung dieses Buches passt für mich perfekt ins Bild und ist etwas Besonderes. Es handelt sich um ein Hardcover, jedoch ohne Schutzumschlag. Der Leineneinband hat eine tolle Struktur und ist in einer blaugrauen – für mich sehr winterlichen – Farbe gefärbt. Der Titel steht groß im Mittelpunkt und ist wie „Eine Liebeserklärung“ und der Name der Autorin von weißen, verschieden großen Punkten – Schneeflocken – umgeben. Ein wenig schade fand ich es, dass die Schrift am Buchrücken sich leider mit fortschreitendem Gebrauch etwas abgelöst hat. Dafür liebe ich das Lesebändchen und beim ersten Aufschlagen erwartet einen auch eine Überraschung: So farblich zurückhaltend die Gestaltung von außen auch ist, die erste/letzte Seite sind in einem tollen Orangeton gehalten. Mit so etwas hatte ich gar nicht gerechnet und finde den Kontrast und die Wirkung auf mich als Leser ganz toll!

     

    Zu Beginn finden wir ein fein gestaltetes Inhaltsverzeichnis, dass uns die großen Kapitel „Winterliebe“, „Nordwärts“, „In die Stadt“, „In den Bergen“ und „Vom Eise befreit“ mit vielen Unterpunkten aufzeigt. Darauffolgend beginnt jedes dieser großen Kapitel mit einem winterlichen Aquarell. Eine umfangreiche Bibliografie ergänzt am Ende die Ausführungen und in beiden Umschlagseiten befinden sich toll gestaltete Karten. Diese waren für mich aber eher Zier als wirkliche Information. Etwas problematischer fand ich die sehr kleine Schrift, die mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat.

     

    Da ich „Winter“ als Sachbuch eingruppiert habe steht unter „Inhalt“ mal wieder der Original-Klappentext. Für mich klang er in erster Linie nach einem Reisebericht – dann habe ich jedoch viel mehr bekommen! „Eine Liebeserklärung“ trifft es perfekt: In den fünf angesprochenen Kapiteln werden die verschiedensten Aspekte des Winters beleuchtet. Die eigenen Reisen der Autorin sind natürlich damit verflochten, bilden für mich aber nicht den Mittelpunkt, sondern eher einen roten Faden. Im Buch selbst geht es um viel mehr und so viel Verschiedenes: Was sind eigentlich Eis, Schnee, Eisblumen, etc. Wie entsteht dies alles? Welche Forschungen wurden dazu angestellt? Es geht um Eisklettern, Lawinen, verschiedene Reisen, historische Persönlichkeiten rund um das Thema, Maler, Autoren, Polarforscher, Kindheitserinnerungen, Schicksale. Natürlich dürfen auch die Polarlichter, Wintersport, Klimawandel, Wissenschaft und Tiere im Winter nicht fehlen. Über das „Natürlich“ im letzten Satz musste ich jetzt selbst etwas lachen, denn das war es für mich eigentlich zu Beginn überhaupt nicht. Dieses Buch hat mich in so vielen Aspekten überrascht und ich höre jetzt auch damit auf so viele dieser aufzuzählen. Wo ich am Anfang noch damit gehadert habe, dass ich keinen rechten roten Faden fand, war ich zum Schluss völlig begeistert von der lockeren Zusammenstellung von „Winterthemen“!!

     

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es war zu jeder Zeit unterhaltsam und flüssig zu lesen, auch wenn einem das ein oder andere Thema mal mehr, mal weniger lag. Ich habe so viel Wissenswertes erfahren, ohne je das Gefühl zu haben in einem Lehrbuch zu lesen. Barbara Schaefer schreibt mit einer solchen Begeisterung, dass es einfach ansteckend ist. Ich habe in einer anderen Rezension gelesen dieses Buch sei ein „Reiseverführer“ und kann nur zustimmen. Auch wenn ich, als Winterfan, für viele Orte und Unternehmungen daraus wohl doch nicht gemacht bin. ;)

     

     

    FAZIT:

    Die Vielseitigkeit und Unvorhersehbarkeit dieses Buches hat mir wahnsinnig gut gefallen – es ist eine Mischung aus Reise- und Erlebnisbericht, Geschichte und Kultur, sowie Wissenschaft und noch so vielem mehr! Die Autorin hat mich in eine tolle Winterstimmung versetzt und zum Nachdenken angeregt! Außerdem habe ich viel dazu gelernt! Man merkt wie sehr sie den Winter liebt und im Laufe des Lesens auch wie sehr man selbst ihn mag! Auch als Geschenk kann ich mir „Winter“ sehr gut vorstellen.

  18. Cover des Buches Russendisko (ISBN: 9783442477838)
    Wladimir Kaminer

    Russendisko

     (526)
    Aktuelle Rezension von: cyranelli

    Gekauft hätte ich mir das Buch nie. Habe aber oft laut gelacht beim Lesen. Teils ein bisschen zu grotesk und dick aufgetragen, die Klischees der Wende und der russischen Bevölkerung in Berlin etwas zu geschraubt dargestellt. Alles in allem aber trotzdem lesenswert, obwohl ich dem hype nicht ganz folgen kann.

  19. Cover des Buches Wächter des Zwielichts (ISBN: 9783453316201)
    Sergej Lukianenko

    Wächter des Zwielichts

     (425)
    Aktuelle Rezension von: Olaf_Raack

    Zwielicht – das beschriebt die Welt am besten, in die der Autor seine Leserschaft verfrachtet. Alles wirkt leicht düster und beklemmend. Niemandem, egal wie freundlich, ist zu trauen. Ein permanentes Gefühl von zuschnappenden Fallen und boshaften Intrigen hat mich beim Lesen begleitet. Das Buch ist, wie gewohnt, in drei Teile aufgesplittet, deren einzelnen Geschichten am Ende brillant miteinander verwoben werden.

    Das, was Lukianenko hier abliefert, ist wie in den ersten beiden Büchern, ganz hohe Kunst. Keinesfalls fällt dieser Band gegenüber den ersten beiden ab, sondern setzt die Geschichte eindrucksvoll fort.

    Der Stil ist fesselnd und hat mich das Buch fast nicht aus der Hand legen lassen. Wer die Wächter-Reihe nicht kennt, sich einer urbanen Fantasygeschichte gegenüber aufgeschlossen zeigt und schon immer mal eine andere, düstere und zwielichtige Seite Russlands kennenlernen wollte, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

  20. Cover des Buches Wolkodav I - Das Schwert des Grauen Hundes (Slawische Fantasy) (ISBN: 9783946608066)
    Maria Semenova

    Wolkodav I - Das Schwert des Grauen Hundes (Slawische Fantasy)

     (9)
    Aktuelle Rezension von: junia
    Wie kam ich zu diesem Buch?
    Durch eine Leserunde wurde ich auf das Buch aufmerksam. Es ist das erste Buch von Maria Semenova, das ich lese. Ich habe das Buch als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten, was aber keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung hat.

    Wie finde ich Cover und Titel?
    Das Cover ist sehr passend. Zu sehen ist Wolkodav, seine kleine Fledermaus und andere Elemente, die ihr im Laufe des Buches kennenlernen werdet. Auch der Titel erschließt sich beim Lesen.

    Um was geht’s?
    Auf den Inhalt gehe ich an dieser Stelle nicht allzu detailliert ein, den Klappentext könnt ihr ja selbst lesen und eine Zusammenfassung des Buches muss ja nun nicht in die Rezension. Lasst euch aber gesagt sein, dass sehr viel passiert in der Welt von Wolkodav, der im Grunde seines Herzens ein guter Mensch ist und schon so einiges in seinem Leben hinter sich hat. Mit 12 Jahren wurde sein Dorf ausgelöscht, er entkam und war einfach nicht totzukriegen. Jahre später nimmt er Rache am Mörder seiner Lieben. Immer dabei, eine flauschige, flugunfähige Fledermaus und neu gewonnene Freunde, die er bei seiner Rache befreit und die ihm seitdem die wichtigsten Menschen sind, für die er nun sorgt. Die Story ist logisch, spannend aufgebaut, hatte einige für mich überraschende Wendungen, einige waren etwas vorhersehbar. Ich würde das Buch nicht so wirklich als Fantasy einordnen, eher als abenteuerliche Saga.

    Wie ist es geschrieben?
    Der Schreibstil ist als eher schwierig deklariert, ich empfand ihn allerdings als recht flüssig und zügig zu lesen, der Ausdruck ist gewählt, aber durchaus zu verstehen. Die Beschreibungen sind nicht zu ausschweifend, aber detailliert und bildhaft genug, um gleich in der Story drin zu sein.

    Wer spielt mit?
    Die Charaktere sind gut gezeichnet, ich konnte mir die Gegebenheiten sehr gut vorstellen und habe die Charaktere kennengelernt, ich habe mitgefiebert und mitgelitten.

    Wie steht es mit der Fehlerquote?
    Das Buch war meines Erachtens sehr gut korrigiert und dementsprechend eine Wohltat für die Augen beim Lesen.

    Wie kam es bei mir an? / Was hat das Buch ausgelöst?
    Ich fühlte mich hier wirklich sehr gut unterhalten und konnte in die Story eintauchen. Es war nicht so wirklich Fantasy, aber durchaus spannend, wenn auch mit einigen Längen, beispielsweise wenn sich Wolkodavs gute Taten und das stetige Misstrauen ihm gegenüber wiederholen.

    Mein Fazit?
    Das Buch hat mir gut gefallen, somit erhält es von mir 4 von 5 Sternchen und kann guten Gewissens weiterempfohlen werden. Es wird nicht das letzte Buch der Autorin sein, das ich lese, denn ich möchte wissen, wie es mit Wolkodav und der flauschigen Fledermaus weitergeht.
  21. Cover des Buches Nach Onkalo (ISBN: 9783827013149)
    Kerstin Preiwuß

    Nach Onkalo

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Matuschek ist allein. Die ungewohnte Stille macht ihm zu schaffen. "Es gibt keine Geräusche mehr außer seinen." Eigentlich hätte sie längst mit dem Besenstiel an die Decke klopfen müssen. Verschlafen hat er deshalb, und das Frühstück ist auch noch nicht fertig. Die Heizung ist kalt und ein Anflug von Panik macht sich breit.

    Die gewohnte Ordnung der Dinge ist erheblich gestört. Vierzig Jahre alt ist er und wohnt immer noch bei seiner Mutter. Seine Sachen für die Arbeit sind nicht gepackt und die Tauben auch noch nicht gefüttert. Stattdessen liegt sie im Bett, "macht aber immer noch keine Anstalten aufzustehen...".

    Matuschek versteht das nicht. Deshalb geht er rüber zum Russen, obwohl er nicht weiß, was er ihm sagen soll. Igor versteht ihn trotzdem und kommt mit in sein Haus. Matuscheks Mutter ist tot. Einfach so gestorben. Ohne Warnung und Vorzeichen.

    Kerstin Preiwuß schildert mit einfachen Worten ein ebenso einfaches Leben, erzielt damit aber eine große Wirkung und Nachhaltigkeit. "Nach Onkalo" ist wie ein Film mit langen Einstellungen und kommt ohne jede Spezialeffekte aus. Die braucht es auch nicht, denn mit ihren simplen Sprachkonstruktionen weiß sie zu berühren und das Leben an wesentlichen Punkten zu treffen.

    Matuschek ist kein großer, starker Held. Er sehnt sich wie jeder Mensch nach Glück, doch in wesentlich kleinerem Rahmen. Bescheidenheit ist für ihn eine ganz normale Sache. Zum Leben braucht es nicht viel. Mit Irina, der Cousine von Igors Frau, viel Sonne und den frisch aufgebackenen Brötchen vom Vortag scheint sein Glück ganz aktuell besiegelt zu sein.

    Die Autorin zelebriert kein großes Theater. Im kleinen Rahmen sieht sie keinen Platz für verschachtelte Weisheiten und komplizierte, existenzielle Suchspiele. Wenn Matuschek einmal tot ist, will er "ins Wasser zu den Fischen", nicht auf den Friedhof. "Teuer ist das und für nichts."

    "Die ersten Wochen nach Mutter" gestalten sich schwierig. Unlösbar scheint das zunächst alles zu sein. Doch manchmal ist die Lösung einfacher als man denkt. Igor meint, dass man Dinge aussprechen muss, "damit sie vor einem stehen und man ihnen in die Augen sehen kann". Ob das vielleicht ein Weg ist?

    So ein Buch ist ein Glücksfall. Die Geschichte von Matuschek und einer handverlesenen Auswahl von Nebenfiguren, wie er selbst eine ist, erzählt vom Leben am Rand der Welt. Man müsste einmal den Inhalt von Bücherregalen prüfen. Vielleicht sollten die ganzen halben Sachen raus und Perlen wie "Nach Onkalo" hinein.
  22. Cover des Buches Ein einziges Geheimnis (ISBN: 9783736309685)
    Simona Ahrnstedt

    Ein einziges Geheimnis

     (151)
    Aktuelle Rezension von: Bibi1999

    Alexander de la Grip ist bekannt für sein Aussehen und seine Frauengeschichten. Isobel Sorenson ist Ärztin, welche sich in gefährliche Kriegsgebiete gibt, um dort Menschen zu helfen. Die beiden treffen aufeinander, als Isobel Geld für ihre Hilfsorganisation braucht, welches Alexander im Überfluss hat. Die beiden kommen sich nach und nach näher und Isobel merkt, dass Alexanders Verhalten nur Fassade ist.

    Das Buch umfasst 669 Seiten. Es handelt sich um den zweiten Teil der Reihe. Dieser kann jedoch auch unabhängig der anderen Teile gelesen werden. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Neben Alexander und Isobels Perspektive gibt es auch noch die von Alexanders Familie und Bekannten. Das gefällt mir sehr gut, da man hier auch noch etwas von Natalia, Alexanders Schwester, und David mitbekommt, welche im ersten Teil die beiden Hauptcharaktere waren. Schade finde ich, dass Peters Liebesgeschichte, der Bruder von Alexander, hier auch abgehandelt wird. Über ihn hätte ich mir gerne den dritten Band gewünscht.

    Die Geschichte ist sehr gutgeschrieben und ich war von Anfang an drin. Isobel war mir sehr sympathisch, doch auch Alexander gefiel mir charakterlich gut. Man erfuhr hier so viel mehr über ihn und was in ihm vorgeht. Die Beziehung die sich zwischen den beiden entwickelt, hat mir gut gefallen. Ich konnte Isobels Abneigung ihm gegenüber nachvollziehen und kann mir vorstellen, dass es wohl vielen Frauen so gegangen wäre, die auf der Suche nach etwas Echtem sind. 

    Der Schluss gefiel mir sehr gut. Als Alexander Isobel zu Hilfe kam, hat Isobel gemerkt wie wichtig er ihr ist. Allgemein eine klare Leseempfehlung.

  23. Cover des Buches Der Zauberer der Smaragdenstadt (ISBN: 9783596809776)
    Alexander Wolkow

    Der Zauberer der Smaragdenstadt

     (190)
    Aktuelle Rezension von: Krimine
    Nachdem Elli durch einen Wirbelsturm in ein fremdes Land gerät, ist der Schreck riesengroß. Plötzlich weiß sie nicht mehr, wo sie genau ist und wie sie nach Hause kommen soll. Deshalb macht sie sich gemeinsam mit ihrem kleinen Hund Toto auf den Weg in die Smaragdenstadt, wo der Zauberer Goodwin wohnt. Dabei ist sie nicht die Einzige, die auf die geheimnisvolle Kraft des bekannten Magiers vertraut. Auch eine Vogelscheuche, die ohne Gehirn leben muss, ein Eiserner Holzfäller, dem ein Herz fehlt und ein Löwe, der schrecklich ängstlich ist, begleiten sie dorthin. Doch anstatt nach dem beschwerlichen Weg ihre Wünsche zu erfüllen, verlangt Goodwin von ihnen, dass sie das Violette Land von der bösen Hexe Bastinda befreien.

    "Der Zauberer der Smaragdenstadt" ist eine Nachdichtung von "Der Zauberer von Oz". Einem Kinderbuch, das von dem amerikanischen Autor Lyman Frank Baum stammt und im Jahr 1900 unter dem Originaltitel "The Wonderful Wizard of Oz" veröffentlicht worden ist. Und während im einstigen Original das Mädchen Dorothy Gale und ihr kleiner Hund Toto gemeinsam mit ihren neu gewonnen Freunden turbulente Abenteuer durchleben, sind es bei Alexander Wolkows Nachdichtung Elli und Totoschka, die auf eine gefährliche Reise zum Palast des Zauberers gehen. Dabei treffen sie auf eine Vielzahl von Fabelwesen, Säbelzahntiger und Menschenfresser, die oft nichts Gutes in Schilde führen. Aber auch seltsame Völker kreuzen ihren Weg, wie die kleinen Käuer, die im blauen Land wohnen oder die Schwätzer, die im Rosa Land zu Hause sind.

    Bereits im Jahr 1964 als deutsche Erstausgabe erschienen, verzauberte das kindgerechte Fantasymärchen Groß und Klein. Durch die Vielfalt an Figuren, ihre absonderlichen Fähigkeiten und der nicht vorhersehbaren Abenteuer ist die Spannung durchgängig hoch, während es immer wieder neue und vor allem seltsame Dinge zu entdecken gibt. Eine wunderbar fantasieanregende Geschichte, deren Hype bis heute anhält und die immer wieder als Vorlage für neue Verfilmungen und Geschichten dient. Hinzu kommen eine kindgerechte Sprache, nachvollziehbare Handlungsweisen und eine liebevoll gezeichnete Bebilderung, die dafür Sorge tragen, dass die Abenteuer von Elli und ihren Freunden nicht so schnell vergessen sind.

    Fazit:
    Eine zauberhafte Fantasygeschichte für Groß und Klein.
  24. Cover des Buches Gesammelte Werke 2 (ISBN: 9783453526310)
    Arkadi und Boris Strugatzki

    Gesammelte Werke 2

     (14)
    Aktuelle Rezension von: sturlu
    Wie bewertet und bespricht man einen Sammelband mit drei Romanen, die zudem so unterschiedlich sind? Am besten in Form von Einzelwertungen: "PICKNICK AM WEGESRAND": *** Wenn es sechs Sterne gäbe, würde ich sechs vergeben. Gehört meines Erachtens zum Besten, was im Genre SF je geschrieben wurde, zu recht ein absoluter Klassiker. Deshalb habe ich mir dieses Trio mit in den Urlaub genommen, in der Hoffnung, dass die anderen beiden Romane, die man diesem zur Seite gestellt hat, mich ähnlich packen würden. "EINE MILLIARDE JAHRE VOR DEM WELTUNTERGANG": *** Sehr kurzer Roman, auch inhaltlich näher an einer Kurzgeschichte, denn es wird eigentlich nur eine einzige Idee ausgearbeitet. Diese ist zwar ganz originell, zündet aber eigentlich nur als geistreiche Parodie auf das intellektuelle Klima im Stalinismus. "DAS EXPERIMENT": *** Die beschriebene Stadt ist eine faszinierende Vision, in dieser Hinsicht vergleichbar mit dem "Picknick". Inhaltlich wird mir leider nicht klar, was die Autoren mir damit sagen wollten. Natürlich sind wieder politische Anspielungen auf das damalige politische System zu erkennen (für Insider sicher noch viel mehr als für mich), aber darüber hinaus ist die Aussage des Romans für mich nicht recht greifbar. GESAMTEINDRUCK: Ich werde mit dem Gesamtwerk der Strugatzkis wohl nicht mehr warm. Bereits zu früheren Zeitpunkten hatte ich es z.B. mit der "Schnecke am Hang" oder der "zweiten Invasion der Marsianer" versucht, aber das ist anscheinend einfach nicht meine Art der SF. Nichts gegen Gesellschaftskritik und literarische Experimente, aber das scheint mir eher Stoff für Leser zu sein, die bewusst kafkaeske bis undurchdringliche Geschichten schätzen. Vielleicht sticht das "Picknick" aus meiner Sicht daraus nur deshalb hervor, weil mich das geschilderte Szenario so fasziniert.

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