Bücher mit dem Tag "rassenhass"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "rassenhass" gekennzeichnet haben.

105 Bücher

  1. Cover des Buches To Kill A Mockingbird (ISBN: 9781784752637)
    Harper Lee

    To Kill A Mockingbird

     (454)
    Aktuelle Rezension von: chillbibliophie

    INHALT:

    At the age of eight, Scout Finch is an entrenched free-thinker. She can accept her father's warning that it is a sin to kill a mockingbird, because mockingbirds harm no one and give great pleasure. But Scouts world isn‘t as happy as it seems. 

    REZENSION:

    Ich bin relativ schwer in das Buch hineingekommen. Das könnte aber an der englischen Version liegen. 

    Die Geschichte wird aus der kindlichen Sicht von Scout, was also auch etwas anders ist. 

    Leider war für mich einfach nicht wirklich viel los. Erst am Seite 200/310 ging es mal. Da wurde auch endlich das Hauptthema aufgegriffen. 

  2. Cover des Buches Die Stadt aus Messing (ISBN: 9783833240997)
    S. A. Chakraborty

    Die Stadt aus Messing

     (65)
    Aktuelle Rezension von: stefanb

    Bereits das Cover des ersten Bandes ist magisch und zieht einen in seinen Bann. Der Auftakt der Trilogie begeistert durch das orientalische Setting, tolle Charaktere und mythische Kreaturen, Wendungen und eine atemberaubende Atmosphäre.

    Der Blick in das Glossar offenbart erst einmal viele Namen und auch viele Informationen. Ich hatte erst Bedenken, dass diese Fülle von Informationen einen zu sehr fordert und man eventuell nur langsam in die Geschichte findet. Tja, geirrt. Man startet sehr gut mit der Protagonistin Nahri in die Geschichte, ist sofort von der Story und der Welt, der abenteuerlichen Reise nach Daevabad, gefesselt.

    Es gibt zwei Handlungsstränge. Berichtet wird aus Nahris und Alis Sicht. Die Sichten sind konträr und ergänzen sich hervorragend. Der Fokus bei Nahri liegt etwas mehr auf Magie und bei Ali rückt die Politik in den Vordergrund. Es ist abwechslungsreich und wird bis zum Cliffhanger am Ende des Buches nicht langweilig. Dazu trägt auch der gute Schreibstil bei. Man kann wunderbar abtauchen.

    Das World-Building ist herausragend. Es lohnt sich beim Lesen einen Gang herunter zu schalten, damit man in der zunehmend komplexeren Welt den Überblick behält. Die Karte am Anfang und das Glossar helfen zwar, trotzdem muss man aufmerksam lesen.

    Die Belohnung ist eine außergewöhnliche Geschichte – magisch und voller Intrigen. Für mich ist „Die Stadt aus Messing“ von S. A. Chakraborty ein Highlight.

  3. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.306)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Die Handlungsstränge springen zwischen den Jahren 1957/1958 und 1985 hin und her. Teilweise werden Ausflüge in eine noch entferntere Vergangenheit unternommen. Alles bleibt jedoch sehr übersichtlich, es fällt nicht schwer zu folgen.
    Bleibt noch zu sagen was den Kern des Ganzen ausmacht. Eine Schar von Kindern stellt sich im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse einem namenlosen Grauen entgegen, das seit Ewigkeiten ihre Heimatstadt unsicher macht. Niemand scheint etwas zu unternehmen. Bis eine fremde Macht die grenzenlose Fantasie und Wagemut des kindlichen Geistes einzusetzen weiß und den Showdown einleitet...

  4. Cover des Buches Eine Farbe zwischen Liebe und Hass (ISBN: 9783518469965)
    Alexi Zentner

    Eine Farbe zwischen Liebe und Hass

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Luthien_Tinuviel
    Es ist nur, nun, das macht es schwer. Du hast keine Wahl, weißt du? Du wirst geboren,wenn du geboren wirst, deine Eltern sind deine Eltern, und die Dinge geschehen, wie sie gescchehen. EIniges davon ist gut, einiges nicht. Ich kann dir mein ganzes Leben erzählen, aber wenn du nicht dabei warst, wenn du nicht wie ich großgezogen wurdest, ergibt es keinen Sinn für dich. S.137


    Eine Farbe zwischen Liebe und Hass ist vor allem aufgrund seiner Perspektive ein besonderes Werk. Aus der Sicht eines weißen Teenagers, dessen Familie einer radikal- nationalistischen-rassistischen Kirche, der Kirche des Weißen Amerikas angehört, beschäftigt sich das Werk mit Problemen der amerikanischen Gesellschaft und den Schwierigkeiten eines Jungen, der versucht, aus dieser Gemeinschaft des Hasses auszubrechen und dabei doch immer wieder in Zwiespalt gerät.

    Meine Meinung:

    Das Werk von Alexi Zentner ist sehr eindrücklich geschrieben. Der Autor versucht darin nach eigenen Angaben, sich in die Rolle des Jungen auf der anderen Seite hineinzuversetzen, da er selbst ein Attentat von Neonazis auf das Haus seiner Eltern, engagierter Bürgerrechtler, erlebt hat- und dies gelingt im meisterhaft.

    Jessups Geschichte mag fiktiv sein, aber sie regt einen beim Lesen dennoch zum nachdenken an. Und gerade dieses Nachdenken, dieser geradezu bestehende Zwang, mit Jessup, der aufgrund seiner Herkunft und trotz all seiner Ziele, sich von seinem Hintergrund zu distanzieren, offen angefeindet wird, regt doch zum Nachdenken. Die Erzählung ist in einem sehr ernsten, aber aufgrund der Thematik auch angemessenen Ton gehalten und gerade aufgrund der enthaltenen Kontroversen teilweise emotional schwer zu lesen.

    Die Charaktere und Szenen sind realistisch gezeichnet, die Kürze der einzelnen Abschnitte verstärkt noch den Eindruck, den Jessups Perspektive der Geschichte verleiht. 

    Mir war die Handlung zwar auf einen zu kurzen Zeitraum fokussiert, aber die Aussage der Geschichte und deren Effekt ist doch rübergekommen.

    Fazit: Ein ernstes Buch mit zwar bekannter, ernster Thematik, das doch zum Nachdenken anstößt und gerade aufgrund seiner Perspektive besonders und wichtig ist.

  5. Cover des Buches Mehr als nur ein Traum (ISBN: 9783957344601)
    Elisabeth Büchle

    Mehr als nur ein Traum

     (56)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    Felicitas hat mit jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt. Ein unerwartetes Erbe führt sie in den 1960er Jahren nach Mississippi. Trotz aller Warnungen freundet sie sich mit ihren schwarzen Nachbarn an. In der Stadt findet sie schnell Freunde, obwohl sie auch als die „Fremde“ beäugt wird. Sie gerät mitten in die brodelnden Rassenunruhen der Zeit. Und dann ist dort dieser Deputy Landon - von dem sie nicht weiß, ob er Freund oder Feind ist.


    Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht, um mit der tollpatschigen und naiven Hauptfigur anzufreunden. Aber bald hatte sie mein Herz erobert. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, was die Spannung hochhält. Alle aus dem Dorf scheinen Geheimnisse zu haben. Irgendwann bringt der Roman eine Wendung mit einem Thema auf den Plan, mit dem ich nicht gerechnet habe. Zudem gibt es einen fulminanten Shwodown mit einem schönen Schluss. Eine absolute Leseempfehlung. 

  6. Cover des Buches Die Erbin (ISBN: 9783453418462)
    John Grisham

    Die Erbin

     (132)
    Aktuelle Rezension von: DanielaN

    Der weiße Millionär Seth Hubbard ist schwer krank und plant seinen Selbstmord. Vorher aber setzt er ein neues Testament auf, in dem er seine schwarze Haushälterin Lettie Lang zur Quasi-Alleinerbin macht.

    Ein Konflikt, der im US-Bundesstaat Mississippi der 1980er-Jahre einiges an Potenzial bietet: Es geht um die Trennlinien von Schwarz und Weiß, um Arm und Reich, um Familie versus Fremde, um Elternliebe bzw. Nicht-Elternliebe und natürlich um Gerechtigkeit. Viel Stoff also und ich dachte: Wow, das wird spannend.

    "Die Erbin" war mein erstes Buch von dem berühmten Bestseller-Autor John Grisham. Ich wollte schon lange endlich ein Buch von ihm lesen, ging also mit einer gewissen Erwartungshaltung ans Lesen heran.

    Leider hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen, was diesen Autor so wertvoll macht. Über 500 Seiten lang (insgesamt ca. 700 Seiten) begleitet man nur eine Reihe von Anwälten dabei, einen Prozess vorzubereiten und sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen. Über weite Strecken liest sich das Buch für mich wie ein Bericht über die reale Arbeit von Anwälten. Das ist teilweise durchaus interessant, müsste meiner Ansicht nach für einen Roman aber verdichtet werden (Das Wort Dichtung kommt von "dichter machen"). Nicht jeder will sich ins amerikanische Rechtssystem und Erbrecht einarbeiten.

    Richtig interessant wird es erst auf den letzten ca. 150 Seiten, als das Geheimnis, warum Hubbard Lettie Lang zur Erbin bestimmt hat, endlich gelüftet wird.

    Insgesamt: Kann man lesen, wenn man Durchhaltevermögen hat.

  7. Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)
    Harper Lee

    Gehe hin, stelle einen Wächter

     (140)
    Aktuelle Rezension von: SofiaCuorDiLeone

    Ich persönlich verfasse meine Rezensionen gerne eine gute Weile, nachdem ich manche Bücher gelesen habe. Der Grund dafür ist der, dass ich dann das Gefühl habe, das Gelesene vollständig verarbeitet zu haben und noch einmal Zeit hatte, gründlich darüber nachzudenken, was ich dazu zu sagen habe. Bei diesem Werk von Harper Lee bin ich leider etwas gespalten - an sich liest sich das Buch gut und ich verstehe durchaus seinen Kultstatus (zumindest bis zu einem gewissen Grad), aber leider muss ich sagen: Nach dem lesen ist wenig bei mir hängen geblieben. Damit meine ich keineswegs, dass ich mich nicht an das Buch erinnere (in dem Fall würde ich mich nicht darüber äußern, da ich das unangebracht fände), sondern viel mehr, dass der Inhalt und Sprachstil für mich nicht stark genug waren, um wirklich einen nennenswerten Eindruck zu hinterlassen. Das ist schade, da das Buch keinesfalls schlecht ist - es ist nur für mich persönlich einfach nicht stark genug, um mir anderen Werken mitzuhalten, die sich entweder mit ähnlichen Themen befassen oder aus der gleichen Zeit stammen.

  8. Cover des Buches Nation Alpha (ISBN: 9783946955092)
    Christin Thomas

    Nation Alpha

     (80)
    Aktuelle Rezension von: jw3

    Christins Bücher sind kein Mainstream, sie hat nicht ihre eine Richtung die sie immer wieder erzählt. Sie ist vielfältig und passt in keine Schubladen. Ich liebe es.

     

    Christin sucht sich immer etwas schwerere Themen zum Schreiben wie es scheint und doch schafft sie es immer wieder sie so zu verpacken das einem das Buch trotzdem nicht schwer im Magen liegt. Mit Nation Alpha und dem Thema Rassismus hat sie es wieder ganz deutlich gezeigt. Ihr 245 Seiten langes Werk schafft es einen mitzunehmen in eine Welt die hoffentlich nie Realität wird. Eine Welt bestehend aus Alphas und Omegas.  An Omega 4 Seite erlebt man den strengen Alltag der Sklaven und den Hass der Alphas. Doch selbst in diesem Schwarz und weiß das allen anerzogen wurde gibt es Licht. Menschen, die hinter die Hautfarbe sehen und einfach nur den Menschen vor ihnen erkennen.

     

    Durch dieses neue Verhalten gegen über Omega 4 wandelt sich auch ihr Denken gegenüber ihren Sklavenhaltern, sind nicht auch sie gefangen in dem System das sie eigentlich beherrschen?

    So eröffnen sich nach und nach neue Perspektiven und Möglichkeiten in einer Zeit der Nation wo sich alles ändern soll. Denn die Nation Alpha plant ihre Sklaven durch Maschinen zu ersetzen!

     

    Nation Alpha hat mich tief berührt denn es zeigt einmal mehr das Unterschiede und Mauern meist nur in unseren Köpfen existieren. Ausgrenzung ist einfach grundlegend falsch, ganz gleich weshalb sie passiert. Christin hat ein tolles Werk erschaffen das einen an die Hand nimmt und nicht anhält bevor es einem deutlich gezeigt hat das unsere Haut nicht das Kriterium ist nach der wir uns richten sollten.

    >>Ich weiß nicht, was man einem Kind sagt, das sich das Fleisch von den Knochen schrubbt, um sein Leben zu verändern.<<

  9. Cover des Buches Die 2. Chance - Women's Murder Club - (ISBN: 9783442369201)
    James Patterson

    Die 2. Chance - Women's Murder Club -

     (241)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Lieutenant Lindsay Boxer trifft in ihrem zweiten Fall auf einen noch größeren Feind. Ein Serienkiller, der es auf Polizisten und ihre Angehörigen abgesehen hat. Und dann taucht wie aus dem Nichts ihr Vater auf, den sie seit 20 Jahren nicht gesehen hat. Kennt er den Killer?

     

    Meine Meinung:

    James Patterson bringt Lindsay in ihrem zweiten Fall „Die 2. Chance“ zurück in ihre Vergangenheit. Obwohl das Buch schon bald 20 Jahre alt ist, schafft es Patterson, eine Spannung zu erzeugen, die einen noch immer bannt. Es ist rasant, es ist aktuell, es ist spannend. Er wechselt zwischen dem Killer und Lindsay hin und her, was einen noch intensiver in den Bann zieht. Am Anfang ist es zwar kurz etwas langwierig, aber dann nimmt die Geschichte so richtig Fahrt auf.

     

    Lindsay und ihr „Women’s Murder Club“ sind wieder zusammen. Cindy, Claire und Jill. Obwohl die vier Frauen komplett unterschiedlich sind, unterstützen sie sich, sind füreinander da und einfach eine geniale Clique. Neben den gemeinsamen Ermittlungen kommt auch das „Private“ nicht zu kurz und wir lernen die Frauen noch besser kennen und wer wäre nicht gern Teil dieser genialen, unschlagbaren Clique? Aber nicht nur das, auch Lindsays Vater taucht wieder auf. Sie hatte ihn schon komplett aus ihrem Leben gestrichen, nachdem er sie und ihre Mutter vor 20 Jahren Hals über Kopf verlassen hat. Ob ihre Frage nach dem Warum geklärt werden kann und die beiden wieder eine gemeinsame Basis finden werden? Das wird euch das Buch verraten ;)

     

    Auch die Geschichte selbst hatte mich direkt in ihrem Bann. Obwohl das Buch schon vor 2 Jahrzehnten geschrieben wurde, hält Patterson die Spannung oben, überrascht einen, lässt seine LeserInnen mitfiebern. Die Twists in der Geschichte, die immer wieder sich aufbauenden Spannungspeaks, der finale Showdown – nicht viele Autoren schaffen es, über Jahre die Spannung hoch zu halten. Zu schnell ist die Technik und sind die Ermittlungsmethoden fortgeschritten in den letzten Jahren. Daher: Hut ab vor dieser wahrhaften Meisterleistung – das ist wahres Können, wenn ein Buch auch noch nach so vielen Jahren die LeserInnen in Atem hält!

     

    Fazit:

    In „Die 2. Chance“ lässt James Patterson seine Hauptprotagonistin Lindsay Boxer nicht nur auf einen extrem gnadenlosen Täter treffen, sondern auch auf ihren Vater und damit auf ihre Vergangenheit. Obwohl das Buch vor 2 Jahrzehnten geschrieben wurde, ist es unglaublich spannend, aktuell und hält die LeserInnen in Atem. Lediglich die ersten Seiten sind etwas langatmig, aber danach bleibt es mit Plottwists spannend bis zum Ende und selbst am Ende hat der Autor nochmals eine Überraschung für seine LeserInnen in petto.

     

    4 Sterne für dieses geniale Buch, das selbst nach 2 Jahrzehnten noch aktuell und spannend ist – das ist wahres Können!

  10. Cover des Buches Lovecraft Country (ISBN: 9783446258204)
    Matt Ruff

    Lovecraft Country

     (36)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Mein letztes Buch im 2019 und was ich nicht wusste: 'Lovecraft' bezieht sich auf den amerikanischen Schriftsteller H.P.Lovecraft, dessen Werke bekannt sind als fantastische Horrorliteratur, er war der bedeutenste Schriftsteller dieses Genre im 20.Jahrhundert.


    Matt Ruff zeichnet mit diesem Werk düstere Abenteuergeschichten die alle miteinander verwoben sind. Fantastisches, Übernatürliches, Horror und Rassismus geben sich hier die Klinke in die Hand. Der humoristische Grundton von  M.Ruff blitzt immer wieder durch, auch wenn die Machenschaften der weissen Clans mit ihren Geheimgesellschaften ganz gehörig hexen.

  11. Cover des Buches Die Jury (ISBN: 9783453417908)
    John Grisham

    Die Jury

     (523)
    Aktuelle Rezension von: Laurita137

    Ich fand die Geschichte wirklich sehr langatmig, wodurch bei mir kaum Spannung aufgebaut wurde. Die Story wird sehr lang gezogen, wobei es kaum um den eigentlichen Fall geht. Auch als dann der Prozess endlich Lösung, kam bei mir keine Spannung auf, wie ich erwartet hatte. Es ist leider keine Wendung oder ähnliches mehr passiert. Die Schreibweise an sich ist wie gewohnt gut, auch Mal witzig, aber dennoch viel zu lang. 

  12. Cover des Buches Natchez Burning (ISBN: 9783746632100)
    Greg Iles

    Natchez Burning

     (81)
    Aktuelle Rezension von: MichaelSterzik

    I have a Dream (ich habe einen Taum) – dass sind die Worte in einer der berühmtesten Reden von Martin Luther King. Der Afroamerikanischer Bürgerrechtler hielt seine Rede am 28. August 1963 vor mehr als 250.000 Menschen vor dem Symbol der Freiheit – dem Lincoln Memorial in Washington.

    In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Politiker, wie Robert F. Kennedy, J.F. Kennedy und Martin Luther King zu Schlüsselgestalten gegen den Rassismus. Allesamt kämpften diese politisch, sozial und ökonomisch für eine Gleichheit innerhalb der amerikanischen Gesellschaft. Für diese Zukunftsvisionen bezahlten sie einen viel zu hohen Preis – sie wurden ermordet. Vielleicht nicht ausschließlich wegen des Themas der Gleichstellung der amerikanischen Bürger vor dem Gesetz, aber faktisch spielte diese eine wesentliche Rolle. 

    Im Süden der USA wurden unbeschreibliche Verbrechen an Afroamerikaner verübt. Manchmal unter den Augen von korrupten Polizeibeamten, die ggf. private Beziehungen zum Ku-Klux-Klan hatten. Dieser rassenfeindliche und sehr gewalttätige Geheimbund kämpfte auch mit paramilitärischen Mitteln für die Vorherrschaft der Weißen Rasse. Attentate, Mord, Brandstiftung, Raub, Vergewaltigung usw., die Liste der Verbrechen dieses Klans ist lang.

    Analysiert man die Umstände dieser drei Morde an J.F.Kennedy, seinem Bruder Robert und Martin Luther King, so gibt es zwar Täter, aber widersprüchliche Aussagen, viele Ermittlungspannen und noch immer viele, viele offene Fragen, die bisher nicht final beantwortet worden sind. Verschwörungstheorien bringen uns hier nicht weiter – aber Greg Iles verarbeitet in seinem vorliegenden Roman: „Natchez Burning“ seine eigene Theorie.

    Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist mit Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen. (Verlagsinfo)

    „Natchez Burning“ von Greg Iles ist 2016 im Aufbau Verlag erschienen und ist der erste Band einer Trilogie. Der 1000-Seiten starke Roman ist ein absoluter Spannungsgarant. Beachtlich ist es, dass die Spannung enorm schnell auftaucht, aber auch über den gesamten Band diese hält. Es gibt keine langatmigen Passagen, keine überflüssigen Dialoge, oder Nebenfiguren, die man hätte ersparen können. Der Unterhaltungswert immer aktiv – auf jeder Seite – in jedem Kapitel und auch wenn die Perspektiven zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechseln und auch der Erzähler ausgetauscht wird – die Atmosphäre ist außergewöhnlich spannend. 

    Die Verbrechen – die Morde in den 60er Jahren, die die Saat sind für die tödliche Ernte, sind mit einer unglaublich fesselnden Atmosphäre erzählt. Diese Wellen der Gewalt bringen ein Treibgut an Sünden, Rache und Vergeltung mit, die nicht nur die alten Wunden aufreißen, sondern ein Massaker anrichten. 

    Die Südstaaten sind immer gut für Verbrechen und vom Winde verweht werden diese auch durch die Jahre nicht. „Natchez Burning“ ist so authentisch und realistisch erzählt, dass obwohl es eine fiktive Geschichte ist, zu keinem Zeitpunkt man den Eindruck erhält, dass es hier zu übertrieben zugeht. Greg Iles widmet sich allerdings auch nicht nur dem Thema der Rassendiskriminierung, sondern baut sich ein Fundament aus Familiengeschichten, politischen Morden, von korrupten Polizeibehörden, die Macht des Journalismus und der Medien usw. 

    Doch alle diese Themen können nur spannend erzählt werden, wenn die Figuren passend aufgestellt sind. Das sind sie – nichts dem Zufall überlassen und jeder ist der Unschuldige mit den sehr schmutzigen Händen. Emotional ist „Natchez Burning“ stark ausgebaut. Nicht nur, dass man eine Wut auf die Mörder entwickelt, immer schwingt neben dieser Wut auch eine Traurigkeit mit, wenn das Schicksal in der Vergangenheit zuschlägt, nur um wenig später in der Gegenwart um so härter auszuteilen. 

    „Natchez Burning“ von Greg Iles ist für mich einer der stärksten Thriller mit historischem Hintergrund in den letzten fünfzehn Jahren. Diesen Spannungsbogen so souverän am oberen Limit zu halten und auch noch bis zum Ende zu steigern, ist grandios. Das Ende des Romans ist allerdings noch kein abschließendes Ende. Von einigen Personen muss man sich verabschieden und nicht nur die „bösen“ Täter sterben. Es gibt tragische, dramatische Verluste auf beiden Seiten. 

    Fazit

    Beschreiben wir das Wort Spannung – so fällt mir dazu dieser Roman ein. Ein solcher Pageturner auf den man sich stark konzentrieren muss – aber man mit einer großen Schatzkiste mit Unterhaltung, Dramatik, und viel Emotionen belohnt wird. 

    „Natchez Burning“ von Greg Iles muss man unbedingt lesen.

    Michael Sterzik 

  13. Cover des Buches Zu zweit tut das Herz nur halb so weh (ISBN: 9783492302388)
    Julie Kibler

    Zu zweit tut das Herz nur halb so weh

     (146)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Roman gefiel mir recht gut und konnte mich gleich in seinen Bann ziehen. Jedoch waren mir die Schicksalsschläge etwas zu viel. Daher gebe ich 4 Sterne. Hier wäre weniger mehr gewesen. 

  14. Cover des Buches Die Wälder am Fluss (ISBN: 9783832161521)
    Joe R. Lansdale

    Die Wälder am Fluss

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Ein absolut fesselnder, großartiger erzählter Kriminalroman!

    Harry ist 11 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner 9jährigen Schwester Thomasia "Tom" am Sabine River in den Wäldern von OstTexas. Es ist eine harte Zeit, aber seiner Familie geht es gut, bis er eines Tages im Wald eine schlimm zugerichtete Leiche findet.
    Es handelt sich um eine schwarze Frau und deshalb kümmert es keinen groß, was mit ihr passiert ist. Die Sklaverei ist zu dieser Zeit zwar abgeschafft, trotzdem herrschen noch immer die Vorurteile und der Umgang mit Schwarzen wird nachdrücklich und in aller brutalen Deutlichkeit gezeigt.

    Harrys Vater ist Constable in dem kleinen Städtchen und trotzdem auch er noch immer die anerzogenen Vorbehalte nicht ganz ablegen kann, empfindet er keinen Hass gegen diese Menschen - vor allem geht es ihm gegen den Strich, dass dieser Mord ungesühnt bleiben soll. Seine Vehemenz, dem Mörder auf die Spur zu kommen, hat für alle aber ungeahnte Folgen.

    Von Anfang an wird man in diese Zeit zurückversetzt und mit dem Leben von Harry konfrontiert, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Es ist eine raue, aber sehr naturverbundene Lebensweise und spiegelt für mich sehr eindrucksvoll wieder, wie die Menschen damals gelebt und gefühlt haben.

    "... Tom und ich trieben uns von morgens bis abends in den Wäldern herum. Das war nicht unüblich zu der Zeit. Die Wälder waren für uns wie ein zweites Zuhause." Seite 14

    "... dass man damals viel früher mit dem Tod in Berührung kam als heutzutage. Man konnte ihm nicht ausweichen: Wir züchteten und schlachteten Schweine, wir jagten und fischten und waren somit ständig mit dem Tod konfrontiert. Vielleicht hatten wir dadurch mehr Respekt vor dem Leben - sinnloses Leid jedenfalls ließen wir nicht zu." Seite 15

    Die Atmosphäre ist geprägt einerseits durch eine gewisse Unbedarftheit, der strengen, aber dennoch ungestümen Kindheit der Geschwister - andererseits natürlich durch die Arbeit und Ernsthaftigkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen und den vielen Charakteren, die der Autor perfekt gezeichnet hat.
    Er schreibt sehr bildhaft, so dass man die Schauplätze immer direkt vor Augen hat, als säße man vor ihm und hört ihm beim Erzählen zu, während man sich völlig in der Geschichte verliert.
    Es gibt auch einige grausige Details, die sich aus der Ermittlung ergeben, allerdings kommt Joe R. Lansdale ohne Effekthascherei aus und zieht einen immer mehr in die tragischen Ereignisse, die Harrys Leben in diesen Monaten für immer prägen werden.

    Natürlich sind die altmodischen Moralvorstellungen und Vorurteile ständig präsent und zeigen ein deutliches Bild der Gesellschaft ...

    "Man muss wissen, dass weiße Männer sich nicht für farbige Frauen zu interessieren hatten; was natürlich, wie jeder wusste, eine Lüge war, aber es war eine von diesen wohlerzogenen Lügen damals. Wie auch die, dass Frauen nur zur Fortpflanzung Sex hatten und alle jungfräulich waren, wenn sie heirateten." Seite 129

    Es war sicher nicht leicht, der allgemeinen Stimmung gegenzuhalten und grade Harrys Vater hat hier schwer mit sich zu kämpfen. Aber ich mochte ihn, weil er sich dagegen gestellt hat und er seine offene, tolerante Haltung an seine Kinder weitergegeben hat. Er nimmt Harry ernst, fordert ihn und versucht, ihm Verantwortung beizubringen, was auch und gerade zu dieser Zeit eine Menge von Kindern in dem Alter gefordert hat.

    Es ist eine unglaublich gute Mischung aus einem bedrückendem Krimi, dessen Aufklärung viel Zeit in Anspruch nimmt, dadurch aber eher an Spannung gewinnt - und einem Roman über das Leben in den Wäldern am Fluss in einer Zeit, in der Diskriminierung, Härte und schlimme Schicksalsschläge an der Tagesordnung waren. Eine tiefgehende und beeindruckende Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

    Weltenwanderer

  15. Cover des Buches Die Strömung (ISBN: 9783442715176)
    Cilla Börjlind

    Die Strömung

     (120)
    Aktuelle Rezension von: hanka81

    Leider immer noch aktuelle Thematik und Bezug zu Anders Breivik die hier aufgegriffen wird. Und es wird wohl immer aktuell bleiben.

    Sind rassistische Gedanken der Hintergrund für die Morde an zwei kleinen Kindern? Das ist die Frage die sich Mette und Olivia stellen. Doch die Morde passieren in unterschiedlichen Teilen Schwedens und es ist noch nicht einmal sicher, das es sich um den gleichen Täter handelt. Sind es vielleicht mehrere? Und gibt es eine Verbindung zwischen den Opfern. Als einziges scheint es da eine Kommune aus den 70er Jahren zu geben. Hat es was damit zu tun? Und wo liegt dann das Motiv?

    Gefallen hat mir, das es keine einfache Lösung gibt und es auch in den Ermittlungen immer wieder zu Fehleinschätzungen kommt und neue Wege verfolgt werden müssen.

    Viele verschiedene Themen werden hier aufgegriffen und mehrere Ermittlungen laufen parallel. Die Zusammenhänge sind hierbei nicht einfach zu durchschauen. Manchmal ist es mir ein bißchen zu viel, denn auch für Tom ergibt sich die Möglichkeit einen lange zurück liegenden ungelösten Fall doch noch aufzuklären.

    Und zufälliger/passender Weise decken dich letztendlich die Opfer sowohl mit fremdenfeindlichen Motiv, als auch der persönlichen Rache... Mmh...

  16. Cover des Buches Himmel und Hölle (ISBN: 9783596809875)
    Malorie Blackman

    Himmel und Hölle

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Dieses Buch hat sehr viele mühsam verdrängte Erinnerung wachgerufen an "Numbers 1: Den Tod im Blick" von Rachel Ward, meinem Jahresflop von 2016. Die Bücher sind sich nicht nur von den behandelten Themen und dem Handlungsverlauf sehr ähnlich, sondern für mich auch beide, anders kann ich es leider nicht sagen, am Rand des Erträglichen. Anmerkung an dieser Stelle: "Himmel und Hölle" ist acht Jahre vor "Numbers" erschienen. Mit den Ähnlichkeiten meine ich nicht, dass Rachel Ward kopiert hat, sondern schlicht, dass ich die Art des Buches sofort wiedererkannt habe und leider schon nach 50 Seiten geahnt habe, worauf ich mich da, schon wieder, einlasse. Dementsprechend wird dies eine lange Rezension werden, denn ich habe viel zu sagen.


    Das Positive zuerst: Erstens, durch die unfassbare Anzahl von 117 Kapiteln und unzählige Zwischenüberschriften ist bestimmt ein Drittel der Seiten kaum bis gar nicht bedruckt, sodass sich das Buch schneller lesen ließ als bei 501 Seiten erwartbar war. Zweitens, obwohl es sich für mich eindeutig wie eine Schullektüre liest, hat die Autorin darauf verzichtet, die Charaktere mit vulgären Ausdrücken und vermeintlicher Jugendsprache um sich werfen zu lassen. Drittens, die grundlegende Idee, die amerikanische Rassenproblematik umzukehren und aus der schwarzen Bevölkerung die dominierende Gruppe zu machen, die die Weißen unterdrückt, ist mit Sicherheit ein sehr wichtiges Thema. Mehr positive Aspekte konnte ich dem Buch leider nicht abgewinnen.


    Zunächst noch einmal zur Schullektüre: Es gibt für mich zwei Aspekte, die das Gefühl hervorgerufen haben, dass dieses Buch als Schullektüre geschrieben wurde. Zum einen ist es die Aneinanderreihung unzähliger schwieriger und sensibler Themen in diesem Buch. Erste Liebe, erster Kuss, erster Sex, Teenieschwangerschaft, Abtreibung. Alkoholismus, Depression, Suizid. Mobbing, Rassismus, Gewalt, Terrorismus, Mord, Tod. And the list goes on and on and on and on. Leider meine ich das genau so, wie ich es formuliert habe. Diese Themen werden willkürlich, ohne Verknüpfung und oftmals auch ohne Verarbeitung aneinander gereiht. Wenn ein Thema, über das mit Jugendlichen gesprochen werden sollte, abgehakt ist, springt die Geschichte Wochen oder Monate weiter, um sich dem nächsten Punkt zu widmen. Das hat mir gar nicht gefallen. Wäre dieses Übermaß an angesprochenen Themen logisch schlüssig in die Handlung integriert gewesen, hätte es mich nicht gestört. Bei mir entstand aber der Eindruck, dass die Autorin einfach alle Themen, die ihrer Meinung nach in Schullektüren mit Unterrichtsmodellen bearbeitet werden sollten, nacheinander abgearbeitet hat. Dadurch kam die Geschichte nie in den Fluss und war zudem extrem vorhersehbar, weil ich genau wusste, welche Themen mich noch erwarten werden.

    Zum anderen ist das Buch gerade am Anfang eine richtige Moralkeule. Da die ganzen Themen nicht in die Handlung integriert sind, steht hier auch nicht die Geschichte im Vordergrund, sondern die Botschaft des Buches. Noch etwas, das ich gar nicht mag. Ich nehme gerne subtile Gesellschaftskritik auf, wenn eine Geschichte diese bietet. Aber wenn ein Buch ständig mit erhobenem Zeigefinger dasteht und mir "Die Moral von der Geschicht'" so fest ins Gesicht klatscht, dass darüber die Handlung völlig verloren geht, wird es eine anstrengende, langweilige Lektüre. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich unterhalten werden, keine Moralpredigt hören.


    Auch sonst konnte ich dem Buch leider gar nichts abgewinnen. Beispielsweise gibt es keinerlei Worldbuilding. Ich weiß, dass die amerikanische Rassenproblematik umgekehrt ist, sprich dass die Schwarzen die dominanten Herrscher sind, während die Weißen unterdrückt und ausgebeutet werden, worüber sie natürlich nicht begeistert sind. Das war's. Es hätte sehr viel Potenzial gegeben, die Hintergründe zu erläutern und beide Seiten zu beleuchten, denn der Vater von der schwarzen Protagonistin Sephy ist Politiker, während die Familie des weißen Protagonisten Callum Verbindungen zu einer Rebellengruppe hat. Die Autorin nutzt nichts von diesem Potenzial. Außer dass Schwarze und Weiße Menschen der jeweils anderen Hautfarbe hassen, gibt es keinerlei weitere Informationen. Das war wirklich sehr dürftig. Deshalb fehlt der Welt jegliche Tiefe.


    Wie sehr mir die Tiefe in der Welt und der Geschichte fehlen, habe ich gemerkt, als meine Fantasie angefangen hat, sich selbstständig zu machen. Ich habe so verzweifelt gehofft, dass irgendetwas hinter bestimmten Ereignissen steckt, dass ich angefangen habe, mir selbst Hintergründe auszudenken. Ich habe so unfassbar viele Ideen, wie dieses Buch tiefer, spannender, überraschender hätte gestaltet werden können mit subtilen Entwicklungen und informativen Erklärungen. Mein Verstand lechzte nach irgendeiner Art von Hintergrundinformation, aber dieses Buch bietet einfach gar nichts, nicht mal Andeutungen, auf denen ich hätte aufbauen können. Es ist so platt, dass ich es niemals bis zur letzten Seite geschafft hätte, wenn ich die Geschichte nicht mit meiner eigenen Fantasie angereichert hätte.

    Dann sind da noch die Charaktere, die mir im besten Fall gleichgültig waren, im schlimmsten Fall extrem auf die Nerven gingen. Haupt- und Nebencharaktere fand ich einfach unfassbar unsympathisch. Deshalb hat es mich völlig kalt gelassen, dass einige von ihnen sterben. Teilweise war ich sogar froh, dass sie dadurch nicht länger meine Nerven strapazieren konnten, obwohl ich glaube, dass sie eigentlich als Sympathieträger konzipiert wurden. Viele Handlungen der Figuren konnte ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Nicht nur persönlich, sondern auch inhaltlich im Kontext der Geschichte nicht. Die Liebesgeschichte las sich für mich völlig emotionslos und teilweise sogar befremdlich. Denn ich fand insbesondere Sephy so anstrengend, dass ich immer wieder vergessen habe, dass sie eine Jugendliche und kein kleines Kind mehr ist. Außerdem hat sich die Autorin jegliche Charakterentwicklung gespart, indem sie nach jedem einschneidenden Ereignis einfach mehrere Monate überspringt. Die Figur ist dann plötzlich völlig verändert, aber diese Veränderung hat sich in den nicht geschilderten Monaten vollzogen. In Summe vergehen so im Laufe des Buches fünf bis sechs Jahre. Das hat kein bisschen dabei geholfen, den Charakteren in irgendeiner Weise näher zu kommen. Sie sind von Anfang bis Ende distanziert geblieben.


    Des Weiteren werden die vielen Themen, die dieses Buch anspricht, leider nicht nur unverknüpft abgearbeitet, sondern es wird auch jeder einzelne Aspekt lieblos behandelt. Es gibt keinerlei Hinleitungen und keinerlei Verarbeitung von irgendetwas. Alles passiert einfach und fertig. Die Radikalisierung von Familienmitgliedern beispielsweise, wonach sie sich einer Terroristenvereinigung anschließen, geschieht "mir nichts, dir nichts" (S. 359). Kein Witz, das steht wortwörtlich in genau diesem Zusammenhang im Text. An einer anderen Stelle lehnt Sephys Mutter den Internatsbesuch ihrer Tochter strikt ab, nur um ein paar Seiten später plötzlich und ohne Begründung ihre Meinung komplett zu ändern. An einer Stelle, an der durch diese Meinungsänderung jede Menge künstliches Drama entsteht. Einen anderen Grund als dass diese Änderung der Meinung ein Plotdevice ist, konnte ich dem Buch nicht entnehmen. Es war einfach unfassbar praktisch, dass die Mutter es sich in diesem Moment anders überlegt hat. Und das sind nur zwei Beispiele von vielen. Es geschieht immer etwas, das für die Geschichte gerade praktisch ist. Dadurch ist die Erzählung extrem sprunghaft und teilweise zusammenhanglos. Stimmung, Emotionen, Meinungen, Einstellungen - alles ändert sich von Sekunde zu Sekunde. Das war so erschöpfend, dass ich mir gar keine Mühe mehr gegeben habe, dem irgendwie zu folgen.


    In Summe konnte ich mit diesem Buch einfach nichts anfangen. Mehr noch, es hat meine Frustrationstoleranz auf eine harte Probe gestellt. Die Fortsetzungen werde ich definitiv nicht lesen. Stattdessen werde ich versuchen, die Erinnerungen an dieses Buch zusammen mit denen an "Numbers" möglichst schnell zu vergessen.  


    Fazit

    Ich verstehe, welche Idee die Autorin damit verfolgt hat, die amerikanische Rassenproblematik umzukehren. Leider passte an diesem Buch aber einfach nichts. Es gibt keinerlei Worldbuilding und keinerlei Hintergrundinformation oder tiefere Erklärungen. Stattdessen werden unzählige wichtige Themen, die mit erhobenem Zeigefinger vorgetragen werden, teils völlig zusammenhanglos nacheinander abgearbeitet. Es geschieht immer, was gerade praktisch ist und die Handlung am Laufen hält. Zeitsprünge entbinden die Autorin von Verarbeitung der Ereignisse und von Charakterentwicklung. Die Charaktere fand ich allesamt so unsympathisch, dass sie meine Nerven arg strapaziert haben. An „Himmel und Hölle“, das wahrscheinlich mein Jahresflop sein wird, kann ich beim besten Willen nicht mehr als eine Schreibfeder vergeben.

  17. Cover des Buches Das Lächeln des Drachen (ISBN: 9783957346216)
    Elisabeth Büchle

    Das Lächeln des Drachen

     (82)
    Aktuelle Rezension von: evelin-petrov

    Das Buch ist unterteilt in zwei Geschichten. Ich fand sowohl die erste als auch die zweite sehr interessant und gefühlvoll, die Figuren sind gut ausgearbeitet. Im zweiten Teil fand ich besonders den Bezug zum Glauben gut.

    Wovon ich ein wenig enttäuscht war, war der Bezug zwischen beiden Teilen... Da hat meiner Meinung nach die Verbindung etwas gefehlt, bzw. hätte mehr sein können. Trotzdem spannend zu lesen ohne "Füllszenen". Der Schreibstil ist wie immer super!

  18. Cover des Buches Haus der bösen Lust (ISBN: 9783865521491)
    Edward Lee

    Haus der bösen Lust

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Angelsammy

    Was? Schon wieder Edward Lee? Ja, auch dieses Buch las ich bereits vor geraumer Zeit. Ich bin von ihm fasziniert und abgestoßen zugleich. Er hat aber etwas an sich, dem man sich als Horrorfan nicht entziehen kann oder will. 

    Dieses Werk sticht aus seinem Oeuvre hervor, denn es ist eine Geiaterhausgeschichte. Zwar mit Szenen harter, dunkler Erotik, aber durchaus annehmbar und was Perversität und übersteigerte Gewalt angeht angenehm zurückhaltend für Lee'sche Verhältnisse. 

    Gast / Tennessee: Justin Collier ist zwecks Recherchen für sein Buch in diesem Ort. Als er in einer Pension ein Zimmer anmietet, merkt er nach dem Eintritt, daß er ungeheuer geil ist. Er würde am liebsten jede, die er erblickt ...

    Es ist aber nicht seine Lust, sondern das Haus selbst, das diese triggert. Andere haben dieses Phänomen auch schon erlebt. Justin beginnt nachzuforschen. Ein Historiker vor Ort ist ihm behilflich. 

    Noch dazu muß Justin feststellen, daß es in dieser Pension spukt, als er unheimlicher Vorkommnisse gewahr wird. 

    Offenbar hängt dies alles noch mit dem Bürgerkrieg zusammen. Historische Rückblicke gewähren dem Leser*in eine Erläuterung der aktuellen Ereignisse der übernatürlichen Art. 

    Diese Ebenen der Vergangenheit und Gegenwart sind exzellent miteinander verzahnt. Abgründe tun sich auf. 

    Das Buch ist packend und gruselig. Justin ist sympathisch. Die Charaktere sind wahre Unikate - im Guten wie im Bösen. Sogar Humor ist präsent. Die Atmosphäre ist schön verdichtet und man fliegt nur so durch die Seiten. Wirklich hervorragend, diese düstere Kost!

  19. Cover des Buches Die Frauen von Savannah (ISBN: 9783462047813)
    Beth Hoffman

    Die Frauen von Savannah

     (104)
    Aktuelle Rezension von: Kyra112

    Cecilia Rose Honeycut lebt in Ohio. Dieses Buch spiegelt ihre Kindheit in Teilen vom Kleinkindalter bis ungefähr zum zwölften Lebensjahr wieder. Bis zum Tod ihrer Mutter, die unter einer schweren psychischen Störung litt, lebt sie mit ihren Eltern in Willoughby. Ihre Mutter lebt in ihrer eigenen Welt, ihr Vater ist nie da und CeCe muss früh lernen, mit der Krankheit ihrer Mutter zu leben. Dies fordert eine Kindheit und beginnende Jugend, die geprägt ist durch Einsamkeit und Hänseleien.
    Nach dem Tod der Mutter lebt sie bei Ihrer Großtante und deren Haushälterin. Nun blüht Cecilia auf bis zu einem dramatischen rassistischen Vorfall. Cecilia muss lernen, das Leben zu akzeptieren.

    Ich fand dieses Buch sehr berührend. Die Charaktere dieses Buches prägen es sehr tiefgehend.
    CeeCee ist ein Mädchen, welches über eine ungeheure Stärke verfügt. Sie lernt, das Schicksal ihrer Mutter hinzunehmen und dafür ihr eigentliches Leben, ihre Kindheit aufzugeben. Je verrückter die Mutter wird, umso mehr zieht sie sich in ihre eigene Welt zurück. Sie liebt und bewundert ihre Mutter, weshalb man ihr anmerkt, dass sie deren Verfall umso mehr kränkt. Sie steht in so mancher Situation über den Dingen, bewahrt einen kühlen Kopf und meistert sie mit einer Bravour, da kann sich so manch ein Erwachsener ein Beispiel nehmen. Schlussendlich wird sie aber ihrer Kindheit beraubt.
    Es ist vor allem die Haushälterin ihrer Großtante, Oletta, die CeeCee zurück ins Leben holt. Sie lässt sie Kind sein, hört ihr zu und gibt ihr unwahrscheinlich wichtige Tipps für ihr weiteres Leben. Oletta lehrt sie Vergebung, Stärke , Sensibilität und Akzeptanz, aber gleichzeitig Lebensfreude.
    Jeder der weiblichen Hauptcharaktere dieses Buches ist ein, im positiven Sinne, eigensinniger Charakter. Dieses Buch strahlte auf mich eine ungeheure Sensibilität und Lebensfreude aus. Jede dieser Frauen ist bewundernswert und beispielgebend. Dies merkt man auch am Schreibstil. Die Erlebnisse CeeCees und ihre Gedankengänge zeigen eine unwahrscheinlich hohe emotionale Intelligenz. Aber auch die Darstellung ihrer Großtante und Olettas zeigen deren Weisheit.
    Dieses Buch spielt in den 1960er Jahren. Es wird auch die Rassenproblematik angesprochen, die für einen Großteil der Buchcharaktere keine Rolle mehr spielt, aber es gibt dennoch, genau wie heute auch, diese eine Person, für die es bis heute eine Rolle spielt. Ich finde es schön, dass diese Problematik angesprochen wurde und genau so behandelt wurde, wie sie es verdient!

    Für alle Leser*in, die gern über Lebensfreude, Zusammenleben und Freundschaft lesen, ein toller und empfehlenswerter Roman.

  20. Cover des Buches Asche und Glut (ISBN: 9783596810680)
    Malorie Blackman

    Asche und Glut

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Ann_Katrin_Wichmann

    Im vergangenen Jahr habe ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen und war sehr begeistert.
    In dieser Reihe gibt ein eine umgekehrte Rassentrennung. Die Zeros (Armen) sind weiß und die Alphas (Reich) sind farbig. Bis jetzt habe noch nichts vergleichbares gelesen.

    Inhalt
    Sephy hat ihr Baby bekommen, welches weder Alpha noch Zero ist. Sie muss sich erst mal in die Rolle einer Mutter gewöhnen. Mit der Zeit lernt sie es und fängt auch an ihr Kind zu lieben. Aber durch ein Ereignis wird es für sie wieder viel schwieriger.
    Jonathan ist nach dem Tod seines Bruder auf Rache an den Schuldigen aus. Für diesen Weg ist ihm jedes Mittel recht. Zu keinem Zeitpunkt im Buch konnte ich ihn leiden. Er ist ein wirklich furchtbarer Mensch.

    Schreibstil

    Der Schreibstil ist relativ nüchtern, sodass es manchmal schwer fällt Emotionen zu den Figuren aufzubauen. Es kommt einem mehr vor als sei man ein ausstehender Betrachter.
    An sich mag ich es, wenn sich ein Autor nicht mit vielen Beschreibungen aufhält, aber hier ist es mir schon zu wenig.
    Aber der Lesefluss ist flüssig und man kann das Buch sehr gut lesen.

    Fazit

    Asche und Glut ist im Vergleich zum ersten Teil etwas schwächer. Was daran liegt, dass ich Jonathan überhaupt nicht leiden kann. Außerdem konnte ich einige Entscheidungen von Sephy nicht verstehen.
    Nach wie vor finde ich die Idee mit der umgekehrten Rassentrennung sehr gut. Und schon wie im ersten Band endet dieser Teil mit einem Cliffhänger, der förmlich danach schreit, den nächsten Teil zu lesen.

  21. Cover des Buches Das Lied meiner Schwester (ISBN: 9783746628677)
    Gina Mayer

    Das Lied meiner Schwester

     (43)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Den Roman habe ich vor längerer Zeit gelesen und hatte vergessen eine Rezension zu schreiben. 

    Nachdem ich bereits 2 Romane von Gina Mayer mit grosser Begeisterung gelesen habe musste es auch dieser sein. 

    Dieser Roman war für mich etwas schwächer als die anderen. Der Anfang des Buches verwirrte mich etwas und ich brauchte länger um richtig in die Geschichte zu kommen. Die Liebe nahm für mich am Anfang einen zu grossen Raum ein. Mir fehlte generell etwas die Tiefe der Charaktere und es gab kleinere Längen. Trotzdem ein interessanter, lesenswerter Roman um die Musikszene und der Widerstand im Dritten Reich, den ich gerne weiterempfehle. 


  22. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423216470)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (992)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dieses Buch ist der erste Band von Mankells sehr erfolgreicher zwölfbändiger Reihe um den schwedischen Kommissar Knut Wallander. Das Original erschien vor über 30 Jahren 1991 unter dem Titel „Mördare utan ansikte“. Der deutsche Titel ist also eine wörtliche Übersetzung des schwedischen Originaltitels. In einem kleinen Dörfchen in Schwedens Süden wird ein altes Ehepaar auf brutale Weise ermordet. Die Polizei tappt zunächst völlig im Dunkeln, da die Opfer weder reich waren noch offensichtliche Feinde hatten. Die Frau sagt kurz vor ihrem Tod auf die Frage, ob sie die Täter kannte, dass es Ausländer gewesen seien. Damit führt Mankell in das Grundthema des Romans ein, die Kritik an der Einwanderungspolitik Schwedens und den zunehmenden Rassismus.

    Seinen Protagonisten Wallander lässt er dazu sagen: „Eigentlich wäre es mir recht, wenn sich die Mörder in diesem Auffanglager finden ließen. Vielleicht würde sich dann einmal was an dieser gleichgültigen und nachlässigen Haltung gegenüber der Tatsache ändern, dass wer auch immer, aus welchen Motiven auch immer ohne Probleme über die schwedische Grenze kommen kann.“ (dtv Tb, 7. Aufl. 2000, S. 56) oder: „Es ist genau der Fehler einer Asylpolitik, was zu diesem Chaos führt. Im Moment leben wir in einem Land, in das, wer auch immer, mit welchen Motiven auch immer, wie auch immer, wann auch immer und wo auch immer hineinkommen kann. Die Grenzkontrollen sind abgeschafft worden. Die Zollverwaltung ist machtlos.“ (ebd., S. 257)

    Diese Sätze sind sehr ähnlich denen, die man 25 Jahre später in Deutschland zu hören bekam.

    Der eigentliche Fall hat, wenn man dem Stern glaubt, ein Vorbild in der Realität: Mitte der 80-er Jahre wurde ein altes Ehepaar in Schweden von Zigeunern ermordet, was auch in der damaligen Wirklichkeit zu einem Anstieg der Ausländerfeindlichkeit geführt hat. Wer das nachlesen möchte:
     https://www.stern.de/kultur/buecher/reise-wallanders-welt-3888364.html

    Neben dem sozialkritischen Part des Romans kann der eigentliche Fall, oder besser die Fälle, leider nicht bestehen. Es gibt einige Ungereimtheiten, die darauf schließen lassen, dass der Fall nur Verpackung sein sollte. Dennoch wäre ein wenig mehr Mühe bei der Gestaltung und vor allem bei der Aufklärung gut gewesen. Manche Stellen lesen sich wie aus einem billigen Groschenroman entnommen, z.B. der nächtliche Sturz Wallanders vom Gerüst, der durch das Hängenbleiben mit dem Bein einen halben Meter vor dem Beton gestoppt wird. (ebd., S.236) oder die Verfolgungsjagd mit dem Pferdetransporter (ebd., S.246).

    Es gibt Sätze, die sind schlicht Unsinn, wobei ich natürlich nicht weiß, ob das an der Übersetzung liegt oder ob es im Original so steht. Ein Beispiel: „Obwohl er es sich eigentlich nicht leisten konnte, nahm er Maltwhisky.“ (ebd., S. 270) Es ist bekannt, dass Alkohol in Schweden sehr teuer ist, aber dass der stellvertretende Polizeichef einer Stadt sich keine Flasche Whisky leisten kann, ist sicher Unsinn. Auch die Gedächtnisleistung der Kassiererin, die sich nach über einem halben Jahr noch erinnern kann, wer nach dem Opfer die Bank betrat und wie der Besuch genau ablief, kann der Kategorie hanebüchen zugeordnet werden.

    Die Beziehung Wallanders zur Staatsanwältin ist sehr hölzern und unglaubwürdig geschildert. Viele Ermittlungsansätze werden nicht weiterverfolgt, gesponnene Fäden enden im Nichts. So bleibt unklar, was es mit den argentinischen Knoten auf sich hat oder mit Wallanders Anfrage bei seinem ehemaligen Freund, dem Galopptrainer. So richtig dicke Freunde werden Wallander und ich wohl eher nicht mehr. Zwei Sterne.

  23. Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783499218255)
    Harper Lee

    Wer die Nachtigall stört ...

     (979)
    Aktuelle Rezension von: Maryloubooks

    "Nein, Jem, ich glaube, es gibt nur eine Art von Menschen. Einfach Menschen."
    "Aber wenn es nur eine Art von Menschen gibt, warum können sie dann nicht miteinander auskommen? Wenn sie alle gleich sind, warum haben sie dann nichts anderes im Kopf, als sich gegenseitig zu verabscheuen?"

    Hier mal der Klappentext: 》Amerika in den 30er Jahren. In die idyllische Südstaaten-Kindheit der 8-jährigen Scout und ihres älteren Bruders Jem drängt sich die brutale Wirklichkeit aus Vorurteilen und Rassismus. Scouts Vater Atticus, ein menschenfreundlicher Anwalt, soll den schwarzen Landarbeiter Tom Robinson verteidigen, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat. Tapfer versuchen Scout und ihr Bruder, das demokratische Gerechtigkeitsempfinden ihres Vaters zu unterstützen, und geraten dabei selbst in große Gefahr.《

    Auch wenn das Buch eine Empfehlung von mir bekommt, muss ich eine Warnung aussprechen: Es ist keine leichte Kost.
    Bei mir schwebten immer wieder Fragezeichen über meinem Kopf weil ich einfach nicht verstehen kann, wie man Menschen mit einer anderen Hautfarbe so dermaßen verachten kann.

    Scout macht im Buch eine wahnsinns Entwicklung durch. Sie ist gerade dabei ihr Gerechtigkeitsempfinden zu entwickeln. Ihre Hinterfragungen sind sehr glaubhaft rübergebracht worden. Man merkt auch wie Scout von der Gesellschaft beeinflusst wird, sich aber später selbst die Frage stellt, wieso sie sich nicht selbst eine Meinung darüber bildet.
    Harper Lee gibt uns dabei einen schonungslosen Einblick in ihre eigene Kindheit.
    Es ist ein Buch, das zwar jeder gelesen haben sollte, aber keinem kann übel genommen werden wenn man es nicht lesen möchte.
    Ich hab mich in dem Zeitraum, in dem ich es gelesen habe, so ziemlich jeden Tag aufgeregt. Das Buch und die Handlungen bleiben einem im Gedächtnis, die Erinnerungen daran spuken einem eine ganze Weile im Kopf herum. 

    Scout, Jem und Atticus sind beeindruckende Charaktere, die ihren Prinzipien treu bleiben, selbst wenn es heißt sie gegen den Rest der Welt. Sie versuchen gegen das Meer aus Hass anzukommen, das ihnen entgegenschlägt.

    In dieser Geschichte wird kein Happy End versprochen sondern die Realität. Die harte, unfaire, verachtende, niederschmetternde Realität. Aber sie gibt Aufschluss. Aufschluss darüber wie es früher war, Aufschluss darüber wie es manchmal immer noch ist und Aufschluss darüber, dass wir uns nicht vom gesellschaftlichen Verhalten leiten lassen sollten.

     

  24. Cover des Buches Menschenkind (ISBN: 9783644002654)
    Toni Morrison

    Menschenkind

     (88)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Menschenkind von Toni Morrison – Im Haus Nr. 124 in der Bluestone Road, am äußersten Rand von Cincinnati treibt sich ein Geist herum. Es ist Sethes Tochter, die vor achtzehn Jahren im Babyalter starb und seither nicht zur Ruhe kommt. Aber dies ist nicht der einzige Grund, warum seit all diesen Jahren jeder das Haus und dessen Bewohnerinnen so gut es geht meidet. Selbst Sethes Söhne Buglar und Howard haben irgendwann Reißaus genommen. Nur Denver ist noch da, Sethes andere Tochter und Grandma Baby und irgendwann taucht Paul D. auf, ein alter Leidensgenosse aus der Sweet Home-Zeit. Dort auf der Sweet Home Plantage lernte Sethe auch Baby Suggs Sohn Halle kennen, die drei Pauls und den wilde Sixo. Sie wollte so gerne ein normales Familienleben mit Halle führen, aber als der alte Besitzer der Farm verstarb, übernahm der Schullehrer die Führung und alles änderte sich.

    Toni Morrison erzählt eine packende Geschichte, die immer wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet neue Puzzleteilchen aufzeigt, die am Ende ein traurig-schauriges Bild ergeben. Sehr offen und unverblümt, in oftmals poetisch anmutender Sprache führt Morrison durch eine, für mich immer wieder unfassbare Zeit, dennoch liest sich Sethes tragische Geschichte wie ein fesselnder Thriller. Ein Toni Morrison Werk, das 1988 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Große Erzählkunst!

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