Bücher mit dem Tag "prekariat"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "prekariat" gekennzeichnet haben.

27 Bücher

  1. Cover des Buches Wenn ich wiederkomme (ISBN: 9783257071702)
    Marco Balzano

    Wenn ich wiederkomme

     (190)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Daniela ist eine der vielen Frauen aus Osteuropa, die nach Italien kommt und hier Arbeit findet um so ihre Familie zu Hause zu unterstützen. Liebevoll und voller Hingabe widmet sie sich dem alten Mann als Pflegerin und dann wird sie Kinderfrau und sieht die Kinder heran wachsen. Ihre eigenen Kinder aber sind zu Hause ohne Mutter. Angelica kommt besser damit zurecht und muss doch als Mutterfigur für ihren Bruder Manuel her halten. Manuel vermisst die Mutter schmerzlich und nach dem Tod des geliebten Großvaters findet er keinen Halt mehr. Angelica freut sich, dass sie studieren kann, denn Daniela schickt das Geld dafür, aber die Mutter ersetzt das nicht. Dann passiert etwas furchtbares, ein Unfall und Manuel liegt im Krankenhaus und da muss sich Daniela entscheiden und sie muss ihre Familie wieder finden. Das Buch von Marco Balzano ist ein ganz wunderbares Werk und auch sehr wichtig wegen seines Themas. Viel zu oft verliert man sich und denkt, wenn man wieder kommt, dann ist wieder alles beim Alten, aber die verlorene Zeit kann man einfach nicht nach holen. Marco Balzano hat ein großartiges Gespür für seine Figuren und schreibt mit viel Gefühl und in einer wunderbaren und unaufgeregten Sprache. Dieses Buch bietet viel zum nachdenken und ist auch super für Lesekreise geeignet.      

  2. Cover des Buches Wie später ihre Kinder (ISBN: 9783446264120)
    Nicolas Mathieu

    Wie später ihre Kinder

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Nicolai_Levin

    Die 1990-er. Ein Kaff irgendwo in Lothringen. Seit das Stahlwerk zugemacht hat, gibt es gutbezahlte Arbeit nur für Leute, die hinüber nach Luxemburg pendeln. Sonst bleiben schlechtbezahlte Jobs über die Zeitarbeitsfirma. Viel zu tun gibt es auch sonst nicht außer saufen, kiffen, Motorrad fahren und ficken.

    In Momentaufnahmen im Abstand von je zwei Jahren, jeweils in der Hitze des Hochsommers um den Nationalfeiertag am 14. Juli herum, beobachten wir eine Gruppe Jugendlicher und ihr Umfeld. Anthony hat ein hängendes Lid und ist nicht der Hellste. Er lebt im Hier und Jetzt und will ein bisschen Spaß im Leben; er steht auf Steph, die aus etwas besseren Kreisen kommt. Ihr Vater ist Kulturamtsleiter, und sie erkennt, dass sie weg muss aus der Enge der Provinz. Hacine hingegen will es vor Ort schaffen, anerkannt und reich zu werden. Er will nicht wie sein Vater enden, der nach Jahren der Maloche mit seiner knappen Rente in einer Sozialwohnung wohnt und immer ein Fremder bleiben wird. Als Hacine zur Besserung in die alte Heimat nach Marokko geschickt wird, baut er sich erstmal die Verbindungen auf, um in großem Stil Shit nach Frankreich zu verticken.

    Mit feinem Blick und unsentimentaler Haltung schildert Nicolas Mathieu die Tristesse der Provinz, die Träume und Sehnsüchte der jungen Leute, die Knüppel, die jedem immer wieder zwischen die Beine fliegen. Es ist lebendig und mitreißend, so dass es bei allem Scheitern dennoch nicht deprimierend wirkt. Mathieu hat für dieses Buch 2018 den Prix Goncourt gewonnen, und den hat er sich für meine Begriffe verdient.

  3. Cover des Buches So soll er sterben (ISBN: 9783442464401)
    Ian Rankin

    So soll er sterben

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Der 15. Band der Edinburgher Krimireihe von Ian Rankin ist im Original 2004 unter dem Titel „Fleshmarket Close“ erschienen. John Rebus und Siobhan Clarke sind aufgrund der Auflösung des CID-Büros St. Leonard’s an den Gayfield Square versetzt worden, wo sie noch nicht so richtig eingebunden sind und deshalb freischaffend arbeiten. Rebus ermittelt mit den Kollegen vom Torphichen Place zum Tod eines Asylbewerbers, Siobhan sucht nach einer vermissten jungen Frau und nebenbei werden im Lagerraum eines Pubs in der Altstadt zwei Skelette gefunden. Rankin wäre jedoch nicht Rankin, wenn die Fälle nicht irgendwie zusammenhängen würden.

    Das gesellschaftliche Grundthema des Romans ist die Flüchtlings- und Asylproblematik und die damit einhergehende, rassistische Ausländerfeindlichkeit. Die ausländerfeindlichen Sprüche und Vorurteile unterscheiden sich in nichts von denen, wie sie in Deutschland zu hören waren und sind. „Die Hälfte von denen ist noch nicht mal bereit, unsere Sprache zu lernen. Kassieren bloß Geld vom Staat und das war’s.“ (Goldmann Manhattan gebunden, 1. Aufl. 2005, S. 78) „Schottland den Schotten“ (ebd., S.79). Und auch die Selbstwahrnehmung ähnelt der in Deutschland: „„Ich war der Meinung“, sagt er, „dass Großbritannien mehr Flüchtlinge aufnimmt als irgendein anderes Land““ (ebd., S. 341)

    Die Empathie des Autors für die miserable Situation der Asylbewerber ist dem Buch anzumerken und doch beleuchtet er die Problematik nicht nur aus dieser Sicht, sondern versucht, möglichst viele Aspekte anzusprechen und auch das Dilemma der Polizei, dass bei aller Empathie eine illegale Einreise eine illegale Einreise ist, wird nicht ausgespart.

    Ein Roman in gewohnter Rankin Qualität, wobei ich mir gewünscht hätte, dass Rankin am Ende noch ein paar Seiten spendiert hätte, um den ein oder anderen Faden, das ein oder andere Schicksal detaillierter zu Ende zu erzählen. Da kann man sich zwar einiges vorstellen, hängt dabei aber ein wenig in der Luft. Vier Sterne.

  4. Cover des Buches Das Mädchen (ISBN: 9783596194551)
    Angelika Klüssendorf

    Das Mädchen

     (93)
    Aktuelle Rezension von: Leseabenteuer

    In dem Roman begleiten wir ein junges Mädchen, welches in schwierigen Verhältnissen aufwächst. Der Vater trinkt, die Mutter schlägt und kümmert sich nicht. Wir sehen hier die Folgen, die sich bei dem Mädchen bemerkbar machen.Das wird sehr eindrücklich und schmerzvoll dargestellt.Mir tat sie echt Leid, da sie immer als schlecht hingestellt wurde, aber viele Situationen wurden , durch Missverständnisse hervorgerufen. Das ganze spielt sich in der DDR ab und wir bekommen einen kleinen Einblick in die staatlichen Einrichtungen und deren Regime. Hier hätte ich eine ausführliche Beschreibung interessant gefunden. Ein Buch über ein Schiksal, welches wohl auch heute noch aktuell ist.

  5. Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783499271274)
    Heinz Strunk

    Der goldene Handschuh

     (283)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    Der Roman, der im Jahr 2016 mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben des kleinwüchsigen, missgestalteten und geistig minderbemittelten Serienkillers Fritz („Fiete“) Honka, der im Jahr 1976 nach einem Brand in dem Wohnhaus gefasst wurde, in dem er zahlreiche Frauenleichen versteckt hatte. Die Opfer nahm er aus der Kneipe „Zum Goldenen Handschuh“ mit, neben Honkas Wohnung einer der Hauptschauplätze des Romans.

    Strunk hat lange an dem Roman gearbeitet, er hat Einsicht in die Akte Honka bekommen und war nach eigener Aussage selbst 150 Mal im Goldenen Handschuh. Eine so akribische Charakterstudie der verkrachten Existenzen, die sich mit Alkohol versuchen, die Realität wegzutrinken, wäre sonst auch wohl kaum möglich gewesen. Die Handlung ist ja den meisten, die von Honka gelesen haben, ähnlich wie bei anderen Serienkillern, grob bekannt. Daher gehe ich darauf jetzt nicht ein, sondern nur auf meinen ganz persönlichen Leseeindruck.

    „Drei Uhr morgens an einem eisigen Tag im Februar 1974, der kleine, schiefe Mann mit dem eingedrückten Gesicht und den riesigen Händen sitzt seit zwölf Stunden auf seinem Stammplatz an der kurzen Seite des L-förmigen Tresens und redet auf den Nebenmann ein: «Ich kannte da ma eine, die hab ich geliebt. Irgendwann war sie weg. Das ganze parfümierte Fleisch, da denk ich noch mein Leben dran. Der Leberfleck und alles … aber wenn die ein so sieht wie jetzt grad, so tief kann eine ja nich sinken, dass ihr das egal ist …».“ (15).

    Bei allem Lustekel zeigt der Roman aber natürlich auch die Anti-Karrieren der Personen, die ihr klägliches Dasein im Goldenen Handschuh fristen und auch die aus unterschiedlichen Gründen zum Scheitern verurteilten qualvollen Versuche von Fiete diesem Limbo zu entkommen und ein normales fast schon bürgerliches Leben zu führen. Doch der Goldene Handschuh wirkt magnetisch. Wer einmal in den Sog gekommen ist, kommt immer wieder. Und eben dieses Leben steht auch eigentlich im Zentrum des Romans, nicht so sehr die Morde selbst. Wer auf die gespannt ist, dem könnte vielleicht Fatih Akins Film besser gefallen, den ich gesehen habe, bevor ich das Buch gelesen habe. Sie sind beide gut – jeder auf seine eigene Art und Weise.

    Das, was an diesem Roman so faszinierend und so anders ist, ist das tiefe Eindringen in das Gehirn eines Mannes, das wohl (hoffentlich) so völlig unterschiedlich von dem der Leser funktioniert, aber einer ganz eigenen, perversen und verdrehten Logik folgt. Das macht Strunk stimmig, drastisch und erschreckend. Das Buch ist grobsinnlich, die Sprache derbe und bildhaft. Ich kann mich nicht erinnern jemals so etwas gelesen zu haben. Vielleicht erinnert es mich am ehesten an das „Parfum“. Nach zwei Romanen bin ich nun sicher, ich bin Strunk-Fan, er ist für mich ein Meister der Tragikomik und ich werde weitere Bücher von ihm lesen, von denen er hoffentlich noch viele schreiben wird. Darauf einen „Fako“ (Fanta-Korn).

     

  6. Cover des Buches Ein Mann seiner Klasse (ISBN: 9783548064673)
    Christian Baron

    Ein Mann seiner Klasse

     (25)
    Aktuelle Rezension von: nicigirl85

    Über eine Online- Lesung bin ich auf den Autor und sein Buch aufmerksam geworden. Gespannt begann ich zu lesen und wurde emotional überrollt von dieser einnehmenden Geschichte.

    Im Buch beschreibt der Autor als Ich- Erzähler seine Kindheit in Kaiserslautern der 80er und 90er Jahre. Sein Vater alkoholkrank, seine Mutter depressiv und drei weitere Geschwister machen das Leben alles andere als leicht. Kann er aus der Armut ausbrechen, obwohl die Chancen alles andere als gut stehen?

    Mir hat besonders gefallen, dass Christian Baron eine Zeit beschreibt, in der ich selbst aufgewachsen bin, so dass ich mich direkt in meine Kindheit hineinversetzt fühlte. Zudem sind wir derselbe Jahrgang.

    Mich hat sehr berührt wie die Familie sich so durchs Leben schlägt. Viele vergessen, dass Alkoholismus eine Krankheit ist und nicht nur den Betroffenen etwas angeht, sondern auch die Erkrankung das Leben der kompletten Familie beeinflusst.

    Die Familiengeschichte wird mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit beleuchtet, denn wir erfahren sowohl etwas über die Geschwister wie sie damals lebten und was sie heute machen.

    Klasse fand ich, dass man trotz allem spürt wie die Familie zusammenhält und wenn es eben die Tante ist, die sich aufopferungsvoll um die Kinder kümmert und auch die Geschwisterliebe war auf jeder Seite spürbar.

    Auch wenn das Geschilderte harter Tobak ist, so hat mich die autobiografische Geschichte ungemein gut unterhalten und ich habe das Geschriebene regelrecht weggesuchtet. Familiengeschichten haben für mich von jeher einen besonderen Reiz und so war auch dies ein perfektes Buch für mich.

    Fazit: Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt. Nur zu gern spreche ich eine klare Leseempfehlung aus. Klasse!

  7. Cover des Buches Als wir träumten (ISBN: 9783104001180)
    Clemens Meyer

    Als wir träumten

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Maus86

    Danie und seine Freunde verleben ihre Jugend im Leipzig der Nachwendejahre. Sie scheinen ziel- und perspektivlos und die Prioritäten liegen darin, gute Zeiten zu verleben und Stärke gegenüber anderen zu demonstrieren. Vieles im Verhalten der jungen Männer ist einfach typisch grenzüberschreitendes Verhalten Jugendlicher und es geht oft um das Austesten der eigenen Grenzen. Beim Protagonisten und dessen Freunden geht es jedoch immer noch einige Schritte darüber hinaus, so dass es Tote durch Autounfälle und Drogenmissbrauch gibt, Gefängnisaufenthalte und Krankenhausaufenthalte nach brutalen körperlichen Auseinandersetzungen. 

    Das Buch ist episodenhaft verfasst, ohne Chronologie und mit vielen Zeitsprüngen zwischen den Kapiteln, die sich vor und wieder zurück bewegen. Es entsteht trotzdem eine gutes Gesamtbild und die Plotlines fügen sich grob zusammen. Wir als LeserInnen nehmen dabei durchgehend die Perspektive von Danie ein. 

    Für mich war das Buch insgesamt sehr eintönig und ich konnte wenig Interesse für die Eskapaden der Jugendlichen entwickeln. Stark fand ich die Szenierie im Jugendarrest, in dem Danie einige Monate verbringen muss. Hier wird ein spannender Mirkrokosmos mit interessanten Strukturen gezeigt. Darüber hinaus fand ich die Plotline zu Mark sehr eindringlich beschrieben und empfand die Auseinandersetzung mit seiner Suchtproblematik literarisch und psychologisch stark. Leider kam das im Buch für meinen Geschmack zu kurz, hierüber hätte ich gerne mehr gelesen. 

    Insgesamt konnte mich der Autor mit dem Buch nicht recht überzeugen und ich habe es leider viel zu gerne zugeschlagen. 

  8. Cover des Buches Generation Doof (ISBN: 9783838706177)
    Stefan Bonner

    Generation Doof

     (659)
    Aktuelle Rezension von: hannaxp

    Ich hab das Buch “Generation Doof” sehr sehr lange vor mir her geschoben und war auch nicht wirklich positiv überrascht. Der Schreibstil ist ziemlich langweilig und zieht sich sehr in die Länge, was ich persönlich nicht sehr gut fand. Am Anfang musste ich ab und zu mal lachen, aber danach wurde es irgendwie immer “schlechter”. Ich gebe dem Buch trotzdem 3 Sterne, weil der Gedanke für dieses Buch eigentlich sehr gut und kreativ war und es sich trotzdem mit einem wichtigem Thema befasst. 

  9. Cover des Buches Bryant Park (ISBN: 9783596196302)
    Ulrich Peltzer

    Bryant Park

     (5)
    Aktuelle Rezension von: CorinaPf
    Inhalt:

    In diesem Buch geht es um Ulrich Peltzer, der in New York lebt und ein Buch über New York schreibt. Es werden mehrere Geschichten in eine versponnen und dadurch ist dies Buch entstanden. Es bricht gleichzeitig der 11 September auf den Autor herein.

    Schreibstil:

    Ich kam mit dem Schreibstil überhaupt nicht zu recht. Ich kam mit der ganzen Geschichte nicht zu recht. Ich weiß nicht um was es in dem Buch gegangen ist. Ich habe rein gar nichts gemerkt. Ich weiß aich nicht was mir das Buch mitgeben wollte.
    Es sind verschiedene Geschichten in eine verwoben und ich wusste nie von welcher Geschichte ich gerade lese.

    Protagonist:

    Da die Geschichte sehr verwirrend geschrieben wurde weiß ich nicht mehr um wem es wirklich in den Geschichten ging. Ulirch Peltzer fand ich im ganten Buch eher kühl und ich konnte keine Verbindung zu ihm aufbauen. Erst als das Ereignis vom 11 September eintrat wurde er mir etwas sympatischer.

    Cover:

    Das Cover ist sehr unscheinbar und ich hätte mir das buch nicht zum voll Preis gekauft. Ich habe mir das Buch nur gekauft da mich der Klappentext angesprochen hat. JEdoch war das Bicj dann doch ein reinfall.

    Fazit:

    Ich kam überhaupt nicht in die Geschichte hinein und weiß auch nicht mehr was ich gelesen haben. Ich kann dem Buch also nur 1 Sternen geben
  10. Cover des Buches Seichtgebiete (ISBN: 9783442156412)
    Michael Jürgs

    Seichtgebiete

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Michael Jürgs betreibt Doofenbashing. Die Behauptung "So schlimm wie jetzt wars noch nie." ist ja nie besonders sympathisch, aber angesichts neuer Tiefpunkte wie Scripted reality ist der totale Tiefstand offenbar noch nicht erreicht. Aber die Behauptung, daß Sarrazin im Ergebnis recht habe, kannst du dir sonstwohin stecken, Alter!
  11. Cover des Buches Weiskerns Nachlass (ISBN: 9783518463925)
    Christoph Hein

    Weiskerns Nachlass

     (14)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    In Rüdiger Stolzenburg beschreibt Christoph Hein einen älteren Universitätsdozenten der nur eine halbe Stelle hat,von der er mehr schlecht als recht leben kann. Außerdem arbeitet er über Friedrich Wilhelm Weiskern, einen Zeitgenossen von Mozart,den fast niemand kennt und möchte über ihn ein Buch herausbringen. Ihm sitzt auch eine Steuernachzahlung im Nacken,von der er nicht weiß wie er sie bezahlen soll. Hein zeigt in diesem Buch das Leben eines chancenlosen Akademikers und seine Schwierigkeiten zu leben in unserer Bundesrepublik und hat dabei die Gesellschaft recht gut beobachtet.
  12. Cover des Buches Neulich in Neukölln (ISBN: 9783548268187)
    Uli Hannemann

    Neulich in Neukölln

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    "Und so ist das vorliegende Buch auch eine Art Liebeserklärung an Neukölln geworden, an seinen spröden Charme und den seiner Bewohner. Freilich fällt die Liebeserklärung selbst ein wenig spröde aus; es ist eher ein von Herzen kommendes „Geht das nicht in deinen dämlichen Schädel: Ich lieb dich doch, du blöde Kuh!" Uli Hannemann schreibt über seine Wahlheimat Berlin-Neukölln – mit einer gehörigen Portion Ironie, der einen oder anderen Hyperbel, einem Schuss Wahnsinn und immer auch – Liebe. So sehr er sich auch bemüht, das Schlechteste an Berlins wohl berühmtesten Bezirk – Rütli-Schule, gescheiterte Integration und Hundekacke, um nur drei Dinge zu nennen – herauszukehren, klingt dennoch ein ums andere Mal durch: Ja, dieser Bezirk hat seine Tücken und ist laut und dreckig und trotzdem möchte ich nirgendwo anders wohnen. Nicht jeder Witz zündet, manche Dialoge oder Situationen sind zu bekloppt und skurril und gehen damit haarscharf an der Wahrheit vorbei. Jedoch versteht Hannemann es vorzüglich, dem Leser mehr als ein Schmunzeln abzuringen und ihn zu heftigem innerlichen Kopfnicken zu bewegen. "Gut, getrunken habe ich heute Abend auch was, ausnahmsweise, um die Erkenntnis aufzufrischen, warum man das nicht tut.“ Wer Berliner und/oder Neuköllner ist, wird an diesem Buch höchstwahrscheinlich seine Freude haben. Große Literatur ist es selbstverständlich nicht, aber den Anspruch hat man wohl angesichts des Titels nicht. Uli Hannemann taugt als Kolumnist jedenfalls mehr als manch anderer. „Im Streckenverlauf der U8 (auch Orient-Express genannt) findet ein sukzessiver Austausch der Verrückten statt. In Neukölln steigen zunächst weniger, dafür aber Schwerstverrückte ein – Qualität vor Quantität. Im gemäßigteren Kreuzberg steigen diese wieder aus oder mischen sich mit der Masse zusteigender Mittelverrückter. Vor dem Erreichen von Berlin-Mitte jedoch verlassen dann alle, wie auf ein geheimes Kommando hin, den Zug, denn vor diesem jungdynamischen Ortsteil haben die Verrückten offenbar ungeheure Angst. Sie werden ersetzt durch Leichtverrückte, die ihrerseits auf Weddinger Gebiet fluchtartig einer frischen Kolonne Schwerverrückter weichen. Ich fahre meistens mit dem Rad.“
  13. Cover des Buches Streulicht (ISBN: 9783518431290)
    Deniz Ohde

    Streulicht

     (64)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    Der Roman „Streulicht“ von Deniz Ohde verdient eindeutig Spotlight. Dies erkannten bereits mehrere Buchpreis-Komitees, weshalb der Roman nicht nur auf diversen Shortlists auftauchte sondern auch Preise gewann.

    Im Zentrum der Geschichte steht ein Mädchen, welches im Arbeitermilieu als Kind eines deutschen Vaters und einer türkischen Mutter aufwächst. Sie kehrt eingangs für die Hochzeit eines befreundeten Pärchens in ihre alte Siedlung zurück und schildert durch Rückblenden ihr Aufwachsen und vor allem ihren Bildungsweg. Aber es handelt sich hierbei keineswegs um einen klassischen Bildungsroman, in dem das „Arbeiterkind mit Migrationshintergrund“ sich einfach mal so zur Bildungselite hinaufarbeitet. Der Roman beleuchtet detailliert, welche Faktoren zusammenkommen müssen, dass Menschen im Bildungssystem Deutschlands untergehen und schlimmstenfalls vollends abdriften.

    Fast schon wie eine soziologische Fallbetrachtung wirkt dieses Prosawerk, denn es schildert ausführlichst zum Einen die geballte Diskriminierung aufgrund von class, race und gender zum anderen aber auch das persönliche Versagen, wenn Mut und Motivation mangelhaft ausfallen. So trägt jeder dieser Aspekte seinen Anteil dazu bei, dass die namenlose Protagonistin auf ihrem Lebensweg bis ins junge Erwachsenenalter immer wieder Rückschläge erlebt, hängen bleibt, überholt und übersehen wird. Die Autorin zückt dabei nicht die Keule des monokausalen Zusammenhangs zwischen Bildungschancen und „nur“ der ethnischen Herkunft der Eltern, oder „nur“ des Geschlechts“, oder „nur“ der Klassenzugehörigkeit, oder „nur“ der eigenen Persönlichkeitsmerkmale und Motivation. Sie verdeutlicht anschaulich, dass meist alle oder viele dieser Komponenten zusammenkommen, um den Lebensweg eines Menschen zu beeinflussen.

    Interessiert verfolgt man, wie das Mädchen in einem Haushalt aufwächst, der nur von außen zu funktionieren scheint. Hinter verschlossenen Türen muss die Familie mit der Abhängigkeitserkrankung des Vaters umgehen, muss das Kind die cholerischen Ausbrüche des Vaters umgehen lernen, muss sie mitansehen, wie ihre Mutter die Reißleine zieht und nicht zuletzt erlebt sie stets latente Diskriminierungen vonseiten ihres äußeren Umfeldes, Vorurteile der Lehrer:innen bezüglich eines „Ausländerkindes“, was aber doch in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, was natürlich die deutsche Sprache beherrscht und sogar sehr gut Englisch sprechen kann. Dies alles hat Deniz Ohde so gekonnt in Form gegossen, dass selbst unangenehme Charaktere trotzdem auch in den persönlichen Bedingtheiten ihrer Motivation verständlich werden.

    Meines Erachtens hat der Debütroman von Deniz Ohde fraglos die Aufmerksamkeit verdient, die ihm durch die schon oben genannten „Buchpreis-Komitees“ zuteil wurden. Ein Roman, der gern trotz des eher diffusen Lichteinfalls, der Streulicht eigentlich so eigen ist, im Spotlight stehen darf. Bei einer 4,5-Sterne-Bewertung runde ich aufgrund des eindrücklichen Beschreibens der Erlebnis- und Gefühlswelt dieser Heranwachsenden gern auf die volle Punktzahl auf. Daraus resultiert eine klare Leseempfehlung meinerseits für den Roman „Streulicht“.

  14. Cover des Buches Jesus' Sohn (ISBN: 9783644000162)
    Denis Johnson

    Jesus' Sohn

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    1992 erschien diese Storysammlung in den USA und begründete die Sonderstellung von Johnson. Und tatsächlich ist der Ton von Johnson wirklich etwas Neues gewesen. NIemand konnte die absurdesten aber treffendsten Vergleiche ziehen, oder Landschaften, Gebäude und Menschen so beschreiben wir er. Dabei sind seine Geschichten alles andere als harmonsiche Bedtime-Storys. Anders als Bukowski, der einen Reigen mit den Loosern tanzte, nahm sich Johnson all jener an, deren Charakterzüge immer auch etwas neben der Norm lagen, um sie der Normalität als nicht aus der Art geschlagen zu präsentieren. Dass es dabei alle Bereiche menschlicher Emotionen, von Liebe und Zärtlichkeit bis zum absoluten Horror streifte, schien nur eine Logik seiner Heransgehensweise zu sein. Der Eindruck, dass Johnson die Menschen nicht besonders mag, trügt, denn er nimmt sich nie aus der Schusslinie, sucht die Versäumnisse bei sich und gibt uns einen Eindruck, wie es wäre, würde man nicht versuchen, alle Schuld anderen in die Schuhe zu schieben.
    Es ist gut, dass Johnson nun auch bei uns bekannter wurde. Weniger gut ist, dass der 2017 verstorbene Autor nichts mehr davon hat.
    Beeindruckend.
  15. Cover des Buches Dunkle Tage (ISBN: 9783866800724)
    Gunnar Kunz

    Dunkle Tage

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Der Industrielle Max Unger wird in dem Arbeitszimmer in seiner Villa grausam abgeschlachtet, und diesem Widerling trauert keiner so richtig nach. Seine Brüder haben längst eigene Pläne für das Familienunternehmen und mußten sich regelmäßig demütigen lassen, und als Vermieter hat er den Bewohnern seiner Dreckslöcher übel mitgespielt. Außerdem unterstützte er rechtsgerichtete Kreise, die zu der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Oberwasser gewinnen. Die Beschreibungen des Berlins zu Beginn der 20er Jahre sind gut gelungen, die Kriegsversehrten überall und die ärmlichsten Wohnbedingungen in den Mietskasernen werden sehr drastisch dargestellt, das politische rechtslastige Klima wird gut erzählt und der Kapp-Putsch im März 1920 nachvollziehbar eingebunden. Der Krimi ist aber ein einfacher Whodunit, und die Figurenzeichungen und deren Dialoge haben mich nicht gefesselt.
  16. Cover des Buches Der amerikanische Investor (ISBN: 9783833308574)
    Jan Peter Bremer

    Der amerikanische Investor

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Ein Schriftsteller bekommt einen ersten Satz nicht hin. Seine Frau und seine Kinder scheinen sich immer weiter von ihm zu entfernen. Ein amerikanischer Investor will offensichtlich das Haus, in dem er wohnt, entmieten. Das ist das Szenario, über das Bremer seinen Protagonisten nachdenken lässt. Was sich am Anfang noch gut anlässt, wird im weiteren Verlauf eine zähe Sache, zumal sich der Autor auch ziemlich langer Sätze bedient. Es passiert sehr wenig und das Wenige ist nicht genung, um beim Buch zu bleiben. Nach einem Drittel habe ich aufgegeben, die ganze Sache kommt nicht vom Fleck und wird ermüdend. Natürlich besteht immer die Gefahr, wenn man ungeduldig ist, dass man etwas versäumt. Die Gefahr, dass man Zeit verschwendet, ist genauso groß.
    Wer endlose Gedanken um ein Thema mag, ja bitte, gut schreiben kann Bremer, aber hier reichte es nicht aus, um durchzuhalten.
  17. Cover des Buches Teil der Lösung (ISBN: 9783596037131)
    Ulrich Peltzer

    Teil der Lösung

     (32)
    Aktuelle Rezension von: paroles
    Start: Eine kleine Gruppe von maskierten Clowns will im Sony-Center Bewusstsein schaffen für die Allgegenwart der Überwachungskameras, von denen sie im selben Moment erfasst wird. Noch bevor eine von ihnen, die Studentin Nele, der anderen Hauptfigur, dem Journalisten ohne Anstellung und Wohnung Christian, begegnet, montiert Peltzer in schnellem Wechsel Handlungslinien, deren Zusammenhang erst später deutlich wird. In Dialogen und durch intelligente Schilderung werden Personen, soziale Szenen und Orte plastisch: Christians Alltag zwischen Broterwerb und Schreiben an einem Roman, Wege zwischen Prenzlauer Berg und Kreuzberg (kann man im Stadtplan verfolgen), Kollegen von Christian, die sich wie er von Job zu Job hangeln, ein Uniprofessor und Studienfreund von Christian, Staatsschützer, die die Aktivisten-Gruppe infiltrieren wollen. Nachdem Christian und Nele sich getroffen haben, wird aus dem Gesellschaftsroman auch ein Liebesroman - mit intensiven (klischeefrei beschriebenen) Liebesbegegnungen. Die eigensinnige und spröde Nele taucht immer wieder ab. Als sie Christian auf eine Reise nach Paris begleitet, wo er für eine Reportage Kontakt zu Informanten aus dem Kreis italienischer Polit-Aktivisten im Exil aufnehmen will, kulminiert das Geschehen und bekommt krimihafte Züge. Sollte der Eindruck von "action" enstanden sein, dann gilt das v.a. für das Flackern und Vibrieren, das durch die Montagetechnik beim Lesen entsteht; überwiegend geht es um das Innere der Personen, ihre Ungewissheiten, ihr Suchen in der der unüberschaubaren und schwer kontrollierbaren Gegenwart. Dass man anfangs erst nach und nach in das Geflecht von Personen und Handlung vordringt, sollte nicht vom Weiterlesen abhalten. Man wird dann in eine Geschichte hineingezogen, die davon erzählt, wie es sein kann, in der komplexen und unübersichtlichen Gegenwart einen eigenen Weg zu suchen.
  18. Cover des Buches Die Teufelsinsel (ISBN: 9783442742349)
    Einar Kárason

    Die Teufelsinsel

     (17)
    Aktuelle Rezension von: eze
    Ein ziemlich beeindruckendes Buch ist "Die Teufelsinsel" von Einar Kárason. Zu dem Buch bin ich in der Bücherei durch meine "Zufallsmethode" gekommen, die darin besteht, dass ich mir manches wahllos aus dem Regal rausfisch. Manchmal passt mir das nicht und ich stells doch wieder zurück - aber das Buch hab ich mir behalten und habs nicht bereut. Jetzt hab ich mir gerade die Amazon-Kritiken durchgelesen, und festgestellt, dass der Autor kein Unbekannter mehr ist, und das Buch sogar ein Bestseller, glaube es wurde sogar verfilmt. Hätte ich mir nach der Lektüre nicht gedacht. *g* (Sprich, ich bin sicher, dass es manche LeserInnen langweilig finden, die Art, wie es geschrieben ist, liegt sicher nicht allen.) Die zwei Amazon-Kritiken, die es gibt, sind übrigens sehr empfehlenswert, insbesondere die erste Rezension (die ältere) gibt sehr treffend das Buch wieder. Mein ausgeliehenes Exemplar hat noch den alten Umschlag, den ich allerdings weit passender find, er ist in einem recht unscheinbaren Oliv(?)grün gehalten, das so eine Art Wolkenmuster aufweist, rundherum verläuft so eine Art Bordüre aus Runenzeichen (oder etwas Ähnlichem). "Wolken" und "Runen" beide im selten warmen Ocker(?)ton. Am Innendeckel - vorne wie hinten - sieht man einen Plan der beschriebenen Gegend sowie die Übersicht der Verwandtschaftsbeziehungen - das hätte ich wohl früher entdecken sollen, denn was das betrifft, bin ich irgendwann ausgestiegen *g*, es ist aber auch nicht so wichtig. Überhaupt ist das Buch nicht "spannend" im klassischen Sinn, aber es hat "etwas" das einen dazu bringt, wenn man es mal eine Zeitlang auf die Seite gelegt hat, doch immer wieder noch weiterlesen zu wollen. Das Buch ist unheimlich "dicht" und atmosphärisch, allerdings für meine Begriffe nicht im geringsten lustig oder komisch (wundert mich, dass dem Autor dies immer wieder unterstellt wird, nämlich, einen Hang zur Komik zu haben), und es zeichnet sich wohltuend durch die Abwesenheit jeglichen Psychologisierens aus. Bei meiner - allerdings alten - Ausgabe - fällt auch noch sehr positiv auf, dass auf einer eigenen Seite der Titel des isländischen Originals, der Name der Übersetzerin, des Verlags (Eichborn), der Buchreihe (Die andere Bibliothek, Bd. 102), die Druckerei und Satz- und Druckart(!) sowie sogar die Buchbinderei alle eigens namentlich erwähnt werden.
  19. Cover des Buches Death of a Salesman (ISBN: 9783140412735)
    Arthur Miller

    Death of a Salesman

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Matalina85
    Viel und nichts hat sich geändert in der amerikanischen Wirklichkeit, seit der 'Handlungsreisende' zum ersten Mal seine Musterkoffer auf die Bühne schleppte. Entlassen würde er heute wohl früher als mit 63, Biff wäre auch mit 32 noch arbeitslos, wenn er den Wettkampf mit seinem Nächsten ablehnt, ein Haus abzuzahlen dauert länger als 25 Jahre, und mit 40 Dollar die Woche käme keiner mehr über die Runde. Und doch gibt es den amerikanischen Traum noch, den Traum, dass jeder es zur Nummer Eins bringen kann. Obwohl wir ihn durchschauen, verhalten wir uns noch danach. Ich habe dieses Buch damals in der Schule lesen müssen, aber im Gegensatz zu den bisherigen Schullektüren fand ich dieses Buch sehr interessant. Erzählungen gibt es keine. Das gesamte Buch ist wie ein einziges Gespräch aufgebaut und sehr tragisch wie die Inhaltsangabe schon unter Beweis stellt. Fazit: Wenn es in der Schule auseinander gepflückt wird, macht es weniger Spaß dieses Buch zu lesen, aber wenn man es sich nach ein paar Jahren mal wieder hervorholt, ist es ein kurzes Lesevergnügen wert.
  20. Cover des Buches Switch in the red (ISBN: 9788423694211)
    Susana Vallejo Chavarino

    Switch in the red

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Quecksilbertage (ISBN: 9783902498960)
    Eva Schörkhuber

    Quecksilbertage

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Das Teemännchen (ISBN: 9783499274367)
    Heinz Strunk

    Das Teemännchen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Johann_Baier

    Heinz Strunks Geschichten sind das Widerlichste, was ich seit langem gelesen habe. Es ist nicht nur die Häufung von ekligen, abstoßenden Details (Pisse, Scheiße, Kotze, Sperma, Speichelfäden, Rülpser, Gestank, Dreck, körperliche Behinderungen, körperlicher Verfall), die ich von seinen Figuren erfahre. Alle seine Figuren sind Loser der Gesellschaft, aber er hat keinen anteilnehmenden oder gar sozialkritischen Blick auf die Figuren, sondern er verachtet sie, er verspottet sie, er ergötzt sich an ihrer Hässlichkeit, Dummheit, Einfältigkeit, Unfähigkeit, Ekligkeit, er beleidigt sie. Die Loser der Gesellschaft sind an ihrem Schicksal selber schuld, weil sie einfach Abschaum sind und immer bleiben werden.

    Heinz Strunks Phantasie erinnert mich an die eines 13-jährigen Jungen, es geht nur ums Saufen, Fressen, Ficken. Andere Gedanken und Wünsche haben die Figuren nicht. Es ist der Humor eines 13-jährigen, der sich daran erfreut, die Erwachsenen zu provozieren mit Worten, die man eigentlich nicht sagen darf. Das erhebt ihn auch über die Weicheier und Loser, die sich das nicht trauen. Tabus brechen aus Prinzip, als pubertäre Mutprobe. Sein Humor besteht nur aus Schadenfreude an dem Versagen, an der Dummheit, an der Wertlosigkeit anderer. 

    Seine Obsession mit ekligen Details hat fast etwas Zwanghaftes, Krankes. Er sollte mal ein psychiatrisches Gutachten anfertigen lassen. Die Leser, die Strunk toll finden, auch.

    Die Figuren der Geschichten wandeln sich nicht. Viele Geschichten haben gar keine Handlung, sondern es bleibt bei der Beschreibung der Hauptfiguren.

    Warum soll man so etwas lesen? Ich verstehe es nicht.

  23. Cover des Buches Einfach abgehängt (ISBN: 9783499623417)
    Nadja Klinger

    Einfach abgehängt

     (6)
    Aktuelle Rezension von: aichlinn
    „Du bist Deutschland“ - ein Slogan, der uns Vertrautheit signalisieren und zur Verantwortung für ein Land aufrufen soll, in dem jeder ein Teil des Ganzen ist. Aber wenn JEDER Deutschland ist, dürfen wir nicht die 11 Millionen Menschen vergessen, die arm, oder zumindest von Armut bedroht sind. 7 Millionen Deutsche leben auf Sozialhilfeniveau, 3 Millionen Haushalte sind überschuldet. In Westdeutschland lebt jedes achte Kind in Armut, im Osten sogar jedes vierte. Auch das ist Deutschland. Warum gibt es trotzdem noch keine vernünftige Armutspolitik? Warum schauen wir immer noch weg, wenn jemand im Müll nach Verwertbarem sucht? Warum denken immer noch die meisten, sie könne es nicht treffen? Ständig öffnen neue, noch größere Kaufhäuser ihre Pforten. Stadtbilder verändern sich, weil Häuser instandgesetzt und Fassaden verschönert werden. Und wir verbringen unseren Urlaub in Neuseeland, auf Mallorca oder wenigstens im Bayerischen Wald. Aber: „Weder gibt es mehr Arbeit noch mehr Gerechtigkeit. Dafür sieht Mangel heute schöner aus.“, nachzulesen in „Einfach abgehängt: ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland“ von Nadja Klinger und Jens König. Auf 254 Seiten schreiben die Autoren über ein Land, das so viel Geld für Sozialpolitik ausgibt, wie kaum ein anderes, und dabei trotzdem so erfolglos bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist; wo in „Jobcentern“ „Kunden“ von „Case Managern“ vermittelt werden sollen, die Empfangsdamen „Scouts“ heißen und man sich bei Beschwerden an das „Kundenreaktionsmanagement“ wendet. Nadja Klinger und Jens König wollen die Perspektive auf Armut ändern. Sie reden mit den Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen und beschreiben die Welt durch deren Augen. Die persönlichen Schicksale geben den erschreckenden Zahlen ein Gesicht. Angelika Fischer zum Beispiel, gelernte Stenotypistin, ist seit 1990 arbeitslos und erfüllt nicht die Klischees, mit denen Langzeitarbeitslose oft zu kämpfen haben. Sie engagiert sich im Arbeitskreis Gewalt gegen Frauen und Mädchen, beim Frauennotruf, in der Frauenbibliothek, ist im Vorstand des Hauses der Demokratie tätig und kümmert sich um Streitschlichter an Leipziger Schulen. Alles ehrenamtlich, eine bezahlte Arbeits sprang für sie bis jetzt nicht heraus, obwohl sie rund um die Uhr zu tun hat. Damit Politik nicht mehr nur „Rolle der Bordapotheke auf der Titanic“ spielt, muss umgedacht werden. Die Autoren bieten interessante Denkansätze. So sollte sich Politik nicht am alten Sozialstaat orientieren, der falsche Anreize bietet, durch finanzielle Transfers von staatlicher Hilfe abhängig macht und die Menschen zu wenig fördert. Sie darf sich auch nicht nur an der Mittelschicht orientieren, auch wenn diese die größte Wählerschaft stellt. Sozial Schwache werden zu selten berücksichtigt (Beispiel Elterngeld). Armutspolitik als Querschnittspolitik, die resortübergreifendes Handeln erfordert, muss auch Bildungspolitik sein. Arbeit, Einkommen und Lebensqualität sind abhängig von Bildungsqualifikationen, für die schon im Kindergarten Grundlagen gelegt werden müssen. Armutspolitik bedeutet aber vor allem RESPEKT. Und hier sind wir alle gefragt. Erst wenn jedem Einzelnen klar wird, dass Armut nicht länger an den Rand der Gesellschaft abgedrängt werden kann, weil sie mitten unter uns ist, kann eine Armutspolitik auch funktionieren.
  24. Cover des Buches Deutschland dritter Klasse (ISBN: 9783453601598)
    Julia Friedrichs

    Deutschland dritter Klasse

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Das Nichtgeschriebene und die Assoziationen zu bekannten Personen haben mir zu schaffen gemacht. Ich bin mir aus meiner priviligierten Sicht bewusst, daß es viele der in dem Buch geschilderten Schicksale tatsächlich gibt und wie stark vererbbar diese sind. Kann es aber einfach nicht ertragen, wie vor allem Kindern Hoffnungen genommen werden, weil wir Leistung vor Werte und Solidarität stellen. Habe es dann abgebrochen. Was ich gelesen habe, reicht mir aber, um Manches anders zu sehen.

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