Bücher mit dem Tag "pinkerton"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "pinkerton" gekennzeichnet haben.

17 Bücher

  1. Cover des Buches Frost & Payne - Die mechanischen Kinder 1: Die Jagd beginnt (ISBN: 9783958342415)
    Luzia Pfyl

    Frost & Payne - Die mechanischen Kinder 1: Die Jagd beginnt

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Steampunk ist ein Genre, das ich bisher noch nicht in größerem Umfang gelesen habe. Gerade Luzia Pfyl ist was dieses Genre anbelangt jedoch ein guter Gratmesser, denn sie ermöglicht es auch jenen, die bisher keinen Zugang zum Steampunk hatten damit auf Anhieb warm zu werden. Das liegt auch daran, dass die beiden Hauptprotagonisten Frost und Payn unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Frost, vormals von Madame Yueh als Kind von der Straße aufgelesen, will sich von den Dragons unabhängig machen und gründet ihre eigene Detektei. Problem ist jedoch, dass der Laden nicht recht in Schwung kommt und Madame Yueh scheint dieser Umstand keineswegs verborgen zu bleiben, denn sie bietet Frost ein lukratives Geschäft an. Bedrängt von der finanziellen Lage steigt Frost darauf ein, obwohl sie bei weitem kein gutes Gefühl hat, was sich schon sehr bald bewahrheitet. Hinzu kommt, das just in dem Moment Cecilia Payn vor ihrer Tür steht und nach ihrem verschwundenen Mann sucht. Kein Problem für Frost, immerhin sind es Einnahmen die sie dringend braucht. Allerdings hätte sie nicht damit gerechnet, was ihr dann wiederfährt als sie auf Herrn Payn trifft.




    Die Autorin schafft es hier geschickt zwei unabhängige Geschichten miteinander zu verbinden und somit zu einem großen Ganzen zu verweben. Die flotten Sprüche und die rasche Handlung lassen diesen ersten Band locker an einem Tag durchlesen. Zudem erfährt man die ersten Infos zu den beiden Hauptfiguren. Wobei ich sagen muss gegenwärtig ist Payn da mein Favorit.


    Der Anteil an Steampunk kommt aktuell noch nicht so ganz durch, wobei ich vermute, dass sich dies im 2. Band sicherlich ändern wird. Einen gewissen Ausblick darauf bietet gerade das letzte Kapitel mit seinem Schluss.


    Fazit: Ein rascher Steampunkroman, der sich gut weglesen lässt und den Leser, der neu in dieses Genre einsteigt nicht sofort mit zu viel gängigen Genreworten überhäuft. Dabei kommen die Figuren flott rüber und lassen so schon auf einigen Witz in den kommenden Büchern hoffen.

  2. Cover des Buches Frost & Payne - Die mechanischen Kinder (ISBN: 9783958342231)
    Luzia Pfyl

    Frost & Payne - Die mechanischen Kinder

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Nahtlos geht es im 2. Band der Frost & Payn - Reihe weiter. Wo Band 1 aufhörte, schließt dieser Teil an und so erlebt man Frost und Payn erstmal als Duo im ersten gemeinsamen Auftrag. Dieser besteht darin eine verschwundene Waffe, besser gesagt dessen Prototyp, wiederzubeschaffen.
    Zeitgleich tauchen mehrere Leichen von Jugendlichen auf, welche mechanische Körperteile besitzen. Die Frage, in welcher Beziehung das zu Frost steht ist mit einer der Kernpunkte, welcher jedoch in diesem Band noch nicht genauer durchleuchtet wird. Anzunehmen, dass es möglicherweise im nächsten Teil der Fall sein wird. In jedem Fall gewährt die Autorin schon mal einen ersten Blick auf den Täter, wobei man als Leser noch nicht viel herausfinden kann.


    Der 2. Band endet mit einem ganz fiesen Cliffhanger und so ist es schon vorprogrammiert, dass man zum nächsten Band greifen will, um die nagenden Fragen zu befriedigen.

    Wie schon im ersten Band wird auch hier deutlich, dass es sich um einen Steampunk-Roman handelt. Persönlich finde ich, dass dieser Faktor in Die mechanischen Kinder sogar noch weit mehr zum Tragen kommt. In Band 1 war alles eher etwas undurchsichtig gehalten, aber hier nimmt die Story schon ordentlich Fahrt auf. Hinzu kommt der unablässige Humor zwischen Frost und Payn, wenn sie sich die Gags zuschießen wie Tennisbälle. Es gibt also einige Momente des Schmunzelns, was die allgemeine Handlung gut aufwertet.


    Fazit: Ein hervorragender 2. Band, der den 1. merklich übertrifft und mit vielen offenen Fragen um die Ecke kommt. Solche, die man zudem beantwortet wissen will und dementsprechend an der Reihe dranbleibt.

  3. Cover des Buches Das Geheimnis der Madame Yin (ISBN: 9783939990345)
    Nathan Winters

    Das Geheimnis der Madame Yin

     (30)
    Aktuelle Rezension von: SCook

    London, 1877. Ein junges Mädchen wird ermordet aus der Themse gezogen, im Mund findet man eine Haarlocke in einem Stofffetzen. Wenig später folgt die Leiche einer Opiumkönigin aus dem East End. Beide Morde müssen miteinander zu tun haben, doch die Polizei findet keinen Zusammenhang zwischen den Opfern. Inspektor Robert Edwards vom Scotland Yard wird mit dem Fall betraut und muss sich bald gegen seinen Willen mit der Pinkerton Detektivin Celeste Summersteen herumschlagen, die ebenfalls Interesse an der Aufklärung des Falles hat. Gemeinsam schlittern sie in die Dunkelheit, die die Bewohner Londons aufgebaut haben und bald müssen sie nicht nur das nächste Opfer des Mörders, sondern auch ihre eigene Haut retten.

    Robert Edwards macht seinem Spitznamen Bull alle Ehre. Mit dem Gemüt eines aus dem Winterschlaf geweckten Bären und der Durchschlagskraft einer Stange Dynamit ausgestattet prügelt er sich durch Londons Unterwelt und trifft dabei nicht immer die klügsten Entscheidungen. Celeste Summersteen dagegen besticht durch Charme, Taktgefühl, Schneid und einem ganzen Repertoire von Tricks, die ihr bei der Verfolgung ihrer Ziele helfen. Ich mochte beide Figuren schon einzeln, aber gemeinsam werden sie zu Goldschätzen und ich liebte den Humor, den beide an den Tag legen.

    Dazu war der Krimi genau richtig für mich, da er nicht zu gruselig und blutig geraten war, und nicht nur einige überraschende Wendungen, sondern auch einen spannenden Zwei-Fronten-Krieg auf Lager hatte. Der Autor verstand es, den Leser mit allen Informationen zu versorgen und gleichzeitig so bei der Stange zu halten, das man dem Ende entgegenfieberte.

  4. Cover des Buches Frost & Payne - Pinkerton (ISBN: 9783958342569)
    Luzia Pfyl

    Frost & Payne - Pinkerton

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Endlich erfahren wir, was damals in New York geschehen ist, das Payne dazu veranlasst hat, sein Pinkertondasein aufzugeben und nach London zu Cecilia und Annabella zu ziehen. Währenddessen macht sich Frost auf die Suche nach Payne, von dem es seit einer Woche kein Lebenszeichen mehr gibt.


    Während der größte Teil des Buches in der Vergangenheit spielt und dabei Jackson Paynes letzten Auftrag als Pinkerton verfolgt, macht sich Lydia Frost endlich auf die Suche nach Payne. Das sind allerdings nur wenige vereinzelte Kapitel und auch wenn sie am Ende einen klaren Hinweis bekommt, wird es wohl erst im nächsten Band zu einer Wiedervereinigung der beiden Detektive kommen.


    Ich bin ein wenig zwiegespalten. Einerseits bin ich froh, dass Paynes Vergangenheit jetzt endlich offenbart wurde, andererseits lag mir der Fokus hier etwas zu sehr auf der Vergangenheit, sodass wir mit der Hauptgeschichte auf der Stelle treten, was mir einfach nicht besonders gefallen hat. Auch die Spannung hält sich während der ganzen Vergangenheitskapitel trotz des Kugelhagels und des Blutbades in Grenzen, da man ja weiß, dass Payne mehr oder weniger intakt aus der Geschichte herauskommen wird. 


    Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig. Die Hintergrundgeschichte ist schließlich durchaus wichtig, um Payne besser zu verstehen, aber ich mag es gerade einfach nicht, in der Hauptgeschichte nicht voranzukommen. Ich habe sozusagen während des gesamten Buches ungeduldig mit den Hufen gescharrt, weil so viele Handlungsstränge pausieren mussten für diese Vergangenheitsepisode.


    Fazit: Für mich etwas zu viel Augenmerk auf der Vergangenheit auf Kosten der restlichen Handlungsstränge. Zwar waren es wichtige Informationen, aber es hat mich ganz schön ungeduldig werden lassen.

  5. Cover des Buches Der Mann, der niemals schlief (ISBN: 9783404170081)
    Simon X. Rost

    Der Mann, der niemals schlief

     (20)
    Aktuelle Rezension von: U_Vollmer

    Erstens:

    Ich lese sehr gerne Krimis.

    Zweitens:

    Ich habe mit elf Jahren die ungekürzten Romane hintereinander verschlungen -- nachdem ich mit meinem Geburtstagsgeld aus Versehen Astrid Lindgrens "Das entschwundene Land" gekauft und nach kurzer Schockstarre dann doch gelesen hatte. Darin beschreibt Lindgren u.a. die Bücher, die sie selbst als Kind gelesen und in Erinnerung behalten hatte. Aus dem Gedächtnis zitiert: "Wir lasen (folgt Aufzählung verschiedener qualitativ und inhaltlich sehr gemischter Bücher) ... und Huckleberry Finns Abenteuer. Huck Finn, ja! Vielleicht bleibt mir am eindringlichsten die Erinnerung an meine lange Fahrt den Mississippi hinunter auf dem Floß, das Huckleberry Finn gehörte." Darauf ging ich schnurstracks wieder zur Buchhandlung und kaufte mit dem Rest des Geldes den dtv-Doppelband in der Übersetzung von Lore Krüger, mit Anmerkungen und Kommentar im Anhang. Irgendwann in der Nacht kriegten meine Eltern mit, daß ich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke las. Nach den üblichen Sprüchen ("Du verdirbst dir die Augen!" "Du schläfst morgen in der Schule ein!") kam dann die Frage: "Sag mal, was liest du da eigentlich?" Auf meine Antwort "Huckleberry Finn" war die erste Reaktion: "Sag bloß nicht "Nigger", das ist in Amerika ein ganz schlimmes Schimpfwort!", dann "Na, dann lernst du eben jetzt schon, daß Sachen, die alle Leute machen, noch lange nicht richtig sein müssen." Will sagen, mir wurde von vornherein klar, daß es nicht nur die üblichen Abenteuergeschichten waren, sondern daß es dabei auch um die Frage ging, wie sich anständige Menschen in einer ungerechten Welt verhalten sollten.



    (Das ganze habe ich so ausführlich geschildert, um zu erklären, warum ich mich über einen 08/15-Krimi so geärgert habe, daß ich hier einen Kommentar hinterlasse, statt die Lektüre einfach unter "vergeudete Zeit" abzuhaken. )



    Zum eigentlichen Thema:

    Vor ein paar Tagen fand ich in der Stadtbibliothek zufällig "Der Mann, der niemals schlief", las den Klappentext, guckte dann noch ein paar (durchweg positive) Rezensionen an, freute mich auf gute Unterhaltung und bekam den Schock meines Lebens. Bei der Beschreibung der Stadt und Gesellschaft von St. Petersburg wimmelt es nur so vor Flüchtigkeitsfehlern, z.B. werden aus den sehr ironisch geschilderten frömmlerischen Presbyterianern in "Tom Sawyer" plötzlich Katholiken ("Tom Sawyers Abenteuer", Kap. 21: "Dieser Alpdruck füllte etwa zehn Manuskriptseiten und schloß mit einer „Moral“, die für Nichtpresbyterianer alle Hoffnung so gründlich vernichtete, daß er den ersten Preis davontrug." ). Tom und Sid sind Halbbrüder (Kap. 1: "Toms jüngerer Bruder (oder vielmehr Halbbruder) Sid (...)"). In einer seit den Ereignissen von "Tom Sawyer" stark gewachsenen Stadt gibt es anscheinend keinen Arzt (vgl. Kap. 9: "„Hier ist’s“, sagte die dritte Stimme; ihr Eigentümer hob die Laterne in die Höhe, so daß ihr Schein auf sein Gesicht fiel: es war der junge Doktor Robinson." Kapitel 30: "Alle Ärzte waren in der Höhle ..." -- Plural!) . Einerseits wird betont, daß es die Stadt von Kriminellen, Schlägern und anderem zwielichtigen Gesindel heimgesucht wird, andererseits gibt es immer noch nur das alte, unbewachte Gefängnis, das seltsamerweise immer noch genauso abgeschieden ist wie damals (Kap. 11: "Das Gefängnis war ein unscheinbarer kleiner Backsteinbau, der am Rande des Ortes inmitten eines Sumpfes stand; Wächter wurden keine gestellt, das Gefängnis war auch nur selten besetzt."). Die Chronologie paßt auch nicht. Kapitel 11: "Um die Mittagsstunde durchfuhr die grausige Nachricht die ganze Stadt wie ein elektrischer Schlag. Dazu bedurfte es nicht des Telegrafen, von dem sich damals noch niemand träumen ließ." Der elektrische Telegraph wurde 1833 erfunden, der leicht zu bedienende Morsetelegraph 1837. Da die Handlung des "Tom Sawyer" somit vor 1837 spielen muß und unter Berücksichtigung von Kapitel 17 des etwa ein Jahr später spielenden "Huckleberry Finn" ("Buck sah etwa so alt aus wie ich -- dreizehn oder vierzehn oder so ungefähr, (...)" ) müßten die damaligen Jugendlichen um die vierzig Jahre alt sein, die Erwachsenen wie Richter Thatcher, der Pfarrer oder der Lehrer im Greisenalter. Und wo kommen plötzlich die Indianer her, die übrigens für die Handlung gar nicht gebraucht werden?

    Dann die Bezugnahme auf die Mendelschen Regeln: Abgesehen von einem Vortrag Mendels in Österreich und einer kleinen Publikation sind die damals von der Wissenschaft völlig ignoriert worden. Das lernt man eigentlich schon in der Schule, auf jeden Fall muß der Autor aber bei seinen Recherchen zum Thema davon erfahren haben. "(...) Die M.schen Gesetze wurden zunächst kaum gewürdigt, bis um 1900 C. E. Correns, E. Tschermak u. H. de Vries unabhängig voneinander ihre Bedeutung erkannten u. sie neu entdeckten." ("Das Neue Taschen Lexikon", Bertelsmann, 1992).

    Ich könnte noch seitenweise weitere Fehler und Unstimmigkeiten auflisten, aber das Hauptproblem ist:

    Die Charaktere haben außer den Namen wirklich nicht das geringste mit Mark Twains Figuren zu tun.

    Das war's eigentlich schon. Offensichtlich hat der Autor den "Tom Sawyer" irgendwann mal mit der Einstellung: "Nettes Jugendbuch" durchgelesen, alle satirischen und gesellschaftskritischen Zwischentöne übersehen und sich dann daran erinnert, als er eine Mischung aus Western und echtem Kriminalfall (das Lincoln-Attentat) geschrieben hatte.

    Also wurden mal eben schnell die Charaktere mit Namen aus "Tom Sawyer" ausgestattet, zur besseren Vermarktung eine anachronistisch "emanzipierte" Zeitungsherausgeberin, die weltanschaulich ins 21. Jahrhundert gehört, Druckerpressen bedienen kann und stets zentnerschwere Fotoapparate mit sich herumträgt, hinzugefügt, eine ziemlich unwahrscheinliche Liebesgeschichte untergerührt und das ganze mit Sozialdarwinismus, Entführungen, Prügeleien, Lynchjustiz, illegalen Abtreibungen und Drogenmißbrauch abgeschmeckt.

    Da die Handlung von "Huckleberry Finns Abenteuer" nicht ins Konzept paßte, wurde das Buch bis auf den Namen "Jim" für eine zwei- oder dreimal am Rande auftauchende Nebenfigur ignoriert ("Huckleberry Finns Abenteuer", Kapitel 6: "Da haben sie mir doch glatt geantwortet, er könnte erst verkauft werden, wenn er sechs Monate lang im Staat wär (...) Das will 'ne Regierung sein und kann noch nicht maeinen freigelaßnen Nigger verkaufen, wenn er nicht schon sechs Monate lang im Staat ist.", Kapitel 10: "(...) ich möchte lieber von 'ner Schlange gebissen werden als von Papas Whisky.", Kapitel 16: "Jim (...) sagte, das erste, was er tun wollte, wenn er in 'nen freien Staat käme, wäre Geld sparen (...), und sowie er genug Geld hätte, wollte er seine Frau freikaufen, (...)." Kapitel 14: "Wir lagen den ganzen Nachmittag im Wald rum und schwatzten, ich las die Bücher (...)", Kapitel 19: "(...) »Des Pilgers Wanderschaft« (...) handelte von 'nem Mann, der seine Familie verlassen hatte; warum, stand nicht drin. Ich las eine Menge in dem Buch, ab und zu. Was da gesagt wurde, war intressant, aber hart. Ein andres Buch hieß »Gabe der Freundschaft«, und da waren schöne Sachen und Gedichte drin (...)" Letztes Kapitel: "Aber ich schätze, ich muß noch vor den andern zum Injanerterritorium abrücken, weil mich Tante Sally adoptieren und siwilisieren will, und das halt ich nicht aus."). Wie der Autor diese beiden Charaktere ohne logische Begründung in St. Petersburg ansiedeln und dazu noch zu einer "Onkel-Tom"-Parodie und einer Art "Muff Potter Nummer Zwei" (Zitat Kapitel 10) und quasi Analphabeten (Zitate Kapitel 14 u. 19) machen konnte, ist mir ein Rätsel. Aber auch ohne Berücksichtigung des "Huckleberry Finn" läßt sich die Entwicklung der Charaktere nicht nachvollziehen. Die Vorstellung, daß Tom Sawyer aus einem intelligenten, phantasievollen Jungen zu einem Mann wird, der zehn Jahre lang den Kontakt zu seiner Familie und seinen Freunden abbricht, sich trotz einer guten Arbeit nicht ein einziges mal erkundigt, wie es der Tante geht, die ihn immerhin aufgezogen hat, ständig Streit und Prügeleien anzettelt, sich mitten in einer Mordermittlung bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt usw. usw. ist einfach absurd. 

    Vermutlich soll das die strukturellen Mängel des Krimiplots verdecken (denn das mickrige Rätsel wäre mit einigen wenigen Befragungen der Einwohner innerhalb kürzester Zeit zu lösen). Aber zum Legen falscher Fährten, der Erfindung verschiedener Mordmotive und der Einführung echter handfester Verdächtiger ist der Autor anscheinend nicht fähig.



    Fazit:

    Ohne den Etikettenschwindel: "Ein Tom-Sawyer-Roman" wäre das Buch vermutlich nicht schlimmer als der Durchschnitt der Historienkrimis. Aber so werden völlig falsche Erwartungen geweckt. Es kommt es mir vor, als sei der Krimi von "Herzog" und "König" verfaßt worden: "'s war so, daß man sich über die Menschheit hätte schämen mögen." (Huckleberry Finn, Kap. 24).


  6. Cover des Buches Miss Lizzie (ISBN: 9783423208727)
    Walter Satterthwait

    Miss Lizzie

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Eine amüsante, spannende Story über einen Mord und dessen Aufklärung. Witzig, charmant und vielschichtig geschrieben. 

    Zugegeben - ich habe zunächst das Hörspiel gehört und war sofort begeistert, da es anders als viele andere Geschichten mit Leben gefüllt ist und unwahrscheinlich gut erzählt wird. 

    Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert, gut geschrieben und spannend bis zur letzten Minute. Die Protagonisten sind mir gleich ans Herz gewachsen und so gut ausgearbeitet, dass kaum Fragen offen bleiben. 

    Ich kann es jedem Leser empfehlen, der spannende Krimi Geschichten liebt und sich mal etwas trauen möchte. 

  7. Cover des Buches Frost & Payne - Die Bibliothek des Apothekers (ISBN: 9783958342323)
    Luzia Pfyl

    Frost & Payne - Die Bibliothek des Apothekers

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Kaum haben Frost und Payne ein Mitglied des englischen Königshauses im zweiten Band gerettet, werden sie im dritten Band ohne Unterbrechung zu Cecilias Arbeitsplatz bestellt, wo es kurz zuvor eine Explosion gegeben hat und die Bombenleger eine Geisel genommen haben: Cecilia!

    Natürlich gehen Frost und Payne aufs Ganze, um Payne’s Frau zu retten. Doch auch danach geht das Leben des Detektivduos aufregend weiter. Als sie nach der verschwundenen Bibliothek eines Alchemisten suchen sollen, führt sie ihr Weg nach York und von dort weiter ins Kohleabbaugebiet, wo sie ihr Möglichstes geben müssen, um dort wieder lebendig herauszukommen.


    Der dritte Teil konnte mich wieder viel mehr begeistern als der zweite. Das Tempo passt einfach wieder viel besser und dass man hier auch noch weitere Hintergründe über Michael Cho und die Organisation der Dragons erfährt, hat mir besonders gefallen. Auch über Cecilia’s Hintergründe erfährt man mehr, da sie nach all der Aufregung erst mal zu ihren Eltern fährt. Dagegen werden zu Payne’s Vergangenheit nur ein paar vage und dunkle Andeutungen gemacht, die ich fast schon als etwas zu klischeehaft empfunden habe. Auch weiß ich noch nicht, was ich von diesen Frost/Payne- und Cecilia/Nathan-Signalen halten soll und warte da erst einmal gespannt ab, was die Folgebände bringen werden, bevor ich mir eine Meinung bilde. Denn dass ich die Serie weiter verfolgen werde, ist nach diesem spannenden und temporeichen Teil für mich ganz klar!


    Fazit: Ein tempo- und actionreicher dritter Teil, der mit einem spannenden - wenn für mich auch etwas unnötigen - Cliffhanger endet, tiefer in die Strukturen der Dragons eintaucht und ganz klar dazu animiert, diese Serie weiterzuverfolgen.

  8. Cover des Buches Die Memoiren des Grafen (ISBN: 9783104022017)
    Agatha Christie

    Die Memoiren des Grafen

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Aurelio

    Als Reiseführer unterwegs in Afrika trifft der unternehmungsfreudige Anthony Cade auf seinen alten Freund Jimmy McGrath. Dieser bietet Anthony einen lukrativen Job an. Eine Sache in England, die indirekt mit dem Balkanstaat Herzoslowakien zu tun habe. Anthony müsse lediglich nach England reisen, dort die Memoiren des kürzlich verstorbenen Grafen Stylptitch einem Londoner Verlag überreichen und außerdem einer gewissen Virginia Revel geheime Briefe zurückbringen. Anthony stimmt zu und macht sich alias Jimmy McGrath auf den Weg nach England. Nicht nur in Chimney, dem herrschaftlichen Landsitz von Lord Caterham, wird er bereits erwartet. Kaum angekommen, schlittert er in den Kreis der Verdächtigten zweier Morde. Oberinspektor Battle von Scotland Yard lässt ihn nicht mehr aus den Augen. Zumal sich „König“ Victor, der berüchtigte Juwelendieb aus Frankreich, in England aufhalten soll.

    Mit unverkennbarer Handschrift entfaltet die „First Lady des literarischen Mordes“ auf der Jagd nach dem Täter ihr durchtriebenes Katz-und-Maus-Spiel um die Identität ihrer Figuren, einschließlich Protagonist Anthony Cade. Wie gewohnt führt der Weg zum Tatmotiv und zur Auflösung des Verbrechens durch ein Labyrinth voller Irrwege und falscher Fährten. Dabei vergeht praktisch keine Seite, ohne dass irgendetwas Unerwartetes geschieht. Ergo bleibt Agatha Christies fünfter Kriminalroman schlicht undurchschaubar und spannend bis zum Schluss.

    Der englischen Originalfassung „The Secret of Chimneys“ von 1925 folgten drei deutschsprachige Ausgaben: „Die Memoiren des Ministers“ (1927), „Die Memoiren des Grafen“ (1960) und „Das Geheimnis von Chimneys“ (2020).

  9. Cover des Buches Scharaden (ISBN: 9783442450268)
    Walter Satterthwait

    Scharaden

     (14)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    1923 in Berlin: Ausgerechnet das Attentat auf einen Radikalen sollen Jane und Phil im Auftrag der Pinkerton-Detektei aufklären. Doch es scheint aber auch zu einfach zu sein und die Beweise für den Mörder fliegen ihnen gerade zu. Aber den Beiden wird schnell klar, was hier für ein Spiel gespielt wird! Tumultartig wird in Deutschland ermittelt!
  10. Cover des Buches Ohne Chance. (ISBN: B002KCS3UU)
    Klaus Vogt

    Ohne Chance.

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Verbrecher im Netz (ISBN: 9783861890911)
    Wolfgang Schüler

    Verbrecher im Netz

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Ein Sommer der Leidenschaft (ISBN: 9783765514678)
    Tracie Peterson

    Ein Sommer der Leidenschaft

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind
    Bei dem Titel schrillt der Schmalzalarm, außerdem hatte ich von Tracie Peterson bisher eher Oberflächliches gelesen, dem ich kaum etwas abgewinnen konnte. Trotzdem habe ich mich auf diese Trilogie eingelassen. Und siehe da: Dieses Buch war um Klassen besser als ich erwartet hatte!

    Die Geschwister Leah und Jacob leben im Hohen Norden von Alaska, weit von der Zivilisation entfernt. In ihrem Dorf wohnen fast nur noch Indianer, die die primitiven Umstände seit Generationen gewohnt sind. Trotzdem fühlen die beiden sich wohl. Seit einer Zurückweisung vor zehn Jahren plagt Leah aber ihre heimliche Liebe, und als der Mann plötzlich bei ihnen auftaucht, bricht alles wieder auf.

    Doch nicht nur das: Er wird des mehrfachen Mordes verdächtigt, behauptet aber, unschuldig zu sein. Ab hier wird das Ganze wesentlich komplexer und interessanter. Die einzelnen Beteiligten müssen sich über ihre Gedanken und Gefühle klarwerden, und besonders die Motivationen spielen eine große Rolle.

    Die gesamte Handlung gewinnt zunehmend an Tiefe und schlägt den Leser immer mehr in ihren Bann. Manches kann man aus eigenem Erleben nachvollziehen, anderes nicht, was dann aber wieder für jemand anders deutlicher ist. Insgesamt sieht man die unterschiedlichsten Motivationen hier vertreten und sehr schön umgesetzt. Sehr schönes Buch, ich freue mich schon auf den Folgeband!
  13. Cover des Buches Das Sterben in Wychwood (ISBN: 9783104021928)
    Agatha Christie

    Das Sterben in Wychwood

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Anita_Naumann

    In "Das Sterben in Wychwood" ermittelt diesmal nicht einer ihrer bekannten Ermittler, sondern Luke Fitzwilliam, der nach längerem Aufenthalt in Indien nach England zurückkehrt und im Zug die ältliche Miß Pinkerton kennenlernt. Diese erzählt ihm eine unglaubliche Geschichte von einem Mörder, der in ihrem Heimatort umgeht. Sie ist deshalb auf dem Weg zu Scotland Yard und kennt sogar den Namen des nächsten Opfers. Als Luke kurz darauf in einer Zeitung nicht nur ihre Todesanzeige, sondern auch die des von ihr genannten nächsten Opfers liest, weiß er, dass er diesen Mörder stoppen muss.

    Ein durchaus spannender Fall, allerdings konnte mich die "Liebesgeschichte" in diesem Krimi eher weniger überzeugen.

  14. Cover des Buches Das Tal der Angst (ISBN: 9783738618457)
    Arthur Conan Doyle

    Das Tal der Angst

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich der ersten sechs Teile enthalten!


    Von allen Sherlock Holmes Büchern, die ich bisher gelesen habe, hat mich dieses hier wohl am meisten enttäuscht. Es ist in zwei Abschnitte aufgeteilt: Zunächst werden die Ermittlungen im aktuellen Mordfall in England geschildert. Im Anschluss daran erfolgt eine Rückblende, in der die 20 Jahre zurückliegenden Hintergründe des Falls ausführlich beschrieben werden. In beiden Abschnitten gab es etwas, das mir gefallen hat, aber der Großteil der Geschichte hat mich nicht begeistern können.


    Der erste Abschnitt mit den Mordermittlungen ist eine klassische Holmes-Geschichte. Die Polizei ist mit einem Fall überfordert und bittet Holmes daher um Mithilfe. Erstaunlich erfrischend fand ich es hierbei, dass die Polizisten selbst intelligent und fähig sind, aber schlichtweg anerkennen, dass sie in diesem Fall an ihre Grenzen stoßen. Das ist auf jeden Fall mal eine Abwechslung zu den üblichen unterbelichteten Polizisten, die Holmes vorführt.

    Auch die brillanten Deduktionen und Schlussfolgerungen haben mir wieder gefallen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Holmes mit Nichts anfängt und am Ende eine ganze Reihe von Beweisen in der Hand hält. Tatsächlich ist das der Punkt, den ich an diesem Fall am spannendsten fand: Welche Details Holmes so lange weiterspinnt, bis ihm sich daraus die Lösung präsentiert.

    Wirklich zum Mitdenken angeregt hat mich dieser Fall nämlich leider nicht, weil ich ihn wieder relativ schnell durchschaut habe. Doyle verwendet mehrere Bausteine, die ich schon aus seinen anderen Bücher kannte, sodass es für mich kein Rätsel darstellte. Dass er seine eigenen Ideen hier recycelt, fand ich sehr schade. Die Herleitungen von Holmes fand ich auch diesmal wieder unterhaltsam, spannend war der Fall aber nicht.


    Noch weniger gefallen hat mir der zweite Abschnitt mit der Rückblende. Darin tauchen Holmes und Dr. Watson gar nicht auf, weil es um die Hintergründe des Mordfalls geht. Dementsprechend handelt es sich dabei um eine reine Erzählung ohne Rätsel-Charakter. Da Doyle außerdem wirklich sehr weit ausholt in seiner Erklärung, war dieser Abschnitt ziemlich langatmig.

    Hinzu kommt, dass eine Menge Charaktere auftauchen in dieser Rückblende, ich sie aber bis auf eine Ausnahme, die leider nur dreimal auftaucht, absolut unsympathisch fand. Gerade der Erzähler ist so arrogant und asozial, dass ich das Buch, wenn es mit der Rückblende angefangen hätte, garantiert abgebrochen hätte. Ich lese wahnsinnig ungern Geschichten, in denen ich den Protagonisten nicht leiden kann.

    Hätte ich das Buch abgebrochen, wäre mir der beste Teil allerdings entgangen, denn das Ende hat mich wirklich umgehauen. Doyle hat mich richtig extrem an der Nase herumgeführt, sodass die Auflösung der Rückblende mich echt überraschen konnte. Ich kann nicht näher darauf eingehen, ohne zu spoilern, aber ich kann sagen, dass es wirklich richtig gut gemacht war und ich mir diesen erzählerischen Trick auf jeden Fall merken werde. Außerdem macht dieses Ende zum Teil die langatmigen, anstrengenden Seiten zuvor wieder gut.


    Fazit

    Ich fand die ersten 95% dieses Buches vorhersehbar, langatmig und enttäuschend, die letzten 5% dafür aber richtig genial. Die Enthüllung am Ende der Rückblende hat mich vollkommen überrascht, weil ich richtig an der Nase herumgeführt wurde. Der Rest der Rückblende war leider sehr langatmig, zu ausschweifend und voller unsympathischer Figuren. Der tatsächliche Fall konnte mich auch nicht überzeugen, weil Holmes Deduktionen zwar wieder unterhaltsam waren, Doyle aber seine eigenen Ideen recycelt, sodass ich viel vorhersehen konnte. „Das Tal der Angst“ hat mich von allem Holmes-Büchern bisher am meisten enttäuscht und bekommt leider nur zwei Schreibfedern.

  15. Cover des Buches Miss Lizzie und Miss Lizzie kehrt zurück (ISBN: 9783423212892)
    Walter Satterthwait

    Miss Lizzie und Miss Lizzie kehrt zurück

     (4)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Lizzie Borden ist Teil der amerikanischen Folklore. Sie wurde im August 1892 des Mordes an ihrer Stiefmutter sowie ihres Vaters angeklagt. Beide wurden bestialisch mit einer Axt ermordet. Dank eines hervorragenden Anwalts wurde Lizzie Borden von diesen brutalen Morden freigesprochen und führte dank des beträchtlichen Vermögens ihres Vaters bis zu ihrem Tode 1927 im selben Ort, in welchem die Morde geschahen, ein feudales (zwar geächtetes) Leben.

    In diesem rezensierten Buch finden sich die Romane "Miss Lizzie" (1989) und "New York Nocturne/Miss Lizzie kehrt zurück" (2006) des US-Schriftstellers Walter Satterthwait.

    "Miss Lizzie":
    Die Hauptfigur des Romans ist nicht die als "Axtmörderin" bekannt gewordene Lizzie Borden, sondern die 13jährige Amanda Burton, die mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter den Sommer an der See verbringt. Die Familie hat sich ein Sommerhäuschen gemietet, welches an das Sommerhäuschen von Lizzie Borden, die dort zurückgezogen jeden Sommer verbringt, angrenzt.
    Das Mädchen beginnt sich heimlich mit der verrufenen älteren Frau anzufreunden. Gemeinsam genießen sie Tee auf der Veranda und Lizzie Borden beginnt, Amanda Kartenspielertricks beizubringen.
    Doch die sommerliche Idylle währt nicht lange... es gibt Spannungen im Haushalt der Burton's und eines Tages findet Amanda ihre Stiefmutter, mit welcher sie kein inniges Verhältnis hatte, brutal von einem Beil erschlagen im Gästezimmer des Sommerhauses auf.
    Schon bald beginnen die Mühlen der Justiz und die Gerüchteküche zu arbeiten an... denn vor Jahren wurde auch die Stiefmutter von Miss Borden brutalst von einer Axt zugerichtet im Gästezimmer ihres Hauses aufgefunden.
    Die Suche nach dem Mörder beginnt...
    Sehr atmosphärisch und vom Autor intelligent verfasst entspinnt sich ein sehr spannender und kurzweiliger "Whodunnit"-Roman in bester Krimitradition. Satterthwait punktet mit dem cleveren Schachzug, eine der bekanntesten Personen der amerikanischen Kriminalgeschichte nicht als Hauptakteurin auftreten zu lassen, sondern als Mordermittlerin an der Seite der jungen Heldin. Das mit ihr verknüpfte Mysterium der Morde wird auf die junge Amanda Burton übertragen.
    Toll gezeichnete Charaktere, eine sehr intensive und nachvollziehbare Beschreibung der Umgebung und Situationen, smarte Dialoge und eine glaubwürdige Verquickung tatsächlicher mit fiktiver Fakten machen diesen Roman bis zu einem perfekt überraschenden Finale zu einem Lesegenuss!

    "Miss Lizzie kehrt zurück":
    Obwohl im ersten Roman von Satterthwait (der als Amanda Burton damals wie auch in diesem Roman wieder von den Geschehnissen berichtet) mitgeteilt wird, dass Amanda Miss Borden nach den grauenhaften Vorfällen in dem Sommerort niemals wiedersah, taucht diese in beiden Romanen als überaus resolute, widerstandsfähige und auch als alte Frau mit dem Herzen am rechten Fleck Beschriebene drei Jahre später wieder an ihrer Seite auf - diesmal in New York.
    Der Grund dafür ist, dass Amanda's Onkel - John Burton -, bei dem sie eine Zeit leben sollte, da sich ihr Vater mit seiner neuen Frau auf Weltreise befindet, mit einem Beil grausam zu Tode gebracht in seiner Wohnung aufgefunden wird... Von Amanda.
    Der Albtraum scheint sich zu wiederholen... Amanda wird verhaftet und kontaktiert ihren Bruder... der widerum den Anwalt aus dem ersten Roman zur Hilfe senden soll. Doch dieser kann nicht und so sind Miss Borden's Kontakte in New York der roaring twenties vonnöten.
    Miss Borden's gute Freundin Dorothy Parker (ja, genau: DIE Dorothy Parker!) lässt ihre gesellschaftlichen Kontakte spielen und es beginnt abermals ein Wettlauf gegen die Zeit: Die New Yorker Polizei jener Tage ist zutiefst korrupt und in viele illegale Alkohol- und Drogenschmuggeleien verwickelt... wohin auch manche Spuren von Amanda's Onkel deuten... und will so schnell wie möglich den Mörder des in der Stadt sehr bekannten und beliebten John Burton präsentieren... ohne allzuviel Staub aufzuwirbeln.
    Amanda Burton scheint nach den Vorfällen vor einigen Jahren die ideale Täterin zu sein.
    Die Figur der Dorothy Parker stiehlt der mittlerweile 16 Jahre alt gewordenen Amanda wie auch der abermals soliden, trickreichen und stilsicheren Lizzie Borden in allen Szenen die Show: Die Figur dieser berühmten Schriftstellerin (1893-1967) ist so lustvoll, so pointiert und alkoholresistent beschrieben - man muss bei jedem Auftritt von ihr schmunzeln.
    Aber Satterthwait schafft es auch mit sicherer Gabe, neue faszinierende und lebhaft beschriebene Charaktere einfließen zu lassen und erzeugt mit toll recherchierten Fakten jene feuchtfröhlichen, kriminellen und unbekümmerten Tage der Reichen und Schönen der New Yorker 20er Jahre wiederauferstehen zu lassen. Amanda & Co treffen auf Mae West, besuchen den legendären "Cotton Club", lauschen einem jungen Fats Domino und kreuzen die Klingen mit einem ganz großen Gauner jener Zeit: Arnold Rothstein!

    Zwei herrliche Kriminalromane, die sich als Aufhänger eine real existierende Person der Verbrechensgeschichte erkoren haben aber diese weder zum Zentralpunkt machen oder sie spekulativ ihrer (vermeintlichen) Taten nach dämonisieren. Der Autor schreibt straff, lebensnah, wohl überlegt und liebevoll recherchiert. Sein Stil ist amüsant und doch stringent. Die beiden Kriminalgeschichten haben einen tollen Plot, den der Autor auch ungezwungen aufzulösen weiß.

    Eine klare Empfehlung für Krimiliebhaber, die ihre Morde gern noch ohne Computer, mobile Telefone und Satelliten gelöst haben wollen!
  16. Cover des Buches Maskeraden (ISBN: 9783442444441)
    Walter Satterthwait

    Maskeraden

     (14)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    1923 in Paris. Die Stadt lebt von ihren Künstlern und ihren besonderen Charakteren. Ausgerechnet dort sollen Jane und Phil in einem ausgewöhnlichen Mord ermitteln. Begleitet mit hochkarätigen Personen wie Hemingway, James Joyce und Picasso scheint alles klar, nur nicht der Fall. Da heißt es also zusammenreißen und weiter gehts! Ausgezeichnet!
  17. Cover des Buches Eskapaden (ISBN: 9783251003716)
    Walter Satterthwait

    Eskapaden

     (20)
    Aktuelle Rezension von: tob82
    Die Handlung von Walter Satterthwaits skurrilem Kriminalroman "Eskapaden" spielt im Jahre 1921. Schauplatz ist das riesige Schloss eines englischen Lords in Devon im Südwesten Großbritanniens. Für ein entspanntes Wochenende und zur Durchführung einer Séance findet sich eine illustre Gesellschaft ein: neben den Gastgebern und einigen Verwandten und Freunden nehmen auch der berühmte amerikanische Illusionist Harry Houdini und der Schöpfer von Sherlock Holmes, Sir Arthur Conan Doyle, an der Veranstaltung teil. Da ein Rivale Houdini nach dem Leben trachtet, wird dieser zu seinem Schutz von einem Detektiv der New Yorker Pinkerton-Agentur begleitet. Bereits in der ersten Nacht lässt sich erahnen, dass das Wochenende unter keinem guten Stern stehen wird als eine junge Gesellschafterin Besuch vom einem aufdringlichen Schlossgespenst erhält. Dies erweist sich dann auch als Auftakt zu einer ganzen Reihen von mysteriösen Vorfällen, denen schließlich Houdinis Leibwächter und später auch er selbst auf den Grund zu gehen versuchen.

    Ich habe den Roman zum ersten Mal im Dezember 2006 gelesen. Damals war ich geradezu euphorisch und habe das Buch als "uneingeschränkte Lese-Empfehlung" mit 5 Sternen weiterempfohlen. Dem kann ich mich heute so nicht mehr anschließen. Obwohl ich keine Erinnerung mehr an den eigentlichen Kriminalfall hatte, wurde mir die 475 Seiten starke Geschichte doch zunehmend etwas langatmig.
    Satterthwait schafft es hervorragend, durch seine detaillierten Beschreibungen den Schauplatz und die Zeit lebendig werden zu lassen. Dies gilt auch für seine Charaktere mit ihren Eigenheiten. Doch der Grat ist schmal. Das wiederholt auf mich umständlich und gekünstelt wirkende Gebahren einiger Figuren empfand ich auf Dauer eher anstrengend als unterhaltsam.
    Erzählt wird die Geschichte zum großen Teil aus der Sicht des Pinkerton-Detektivs an Houdinis Seite. Ein kleinerer Teil besteht aus langen Briefen der bereits erwähnten Gesellschafterin an eine Freundin, die sie mehrfach an diesem Wochenende verfasst. Diese Abschnitte, die möglicherweise an englische Romane aus dem 19. Jahrhundert erinnern sollen ("Jane Austen" etc.) erschienen mir oft langatmig und "girlyhaft". Die Ereignisse aus einer zweiten Sicht geschildert zu bekommen war teils interessant und teils redundant.
    Der Kriminalfall, der u.a. auch ein "Locked Room Mystery" enthält, ist komplex konstruiert und enthält viele Facetten. Die Auflösung erscheint mir plausibel, wobei einiges am Ende auch deutlich übertrieben wirkt. Dies mag allerdings auch so gewollt sein, da die ganze Geschichte auch Ironie und Selbstwitz enthält (der Lord ist z.B. überzeugter Kommunist und will das Anwesen in einen Golfclub für das Proletariat verwandeln). Auch hier ist der Grat wieder schmal.

    3,5 Sterne (im Jahr 2006: 5 Sterne)
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