Bücher mit dem Tag "ostpreußen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ostpreußen" gekennzeichnet haben.

143 Bücher

  1. Cover des Buches Salz für die See (ISBN: 9783551560230)
    Ruta Sepetys

    Salz für die See

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Chianti Classico
    Januar 1945, die letzten Kriegstage brechen an, als sich die Wege von vier Jugendlichen mit völlig unterschiedlichen Wurzeln und Hintergründen kreuzen.
    Gemeinsam machen sie sich auf nach Westen auf der Flucht vor der Roten Armee.

    "Salz für die See" ist ein Einzelband von Ruta Sepetys, der aus den wechselnden Ich-Perspektiven von Joana Vilkas, Florian Beck, Emilia Stożek und Alfred Frick erzählt wird.

    Florian ist Preuße, der auf einer geheimen Mission unterwegs ist. Er ist schweigsam und gebildet, zeigt aber auch eine Lässigkeit, die man in den letzten Kriegstagen selten sieht. Er will nach Westen, um dort nach seiner Schwester Anni zu suchen.
    Joana ist einundzwanzig und hat ihr Heimatland Litauen vor vier Jahren verlassen. Sie hat Glück, dass sie deutsche Vorfahren hat, denn so darf sie legal nach Deutschland reisen. Sie ist eine hingebungsvolle Krankenschwester, der das Wohl ihrer Mitmenschen sehr am Herzen liegt.
    Die fünfzehn Jahre alte Polin Emilia wird von Florian aus einer schlimmen Situation gerettet und ist ihm danach völlig ergeben, eine Verbindung, die ich sehr spannend fand! Wie sie alle, musste auch Emilia in Kriegszeiten Schreckliches erleiden und doch hat die ihren Mut nicht verloren. Sie ist eine richtige Kämpferin!
    Alfred ist siebzehn Jahre alt und Matrose in Gotenhafen. In Gedanken schreibt er heldenhafte Briefe an seine Jugendliebe Hannelore, doch die Realität ist eine ganz andere. 
    Während ich Florian, Joana und Emilia sehr mochte, kam ich mit Alfreds Art überhaupt nicht klar. Er ist sehr egoistisch und fanatisch, dem Reich und Hitler absolut zugetan. Er ist kein Sympathieträger, aber auch seine Sicht hat einen interessanten Einblick in die Geschehnisse gegeben!

    Die vier Protagonisten haben mir insgesamt richtig gut gefallen! Sie stehen auf unterschiedlichen Seiten und haben völlig verschiedene Wurzeln und doch kreuzen sich ihre Wege und sie helfen sich gegenseitig. Besonders ihre Geschichten fand ich sehr spannend, denn der Krieg hat sie nicht verschont und ihre Familien auseinandergerissen. 
    Es gibt auch eine zarte Liebesgeschichte, die sich nicht in den Fokus gedrängt hat und die mit sehr gut gefallen hat! Ein kleines Licht in diesen dunklen Tagen!

    Dank der kurzen Kapitel, die oft nur ein bis zwei Seiten lang waren, ließ sich das Buch sehr gut lesen! Allerdings fand ich es anfangs doch etwas schwierig eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, da die Perspektive zu schnell und zu oft gewechselt hat. 

    So gut sich das Buch auch lesen ließ, die Handlug war keine leichte Kost. 
    Die letzten Kriegstage im Jahr 1945 zeigen Menschen, die alles verloren und nur noch wenig Hoffnung haben. Eine Hoffnung ist, dass sie mit einem Schiff über die Ostsee nach Deutschland fliehen können, doch für viele Menschen endet diese Hoffnung im eiskalten Meer. Ruta Septeys beschönigt nichts, sondern zeigt sehr realistisch, wie schlimm die Situation der Menschen damals war.
    Ich war vom Zweiten Weltkrieg schon immer fasziniert und habe viele Fakten förmlich inhaliert. Vom Untergang der Wilhelm Gustloff hatte ich trotzdem noch nie etwas gehört. Dabei ist es eine der größten Katastrophen der Seefahrt, von der bis heute nur wenige wissen! Allein das zeigt schon, wie wichtig "Salz für die See" ist. Man muss sich erinnern, um zu verhindern, dass solche Gräueltaten noch einmal passieren!
    Ruta Sepetys mischt gut recherchierte Fakten mit vielfältigen Charakteren und lässt auch noch andere sehr spannende historische Tatsachen einfließen, eine sehr gelungene Mischung! 

    Fazit:
    "Salz für die See" von Ruta Sepetys ist ein sehr wichtiges Buch, das über den Untergang der Wilhelm Gustloff erzählt.
    Mir haben die vielfältigen Charaktere mit ihren völlig unterschiedlichen Wurzeln richtig gut gefallen, auch wenn ich Schwierigkeiten hatte, eine richtige Bindung zu ihnen aufzubauen, was auch an den sehr kurzen Kapiteln lag.
    Ruta Sepetys hat für ihren Roman sehr gut recherchiert und erzählt eine spannende Geschichte, die mich wirklich mitreißen konnte!
    Ich vergebe sehr gute vier Kleeblätter!
  2. Cover des Buches Jahresringe (ISBN: 9783426308059)
    Andreas Wagner

    Jahresringe

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Mikki44

    Der Roman "Jahresringe" von Andreas Wagner greift eine sehr aktuelle Thematik in Deutschland auf: die Rodung des Hambacher Forsts und die Situation der Protestbewegung der Aktivisten.
    In dem Buch wird die Familiengeschichte von Familie Klimkeit aufgegriffen, die sehr nah an dem Forst lebt und für die die Bäume eine Heimat und einen Zufluchtsort bieten. Als die Rodung weiter einsetzt, muss die Familie umsiedeln. Die Geschichte steuert darauf hin, dass die Kinder unterschiedliche Einstellungen und Seiten zum Tagebau einnehmen und somit in ihren Meinung nicht unterschiedlicher sein könnten.
    Wagner greift in seinem Roman die Schwierigkeiten sehr gut auf, die einem im Leben erreichen können. Existenzängste, Ablehnung und auch die Frage rund um den Klimaschutz.
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich es an einigen Stellen etwas zu reißerisch fand.

  3. Cover des Buches Bernsteintränen (ISBN: 9783548060880)
    Izabelle Jardin

    Bernsteintränen

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Sehr langatmig, viel zu große Kapitel, da verliert man den Überblick wenn man unterbrechen muss, viele Wörter die ich nachschlagen musste was sehr nervig ist. Warum kann man nicht so schreiben wie es heute der sprachlich Umgang ist. Der Schreibstil gefällt mir so gar nicht. Der Roman kommt bei mir nicht an. Ich vermisse hier Emotionen. Teilweise wirkt der Roman wie einfach hingeschrieben ohne Tiefgang. Recherchen und Fakten ja aber Herz und Emotionen sind mir hier eindeutig zu wenig. Ab Elisabeth kommen leichte Emotionen auf und der Roman wird an einigen Stellen auch etwas emotional. Mich hat der Roman diesmal nicht abgeholt und ich habe mich echt durch die Geschichte gequält.

  4. Cover des Buches Altenstein (ISBN: 9783499272516)
    Julie von Kessel

    Altenstein

     (48)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Inhalt des Romans wurde hier bereits oft geschildert, so dass ich mich auf meine Meinung beschränke. 

    Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht so leicht, da ich mich erstmal an die vielen Zeitsprünge gewöhnen musste. Die Geschichte war spannend und der Schreibstil gefiel mir gut obwohl er etwas distanziert und nüchtern war. 

    Durch die vielen Zeitsprünge wurde der Lesefluss für mich etwas erschwert. Doch ich fand die Geschichte spannend und es konnte mich fesseln war aber nicht so leicht zu lesen. 

    Ich vergebe 4 Sterne und empfehle das Buch gerne weiter. 

  5. Cover des Buches Gestorben wird immer (ISBN: 9783328107569)
    Alexandra Fröhlich

    Gestorben wird immer

     (71)
    Aktuelle Rezension von: gaby2707

    Nach dem Motto „Gestorben wird immer“ steht die 91-jährige Agnes Weisgut in Hamburg immer noch dem Steinmetzbetrieb Weisgut &Söhne vor, den sie vor einigen Jahrzehnten, direkt nach Kriegsende gegründet hatte. Sie fühlt, dass nun auch ihr Ende immer näher kommt und so beauftragt sie ihre Enkelin Birte, alle Familienmitglieder zusammen zu bringen. Agnes findet, es ist Zeit für die Wahrheit. Aber es ist gar nicht so einfach alle in einen Raum zu bringen. Zwischen einzelnen Familienmitgliedern gärt es gewaltig.

    In ihrem Roman erzählt Alexandra Fröhlich die Geschichte dreier Frauen: Agnes, Martha und Birte. Von Agnes Tharau, die es als junges Mädchen zusammen mit ihren Eltern von der Gluckstraße in Königsberg in die tiefste Provinz nach Groß Hubnicken verschlägt; die dort mit einem Mann verheiratet wird, den sie nicht liebt; die von Schwiegermutter und Mann geknechtet wird; 4 Kinder bekommt; wegen des Krieges und ihrer jüdischen Vergangenheit ihre Heimat in Ostpreußen verlassen muss und immer wieder ganz neu anfängt.

    Von Martha, ihrer Tochter, die etwas „anders“ ist (warum, erfährt man noch), die ihren Mann und ihre beiden Kinder Birte und Peter sehr früh verlassen und ihre Heimat, die sie in vielen verschiedenen Ländern sucht, bisher nie gefunden hat.

    Und von ihrer Enkelin Birte, die ihrer Mutter nie verziehen hat, dass sie sie als sie noch ein Kind war, verlassen hat; die in der Schule gemobbt wird und sich dank ihrer Großmutter zu einer starken jungen Frau entwickelt.

    Alexandra Fröhlich hat einen so mitreißenden, bildhaften Erzählstil. Durch den dauernden Wechsel von Zeit und Ort und den Sprüngen zurück in die Vergangenheit baut sich eine Spannung auf, die es mir sehr schwer gemacht hat, Pausen einzulegen. Vor allem die Kapitelenden sind so gewählt, dass immer eine Frage offen bleibt, die ich unbedingt noch geklärt haben wollte.

    Die Personen sind sehr bildlich und ausdrucksstark beschrieben und ziemlich bald habe ich ein Bild vor Augen, das sich im Laufe der Geschichte immer weiter stabilisiert. Gerade Agnes ist eine Frau mit so vielen verschiedenen Facetten, dass es, auch wenn sie manchmal etwas rüde und unsympathisch rüber kommt, Spaß macht, sie immer näher kennenzulernen.

    Die Geschichte selbst geht unter die Haut. Gerade bei den Geschehnissen auf der Flucht habe ich schlucken müssen. Ich bewundere Agnes, die sich nie hat unterkriegen lassen und die, auch wenn sie irgendwo 5x vorstellig werden musste, eigentlich immer erreicht hat, was sie wollte.

    Ein tolles Buch von einer Autorin, die ich bisher nicht kannte und die ich mir nun merken werde. Eine ergreifende, tiefgründige und tragische Familiengeschichte mit Geheimnissen, die hier aufgelöst werden. Absolut lesenswert!

  6. Cover des Buches Letzte Fahrt nach Königsberg (ISBN: 9783442716203)
    Ulrich Trebbin

    Letzte Fahrt nach Königsberg

     (25)
    Aktuelle Rezension von: anushka
    Ella Aschmoneit wächst recht behütet in Königsberg auf, als Tochter eines Weinhändlers ist sie gut versorgt. Doch das Verhältnis zur Mutter ist für das eigenwillige junge Mädchen nicht leicht. Dennoch verlebt sie unbeschwerte Sommer an der Küste des Samlandes in Ostpreußen, das zu diesem Zeitpunkt noch zum Deutschen Reich gehört.
    Anfang 1945 befindet sich die etwas ältere Ella jedoch mit ihren beiden Kindern in Potsdam, wo sie unter den Auswirkungen des Krieges leben und Hunger leiden. Nicht selten denkt Ella an die vielen Vorräte, die noch im Haus der Familie in Königsberg lagern. Schließlich fasst sie sich ein Herz und reist entgegen jeglichen guten Rats der Schwester und auch des eigenen Ehemanns ein letztes Mal nach Königsberg, um von den reichlichen Vorräten zu holen, die sie in Potsdam lange über Wasser halten würden. Doch Ellas Vorhaben ist aberwitzig, denn die russische Armee marschiert unaufhaltsam auf Königsberg zu und aus anderen Gegenden Ostpreußens kursieren angsterregende Geschichten ...

    Der Autor Ulrich Trebbin hat in diesem Buch die Geschichte seiner Großmutter literarisch verarbeitet. Zeitlebens stand bei Ella das Foto eines Mannes auf dem Sekretär, der nicht Ellas Ehemann war. Während Ella sich auf die Reise nach Königsberg begibt, erstehen die Stadt und das Umland in vielen Rückblenden wieder auf. Ella erinnert sich an ihre Jugend, die erste Verliebtheit und auch die Heirat mit einem Mann, mit dem sie 1945 schon nichts mehr gemein hat. Diese Episoden vermitteln ein Gefühl von Heimat, nach dem sich Ella den Rest ihres Lebens sehnen wird, denn sie wird schließlich eine Geflüchtete bleiben, Königsberg zu Russland gehören. Aber nicht nur Heimweh, sondern auch Sehnsucht nach einem anderen Mann als dem eigenen bestimmen viele Gedanken Ellas und so stehen beide Themen im Mittelpunkt des Buches. Die Liebesgeschichte ist absolut unkitschig, stattdessen manchmal sogar eher unterkühlt, denn sie scheint oft auf Einseitigkeit zu beruhen. So wird bis zu einer gewissen Stelle des Buches nicht ganz ersichtlich, warum (die literarische) Ella so sehr an dieser Liebe hängt. Der Bogen schloss sich für mich tatsächlich erst am Ende. Eindringlich wird dagegen das Leid der Vertriebenen geschildert, die Blauäugigkeit der Menschen ist Ostpreußen, die immer noch der Nazi-Propaganda glauben und das böse Erwachen, dass sie schließlich ereilt. Trebbin greift ein eher tabuisiertes Thema auf, nämlich dass Menschen sich nicht als Opfer betrachten dürften, die zum Volk eines Kriegsaggressoren gehören. Und so zeigt sich auch hier und da die ein oder andere unschöne Szene, was die Geschichte noch glaubhafter macht, da der Autor nicht verklärend schreibt, sondern die Mentalität der damaligen Zeit meiner Meinung nach realistisch einfängt. Er macht jedoch auch deutlich, wie wenig jeder einzelne dennoch die Rache verdient hat, die über das eingekesselte Ostpreußen kommt.

    Insgesamt hat mir dieses Buch gut gefallen. Besonders Ellas letzte Fahrt nach Königsberg war beklemmend und gleichzeitig spannend. Diese Spannung hält nicht durchweg an. Zu großen Teilen ist es eher eine einfühlsame Geschichte in ein Einzelschicksal, das jedoch nicht allein von Kriegsereignisse handelt, sondern auch dem Verlust von Heimat und individuellen Träumen und Wünschen. Einige Passagen in den Rückblenden wirken etwas zu ausschweifend. Sie machen die Figuren zwar lebensnaher, drosseln aber auch das Tempo der Handlung etwas. Alles in allem ist dieses Buch jedoch empfehlenswert. Es ist eine liebenswerte Ode an eine starke, eigenwillige Frau und auch die Herkunft und Heimat einer ganzen Familie, deren Verlust die ganze Familie geprägt hat.
  7. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783837135657)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (39)
    Aktuelle Rezension von: MAZERAK

    Vor mehr als 60 Jahren strandete Vera Eckhoff, auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung, als kleines Kind im Alten Land. Ihre Mutter, eine stolze ostpreußische Adelige, findet keine Heimat und auch Vera, die das alte Reetdachhaus erbt, schlägt nie richtig Wurzeln. Das Haus verkommt zusehends, bis eines Tages ihre Nichte Anne mit ihrem Sohn Leon vor der Türe steht. Auf der Flucht vor ihrem untreuen Mann und ihrer zerbrochenen Familie. 

    Dörte Hansen schreibt schnörkellos, tiefsinnig und ehrlich über die schicksalhafte Suche nach Heimat. Sätze, die wie Prophezeiungen klingen, sorgen auch schon mal für Schauder. Dabei ist die Geschichte warmherzig. Zuneigung, ja Liebe sind spürbar, bleiben aber unausgesprochen. Es sind die kleinen Gesten, die die raubeinigen Protagonisten sympathisch machen und nicht selten darf man sich über den trockenen Humor der Autorin amüsieren. Mir erscheint die Erzählung wie aus dem Leben gegriffen. Die Beziehungen sind sehr real und doch irgendwie sensibel und zerbrechlich. 

    Hannelore Hoger ist die perfekte Interpretin für dieses Werk. Mit ihrer Stimme haucht sie den Menschen Leben ein und macht sie einzigartig. Und erzeugt großes Kopfkino. Eine zarte Geschichte um Schicksal und Heimat, die mir sehr gut gefallen hat!

  8. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (683)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Freitag

    So sehr unterschiedlich und eigensinnig, typisch norddeutsch, die Charaktere auch sind, man muss sie einfach alle auf ihre Art mögen. Ein sehr humorvolle Analyse der aktuellen Gesellschaft, bei der jeder Typ Mensch sein Fett weg bekommt, ohne den einzelnen Charakter dabei zu werten. Der unaufgeregte Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich freue mich nun schon darauf, weitere Werke von Dörte Hansen zu lesen. 

  9. Cover des Buches Weiße Rosen und die Titanic (ISBN: 9781543055566)
    Christiane Lind

    Weiße Rosen und die Titanic

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Klusi
    Frühjahr 1912: Paula und Luise sind beste Freundinnen und teilen sich eine Wohnung. Während Paula als Schauspielerin am Theater arbeitet, ist Luise dort als Kostümbildnerin tätig.Die beiden jungen Frauen lieben ihre Freiheit, ihren Beruf und das Leben in Berlin.
    Doch dann ändert sich mit einem Schlag alles. Beide Frauen verlieren ihre Arbeit, die Wohnung wird ihnen gekündigt, und zu allem Überfluss taucht ein gefälschter Schuldschein auf. Paula und Luise stehen vor dem Ruin. Als Paula von einem Verehrer eine Einladung erhält, ihn in New York zu besuchen und auch gleich ein Erste-Klasse-Ticket für die Titanic beiliegt, schöpfen die Freundinnen Hoffnung. Mutig stellen sie sich der neuen Herausforderung und begeben sich an Bord des großen, neuen und sehr luxuriösen Schiffs.
    Während sich Luise in den Steward Leonard verliebt, erlebt Paula allerhand Ärgerliches mit ihrem Verehrer Ferdinand von Fahlbusch. Der Mann heckt einen hinterhältigen Plan aus, von dem die Freundinnen ebenso wenig ahnen wie von dem tragischen Schiffsunglück, in das sie unweigerlich geraten werden.

    Das Unglück der Titanic und die damit verbundenen tragischen Schicksale der Fahrgäste sind hinreichend bekannt. Es gibt zahlreiche Geschichten, die sich mit Mythos und Wahrheit rund um das wohl berühmteste Schiffsunglück befassen. Christiane Lind hat interessante Charaktere entworfen und ihren Protagonisten einen Platz auf der Titanic eingeräumt.
    Paula und Luise sind zwei liebenswerte junge Frauen mit ganz normalen Wünschen und Zukunftsplänen. Als ihre Träume zerplatzen, wagen sie mutig einen neuen Anfang, indem sie der Einladung folgen und sich auf die Reise nach Amerika begeben. Mit von der Partie ist auch Paulas kleiner Hund Valentino, der seine eigenen Vorstellungen davon hat, wie so eine Schiffsreise sein sollte.Begeistert legt er sich mit der Schiffskatze Jenny an. So eine richtige Charakterkatze ist in Christiane Linds Romanen unverzichtbar, und ich möchte behaupten, das ist ein Markenzeichen der Autorin. Ich jedenfalls habe noch keinen Roman von ihr gelesen, in dem nicht mindestens ein Exemplar dieser Spezies mitwirkt.
    Auch zwei liebenswerte junge Helden hat der Roman vorzuweisen. Die Geschwister Harri und Gretchen sind mit ihren Eltern Passagiere der dritten Klasse, und Paula und Luise schließen die beiden Kinder gleich ins Herz. Im Lauf der Fahrt auf der Titanic können die Kinder den Freundinnen so manchen guten Dienst erweisen.
    Sehr gespannt war ich, zu erfahren, was es mit Fahlbuschs Plänen auf sich hat. Was er mit seiner Inszenierung bewirken will und seine Beweggründe dafür erfährt man erst ziemlich am Schluss der Geschichte, wodurch die Spannung langfristig angekurbelt wird.

    Die Atmosphäre auf der Titanic ist sehr detailliert und realistisch wiedergegeben. Hier hat Christiane Lind wirklich sehr gründliche Recherchearbeit geleistet. Ich konnte mir das Ambiente lebhaft vorstellen und hatte zeitweise das Gefühl, an der Seite der Protagonistinnen durch die Gänge des Schiffs zu laufen und alles mitzuerleben. Dass sich dies dann doch alles nur in meinen Gedanken abgespielt hat, darüber war ich spätestens froh, als die Titanic den Eisberg rammte. Auch die darauf folgenden Ereignisse sind im Roman beängstigend greifbar und realistisch dargestellt.

    Neben dem Nervenkitzel, der nicht nur durch den Untergang dieses gewaltigen Schiffs ausgelöst wird, sondern den wir zu einem großen Teil auch Ferdinand von Fahlbusch zu verdanken haben, spielt auch die Liebe im Roman eine Rolle, wenn auch eine eher untergeordnete. Die fesselnde Handlung und der plastische Schreibstil machen die Geschichte zu einem großartigen und kurzweiligen Leseerlebnis.
  10. Cover des Buches Das Bernsteincollier (ISBN: 9783732552108)
    Eva Grübl-Widmann

    Das Bernsteincollier

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Ein sehr bewegender Familienroman über zwei, eigentlich sogar über drei Generationen hinweg. Wir sind in Schweden in der Gegenwart (2015) sowie in Ostpreußen in der Vergangenheit (vorwiegend 1930er und 1940er Jahre). 

    Eine Enkeltochter ist auf Spurensuche in der Vergangenheit ihres Großvaters und deckt dabei ein Geheimnis auf. 

    Es ist sehr anschaulich beschrieben, sehr bewegend und unterhaltsam. Dabei gibt es Wendungen in der Geschichte, die für mich überraschend waren. 

    Die Geschichte, die in Ostpreußen in der Vergangenheit spielt, hat mir dabei noch ein kleines bisschen besser gefallen als die Gegenwartsgeschichte, aber zusammen war es einfach eine gute, runde und sehr unterhaltsame Familiengeschichte! 



  11. Cover des Buches Bis wir uns wiedersehen (ISBN: 9783806242188)
    Catherine Bailey

    Bis wir uns wiedersehen

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Sir_Gerry_63

    Wie kann man solches Leid ertragen?

    Dieser Roman hat mich zutiefst berührt. Aber worum geht es hier? Es ist vor allem die persönliche Leidensgeschichte der Fey von Hassel, der Tochter des Botschafters Ulrich von Hassel, der in Rom stationiert war und der im Herbst 1944 von den Nazis wegen des Attentatsversuchs auf Hitler hingerichtet worden war. Im Weiteren werden die Angehörigen der Attentäter verhaftet. Sie wird von der Gestapo zunächst zu Befragungen aus ihrem Haus abgeholt. Dabei werden ihr die beiden kleinen Söhne Corrado und Roberto weggenommen und in ein ihr unbekanntes Kinderheim gebracht.

    Sehr akribisch und detailreich wird hier beschrieben, was sich in den nächsten Wochen und Monaten zugetragen hat. Von einem Gefängnis zum anderen wird sie mit weiteren sog. prominenten Häftlingen gebracht. Sie wird von Norditalien nach Österreich verbracht, von dort nach Norddeutschland ins KZ Stutthoff, dann zurück ins KZ Buchenwald und KZ Dachau. Schließlich werden sie und andere Gefangene in ein Berghotel gebracht.

    Es handelt sich vorliegend nicht um einen Roman. Vielmehr wird diese Geschichte durch zahlreiche Zitate und persönliche Anmerkungen der vielen Beteiligten  unterstützt. Dadurch erhält dieses Buch einen dokumentarischen Touch. Aber das ist so gut eingewebt, dass das einem beim Lesen gar nicht groß auffällt. Atemlos und mit größtem Erstaunen habe ich verfolgt, welche Torturen Fey von Hassel sowie ihre Mitgefangenen zu erleiden hatten. Man kann das hier gar nicht beschreiben. Die Gräueltaten der Nazis sind unbeschreibbar. Der Alltag in einem KZ wird geschildert, die Flucht aus den KZs vor den herannahenden russischen Truppen, die Pläne Heinrich Himmlers, sich selbst zu retten und die Gefangenen als Geisel in der Hinterhand zu halten, die unmenschlichen Verhörmethoden der Gestapo uvm.. Im KZ Stutthoff waren 1944 ca. 60.000 Menschen inhaftiert, 12 Mio russische Bürger wurden durch Deutsche im zweiten Weltkrieg ermordet, mehr als 2 Millionen Flüchtlinge aus Ostpreußen auf der Flucht vor den Russen, 13 Mio Kinder ohne Eltern in Europa, mehr als 1,5 Mio ermordete Kinder durch die Nazis, darunter 1 Mio jüdische Kinder.

    Dieser Roman ist sehr bewegend. Für alle Leser, die sich für das Thema interessieren, ein absolutes Muss.

  12. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783958291300)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (550)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  13. Cover des Buches Stay away from Gretchen (ISBN: 9783423220149)
    Susanne Abel

    Stay away from Gretchen

     (322)
    Aktuelle Rezension von: Ramona_Daniela

    Ein tolles Leseerlebnis, aber nicht für Schwache Nerven.

    Was habe ich bei diesem Buch gelacht, geweint und gelitten. Das Buch hat mich wütend gemacht und ich musste einige Sachverhalte der Deutschen Geschichte verdauen. Dieses Buch über Gretchen zeigt dem Leser ungeniert die Verhältnisse im Krieg und der Nachkriegszeit. 

    Das Cover hat konnte mich nicht so wirklich überzeugen, es passt aber zur Story. Susanne Abel´s Erzählstil ist flüssig und man kommt super schnell voran. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, was mir bei diesem gefallen hat. Der Sprung zur heutigen Zeit hat das Ganze glaubwürdig und auch ein wenig die Situationen "entschärft". Ich habe das Buch teilweise als Hörbuch gehört. 

    Die Hauptprotagonistin leidet an Demenz und es wird dem Leser auch der Umgang und das Ausmaß bewusst gemacht. Gretchen ist einem sofort sympathisch und man schließt sie ins Herz. Immer mehr möchte man in ihre Vergangenheit eintauchen und herausfinden, was sie alles Erlebt hat und das ist nichts für schwache Nerven. Ich kann nur sagen WoW- was für ein Buch!!! Es hat einfach von der ersten bis zur letzten Seite alles gepasst. 

    Eine absolute 5 Sterne plus Leseempfehlung von mir für alle die sich für diese Zeit und das ungeschönte Leben interessieren. 



  14. Cover des Buches Tiefe Wunden (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 3) (ISBN: 9783548061733)
    Nele Neuhaus

    Tiefe Wunden (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 3)

     (739)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Dieser dritte Band der Reihe hat es wirklich in sich. Den Buchtitel finde ich sehr gut gewählt, denn hier geht es wirklich um Wunden, die tief gehen und tief in die Vergangenheit zurückgehen... 

    Es beginnt mit einem Mord an einem 92-jährigen Holocaust-Überlebenden. Weitere Morde folgen, und dann stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint... 

    Der ganze Fall ist sehr komplex; wir haben relativ viele handelnde Personen. Es erfordert ein konzentriertes Lesen, um der Handlung gut folgen zu können bzw. um die Verwicklungen nachvollziehen zu können.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mochte all diese Verwicklungen und die Wendungen, die es gab. 



  15. Cover des Buches Nächstes Jahr in Berlin (ISBN: 9783825152611)
    Astrid Seeberger

    Nächstes Jahr in Berlin

     (50)
    Aktuelle Rezension von: AgnesM

    Das Buch „Nächstes Jahr in Berlin“ handelt von einer Frau, die ihre Mutter verliert und nach dem Tode feststellt, dass sie fast gar nichts über sie und ihr Leben weiß. Sie versucht nachzuvollziehen, was ihre Mutter während des Krieges, auf der Flucht und im Deutschland der Nachkriegszeit, erlebt hat und wie diese Ereignisse ihr Leben und Ihre Denkweise geprägt haben.
    Die Schriftstellerin beschreibt zum einen das tragische Schicksal der Protagonistin und springt zwischen verschiedenen Zeiten (Vergangenheit – Gegenwart) und versucht das schwierige Mutter-Tochter Verhältnis greifbar zu machen. Die Autorin beschreibt sehr ausführlich die Menschen und die Ereignisse, doch leider konnte sie mich damit nicht richtig mitreißen. Ab einem gewissen Punkt habe ich es als schwierig und anstrengend empfunden das Buch zu lesen.

  16. Cover des Buches Sturmzeit (ISBN: 9783734105982)
    Charlotte Link

    Sturmzeit

     (416)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Man lernt sowohl die Familie sehr gut kennen und lieben oder hassen, als auch die jeweiligen Dinge die sich in der Zeit tatsächlich abspielten. Geschichtliche Fakten in Romanform kann man sich einfach besser merken. Auch hier freue ich mich auf die beiden weiteren Teile der Trilogie.

  17. Cover des Buches Das Foto (ISBN: 9783734568572)
    Elva Schevemann

    Das Foto

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Insel56
    Ein altes Foto, was Herr Yildiz während seiner Arbeit bei der Müllabfuhr findet, ist der Aufhänger für die Geschichte rund um Gustav, den wir als Kind kennenlernen , Jahre später im Krieg begleiten und zum Schluss alten Mann bis zu seinem Tod. Das Bild zeigt Lene - Gustavs erste Frau, die bei einem Bombenangriff, ums Leben gekommen ist und die er trotz langer Ehe und vielen gemeinsamen Kindern mit seiner zweiten Frau, nie vergessen hat und immer geliebt hat. Gustav hatte eine Kindheit, die geprägt war von Lieblosigkeit, Strafen und Gewalt sowie Angst. Während er sich vor dem Krieg jedoch Menschlichkeit bewahrt hatte, wurde es durch den Krieg und den Tod von Lene und Hans, seinem Sohn anders. Seine zweite Familie hatte unter ihm seinen Gefühlsschwankungen zu leiden.
    Rund um Gustav wird die Geschichte von den Menschen erzählt, mit denen er verwandt war oder die er kennengelernt hatte. So entsteht ein sehr vielschichtiges Bild  - ein Stück Zeitgeschichte. Sehr bedrückend, berührend und zugleich entwickelte ich Verständnis für das manchmal furchtbare Verhalten der Menschen.

  18. Cover des Buches Wellen (ISBN: 9783150111567)
    Eduard von Keyserling

    Wellen

     (79)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Wenn man sich an der gestelzten Sprache des Autors und den affektierten Gestalten des Romans nicht stört, ist dieses kleine Werk sicherlich literarisch als gelungen zu betrachten. Der Autor versteht es sehr gut, die Stimmungen der Landschaft festzuhalten. Die feinsinnige und vielschichtige Liebesgeschichte ist psychologisch durchaus interessant. Die Melancholie des Lebens und die aussichtslose Alltäglichkeit der Personen zeichnen das Bild einer schein-adeligen Gesellschaft. Ein ganzes Leben voller grauer Langeweile - dies war leider auch grösstenteils mein Gefühl beim Lesen.

  19. Cover des Buches Wie Treibholz im Sturm (ISBN: 9783426654316)
    Daniela Ohms

    Wie Treibholz im Sturm

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Annie_liest

    Aufgrund der Bewertungen und des Klappentextes habe ich schon eine emotionale Geschichte erwartet. Allerdings ist das Buch in so vielen Arten ergreifend, dass ich noch lange daran zu verarbeiten habe. 


    Die Hauptprotagonisten Hannah wird 1943 in Hamburg ausgebombt und auf ein Gut nach Schleswig-Holstein evakuiert. Hier versucht sie nach dem Verlust ihrer gesamten Familie wieder ins Leben zurückzufinden.

    Zuerst entsetzt muss sie hinnehmen, dass drei ehemalige Wehrmachtssoldaten in ihrer kleinen Dachkammer einquartiert werden. Langsam ergibt sich mehr als eine Bedarfsgemeinschaft zwischen ihnen und besonders der schweigsame Fuchs zieht sie in ihren Bann.

    Doch was dieser im Krieg erleben musste und selbst getan hat, kommt erst im Laufe der Geschichte ans Tageslicht und stellt die Beziehung zwischen ihm und Hannah auf eine Probe.

    Mich hat nicht nur die Geschichte von Hannah und Fuchs berührt sondern auch das Schicksal der Nebenfiguren, wie der Flüchtlingsfrau Gitte oder auch des Gutsherrn. 

    Besonders hat mich das Setting in seinen Bann gezogen, wohl auch aufgrund meiner Verbindung zu Schleswig-Holstein und der Situation der Flüchtlinge/Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten.

    Ich kann dieses Buch auch aufgrund des flüssigen Schreibstils und der bildgewaltigen Sprache uneingeschränkt empfehlen, auch wenn es sicherlich keine leichte Kost ist.

  20. Cover des Buches Europareise (ISBN: 9783958620483)
    Diverse

    Europareise

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Edelstella

    Einfach wunderbar diese Europareise bekannter Autoren, erschienen beim Audio-Verlag, hörbar auf 8 CD's, besprochen von bekannten Synchronstimmen.


    Der Hörgenuß dieser Reise ist von ganz besonderer Art:

    Da umgarnt mich Goethe voller Romantik und entführt mich nach Italien, insbesondere nach Rom und Neapel und ich kann es riechen und sehen und fühlen. Barenberg nimmt uns mit und wir nehmen ihm den Goethe ab, er ist es gar. Wunderbar.

    Stefan Zweig hat mich besonders mit der Beschreibung der Großartigkeit von Oxford gefangengenommen und ich möchte einfach da mal hin. Till Hagen hat das gut umgesetzt und mich träumen lassen. Bei Zweig wünsche ich mir immer, auch über so eine wortgewaltige Sprache zu verfügen.


    Und dann eine Reise nach Norwegen auf den Spuren Nansens, besser gesagt auf seinen Schneeschuhen. Welch positive Lebenseinstellung, was für ein Elan und wie großartig die Schneewelt dort beschrieben wird. David Nathan hat hier seine Stimme geliehen. So frisch wie der Schnee selbst.


    Ich fand auch Heines Ausflug nach Polen sehr gut. Das Land aus Sicht des einfachen Bauern und deren Verhältnis zu den Edelleuten und wiederum deren Stellung zu Frankreich und Rußland.

    Sehr wissenswert und wertschätzend. So wie es Heines Art war!


    So kann man immer weiter schwärmen, auch wenn man Dickens durch Frankreich begleitet und sich so manches Schmunzeln nicht verkneifen kann.


    Was haben diese großen Menschen für Strapazen auf sich genommen und trotzdem sind sie an ihnen gewachsen und wir dürfen die jeweiligen Zeiten und Sehenswürdigkeiten durch ihre Augen betrachten und oft geben sie Raum, uns ein eigenes Bild zu machen.

    Ein Kulturgenuß der Lust macht, den nächsten Zug zu nehmen und hinaus in die Welt zu schreiten und der Neugier auf weitere Werke der großen Erzähler/innen macht.

    Selbst der Umkarton der CD's ist sehr elegant gestaltet, zeigt er doch meines Erachtens eine Bühne mit Vorhängen für den nächsten Aufzug! Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Empfehlung, wenn man ein besonderes Geschenk für einen verehrten Menschen braucht.



  21. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783462046465)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der vierte Band um Kutschers Ermittler Gereon Rath. Er spielt im Sommer 1932 in Berlin und Ostpreußen. Sieht man von Prolog und Epilog ab, beschränkt sich die Handlung auf einen Zeitraum von einem Monat. Erstmals ermittelt Gereon Rath in diesem Band außerhalb Berlins, nämlich in Ostpreußen in und um Treuburg bzw. Marggrabowa, dem heutigen Olecko in Masuren.

    Wie immer versteht es Kutscher ausgezeichnet fiktive Ereignisse in echte historische Ereignisse einzubetten. Da wirkt nichts bemüht oder gekünstelt, das fügt sich harmonisch zusammen. Die damalige Zeit wird in den Geschichten sehr lebendig vor den Augen des Lesers. Besonders toll finde ich auch die Webseite https://www.nianli.de/ mit historischen Karten und Schauplätzen der Krimireihe, wo man auch Infos über die entsprechenden Gebäude und nicht selten eine Verlinkung zur Wikipedia findet. Ich weiß nicht, ob das die private Seite eines großen Fans ist oder etwas Offizielles, aber es lohnt sich, die Ereignisse dort mit zu verfolgen. Allerdings besteht Spoilergefahr, wenn man noch nicht weit im Buch ist.

    Die Handlung an sich fand ich in diesem Band weniger komplex, als in den vorangegangenen Bänden, was aber der Spannung keinen Abbruch tut, zumal der Autor auch falsche Fährten legt. Schön finde ich auch, dass es sich um eine echte Reihe handelt, also nicht um eine reine Serie. Die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander entwickeln sich stetig weiter und immer mal wieder  wird auch Bezug auf vergangene Bände genommen. Es ist zwar grundsätzlich möglich, die Bände unabhängig voneinander zu lesen, aber man beraubt sich selbst eines Teils des Lesevergnügens sofern man so verfährt.

    In manchen Momenten erinnert mich das Duo Rath/Marlow an Ian Rankins Rebus/Cafferty. Jedenfalls ist sind beide Verbrecher so gezeichnet, dass der Leser immer mal wieder auch Sympathie für sie empfinden kann.

    Die Romane der Reihe haben bisher eine gleichbleibende Qualität, was auch nicht jeder Autor schafft. Den Showdown am Ende finde ich übertrieben und unwahrscheinlich, aber dieses Manko haben viele Krimis. Dennoch reicht es deshalb nicht für fünf Sterne. 

  22. Cover des Buches Die Frauen vom Schlehenhof (ISBN: 9783959737739)
    Judith Nicolai

    Die Frauen vom Schlehenhof

     (12)
    Aktuelle Rezension von: binchen79

    Völlig unvorbereitet trifft Hanka die Trennung von ihrem Freund Tobi. So entscheidet sie sich Berlin den Rücken zu kehren und zurück in ihr Heimatstädtchen Rothenbach zu ziehen und dort eine eigene Goldschmiede zu eröffnen.

    Sie möchte ihrer Mutter und deren neuem Freund nicht im Wege sein und entschließt sich auf den Schlehenhof zu ziehen und dort ihre Werkstatt zu eröffnen. Im Gegenzug hilft sie Roman bei der Renovierung des Schlehenhofes.

    In ihren Träumen erlebt sie sehr real die Geschichte von Greta und Johanna, die vor Jahren als Flüchtlinge auf den Schlehenhof kamen.

     

    Ich muss sagen, ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Es hat einen tollen Schreibstil, so dass man wirklich flüssig durch das Buch kommt. Zudem ist es spannend, so dass man es nur ungern aus der Hand legt, da man doch erfahren möchte, wie die Geschichte von Greta und Johanna endet und welche Rolle Romans Familie dabei spielt.

  23. Cover des Buches Der Weg der verlorenen Träume (ISBN: 9783958131347)
    Rebecca Michéle

    Der Weg der verlorenen Träume

     (17)
    Aktuelle Rezension von: HeikeSonn
    Mir gefällt der Stil der Autorin und ich bin ihr gerne durch die Geschichte ihrer Familie gefolgt. Als junge Frau hätte mir ein wenig gefehlt, dass die Figuren niemals so richtig in das Grauen der Zeit eintauchen, heute habe ich schon so viele derartige Bücher gelesen, dass mir gerade das gefällt, weil ich mich mehr nicht mehr aussetzen möchte und kann. Klar, ähnelen sich all diese Schicksale, und trotzdem habe ich den Weg von Hedwig und Margarethe gerne verfolgt, zumal auch mein Schwiegervater aus der Nähe von Königsberg fliehen musste. Auch er hat niemals viel davon erzählt, ein paar Fakten, aber niemals Emotionen, niemals hat er von dem erlebten Grauen gesprochen. Auch er hat die Gustloff nur knapp verpasst ...
    Mich hat der Blick auf das damalige Frauenbild wieder einmal erschüttert. Wie wenig sie durften, wie wenig Rechte sie hatten und wie unverzichtbar sie für die Männer und Familien mit ihrer Stärke waren. Immer wieder sehr konträr. Und wie wenig sie aufbegehrt haben, und trotzdem ihren Weg gegangen sind, wie der Weg von Hedwig eindringlich schildert.
    Fazit: Schöner Stil, Kriegsgräuel und geschehen kam wenig dran, vermutlich eben so wiedergegeben, wie es die Schilderungen hergaben und nicht weiter vertieft. Wenn man sich wie ich aber schon oft mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, braucht es das auch nicht. Lesenswert.
  24. Cover des Buches Königsberg. Glänzende Zeiten (ISBN: 9783442487851)
    Nora Elias

    Königsberg. Glänzende Zeiten

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte7

    Zum Inhalt schreibe ich nicht viel, weil dieser ja im Klappentext steht. Man wird eindrucksvoll in die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts entführt. Der Einstieg hat mich leicht verwirrt, ich habe gebraucht, bis ich die Familien sortiert hatte und wusste, wer zu wem gehörte. Doch wenn man mal drin ist, ist das Buch fesselnd. Ich habe sogar auf Landkarten nachgeschaut, wo genau die Mazuren liegen und wie weit Ostpreußen damals ging. Man bekommt gute Einblicke in das damalige Leben. 

    Weil ich mir ein kleines bisschen mehr Tiefgang gewünscht hätte, gibt es nur 4 von 5 Sternen. Es Buch ist zwar toll, aber ich habe schon Bücher gelesen, die ebenso Einblicke ins damalige Leben gegeben haben, aber mit mehr Tiefgang. 

    Wer historische Romane liebt, ist mit diesen beiden Büchern (Königsberg - Glänzende Zeiten / bewegte Jahre) genau richtig. Ich habe beide Bücher sehr gerne gelesen. 

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