Bücher mit dem Tag "opium"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "opium" gekennzeichnet haben.

75 Bücher

  1. Cover des Buches Das Geheimnis des weißen Bandes (ISBN: 9783458359159)
    Anthony Horowitz

    Das Geheimnis des weißen Bandes

     (358)
    Aktuelle Rezension von: Seehase1977

    Am Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes‘ Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, in dem er den einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande erkennt, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist der Mann ihm über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird und den berühmten Detektiv ins Gefängnis, verdächtigt des Mordes. Zunächst gibt es nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk eines ermordeten Straßenjungen …“ Quelle Klappentext

    Meine Meinung:

    Anthony Horowitz hat abgeliefert und sich als würdig erwiesen. „Das Geheimnis des Weißen Bandes“ ist spannend und vielschichtig und von feinem Humor durchzogen. Der detaillierte Erzählstil kommt behäbig und altmodisch daher ganz so, wie man es eben auch von Sir Arthur Conan Doyle gewohnt ist.

    Selbstredend steht der interessante, undurchsichtige Kriminalfall im Fokus, der an allerlei düsteren und stimmungsvollen Schauplätzen spielt – Nebel, dunkle Gassen, die berühmte Bakerstreet - und mich in zahlreichen Wendungen auf falsche Fährten lockt. Mysteriös ist es, spannend und am Ende intelligent gelöst. Horowitz schlägt aber auch gesellschaftskritische Töne an und behandelt ein berührendes wie erschütterndes Thema, dass nachdenklich stimmt und nachwirkt.

    Ein guter Plot lebt natürlich auch immer von seinen Figuren. Hier haben wir es mit einem weltbekannten und einzigartigen Ermittlerduo zu tun und ich finde, Anthony Horowitz hat die beiden Hauptprotagonisten wunderbar skizziert. Dr. John Watson, pragmatisch und gebildet auf der einen Seite, im gegenüber Sherlock Holmes in all seiner Exzentrik und Genialität. So unterschiedlich die beiden auch sind, so sind sie doch ebenbürtige Partner und ergänzen sich in der Auflösung des Falls nahezu perfekt. Auch alte Bekannte aus den Romanen von Doyle erhalten ihren Auftritt, wie z.B. Mycroft Holmes, Inspektor Lestrade oder auch Mrs. Hudson, Holmes reizende Vermieterin.

    Mein Fazit:

    Wunderbar geschrieben, herrlich altmodisch und viktorianisch, dazu eine wunderbare und atmosphärische Detektivgeschichte, hin und wieder behäbig aber mit Spannung und Intelligenz umgesetzt. Ein gelungenes Remake!

  2. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.065)
    Aktuelle Rezension von: Rhea_Ross

    Anna Karenina - Leo Tolstoi

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    „Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern…“

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    Meiner Meinung nach gibt der Klappentext eine irreführende Auskunft über die Handlung, da er impliziert im Buch ginge es nur um Annas Affäre. Dem ist nicht so. Anhand von drei Familien wird ein Einblick in die adlige russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ermöglicht. 

    Anna Karenina ist ein Buch, das viel Zeit in Anspruch nimmt und völlige Konzentration erfordert. Denn erst wenn man sich auf die Figuren und deren Welt einlässt, kann man den einzigartigen Charme spüren und ein Abenteuer erleben, welches sehr viele Themen anschneidet, unter anderem die Ehe, die Liebe, die Religion, den Krieg und generell Fragen über die Menschheit und das Leben an sich. Es ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Und obwohl sich die damalige Gesellschaft von der heutigen etwas unterscheidet, sind diese Thematiken immer noch aktuell und beschäftigen uns weiterhin. 

    Es sind Sätze wie diese, die das Leseerlebnis so einzigartig und unvergesslich machen:


    „Warum ich fahre? […] Das wissen Sie. Ich fahre, um da zu sein, wo Sie sind. Ich kann nicht anders.

    […]

    Er hatte genau das gesagt, wonach ihre Seele verlangte hatte, wovor aber ihre Vernunft bange gewesen war. Sie antwortete nichts, und er sah auf ihrem Gesicht ihren innerlichen Kampf.“

    Und obwohl das Buch Anna Karenina heißt und ihre Geschichte sehr spannend ist, ist mein Lieblingscharakter Ljewin. Ohne zu spoilern sage ich nur so viel: Ljewin ist ein Mann, den sich jede Frau wünschen kann. Er ist jemand, der alles richtig macht und am Ende dafür belohnt wird. 

    Tolstoi beschreibt seine Charaktere sehr detailliert und schildert in einer Jagdszene sogar die Perspektive eines Jagdhundes, was sehr unerwartet kam aber so unterhaltsam war, dass ein Schmunzeln nicht unterdrückt werden konnte. 

    Da das Buch so lang ist, verbringt der Leser bzw. die Leserin viel Zeit mit diesen Charakteren und lebt eine Weile mit ihnen. Sehr viele Weisheiten und wunderschöne Zitate stecken in diesem Klassiker, den es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.


    Zum Abschluss möchte ich ein weiteres Zitat mit euch teilen. Die vielen anderen lasse ich euch selber suchen in diesem Meisterwerk. 


    S. 640

    „[…] Denn wenn du nur deshalb arbeitest und lernst, um eine Belohnung zu erhalten, dann wird dir die Arbeit schwer vorkommen, wenn du aber arbeitest […] aus Liebe zur Arbeit, so wirst du in der Arbeit selbst deinen Lohn finden.“


  3. Cover des Buches Der Gutshof im Alten Land (ISBN: 9783442485963)
    Micaela Jary

    Der Gutshof im Alten Land

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Leser44

    Auf dem ersten Blick dachte ich: „Schon wieder eine typische Gutshofsaga". Doch ganz so typisch war diese Geschichte nicht! Wie erwartet gab es romantische Liebesgeschichten. Allerdings beruht die Handlung auf einer vielversprechenden Idee: Der eigene Sohn der Gutsfamilie ist im Krieg verschollen und wird kurzerhand durch einen Fremden, der ihm ähnlich sieht ausgetauscht. Die Idee ist grandios! Doch ich muss sagen: Man hätte mehr rausholen können. Diese innovative Idee hätte viel Stoff für eine fesselnde und tragische Geschichte bieten können. Dieser Roman hätte mehr Drama, mehr Chaos und mehr brenzlige Situationen verdient! Obwohl ich das Lesen sehr genossen habe, fehlte der Handlung der gewisse Pfiff. Somit bliebt es eher eine leichte nette, und dennoch empfehlenswerte Lektüre.


    Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig. Die Charaktere werden anschaulich dargestellt. Vor allem die Gutstochter Finja und der „Ersatzsohn" Clemens habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Während Cousin Ronald ein echter Ekel ist! Zu meiner Überraschung waren die Liebesbeziehungen für mich nicht vorhersehbar. Genauso war das Ende für mich eine Überraschung, die mich überzeugen konnte!


    Kurz anmerken möchte ich, dass in meiner Ausgabe der Klappentext auf dem Buchrücken quasi fehlte, denn 2 nichtssagende Sätze sind noch lange kein Klappentext. 


    Fazit: Wer eine leichte, rührselige Lektüre sucht, ist hier genau richtig! Meine Empfehlung bekommt der Roman!


  4. Cover des Buches Risiko (ISBN: 9783453419568)
    Steffen Kopetzky

    Risiko

     (67)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Nach Ausbruch des 1 Weltkrieges plante die deutsche Militärführung, zunächst einen raschen Sieg gegen Frankreich zu erreichen um anschließend alle Kräfte für den Feldzug gegen Russland frei zu haben. Der Überfall auf das neutrale Belgien veranlasste jedoch Großbritannien zum Kriegseintritt, was das Kaiserreich vor ein Problem stellte. Neben Österreich hatte man keine starken Verbündeten, und als Italien sich auf die Seite der Entente schlug, war die letzte Hoffnung, das Osmanische Reich auf die Seite der Mittelmächte zu ziehen, was dan auch gelang. Um England zu schwächen, plante Deutschland die sog. Oskar-Niedermayer-Expedition, welche das Ziel hatte, nach Kabul zu reisen um den Emir von Afghanistan zu bewegen, einen Aufstand der Paschtunenstämme gegen die Briten im heutigen Pakistan anzuzetteln. So sollten die Briten entscheidend geschwächt werden. Dies ist der historische Ausgangspunkt zu diesem sehr spannenden Roman, der eine Vielzahl von bisher wenig bekannten Details erzählt. Anhand von vorwiegend erfundenen Protagonisten wird die wahre Geschichte dieser Expedition erzählt, wobei natürlich auch viel Fantasie des Autors im Spiel ist.

    Steffen Kopetzky gelingt mit dem Werk ein historischer Roman, der sprachlich auf hohem Niveau erzählt ist und die Figuren liebevoll und glaubwürdig schildert. 

     

  5. Cover des Buches Das Geheimnis der Madame Yin (ISBN: 9783939990345)
    Nathan Winters

    Das Geheimnis der Madame Yin

     (30)
    Aktuelle Rezension von: SCook

    London, 1877. Ein junges Mädchen wird ermordet aus der Themse gezogen, im Mund findet man eine Haarlocke in einem Stofffetzen. Wenig später folgt die Leiche einer Opiumkönigin aus dem East End. Beide Morde müssen miteinander zu tun haben, doch die Polizei findet keinen Zusammenhang zwischen den Opfern. Inspektor Robert Edwards vom Scotland Yard wird mit dem Fall betraut und muss sich bald gegen seinen Willen mit der Pinkerton Detektivin Celeste Summersteen herumschlagen, die ebenfalls Interesse an der Aufklärung des Falles hat. Gemeinsam schlittern sie in die Dunkelheit, die die Bewohner Londons aufgebaut haben und bald müssen sie nicht nur das nächste Opfer des Mörders, sondern auch ihre eigene Haut retten.

    Robert Edwards macht seinem Spitznamen Bull alle Ehre. Mit dem Gemüt eines aus dem Winterschlaf geweckten Bären und der Durchschlagskraft einer Stange Dynamit ausgestattet prügelt er sich durch Londons Unterwelt und trifft dabei nicht immer die klügsten Entscheidungen. Celeste Summersteen dagegen besticht durch Charme, Taktgefühl, Schneid und einem ganzen Repertoire von Tricks, die ihr bei der Verfolgung ihrer Ziele helfen. Ich mochte beide Figuren schon einzeln, aber gemeinsam werden sie zu Goldschätzen und ich liebte den Humor, den beide an den Tag legen.

    Dazu war der Krimi genau richtig für mich, da er nicht zu gruselig und blutig geraten war, und nicht nur einige überraschende Wendungen, sondern auch einen spannenden Zwei-Fronten-Krieg auf Lager hatte. Der Autor verstand es, den Leser mit allen Informationen zu versorgen und gleichzeitig so bei der Stange zu halten, das man dem Ende entgegenfieberte.

  6. Cover des Buches Der Opiummörder (ISBN: 9783426517536)
    David Morrell

    Der Opiummörder

     (32)
    Aktuelle Rezension von: misery3103

    London 1854. Ein grausamer Mörder tötet eine vierköpfige Familie und das Hausmädchen. Detective Sean Ryan und der Polizist Joseph Becker entdecken Parallelen zu einer Mordserie, die sich 1811 in London ereignet hat. Auch damals tötete ein Mann zunächst eine Familie und danach die Anwesenden in einem Pub. Über das alte Verbrechen schrieb der opiumsüchtige Schriftsteller Thomas De Quincey ein Buch. Könnte er mit der neuen Mordserie in Verbindung stehen?

    Das Buch hatte das Potenzial, eine richtig gute Krimigeschichte zu erzählen. Alle Teile für einen viktorianischen Krimi waren vorhanden: Ein tolles Ermittlerteam, blutrünstige Morde und ein fabelhafter Verdächtiger, der dann zum Helfer der Polizisten wird.

    Leider hielt das Buch nicht so ganz, was es versprochen hat. Irgendwie war die Geschichte zu langwierig erzählt und verlor deshalb oft die Spannung. Die Teile über die Morde und die eigentlichen Ermittlungen gefielen mir, während mich die Tagebucheinträge De Quinceys Tochter Emily und auch Rückblicke in das Leben und das Denken des Killers langweilten, ebenso Einblicke in politische Intrigen, die das Buch auch nicht gebraucht hat. Schade!

    Der Fall ist gut konstruiert und hat mir gefallen, das Ermittlerteam mochte ich auch, aber insgesamt musste ich mich ein bisschen durch die 500 Seiten quälen.

  7. Cover des Buches Die Teeprinzessin (ISBN: 9783570306406)
    Hilke Rosenboom

    Die Teeprinzessin

     (230)
    Aktuelle Rezension von: colour_hunter_books

    Inhalt:
    Die junge Schmiedstocher Betty begibt sich auf eine unglaubliche Reise durch fremde Kulturen und verführerische Teedüfte. Mit gerade ein Mal 16 Jahren muss sie ihr Heim verlassen und sich durch harte Arbeit ihren Unterhalt selbst verdienen. Durch einen glücklichen Zufall kann sie eine Reise in das Land des Tees antreten.

    Meinung:
    Abenteuer, Liebe und der Weg des Erwachsenwerdens begleiten diese Geschichte. Fließend und atmosphärisch geschrieben nimmt dich „die Teeprinzessin“ auf eine Reise, dabei greift es verschiedene Facetten des Lebens auf .
    Ein Roman den ich immer und immer wieder lesen kann.
    5/5⭐️

  8. Cover des Buches Drood (ISBN: 9783453408067)
    Dan Simmons

    Drood

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Deni_liest

    London, im 19. Jahrhundert. Bei einem Eisenbahnunglück sterben viele Menschen. Zu den Überlebenden zählt der damals schon weltberühmte Charles Dickens. Das Erlebte verändert ihn – plötzlich sucht er fanatisch nach einem Mann namens "Drood". Jenem entstellten Fremden, dem er begegnet ist, als Dickens versucht hat, seinen Mitreisenden zu helfen. Gemeinsam mit einem Kollegen Wilkie Collins begibt er sich bei seiner Suche in die Abgründe Londons. Aber ist "Drood" überhaupt ein tatsächlich existierender Mensch? Angeregt von Dickens will auch Collins wissen, was es mit Mr. Drood auf sich hat.  Dabei verliert er sich in Wahn und Drogensucht und begegnet einem eigenen imaginären Doppelgänger.

    Der Roman erweckt das viktorianische London wieder zum Leben – mit einer Detailbesessenheit, die Dickens gefallen hätte. Ich habe mich wirklich ins schaurig-diffuse Licht der Gaslaternen versetzt gefühlt. Dem Autoren gelang es nicht nur eine starke, düstere Atmosphäre zu kreieren, sondern  trotz der Schauerroman-Elemente eine absolut schlüssige Entwicklung der Handlung. Ich habe mich  jederzeit bestens unterhalten geführt. 

    Nebeneffekt: Das Buch hat mich außerdem dazu gebracht, mich näher mit Dickens Zeitgenossen und Kollegen Wilkie Collins zu befassen, der heute als Autor beinahe unbekannt ist. Gerade habe ich angefangen, sein Buch "Basil" zu lesen, dass mir sehr gut gefällt. 



  9. Cover des Buches Revolver Tarot (ISBN: 9783944544304)
    R.S. Belcher

    Revolver Tarot

     (21)
    Aktuelle Rezension von: LadySunny
    Dieses Buch hat mich zuerst durch sein Cover angesprochen und so habe ich eigentlich mit dem Lesen angefangen, ohne mich allzu sehr mit dem Klappentext zu beschäftigen. So war die Mischung verschiedener Genres in diesen Buch überraschend - aber auf eine gute Art und Weise. Das Cover und der Titel lassen zudem erahnen, dass wir uns im Wilden Western befinden, was wir tun. Revolver, Indianer, Pferde, Gauner, Silberminenarbeiter - all diesen typischen Figuren begegnet man auch hier.
    In den ersten Kapiteln folgen wir Jim, einem Jungen, der von Zuhause flieht und schließlich in einer Stadt namens Golgotha, am Rand der Vierzigmeilenwüste landet. Eigentlich nur als Zwischenhalt gedacht, wird die Stadt schnell zu etwas, das seinen ganz eigenen Charme - und Schrecken - verbreitet. Im Laufe der Handlung lernt man verschiedene Charaktere von Golgotha kennen, die nicht zuletzt mit kirchlichen / religiösen Hintergründen konfrontiert und hintermalt werden - die Geschichte befasst sich letzten Endes mit dem nahenden Weltuntergang, etwas, das ich so nicht erwartet hätte, aber auch etwas, das mich zunehmenden mehr in Beschlag nahm, sodass ich das Ende des Buches kaum abwarten könnte, um herauszufinden, ob die Guten oder doch die Bösen siegen.
    Das Buch ist spannend und gut geschrieben - einige wenige Rechtschreib-, Grammatik und / oder Flüchtigkeitsfehler sind den Editoren zwar durchgerutscht, was meinen Lesefluss manchmal beeinträchtigte, aber es waren keineswegs so viele, dass es mich wahnsinnig gestört hätte.
    Besonders gefallen haben mir tatsächlich die vielfältigen Charaktere, die man nach und nach besser kennenlernt, obgleich damit teilweise ein mächtiges Head-Hopping entstanden ist. Auch bei all der Hektik zum Schluss hätte ich einen strikteren PoV besser gefunden. Einige Figuren sind mir außerdem Figuren etwas zu kurz gekommen. Zum Beispiel Biqa.  Dessen Wandlung bzw. Beweggründe zu dem zu werden, der er am Ende ist, kann ich nicht ganz verstehen / nachvollziehen…. Einiges wird aufgeklärt, aber grundsätzlich hätte ich mir mehr von seiner Zerrissenheit gewünscht. Er macht Dinge aus einem Grund heraus, auch weil er sich in der neuen Welt verliert, aber das erklärt, meiner Meinung nach, nicht alles, was er getan oder nicht getan hat.
    Auch hätte ich gerne erfahren, ob Jim jemals erfährt, was mit seiner Familie ist.
    Ab und an bin ich zudem über ein paar Formulierungen gestolpert, bei denen ich mich gefragt habe, ob man diese damals (im 19. Jahrhundert) bereits verwendet hätte …. so etwas wie "klinisch rein". Ist das nicht eher ein Begriff aus der Neuzeit?
    Teilweise hatte ich also das Gefühl, dass Fäden aufgenommen, versponnen und dann wieder von der Nadel gerutscht sind und dass es zu oft ein zu großes Head-Hopping gab, das es schwerer machte mit den einzelnen Figuren mitzufühlen. Aber grundlegend hat mir die Lektüre von "Revolver Tarot" sehr viel Spaß gemacht, ich habe mich gerne auf all die Facetten eingelassen, hätte mir aber an der ein oder anderen Stelle doch mehr Tiefgang gewünscht. In diesem Sinne gibt es von mir 4 von 5 Sternen.
  10. Cover des Buches Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen (ISBN: 9783442455157)
    Siba Shakib

    Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

     (114)
    Aktuelle Rezension von: monerl

    (4,5 Sterne)

    Meine Meinung
    Ich habe dieses Buch schon sehr viele Jahre ungelesen in meinen Regalen. Aufgrund der derzeitigen desaströsen Situation in Afghanistan, ausgelöst durch den schnellen Abzug der USA, Deutschland und anderen Staaten, hatte ich das Bedürfnis noch mehr über Afhanistan, die afghanischen Bevölkerung und vor allem die afghanischen Frauen zu erfahren! Denn gerade Letztere sind von der erneuten Übernahme des Landes durch die Taliban am meisten betroffen.

    In ihrem vor 20 Jahren erstveröffentlichten Buch „Nach Afghanistan kommt Gott nur zum Weinen“ hat die Autorin eine Biografie über eine afghanische Frau, Shirin-Gol, geschrieben, die in ihrer Kindheit bereits den Einmarsch der Russen in Afghanistan erlebt hat und bis zum Ende des Buches, irgendwann im Jahre 2001, nur Flucht, Hunger und Entbehrungen gekannt hat. Und doch hat sie und haben auch andere Menschen immer noch Hoffnung auf ein neues und besseres Leben in Zukunft.

    „An diesem Nachmittag wissen Shirin-Gol und Azadine noch nichts von dem, was wenig später in ihrer Heimat geschehen wird. Die Ärztinnen, die Landwirtin, die Biologin, die Lehrerinnen, die Ingenieurin, die Krankenschwestern, die Frauen, die lesen können, die Frauen, die nicht lesen können, die Frauen, die sich in Azadines Haus versammelt haben, wissen noch nicht, dass in weniger als einem Jahr die Amerikaner und Europäer ihnen im Kampf gegen die Taleban endlich zu Hilfe kommen werden. An diesem Nachmittag glauben die Frauen zum soundsovielten Mal voller Hoffnung, die ihnen niemand nehmen kann, an eine bessere Zukunft. An diesem Nachmittag wissen sie noch nichts von den vielen Freunden, die sie im fernen Amerika und Europa haben. Sie wissen noch nicht, dass Bekämpfung von Terrorismus nur mit Bomben und Raketen möglich ist.
    Die Frauen wissen an diesem Nachmittag noch nicht, dass bald wieder Bomben auf sie, auf Kabul, auf alle anderen Städte, auf ihr Land geworfen werden.
    An diesem Nachmittag wissen sie nicht, dass die Amerikaner zu ihrer Befreiung kommen werden.“ (Buch, S. 295)

    Es ist sehr bitter, aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen, 20 Jahre später, dass dieser letzte Satz aus obigem Zitat sich von einer Sekunde auf die andere in Luft aufgelöst hat! Am 16. August 2021 haben die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernommen. Sie sind in Kabul einmaschiert, nachdem die USA und auch Deutschland ihre Truppen wieder aus dem Land zurückziehen. Sie geben Afghanistan auf! Zwanzig Jahre lang konnte das Land sich langsam wandeln, nach vorne entwickeln. Frauenrechte wurden auf den Weg gebracht, Frauen konnten wieder in Ruhe studieren (40% der Studierenden sind Frauen gewesen), arbeiten, eine Schulbildung genießen, Künstlerinnen werden, lachen, tanzen und sich auch ohne Koopftuch auf die Straße trauen.

    Die derzeitigen Nachrichten sind niederschmetternd! Menschen fliehen vor der erneuten Herrschaft der Taliban! Die einen, weil sie nicht mehr in einem Land ohne Freiheit, Menschen- und Frauenrechte leben wollen, die anderen, weil sie mit den westlichen Mächten zusammengearbeitet haben und somit potentiell gefährdet sind. Die Taliban haben Namenslisten von diesen Menschen angefertigt, suchen sie, werden sie wahrscheinlich foltern und umbringen.

    Shrin-Gol ist 1979, als die Russen in Afghanistan einmarschieren und sie die ersten Raketen hört, ungefähr 5 Jahre alt. Heute ist Shirin-Gol, falls sie noch lebt, eine Frau von fast 50 Jahren, die wieder die Herrschaft der Taliban erleben muss und die sich vielleicht auch wieder auf eine Flucht begeben wird.

    Shirin-Gol hat einige Kriege erlebt und hat über 20 Jahre ihres Lebens in der Fremde und auf der Flucht gelebt.

    „Wo ist der Unerschied zwischen Heimat und Fremde?, fragen Nafass, Nabi, Navid, Nassim wieder und wieder, bekommen weder von Shirin-Gol noch von Morad eine Antwort. Die vielen Länder, Städte, Berge, Täler, Dörfer, in denen sie gelebt haben, die sie durchquert haben, die sie wieder verlassen mussten, der Sand, die Wüste, die Berge, das ist alles viel zu viel, viel zu groß für die kleinen Seelen der Kinder, die von Mal zu Mal zerbrechlicher, unsicherer, verängstigter werden. Was ist ein Land?, fragen sie. Was bedeutet Heimat? Wo ist mein Zuhause? Was ist eine Grenze? Wo ist sie?“ (Buch, S. 240)

    Die Autorin Siba Shakib zeigt überaus deutlich, was Shirin-Gols Kinder, alle afghanischen Kinder in all den Jahren durchmachen mussten. Sie wachsen ohne ein längerfristiges und richtiges Dach über dem Kopf auf, erleiden Hungerperioden, Verluste von Träumen und einer Zukunft.

    Shirin-Gol versucht zu überleben, sich und ihre Kinder durchzubringen. Sie ist mental stärker als ihr Mann Morad, der sich und sein Unglück versucht mit Opium zu betäuben. In einem Flüchtlingslager im Irak wird sie von Polizisten vergewaltigt und muss auch ihren Körper verkaufen, um an Geld zu kommen und trauert ihrer Vergangenheit nach, als sie als junges Mädchen unter der russischen Herrschaft verpflichtet wurde in die Schule zu gehen. Shirin-Gol ist eine der wenigen Frauen, die lesen und schreiben können. Sie wollte einmal Ärztin werden, doch dann verließen die Russen wieder Afghanistan und der Bürgerkrieg begann.

    Shirin-Gols Leben ist voller Verluste, die sie in ihrem jungen Leben ertragen musste. Ihre älteste Tochter verliert sie an einen jungen Taliban, in den diese sich verliebt hat. Gegen die Liebe gibt es keine Medizin, so stimmt sie nach langer Gegenwehr der Hochzeit zu. Ihren ältesten Sohn verliert sie im Iran, der nicht wieder mit seiner Familie zurück nach Afghanistan will, nachdem der Iran seine Gastfreundschaft zu den geflüchteten Afghanen beendete. Sie verlor ihren Mann Morad an das Opium, das ihn abhängig, schwach und krank gemacht hat. Sie verlor Brüder und Schwestern im Krieg der Mujahedin und doch verlor sie nie die Kraft, immer wieder von vorne anzufangen!

    Siba Shakib zeichnet über das Leben von Shirin-Gol die traurige Vergangenheit Afghanistans. Ein Land, das seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommen durfte und wohl auch sehr lange nicht zur Ruhe kommen wird.

    „Wir hatten einen König, der von seinem eigenen Schwager, der die Dinge besser machen wollte, abgesetzt wurde. Die Engländer wollten die Dinge in unserem Land besser machen. Die Russen sind gekommen und wollten uns wer weiß wovor retten. Die Amerikaner haben die Mujahedin mit Waffen beliefert und ausgebildet, wieder um wer weiß was zu ändern und damit alles besser wird. Die Mujahedin führen überall Krieg, für einen besseren Islam. Irgendwelche Kommandanten schießen auf andere Kommandanten, weil sie das Beste für uns wollen. In Kandahar, im Süden unserer Heimat, ist eine neue Bewegung aufgetaucht, die sich Taleban nennt und für einen bessseren Islam kämpft.“ (Buch, S. 162)

    Fazit
    Ein sehr aufschlussreiches und informatives Buch, das sehr ausführlich über die Menschen in Afghanistan berichtet und was sie alles erleben mussten. Die Biografie von Shirin-Gol schmerzt von Seite zu Seite mehr, denn diese Frau hat in ihren noch nicht einmal 30 Jahren mehr erlitten und Schlimmes erlebt, dass es in mehr als zig traurige Leben passen könnte.
    Dies ist leider gerade heute wieder ein sehr lesenswertes Buch, auch wenn ich mit dem Schreibstil nicht ganz so zufrieden war.

  11. Cover des Buches Nell Sweeney und die Spur des Todes (Nell Sweeney-Reihe 1) (ISBN: 9783960877554)
    P.B. Ryan

    Nell Sweeney und die Spur des Todes (Nell Sweeney-Reihe 1)

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Xanessa93

    Nell Sweeney und die Spur des Todes von P.B. Ryan ist der erste Band der Nell Sweeney-Reihe. Nell Sweeney kommt aus einer niedrigen sozialen Schicht und wird von einem Arzt gerettet, bei dem sie dann auch zur Krankenschwester ausgebildet wird. Bei der Entbindung eines Kindes lernt sie die Familie Hewitt kennen. Mrs. Hewitt möchte das Baby als ihr eigenes aufziehen, denn die Angestellte, die das Kind geboren hat, möchte es nicht. Viola Hewitt möchte Nell als Gouvernante anstellen. Nell nimmt das Angebot an und lebt sich in Boston bei der Familie ein.

    Ein paar Jahre später ist Gracie, die Adoptivtochter der Familie, Nells Liebling, denn sie liebt die Kleine wie eine eigene Tochter. Als der Anwalt der Familie vorbeikommt und behauptet, dass der älteste Sohn der Familie Hewitt nicht im Krieg gefallen ist, sondern derzeit im Gefängnis sitzt, weil er einen Mord begangen haben soll, will sein Vater ihn einfach nur loswerden und dass nicht herauskommt, dass sein Sohn ein Mörder ist. Viola will ihren Sohn aber nicht aufgeben und bittet Nell, sich den Fall mal anzusehen.

    Nell beginnt mit ihren Ermittlungen, doch William ist alles andere als kooperativ, drogensüchtig und setzt Nell ständig auf falsche Fährten. Erst nach und nach findet Nell Hinweise auf den Mord, darauf welche Verbindung William und das Opfer hatten und so wirkt er immer schuldiger. Nell weiß nicht was sie glauben soll, denn eigentlich glaubt sie nicht, dass William der Täter ist. Sie bittet gemeinsam mit Mrs. Hewitt einen früheren Freund ihrer Söhne, darum, dass er die Verteidigung übernimmt.

    Bei ihren Ermittlungen lernt Nell viele Menschen der Bostoner Unterwelt kennen und besucht einige zweifelhafte Etablissements und doch kommt sie irgendwann dahinter was am Abend des Mordes genau passiert ist…

    Nell Sweeney und die Spur des Todes von P.B. Ryan ist der erste Teil der Nell Sweeney-Reihe.

    Ich mochte Nell sehr gerne. Sie ist unglaublich sympathisch, denn auf der einen Seite ist sie fürsorglich und mütterlich, auf der anderen tough und sie lässt sich nicht so einfach Angst einjagen, obwohl sie viel zu verlieren hat, weil sie Gracie verlieren könnte. Nell ist außerdem scharfsinnig und obwohl sie Hilfe hatte, hat sie sich selbst ein gutes Leben aufgebaut, obwohl sie von ganz unten kommt. Gleichzeitig hat sie einige Geheimnisse, die sie vor allen verbirgt und über die man als Leser:in auch noch nicht allzu viel weiß.

    Der Fall selbst wirkt auf den ersten Blick sehr eindeutig, denn Dr. William Hewitt hatte ein Motiv, die Gelegenheit, wurde mit dem Opfer streitend gesehen und unternimmt keinen Versuch sich zu verteidigen. Dennoch ermittelt Nell die ganze Zeit und man ahnt natürlich, dass mehr dahintersteckt. Bei mir hat sich ziemlich bald ein Verdacht ergeben, wer der Mörder sein könnte und obwohl ich zwischenzeitlich geschwankt habe, hatte ich mit meinem Anfangsverdacht recht. Dennoch fand ich den Fall relativ spannend.

    An dieser Stelle möchte ich nun auch nochmal darauf hinweisen, dass es sich hier nicht um Cosy Crime, sondern um einen historischen Krimi handelt. Prostitution, Glücksspiel, (versuchte) Vergewaltigung, Tierleid, Drogenkonsum, Krieg, Folter und blutige Beschreibungen von zwei Morden werden hier ziemlich detailliert beschrieben. Eigentlich klingt das damit natürlich nicht nach einem Krimi, der mir gefallen würde, und ich muss sagen, dass vor allem die eine Beschreibung eines Mordes ziemlich furchtbar war und dass ich über diese recht schnell hinweggelesen habe.

    Über den Sezessionskrieg in den USA weiß ich tatsächlich recht wenig, weil er in den Büchern, die ich lese meistens nicht oder nur sehr am Rande vorkommt. In diesem Buch spielt er aber insofern eine große Rolle, weil die gesamte Problematik der Handlung sich durch den Krieg ergibt, wenngleich der Roman erst ein paar Jahre nach dem Krieg, in den späten 1860er Jahren, spielt.

    Dennoch mochte ich den Auftaktband zur Nell Sweeney-Reihe Nell Sweeney und die Spur des Todes von P.B. Ryan recht gerne. Ich mochte die Protagonistin sehr, obwohl ich mir wünsche, in den nächsten Bänden noch mehr von ihr zu erfahren. Ich habe also beschlossen die Reihe vorerst weiter zu lesen. Wenn der zweite Band aber genauso brutal wie der erste ist, könnte es sein, dass ich diese danach abbreche. Dennoch handelt es sich um einen spannenden Krimi mit einer interessanten Detektivin.

  12. Cover des Buches Titanic Passage. Tagebücher (ISBN: B00BM9G28M)
    Nora Amelie

    Titanic Passage. Tagebücher

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Belis

    Ruhig, kalt, sternenklar – und doch tödlich. So könnte man die Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 umschreiben.
    Die Tagebucheinträge der fiktiven Personen Fräulein Nora Amelie und Herrn Wilhelm Friedel umfassen den Zeitraum März bis Anfang Mai 1912. Obwohl unabhängig voneinander geschrieben verflechten sich die Einträge durch die Geschehnisse. Jeder Tag ist in mehreren Abschnitten von Nora und Wilhelm abwechselnd geschildert. Durch namentliche Überschriften bin ich schnell im Lesefluss. Der verwendete Schreibstil versetzt mich bereits nach kurzer Zeit in das Jahr 1912.
    Wilhelms Wissbegierde erlaubt Einblicke in die Werft Harland and Wolff  sowie  den Bau der Titanic. Im Laufe der Erzählung trifft der Ingenieur viele interessante Zeitgenossen. Neben den Erbauern der Titanic zählt er unter anderem Bram Stoker, dessen Werk "Dracula" äußerst erfolgreich wird, zu seinen Bekannten. Des weiteren fließen in seine Tagebucheinträge immer wieder Erfindungen und Neuheiten der ersten zwanziger Jahre ein. Durch seine Beschreibungen "sehe" ich mich versetzt ins Belfast 1912, höre den Lärm der  geschäftigen Werft und erlebe den Medienrummel um die Katastrophe hautnah.
    Nora, die Pflanzensammlerin aus gutem Hause, plant eine Reise nach Mexiko. Die bevorstehende Jungfernfahrt der Titanic wäre eine gute Gelegenheit um New York zu erreichen. Durch ihre Sichtweise darf ich die Gärten von Mount Stewart betrachten, sowie  erleben welch ein Aufwand in Bezug auf Mode, gesellschaftliches Auftreten und Expeditionsgegenständen betrieben wurde. Ihre Überfahrt ermöglicht mir einen Blick auf das Treiben an Bord der Titanic. Die aufregenden Tage danach....
    Aufflammende Zuneigung der beiden Protagonisten durchströmt die mit viel Liebe zum Detail recherchierte Katastrophe um die Titanic. Geschilderte Emotionen der Überlebenden, sich überschlagende Zeitungsmeldungen und die Reaktionen darauf lassen die Ereignisse aufleben. Die Tagebucheinträge lesen sich wie ein Zeitzeugnis. Die aufwendige Vorbereitung zeigt sich unter anderem in dem anhängenden Personenregister mit ergänzenden Einzelheiten.
    Um dem Buch einen krönenden Abschluß zu geben hat sich das Autorenpaar zu einem Making of entschlossen. In diesem letzten Abschnitt erfährt der geneigte Leser viele Details zum Entstehen des Projektes.
    Der größte Dampfer damaliger Zeit ist untergegangen. Die Technik Euphorie hat einen Riß bekommen. Mögliche Hintergründe, Emotionen der Gesellschaft und Auswirkungen auf die Medienlandschaft werden versucht darzustellen. Mit Nora und Wilhelm, ihrer beginnenden Liebe und ihren Interessen zeigen die Protagonisten einen Einblick in diese Epoche. Gelungen wie ich finde. Daher vergebe ich verdiente fünf Sterne für dieses besondere Tagebuch.
    Neben dem Buch an sich hat mich die Leserunde sehr begeistert. Die Hintergundinformationen und zusätzlichen Möglichkeiten recherchiertes Material zu betrachten war einfach spitze. Dafür nochmals meinen herzlichen Dank.


  13. Cover des Buches Zeitrausch - Spiel der Zukunft (ISBN: 9783401510682)
    Kim Kestner

    Zeitrausch - Spiel der Zukunft

     (171)
    Aktuelle Rezension von: miah

    Achtung! Es handelt sich um den zweiten Teil einer Reihe. Diese Rezension könnte daher Spoiler enthalten, wenn man den ersten Teil nicht kennt.



    Inhalt:
    Alison bereitet sich auf ihre erneute Teilnahme bei der Show "Top the Realities" vor, denn sie weiß, sie hat nur zwei Jahre, um alles zu lernen, damit sie in der Wildnis überlebt und Kay das auch beibringen kann. In der Zukunft angekommen, ist aber doch alles ganz anders als gedacht.

    Meine Meinung:
    Nachdem mir der erste Band sehr gut gefallen hat, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Alison nimmt die Vorbereitungen auf ihre erneute Teilnahme bei der Show sehr ernst. In jeder freien Minute trainiert sie. Sie verzichtet auf sehr viel, um sich daran zu gewöhnen, wie es sein wird, wenn sie nicht mehr auf Hilfsmittel zugreifen kann. Sie ist hochmotiviert und lernt fleißig.

    Da sie genau weiß, wann man sie erneut in die Zukunft holen wird, hat sie einen genauen Plan, welche Fähigkeiten sie sich aneignen muss und möchte. Ihr Ehrgeiz ist beeindruckend. Ihre Eltern lassen sie machen, auch wenn vor allem ihre Mutter ihr Verhalten merkwürdig findet, aber sie reden nicht mit Alison darüber.

    Als Alison dann schließlich erneut an der Show teilnimmt, gibt es einige Überraschungen. Manches hat Alison aber auch einfach nicht wirklich bedacht. Ihre Erwartungen an die Begegnung mit Kay erschienen mir recht naiv, obwohl sie doch genau wusste, dass Kay sie linear gesehen noch gar nicht kennt.

    Die Show ist dieses Mal ganz anders als in Band 1. Man sieht riesige Unterschiede. Was die verschiedenen Realitäten angeht, musste man sehr aufpassen, dass man nicht durcheinanderkam. Die zeitlichen Zusammenhänge linear zu ordnen, ist schwierig, aber ich denke mit ein wenig Konzentration kann man mit der Autorin mithalten.

    Die Beziehung zwischen Kay und Alison geht mir hier allerdings auch wieder zu schnell. Wenn ich das richtig verstanden habe, kannte Kay Alison noch nicht wirklich, als sie in der Hütte zusammen kamen. Zumindest war das mein Eindruck aus den Schilderungen der Ereignisse, die Kay seit der ersten Challenge erlebt hat.

    Der Schreibstil ist gewohnt locker und flüssig. Auch komplizierte Inhalte in Bezug auf das Zeitreisen und seine Auswirkungen werden gut und verständlich erklärt, allerdings muss man sich dabei konzentrieren, sonst verliert man schnell den Durchblick.

    Es bleiben einige Fragen offen. Mich beschäftigt insbesondere immer noch Kays angeblicher Tod, den Alison bereits in Band 1 zu verhindern versucht, nachdem sie Besuch von ihrem zukünftigen Selbst bekommt. Bisher schloss sich der Kreis immer und alles lief auf eine gemeinsame Zeitlinie hinaus. Das würde aber bedeuten, dass Kay sowieso gar nicht stirbt und Alison falsch interpretiert hat, was sie sieht. Was ist dann aber mit dem Mädchen, das Kay gerettet hat und durch Alisons Eingreifen nicht mehr rettet? Es bleibt auf jeden Fall spannend und interessant. Ich freue mich zumindest auf die Auflösung in Band 3.

  14. Cover des Buches Die Gunst der Königin (ISBN: 9783839218228)
    Rita Maria Fust

    Die Gunst der Königin

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Smberge
    Inhalt:

    Lippstadt 1804 und 2012:
    Conasmann, ein junger Apotheker, ist in die preußische Königin Luise verliebt und forscht nach einem leistungssteigerndem Mittel auf Opiumbasis für die preußischen Soldaten, in der Hoffnung sich damit die Gunst der Königin zu erwerben. Leider überschreitet er dabei die Grenzen von Moral und Anstand.
    In der Gegenwart wird der Journalist Oliver Thielsen Zeuge, wie beim Stadtmarathon ein Läufer tödlich zusammen bricht. Als er Zeuge wird, wie der Apotheker Lange nachts in seinem Labor arbeitet und Kapseln befüllt, wird sein Mißtrauen geweckt.

    Meine Meinung:

    Es handelt sich hier um einen sehr gut recherchierten historischen Roman über eine Machtkampf der Apotheker in Lippstadt. Besonders interessant ist hierbei auch die Figur des Conasmann mit seiner Suche nach dem leistungssteigerndem Mittel auf Opiumbasis. Conasmann hat den Bezug zur Realität verloren in seinem Wunsch, die Königin Luise mit seinem Mittel zu beeindrucken und verliert dabei jeden Bezug zur Realität. Leider fügt er dabei auch anderen Menschen Schaden zu, so dem Apotheker bei dem er arbeitet und Sertümer, der uns als Erfinder des Morphiums bekannt ist. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, ihre Beweggründe sind gut nachvollziehbar. Besonders positiv sind mir die Fußnoten aufgefallen, die direkt auf jeder Seite zu finden sind. So kann man die historischen Fakten direkt nachlesen, ohne lästig ans Ende blättern zu müssen.

    Ein paralleler Handlungsstrang führt uns in das Lippstadt der Gegenwart. Dieser Handlungsstrang tritt etwas hinter den historischen zurück. Aber auch dieser Strang ist von den sympathischen Charakteren Olivers und seiner Freundin geprägt und zeigt uns, dass Opium auch heute noch eine erschreckende, aktuelle Rolle hat und auch heute noch Menschen an den Folgen sterben.

    Die besondere Würze dieses Romans macht die Erzählung in den parallelen Zeitebenen aus, die zum Ende noch eine gemeinsame Klammer finden.

    Ein sehr spannender historischer Roman, der auf einer sehr guten Recherche basiert und dien sehr interessantes und leider noch aktuelles Thema aufnimmt.
  15. Cover des Buches Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783150206690)
    Oscar Wilde

    Das Bildnis des Dorian Gray

     (1.904)
    Aktuelle Rezension von: Linda19_7

    Der wohlhabende Dorian Gray lässt sich in jungen Jahren porträtieren. Durch den verzweifelten Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit überträgt sich sein Alterungsprozess auf das Porträt. Doch nicht nur sein Alter saugt das Bild in sich auf, auch seine Sünden und Schandtaten werden auf das Porträt übertragen. Wie sieht dieses wohl nach den Jahren seiner hemmungslosen Vergnügungen aus? Kann er sein Geheimnis bewahren?

    Anfangs war ich kurz davor das Buch abzubrechen. Die ersten Kapitel bestanden aus öden philosophischen Aneinanderreihungen. Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich es vermutlich nie beendet. Das Durchhalten hat sich aber tatsächlich ein wenig gelohnt. Man wird in eine Welt der Sünden und des Grauens geworfen. Beinahe eine Gruselgeschichte.

    Dorian Gray selbst bleibt aber etwas blass. Man bekommt seinen Charakter nie so ganz zu greifen, da er sich so sehr beeinflussen lässt. Hierbei lässt er sich von Basil, dem Künstler der das Porträt angefertigt hat und der seine jugendliche Unschuld sieht leiten. Noch einen viel größeren Einfluss hat allerdings Lord Henry, der ihn in den Abgrund zieht.

    Was mich an dem Roman gestört hat sind die trockenen, philosophischen Ausschweifen die einem den Lesespaß verderben. Aber auch eine große Lücke von etlichen Jahren in Dorians Leben haben mir das Gefühl gegeben etwas verpasst zu haben. Für so wenige Seiten ist letztendlich doch irgendwie ziemlich wenig Handlung passiert.

    Am Ende hatte ich den Eindruck die Geschichte gar nicht im gesamten fassen zu können. Ob ich alle Interpretationen richtig gedeutet habe, oder sogar auf alle gestoßen bin weiß ich nicht. Vielleicht muss ich die ganze Geschichte auch erst noch einmal etwas sacken lassen.

    Eine Geschichte die mich trotz ihrer Schwächen noch eine Weile beschäftigen wird. Ich freue mich schon darauf die Verfilmung zu schauen, vielleicht gibt diese mir noch etwas Aufschluss.




  16. Cover des Buches Kalix - Werwölfin von London (ISBN: 9783596184965)
    Martin Millar

    Kalix - Werwölfin von London

     (186)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85


    Kalix eine Jugendliche, welche nicht der Norm entspricht. Sie ist drogensüchtig, essgestört und vor allem ein Werwolf. In London lebend, ist sie auf der Flucht, da es Ärger mit Clans gibt, welche sie tot sehen wollen. Ein Schutzamulett hat ihre wahre Seite vor den Menschen und anderen Werwölfen verborgen, nur das sie dieses verkauft hat, um ihre Sucht zu finanzieren. Sie erhält unverhofft Hilfe von Menschen und zieht diese in den gefährlichen Strudel ihrer Existenz mit hinein.

    Das Buch ist wirklich sehr ausschweifend mit über siebenhundert Seiten. Leider beinhalten diese viele Wiederholungen, Dialoge die unsinnig erscheinen und der ganzen Geschichte eine immense Überlänge geben.

    Kalix wirkt leider nicht so sympathisch wie sie müsste, sondern ist das schmollende Mädchen was alles bekommt was sie will. Leider ist die Geschichte nicht ausreichend gut genug, um den zweiten Teil lesen zu wollen.

  17. Cover des Buches Rocky Mountain Crime (ISBN: 9783906882253)
    Virginia Fox

    Rocky Mountain Crime

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Heike_Spanka

    Rocky Mountains Crime ist ein Roman von Virginia Fox.


    Wie bereits bei den vielen Vorgängern ist auch dieser Band wieder fesselnt und spannend. 

    Die wiederkehrenen und realistischen Charaktere sind toll dargestellt. Ihr Schreibstil fantastisch und angenehm.

    In diesem Band geht es um 2 ehemalige FBI Agenten die in Independence gelandet waren und sich dort ihrer verzwickten Beziehung widmeten. Alles erschwert durch einen Krimibalfall indem es um verschwundene Mädchen, Drogen- und Menschenhandel geht.


    Eine spannende und fesselnde Geschichte die sehr zu empfehlen ist für Leute die sich für Buchreihen intressieren. Es ist aber auch unabhängig von den anderen Bänden zu lesen da vorangegangene Charaktere gut erklärt wurden und einige Geschichten zum besseren Verständnis nochmal aufgegriffen werden.


  18. Cover des Buches Der Opiummörder (ISBN: B018GH50XK)
    David Morrell

    Der Opiummörder

     (7)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    London vor vielen Jahren.
    Die Stadt wird erschüttert von einem grauenhaften Mehrfachmord, der die Bevölkerung völlig verstört.
    Fieberhaft versucht Detective Ryan den Fall zu lösen und stößt dabei auf die unerwartete Hilfe eines Mannes, der sich selbst den "Opiumesser" nennt, und dessen reizende Tochter. Als weitere grausame Morde verübt werden, beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen einen Mörder, der allen einen Schritt voraus zu sein scheint...

    "Der Opiummörder" ist einer der spannendsten Krimis, die ich in den letzten Monaten gelesen habe.
    Man findet in diesem Buch eine Menge komplexer und sehr interessanter Charaktere, welche die Handlung, auch als Nebenpersonen der Geschichte, wesentlich beeinflussen.
    Historische Fakten werden gekonnt mit einem Massenmord verwoben und ergeben einen fazinierenden und spannenden Krimi. Obwohl der Autor manchmal weit und über viele Seiten in die Vergangenheit seiner Protagonisten abschweift, wird das Buch nicht langweilig. So ging es zumindest mir, da ich unbedingt mehr über die Hintergründe und Gedanken der jeweiligen Personen erfahren wollte.
    Die vielen überraschenden Verstrickungen und Wendungen haben dem Buch noch einen zusätzlichen Kick verliehen.

    Da ich die Hörbuchversion des "Opiummörders" hatte, möchte ich auch hierzu kurz ein Lob aussprechen. Mit dem Vorleser Erich Räuker hat Audible einen Glückgriff getan! Er haucht den Charakteren Leben ein.

    Ich vergebe für das (Hör)buch 5 von 5 Sternen.
  19. Cover des Buches Die Hurenkönigin (Die Hurenkönigin ermittelt 2) (ISBN: 9783548283760)
    Ursula Neeb

    Die Hurenkönigin (Die Hurenkönigin ermittelt 2)

     (73)
    Aktuelle Rezension von: DANTE

    Frankfurt 1511. Ursel Zimmer ist Vorsteherin der städtischen Hurengilde. Kurz vor der Sperrstunde verlangt ein Freier nach der Hübscherin Rosi. Kurz bevor dieser wieder geht, bietet er Rosi ein Geschäft an, sie bekommt einen Gulden sofort und einen zweiten, wenn sie sich am Folgetag mit seinem Herren trifft. Roswitha, die schon seit langem davon träumt, das Hurenleben aufzugeben willigt ein. Als Ursel die Nachricht erhält, dass Roswitha bestialisch ermordet wurde, der mutmaßliche Täter aber vehement bestreitet die Tat begangen zu haben, beginnt Ursel der Sache nachzugehen und begibt sich bei ihren Ermittlungen in große Gefahr. 

    Der Schreibstil der Autorin zeigt sich durchgehend flüssig und angenehm lesbar. Die Darstellungen der Umgebung und der Lebensweise der damaligen Zeit wirken authentisch und farbenfroh. 
    Die Charaktere sind glaubwürdig, detailiert und lebensnah beschrieben, sodass man schnell einen Bezug zu ihnen bekommt und sie ins Herz schließt. 
    Ursula Neeb gelingt es spielend den Leser in ihren Bann zu ziehen und ihn lange im Dunkeln tappen zu lassen. Ein durch und durch gelungener Roman, der die Elemente des Historischen Romans und die des Krimis prima mit einander kombiniert. 
  20. Cover des Buches Leopard (Ein Harry-Hole-Krimi 8) (ISBN: 9783548061894)
    Jo Nesbø

    Leopard (Ein Harry-Hole-Krimi 8)

     (406)
    Aktuelle Rezension von: Jenny_Colditz

    Ich habe bisher alle Bände der Harry Hole Reihe bis hierher gelesen / gehört.
    Dieser Band war aber wohl mit der blutigste.
    Aber auch verwirrend. Ständig wurde einem ein neuer Täter und des Motiv geliefert. Eins verrückter als das andere. Es war mir teilweise zu konstrus, es war nicht mehr logisch oder nachvollziehbar. Es war eine Jagd rund um die Welt, mit brutalen Foltermethoden und einem Motiv welches ich als Ausrede ansehe. Denn dies stört eine Entwicklung nicht so arg und nachhaltend wie der Täter es uns hier weiß machen wollte. Wenn dies so wäre, dann müyyte Harry mittlerweile eine fürchterliche Psyche besitzen. Denn was er hier wieder einmal erleiden muss ist ungeheuerlich, nicht vorstellbar. hier hat sich der Autor wirklich übertroffen und alles brutale der letzten 7 Bände in den 8 hineinversetzt und verdoppelt.
    Ich hoffe das sich dies in den Folgebändern noch einmal ändert, denn jeder braucht auch einmal eine Ruhephase, Erholung. Und das Rachel nur so kurz Erwähnung findet ist sehr Schade. Ich hoffe zukünftig auch von Ihr noch mehr zu lesen, und bleibe dem Glauben des Happy Ends treu.

  21. Cover des Buches Das Hades Labyrinth (ISBN: 9781522801160)
    Rainer Wekwerth

    Das Hades Labyrinth

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Alexa_Koser

    Zum Buch: Der Drogenfahnder Daniel Fischer bekommt einen Tipp, dass es im Untergrund von Lichtenfels eine Drogenplantage gibt. Doch von drei Kollegen, die sich dort hinab begaben, kam nur Daniel lebend wieder hinaus. Was war passiert? Unter der Stadt lebt Adam Tepes. Wie ein Sektenführer scharrt er seine Drogenjünger um sich herum und wartet auf seinen Wiederaufstieg ins Göttliche. Denn seine Familie sind die direkten Nachfahren von Graf Vlad Tepes, den man allgemeinhin als Dracula kennt. Doch was ist dran an dieser verrückten Geschichte? Daniel kann nur schwer verletzt entkommen und sein bisheriges Leben entgleitet ihm. Von da an herrscht in ihm nur noch ein Gedanke: Rache an Adam…

    Meine Meinung: Dieses Buch kann man nur schwer einem Genre zuordnen. Es hat ein bisschen etwas Fantastisches und Mystisches, aber auch durchaus thrillige und gruselige Momente. Aber man muss ja auch nicht jedem Kind einen Namen geben. Ich kann nur sagen, dass mir das Lesen wirklich Spaß gemacht hat! Man ist sofort mitten drin in der Geschichte und leidet mit Daniel. Schwer entstellt und verletzt ist er als Einziger dem verrückten Sektenführer aus den Katakomben entkommen. Seine Kollegen wurden von Adam grausam ermordet. Also kann man die Beweggründe von Daniel sehr gut verstehen. Auch als er sich wieder neu verliebt, kann er doch nicht loslassen. Er ist ein wenig besessen von Adam. Und der Charakter von Adam ist wirklich unfassbar schlecht und auch super dargestellt! 

    Was mich an dem Buch echt begeistern konnte, ist die bildhafte Sprache, die einem diesen kuriosen Schauplatz wirklich so gut beschreiben kann, dass man das Gefühl hatte, mittendrin zu sein! Auch wenn es durch die Passagen, die die Geschichte des blutrünstigen Fürsten Graf Vlad Tepes erzählt, wirklich fantastisch wird, hat mir das Gesamtpaket doch insgesamt gut gefallen!

    Mein Fazit: Wer sich auf ein paar mystische Elemente einlassen kann, ist mit diesem Buch wirklich gut beraten! Ich hatte ein paar tolle Lesestunden mit diesem auch teilweise gruseligen Inhalt! 

  22. Cover des Buches Hector und die Geheimnisse der Liebe (ISBN: 9783492953337)
    François Lelord

    Hector und die Geheimnisse der Liebe

     (404)
    Aktuelle Rezension von: meisterlampe
    Klappentext:
    Auf seiner Reise wird der junge Psychiater Hector zum Abenteurer des Herzens. Er spürt einem Professor nach, der das Geheimnis der Liebe entschlüsselt haben will. Dabei entdeckt er, wie kompliziert die Liebe ist: Kann man nicht für immer verliebt bleiben? Warum liebt manchmal der eine mehr als der andere? Und Hector entdeckt, daß allein die Liebe – für alle Zeit und wo immer wir leben – die Macht haben wird, unsere tiefsten Sehnsüchte zu stillen.

    Meine Meinung:
    Ich habe vor einigen Jahren der ersten Teil dieser Reihe ("Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück") gelesen und war erstaunt, wie schnell man die Geschichte lesen kann, weil sie zwar in "einfachen", kurzen Sätzen geschrieben ist, aber dennoch einen Sinn hat. Nachdem ich auch die Verfilmung gesehen habe, freute ich mich nun auf neue Abenteuer von Psychiater Hector, der diesmal die "Geheimnisse der Liebe" entdecken und entschlüsseln will. Nach etwa einem Drittel des Buches zog sich die Geschichte leider ziemlich. Hector und Clara entfremden sich, Clara fühlt sich mehr zu ihrem Chef hingezogen und auch Hector empfindet plötzlich mehr als nur freundschaftliches Interesse an anderen Damen. Hat das alles mit den Experimenten von Professor Cormoran zu tun oder geschieht es ohne fremdes Zutun? Die Ausführungen und Ergebnisse der Forschungen sind alle eingehend beschrieben, teilweise aber zu ausschweifend und langatmig, dann wieder recht einfach formuliert. Ich wußte stellenweise nicht, was ich nun von der Geschichte halten soll; ich habe das Buch fertiggelesen, weil mich das Ergebnis von Hectors "kleinen Blüten" doch interessiert hat, aber ich muß sagen, so nett ich Hector auch finde, mehr als 3 Sterne kann ich leider nicht vergeben.
  23. Cover des Buches Das letzte Kapitel (ISBN: 9783404165391)
    Matthew Pearl

    Das letzte Kapitel

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Legibilis

    Was geschieht, wenn ein Autor vor der Vollendung seines Romans stirbt?

    Charles Dickens ist tot. Und das bringt den Bostoner Verlag Fields, Osgood & Co. in arge Bedrängnis. Denn auf dem amerikanischen Buchmarkt sieht es alles andere als rosig aus. Manuskripte sind hart umkämpft und Schriftstehler treiben die Verlage in den Ruin. Haupteinnahmequelle für Fields, Osgood & Co. stellt die Veröffentlichung der Romanreihe „Das Geheimnis des Edwin Drood“ von Charles Dickens dar. Doch nach dem plötzlichen Tod des Schriftstellers sieht sich der Verlag mit nur der Hälfte der Geschichte in den Händen dastehen. James Osgood setzt nun alles daran herauszufinden, wie der Roman enden sollte, um das Verlagshaus zu retten. Mit der schönen Rebecca reist er aus diesem Grund nach England, besucht die Familie und Freunde von Charles Dickens und kommt dem Geheimnis des Edwin Drood immer näher.

    „Das letzte Kapitel“ ist ein spannender Literaturkrimi, der sich um den real existierenden Roman „Das Geheimnis des Edwin Drood“ dreht, der allerdings in Wirklichkeit ein Fragment geblieben ist.

    Spannend und detailiert beschreibt der Autor, Matthew Pearl, die Suche James Osgoods nach den letzten Teilen des Romans. Eingeflochten sind immer wieder Kapitel, die sich um Opiumhändler drehen und zu Beginn immer wieder für Verwirrung sorgen, da deren Bedeutung erst am Ende offengelegt wird.

    Bis zur letzten Seite bleibt dieses Buch spannend, denn auch am Schluss gibt sich der Autor nicht mit einem 0/8/15-Ende a la „und sie lebten alle glücklich bis an ihr Lebensende“ zufrieden. Nein, da wo für den Leser sich alles aufgelöst zu haben scheint, wartet er mit einer letzten überraschenden Wendung auf.

    Mathew Pearl ist es gelungen einen Roman zu schreiben, der Literatur und Autor in den Mittelpunkt rückt, dabei aber nahtlos an Thriller eines Dan Browns oder Simon Beckett anschließt.

  24. Cover des Buches Als wir Waisen waren (ISBN: 9783896676979)
    Kazuo Ishiguro

    Als wir Waisen waren

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski

    Sprachlich eindrucksvoll komponierter Roman um einen privilegierten Engländer, der im Schanghai der 1920er Jahre im International Settlement aufwächst und auf mysteriöse Weise innerhalb kurzer Zeit beide Elternteile verliert und alleine nach England zurückkehrt. 

    In privilegierten Verhältnissen bei einer Tante aufgewachsen, wird der Protagonist nach Elite-Internat und Oxfordstudium ein berühmter Detektiv und angesehenes Mitglied der Londoner High-Society.

    Nach einigen Episoden und einer unerwiderten Liebe kehrt der erwachsene Protagonist in das Shanghai des Jahres 1937 zurück, um während der Okkupation der Japaner nach seinen verschollenen Eltern zu suchen.

    Sprachlich eindrucksvoll und dabei enorm gut lesbar siedelt Ishiguro in einem spannenden Setting an. Kein klassischer Detektiv-Roman, aber dennoch ein Roman mit Spannung und interessant angelegten Charakteren.

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