Bücher mit dem Tag "nordirlandkonflikt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nordirlandkonflikt" gekennzeichnet haben.

36 Bücher

  1. Cover des Buches Schnee in Amsterdam (ISBN: 9783406727009)
    Bernard MacLaverty

    Schnee in Amsterdam

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden
    Ich wollte dieses Buch schon lange lesen und bin jetzt ein wenig unschlüssig, denn ich möchte fair bewerten. Es ist ohnehin kein leichtes Thema, das Bernhard MacLaverty sich vorgenommen hat: ein älteres Paar in einer tiefen Krise, sie trägt sich mit Trennungsabsichten, er hat ein heftiges Alkoholproblem. Eine Reise von Glasgow nach Amsterdam soll retten, was noch zu retten ist - nur hat Stella dabei etwas völlig anderes im Sinn als Gerry, der Ehemann. Doch, es gibt eine Überraschung gegen Ende der Story und wir erfahren auch einiges über deny Hintergrund dieser Ehe, die sich in einer Sackgasse befindet: nur dauert das alles leider teilweise furchtbar lange und las sich manchmal eher quälend. Der Strom der Gedanken beider Hauptfiguren entfernt sich manchmal für meinen Geschmack recht weit vom eigentlichen Thema. Auch empfand ich es als ausgesprochen schwierig, mitzuerleben, wie wenig Alkoholiker Gerry sich seiner Situation bewusst ist- aber das ist vielleicht bei Suchtkranken einfach so. Deprimiert hat mich dann noch mal der Schluss: ein eher halbherziges „Wir bleiben zusammen“ , dem bereits die Gefahr innewohnt, dass sie weiter nebeneinanderher leben wie bisher: ohne rechte Freude, ohne Aufbruch. Bis Gerry in die Entzugsklinik muss?Oder Ins Altersheim? Das ist alles sehr wahrhaftig und glaubwürdig, aber auch unglaublich traurig. Ich hoffe nur, MacLaverty schreibt hier nicht aus eigenem Erleben...
  2. Cover des Buches Der katholische Bulle (ISBN: 9783518465233)
    Adrian McKinty

    Der katholische Bulle

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Gekonnt gelingt es dem Autor Zeitgeschichte der 1980er Jahre in Belfast mit einem raffinierten Krimiplot zu verknüpfen. Getragen wird das Ganze durch seinen Hauptprotagonisten Sean Duffy, der katholische Bulle. Dieser kommt nicht ohne Makel daher, besitzt aber Moral, Tatkraft und ist durchaus stur und verbissen, wenn es darum geht seinen polizeilichen Pflichten nachzukommen. In seinem ersten Fall ermittelt Duffy in alle Richtungen (wortwörtlich), was nicht jedem gefällt. Immer wieder werden ihm Steine in den Weg gelegt. Aber er bleibt hartnäckig. Die Darstellung der politisch motivierten Zustände (Straßenschlachten etc.) verbindet McKinty geschickt mit dem Berufsalltag seiner Hauptfigur, und bringt dem Leser so nicht nur die aufgeladene Atmosphäre sondern auch den Charakter des Sean Duffy näher. Kurzum: Dies ist ein gesellschaftskritischer historischer Roman mit Krimiplot und einem sympathischen Hauptprotagonisten. Mir hat der Roman/Krimi sehr gut gefallen und möchte eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe für das Buch 5 von 5 Sterne.

  3. Cover des Buches Alter Hund, neue Tricks (ISBN: 9783518470602)
    Adrian McKinty

    Alter Hund, neue Tricks

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Das Buch ist Teil 8 der Sean-Duffy-Reihe. Erneut ist es dem Autor gelungen Historisches rund um die IRA mit Fiktivem zu einem tollen Kriminalroman zu verschmelzen. Der Hauptcharakter Sean Duffy muss erneut einen Fall aufklären, der ihn wieder in die IRA-Aktivitäten verstrickt. Aber Duffy ist kein Anfänger mehr, er weis wie der Hase läuft und beweist einmal mehr, dass ein „alter Hund“ das Beißen nicht verlernt hat und mit „neuen Tricks“ den Fall zu lösen vermag. 

    Der Autor hat es wiedereinmal geschafft, dank seines tollen Schreib- und Erzählstils und durch die wirklich gelungene Charakterisierung seiner Protagonisten, allen voran natürlich Sean Duffy, mich top zu unterhalten. Nicht nur die geschilderten politischen Ereignisse auch die humorige und selbstironische Art Duffys tragen zum Lesevergnügen bei. Diese Eigenschaften zeigen sich z. B., wenn sich Duffy über den Musikgeschmack seiner Mitmenschen so wunderbar aufregen kann oder er Gesprächspartners mit trockenem Humor Paroli bietet. 

    Für mich ist auch dieser Teil wieder ein rundum gelungener Krimi und ich vergebe deshalb auch volle 5 Sterne.

  4. Cover des Buches Die Sirenen von Belfast (ISBN: 9783518466124)
    Adrian McKinty

    Die Sirenen von Belfast

     (44)
    Aktuelle Rezension von: WolfgangHaupt
    Aye, da muss man fast eine Rezension schreiben. Es fängt in Nordirland im Jahre 1983 an, eine Zeit, in der man besser woanders gelebt hätte. Die IRA gegen die RUC, die englische Armee, die gerade Richtung Falkland unterwegs sind. Inspector Duffy ahnt es, die Zeiten werden härter. Das ist der Hintergrund des Buchs. Einer, der mich echt an das Buch gebunden hat. Unverbraucht, toll erzählt, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Polemik. Es reicht, wenn man es zeigt. Niemand gefällt die Situation, es war ja nicht nur die Gewalt dort ein Problem. Die Politik spielt groß mit, die Wirtschaft stagniert, jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, ist ein möglicher Attentäter. 
    Angetan hat es mir der Protagonist, eine coole Socke, einer mit Orden, der ihm aber sichtlich egal ist. Bringt ihm ja sowieso nichts. Wer da ist, muss helfen, gegen die aufbegehrenden Katholiken mitmarschieren. Umso problematischer, wenn man selbst einer ist. Ein Mann zwischen den Fronten, der sein Bestes gibt, wenn er mag. Alkohol ist Thema, wer je in Irland war, weiß es ganz genau, da geht oder ging es den Nordiren sicher nicht besser. 
    Mittendrin ein Mord, der sich schwierig gestaltet, weil natürlich mehr dahinter steckt, als man anfangs glaubt. 
    Es transportiert viel Lokalkolorit, den Geist der Zeit, und bleibt es am Ende doch ein Krimi. Es hat mich an Ken Bruen erinnert, ein wenig an Ross Thomas, und doch bleibt es eigenständig. 
    Es zieht hinein, lässt einen teilhaben am vergangenen Terror, dem Leid, das solche Konflikte mit sich bringen. 
    Sean Duffy gibt sich die volle Dröhnung, sprich die Nachrichten, die von den täglichen Gewalttaten der IRA berichten. 
    Polizeireviere, die Bunkern gleichen, vollgepanzerte Fahrzeuge, Beamte, die vor dem Fahrtantritt den Unterboden nach Quecksilberzündern prüfen. 
    Ein Leben in abgestumpfter Angst, der Gewohnheit an das Unausweichliche, kann es doch jeden erwischen. 
    Es rührt auf, lässt einen nachdenklich zurück. 
    Ach ja, der Krimi: Gut angelegt, ein paar Twists und Turns, die einem zwar nicht die flache Hand auf die Stirn treiben, aber doch vom Standard abweichen. So möchte ich ein Buch lesen. Eines, auf das ich mich jedes Mal gefreut habe, wenn ich wieder Zeit zum Lesen hatte. 
    Deswegen: Kaufempfehlung. Aye!
  5. Cover des Buches Gun Street Girl (ISBN: 9783518467350)
    Adrian McKinty

    Gun Street Girl

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Inzwischen habe ich mich an den Vorleser der englischen Audible-Version gewöhnt, und inzwischen gefällt es mir sogar recht gut, wie er es liest. Diese Nummer 4 der Serie um Sean Duffy war auf der Skala wieder ein bisschen unter Band 3. Für mich steht und fällt die Reihe mit dem Bezug zur politischen Lage in den 1980ern in Belfast/Nordirland.
    Die Romane, bei denen dieser Hintergrund eine größere Rolle spielen, sind definitiv die besseren Duffys. 
    Insgesamt gewinnt man aber den ironischen Duffy und seine lakonische Art, sein Leben und seine Fälle zu schildern lieb und will einfach wissen, wie es ihm weiterhin ergeht.
  6. Cover des Buches Die Schatten von Belfast (ISBN: 9783746628578)
    Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Can08
    Gerry Fegan, Auftragskiller und Bombenleger der IRA, saß 12 Jahre in Haft im berüchtigtem Maze Prison. Nun ist es 2007 und Gerry auf freien Fuß. 
    Doch die Welt da draußen hat sich geändert. In Nordirland ist der Frieden verkündet worden. Seine damaligen Weggefährten haben sich nun in der neuen Zeit angepasst. Doch Gerry Fegan hat seine Probleme, denn die Geister seiner 12 Opfer begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Als dann seine 12 Verfolger ihm verraten wie er sie los wird, indem er die tötet die ihren Tod zu verantworten haben, beginnt eine Hetzjagd. 



    Zu Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten in die Geschichte rein zukommen. Es ging viel um die Veränderung der politischen Lage seit dem der Frieden in Nordirland verkündet wurde. Es wird noch immer gekämpft, nur sind die Waffen andere als in den Zeiten des Nordirland-Konflikts. Die einstmaligen IRA-Mitglieder sind entweder in der Politik oder operieren weiter im Verborgenem. 

    Um ehrlich zu sein, musste ich mich etwas schlau machen bei den ein oder anderen politischen Ereignissen die vorkamen. Auch einige Sätze, die sich rund um die Politik beschäftigten, musste ich des öfteren lesen um diese voll und ganz verstehen zu können. 
    Doch dadurch wurde mein Interesse erst recht geweckt. 

    Bewundernswert finde ich, wie es dem Autor gelungen ist das Problem in Nordirland anzusprechen gekoppelt mit einem verrückt gewordenen ehemaligem IRA-Mitglied.
    Dieser, Gerry Fegan, war in der damaligen Zeit ein Auftragskiller und nun verfolgen ihn die Geister seiner 12 Opfer. 
    Gequält wird er von ihren Stimmen und Schreien. 
    Und trotz der schrecklichen Taten, die er begangen hat, wurde mein Mitleid für ihn geweckt.

    Diesmal ist der Hauptprotagonist der Mörder und man ist trotz dessen auf seiner Seite. Meine vollste Sympathie hatte Gerry Fegan komischerweise von Anfang an. Er kämpft um die Gerechtigkeit seiner 12 Verfolger. Eine tolle Idee wie ich finde, denn es werden dadurch mal die Gefühle und der innere Zustand des Mörders gezeigt. Und man erfährt somit auch die Gründe der Morde aus der Sicht des Mörders. 

    Das Ende war nervenzerreisend und aufregend! 
    Mehr will ich dazu aber nicht sagen. 
    Ansonsten ist der Schreibstil flüssig. Anders war diesmal, dass der Leser wusste wer das nächste Opfer von Gerry Fegan wird, aber das tat der Spannung keinen Abbruch. 

  7. Cover des Buches Rain Dogs (ISBN: 9783518468685)
    Adrian McKinty

    Rain Dogs

     (80)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Belfast 1987. Nordirlandkonflikt.

    Duffy, katholischer Inspector ermittelt in einem Todesfall..., ein komplizierter Fall, der zuerst wie ein Selbstmord aussieht, zieht zusehends weite Kreise bis in die Regierung.. "Sie haben keine Ahnung. Sie waren nicht dabei. Für Sie sind die Achtziger die siegreiche Thatcher, die geschlagenen Argentinier, Öl in der Nordsee, Gewerkschaftszerschlagung, Reagan und Thatcher im Wechselschritt. Für Sie, aber nicht für uns. Für uns sind die Achtziger Helikopter, tief hängende Wolken, Soldaten, verwirbelnde Aschewolken über der großen, grauen, sterbenden Stadt..."

    A.McKinty

    Süffiger, teils stichwortartiger Schreibstil in einem spannungsgeladenen Umfeld, der Nordirlandkonflikt tobt.

  8. Cover des Buches Die Psychologin (ISBN: 9783492259538)
    Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die menschliche Psyche ist sehr verletzlich. Und sie nutzt verschiedene Strategien, um mit Verletzungen umzugehen. Als ich den Klappentext las, ging mir das Buch nicht mehr aus dem Kopf. Umso mehr freute ich mich, als ich das Werk über einen Büchertausch bekam.

    In der Psychologin Anya und dem 10-jährigen Jungen Alex treffen zwei traumatisierte Menschen aufeinander. Sie spüren sofort eine Verbindung. Bei einer derartigen Konstellation gibt es zwei Möglichkeiten, entweder sie helfen sich gegenseitig bei der Heilung oder sie stürzen sich gegenseitig in einen tödlichen Abgrund. Der Grat ist schmal.

    "Als letztes sehe ich, wie Alex die Glasscherbe hoch über sich hebt. Das Licht der Neonröhre im Flur lässt die scharfe Kante glitzern." (S. 347) 

    Die Geschichte spielt in Nordirland, indem die Menschen noch mit den traumatischen Folgen des Terrors zu kämpfen haben. Die Verhältnisse, in denen Alex leben muss, sind katastrophal. Er sieht Dämonen, wobei unklar bleibt, ob sie seiner Einbildungskraft entspringen oder tatäschlich existieren. Selbst die Psychologin beginnt zu zweifeln, weil Alex Dinge von ihr weiß, die er gar nicht wissen kann. Die Grenzen verschwimmen und Vorstellungen werden erschüttert.

    Der Leser wird in einen Strudel von Ereignissen hineingezogen, der in die Tiefe der menschlichen Psyche führt. Die Autorin Carolyn Jess-Cooke erzählt auf faszinierende Weise jeweils aus der Sicht des Jungen Alex und der Psychologin Anya, wodurch dem Leser ein hautnahes Erleben beider Perspektiven möglich wird. Mich hat die Geschichte von Anfang an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. In drei Tagen hatte ich die 378 Seiten durchgelesen. 
  9. Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
    Anna Burns

    Milchmann

     (175)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Keine leichte Kost, man muss sich beim Lesen konzentrieren, aber die bedrückende und bedrohliche Stimmung im Konfliktgebiet aber auch im Hinblick auf das Stalking, wie verzweifelt und hilflos die Protagonistin ist, gelingt der Autorin sehr eindrücklich.

  10. Cover des Buches Belfast Blues (ISBN: 9783871343803)
    Michael Mueller

    Belfast Blues

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_KeJasBlog
    Der Nordirlandkonflikt, mehr als Katholiken gegen Protestanten, IRA, Bombenanschläge und Straßenkämpfe.

    Kurz zur Story:
    Belfast 1999, der englische Premierminister fällt einem Attentat zum Opfer.
    Die kurz vor Abschluß stehenden Friedensverhandlungen drohen zu scheitern. Der aus Belfast stammende Jonathan Cline soll Licht ins Dunkel bringen, denn keiner will es gewesen sein. Vor Ort trifft er seine Kindheits - und Jugendfreunde wieder - Raymon, Sean und Katie. Damals hatten sie sich geschworen gegen die Missstände dieses Bürgerkrieges zu kämpfen, aber wer ist heute auf welcher Seite?


    Der Autor Michael Müller hat mir mit dem Buch "Belfast Blues" einen tiefen Einblick in die Skrupellosigkeit und Kaltschnäuzigkeit von Politik und Geheimdienst gegeben.

    Die Protagonisten um Jonathan, deren Erlebnisse als Kinder zu Zeiten des gerade aufkommenden und lange währenden Krieges haben etwas Verständnis meinerseits zu gewissen Handlungen verursacht.

    Die täglichen Grausamkeiten auch oder gerade den Kindern und Jugendlichen  gegenüber fand ich zwar recht emotionslos wiedergegeben, aber waren es doch genau diese Geschichten die geprägt haben.

    Jonathan Cline kam mir als Sonderermittler und Mitarbeiter des britischen Sicherheitsstabs als nicht wirklich dafür geeignet rüber. In so einer Position wird eher deligiert anstatt selbst ausgeführt. Seine Rolle als Romantiker dagegen hat er voll ausgeschöpft.

    Gerettet hat das Buch aber Raymond, trotz seiner Gewalttaten, seiner Zugehörigkeit und der Tatsache das er über Leichen geht.
     Sowie Sean, der verkrüppelte Junge, der als Jugendlicher erkennt wo er hingehören will und bitter dafür bezahlt. Seine Leiden und Schmerzen während der Internierung in dem zu trauriger Berühmtheit gelangtem Foltergefängnis Long Kesh, ließen ihn auch nach der Freilassung nicht los. Dieses wurde sehr eindrucksvoll beschrieben.

    Ein gut dargestelltes Politikum mit vielen Mc's und O's, Blicken hinter die Kulissen von Staat und Gesellschaft und wer wirklich die Fäden zieht.

    "The Streets are empty - Life goes on....", leider für viele nicht mehr.

    Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen. 
    c ) K.B 06 / 2016

  11. Cover des Buches Desperados (ISBN: 9783499222177)
    Joseph O'Connor

    Desperados

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Frank und Eleanor Little sind nach Nicaragua gereist, um die Leiche ihres Sohnes zu identifizieren und nach Hause zu überführen.  Sohn Johnny kämpfte im Kampf zwischen Sandinistas und Contras in Nicaragua, um der Revolution zum Erfolg zu verhelfen. Aber Frank und Eleanor stellen nur fest, daß es im sozialistischen Managua stundenlang kein gelbes Wasser gibt und jeder Fahrstuhl 2-3mal steckenbleibt. Nichts funktioniert in dem "Scheißland" (Frank), und als die Leiche nicht ihr Sohn ist, fahren sie ins Kriegsgebiet, um ihren Sohn zu suchen.  Das Buch bietet eine tolle Abrechnung mit dem sozialistischen Nicaragua und ist, auch was die Personen betrifft, sehr treffend formuliert.
  12. Cover des Buches True Crime (ISBN: 9783038821106)
    Sam Millar

    True Crime

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Toxicas
    True Crime ist ein Subgenre der Sachliteratur und widmet sich primär der Darstellung realer Kriminalfälle. Und genau das ist es, was die Leserschaft dermaßen anzieht und fasziniert: die Realität. Das wahre Verbrechen, das so, wie es im Buch, Podcast oder Internetbeitrag dargestellt wird, stattfand.

    Bevor Sam Millar aka André Singleton als erfolgreicher Autor reüssierte, war er u.a. als "Blanket-Man" und Drahtzieher beim "großen Dings bei Brink's" berühmt-berüchtigt.

    Sam Millar blickt auf eine schwierige Kindheit zurück: der Vater war bei der Marine und oft nicht zu Hause, die psychisch labile Mutter geplagt vom Alleinsein, suchte Trost im Alkohol, Essen gab es meistens durch Rabattmarken und Lebensmittelgutscheine, und die strenggläubige katholische Erziehung durch den Großvater tat ihr Übriges. So erlebte er auch den "Blutsonntag" 1972 in Derry hautnah mit. Als ein ehemaliger Schulfreund erschossen wurde, wechselte Sam zu einem militanten Republikanismus. Man warf ihm vor, er würde zur IRA gehören, einer irisch-republikanischen, paramilitärischen Organisation, die aus der Spaltung der Irisch-Republikanischen Armee im Dezember 1969 hervorging. Aufgrund dieser Verbindung und späterem Vorwurf des Waffen- und Sprengstoffbesitzes wurde er im Gefängnis Long Kesh (auch bekannt als Maze Prison oder H-Blocks) untergebracht. Da er sich vehement dagegen wehrte, die Verurteilung und die Regeln des Gefängnisses anzuerkennen, musste er jahrelang unter schlimmsten, die Menschenwürde verletzenden Bedingungen leben.

    Dies alles wird im ersten Teil des Buches beschrieben. Die Kapitel sind chronologisch unterteilt und haben Überschriften, die sich auf die jeweiligen Inhalte beziehen. Dazu gibt es jeweils passende Zitate aus anderen Büchern.

    KAPITEL EINS
    Das Haus
    April 1965

    Sie versauen dich, deine Mutter und dein Vater. Vielleicht nicht mit Absicht, trotzdem tun sie es. Sie füllen dich an mit ihren eigenen Fehlern. Und geben noch welche obendrauf, nur für dich. - Philip Larkin, This Be The Verse

    Im zweiten Teil des Buches führte ihn sein Weg hinaus in die Freiheit, ab nach New York. Dort gründete er eine Familie mit seiner Frau, sie bekamen drei Kinder. Doch statt das Leben zu genießen, das Beste draus zu machen, plante er 1993 den spektakulärsten Überfall in der amerikanischen Geschichte. Bis dahin war er mir äußerst sympathisch, doch dann kam ich nicht umhin, mich zu fragen, warum jemand ständig auf der Suche nach Problemen ist. Fiel es ihm wirklich so schwer, einfach mal glücklich (oder zumindest zufrieden) zu sein? Hatte er denn aus seiner Vergangenheit nichts gelernt?

    Die knochenfarbenen Zellen, deren Trostlosigkeit der dunkle Himmel noch unterstrich, waren das erste, was ich sah, als ich aus dem Transporter stieg [...] Ein Wärter hatte sich in eine Ecke verkrochen, um eine zu rauchen. [...] Einen Moment hatte ich den Eindruck, als würde er mich kopfschüttelnd betrachten und an meinem Verstand zweifeln. (Seite 91, 92)

    Natürlich ging alles Mögliche schief, und er wurde schließlich wieder verhaftet. Das ist übrigens kein Spoiler, denn der Fall samt anschließendem Gerichtsverfahren sorgte einst für mächtig Wirbel in den Medien. Und zwar so sehr, dass Warner Brothers, die die Filmrechte erworben hatten, einen Rückzieher machten, nachdem die Bush-Regierung aufgrund der Anschläge vom 11. September behauptete, das Buch würde den Terrorismus verherrlichen.

    Im zweiten Teil erhält der Leser interessante Einblicke in die Prozessführung und in das amerkanische Rechtssystem. Dabei schreibt Millar nicht mit prahlerischem Unterton, glorifiziert seine Handlungen nicht, belehrt nicht, sondern greift auf Fakten zurück und schildert mit konsterniertem Understatement. Er schreibt locker, geradeheraus und lässt stellenweise seine politischen Ansichten mit einfließen.

    Persönliches Fazit: Ein aufschlussreicher, spannender, erschütternder und autobiografischer Krimi, der erstaunlich leicht von der Hand ging. True Crime at its best.

    © Recensio Online, 2019, Julie
  13. Cover des Buches Troubles (ISBN: 9783957577573)
    James Gordon Farrell

    Troubles

     (13)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    1919: Major Brendan Archer, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs aus der englischen Armee entlassen, reist an die irische Ostküste, um seine Verlobte zu heiraten. Das Wiedersehen mit der Tochter des Besitzers des Hotels Majestic verläuft allerdings gänzlich anders als erhofft, zumal die Verlobte bald darauf verstirbt. In der Zwischenzeit aber hat sich der Major bereits auf die verbliebene Schar von Katzen, skurrilen Dienern und Bewohnern eingelassen und wird immer tiefer in den Sog des Verfalls des riesigen ehemaligen Prachthotels und seines polternden Besitzers Edward Spencer hineingezogen. Die brillante, von absurdem Humor durchzogene Erzählung spielt vor dem Hintergrund der entscheidenden Jahre Irlands auf dem Weg, zur Teilung des Landes. Die unerschöpflichen Facetten dieses jahrhundertealten Konflikts spiegeln sich wider in den verschiedenen Standpunkten der sehr lebensnah gezeichneten Figuren. 

    Überbordender HUMOR

  14. Cover des Buches Am Schattenufer (ISBN: 9783869131931)
    Killen McNeill

    Am Schattenufer

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Im Jahr 1973 befindet sich der blutige Konflikt in Nordirland auf dem Höhepunkt und auch das kleine Städtchen Mitchellstown wird nicht verschont. Der junge John Dalzell ist in die Katholikin Teresa verliebt, kann ihr jedoch nicht näherkommen. Um seine Ausbildung als Deutschlehrer abzuschließen, kommt er für ein Jahr nach Deutschland in den Steigerwald. Unerwartet trifft er in Bamberg auf Teresa, die ebenfalls dort studiert. In Deutschland können sie sich ihre Liebe zueinander endlich gestehen und leben miteinander, als sie die Gewalt der „troubles“ einholt.

    „Am Schattenufer“ enthält ein paar autobiografische Elemente des Autors Killen McNeill und bietet einen guten Einblick in die Auswirkungen des Nordirlandkonflikts auf das Alltagsleben der Bevölkerung. Eindringlich schildert der Autor die Beklemmung beim Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen bzw. die Einschnitte, die die Angst mit sich bringt. Auch die Trennung der Religionen geht so weit, dass jeder seine eigenen Pubs, Schulen oder sogar Sportarten und Automarken hat. So konnte man Protestanten daran erkennen, dass sie britische Autos fuhren, während die Katholiken eher deutsche oder japanische besaßen. Was für uns vielleicht verrückt klingt, war für die Menschen in Nordirland bitterer Ernst.

    Durch John und Teresa bekommt der Leser beide Perspektiven mit. Der Höhepunkt des Buches hat lebenslange Folgen für die beiden, wie man im letzten Abschnitt, der 2007 spielt, erfährt. Auch der Kontrast zu Deutschland und der Vergangenheit, die wir mit uns tragen, hat der Autor in seinen Roman mit aufgenommen, wenn auch nur kurz angerissen.

    Im letzten Abschnitt werden außerdem die Veränderungen, die das Karfreitagsabkommen von 1998 und der Friedensprozess mit sich gebracht haben, angesprochen. Für mich hätten die Schilderungen der Auswirkungen auf Teresa und ihre Familie oder die Motive, die ihr Familienmitglied hatte, bei der Gewalt mitzumachen, noch ausgiebiger ausfallen können.
    Ansonsten ein gutes Buch!
  15. Cover des Buches Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort von Siobhan Dowd (Juli 2009) Gebundene Ausgabe (ISBN: B010IO5DWW)
  16. Cover des Buches Live Fast, Play Dirty, Get Naked (ISBN: 9783423716604)
    Kevin Brooks

    Live Fast, Play Dirty, Get Naked

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik
    Lili ist jung und es ist der Sommer ihres Lebens. Zusammen mit ein paar Freunden gründet sie eine Band und dann ist da plötzlich der geheimnisvolle William Bonney, der einfach perfekt in die Band passt. Doch keiner der Jugendlichen weiß, dass dieser Sommer ein ganz besonderer sein wird. Schon allein am Schreibstil habe ich gemerkt wie gedühlvoll diese Geschichte ist. Dadurch, dass sie von Lili erzählt wird, wirkt alles sehr atmosphärisch und ich konnte mir gut vorstellen wie sie alles erzählt hat. Das Buch gibt einen wirklich tolle Eindruck in die Punkszene der 70er Jahre. Man spürt einfach wie das Leben für die Jugendlichen war und das es nicht immer so schön war wie man manchmal glaubt. Vorallem spürt man aber die Liebe zur Musik in diesem Buch. Ich habe sie beim Lesen fast schon gehört. Daran merkt man wie gut sich der Autor mit diesem Thema auskennt. Auch der Beginn und die Entwicklung der Band werden so real und autentisch beschrieben, dass ich mir wirklich bildlich vorstellen konnte wie so etwas abläuft und ich glaube für so einige Bands, die heute als Klassiker gelten, waren die Anfänge genau so. Neben der Musik wird jedoch auch der Bürgerkrieg in Irland angesprochen, was dem Buch etwas Dramatisches verleiht und es noch autentischer wirken lässt. Und auch die Charaktere haben mir gefallen. Sie hatte alle ihre ganz eigene Art und im Laufe der Geschichte konnte ich sie wirklich gut kennenlernen. Dabei war es sehr interessant zu sehen wie sie sich verändern und nach und nach eine reifere Persönlichkeit bekommen. Letztendlich konnte ich wirklich gut in diesem Buch versinken und bin begeistert davon wie viel Musik in diesem Buch mitschwingt. Es ist eine dramatische und doch sehr autentische Geschichte über Jugendliche, die mit einer Band erfolgreich werden wollten und ich hatte sehr viel Spaß sie dabei zu begleiten. Außerdem habe ich tolle Einblicke in die Punkszene bekommen, was sehr interessant war. Ein wirklich gelungenes Buch!
  17. Cover des Buches Lies of Silence (ISBN: 9780099998105)
    Brian Moore

    Lies of Silence

     (22)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Ich musste das Buch für die Schule lesen und anfangs war es wirklich extrem langweilig und irgendwie ist auch nicht wirklich viel passiert. Es geht um die ganze Problematik in Irland mit den Protestanten und Katholiken. Naja was soll ich sagen das Ende fand ich zwar recht cool aber ansonsten echt nicht so das gelbe vom Ei.

  18. Cover des Buches ... und morgen ist Frieden! (ISBN: 9783826748219)
    Ute Oettel

    ... und morgen ist Frieden!

     (2)
    Aktuelle Rezension von: sonjastevens
    Das Buch ist von einer deutschen Autorin geschrieben. Sie versucht den Nordirlandkonflikt zu erklären und den Lesern Verständnid für die Terroristen mit ihrer fiktiven Geschichte nahe zu bringen.
  19. Cover des Buches Die verlorenen Schwestern (ISBN: 9783518466681)
    Adrian McKinty

    Die verlorenen Schwestern

     (36)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Anfang der 1980er brechen mehrere IRA Terroristen aus einem Gefängnis aus. Etliche werden wieder gefasst, viele bleiben verschwunden. Man vermutet sie in Libyen. Unter ihnen ist auch ein ehemaliger Schulkamerad des Polizisten Sean Duffy. Dumm nur, dass Sean aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist. Allerdings schafft es der MI5 Duffy zu überzeugen, wieder in den Dienst zurückzukehren. Doch leicht hat es auch Sean Duffy nicht, den Verschwundenen ausfindig zu machen. Er beginnt mit Befragungen von Freunden und Verwandten des Gesuchten, rennt aber erstmal gegen eine Mauer des Schweigens. Erst die ehemalige Schwiegermutter des Abgängigen erklärt sich unter einer Bedingung bereit, den möglichen Aufenthaltsort bekannt zu geben.


    Die Nordirlandfrage schien doch geklärt. Nach der Brexitabstimmung müssen sich die Beteiligten allerdings neu finden und Nordirland geht einer Zeit der nicht unbeachtlichen Unsicherheit entgegen. Im Jahr 2014 als dieser Roman geschrieben wurde, ging der Autor noch von einer anderen künftigen Lage aus. Möglicherweise träumte er sogar von einem vereinigten Irland. Zur Zeit, in der sein Roman angesiedelt ist, war davon noch nichts zu spüren. Der Terror herrschte im Land, es war jederzeit mit Anschlägen zu rechnen. Das Misstrauen war groß. Der katholisch-britische Polizist sitzt zwischen allen Stühlen und ist mit sich selbst nicht im Reinen. Dennoch versucht er, seine Fälle aufzuklären. In diesen Momenten ist er eher unpolitisch, er will einfach die Wahrheit finden. Zu Beginn dieses seines dritten Falles hat er sich in eine Situation manövriert, in der seine Vorgesetzten endlich eine Möglichkeit sehen, ihn aus dem Dienst zu entfernen. Welch eine Genugtuung für Sean als er gefragt wird, ob er nicht wieder einsteigen möchte. Endlich einmal kann er Bedingungen stellen, wenn auch nicht alle erfüllt werden. 


    Gerade in der heutigen Lage hat dieser Nordirland-Krimi eine große Aktualität. Zumindest in dem Gedanken, dass man die damalige Situation nicht wieder haben möchte und dass man sich doch an die damalige Zeit des Terrors erinnern sollte, um wenigstens Schlimmeres zu verhindern. Sean Duffy steckte in den 1980ern mitten drin, sein Leben in Gefahr. Vielleicht ist er nicht so ein lauterer Beamter, aber er ist ein authentischer manchmal zerrissener Mensch, der einmal auf einen Fall angesetzt nicht mehr locker lässt. Die beklemmende politische Situation wird beim Lesen sehr deutlich, doch die Untersuchung eines Todesfalls wird von ihr nicht erdrückt, sondern eher intelligent eingerahmt.

  20. Cover des Buches Republican Voices (ISBN: 9783897710115)
    Kevin Bean

    Republican Voices

     (2)
    Aktuelle Rezension von: bahe
    Sechs ehemalige Mitglieder der Provisional IRA schildern in Gesprächen ihren Werdegang. Sie beschreiben die gesellschaftlichen Umstände, die sie fast zwangsläufig in die IRA trieben. Sie sprechen über den Kampf gegen die Protestanten, die internen Auseinandersetzungen und die Spaltung der IRA, aber auch über die heutige politische Entwicklung. Zu den Befragten gehören u. a. Tommy McKearney, einer der Gründer der Zeitschrift "The other View", an der Repulikanern und Loyalisten gemeinsam arbeiten, Brendan Hughes, der Initiatior des ersten Hungerstreiks 1980 war und Anthony McIntyre, der heute als Gegner von Sinn Fein gilt. Bedrückend waren für mich vor allem die Beschreibungen, wie selbstverständlich der Schritt hin zur IRA für die damals Jugendlichen war. Zitat McIntyre: "Schon als Teenager wächst du mit dem Gedanken auf, dass du zur IRA gehen wirst, sobald du alt genug dafür bist."
  21. Cover des Buches Irisches Reisetagebuch (ISBN: 9783492400701)
    Christian E. Hannig

    Irisches Reisetagebuch

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Ein Tag in meinem Leben (ISBN: 9783897719538)
    Bobby Sands

    Ein Tag in meinem Leben

     (4)
    Aktuelle Rezension von: bahe
    Bobby Sands starb 1981 im Hochsicherheitsgefängnis Maze Prison nach 66 Tagen im Hungerstreik. Durch diesen Hungerstreik wollten die IRA-Gefangenen ihren Status als politsche Häftlinge durchsetzen. In "Ein Tag in meinem Leben" beschreibt Sands den Alltag und die menschenunwürdigen, grausamen Verhältnisse in diesem Gefängnis. Das Buch hat mich sehr bewegt. Es ist schwer zu begreifen, dass solche Zustände in einer der führenden Nationen Europas herrschten.
  23. Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783499257483)
    Colum McCann

    Transatlantik

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Ein schöner Schreibstil vom Autor der uns auf 3 historische Geschichten mitnimmt wo sich das Band einer Frau aus verschiedenen Generationen durchzieht. Dies verpackt in einem packenden Roman mit wundervollen Eindrücken aus Irland.

  24. Cover des Buches Wasser trage mich (ISBN: 9783426500422)
    Thomas Moran

    Wasser trage mich

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden

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