Bücher mit dem Tag "nigerianischer autor"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nigerianischer autor" gekennzeichnet haben.

6 Bücher

  1. Cover des Buches Tadunos Lied (ISBN: 9783716027554)
    Odafe Atogun

    Tadunos Lied

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch hat mich in gewisser Weise verzaubert. Der Autor erzählt hier eine Geschichte, die mich irgendwie an ein Märchen erinnert hat und doch ganz bodenständig, luftig, bezaubernd und dramatisch zugleich war. Musik und Politik werden hier meiner Meinung nach auf ganz tolle Art und Weise miteinander verknüpft und es finden sich in diesem Buch viele Weisheiten, die die verschiedensten Formen der Liebe aufzeigen. Themen wie Nächstenliebe, Zusammenhalt, Partnerschaft, Familie – ein relativ kleines Buch mit mindestens doppelt so viel und vor allem wichtigen Inhalt! (Zitat aus dem Buch)
    >> Egal, auf welcher Seite wir stehen, die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung. << Auch der politische Aspekt kommt hier nicht zu kurz und man bekommt ziemlich nah mit, was Diktatur für den einzelnen bedeutet und wie systematisch dieses System den Menschen schadet. Mich haben einige Dinge hier wirklich sehr ergriffen. Man weiß natürlich einiges, aber es dann innerhalb einer Geschichte so hautnah mitzuerleben, das ist dann schon eine Steigerung der bewussten Gedanken zur Thematik. 
    Ich möchte das Ende der Geschichte nicht vorweg nehmen, dennoch möchte ich abschließend sagen, dass dieses Buch aufzeigt, wie schwer, schmerzvoll und hart das Leben doch sein kann. Und trotz der ganzen Probleme, Schwierigkeiten und dieser Gefangenschaft innerhalb eines Systems ist es die Liebe, die den Menschen lenkt... Mein Fazit:
    Ein absolut lesenswertes Buch, das es sich lohnt zu lesen und auch zu begreifen, denn es hat viel Inhalt, der sowohl das Herz als auch den Kopf.
  2. Cover des Buches Alles zerfällt (ISBN: 9783596905744)
    Chinua Achebe

    Alles zerfällt

     (21)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der afrikanische Autor Chinua Achebe (geb. 1930 in Nigeria) erzählt die Geschichte und den Untergang eines Stammesvolkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ablösung alter Gewohnheiten und Rituale durch britische Kolonialherren und deren christliche Mission geschieht äusserst schmerzvoll. Der Wechsel in diese neue Welt ist insbesondere für den Protagonisten des Buches nicht nachvollziehbar. Einige sehen in der Kolonisation Chancen für eine wirtschaftliche Modernisierung veralteter Strukturen, andere erachten die expansive und aggressive Besiedlung als Bedrohung ihrer Traditionen.


    Zweifellos ein grosser Schriftsteller, der sein Land und die Geschichte besser kennt, als manch anderer und darüber fundiert zu erzählen vermag.


    Die Hinweise am Schluss des Buches sind unerlässlich, um den Text zu verstehen. Das macht das Lesen etwas schwerfällig, da viel geblättert werden muss. Eingeprägt haben sich bei mir nur die wenigsten Erklärungen. Alles in allem hat mich die Thematik sowie die Umsetzung der Geschichte zu wenig interessiert, darum hielt sich meine Lesefreude in Grenzen. Zu empfehlen ist das Buch aber sicher all jenen, die sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas näher auseinandersetzen möchten.

  3. Cover des Buches Der dunkle Fluss (ISBN: 9783746632421)
    Chigozie Obioma

    Der dunkle Fluss

     (44)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚[...] denn die Zukunft war das, was wir aus ihr machten, eine leere Leinwand, auf die sich alles Mögliche projizieren ließ. Das alles war vorbei, als Vater wegzog.‘ (Seite 10 der gebundenen Ausgabe)

    Der neunjährige Ich-Erzähler Ben lebt zusammen mit seinen älteren Brüdern Ikenna, Boja und Obembe, seinen Eltern sowie dem kleinen Bruder David und dem Baby Nkem in Akure, einer Stadt im Südwesten Nigerias.

    Das Leben der Familie verändert sich deutlich, als der Vater ins mehr als 1000 Kilometer entfernte Yola im Norden des Landes zieht und nur noch an den Wochenenden zu seiner Familie zurückkehrt. Ein weiterer Wendepunkt tritt ein, als die Brüder beginnen, im dunklen Fluss zu fischen, was die Eltern streng verboten hatten, da hier schon viele Erwachsene verschwunden sind.

    Die Brüder werden am Fluss beobachtet und verraten, und nach den Prügeln des Vaters distanziert sich der Erstgeborene Ikenna immer mehr vom Rest der Familie und verändert sich mehr und mehr.

    Ich war noch nie auf dem afrikanischen Kontinent, aber ich habe viel über Afrika und von afrikanischen Autoren gelesen, so dass ich mit dem Kontinent bestimmte Gedanken, Gefühle, Vorstellungen etc. verbinde.

    Chigozie Obioma hat mich direkt mit nach Afrika im Allgemeinen und Nigeria im Besonderen genommen: Sein Roman ist stimmungsvoll, unheilvoll und durchweg glaubwürdig.

    (Schwarze) Magie und Zauberei haben einen festen Stellenwert in ‚Der dunkle Fluss‘ und im Leben der Menschen im Handlungsort des Romans. Ich fand diese düstere Szenerie sehr gelungen und sehr atmosphärisch, und meiner Meinung nach eignet sich ‚Der dunkle Fluss‘ hervorragend, um die spirituelle Seite Nigerias besser kennenzulernen, in eine ganz andere Welt abzutauchen und mehr über diese Facetten Nigerias zu erfahren.

    Weitere Themen des Romans sind Trauer und Verlust sowie psychische Erkrankungen und psychiatrische Behandlungen in Nigeria, was weitere Komponenten des Romans sind, die mich besonders faszinierten.

  4. Cover des Buches Das Weinen der Vögel (ISBN: 9783492059381)
    Chigozie Obioma

    Das Weinen der Vögel

     (7)
    Aktuelle Rezension von: skiaddict7

    „Solange die Beute nicht ihre eigene Version der Geschichte erzählt, werden in den Geschichten von der Jagd immer die Raubtiere die Helden sein. (Igbo-Sprichwort)“

    Der junge Chinonso ist Geflügelbauer in Umuahia (Nigeria). Er hat seine Eltern früh verloren, seine Schwester hat das Dorf verlassen. Einzig mit seinem Onkel und einem guten Freund hat er regelmäßig Kontakt. Eines Tages trifft er auf einer Brücke eine Frau, die sichtlich hinunterspringen möchte. Er hält sie davon ab, indem er zwei seiner Hühner hinunterwirft. Monate später trifft er Ndali zufällig wieder. Sie verlieben sich, und die Dinge nehmen ihren Lauf. Ndali kommt aus einer angesehenen Familie, die Eltern heißen die Beziehung ihrer Tochter zu einem einfachen Geflügelbauer nicht gut. So beschließt Chinonso, zu studieren, um Ndali würdig zu werden. Doch das stellt sich nicht als besonders einfach dar. Ein Freund überzeugt ihn, zum Studieren nach Zypern zu gehen. Hierfür verkauft er seinen gesamten Besitz, den Stolz seiner Eltern, und übergibt das Geld seinem Freund, um allein nach Zypern zu fliegen… Die Geschichte wird von Chinonsos Chi (seinem Schutzgeist, nach der Kosmologie der Igbo) erzählt. Dieser zieht für ihn vor das himmlische Gericht, um seine späteren Taten dort zu verteidigen.

    Zuallererst möchte ich erwähnen, dass es kein Leichtes ist, dieses Buch zu rezensieren. Es strotzt vor sprachlicher Schönheit, sodass mir die Worte fehlen. Chigozie Obioma beschreibt unglaublich poetisch die Geschichte des jungen Geflügelbauern. Immer mit dabei ist die Kultur und spirituelle Welt der Igbo, einer ethnischen Gruppe aus Nigeria. Dies mag den Leser vielleicht anfangs verwirren, vor allem da viele fremde Begriffe vorkommen, ich konnte mich aber gut in die Geschichte einfinden. Das Buch ist zwischendurch etwas langatmig, was mich persönlich nicht störte. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und habe gefühlt tausende Stellen als Zitat vermerkt, da sie so schön zu lesen waren. Für mich ein sprachliches Highlight, welches ich ganz klar weiterempfehlen kann.

  5. Cover des Buches Heimkehr in ein fremdes Land (ISBN: 9783596906130)
    Chinua Achebe

    Heimkehr in ein fremdes Land

     (5)
    Aktuelle Rezension von: RapsUndRuebe

    Inhalt:
    Siehe Klappentext oder andere Rezensionen.

    Stil:
    Einfach, unterhaltend, zeigt auf, wie das Leben in Nigeria funktioniert hat.

    Fazit:
    Eine "normale" Geschichte eines jungen Nigerianers, der nach England zum Studieren geschickt wird, in Nigeria dann einen "höheren" Posten bekleidet und gegen die Korruption ist. Durch verschiedene Umstände dann aber doch gezwungen ist, selbst das zu machen, was jeder macht: Nämlich sich Schmieren lassen, um an Geld zu kommen. Ein toller Einblick in das Nigeria der 60er Jahre, an die Denkweise, an die Religionskonflikte, die Unterschiede Weiss-Schwarz. Man will aufgeklärt sein und doch spielen immer wieder alte Riten und Gebräuche ins Leben hinein. Man heiratet kein Mädchen, das "osu" ist, auch wenn das schon Generationen zurückliegt.

    Schönes Buch, verschafft guten Einblick in eine andere Kultur. Empfehlenswert.

  6. Cover des Buches Der Pfeil Gottes (ISBN: 9783596906093)
    Chinua Achebe

    Der Pfeil Gottes

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Aldawen
    Ezeulu ist der Oberpriester von Umuaro, einer Gemeinschaft aus sechs Igbo-Dörfern. Noch ist das Leben relativ unbeinflußt von der britischen Kolonialverwaltung, auch wenn es eine Missionsstation und eine Schule gibt. Auch in einen Landstreit zwischen Umuaro und der Nachbargemeinschaft Okperi hat Distriktkommissar Winterbottom schon einmal zugunsten Okperis eingegriffen. Um zu verstehen, was die Weißen so überlegen macht, schickt Ezeulu einen seiner Söhne, Oduche, zur Schule und zur Mission. Es kommt zu einem Eklat, als in einem Kasten, der Oduche gehört, eine eingesperrte Python gefunden wird. Ein Sakrileg! Die Götter werden bestimmt für diesen Frevel strafen. Das eigentliche Verhängnis nimmt aber seinen Lauf, als Winterbottom Ezeulu nach Okperi beordert, um ihn zum Chief von Umuaro zu „befördern“. Ezeulu mißfällt die Form der „Einladung“, macht sich aber gleichwohl schließlich auf den Weg. Als er von Winterbottoms Ansinnen erfährt, lehnt er die angetragene Position aus verschiedenen Gründen ab. Man nimmt ihn quasi in Beugehaft. Als er nach Wochen endlich zurückkehrt, hat Ezeulu einige Neumondbestimmungen verpaßt, und er weigert sich, die Ernte und das Fest des neuen Yams auszurufen, als die Zeit dafür eigentlich gekommen wäre. Eine Hungersnot droht, und die christliche Kirche macht verlockende Angebote ... Chinua Achebe ist vermutlich der meistgelesene Autor Nigerias, und das sicher nicht zu Unrecht. Deshalb denke ich, kann man ihn ohne weiteres unter Weltliteratur einordnen. Über sein Romangesamtwerk hinweg zeigt er die Strukturen, Werte und Normen der Igbo-Gesellschaft und ihren Wandel unter dem Einfluß der Kolonialherrschaft. Dieser Roman ist etwas später angesiedelt als sein Erstling "Okonkwo oder das Alte stürzt", denn das setzt vor dem Auftauchen der Briten ein, während hier schon eine Verwaltung errichtet ist. Gerade diese beiden Romane zusammengenommen ergeben ein sehr plastisches Bild vom Leben im Igbo-Land an diesem Scheidepunkt. Bemerkenswert war für mich, daß die Hauptpersonen beider Bücher, hier Ezeulu, dort Okonkwo, mir nicht im eigentlichen Sinne sympathisch waren. Aber sie sind beide sehr starke Charaktere, die für ihre Überzeugungen und für Traditionen einstehen und dabei auch den eigenen Nachteil in Kauf nehmen. Man kann das einfach nur reaktionär und dumm finden, aber damit unterschlüge man, daß die Gemeinschaften funktioniert haben und durchaus wandlungsfähig und nicht starr waren. Sie funktionierten eben nur nach anderen Prinzipien, die einen mehr egalitären, fast sogar demokratischen Charakter hatten. Die übrigen Personen verblassen sowohl neben Ezeulu als auch neben Okonkwo schon ein wenig, aber das wirkte im realen Leben vermutlich auch nicht viel anders. Interessant für mich waren die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede, die sich zwischen dem Priester Ezeulu und dem angesehenen Dorfbewohner Okonkwo zeigen. Sie kommen wegen ihrer sozialen Prägung zwar zu ähnlichen Ergebnissen, aber auf Grund unterschiedlicher Erwägungen. Nicht alle Ausgaben des Buches scheinen über ein Glossar zu verfügen, in dem die zahlreichen Igbo-Begriffe erläutert werden, in dieser Ausgabe ist dies allerdings der Fall. Hier gibt es auch noch eine graphische Übersicht über Ezeulus Familie und ein lesenswertes Nachwort von Thomas Brückner, in dem er Achebes Leben und Werk kurz in Beziehung zueinander und zu den äußeren Rahmenbedingungen seines Schreibens setzt.

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