Bücher mit dem Tag "nigeria"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nigeria" gekennzeichnet haben.

124 Bücher

  1. Cover des Buches Children of Blood and Bone – Goldener Zorn (ISBN: 9783841440297)
    Tomi Adeyemi

    Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

     (462)
    Aktuelle Rezension von: BookAddicted

    Seit der Blutnacht hat sich Orisha verändert. Die Magie ist fort und ihre zurückgebliebenen Kinder werden wie Sklaven behandelt. Zelie ist eine davon. Während sie noch immer den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten versucht, muss sie sich auch in einem Leben voller Unterdrückung zurecht finden.
    Ein Leben, das sich von jetzt auf gleich ändert, als ein unverhoffter Verbündeter ihr die Möglichkeit bietet, die Magie zurückzuholen.
    Doch können sie allen Widrigkeiten trotzen oder wird König Saran erneut gewinnen? Und welchen Preis sind sie bereit zu zahlen?


    Zu Beginn dauert es recht lange, bis man sich in Zelies Welt zurecht findet und mit ihr warm wird. Vieles ist sehr neu und abstrakt für den Leser und auch Zelie hat so ihre Eigenheiten, mit denen man sich erst anfreunden muss.
    Dennoch ist der Einstieg in die Geschichte gut gewählt, da man zum Einen den Widerstand der jungen Divines und gleichzeitig die Unterdrückung erfährt.
    Sobald die Handlung an Fahrt aufnimmt und man sich in Orisha zurechtfindet, kann man sich dann kaum noch vom Buch lösen. Die Mischung aus Mythologie und Politik, Militär und Monarchie ist faszinierend. Passenderweise hat die Autorin gleich mehrere Figuren als Erzähler erwählt, sodass man sowohl die einzelnen Sichtweisen versteht, als auch diese Welt viel besser begreifen kann. Und man wird dadurch noch tiefer in diese Welt hineingesogen.
    An manchen Stellen kommen die Perspektivwechsel zu schnell und gerade die ein- bis zweiseitigen Kapitel stören ein wenig den Lesefluss, aber oftmals liegt der Grund für dieses jeweilige Kapitel auf der Hand und bereichert die Geschichte.
    Der Autorin gelingt es, geschickt die Mythologie mit Spannung zu verweben und ihr einen Hauch der Realität zu verpassen. So ist es vor allem Zelie, die an die Götter glaubt, während andere ihre Existenz anzweifeln. Eine Mischung, die es auch in der realen Welt gibt. Dadurch fühlt sich diese Welt noch viel echter an und kann einen noch stärker berühren. Zumal die Autorin auch offen anspricht, dass Erfahrungen mit Rassismus in dieses Buch eingeflossen sind und der Roman Menschen zum Umdenken bewegen soll. Denn Rassismus ist ein großer Makel vom Königreich Orisha.
    Die Figurenkonstellation ist geschickt gewählt, da man gefühlt alle vertretenen Sichtweisen erfährt und einen vollumfänglichen Blick von Orisha bekommt. Gleichzeitig kann man die Figuren ins Herz schließen - manche mehr, manche weniger und man bangt, lacht und weint mit ihnen. Gerade das Verhältnis zwischen Zelie und ihrem Bruder Tzain ist sehr berührend und realistisch. Auch sind die Figuren sehr vielschichtig, was sie noch realer wirken lässt.

  2. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Stephanie_Ruh

    Ifemelu und Obinze, eine Liebesgeschichte in Nigeria. Das ist die  zentrale Geschichte, die in "Americanah" erzählt wird. Aber es geht auch hauptsächlich um Rassismus, um "nichtamerikanische Schwarze" und was der Unterschied zu amerikanischen Schwarzen ist. Es fällt einem auf einmal wie Schuppen von den Augen, warum es "den Afrikaner" oder "die Afrikanerin" weniger geben kann als "den Deutschen" oder "die Deutsche". Genauso wie die Bedeutung eines Afros, die mir bisher nie so klar war.
    Das Buch hat ein paar Längen, aber insgesamt öffnet einem Chimamanda Adichie die Augen und gibt Einblicke in das Leben in Nigeria. Ich habe jetzt viel Stoff zum Nachdenken, das ist gut so.

  3. Cover des Buches Freundin bleibst du immer (ISBN: 9783446273900)
    Tomi Obaro

    Freundin bleibst du immer

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Beschreibung

    An der Universität von Zaria hat sich eine Freundschaft zwischen den Pflegestudentinnen Funmi, Enitan und der Literaturstudentin Zainab entwickelt, die auch noch Jahrzehnte später besteht. Als Funmis Tochter Destiny in Lagos heiratet, kommen die drei Freundinnen nach vielen Jahren der Trennung wieder zusammen. Obwohl sie ihre Lebenswege auf unterschiedliche Pfade geführt haben, ist ihre Freundschaft unzertrennlich.

    Funmi führt ein Luxusleben an der Seite eines undurchsichtigen Geschäftsmannes, Enitan ist mit ihrem weißen Freund kurz nach dem Studium nach Amerika durchgebrannt und Zainab hat ihre große Liebe geheiratet, ihren Traum vom Schreiben dafür sogar an den Nagel gehängt und pflegt mittlerweile ihren Mann, der aufgrund eines Schlaganfalls gelähmt ist. Die anstehende Hochzeit und das ersehnte Wiedersehen, regt die Frauen an über ihre Vergangenheit nachzudenken und auf die Zukunft zu blicken.

    Meine Meinung

    Mit »Dele weds Destiny« feiert Tomi Obaro ihr Romandebüt, welches unter dem Titel »Freundin bleibst du immer« nun auch den Weg nach Deutschland gefunden hat. Das wundervolle Cover wurde von der englischen Taschenbuchausgabe übernommen und passt mit der Abbildung der traditionellen Kopfbedeckung einfach perfekt zur Geschichte über drei afrikanische Freundinnen, die sich zur anstehenden Hochzeitsfeier des Nachwuchses treffen.

    Der Autorin gelingt es, mit ihrer Geschichte, die Traditionen und Lebensumstände der nigerianischen Bevölkerung lebendig werden zu lassen. In bunten Bildern präsentiert sie nicht nur eine pompöse afrikanische Luxusfeier, sondern auch drei verschiedene Lebensläufe von starken Frauen, die seit über drei Jahrzehnten eine unerschütterliche Freundschaft verbindet.

    Zunächst erzählt Tomi Obaro in einigen Kapiteln, die jeweils den Namen der Freundin in der Überschrift trägt, die gerade erzählt. Von der gegenwärtigen Situation – nämlich dem lang ersehnten Wiedersehen in Lagos anlässlich der Hochzeit von Funmis Tochter Destiny mit Dele – über Raubüberfallen auf offener Straße und Korruption.

    Gerade die Unterschiedlichkeit hält das Feuer der Freundschaft am Brennen, denn während die eine Freundin mit ihrer Attraktivität die Männer anlockt, kann die andere mit Selbstbewusstsein punkten und die dritte ist unscheinbar und fast zu übersehen. So haben sich die jungen Frauen in ihren Zwanzigern beim Studium kennengelernt. Dies und weitere Entwicklungen im Leben der Freundinnen wird anhand eines Rückblicks erzählt.

    Die Kombination der beiden Zeitschienen macht die Entwicklung der Freundinnen sichtbar und mündet schließlich in einem Finale, das zeigt, wie gut sich die Frauen ergänzen. Am liebsten hätte ich noch viel mehr über den Lebensweg der drei beeindruckenden Frauen erfahren. Sehr schön ist jedoch, dass wie nebenbei durch Ansprachen und alltägliche Situationen das westafrikanische Setting eine ganz besondere Atmosphäre versprüht.

    Fazit

    Ein wärmendes Freundinnenbuch, das die Kraft einer Freundschaft im Angesicht diverser Lebensumstände betont und dabei die nigerianische Kultur einbezieht.

    --------------------------------   

    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 25.07.2022

  4. Cover des Buches Das Baby ist meins (ISBN: 9783351050894)
    Oyinkan Braithwaite

    Das Baby ist meins

     (57)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    Normalerweise steht ab und an die Frage im Raum „Wer ist der Vater des Kindes?“. In diesem Roman dreht sich alles darum, dass zwei Frauen behaupten die Mutter eines Neugeborenen zu sein. Dabei wird die Geschichte aus der Perspektive eines jungen nigerianischen Frauenhelds erzählt, der mit der Zeugung des Babys kurioserweise rein gar nichts zu tun hatte. Er wird von seiner Freundin mitten im ersten Corona-Lockdown vor die Tür gesetzt und sucht im Haus des verstorbenen Onkels Unterschlupf. Dort trifft er nicht nur seine verwitwete Tante sondern auch die ehemalige Geliebte seines Onkels sowie einen Säugling an. Beide Frauen behaupten das Kind sei ihres und es läuft auf einen Kampf der hysterischen Hühner hinaus.

    Der letzte Satz ist etwas salopp formuliert, geht es doch ums Kindeswohl. Leider besteht aber ein Großteil der nur 128 Seiten kurzen Erzählung aus Hühnerkämpfen zwischen den beiden. Der Mitte Zwanzig jährige Ich-Erzähler dient zunehmend als Vermittler und wird über wenige Tage hinweg scheinbar erwachsen.

    Die Geschichte ist solide erzählt und mal etwas anderes für Zwischendurch. Allerdings wirkt der Roman ein bisschen, wie ein Lockdown-Lückenfüller. So richtig mitreißen konnte er nie und bleibt letztlich recht dünn. Die drei Figuren dieses Kammerspiels haben nur wenig psychologische Tiefe und hinterlassen kaum einen Eindruck. Nachvollziehbar sind ihre Persönlichkeitsveränderungen nicht wirklich. Die Sprache bleibt dabei unaufregend.

    Allein der „Ungewöhnlichkeitsfaktor“ beschert dem Roman von mir noch gerade so 3 Sterne. Kann man gelesen haben, muss man aber nicht zwingend.

  5. Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: 9783746638539)
    Oyinkan Braithwaite

    Meine Schwester, die Serienmörderin

     (200)
    Aktuelle Rezension von: Mira123

    Wie ich schon ein paarmal erwähnt habe, habe ich zwei jüngere Geschwister. Gerade bei meiner jüngeren Schwester, dem Nesthäkchen der Familie, habe ich im Laufe der Zeit auch einen starken Beschützerinstinkt entwickelt. Doch wie weit würde ich gehen, um meine Geschwister zu beschützen? Diese Frage hat sich beim Anhören dieses Hörbuchs immer wieder in den Vordergrund meiner Gedanken gedrängt. Würde ich meinen Geschwistern dabei helfen, ein Verbrechen zu verstecken? Vielleicht sogar einen Mord? Würde ich die Polizei anlügen, um meine Geschwister vor dem Gefängnis zu bewahren? Ihnen ein falsches Alibi geben? Oder vielleicht sogar dabei helfen, die Leiche zu entsorgen? Die Antwort darauf ist für mich ein ganz klares: Ich hab keine Ahnung. Ich kann es euch nicht sagen. Was ich aber sagen kann: Ich konnte gerade zu Beginn des Buchs total mit Korede mitfühlen und ihre Gedankengänge gut nachvollziehen.

    Korede ist die ältere Schwester und erzählt dieses Buch. Ayoola ist die jüngere und war immer der Liebling ihrer Eltern. Sie ist unglaublich schön, flirtet gerne und wird von ihrer Umwelt quasi als perfekt wahrgenommen. Und auch Korede liebt ihre Schwester. Doch eine Angewohnheit Ayoolas ist eher unangenehm: Ayoola hat die nervige Angewohnheit, Männer umzubringen, die mit ihr eine Beziehung eingehen. Als dieses Buch beginnt, musste gerade Mann Nummer drei sein Leben lassen. Damit ist Ayoola eine Serienmörderin - und Korede ihre Komplizin, die ihr dabei hilft, alle Beweise zu vernichten. Bei ihrem ersten Mord war Korede sich noch sicher, dass ihre Schwester sich nur verteidigt hat. Doch jetzt, bei Mann drei, glaubt sie das nicht mehr so ganz. Aber was soll sie tun? Ihre Schwester ausliefern - und so gleichzeitig ihre eigene Zukunft ruinieren? Doch dann beginnt Tade, ein Arzt, Interesse an Ayoola zu zeigen und sie auch an ihm. Und damit wird Koredes Überzeugung, ihre Schwester schützen zu wollen, auf eine harte Probe gestellt. Sie selbst ist nämlich schon seit Jahren in Tade verliebt. Und sie weiß: Wenn sie Ayoola einfach gewähren lässt, ist auch Tade bald tot.

    Dieses Buch war ernster, als ich es von Klappentext und der Werbung zum Buch erwartet hätte. Klar gab es trotzdem einige lustige Szenen, die waren aber seltener als erwartet. Das hat mich persönlich nicht gestört, aber ich kann die Menschen verstehen, die enttäuscht sind, dass dieser Roman doch eher Thriller als ernst ist.

    Wie ihr schon im Titel sehen könnt, habe ich das Hörbuch gehört. Die Sprecherin hat hier einen fantastischen Job gemacht. Sie als Korede war einfach glaubwürdig und es hat Spaß gemacht, ihr zuzuhören. Ich habe dieses Hörbuch unglaublich schnell durchgehört und mich dafür verflucht, dass ich mir nicht mehr Zeit lasse. Und dann hab ich das Hörbuch auch noch auf die doppelte Geschwindigkeit geschalten, da ich unbedingt wissen musste, wie das alles ausgeht und was hinter Ayoolas Verhalten steckt.

    Ein zusätzlich Pluspunkt ist, dass wir dieses Buch im Buchclub diskutiert haben. Das hat mir wie immer viel Spaß gemacht. Und wie immer war ich überrascht, wie unterschiedlich unsere Meinungen zu diesem Buch waren. Ich hab damals dem Buch vier bis fünf Sterne vergeben, jetzt tendiere ich doch eher zu fünf, aber es waren auch Leute dabei, die mit diesem Roman weniger anfangen konnten.

    Mein Fazit? Mir hat dieses Buch viel Spaß gemacht und ich freue mich darauf, in Zukunft mehr Bücher von der Autorin lesen zu können.

  6. Cover des Buches Lagune (ISBN: 9783864258732)
    Nnedi Okorafor

    Lagune

     (32)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    Nnedi Okorafor hat mit ihrem Buch "Lagune" eine fantastische Science Fiction Geschichte geschrieben,  welche viele Elemente der nigerianischen Kultur, deren Mythologie und ihre Religion in sich vereint.

    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei einander vollkommen fremde Menschen, die ihr Leben mehr oder weniger glücklich in Lagos leben. Da wäre die Meeresbiologin Adaora, der Soldat Agu und der Rapper Anthony. An dem Tag, an dem etwas Großes ins Meer vor Lagos stürzt, treffen diese drei zufällig am Strand aufeinander, ehe eine riesige Flutwelle kommt und diese drei Menschen mit sich nimmt. Als sie wieder an Land sind, sind sie nicht länger allein: Ayodele ist bei ihnen - eine Besucherin aus einer fernen, unbekannten Welt.

    Meine Meinung: Diese Geschichte ist schon etwas Besonderes, wenn auch zum Teil nicht in ihrer Gänze greifbar, da Okorafor gedanklich teilweise große Sprünge macht. Und wahrscheinlich ist dies und der vielleicht nicht jedem gefällige Schreibstil auch nicht jedermanns Sache, aber für mich hat sich die Lektüre auf jeden Fall gelohnt.

    Besonders gut gefallen hat mir, wie schonungslos ehrlich und vollkommen ohne verklärtem Blick Okorafor von ihrem Land schreibt. Da geht es um Korruption bis in die höchsten Kreise. Um soziale Missstände, sowie die tiefsten und hässlichsten Abgründe der gesamten Menschheit. 

    Alles in allem ein lohnenswertes Buch für all jene, die gerne auch Geschichten abseits des Mainstreams lesen. 

  7. Cover des Buches Tadunos Lied (ISBN: 9783716027554)
    Odafe Atogun

    Tadunos Lied

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch hat mich in gewisser Weise verzaubert. Der Autor erzählt hier eine Geschichte, die mich irgendwie an ein Märchen erinnert hat und doch ganz bodenständig, luftig, bezaubernd und dramatisch zugleich war. Musik und Politik werden hier meiner Meinung nach auf ganz tolle Art und Weise miteinander verknüpft und es finden sich in diesem Buch viele Weisheiten, die die verschiedensten Formen der Liebe aufzeigen. Themen wie Nächstenliebe, Zusammenhalt, Partnerschaft, Familie – ein relativ kleines Buch mit mindestens doppelt so viel und vor allem wichtigen Inhalt! (Zitat aus dem Buch)
    >> Egal, auf welcher Seite wir stehen, die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung. << Auch der politische Aspekt kommt hier nicht zu kurz und man bekommt ziemlich nah mit, was Diktatur für den einzelnen bedeutet und wie systematisch dieses System den Menschen schadet. Mich haben einige Dinge hier wirklich sehr ergriffen. Man weiß natürlich einiges, aber es dann innerhalb einer Geschichte so hautnah mitzuerleben, das ist dann schon eine Steigerung der bewussten Gedanken zur Thematik. 
    Ich möchte das Ende der Geschichte nicht vorweg nehmen, dennoch möchte ich abschließend sagen, dass dieses Buch aufzeigt, wie schwer, schmerzvoll und hart das Leben doch sein kann. Und trotz der ganzen Probleme, Schwierigkeiten und dieser Gefangenschaft innerhalb eines Systems ist es die Liebe, die den Menschen lenkt... Mein Fazit:
    Ein absolut lesenswertes Buch, das es sich lohnt zu lesen und auch zu begreifen, denn es hat viel Inhalt, der sowohl das Herz als auch den Kopf.
  8. Cover des Buches Heart of War (ISBN: B07WS2C2FH)
    Bonnie Sharp

    Heart of War

     (42)
    Aktuelle Rezension von: MaryCooper

    Er war ein Navy SEAL. Sein Herz war im Krieg. Und so lange er es nicht zuließ, würde niemand einen Platz darin finden. - Auszug vom Klappentext


    Besser kann man einen Mann wie Chaz nicht beschreiben. Maddy hingegen hat bereits jemanden in ihr Herz gelassen und dieses wurde gebrochen. Allerdings ist sie eine Kämpferin und unglaublich tough.


    Dieses Buch war jetzt bereits mein 3. Buch von Bonnie Sharp und auch diesmal liefen mir am Ende 2-3 Tränchen. Sie hat es am Ende mit einem einzigen Wort geschafft mich zum Weinen zu bringen 🥹


    In diesem Buch geht es um Krieg, Entführungen und Schlimmeres. Bonnie hat es geschafft, einem das Gefühl zu geben, die ganze Zeit dabei zu sein. Dies hat natürlich meinen Puls ab und an extrem in die Höhe schnellen lassen. Das Gefühl von Zusammengehörigkeit bei den Männern ist unglaublich und die liebe zu den Frauen unendlich schön.


    Ich muss ehrlich sagen, das ich keine Kriegsfilme oder Ähnliches ansehe, einfach weil das zu viel für mich ist. Beim Lesen dieses Buches hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten und das, obwohl ich von so was eigentlich komplett distanziere. Auch das spricht sehr für die Autorin.


    Dieses Buch war definitiv nicht das letzte von Bonnie, welches ich lesen werde 🥰


    Freue mich schon sehr auf das Nächste 😬


  9. Cover des Buches Mehr Feminismus! (ISBN: 9783596036769)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Mehr Feminismus!

     (24)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Die Autorin hat einen schönen Stil bzw. eine schöne Art zu reden – recht locker – halt eine Rede die verschriftlicht wurde (we should all be feminists), welche übrigens auch auf YouTube ansehbar ist; Plus vier Essays mit vielen Anekdoten.


    Wie gesagt ist die „Stimmung“ des Buches recht locker, bis dann eine starke Formulierung oder Erkenntnis kommt. Zwischendurch haben die Worte viel Kraft. Diese Mischung fand ich sehr gelungen und faszinierend.


    Wie es der Titel schon sagt, geht es um Feminismus – was das eigentlich ist bzw. wie sie es für sich definiert und welche Vorurteile einen entgegen gebracht werden, wenn man sich selbst als solche bezeichnet. Es geht um das Leben als Frau, sprich Geschlechterrollen und was das real bedeutet, um Frauenrechte bzw. das Recht der Frau sich frei zu entfalten – gerade auch mit Blick einer Nigerianerin.

    Das alles aber nicht akademisch, belehrend, sondern anekdotisch, was den Zugang erleichtert.

    Unabhängig davon, von ihrem Talent solche Themen zu erzählen, fand ich die Essays mal besser mal etwas schlechter.


    Nichts desto trotzt ein tolles Buch. Schon allein um die Rede zu lesen lohnt es sich – die war großartig.

  10. Cover des Buches Blauer Hibiskus (ISBN: 9783596521708)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Blauer Hibiskus

     (59)
    Aktuelle Rezension von: mabo63


    Die Geschichte von Kambili dem 15 jährigen Mädchen welches in Enugu, Nigeria ihr Leben fristet. Ihr Vater ein hochangesehener steinreicher Fabrikant, mit eigenem Verlag, der unter dem Deckmantel seiner Frömmigkeit in seinen vier Wänden ein Terrorregemime führt.

    Religiöser Drill. "20 Minuten bat er Gott das Essen zu segnen"

    C.N.Adiche


    Menschenschinderei die sich als Liebe ausgibt.

    Die Mutter oft blutend, verliert sogar ein Kind verursacht durch seine 'heiligen' Schläge. "Tränen sah man nie auf Ihrem Gesicht"

    C.N.Adiche

  11. Cover des Buches Der Tod des Vivek Oji (ISBN: 9783847900672)
    Akwaeke Emezi

    Der Tod des Vivek Oji

     (23)
    Aktuelle Rezension von: TashaWinter

    Dieses Buch beginnt mit dem Tod. Und welch großen Verlust dieser Tod bedeutet, wird im Laufe der Lesereise deutlich. Vivek/Nnemdi ist wie ein leuchtendes Feuer in einer Welt, die diese Art von Licht und Hitze kaum ertragen kann.
    Vivek wird aus dem Leben gerissen und lässt eine Grupppe von Freundinnen zurück, die ihn geliebt und verstanden haben. Außerdem seine Mutter, die der Verlust bis ins Mark erschüttert. Sie muss nach Viveks Tod erkennen, dass sie ihr Kind nicht wirklich kannte, denn Vivek hatte bereits gemerkt, dass er nicht der junge Mann ist, für den ihn alle zunächst halten. Sie ist eine Frau, kleidet sich auch so und lässt ihre Haare lang wachsen. Es macht sie glücklich, wenn Menschen sie Nnemdi nennen, auch wenn sie die Pronomen er und sie für sich akzeptiert. Aber Vivek/ Nnemdi muss sich verstecken, vertraut sich nur seinen/ihren Freundinnen an. Und Osita, seinem Cousin, mit dem er als Kind befreundet war, bevor sie sich nach einem Vorfall überwarfen. Später nähern die beiden sich wieder an und zwischen ihnen entbrennt ein Feuer, das eigentlich nicht sein dürfte. Osita liebt Vivek, liebt Nnemdi. Aber er hat auch Angst. Vor den Reaktionen der anderen, davor, dass Vivek in Gefahr geraten könnte, dass Nnemdi entdeckt wird und vor den Konsequenzen. Im Nigeria der 90er Jahre, das geprägt ist von Unruhen und Aufständen, würde es für Vivek schlimme Konsequenzen haben, wenn er entdeckt würde.
     Nnemdi hingegen wird mutiger, fühlt sich ihrer selbst sicherer. Mich hat es fasziniert und berührt zu sehen, wie die sehr unterschiedlichen Charaktere mit Viveks Tod umgegangen sind, wie sie davon geprägt wurden.

    Ein tieftrauriges und zugleich wunderbares Buch, das zeigt, wie zerstörerisch Angst und Vorurteile sind. Wir als Gesellschaft berauben uns selbst unserer strahlendsten und tiefgründigsten Mitglieder, wenn wir nicht anfangen, Menschen zu akzeptieren wie sie sind, sie dabei zu unterstützen, das leben zu können, was sie fühlen und wissen.
     Ezemis Sprache und ihre Fähigkeit, Emotionen zu beschreiben, hat mich zutiefst beeindruckt. Wenn ich mir etwas hätte wünschen dürfen, dann noch mehr und längere Kapitel aus Viveks Sicht, die im am spannendsten fand. Ein Buch, das ich immer im Herzen tragen werde.

  12. Cover des Buches Schlaflied (ISBN: 9783442716111)
    Cilla Börjlind

    Schlaflied

     (150)
    Aktuelle Rezension von: kidcat283
    Mit diesem Buch hatte ich echt ein sehr großes Problem, denn ich kann nicht mal eine kurze Zusammenfassung wiedergeben, da ich nicht zum eigentlichen Geschehen kam. Es steht schon eine lange Zeit in meinem Bücherregal. Auch das Cover ist sehr einladend. Daran liegt es auf jeden Fall nicht.
    Ich habe mich wirklich bemüht Gefallen an dem Buch zu finden. Nicht nur zweimal von vorne angefangen, sondern ganze vier Mal den Prolog gelesen, der auch gar nicht schlecht war. Leider weiß ich immernoch nicht was dieser lange Abschnitt mit dem Klappentext zu tun hat.
    Auch der Beginn der Geschichte nach dem Prolog, hat überhaupt nicht zum Inhalt gepasst, den man sich eigentlich vorgestellt hat.
    Deswegen tut es mir wirklich sehr leid, dass ich dieses Buch nicht bewerten kann. Ich denke auch nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass es ein Teil einer Buchreihe ist. In diesem Fall ist es Band 4. Da alle Bücher abgeschlossene Geschichten/ Fälle sind kann man auch ohne die Vorgängerbände dieses Buch lesen.
  13. Cover des Buches Abbey Road Murder Song (ISBN: 9783518466025)
    William Shaw

    Abbey Road Murder Song

     (61)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    1968 - während eine neue Generation gegen alte Regeln rebelliert, wird in einem schäbigen Hinterhof die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die beiden Ermittler Breen und Tozer werden dem Fall zugeteilt. Schließlich stoßen sie auf Spuren, die zunächst aufs Musik-Business hinweisen, doch schließlich in ausgewählte Kreise der Gesellschaft führen... 

    Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung etwas allein auf weiter Flur, aber ich bin etwas verwirrt von Titel und Klappentext dieses Buches. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Krimi handelt, der tatsächlich irgendwie mit den "Beatles" zu tun hat. Wie sich schnell herausstellte, wird dieses Thema zwar kurz im Buch erwähnt, hat aber im Grunde genommen überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun, sodass ich diesbezüglich etwas enttäuscht gewesen bin. 

    Aber kommen wir zum eigentlichen Geschehen. 
    Im Mittelpunkt der Handlung steht Ermittler Breen und seine Kollegin Tozer, die zu einem Tatort gerufen werden. Der Startschuss für die Ermittlungen. Leider stellt sich hier sehr schnell heraus, dass der Handlungsaufbau und damit auch der Spannungbogen keinem wirklichen roten Faden folgt, sonder eher planlos zusammengestellt wirkt. Immer mal wieder werden neue Erkenntnisse in die Handlung eingeflochten, bei denen man als Leser aber selten erkennen kann, wie der Protagonist auf diese Spur gekommen ist. Dies zog sich durch den gesamten Krimi und hat mich daher nicht gänzlich überzeugen können. 
    Auch die Tatsache, dass ein zweiter und dritter Mordfall in die Handlung hineinspielen, aber nicht geklärt werden, hat hier etwas planloses. Diese beiden zusätzlichen Fälle, sind fehl am Platz und lenken von der eigentlichen Handlung ab. 

    Sehr positiv sind mir, im Gegensatz zum Handlungaufbau, die Protagonisten aufgefallen. Sie wirken sehr sympathisch. Besonders Breen, der durch einen Schicksalsschlag sehr aus der Bahn geworfen wurde und erst langsam wieder hin den normalen Alltag zurück findet. Seine Partnerin Tozer ist ebenfalls ein besonderer Charakter, mit eigenen, starken Wünschen und Vorstellungen, die sich als junge Polizistin in ihrem Job beweisen will. 
    Selbst die Nebencharaktere sind fein ausgearbeitet und lassen alles angenehm realistisch und rund wirken. 

    Auch der Schreibstil und die Erzählweise sind gut und leiten den Leser schnell durch die 474 Seiten. Der Autor kommt hier ohne unnötige Schörkel aus, was dem Buch teilweise einen recht nüchternen Anstrich verleiht, und streut immer mal wieder ein paar spitze Bemerkungen und humorvolle Einwürfe der Handelnden ein, sodass das Lesen zu einer angenehmen Angelegenheit wird. 

    Meine Bewertung fällt insgesamt aber recht durchschnittlich aus. Ich möchte drei Sterne vergeben. 
    Dieser Kriminalroman hat Höhen und Tiefen. Kleinere Schwächen im Handlungsaufbau werden zwar größtenteils von den gut dargestellten Hauptpersonen wett gemacht, können aber nicht völlig kaschiert werden. 
    Das Buch ist gute Unterhaltung, gehört aber in diesem Jahr nicht zu meinen Highlights. 
  14. Cover des Buches Sterbende Seelen (ISBN: 9783404183258)
    Leo Born

    Sterbende Seelen

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Petzi_Maus

    Die Kommissarin Mara Billinsky, die von allen nur die Krähe genannt wird, hat die interimistische Dezernatsleitung übertragen bekommen, was ihren Kollegen nicht gefällt - außer natürlich Jan Rosen, ihren Partner.
    Als eine brutale Mordserie Frankfurt in Atem hält, dringt Mara in die Tiefen von Zwangsprostitution von afrikanischen Frauen und dem zugehörigen Aberglauben ein. Ihre Ermittlungen führen sie auch nach Sizilien, wo sie Hilfe von Commissario Domenico Manzoni erhält, der als Tipp die Prostituiere Joy angibt, die als Einzige Licht ins Dunkel bringen kann. Doch Joy flieht nach Hamburg, wo sie von ihren Peinigern gejagt wird. Kann Mara sie zuerst finden?


    Meine Meinung:
    "Sterbende Seelen" ist der 6. Teil der Reihe um die "Krähe" Mara Billinsky, die sie diesmal in die Abgründe von Zwangsprostitution von afrikanischen Frauen in Hamburg führt; und sogar nach Sizilien.
    Der Fall ist wie immer in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Wichtige Vorkommnisse aus den vorigen Bänden werden geschickt in die Geschichte integriert.
    Der Schreibstil von Leo Born ist wie gewohnt packend, spannend und die Szenensprünge sowie Cliffhanger an den Kapitelenden lassen einen nur so durch das Buch fliegen, weil man immer wissen will, wie es weitergeht.

    Das Thema dieses Buches hat mich sehr berührt, das Schicksal der afrikanischen Frauen, die eigentlich für ein besseres Leben nach Europa kommen und dann die Hölle erleben, ist einfach nur unfassbar traurig. Der Aberglaube der afrikanischen Frauen und der Druck, der auf sie ausgeübt wird, wenn sie nicht spuren (Bedrohung der Familien), macht einen großen Teil deren Gehorsams aus.
    Und ganz besonders schlimm finde ich das System mit den Mesdames, also weibliche Zuhälterinnen, die früher auch mal Prostituierte waren, und trotz ihres eigenen Schicksals dies nun auch anderen Mädchen antun.

    Mara ist für mich diesmal etwas braver bzw. nicht ganz so aggressiv in ihrem Vorgehen, und Jan hadert mich sich selbst. Ich mag beide immer noch sehr, doch haben sie diesmal ein bisschen Pepp verloren.
    Die Verwicklungen, deren Aufklärung und die Auflösung am Schluss haben mich überzeugt.

    Leider hatte dieser Band kleine Längen, die Ermittlungen kamen nicht richtig in Gang, und auch der Part von Manzoni konnte mich nicht so ganz überzeugen; trotzdem hat mich das Thema und der Spannungsaufbau gefesselt und ich freue mich schon auf den nächsten Band mit der Krähe!


    Fazit:
    Ein nahegehendes Thema im 6. Fall der Krähe, packend umgesetzt, leider jedoch kleine Längen.

  15. Cover des Buches Die Hälfte der Sonne (ISBN: 9783596035489)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Die Hälfte der Sonne

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Das Original dieses preisgekrönten Romans erschien 2006 unter dem Titel „Half of a Yellow Sun“. Titelgebend scheint die Nationalflagge Biafras bzw. der Ostregion Nigerias gewesen zu sein, auf der eine aufgehende (halbe) Sonne zu sehen ist. Das Buch ist in vier Teile aufgeteilt, die abwechselnd in den frühen bzw. den späten Sechzigern spielen. Die späten Sechziger beleuchten dabei explizit die Zeit der zwei Militärputsche 1966 und des anschließenden Krieges zwischen Biafra und Nigeria. Die frühen Sechziger erzählen die Vorgeschichte dazu ab der Unabhängigkeit Nigerias 1960. Im Mittelpunkt stehen die Familien und Freunde des Mathematikprofessors Odenigbo und seiner Frau Olanna nebst der des Hausjungen Ugwu, die in Ost-Nigeria, dem kurzzeitigen Biafra, leben, darunter auch Richard Churchill, ein englischer Journalist und Schriftsteller. Richard ist nach Nigeria gekommen, um ein zunächst nicht näher umrissenes Buchprojekt zu verwirklichen. „Die Welt schwieg, als wir starben“ will er sein Buch einmal betiteln. Der Krieg jedoch verändert alles.

    Für mich war es das erste Mal, dass ich mich ausführlicher mit der Geschichte Nigerias und dem Konflikt um Biafra beschäftigt habe. Wie üblich habe ich dabei die Ereignisse zusätzlich im Internet recherchiert. Selten habe ich so viel dazugelernt. Die Heterogenität der Bevölkerung Nigerias, die unglaublich vielen verschiedenen Volksgruppen, die gemeinsam in diesem Land leben und miteinander klarkommen müssen, war mir in diesem Ausmaß nicht bekannt. 

    Manche Eigenarten der Protagonisten fand ich in ihrer Fremdheit amüsant, z.B. Ugwus Reaktion auf die Ankunft Olannas. „Als es an der Tür klingelte, murmelte er einen Fluch, ihr Bauch möge vom Kotessen anschwellen.“ (Fischer Tb, 5. Aufl. März 2021, S. 40)

    Die Schilderungen der Pogrome sind in ihrer Brutalität sehr detailgenau, das ist nichts für empfindliche Gemüter. Aber so war es nun halt auch mal und die Autorin hat sich gegen eine Verharmlosung der Geschehnisse entschieden. Das führt zu einem harten Gegensatz zwischen den geschilderten Zeitläuften. Dem zivilisierten und gehobenen Lebensstil der früher Sechziger steht die Brutalität der Kriegsereignisse, der Verlust jeglicher Sicherheit gegenüber. 

    Es gibt enorm berührende Passagen, z.B. folgende: „Sie streichelte seinen Hals, vergrub die Finger in seinem dichten Haar, und als er in sie hineinglitt, dachte sie an Arizes schwangeren Bauch und daran, wie leicht er wohl aufgeplatzt war, mit dieser straff gespannten Haut darüber. Sie fing an zu weinen.“ (ebd., S. 238)

    Schonungslos kommen auch die Passagen daher, in denen die Autorin über die ernährungsbedingten Mangelerscheinungen vor allem bei den Kindern berichtet. 

    Ich finde, man bemerkt das Bemühen Adichies, auf der einen Seite die Brutalität und den Schrecken dieses Krieges offen und wirklichkeitsgetreu darzustellen und auf der anderen Seite auch zu zeigen, dass sich in Afrika nicht nur Schreckliches und Schlechtes ereignet, sondern dass es von liebenswerten, gebildeten, nachdenklichen und sensiblen Menschen bevölkert wird. Das mag bisweilen zu bemüht erscheinen, weil man manchmal das Gefühl bekommen kann, die Autorin konnte sich nicht entscheiden, ob sie einen Familienroman über die Mittelschicht in Nigeria oder einen Antikriegsroman schreiben wollte. Aber ein guter, fesselnder Roman ist es trotzdem geworden. Vier Sterne.

  16. Cover des Buches Bleib bei mir (ISBN: 9783492314725)
    Ayobami Adebayo

    Bleib bei mir

     (62)
    Aktuelle Rezension von: martina400

    „Die Wahrheit kann man nicht verbergen. So wie kein Mensch mit bloßen Händen die Sonne verbergen kann, kann man auch die Wahrheit nicht verbergen.“ S. 268

    Inhalt:
    Yejide ist glücklich verheiratet und möchte nun ein Kind. Doch der Wunsch geht auch mit einer Pflicht einher. Der Druck von allen Seiten wird immer größer für Yejide und die Lösung der Schwiegermutter treibt Yejide in die Verzweiflung.

    Cover:
    Das Cover ist ansprechend. Automatisch verbindet man mit so einer farbenfrohen Gestaltung ein afrikanisches Werk. Es wirkt fröhlich und trotzdem hinterlässt der Titel einen ernsten Beigeschmack.

    Meine persönliche Meinung:
    Schon sehr bald wird deutlich, worum es in diesem Buch geht. Sehr emphatisch wird beschrieben wie groß der Druck auf das Ehepaar ist ein Kind zu zeugen. Was ich bis dato nicht wusste ist, dass es in Nigeria die Vielehe bedeutet und es ziemlich ungewöhnlich ist monogam zu leben. Schaut dabei noch dazu kein Kind heraus, muss natürlich etwas unternommen werden. Ich kann Yejide verstehen wie sehr sie sich ein Kind wünscht und alles auf sich nimmt - von Untersuchungen bis zu Wunderheilern und Zauberern. Als sie deshalb den Verstand verliert und das über Monate hinweg, spürt man fast selbst ihr Leid. Jede weiter man liest, desto mehr wird einem die gesellschaftliche Situation und die Problematik des Ehepaares bewusst. Aus Akins Sicht versteht man auch warum er so handelt und welche wohlgemeinten Hintergedanken er hat. Doch andererseits kann man nicht verstehen wie er seiner Frau in ihrem Leid zusieht und welchen Plan er ausheckt, um eine glückliche Familie zu haben. Die ganze Situation ist so verfahren und beide Seiten sind so voller Verzweiflung, Schuld und dem Festhalten an einer Hoffnung, dass man kaum für jemanden Partei ergreifen kann. Das Schicksal, das diese Familie ereilt ist tragisch. Zu sehen wie sehr die Gesellschaft die Familie zerstört, ist tragisch. Zu erleben, wie man sich nur für ein Kind verändert, ist tragisch.

    Fazit:
    Ein berührendes und aufwühlendes Buch über den gesellschaftlichen Druck und wie stark so ins Privatleben eingegriffen wird.

  17. Cover des Buches Lightseekers (ISBN: 9783442770113)
    Femi Kayode

    Lightseekers

     (17)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Auf eher ungewöhnliche Weise beginne ich diesmal meine Rezension zu dem Debutroman „Lightseekers“ mit einem Zitat in den Danksagungen des Autors am Ende des Buchs: „Das Schreiben dieses Buch war eine Art Exorzismus. Ich danke meinem Tutor William Ryan dafür, dass er diesen verzweifelten Wunsch erkannt und mich dazu angeleitet hat, die Geschichte zu erzählen, die mir am Herzen lag, und damit meine Liebe zu meinem Heimatland wiederherzustellen.“

    Genau dieses Zitat hat mir geholfen selbst das Leben in Nigeria aus Sicht als Leserin ein wenig besser zu verstehen und vielleicht besser einordnen zu können. Als Westeuropäerin, die zwar – wie der Protagonist auch - schon in den USA, jedoch noch nie in Afrika gelebt hat, konnte ich beim Lesen oft nur den Kopf schütteln und tat mich schwer, dem ganzen nigerianischen Lebensstil einen Sinn abzugewinnen. Der Autor verarbeitet in seinem Debütroman ein Thema, das ihm wohl selbst schon lange auf der Seele gebrannt hat, nämlich den sinnlosen Lynchmord an vier Jugendlichen, der im Jahr 2012 nahe Port Harcourt stattgefunden hat. Er versucht dieses grausame Verbrechen in „Lightseekers“ nachzustellen und gleichzeitig stellt er sich den fiktiven Dr. Philip Taiwo zur Seite, der auf den Grund dieser barbarischen Gewalttätigkeit dringen soll. Mit dem vermeintlichen „Chauffeur“ Chika deckt er immer neue Unglaublichkeiten auf und beginnt schließlich selbst an seinem eigenen Land zu verzweifeln …

    Ich bin noch ganz begeistert über diesen Ausflug in ein für mich fremdes Land, den ich an der Hand des Autors Femi Kayode unternehmen durfte. Ich denke, er schildert das Leben in Nigeria auf sehr authentische Weise. Er scheint kein einziges heikles Thema unausgesprochen zu lassen … der ewig schwelende Konflikt zwischen Christen und Moslems, die große Schere zwischen arm und reich, die Korruption und Bestechungen, die in dem afrikanischen Land an der Tagesordnung sind. Und dennoch vermittelt er auch seine Liebe zu dem Ort seiner Geburt und lässt immer wieder Hoffnung durchblitzen, dass sich doch einmal etwas ändern könnte. 

    Mit Freude habe ich gelesen, dass wir uns als Leser noch auf weitere „Abenteuer“ mit Dr. Philip Taiwo freuen dürfen. Ich bin schon sehr gespannt und werde auf jeden Fall wieder mit von der Partie sein. Für diesen Serienauftakt vergebe ich – mit ein klein wenig Luft nach oben – verdiente vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung an alle die Leser aus, die mal ein wenig abseits des Mainstreams unterwegs sein möchten. 

  18. Cover des Buches Alles zerfällt (ISBN: 9783596905744)
    Chinua Achebe

    Alles zerfällt

     (21)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der afrikanische Autor Chinua Achebe (geb. 1930 in Nigeria) erzählt die Geschichte und den Untergang eines Stammesvolkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ablösung alter Gewohnheiten und Rituale durch britische Kolonialherren und deren christliche Mission geschieht äusserst schmerzvoll. Der Wechsel in diese neue Welt ist insbesondere für den Protagonisten des Buches nicht nachvollziehbar. Einige sehen in der Kolonisation Chancen für eine wirtschaftliche Modernisierung veralteter Strukturen, andere erachten die expansive und aggressive Besiedlung als Bedrohung ihrer Traditionen.


    Zweifellos ein grosser Schriftsteller, der sein Land und die Geschichte besser kennt, als manch anderer und darüber fundiert zu erzählen vermag.


    Die Hinweise am Schluss des Buches sind unerlässlich, um den Text zu verstehen. Das macht das Lesen etwas schwerfällig, da viel geblättert werden muss. Eingeprägt haben sich bei mir nur die wenigsten Erklärungen. Alles in allem hat mich die Thematik sowie die Umsetzung der Geschichte zu wenig interessiert, darum hielt sich meine Lesefreude in Grenzen. Zu empfehlen ist das Buch aber sicher all jenen, die sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas näher auseinandersetzen möchten.

  19. Cover des Buches Das Glück umarmen (ISBN: 9783426519691)
    Nicole Walter

    Das Glück umarmen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: parden

    VOM LEBEN UND DER LIEBE...

    Leon lebt sein Leben nicht - er hetzt durch sein Leben. Für ihn zählt nur eines: Erfolg und Geld – und das innerhalb kürzester Zeit. Diese Geschwindigkeit wird ihm zum Verhängnis, als er sich eines Tages auf der Fahrt durchs liebliche Chiemgau mit dem Auto überschlägt. Etwa zur selben Zeit ist Johanna unterwegs auf ihrem Achtsamkeits-Spaziergang, bei dem sie sich ganz auf den Moment einlässt. Sie entdeckt den in seinem Sportwagen eingeklemmten Leon, leistet Erste Hilfe und verständigt den Notarztwagen. Ein schrecklicher Moment für Johanna – aber auch ein besonderer, denn für sie ist sofort klar: Das ist er, der Eine, den sie nie wieder loslassen darf. Johanna bringt ihn ins Haus ihrer geliebten Großmutter Marceline, um ihn dort so richtig wieder aufpäppeln zu lassen. Marceline aber ist eine ganz besondere Frau, die nur eines im Sinn hat: so viele besondere Momente wie möglich zu sammeln, bevor sie ganz im Vergessen versinkt...

    Um es gleich vorwegzunehmen: für mich ist dies kein reiner Achtsamkeitsroman, wie es der Untertitel vermuten lässt. Aber das Thema zieht sich durch die Seiten und durch das Leben der verschiedenen Charaktere, insofern ist es auch wieder nicht ganz falsch. Die Kunst, den Moment zu leben - darauf läuft letztlich doch alles hinaus...


    Jeder Tag lässt genau das in einem zurück, was man aus ihm gemacht hat.


    Natürlich klappt das mit dem Leben im Moment nicht immer und vor allem nicht sofort - und jemand, der damit nicht vertraut ist, geht zweifelsohne zunächst einmal voller Skepsis an diese Thematik heran. So z.B. der Bad-Boy Leon, der dem Leben hinterherzurennen scheint: höher, schneller, weiter, immer auf der Suche nach dem großen Kick. Drogen, Geld, Affären - alles kein Problem, Hauptsache, es bleibt alles schön oberflächlich und unverbindlich. Durch seinen Unfall wird er allerdings brutal ausgebremst. Doch im Haus von Johanna und ihrer Großmutter wähnt er sich gleich in einer ganz anderen, fremden Welt:


    'Du mit deiner naiven Puderzuckermentalität. (...) Yoga, Barfußspaziergänge, dieses Achtsamkeitsding, dieser ganze esoterische...' --- 'Jetzt sag bloß nicht Quatsch.' --- 'Okay... Aber Johanna, jetzt mal ehrlich, das alles sind dorch nur irgendwelche Haltegriffe, damit du nicht ganz so durchgeschüttelt wirst, wenn du dich durchs Leben hangelst.'


    Johanna ist klar, dass sich Leon nur aus sich heraus verändern kann - wenn er es denn will. Und dafür braucht er Zeit. Die bekommt er im Haus von Marceline, der Whiskybrennerin, der welterfahrenen und kampferprobten alten Dame, die ihr Leben in vollen Zügen genießt und versucht alles anzunehmen, was dieses ihr bietet. Nur mit ihrer zunehmenden Demenz, da kann sie sich nicht anfreunden. Wie wird es sein, wenn das große Nichts da ist? Doch Marceline wäre nicht die, die sie ist, wenn sie bis dahin nicht jede Sekunde einfach nur lebt.

    Johanna hat vieles von Marceline gelernt und hadert dadurch mittlerweile deutlich weniger mit ihrem eigenen Schicksal als noch vor einigen Monaten. Dennoch weiß sie, dass sie an ihrem Lebenspäckchen noch zu knabbern haben wird. Doch ihre Großmutter erdet sie immer wieder, und der kleine nigerianische Junge Kio, der ganz allein aus seinem Land geflohen und dessen Rücken voller hässlicher Narben ist, braucht sie ebenso wie Marceline. Denn das Leben in Deutschland ist nicht immer leicht - abgesehen von der drohenden Abschiebung wird Kio nicht von allen mit offenen Armen empfangen...

    Vier Schicksale, die hier aufeinandertreffen, vier sehr unterschiedliche Charaktere, die ihren Weg im Leben suchen, die füreinander da sind - und manchmal eben auch nicht. Liebe, Verlust, Trauer, Wut, Fremdenhass, Flüchtlingsproblematik, der Sinn des Lebens, Vertrauen, Verrat, Demenz und Herzlosigkeit - und noch einige andere Themen mehr finden Platz in diesem Roman, der dennoch nicht überladen wirkt. Achtsamkeit ist dabei ein verbindendes Element, das auf mich nur zu Beginn des Romans konstruiert und aufgepfropft wirkte, später aber zur zunehmenden Entwicklung der Charaktere passte.


    Und wer bestimmt, was Illusion ist und was nicht? Wie wir leben möchten, das bestimmen doch wir. Die meisten von uns wissen es nur nicht.


    Ein nach einem für mich etwas holperigen und bemühten Einstieg in die Erzählung doch angenehm zu lesender Roman, dessen Charaktere trotz aller Präsentation ihrer Gedanken und Gefühle doch etwas distanziert blieben. Nichtsdestotrotz auch ein möglicher Anstoß für das eigene Leben. 3,5 Sterne, die ich gerne aufrunde...


    © Parden

  20. Cover des Buches Eines Menschen Herz (ISBN: 9783833305085)
    William Boyd

    Eines Menschen Herz

     (33)
    Aktuelle Rezension von: haberland86
    William Boyd ist ein meisterhafter Erzähler, was auch in "Eines Menschen Herz" von der ersten bis zur letzten Seite deutlich wird.

    Dennoch war ich von der Geschichte, die das Leben des Schriftstellers Logan Gonzago Mountstuart in Tagebucheinträgen umreißt, ein wenig enttäuscht.
    Denn wie die Tagebücher der meisten Menschen, enthalten auch die seinen hauptsächlich Banalitäten. Viele davon fügen sich zwar im Laufe der 670 Seiten stimmig und verblüffend zusammen, doch die wirklich spannenden Passagen - die es durchaus gibt - beschränken sich auf vielleicht 200 Seiten; was mir im Ganzen betrachtet jedoch zu wenig war.

    Zugegeben - bislang habe ich nur ein weiteres Buch des Schriftstellers gelesen. Von "Ruhelos" war ich aber so begeistert, dass die Erwartungen an dieses Buch vielleicht von vorneherein ein wenig zu hoch gesteckt waren.
  21. Cover des Buches My Sister, the Serial Killer (ISBN: 9781786495976)
    Oyinkan Braithwaite

    My Sister, the Serial Killer

     (24)
    Aktuelle Rezension von: KayHell

    Mir hat das Buch persönlich wirklich sehr gut gefallen, ich habe es in einem Tag durchgelesen und für zwischendurch ist es ein sehr erfrischendes Buch. Außerdem hat mir das Ende sehr gut gefallen. Kann es nur empfehlen, wenn man kleine Krimis und Bücher die man schnell lesen kann gerne mag. :) 

  22. Cover des Buches Aller Anfang ist Apulien (ISBN: 9783462044973)
    Kirsten Wulf

    Aller Anfang ist Apulien

     (55)
    Aktuelle Rezension von: black_snapper
    Mir wurde eine Liebesgeschichte versprochen. Ich habe schöne kitschige herzerfüllende Belletristik erwartet. Stattdessen wird diese Liebesgeschichte mit Geschichten zum Menschenhandel und Schutzgelderpressung gespickt. Och nee. Entweder oder, aber nicht beides, bitte. Die Biografie der Autorin gibt doch Stoff für 3 Bücher her. Warum hat sie also alles in eins gepackt? Dennoch 4 Sterne, weil es sich gut liest.
  23. Cover des Buches Liebe Ijeawele (ISBN: 9783596299683)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Liebe Ijeawele

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Mein absolutes Lieblingsgeschenk für frischgebackene Eltern ist Chimamanda Ngozi Adichies „Liebe Ijeawele: Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden“.

    Ich habe das schmale Bändchen nach der Geburt unserer ersten Tochter während des Stillens gelesen – mehrfach, um mir auch wirklich alle wichtigen Punkte einzuprägen.

    Eigentlich handelt es sich hier um einen Brief, den die berühmte nigerianische Feministin an eine Freundin geschrieben hat, die um Tipps zur feministischen Erziehung bat.

    Auch wenn der ein oder andere Punkt in der westlichen Welt mittlerweile gesamtgesellschaftlich umgesetzt scheint, sind viele Denkanstöße dabei, wie man die Erziehung seiner Kinder zur Gleichberechtigung der Geschlechter hin optimieren kann. Und ja, ich schreibe bewusst Kinder, weil auch die Werte, die Jungen ans Herz gelegt werden natürlich zur Gleichberechtigung beitragen.

     

    Ich werde euch die Tage auch noch den Weltbestseller „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie vorstellen, den ich gleich im Anschluss gelesen habe, weil ich neugierig auf die Autorin und ihre Botschaft geworden bin.

  24. Cover des Buches Little Bee (ISBN: 9783423219075)
    Chris Cleave

    Little Bee

     (284)
    Aktuelle Rezension von: Marywy

    Dieses Buch lässt nachdenklich und schockiert zurück und dich deine Weltsicht hinterfragen. Die Story verursacht an vielen Stellen ein mulmiges Gefühl, ist aber gleichzeitig auch eine Geschichte der Hoffnung und der Liebe, die unbedingt gelesen werden sollte. 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks