Bücher mit dem Tag "nigeria"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nigeria" gekennzeichnet haben.

123 Bücher

  1. Cover des Buches Children of Blood and Bone – Goldener Zorn (ISBN: 9783841440297)
    Tomi Adeyemi

    Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

     (458)
    Aktuelle Rezension von: Roxy_00013

    komplexer einstieg danach jedoch voll toll
    Von Tomi Adeyemis Roman hatte ich schon viel gehört und immer mit mir gerungen ob ich es nun kaufen soll oder lieber nicht. Schlussendlich hat mich dann das Cover dazu gebrach es einfach haben zu müssen und ja was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht - im Gegenteil!
    Die tolle Sprache zieht einen sofort in die Geschichte und das rasante Erzähltempo lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Obwohl ich zu beginn richtig Mühe hatte um in die Geschichte einzusteigen, da es so viele neue Begriffe sind von Völker, Orten, Menschen und und und.
    Besonders gut hat mir gefallen, dass die Geschichte oft unvorhersehbar ist und ich habe mich beim Lesen oft gefragt, wie ich selbst an Zélies, Amaris oder Inans Stelle gehandelt hätte. Das Ende war ein richtiger Wow-Moment und ich musste mir den zweiten Teil einfach kaufen.
    Tomi Adeyemi schafft es mit der afrikanischen Mythologie (wie ich herausgefunden habe) und viel Magie eine ganz neue Welt zu kreieren, die man so noch nicht gelesen hat.
    Klare Leseempfehlung und top Highlight im Januar

  2. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Stephanie_Ruh

    Ifemelu und Obinze, eine Liebesgeschichte in Nigeria. Das ist die  zentrale Geschichte, die in "Americanah" erzählt wird. Aber es geht auch hauptsächlich um Rassismus, um "nichtamerikanische Schwarze" und was der Unterschied zu amerikanischen Schwarzen ist. Es fällt einem auf einmal wie Schuppen von den Augen, warum es "den Afrikaner" oder "die Afrikanerin" weniger geben kann als "den Deutschen" oder "die Deutsche". Genauso wie die Bedeutung eines Afros, die mir bisher nie so klar war.
    Das Buch hat ein paar Längen, aber insgesamt öffnet einem Chimamanda Adichie die Augen und gibt Einblicke in das Leben in Nigeria. Ich habe jetzt viel Stoff zum Nachdenken, das ist gut so.

  3. Cover des Buches Das Baby ist meins (ISBN: 9783351050894)
    Oyinkan Braithwaite

    Das Baby ist meins

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Lagos während der Corona-Pandemie 2020: Mitten im Lockdown findet Bambis Freundin heraus, dass er sie betrogen hat. Obwohl die Bevölkerung unter Hausarrest steht und es verboten ist für etwas anderes als Lebensmitteleinkäufe auf die Straße zu gehen, hat Mide kein Problem damit, Bambi hinauszuwerfen. Da er nirgendwo anders hin kann, glaubt er sich ungestört in das Haus seines kürzlich am Virus verstorbenen Onkels zurückziehen zu können, da er seine Tante, die ein Baby bekommen hat, bei irgendwelchen Verwandten vermutet.
    Umso überraschend für Bambi, als er nicht nur seine Tante in dem Bungalow antrifft, sondern auch die Geliebte des Onkels. In ihrer Mitte befindet sich ein Baby, von dem beide Frauen felsenfest behaupten, dass es ihres ist.
    Während die beiden Frauen mal einträglich zusammenleben, mal einander bitter bekriegen, versucht Bambi aus den Schilderungen schlau zu werden und zuzuordnen, wer wirklich die Mutter des Babys ist und gerät dabei zwischen die Fronten.

    Nun, ich sag mal: Das war ein interessantes Konstrukt, das Oyinkan Braithwaite kompakt auf 125 geklöppelt hat. Das Buch wurde als feministisch gepriesen, eher entdecke ich darin das zynische Gegenteil – ein Mann dringt in das Leben der Frauen ein und schwingt sich ungefragt zu deren Richter auf. Dabei hat er kein Problem damit, sich aushalten, verpflegen und bedienen zu lassen. Die Kurzgeschichte wird zwar aus Sicht des Mannes erzählt, der in den zwei rivalisierenden Frauen eine Gefahr für das Baby sieht, allerdings haben die Frauen bis zum Auftauchen Bambis die bisherige Zeit des des Lockdowns gemeistert ohne einander totzuschlagen. Aber ein Mann im Haus tut, was ein Mann im Haus tut...
    Ist es eine augenzwinkernde Gesellschaftskritik? Egal, wie man das Buch lesen will, es ist in jedem Fall eine interessante Grübelei im Anschluss garantiert!

  4. Cover des Buches Freundin bleibst du immer (ISBN: 9783446273900)
    Tomi Obaro

    Freundin bleibst du immer

     (70)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Die Nigerianerinnen Enitan, Zainab und Funmi sind seit ihrer Studienzeit miteinander befreundet, halten aber fast nur noch über WhatsApp Kontakt. Nun treffen sie anlässlich der Hochzeit von Funmis Tochter Destiny wieder persönlich aufeinander. Man merkt schnell, dass die drei Frauen grundverschieden sind: 

    Enitan lebt in den USA, will sich von ihrem weißen Mann scheiden lassen, mit dem sie nur noch Freundschaft verbindet, und hat eine Tochter, die sich vor allem für all jene interessiert, die sonst nirgends Gehör finden.

    Zainab ist in Nigeria geblieben, hat vier erwachsene Söhne und einen pflegebedürftigen Mann. Sie muss jeden Pfenning zweimal umdrehen.

    Funmi hat einen reichen, aber an ihr rasch desinteressierten Mann geheiratet, der ihr ein sorgenfreies Leben im Luxus ermöglicht. Entsprechend pompös soll die Hochzeit ihrer Tochter Destiny ausfallen.

    Man fragt sich, was die Frauen miteinander verbindet. Diese Frage wird im Mittelteil des Romans beantwortet, ein Rückblick in die Studienjahre, aber auch in die Kindheiten der Freundinnen. Dabei erfährt man allerlei Überraschendes und Dramatisches. Einiges, was im ersten Teil noch rätselhaft war, klärt sich hier auf. 

    Doch irgendwann scheint der Autorin die Luft ausgegangen zu sein. Wie Enitan ihren Mann kennengelernt und mit ihm in die USA gegangen ist, wird lieblos runtererzählt. Danach springen wir wieder in die Gegenwart, wo sehr ausführlich und detailliert von Destinys traditioneller Hochzeitsfeier erzählt wird, was man kurz vor Ende des Romans so eigentlich nicht mehr lesen will. Das Ende selbst birgt keinerlei Überraschung.

    Der Roman unterhält ganz nett, bietet aber auch nicht sonderlich viel Tiefgründiges. Mitgenommen habe ich vor allem die Einblicke in die nigerianische Kultur, von der ich zuvor nicht allzu viel wusste. 


  5. Cover des Buches Lagune (ISBN: 9783864258732)
    Nnedi Okorafor

    Lagune

     (32)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    Nnedi Okorafor hat mit ihrem Buch "Lagune" eine fantastische Science Fiction Geschichte geschrieben,  welche viele Elemente der nigerianischen Kultur, deren Mythologie und ihre Religion in sich vereint.

    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei einander vollkommen fremde Menschen, die ihr Leben mehr oder weniger glücklich in Lagos leben. Da wäre die Meeresbiologin Adaora, der Soldat Agu und der Rapper Anthony. An dem Tag, an dem etwas Großes ins Meer vor Lagos stürzt, treffen diese drei zufällig am Strand aufeinander, ehe eine riesige Flutwelle kommt und diese drei Menschen mit sich nimmt. Als sie wieder an Land sind, sind sie nicht länger allein: Ayodele ist bei ihnen - eine Besucherin aus einer fernen, unbekannten Welt.

    Meine Meinung: Diese Geschichte ist schon etwas Besonderes, wenn auch zum Teil nicht in ihrer Gänze greifbar, da Okorafor gedanklich teilweise große Sprünge macht. Und wahrscheinlich ist dies und der vielleicht nicht jedem gefällige Schreibstil auch nicht jedermanns Sache, aber für mich hat sich die Lektüre auf jeden Fall gelohnt.

    Besonders gut gefallen hat mir, wie schonungslos ehrlich und vollkommen ohne verklärtem Blick Okorafor von ihrem Land schreibt. Da geht es um Korruption bis in die höchsten Kreise. Um soziale Missstände, sowie die tiefsten und hässlichsten Abgründe der gesamten Menschheit. 

    Alles in allem ein lohnenswertes Buch für all jene, die gerne auch Geschichten abseits des Mainstreams lesen. 

  6. Cover des Buches Tadunos Lied (ISBN: 9783716027554)
    Odafe Atogun

    Tadunos Lied

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch hat mich in gewisser Weise verzaubert. Der Autor erzählt hier eine Geschichte, die mich irgendwie an ein Märchen erinnert hat und doch ganz bodenständig, luftig, bezaubernd und dramatisch zugleich war. Musik und Politik werden hier meiner Meinung nach auf ganz tolle Art und Weise miteinander verknüpft und es finden sich in diesem Buch viele Weisheiten, die die verschiedensten Formen der Liebe aufzeigen. Themen wie Nächstenliebe, Zusammenhalt, Partnerschaft, Familie – ein relativ kleines Buch mit mindestens doppelt so viel und vor allem wichtigen Inhalt! (Zitat aus dem Buch)
    >> Egal, auf welcher Seite wir stehen, die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung. << Auch der politische Aspekt kommt hier nicht zu kurz und man bekommt ziemlich nah mit, was Diktatur für den einzelnen bedeutet und wie systematisch dieses System den Menschen schadet. Mich haben einige Dinge hier wirklich sehr ergriffen. Man weiß natürlich einiges, aber es dann innerhalb einer Geschichte so hautnah mitzuerleben, das ist dann schon eine Steigerung der bewussten Gedanken zur Thematik. 
    Ich möchte das Ende der Geschichte nicht vorweg nehmen, dennoch möchte ich abschließend sagen, dass dieses Buch aufzeigt, wie schwer, schmerzvoll und hart das Leben doch sein kann. Und trotz der ganzen Probleme, Schwierigkeiten und dieser Gefangenschaft innerhalb eines Systems ist es die Liebe, die den Menschen lenkt... Mein Fazit:
    Ein absolut lesenswertes Buch, das es sich lohnt zu lesen und auch zu begreifen, denn es hat viel Inhalt, der sowohl das Herz als auch den Kopf.
  7. Cover des Buches Der dunkle Fluss (ISBN: 9783351035921)
    Chigozie Obioma

    Der dunkle Fluss

     (44)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚[...] denn die Zukunft war das, was wir aus ihr machten, eine leere Leinwand, auf die sich alles Mögliche projizieren ließ. Das alles war vorbei, als Vater wegzog.‘ (Seite 10 der gebundenen Ausgabe)

    Der neunjährige Ich-Erzähler Ben lebt zusammen mit seinen älteren Brüdern Ikenna, Boja und Obembe, seinen Eltern sowie dem kleinen Bruder David und dem Baby Nkem in Akure, einer Stadt im Südwesten Nigerias.

    Das Leben der Familie verändert sich deutlich, als der Vater ins mehr als 1000 Kilometer entfernte Yola im Norden des Landes zieht und nur noch an den Wochenenden zu seiner Familie zurückkehrt. Ein weiterer Wendepunkt tritt ein, als die Brüder beginnen, im dunklen Fluss zu fischen, was die Eltern streng verboten hatten, da hier schon viele Erwachsene verschwunden sind.

    Die Brüder werden am Fluss beobachtet und verraten, und nach den Prügeln des Vaters distanziert sich der Erstgeborene Ikenna immer mehr vom Rest der Familie und verändert sich mehr und mehr.

    Ich war noch nie auf dem afrikanischen Kontinent, aber ich habe viel über Afrika und von afrikanischen Autoren gelesen, so dass ich mit dem Kontinent bestimmte Gedanken, Gefühle, Vorstellungen etc. verbinde.

    Chigozie Obioma hat mich direkt mit nach Afrika im Allgemeinen und Nigeria im Besonderen genommen: Sein Roman ist stimmungsvoll, unheilvoll und durchweg glaubwürdig.

    (Schwarze) Magie und Zauberei haben einen festen Stellenwert in ‚Der dunkle Fluss‘ und im Leben der Menschen im Handlungsort des Romans. Ich fand diese düstere Szenerie sehr gelungen und sehr atmosphärisch, und meiner Meinung nach eignet sich ‚Der dunkle Fluss‘ hervorragend, um die spirituelle Seite Nigerias besser kennenzulernen, in eine ganz andere Welt abzutauchen und mehr über diese Facetten Nigerias zu erfahren.

    Weitere Themen des Romans sind Trauer und Verlust sowie psychische Erkrankungen und psychiatrische Behandlungen in Nigeria, was weitere Komponenten des Romans sind, die mich besonders faszinierten.

  8. Cover des Buches Heart of War (ISBN: B07WS2C2FH)
    Bonnie Sharp

    Heart of War

     (42)
    Aktuelle Rezension von: MaryCooper

    Er war ein Navy SEAL. Sein Herz war im Krieg. Und so lange er es nicht zuließ, würde niemand einen Platz darin finden. - Auszug vom Klappentext


    Besser kann man einen Mann wie Chaz nicht beschreiben. Maddy hingegen hat bereits jemanden in ihr Herz gelassen und dieses wurde gebrochen. Allerdings ist sie eine Kämpferin und unglaublich tough.


    Dieses Buch war jetzt bereits mein 3. Buch von Bonnie Sharp und auch diesmal liefen mir am Ende 2-3 Tränchen. Sie hat es am Ende mit einem einzigen Wort geschafft mich zum Weinen zu bringen 🥹


    In diesem Buch geht es um Krieg, Entführungen und Schlimmeres. Bonnie hat es geschafft, einem das Gefühl zu geben, die ganze Zeit dabei zu sein. Dies hat natürlich meinen Puls ab und an extrem in die Höhe schnellen lassen. Das Gefühl von Zusammengehörigkeit bei den Männern ist unglaublich und die liebe zu den Frauen unendlich schön.


    Ich muss ehrlich sagen, das ich keine Kriegsfilme oder Ähnliches ansehe, einfach weil das zu viel für mich ist. Beim Lesen dieses Buches hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten und das, obwohl ich von so was eigentlich komplett distanziere. Auch das spricht sehr für die Autorin.


    Dieses Buch war definitiv nicht das letzte von Bonnie, welches ich lesen werde 🥰


    Freue mich schon sehr auf das Nächste 😬


  9. Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: 9783746638539)
    Oyinkan Braithwaite

    Meine Schwester, die Serienmörderin

     (184)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Krimi, Satire, Liebesroman und Familiensaga in einem. Und ich habe mich köstlich amüsiert.

    Der Plot spielt in Lagos Nigeria, dieser verrückten, chaotischen Stadt aus der man immer wieder mal Horrorgeschichten vernimmt.

    Die bildhübsche Ayoola verführt ihre Männer reihenweise und entledigt sich derer wieder wenn es ihr zuviel wird. Tatwaffe stets das Messer welches sie von ihrem tyrannischen Vater und Patriarchen gestohlen hat. Ihre Schwester Korede kann nicht anders und hilft ihr immer wieder aus der Patsche - sprich die Männer entsorgen. Schliesslich weiss sie zur Genüge wie man reinigt und Spuren beseitigt da sie in einem Krankenhaus arbeitet. Wenn es ihr dann aber zuviel wird erzählt sie einem Komapatienten von den Morden - bis dieser eines Tages zu verstehen gibt dass er sehr wohl einiges mitbekommen habe.. Komik pur.


    "Letzte Nacht konnte ich nicht einschlafen, also gab ich es auf, rückwärts zu zählen, und setzte mich an den Schreibtisch um den Laptop einzuschalten. Ich ertappte mich selbst dabei, wie ich um drei Uhr morgens "Serienmörder" in die Suchliste eintippte. Da stand es: drei oder mehr Morde.... Serienmörder."

  10. Cover des Buches Mehr Feminismus! (ISBN: 9783596036769)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Mehr Feminismus!

     (24)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Die Autorin hat einen schönen Stil bzw. eine schöne Art zu reden – recht locker – halt eine Rede die verschriftlicht wurde (we should all be feminists), welche übrigens auch auf YouTube ansehbar ist; Plus vier Essays mit vielen Anekdoten.


    Wie gesagt ist die „Stimmung“ des Buches recht locker, bis dann eine starke Formulierung oder Erkenntnis kommt. Zwischendurch haben die Worte viel Kraft. Diese Mischung fand ich sehr gelungen und faszinierend.


    Wie es der Titel schon sagt, geht es um Feminismus – was das eigentlich ist bzw. wie sie es für sich definiert und welche Vorurteile einen entgegen gebracht werden, wenn man sich selbst als solche bezeichnet. Es geht um das Leben als Frau, sprich Geschlechterrollen und was das real bedeutet, um Frauenrechte bzw. das Recht der Frau sich frei zu entfalten – gerade auch mit Blick einer Nigerianerin.

    Das alles aber nicht akademisch, belehrend, sondern anekdotisch, was den Zugang erleichtert.

    Unabhängig davon, von ihrem Talent solche Themen zu erzählen, fand ich die Essays mal besser mal etwas schlechter.


    Nichts desto trotzt ein tolles Buch. Schon allein um die Rede zu lesen lohnt es sich – die war großartig.

  11. Cover des Buches Blauer Hibiskus (ISBN: 9783596521708)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Blauer Hibiskus

     (57)
    Aktuelle Rezension von: mabo63


    Die Geschichte von Kambili dem 15 jährigen Mädchen welches in Enugu, Nigeria ihr Leben fristet. Ihr Vater ein hochangesehener steinreicher Fabrikant, mit eigenem Verlag, der unter dem Deckmantel seiner Frömmigkeit in seinen vier Wänden ein Terrorregemime führt.

    Religiöser Drill. "20 Minuten bat er Gott das Essen zu segnen"

    C.N.Adiche


    Menschenschinderei die sich als Liebe ausgibt.

    Die Mutter oft blutend, verliert sogar ein Kind verursacht durch seine 'heiligen' Schläge. "Tränen sah man nie auf Ihrem Gesicht"

    C.N.Adiche

  12. Cover des Buches Das Mädchen mit der lauternen Stimme (ISBN: 9783847900917)
    Abi Daré

    Das Mädchen mit der lauternen Stimme

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Der Roman erzählt die Geschichte von Adunni. Einem jungen Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, was in einem Dorf in Nigeria aufwächst und viel zu früh ihre Mutter verliert. Eine Mutter die sich für ihre Tochter Bildung wünscht um ihr eine Stimme zu verleihen und arbeitet, um das Schulgeld für Adunni zusammenzubekommen. Nach dem viel zu frühen Tod der Mutter ist der alkoholtrinkende Vater nicht mehr in der Lage weiter Schulgeld für ein Mädchen aufzubringen. Um eigene Schulden zu bezahlen „verkauft“ er seine Tochter an einen alten Mann, mit dem Adunni zwangsverheiratet wird um ihm als seine dritte Ehefrau endlich einen Sohn zu gebären. Dieser Ehe entflieht Adunni, in der Hoffnung in Lagos eine Schule besuchen zu können, doch auch Lagos meint es nicht gut mit mittellosen Mädchen wie Adunni.

    Abi Daré hat mit diesem unglaublichen Roman so vielen Mädchen dieser Welt eine Stimme gegeben. Es braucht noch so viel mehr davon, um den Menschen die Augen zu öffnen. Denn auch wenn Sklaverei verboten ist, existiert sie doch noch an so vielen Orten dieser Welt. Dieser Roman berichtet von der Sklaverei in Nigeria, dem Leben was vor allem jungen mittellosen Mädchen dort vorherbestimmt zu sein scheint.
    Das Buch ist schrecklich und wundervoll zugleich. Adunni erzählt ihre Geschichte aus der Ich- Perspektive und übte einen gewaltigen Sog auf mich aus. Ich fühlte mich Adunni sehr nah und habe so oft mit ihr gelitten. Ihre Geschichte hat mich unglaublich berührt, vor allem aber ihr Optimismus und ihr Glaube an die Zukunft - eine bessere Zukunft. Dieses Mädchen HAT eine lauterne Stimme!
    Gut gefallen hat mir auch die Aufmachung des Buchs. Viele Kapitel beginnen mit Fakten über Nigeria, die nicht selten im folgenden Kapitel das Handeln der Protagonisten für den/die LeserIn verständlich machen.

    Dieses Buch ist eines meiner absoluten Jahreshighlights und sollte unbedingt von jedem gelesen werden.

  13. Cover des Buches Ein amerikanischer Traum (ISBN: 9783423345705)
    Barack Obama

    Ein amerikanischer Traum

     (82)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky
    Klappentext:
    Seit Barack Obama für das Amt des US-Präsidenten kandidiert hat, begeistert er die Menschen: Er verkörpert die weltweite Sehnsucht nach einer Politik des Friedens und der Menschlichkeit. Aufgewachsen unter ärmlichen Verhältnissen in Hawaii und Indonesien, musste Barack nach seiner Rückkehr in die USA erleben, wie er wegen seiner Hautfarbe diskriminiert wurde. Dies weckte seinen Ehrgeiz, der ihm zunächst eine glänzende juristische Laufbahn eröffnete und dann seinen furiosen Aufstieg als Politiker der Demokraten begründete. Wer nun seine Familiengeschichte liest, spürt, dass in ihm auch ein begnadeter Erzähler steckt

    Meine Meinung:
    Ich war schon lange ein Fan von Barack Obama. Ehrlich gesagt weiß ich nicht wieso, denn ich habe ja nichts mit der Amerikanischen Politik zu tun. Ich fand es toll mal etwas über sein Privatleben zu lesen. Vor allem weil es damals (und heute leider immer noch) richtig schwer war für Afro-Amerikaner respektiert und aufgenommen zu werden!
  14. Cover des Buches Diese Dinge geschehen nicht einfach so (ISBN: 9783596193332)
    Taiye Selasi

    Diese Dinge geschehen nicht einfach so

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Martinchen

    Taiye Selasis Debütroman erzählt die Geschichte der Familie Sai, die nach einem angeblichen Kunstfehler des angesehenen Chirurgen Kweku auseinanderbricht. Die Mutter kehrt nach Ghana zurück, die vier Kinder leben ihre eigenen Leben. Als der Vater stirbt, treffen sie sich erst in New York, um gemeinsam zur Mutter zu fliegen. Die Autorin unterteilt ihren Roman in drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt, mit „Abschied“ überschrieben, wird der Tod des Vaters erzählt, der während der nach seinem Herzinfakt verbleibenden Zeit sein Leben reflektiert. Es entsteht ein erster Eindruck der Familie, der neugierig macht, was genau geschehen ist. Im zweiten Teil, „Aufruhr“, stehen die vier Kinder im Mittelpunkt. Aus wechselnden Perspektiven entsteht ganz langsam ein Bild. Die entscheidenden Teile kommen im letzten Abschnitt „Aufbruch“ hinzu, in dem nicht nur die Kapitel, sondern auch die Unterkapitel die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden.  Selasi versteht es ausgezeichnet, das Seelenleben der Protagonisten wieder zu geben, so dass die Probleme und Konflikt jedes einzelnen und zu anderen sehr gut nachvollziehbar sind.

    Der Sprachstil der Autorin ist besonders, außergewöhnlich. Sie beobachtet genau und klug. Es enthält viel Lebensphilosophie und die Erkenntnis, dass die Dinge eben nicht einfach so geschehen. 

    Taiye Selasi, Schriftstellerin und Fotografin, ist in London geboren und in Massachusetts aufgewachsen. Ihre Eltern stammen aus Ghana. Selasi erfand den Begriff „Afropolitan“, der eine neue Generation von Weltbürgern mit afrikanischen Wurzeln bezeichnet. (Quelle: Klappentext)

    Fazit: ein wunderbarer Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte

  15. Cover des Buches Der Tod des Vivek Oji (ISBN: 9783847900672)
    Akwaeke Emezi

    Der Tod des Vivek Oji

     (22)
    Aktuelle Rezension von: TashaWinter

    Dieses Buch beginnt mit dem Tod. Und welch großen Verlust dieser Tod bedeutet, wird im Laufe der Lesereise deutlich. Vivek/Nnemdi ist wie ein leuchtendes Feuer in einer Welt, die diese Art von Licht und Hitze kaum ertragen kann.
    Vivek wird aus dem Leben gerissen und lässt eine Grupppe von Freundinnen zurück, die ihn geliebt und verstanden haben. Außerdem seine Mutter, die der Verlust bis ins Mark erschüttert. Sie muss nach Viveks Tod erkennen, dass sie ihr Kind nicht wirklich kannte, denn Vivek hatte bereits gemerkt, dass er nicht der junge Mann ist, für den ihn alle zunächst halten. Sie ist eine Frau, kleidet sich auch so und lässt ihre Haare lang wachsen. Es macht sie glücklich, wenn Menschen sie Nnemdi nennen, auch wenn sie die Pronomen er und sie für sich akzeptiert. Aber Vivek/ Nnemdi muss sich verstecken, vertraut sich nur seinen/ihren Freundinnen an. Und Osita, seinem Cousin, mit dem er als Kind befreundet war, bevor sie sich nach einem Vorfall überwarfen. Später nähern die beiden sich wieder an und zwischen ihnen entbrennt ein Feuer, das eigentlich nicht sein dürfte. Osita liebt Vivek, liebt Nnemdi. Aber er hat auch Angst. Vor den Reaktionen der anderen, davor, dass Vivek in Gefahr geraten könnte, dass Nnemdi entdeckt wird und vor den Konsequenzen. Im Nigeria der 90er Jahre, das geprägt ist von Unruhen und Aufständen, würde es für Vivek schlimme Konsequenzen haben, wenn er entdeckt würde.
     Nnemdi hingegen wird mutiger, fühlt sich ihrer selbst sicherer. Mich hat es fasziniert und berührt zu sehen, wie die sehr unterschiedlichen Charaktere mit Viveks Tod umgegangen sind, wie sie davon geprägt wurden.

    Ein tieftrauriges und zugleich wunderbares Buch, das zeigt, wie zerstörerisch Angst und Vorurteile sind. Wir als Gesellschaft berauben uns selbst unserer strahlendsten und tiefgründigsten Mitglieder, wenn wir nicht anfangen, Menschen zu akzeptieren wie sie sind, sie dabei zu unterstützen, das leben zu können, was sie fühlen und wissen.
     Ezemis Sprache und ihre Fähigkeit, Emotionen zu beschreiben, hat mich zutiefst beeindruckt. Wenn ich mir etwas hätte wünschen dürfen, dann noch mehr und längere Kapitel aus Viveks Sicht, die im am spannendsten fand. Ein Buch, das ich immer im Herzen tragen werde.

  16. Cover des Buches Schlaflied (ISBN: 9783442716111)
    Cilla Börjlind

    Schlaflied

     (149)
    Aktuelle Rezension von: kidcat283
    Mit diesem Buch hatte ich echt ein sehr großes Problem, denn ich kann nicht mal eine kurze Zusammenfassung wiedergeben, da ich nicht zum eigentlichen Geschehen kam. Es steht schon eine lange Zeit in meinem Bücherregal. Auch das Cover ist sehr einladend. Daran liegt es auf jeden Fall nicht.
    Ich habe mich wirklich bemüht Gefallen an dem Buch zu finden. Nicht nur zweimal von vorne angefangen, sondern ganze vier Mal den Prolog gelesen, der auch gar nicht schlecht war. Leider weiß ich immernoch nicht was dieser lange Abschnitt mit dem Klappentext zu tun hat.
    Auch der Beginn der Geschichte nach dem Prolog, hat überhaupt nicht zum Inhalt gepasst, den man sich eigentlich vorgestellt hat.
    Deswegen tut es mir wirklich sehr leid, dass ich dieses Buch nicht bewerten kann. Ich denke auch nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass es ein Teil einer Buchreihe ist. In diesem Fall ist es Band 4. Da alle Bücher abgeschlossene Geschichten/ Fälle sind kann man auch ohne die Vorgängerbände dieses Buch lesen.
  17. Cover des Buches Abbey Road Murder Song (ISBN: 9783518466025)
    William Shaw

    Abbey Road Murder Song

     (61)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    1968 - während eine neue Generation gegen alte Regeln rebelliert, wird in einem schäbigen Hinterhof die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die beiden Ermittler Breen und Tozer werden dem Fall zugeteilt. Schließlich stoßen sie auf Spuren, die zunächst aufs Musik-Business hinweisen, doch schließlich in ausgewählte Kreise der Gesellschaft führen... 

    Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung etwas allein auf weiter Flur, aber ich bin etwas verwirrt von Titel und Klappentext dieses Buches. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Krimi handelt, der tatsächlich irgendwie mit den "Beatles" zu tun hat. Wie sich schnell herausstellte, wird dieses Thema zwar kurz im Buch erwähnt, hat aber im Grunde genommen überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun, sodass ich diesbezüglich etwas enttäuscht gewesen bin. 

    Aber kommen wir zum eigentlichen Geschehen. 
    Im Mittelpunkt der Handlung steht Ermittler Breen und seine Kollegin Tozer, die zu einem Tatort gerufen werden. Der Startschuss für die Ermittlungen. Leider stellt sich hier sehr schnell heraus, dass der Handlungsaufbau und damit auch der Spannungbogen keinem wirklichen roten Faden folgt, sonder eher planlos zusammengestellt wirkt. Immer mal wieder werden neue Erkenntnisse in die Handlung eingeflochten, bei denen man als Leser aber selten erkennen kann, wie der Protagonist auf diese Spur gekommen ist. Dies zog sich durch den gesamten Krimi und hat mich daher nicht gänzlich überzeugen können. 
    Auch die Tatsache, dass ein zweiter und dritter Mordfall in die Handlung hineinspielen, aber nicht geklärt werden, hat hier etwas planloses. Diese beiden zusätzlichen Fälle, sind fehl am Platz und lenken von der eigentlichen Handlung ab. 

    Sehr positiv sind mir, im Gegensatz zum Handlungaufbau, die Protagonisten aufgefallen. Sie wirken sehr sympathisch. Besonders Breen, der durch einen Schicksalsschlag sehr aus der Bahn geworfen wurde und erst langsam wieder hin den normalen Alltag zurück findet. Seine Partnerin Tozer ist ebenfalls ein besonderer Charakter, mit eigenen, starken Wünschen und Vorstellungen, die sich als junge Polizistin in ihrem Job beweisen will. 
    Selbst die Nebencharaktere sind fein ausgearbeitet und lassen alles angenehm realistisch und rund wirken. 

    Auch der Schreibstil und die Erzählweise sind gut und leiten den Leser schnell durch die 474 Seiten. Der Autor kommt hier ohne unnötige Schörkel aus, was dem Buch teilweise einen recht nüchternen Anstrich verleiht, und streut immer mal wieder ein paar spitze Bemerkungen und humorvolle Einwürfe der Handelnden ein, sodass das Lesen zu einer angenehmen Angelegenheit wird. 

    Meine Bewertung fällt insgesamt aber recht durchschnittlich aus. Ich möchte drei Sterne vergeben. 
    Dieser Kriminalroman hat Höhen und Tiefen. Kleinere Schwächen im Handlungsaufbau werden zwar größtenteils von den gut dargestellten Hauptpersonen wett gemacht, können aber nicht völlig kaschiert werden. 
    Das Buch ist gute Unterhaltung, gehört aber in diesem Jahr nicht zu meinen Highlights. 
  18. Cover des Buches Die Hälfte der Sonne (ISBN: 9783596035489)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Die Hälfte der Sonne

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Das Original dieses preisgekrönten Romans erschien 2006 unter dem Titel „Half of a Yellow Sun“. Titelgebend scheint die Nationalflagge Biafras bzw. der Ostregion Nigerias gewesen zu sein, auf der eine aufgehende (halbe) Sonne zu sehen ist. Das Buch ist in vier Teile aufgeteilt, die abwechselnd in den frühen bzw. den späten Sechzigern spielen. Die späten Sechziger beleuchten dabei explizit die Zeit der zwei Militärputsche 1966 und des anschließenden Krieges zwischen Biafra und Nigeria. Die frühen Sechziger erzählen die Vorgeschichte dazu ab der Unabhängigkeit Nigerias 1960. Im Mittelpunkt stehen die Familien und Freunde des Mathematikprofessors Odenigbo und seiner Frau Olanna nebst der des Hausjungen Ugwu, die in Ost-Nigeria, dem kurzzeitigen Biafra, leben, darunter auch Richard Churchill, ein englischer Journalist und Schriftsteller. Richard ist nach Nigeria gekommen, um ein zunächst nicht näher umrissenes Buchprojekt zu verwirklichen. „Die Welt schwieg, als wir starben“ will er sein Buch einmal betiteln. Der Krieg jedoch verändert alles.

    Für mich war es das erste Mal, dass ich mich ausführlicher mit der Geschichte Nigerias und dem Konflikt um Biafra beschäftigt habe. Wie üblich habe ich dabei die Ereignisse zusätzlich im Internet recherchiert. Selten habe ich so viel dazugelernt. Die Heterogenität der Bevölkerung Nigerias, die unglaublich vielen verschiedenen Volksgruppen, die gemeinsam in diesem Land leben und miteinander klarkommen müssen, war mir in diesem Ausmaß nicht bekannt. 

    Manche Eigenarten der Protagonisten fand ich in ihrer Fremdheit amüsant, z.B. Ugwus Reaktion auf die Ankunft Olannas. „Als es an der Tür klingelte, murmelte er einen Fluch, ihr Bauch möge vom Kotessen anschwellen.“ (Fischer Tb, 5. Aufl. März 2021, S. 40)

    Die Schilderungen der Pogrome sind in ihrer Brutalität sehr detailgenau, das ist nichts für empfindliche Gemüter. Aber so war es nun halt auch mal und die Autorin hat sich gegen eine Verharmlosung der Geschehnisse entschieden. Das führt zu einem harten Gegensatz zwischen den geschilderten Zeitläuften. Dem zivilisierten und gehobenen Lebensstil der früher Sechziger steht die Brutalität der Kriegsereignisse, der Verlust jeglicher Sicherheit gegenüber. 

    Es gibt enorm berührende Passagen, z.B. folgende: „Sie streichelte seinen Hals, vergrub die Finger in seinem dichten Haar, und als er in sie hineinglitt, dachte sie an Arizes schwangeren Bauch und daran, wie leicht er wohl aufgeplatzt war, mit dieser straff gespannten Haut darüber. Sie fing an zu weinen.“ (ebd., S. 238)

    Schonungslos kommen auch die Passagen daher, in denen die Autorin über die ernährungsbedingten Mangelerscheinungen vor allem bei den Kindern berichtet. 

    Ich finde, man bemerkt das Bemühen Adichies, auf der einen Seite die Brutalität und den Schrecken dieses Krieges offen und wirklichkeitsgetreu darzustellen und auf der anderen Seite auch zu zeigen, dass sich in Afrika nicht nur Schreckliches und Schlechtes ereignet, sondern dass es von liebenswerten, gebildeten, nachdenklichen und sensiblen Menschen bevölkert wird. Das mag bisweilen zu bemüht erscheinen, weil man manchmal das Gefühl bekommen kann, die Autorin konnte sich nicht entscheiden, ob sie einen Familienroman über die Mittelschicht in Nigeria oder einen Antikriegsroman schreiben wollte. Aber ein guter, fesselnder Roman ist es trotzdem geworden. Vier Sterne.

  19. Cover des Buches Alles zerfällt (ISBN: 9783596905744)
    Chinua Achebe

    Alles zerfällt

     (21)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der afrikanische Autor Chinua Achebe (geb. 1930 in Nigeria) erzählt die Geschichte und den Untergang eines Stammesvolkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ablösung alter Gewohnheiten und Rituale durch britische Kolonialherren und deren christliche Mission geschieht äusserst schmerzvoll. Der Wechsel in diese neue Welt ist insbesondere für den Protagonisten des Buches nicht nachvollziehbar. Einige sehen in der Kolonisation Chancen für eine wirtschaftliche Modernisierung veralteter Strukturen, andere erachten die expansive und aggressive Besiedlung als Bedrohung ihrer Traditionen.


    Zweifellos ein grosser Schriftsteller, der sein Land und die Geschichte besser kennt, als manch anderer und darüber fundiert zu erzählen vermag.


    Die Hinweise am Schluss des Buches sind unerlässlich, um den Text zu verstehen. Das macht das Lesen etwas schwerfällig, da viel geblättert werden muss. Eingeprägt haben sich bei mir nur die wenigsten Erklärungen. Alles in allem hat mich die Thematik sowie die Umsetzung der Geschichte zu wenig interessiert, darum hielt sich meine Lesefreude in Grenzen. Zu empfehlen ist das Buch aber sicher all jenen, die sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas näher auseinandersetzen möchten.

  20. Cover des Buches Bleib bei mir (ISBN: 9783492314725)
    Ayobami Adebayo

    Bleib bei mir

     (60)
    Aktuelle Rezension von: martina400

    „Die Wahrheit kann man nicht verbergen. So wie kein Mensch mit bloßen Händen die Sonne verbergen kann, kann man auch die Wahrheit nicht verbergen.“ S. 268

    Inhalt:
    Yejide ist glücklich verheiratet und möchte nun ein Kind. Doch der Wunsch geht auch mit einer Pflicht einher. Der Druck von allen Seiten wird immer größer für Yejide und die Lösung der Schwiegermutter treibt Yejide in die Verzweiflung.

    Cover:
    Das Cover ist ansprechend. Automatisch verbindet man mit so einer farbenfrohen Gestaltung ein afrikanisches Werk. Es wirkt fröhlich und trotzdem hinterlässt der Titel einen ernsten Beigeschmack.

    Meine persönliche Meinung:
    Schon sehr bald wird deutlich, worum es in diesem Buch geht. Sehr emphatisch wird beschrieben wie groß der Druck auf das Ehepaar ist ein Kind zu zeugen. Was ich bis dato nicht wusste ist, dass es in Nigeria die Vielehe bedeutet und es ziemlich ungewöhnlich ist monogam zu leben. Schaut dabei noch dazu kein Kind heraus, muss natürlich etwas unternommen werden. Ich kann Yejide verstehen wie sehr sie sich ein Kind wünscht und alles auf sich nimmt - von Untersuchungen bis zu Wunderheilern und Zauberern. Als sie deshalb den Verstand verliert und das über Monate hinweg, spürt man fast selbst ihr Leid. Jede weiter man liest, desto mehr wird einem die gesellschaftliche Situation und die Problematik des Ehepaares bewusst. Aus Akins Sicht versteht man auch warum er so handelt und welche wohlgemeinten Hintergedanken er hat. Doch andererseits kann man nicht verstehen wie er seiner Frau in ihrem Leid zusieht und welchen Plan er ausheckt, um eine glückliche Familie zu haben. Die ganze Situation ist so verfahren und beide Seiten sind so voller Verzweiflung, Schuld und dem Festhalten an einer Hoffnung, dass man kaum für jemanden Partei ergreifen kann. Das Schicksal, das diese Familie ereilt ist tragisch. Zu sehen wie sehr die Gesellschaft die Familie zerstört, ist tragisch. Zu erleben, wie man sich nur für ein Kind verändert, ist tragisch.

    Fazit:
    Ein berührendes und aufwühlendes Buch über den gesellschaftlichen Druck und wie stark so ins Privatleben eingegriffen wird.

  21. Cover des Buches Das Glück umarmen (ISBN: 9783426519691)
    Nicole Walter

    Das Glück umarmen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: parden

    VOM LEBEN UND DER LIEBE...

    Leon lebt sein Leben nicht - er hetzt durch sein Leben. Für ihn zählt nur eines: Erfolg und Geld – und das innerhalb kürzester Zeit. Diese Geschwindigkeit wird ihm zum Verhängnis, als er sich eines Tages auf der Fahrt durchs liebliche Chiemgau mit dem Auto überschlägt. Etwa zur selben Zeit ist Johanna unterwegs auf ihrem Achtsamkeits-Spaziergang, bei dem sie sich ganz auf den Moment einlässt. Sie entdeckt den in seinem Sportwagen eingeklemmten Leon, leistet Erste Hilfe und verständigt den Notarztwagen. Ein schrecklicher Moment für Johanna – aber auch ein besonderer, denn für sie ist sofort klar: Das ist er, der Eine, den sie nie wieder loslassen darf. Johanna bringt ihn ins Haus ihrer geliebten Großmutter Marceline, um ihn dort so richtig wieder aufpäppeln zu lassen. Marceline aber ist eine ganz besondere Frau, die nur eines im Sinn hat: so viele besondere Momente wie möglich zu sammeln, bevor sie ganz im Vergessen versinkt...

    Um es gleich vorwegzunehmen: für mich ist dies kein reiner Achtsamkeitsroman, wie es der Untertitel vermuten lässt. Aber das Thema zieht sich durch die Seiten und durch das Leben der verschiedenen Charaktere, insofern ist es auch wieder nicht ganz falsch. Die Kunst, den Moment zu leben - darauf läuft letztlich doch alles hinaus...


    Jeder Tag lässt genau das in einem zurück, was man aus ihm gemacht hat.


    Natürlich klappt das mit dem Leben im Moment nicht immer und vor allem nicht sofort - und jemand, der damit nicht vertraut ist, geht zweifelsohne zunächst einmal voller Skepsis an diese Thematik heran. So z.B. der Bad-Boy Leon, der dem Leben hinterherzurennen scheint: höher, schneller, weiter, immer auf der Suche nach dem großen Kick. Drogen, Geld, Affären - alles kein Problem, Hauptsache, es bleibt alles schön oberflächlich und unverbindlich. Durch seinen Unfall wird er allerdings brutal ausgebremst. Doch im Haus von Johanna und ihrer Großmutter wähnt er sich gleich in einer ganz anderen, fremden Welt:


    'Du mit deiner naiven Puderzuckermentalität. (...) Yoga, Barfußspaziergänge, dieses Achtsamkeitsding, dieser ganze esoterische...' --- 'Jetzt sag bloß nicht Quatsch.' --- 'Okay... Aber Johanna, jetzt mal ehrlich, das alles sind dorch nur irgendwelche Haltegriffe, damit du nicht ganz so durchgeschüttelt wirst, wenn du dich durchs Leben hangelst.'


    Johanna ist klar, dass sich Leon nur aus sich heraus verändern kann - wenn er es denn will. Und dafür braucht er Zeit. Die bekommt er im Haus von Marceline, der Whiskybrennerin, der welterfahrenen und kampferprobten alten Dame, die ihr Leben in vollen Zügen genießt und versucht alles anzunehmen, was dieses ihr bietet. Nur mit ihrer zunehmenden Demenz, da kann sie sich nicht anfreunden. Wie wird es sein, wenn das große Nichts da ist? Doch Marceline wäre nicht die, die sie ist, wenn sie bis dahin nicht jede Sekunde einfach nur lebt.

    Johanna hat vieles von Marceline gelernt und hadert dadurch mittlerweile deutlich weniger mit ihrem eigenen Schicksal als noch vor einigen Monaten. Dennoch weiß sie, dass sie an ihrem Lebenspäckchen noch zu knabbern haben wird. Doch ihre Großmutter erdet sie immer wieder, und der kleine nigerianische Junge Kio, der ganz allein aus seinem Land geflohen und dessen Rücken voller hässlicher Narben ist, braucht sie ebenso wie Marceline. Denn das Leben in Deutschland ist nicht immer leicht - abgesehen von der drohenden Abschiebung wird Kio nicht von allen mit offenen Armen empfangen...

    Vier Schicksale, die hier aufeinandertreffen, vier sehr unterschiedliche Charaktere, die ihren Weg im Leben suchen, die füreinander da sind - und manchmal eben auch nicht. Liebe, Verlust, Trauer, Wut, Fremdenhass, Flüchtlingsproblematik, der Sinn des Lebens, Vertrauen, Verrat, Demenz und Herzlosigkeit - und noch einige andere Themen mehr finden Platz in diesem Roman, der dennoch nicht überladen wirkt. Achtsamkeit ist dabei ein verbindendes Element, das auf mich nur zu Beginn des Romans konstruiert und aufgepfropft wirkte, später aber zur zunehmenden Entwicklung der Charaktere passte.


    Und wer bestimmt, was Illusion ist und was nicht? Wie wir leben möchten, das bestimmen doch wir. Die meisten von uns wissen es nur nicht.


    Ein nach einem für mich etwas holperigen und bemühten Einstieg in die Erzählung doch angenehm zu lesender Roman, dessen Charaktere trotz aller Präsentation ihrer Gedanken und Gefühle doch etwas distanziert blieben. Nichtsdestotrotz auch ein möglicher Anstoß für das eigene Leben. 3,5 Sterne, die ich gerne aufrunde...


    © Parden

  22. Cover des Buches Sterbende Seelen (ISBN: 9783404183258)
    Leo Born

    Sterbende Seelen

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Legra

    Es ist der sechste Teil der Reihe ‚Ein Fall für Mara Billinsky‘ er lässt sich aber auch wunderbar unabhängig von den anderen Teilen lesen. Das Buch hat mich von Seite eins an sehr gefesselt. Ich habe die gesamte Zeit über mit gerätselt und bin nie so wirklich dahinter gekommen. Mara entwickelt sich toll und ich möchte sie als Protagonistin nicht mehr missen. Man baut eine wundervolle Bindung zu ihr auf. Auch hier hat sie sich super geschlagen und das wichtige, aber auch ernste Thema wurde toll umgesetzt.

  23. Cover des Buches Eines Menschen Herz (ISBN: 9783833305085)
    William Boyd

    Eines Menschen Herz

     (33)
    Aktuelle Rezension von: haberland86
    William Boyd ist ein meisterhafter Erzähler, was auch in "Eines Menschen Herz" von der ersten bis zur letzten Seite deutlich wird.

    Dennoch war ich von der Geschichte, die das Leben des Schriftstellers Logan Gonzago Mountstuart in Tagebucheinträgen umreißt, ein wenig enttäuscht.
    Denn wie die Tagebücher der meisten Menschen, enthalten auch die seinen hauptsächlich Banalitäten. Viele davon fügen sich zwar im Laufe der 670 Seiten stimmig und verblüffend zusammen, doch die wirklich spannenden Passagen - die es durchaus gibt - beschränken sich auf vielleicht 200 Seiten; was mir im Ganzen betrachtet jedoch zu wenig war.

    Zugegeben - bislang habe ich nur ein weiteres Buch des Schriftstellers gelesen. Von "Ruhelos" war ich aber so begeistert, dass die Erwartungen an dieses Buch vielleicht von vorneherein ein wenig zu hoch gesteckt waren.
  24. Cover des Buches Aller Anfang ist Apulien (ISBN: 9783462044973)
    Kirsten Wulf

    Aller Anfang ist Apulien

     (55)
    Aktuelle Rezension von: black_snapper
    Mir wurde eine Liebesgeschichte versprochen. Ich habe schöne kitschige herzerfüllende Belletristik erwartet. Stattdessen wird diese Liebesgeschichte mit Geschichten zum Menschenhandel und Schutzgelderpressung gespickt. Och nee. Entweder oder, aber nicht beides, bitte. Die Biografie der Autorin gibt doch Stoff für 3 Bücher her. Warum hat sie also alles in eins gepackt? Dennoch 4 Sterne, weil es sich gut liest.

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