Bücher mit dem Tag "napoleon"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "napoleon" gekennzeichnet haben.

373 Bücher

  1. Cover des Buches Die Festung am Rhein (ISBN: 9783404175192)
    Maria W. Peter

    Die Festung am Rhein

     (170)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Der Schreibstil ist gut. Was mir über das ganze Buch hinweg aber etwas schwer gefallen ist war das "Platt" der Leute zu lesen / zu verstehen. Franziska ist eine sympathische Person, die mich direkt mitgerissen hat. Sie ist mutig und klug und scheut sich auch nicht, dies zum Ausdruck zu bringen. Aber auch Rudolph hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Ich musste öfter schmunzeln als er - die Korrektheit in Person - immer etwas weichherziger wurde. Und das Necken der beiden - mal erst mal nicht - war amüsant zu erlesen. 

    Man spürt seine Liebe zu seiner Arbeit. Aber auch Franziska ist sehr engagiert dabei, die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. 

    Das Buch war durchgehend spannend und die Atmosphäre der Vergangenheit recht gut vermittelt. 

    Die Rückblenden in die Vergangenheit waren gut, hätte für mich aber auch kompakter ausfallen können.

    Mit dem Ende war ich sehr zufrieden! Insgesamt gibt es gute 4 Sterne von mir für dieses Buch.

  2. Cover des Buches Teo (ISBN: 9783423280518)
    Lorenza Gentile

    Teo

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Literaturcocktail

    Das Debüt von Lorenza Gentile habe ich vor längerer Zeit gelesen und habe es in guter Erinnerung.

    Teo ist ein neugieriger Junge, der nach Antworten sucht. Viele kleine Weisheiten verstecken sich unter den 200 Seiten.

    Das Ende berührt und überrascht. 

  3. Cover des Buches 1813 - Kriegsfeuer (ISBN: 9783426505830)
    Sabine Ebert

    1813 - Kriegsfeuer

     (105)
    Aktuelle Rezension von: BeBiMaRh

    Vor Jahren waren wir in Leipzig mit seinem Völkerschlachtdenkmal. Den Begriff Völkerschlacht kannte ich noch aus dem Geschichtsunterricht. Aber der pompöse Bau aus dem Kaiserreich hat mich nicht wirklich interessiert gemacht.

    Dann stieß ich auf das Buch von Sabine Ebert. Der Umfang konnte mich nicht abschrecken. Auch 900 Seiten lassen sich bequem im eReader tragen.;)

    Die Geschichte der Völkerschlacht mit dem persönlichen Schicksal der Henriette Gerlach zu verknüpfen, ist gelungen. Mit zunehmendem Fortschrit im Buch wurden mir die Zusammenhänge immer klarer. Normalerweise kennt man diese Ereignisse nur als nüchterne Zahlen. Aber hier wird die Zeit wieder lebendig.

    Viele Aspekte der damaligen Zeit ( Pressezensur, Feudalismus, Kriegsführung von Armeen und Partisanen, ... ) sind historisch fundiert beschrieben und auch in einem umfangreichen Anhang dokumentiert.

    Die Tatsache, daß der Roman eindeutig eine Frau in den Mittelpunkt stellt, erhöht noch das Interesse. Kennen wir doch sonst eigentlich nur die männlichen Akteure: Napoleon, Zar Alexander, Metternich, preussische Adlige und Militärs, ...

    Der Roman wird übrigens in guter Ebertscher Manier fortgesetzt: '1815 - Blutfrieden' ( die Zeit zwischen Völkerschlacht und Waterloo ) und nun (bald) neu 'Die zerbrochene Feder' ( die Zeit der Restauration im 19. Jahrhundert).

    Ich habe das Buch jedenfalls geradezu verschlugen, obwohl ich weder stark historisch interessiert bin, noch regelmässig weibliche Biographien lese.

    Sabine Ebert bleibt Ihrem Ansatz treu, Geschichte orientiert an menschlichen ( weiblichen ) Schicksalen zu erzählen ohne zu sehr von den Fakten abzuweichen oder zu romantisch zu werden. Damit steht '1813' in einer Reihe mit den Hebamme-Romanen und der späteren Mittelalter-Reihe.


  4. Cover des Buches Die Feuerreiter Seiner Majestät 01 (ISBN: 9783442244430)
    Naomi Novik

    Die Feuerreiter Seiner Majestät 01

     (364)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Drachen sind faszinierende Wesen. Diese großen Echsen, die fliegen können, werden überall auf der Welt in verschiedenen Formen und Funktionen dargestellt. Seinen Ursprung hat er in den Mythen der Antike. Ebenso tauchen sie in zahlreichen Erzählungen auf, Angefangen bei den Nibelungensagen bis hin zu neueren Büchern wie "Eragon" oder die "Die Drachenreiter von Pern". Die unterschiedlichsten Autoren haben sich mit Drachen auseinandergesetzt und dabei ein buntes Bild um die fliegenden Echsen gestaltet. Zu diesem Kreis gesellt sich nun auch die Schriftstellerin Naomi Novik.

    Die Autorin ist Amerikanerin, ihre Eltern jedoch stammen aus Litauen und Polen. Frau Novik studierte englische Literatur und erlangte den Master in Computer-Wissenschaften. Ehe sie sich aufs Schreiben konzentrierte, wirkte sie beim Design und der Entwicklung des Computerspiels "Neverwinter Nights: Shadows of Undrentide" mit. "Drachenbrut" ist ihr Erstlingswerk und gleichzeitig auch der Auftakt zu der Roman-Serie "Die Feuerreiter ihrer Majestät".

    "Drachenbrut" ist der erste, von bisher neun Büchern der Temeraire-Serie. Die Handlung spielt zur Zeit der napoleonischen Kriege (1800–1814). Dabei wird ein wenig Bezug auf die historischen Geschehnisse rund um Kaiser Napoleon und Admiral Lord Nelson genommen. In dieser, von unserer realen Vergangenheit abgewandelten Welt kommen neben Schiffen und Armee zu Lande auch Drachen in den Kämpfen zum Einsatz. 

    Naomi Novik windet die Zeit der napoleonischen Kriege geschickt um ihre Drachen, die in jedem Land Europas gezüchtet und im Kampf eingesetzt werden. Schon nach wenigen Seiten entwickelt sich daraus eine interessante Erzählung, da die Autorin es versteht, die Drachen in die damaligen Geschehnisse, ihre Gesellschaft und die vorherrschenden Konventionen zu integrieren. 

    Aus unterschiedlichen Drachenarten bildet sie eine Luftstreitmacht innerhalb der verfeindeten Parteien, mit ihren eigenen Regeln und Kampftaktiken. Die Kampfszenen sind ausführlich und ordentlich beschrieben. Hervorragend wird dargestellt, wie die unterschiedlichen Drachen ihre Kräfte einsetzen.

    Es gibt Dutzende verschiedener Rassen, die sich in Größe und Fertigkeiten unterscheiden und dementsprechend in den Luftkorps der verschiedenen Nationen als Späher, Boten, Jäger oder Bomber eingesetzt werden. Es kommt nicht nur auf Schnelligkeit, Kraft und Wendigkeit an. Einige der Drachen verfügen über eine besondere Fähigkeit, die im Kampf von enormer Bedeutung ist. Einige von ihnen können Feuer speien, andere Säure, wieder andere keines von beiden, sind dafür vielleicht größer – oder kleiner -, geschickter oder verfügen über mehr Kampfkraft und tragen so nicht unerheblich zum Kampfgeschehen bei. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie können sprechen, verfügen über einen eigenen Willen, sind intelligent und ihrer Bezugsperson treu ergeben.  

    Interessant ist, wie Novik die Drachen in ihre Welt einbettet. Sie sind ein wichtiger Teil des militärischen Apparates. Zu Zeiten, in denen der Krieg sich immer auf festem Boden oder auf dem Wasser abspielt, markieren die Drachen so etwas wie den Einstieg in den Luftkampf. Und der sieht gar nicht so fantastisch und romantisch aus, wie wir uns das bei dem Gedanken an Drachen vorstellen mögen. Jeder Kampfdrache verfügt über eine feste Besatzung von mehreren Personen, die Geschosse abfeuert, feindliche Drachen entert oder über Signalflaggen mit den Besatzungen anderer Drachen kommuniziert. Dazu kommt eine persönliche Bodenmannschaft, die für die Pflege der Ausrüstung und das Wohlergehen der Drachen verantwortlich ist.

    Das Drachen-Korps ist eine durchdachte militärische Institution mit seinen eigenen Riten und Rängen. Vieles, was die Autorin in ihrem Roman beschreibt, lässt ein gutes Maß an Recherche und Konzeption erkennen. Die Drachen, die Rahmenbedingungen, die Strukturen dieser Welt, alles wirkt stimmig und damit auch die Handlung.

    Naomi Novik vermag es meisterlich, dies alles zum Leben zu erwecken. Schnell entsteht vor einem das Bild eines gigantischen Drachen, der durch die Luft fliegt, während seine Crew sich an einer Art Geschirr befestigt an ihm langhangelt und ihren Aufgaben nachgeht. Kein Wunder, dass sich Peter Jackson bereits jetzt die Filmrechte gesichert hat.

    Das Besondere an dieser Reihe ist der historische Hintergrund, vor dem die Autorin die Erzählung spielen lässt. Auch wenn die Fakten nicht immer korrekt wiedergegeben werden, ist es der Autorin gelungen, die Atmosphäre dieser Zeit authentisch in die Handlung einzubetten.

    Amüsant fand ich, wie die Siege in den großen Schlachten der Geschichte den Drachen zugeschrieben werden. Sei es der englische Sieg über die Armada oder der Japaner gegen die Mongolen, wobei der legendäre Kamikaze (Götterwind) eine besondere Fähigkeit der ostasiatischen Drachen sei.

    "Drachenbrut" liest sich fast wie ein historischer Roman, denn abgesehen von Drachen sind keinerlei Fantasy-Elemente enthalten. Die Aktionen der Feuerreiter erinnern ein wenig an Abenteuer aus den Anfangstagen der Kampfflieger. Ebenso wie diese Heldengeschichten, lässt auch "Drachenbrut" eine kritische Darstellung über die Schrecken des Krieges vermissen, Tod und Trauer treten bestenfalls am Rande in Erscheinung. Das Kriegsgeschehen wird ziemlich unreflektiert dargestellt, selbst der Tod eines Zehnjährigen wird ziemlich nüchtern erzählt. Auch muss hingenommen werden, dass die Franzosen die Bösen sind.

    Die Erzählung verfügt über eine sehr lineare Handlung, die wenig zu überraschen vermag, sich trotzdem gut liest. Naomi Novik schreibt in einer leicht distanzierten dritten Person. Manchmal bricht auch der allwissende Erzähler durch. Der Schreibstil ist nicht der anspruchsvollste, aber das muss er ja nicht immer sein. Ein Buch darf einfach einen auch einmal nur die Zeit vertreiben.

    In dieser historischen Parallelwelt zur Zeit der Napoleonischen Kriege lernen wir auf den ersten Seiten Kapitän Will Laurence kennen. Die Handlung beginnt damit, dass die Reliant, ein englisches Kriegsschiff unter Kapitän Will Laurence, eine französische Fregatte erobert. In dessen Laderaum machen die engländer eine überraschende Entdeckung: ein Drachenei, das kurz vor dem Schlüpfen steht. Die patriotische Pflicht verlangt es, den Drachen für die britische Luftstreitmacht nutzbar zu machen. So muss sich schnell jemand finden, der sich des Wesens annehmen wird. Durch das Los wird ein Mann für die Aufgabe bestimmt.

    Ein Mensch kann einen neugeborenen Drachen zähmen, indem er ihm sein Geschirr anlegt und gleichzeitig sein Vertrauen erwirbt. Von diesem Zeitpunkt an ist er untrennbar mit dem Drachen verbunden. Dieser Mann muss sein bisheriges Leben aufgeben und dem Chor der Drachenreiter beitreten. Als Flieger steht dieser Mann somit lebenslang im Dienst seiner Majestät, das sich von einem „normalen“ Leben grundlegend unterscheidet. Denn der Drache wird zu seinem Lebensmittelpunkt. Eine Familiengründung erscheint somit fast unmöglich. Welche Frau möchte schon freiwillig, weit weg von jedem gesellschaftlichen Leben, in größter Abgeschiedenheit ihr Leben fristen.

    So ist Kapitän Will Laurence erleichtert, als das Los auf einen jungen Offizier fällt. Denn Will ist leidenschaftlicher Marineoffizier, im Grunde bereits verlobt und kann sich ein Leben mit Drachen nicht einmal in seinen schlimmsten Alpträumen vorstellen.

    Als nach kurzer Zeit aus dem Ei ein wunderschöner schwarzer Drache schlüpft, wählt dieser jedoch seine Bezugsperson selbst. Er entscheidet sich, zu dessen Entsetzen, für den völlig unvorbereiteten und überforderten Will Laurence als seinen menschlichen Partner

    Will kommt seiner Pflicht nach, legt dem Drachen das Geschirr an und gibt ihm den Namen „Temeraire“, nach einem Schiff aus der Schlacht von Trafalgar. Von da an ändert sich sein Leben schlagartig. Will muss sich für immer von seiner Karriere in der Marine und seiner Verlobten verabschieden. Nur den Kapitänsrang kann er behalten.

    Will Laurence, der sich zu Anfang nur aus Pflichtgefühl um den Drachen kümmert, entwickelt recht bald eine tiefe Zuneigung zu Temeraire. Dieser erweist sich als intelligentes und liebenswertes Wesen, dass genauso höflich auftritt, wie der Marineoffizier selbst. Zwischen ihnen entwickelt sich eine tiefe Freundschaft.

    Ein gemeinsames Training in Schottland bereitet Drache und Reiter auf ihren Einsatz gegen die Franzosen vor. Bald kommt es zur ersten Luftschlacht, in der Will und Temeraire Mut, Geschick und unbedingte Loyalität zueinander und zum Chor der Drachenreiter beweisen müssen.

    Zunächst gilt es für Will Laurence und Temeraire jedoch, sich in die fremde Welt und die merkwürdigen Sitten des britischen Luftkorps einzufinden, die noch die eine oder andere Überraschung für den Gentleman Laurence bieten.

    Typisch für die Zeit, in der die Handlung spielt, stehen Etikette und ein bestimmter militärischer Verhaltenskodex im Zentrum. Auch Laurence muss sich trotz militärischer Erfahrung erst eingewöhnen und findet unter den Fliegern nicht gleich die Akzeptanz, die er sich später hart erarbeitet. Viele, die auf dem schottischen Stützpunkt arbeiten, warten seit Jahren darauf, Kapitän eines eigenen Drachen werden zu dürfen. Dass Laurence als Außenstehender einfach mit einem eigenen, noch dazu äußerst seltenen und wertvollen Drachen daher spaziert und ohne Vorkenntnisse seinen Dienst als Kapitän antritt, schürt jede Menge Neid und Missgunst. Bedauerlicherweise erwähnt die Autorin dies nur, ohne den daraus resultierenden Konflikt stimmig in die Handlung einzubauen.

    Im ersten Moment war ich etwas irritiert, ob der etwas steifen Förmlichkeit der Hauptprotagonisten. Diese passte jedoch perfekt zu dem britischen Marineoffizier. Sehr stimmig fand ich auch wie das Ehrkonzept und das Verständnis von Pflicht und Disziplin durchgehalten wird, ganz besonders bei Kapitän Will Laurence, dem menschlichen Protagonisten der Handlung.

    Unterm Strich ist der Start der "Die Feuerreiter seiner Majestät"-Serie ein gelungenes Abenteuer mit faszinierenden Figuren. Liebevoll gestaltete Charaktere, viel Fantasie und eine durchaus glaubhafte Eingliederung der Drachen in die tatsächliche Geschichte machen diese Serie zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis.

    Trotz der Drachen, um die sich alles dreht, ist das Buch kein Roman nur über Drachen.

    Es ist ein sehr schönes Werk, das sich mit Themen wie Freundschaft, Prinzipien, Pflichterfüllung und Disziplin beschäftigt.

    Es ist ein Erzählung, in der das Leben eines Seefahrers beschrieben wird, der unerwartet zum Drachenreiter mutiert.

    Die Hauptfigur William Laurence ist als Hauptprotagonist ein wenig blass geblieben. Er ist ein gestandener kriegserfahrener Mann und kein süßer Junge, was ihn von ähnlichen Geschichten abhebt. Kapitän Laurence reicht bei weitem nicht an die „Klasse“ seines Drachens heran; er dient schon länger in der Marine, hat Kriegserfahrung und ist mit allen gesellschaftlichen Konventionen vertraut. Das unkonventionelle Fragenstellen, das einem Temeraire so lieb macht, fehlt ihm, aber er ist eine durch und durch realistische Figur, ehrbewusst, gelegentlich aufbrausend und ein pflichtbewusster Soldat.

    Die Hauptfigur - Kapitän William Laurence, wird als britischer Gentleman beschrieben, wie er im Buche steht. Jahrelang bei der Navy gedient, stets mit guten Manieren, fair und gerecht, aber unerbittlich, wenn es hart auf hart kommt, und vor allem unendlich loyal zu Krone und Vaterland. 

    So einem Vorzeigeoffizier kommt die monumentale Veränderung seines Lebens in Form des Drachen Temeraire überhaupt nicht recht. Umso mehr Spaß macht es, Will Laurence beim allmählichen Auftauen und der Entwicklung tiefster Emotionen für seinen Drachen zu beobachten.

    Will hat anfangs Probleme mit der freieren Art der Flieger. Seine Erziehung und der gewohnte förmliche Umgang unter Marineoffizieren stehen ihm im Weg. Dazu ist er entsetzt, Frauen inmitten des Kampfgeschehens vorzufinden. Wills Vater, der es als Lord partout nicht haben kann, dass sein Sohn bei den gesellschaftlich abseitsstehenden Fliegern anfängt, ist nur ein weiteres Beispiel, wie Naomi Novik die damaligen Begriffe von Ehre und die vorherrschenden, sozialen Konventionen in ihr Buch einfließen lässt und sich gleichzeitig in der Person von Will Laurence, der mit diesen gesellschaftlichen Verhaltensnormen aufgewachsen ist, damit auseinandersetzt.

    Durch seine Augen erleben wir die Geschichte mit. Und gemeinsam mit ihm entdecken wir die fremde Welt der Feuerreiter. Einige Dinge sind ihm fremd und widersprechen seinem Sinn für Ordnung. Andere wiederum sind überraschend, doch kann er sich damit anfreunden. So passt er sich den neuen Verhältnissen größtenteils an, doch versucht er auch einige Elemente aus seinem alten Leben hinüberzuretten. Dazu gehört auch, dass seine Kadetten eine ordentliche Bildung verdienen, egal welcher Herkunft sie sind.

    Kapitän Will Laurence ist die Art von Figuren, der auftauchen, allen neue Sichtweisen zeigen, einfach, indem sie sich nicht an Regeln halten und offen an Dinge herangehen, dass alle ihnen plötzlich folgen. Trotz anfänglichen Problemen zeigt er am Ende allen wie großartig er ist, ohne dabei ernsthaft in Schwierigkeiten zu geraten. Für mein Dafürhalten war er einfach zu platt, zu perfekt. Er hatte zu wenig Ecken und Kanten. Er war schlichtweg langweilig.

    Während Naomi Novik zwar Konflikte aufbaut und präsentiert, sind sie alle viel zu schnell und einfach überwunden. Beziehungsprobleme, die Aufgabe des Lebens zur See, Verletzungen, Misshandlungen, Meinungsverschiedenheiten, Kämpfe – alles bahnt sich bedrohlich an und ist dann mit einem Satz ausgesprochen und vorbei. 

    Niemals gerät Will Laurence in echte Schwierigkeiten oder Gewissensnöte. Kein Feind erscheint auf der Bildfläche, niemand der ihm im Weg steht oder ihm das Leben schwer macht.

    Kapitän Laurence wird, am Anfang gegen seinen Willen zum Drachenreiter, wird aus seiner gewohnten Umgebung, sein geliebtes Schiff, hinausgerissen, findet neue Freunde und Feinde und wird ungewollt in Intrigen hineingezogen. Dies alles wird erwähnt, doch nichts davon wird ausgelebt. 

    Dabei hätte die Geschichte einiges an Konfliktpotential besessen. Nur schon die Gegensätze von Marine und Luftwaffe bietet da einiges. Ein echter Gegner in der eigenen Reihe. Angedeutet war bereits der Neid, dass ein Außenseiter den besten Drachen erhält. Daraus hätte die Autorin mehr machen sollen. Auch der Konflikt mit der Vernachlässigung von Levita durch ihren Drachenreiter müsste mehr bieten als bloße Akzeptanz und einem schmerzlichen Ende.

    Zu kritisieren ist der Umstand, dass selbst seine besten Freunde Will mit seinem Nachnamen titulieren, so dass der Leser spätestens ab Mitte des Buches stillschweigend annimmt, dessen Vorname sei Laurence.

    Erfreulich ist hingegen Temeraire. Der leicht philosophisch angehauchte Drache ist wissbegierig und intelligent, aber auch eigenwillig, und hält den ruhigen und höflichen Will Laurence ganz schön auf Trab. Der Drache ist, abgesehen von seinen Tischmanieren, ebenfalls sehr englisch, höflich, zurückhaltend und dennoch offener, als sein Captain es wahrscheinlich jemals hoffen könnte zu sein. 

    Die Figur des Temeraire ist eigentlich die interessanteste des gesamten Romans. Er ist ein seltener Himmelsdrache, der eigentlich nur für die höchsten Herrscher bestimmt ist. Ursprünglich war er ein Geschenk des chinesischen Kaisers an Napoleon Bonaparte.

    Bereits früh wird klar, dass er sich von seinen Artgenossen durch seine Intelligenz unterscheidet. Wo die meisten ungefähr so klug sind wie ein Hund, ist sein geistiger Horizont wesentlich breiter. So interessiert er sich brennend für seine Umgebung und lässt sich gerne aus Büchern über die Mathematik vorlesen. Schon recht früh wird klar, dass er zwar ein gefügsamer Drache ist, doch bestimmte Dinge wie blinder Gehorsam nicht versteht. Es ist diese Diskrepanz zwischen seiner Naivität und seiner Intelligenz, die die Figur so liebenswert macht. Dies, und die Tatsache, dass er seinen eigenen Kopf hat.

    Tremeraire ist ein rebellischer dickköpfiger Drache, dem die Freundschaft zu Will Laurence alles bedeutet. Ich muss zugeben, dass ich den mitternachtsschwarzen Temeraire bereits bei seinen ersten Worten, ins Herz geschlossen habe. Eitel, übermäßig um „seine“ Mannschaft besorgt - besonders natürlich um Laurence - intelligent, quengelig, gelegentlich aufsässig, offen, ehrlich, in den Naturwissenschaften besser bewandert als sein Kapitän Laurence. 

    Temeraire ist einfach herzerfrischend. Allein er macht das Buch zu einem unglaublich guten Roman.

    Gemeinsam mit den anderen Drachenfiguren wie Maximus, Lily, Volatilus oder Levitas bilden die Drachen dieses Buches eine unheimlich kontrastreiche und abwechslungsreiche Truppe, die der Leser schnell liebgewinnt.

    Unterstützt werden die Protagonisten von einigen Nebenfiguren, die allesamt gelungen sind: Der ruppige Berkley, die offene Jane Roland, der oberflächliche Rankin, der seinen Drachen vernachlässigt... Die Liste könnte noch beliebig erweitert werden.

    Leider kommen die Nebenfiguren etwas zu kurz. Sie besaßen keine Tiefe, wirkten irgendwie nur am Rande mit. Dabei wären einige von ihnen auffallend interessant gewesen. Sie hätten nur richtig ins Licht gerückt werden müssen.

    In der Erzählung geschieht auf jeder Seite etwas. Handelt es sich um (See-)Schlachten, Rettungsaktionen für einen verletzten Drachen oder Verrat.  Bedauerlicherweise kam dies zu distanziert herüber. Störend war auch die Angewohnheit der Autorin, den Leser gleich „mitten in das Geschehen hineinzuschmeißen“. Fliegen Laurence und Temeraire gegen Ende eines Kapitels zu einem Patrouillenflug los, sind sie Anfang des nächsten Kapitels bereits in ein Scharmützel verwickelt, ohne dass ich überhaupt kapiert habe, woher die Feinde denn kamen und wo sich Temeraire und seine Formation befanden. Aufgelöst wurde dieses „Rätsel“ dann erst Seiten später in einem Dialog.

    Für die eigentliche Handlung nimmt sich die Autorin Zeit, und das ist auch gut so. So steht die beginnende tiefe Freundschaft zwischen Temeraire und Will Laurence im Vordergrund der Handlung. Zwischen den beiden entwickelt sich eine faszinierende Beziehung, bei der man sich nie sicher ist, ob es sich um eine tiefe Freundschaft, ein Vater-Sohn-Verhältnis - bei dem nicht ganz klar ist, wer Vater und wer Sohn ist - oder gar um eine romantische Beziehung handelt, weil die meisten der Emotionen hinter Schichten und Schichten von Gentleman-Fassade verborgen bleiben. Nichtsdestotrotz schafft es Naomi Novik, den Leser spüren zu lassen, dass ihre Figuren tiefe Gefühle füreinander haben. Umso schöner ist es, wenn diese dann einmal offen zur Schau gestellt werden.

    Action gibt es da nur wenig. Die Handlung ist vor allem auf die Öffnung der dargestellten Welt und der Charaktere für den Leser konzentriert. Das ist erfreulich und begrüßenswert. Nicht umsonst scheitern etliche Fantasygeschichten mit dem Versuch, den Leser mit haufenweisen Kämpfen, Schlachten und sonstigen Eskapaden möglichst rasch zu unterhalten. Dennoch hätte ich mir einen graduellen Spannungsaufbau oder eine immanente Bedrohung am Horizont gewünscht. Da dies fehlt steuert die Geschichte, so gut sie sich auch lesen lässt, eher ziellos voran. Der letztendliche Showdown kommt dadurch viel zu schnell und ist noch viel schneller wieder vorbei. Die Erzählung endet schon fast mit einer Art Filmriss und spielt die Beziehungen, die der Leser zu den unterschiedlichen Charakteren aufgebaut hat, nicht voll aus.

    Auch wenn wir uns wünschen, Naomi Novik würde bereits früher an der Spannungsschraube drehen, liest sich der Roman dennoch flott, so dass keinerlei Langeweile aufkommt. Die Autorin entwickelt ihre Erzählung auf ganz eigenständige Art und schafft damit einen Roman, der sich gegenüber anderen Fantasygeschichten abgrenzt und individuell definiert,

    Worüber ich mich wirklich gefreut habe, waren die Drachen. Ihre Charaktere waren liebevoll gestaltet, so dass ich richtig mit ihnen mitfiebern konnte. Die vielen Arten und ihre jeweiligen Eigenschaften waren interessant, genauso wie der Aufbau der Truppen. Das ganze Pflegepersonal der Drachen, ihre Besatzung und all das Drumherum.

    Störend war ein grober Fehler der Autorin oder der Übersetzerin, in der während einer ganzen Passage die Namen zweier Drachen vertauscht wurden. Um die Seite 238 muss es einige Male 'Victoriatus' anstelle von 'Volatilus' heißen. Einen aufmerksamen Leser dürfte dies allerdings nicht in allzu große Verwirrung stürzen. Und den Unaufmerksamen wird es kaum auffallen.

    Abgerundet wird "Drachenbrut" durch einen fiktiven Auszug eines zeitgenössischen Buches, indem sich über die verschiedenen Rassen ausgelassen wird. Zur Handlung trägt dies zwar nicht bei, liefert aber dafür interessante Fakten und Informationen.

  5. Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden

     (476)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    In diesem historischen Rahmen, der geprägt ist durch die Napoleonischen Kriege und den Russlandfeldzug Bonapartes, lässt er eine Vielzahl von Personen agieren. Im Mittelpunkt seiner Erzählung stehen die Familien Rostow, Besuchow und Bolkonski, deren Leben Schnittpunkte bei mehreren Generationen aufweist. In verschiedenen Handlungssträngen wird der Leser mit dem Leben und den Lebensumständen dieser Familien sowie mit ihren Ansichten zum Krieg und zu weltanschaulichen Themen vertraut gemacht. So hat Tolstoi nicht nur ein monumentales Epos sondern auch ein Sittenbild dieser Zeit geschaffen.

  6. Cover des Buches Jonathan Strange & Mr. Norrell (ISBN: 9783827005229)
    Susanna Clarke

    Jonathan Strange & Mr. Norrell

     (201)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Ausnahmsweise würde ich sagen: Vergleiche mit Tolkien sind hier nicht völlig aus der Luft gegriffen. Meistens beziehen sie sich ja nur darauf, dass ein Autor einen irgendwie episch angehauchten Roman von beträchtlicher Länge abgeliefert hat. Clarkes Buch ist zwar lang, allerdings eher ein Gesellschaftsroman der Fantasy als ein Epos. Tolkien wollte mit seinem Werk eine "Mythologie für England" schaffen, Susanna Clarke schreibt die englische Geschichte neu- stilsicher, faktenkundig, erfinderisch und mit britischem Understatement. Dass der entstandene Roman manchen Fantasyfan enttäuscht, ist nicht verwunderlich. Genauso wenig muss man sich wundern, dass er viele Leser begeistert hat. Müsste ich das Buch mit einem Wort beschreiben, würde ich vermutlich "originell" wählen. (Und dieser Begriff drängt sich in der Fantasyliteratur leider nicht allzu oft auf.)

    Ich vergebe fünf Sterne, obwohl das Buch ein paar Schwächen hat. Zum Beispiel dauert es am Anfang lange, bis man mit den Hauptpersonen warm wird. Kein Wunder, schließlich handelt es sich um einen grantigen Alten und einen arroganten reichen Schnösel. Trotzdem hat man sie am Ende des Romans ins Herz geschlossen. In ihrem zurückhaltenden Stil beschreibt Clarke die absurdesten Ereignisse, verliert dabei aber den historischen Rahmen des Krieges gegen Napoleon nie aus den Augen. Ihre Kommentare zur Politik sind dabei oft nicht weniger treffend und amüsant als die zur Zauberei, ihrem "Spezialgebiet". Und auch ein paar historische Persönlichkeiten bekommen ihr Fett weg. Angenehm ist vor allem auch, dass Clarke auf die in der Fantasy so häufige schwarz/weiß-Zeichnung der Figuren verzichtet, allen Stärken und Schwächen zugesteht, und uns sogar mit einem kitschigen Happy End verschont.

    Wer sehen möchte, wie britische Gentlemen sich gegen perfide Elfen und dunkle Zauber schlagen, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Wer das albern findet und eher auf epische Helden mit blutrünstigen Feinden steht, sollte lieber die Finger davon lassen. 

    Schlußbemerkung: Bei aller Liebe zu dem Buch, muß ich dennoch sagen Tolkien ist besser!

  7. Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783257057140)
    George Orwell

    Farm der Tiere

     (757)
    Aktuelle Rezension von: JohnnyZombie

    Nachdem die Tiere der Herren-Farm den ausbeuterischen Farmer Mr. Jones gemeinsam vertrieben haben, beginnen schnell die Schweine, die Führung zu übernehmen und bald herrschen die gleichen Zustände wie vor der Übernahme.

    „Farm der Tiere“ ist eine Fabel, die den Aufstieg und Untergang der Sowjetunion beschreibt und an dem Beispiel einer englischen Farm aufzeigt, wie autoritär geleitete Revolutionen zu Diktaturen führen können, wenn deren Anführer:innen korrupt sind oder werden und der schleichende Prozess nicht erkannt und aufgehalten wird.

    Besonders perfide Elemente wie die Veränderung der sieben Prinzipien der Tiere durch die Schweine, die später behaupten, dass sie schon immer diesen Wortlaut hatten, und die Erschaffung eines Feindbildes, auf das alles Übel geschoben wird, fügen sich perfekt in diese Fabel ein.

    Sowieso schafft es Orwell, das Farm-Setting komplett auszureizen und die der echten Welt entstammten Vorgänge in einfach zu verstehende Metaphern zu kleiden. Definitiv ein Klassiker, den zu lesen sich lohnt!

  8. Cover des Buches Die Affäre Carambol (ISBN: 9783608503548)
    Stefan Lehnberg

    Die Affäre Carambol

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Frankfurt zur Zeit der Vorherrschaft Napoleons über Europa. Goethe besucht mit seinem Freund Schiller seine Mutter. Am Tag der Abreise werden sie zu einem Gespräch beim Fürsten Thurn und Taxis gebeten. Dort informieren sie zwei Stadträte über rätselhafte Vorgänge in und um Frankfurt, die alle befürchten lassen, dass es zu einer erneuten Besetzung Frankfurts durch die  Franzosen kommen könnte. Goethe schlägt vor, den Gesandten Frankreichs offen zu informieren, doch zu dem anberaumten Gespräch kommt es nicht mehr, denn der Gesandte und sein Gesinde werden ermordet, sein Schloss abgebrannt. Wer ist der mächtige und scheinbar allwissende Gegner? Goethe und Schiller beschließen, vorerst in Frankfurt zu bleiben und den ungleichen Kampf aufzunehmen. Beide geraten mehrfach in Lebensgefahr, können eine wahrhaft gigantische Intrige aufdecken, bleiben aber letzten Endes die Verlierer.

    Mit "Die Affäre Carambol" legt der Autor Stefan Lehnberg bereits den zweiten Roman mit den Ermittlern Goethe und Schiller vor, Parallelen  zu Holmes und Watson sind unübersehbar und gewollt. Ebenso wie Holmes hat der Dichterfürst Goethe so seine Macken und Befindlichkeiten, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt. Wer es mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt, wird mit dieser Räuberpistole bestens unterhalten.

  9. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Wenka Mikulicz-Radecki von

    Die Vermessung der Welt

     (3.398)
    Aktuelle Rezension von: Kagali

    Zu Schulzeiten hatte ich mal einen Auszug aus Die Vermessung der Welt im Deutschunterricht gelesen und fand damals diesen sehr interessant. Nun, einige Jahre später, entdeckte ich das Buch in einem Laden als Mängelexemplar und nahm es, mich meines alten Interesses erinnernd, kurzerhand mit. Doch konnte mich der Rest des Buches ebenso überzeugen, wie seinerzeit der Abschnitt?

     

    Zwei, die auszogen, die Welt zu erforschen 

    Bei dem Buch handelt es sich um eine fiktive Biografie von  dem Naturforscher Alexander von Humboldt und dem Mathematiker Carl Friedrich Gauß. An dieser Stelle sollte das fiktiv nochmals betont werden! Der Autor nimmt sich nämlich so einige künstlerische Freiheiten heraus, wenn er über die Leben dieser großen Denker berichtet. Das sollte einem beim Lesen stets bewusst sein.


    Der Stil ist auf den ersten Blick eigenwillig, denn er verzichtet komplett auf direkte Rede. Dialoge gibt es natürlich schon, auch nicht zu knapp, sie werden aber ausschließlich in indirekter Rede wiedergegeben. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich daran und nach einer Weile fand ich diesen Stil sogar recht interessant, gerade auch in Kombination mit dem Humor, der in diesem Buch deutlich spürbar ist und mich auch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hatte.

    Die erste Hälfte des Romans war ich daher auch sehr angetan von dem Buch, wobei ich dennoch von Beginn an Humboldts Passagen spannender fand, als die von Gauß, wahrscheinlich, weil mir Gauß mit seiner Überheblichkeit, die stak an Sheldon aus The Big Bang Theory erinnert, weniger sympathisch war, als Humboldt. Nichtsdestotrotz bewunderte ich bei Beiden den Wissensdurst und die Leidenschaft für die Wissenschaft.

     

    Ab der Hälfte ließ meine Begeisterung jedoch spürbar nach. Da das erste Kapitel Humboldt und Gauß aufeinander treffen ließ, dachte ich, dass es zwischen den einzelnen Biografien mehr Berührungspunkte geben würde, doch fast bis zum Ende hat man eher das Gefühl zwei Bücher parallel zu lesen, als ein Einziges. Mir fehlte lange Zeit ein roter Faden, der Humboldt und Gauß über ihren Status als Wissenschaftler hinaus, verbindet. Da ich somit lange Zeit nicht wusste, wo das alles hinführen sollte, empfand ich viele Passagen als zäh und zu ausschweifend, sodass meine Leselust leider mit jeder Seite abnahm. 

    Zum Ende bessert es sich zwar etwas, zu dem Zeitpunkt war ich aber schon zu gelangweilt, um nochmal echtes Interesse aufbringen zu können.


    Fazit:

    In die Vermessung der Welt gelingt es dem Autor durchaus amüsant das Leben zweier großer Denker zu erzählen, leider verpasst er den Moment, an dem das Alles zu einem Ganzen hätte verbunden werden müssen und durch den mangelnden roten Faden, wird es ab der zweiten Hälfte sehr zäh, sodass ich rückblickend sage: Kann man lesen, muss man aber nicht. 


    Folge mir ;)

    Diese und andere Rezensionen (mit zusätzlichem Coververgleich Deutsch/Original) findet ihr auch auf meinem Blog Miss PageTurner (https://miss-pageturner.de)

  10. Cover des Buches Das goldene Ufer (ISBN: 9783426511695)
    Iny Lorentz

    Das goldene Ufer

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Julia_x3

    Wir befinden uns direkt bei der Schlacht bei Waterloo (Stichpunkt: Napoleon). In einem Regiment aus Preußen sind unter anderem der junge Walther und einige Frauen und Mädchen inklusive die junge Gisela. Der Fokus wird sehr früh auf die beiden gelegt, ohne das man genau weiß, welche Rolle die beiden spielen. 

    Später erfährt man, das Walther seinen Kommandeur vor dem Tod gerettet hat während dieser Schlacht - als Dank nimmt dieser ihn und auch Gisela zu sich auf, die ihre Mutter verloren hat durch einen Plünderer. 


    Dieser Teil ist der erste Teil der "Auswanderer Saga", bestehend aus 4 Büchern. Ein schöner Auftakt! 


    Das Buch liest sich außerordentliche schnell. Die Ereignisse fesseln mich sofort. Es lässt sich im großen und ganzen gut hinterher kommen, dies ist mir wichtig zu erwähnen, da einige Zeitsprünge innerhalb kürzester Zeit stattfinden, um das ein bisschen zu bündeln. Besonders die Entwicklung der beiden Waisenkinder gefällt mir. Hab beide sehr ins Herz geschlossen und verfolge den Lebensweg der beiden sehr gerne. 

    Das Buch verliert dabei nie an Spannung und immer wenn man dachte, jetzt wird alles gut, passiert doch immer wieder was neues aufregendes. 

     

    Wenn ich so die Sitten dieser Zeit lese, bin ich froh da nicht gelebt zu haben. Es ist aus heutiger Sicht einfach traurig, wie sehr die Entwicklung eines einzelnen vom Stand abhängig war und wie schlecht man da überhaupt raus kam aus alldem. 


  11. Cover des Buches Durch die Nacht und alle Zeiten (ISBN: 9783414825957)
    Eva Völler

    Durch die Nacht und alle Zeiten

     (72)
    Aktuelle Rezension von: UnendlicheGeschichte

    Meine Meinung

    Vor „Durch die Nacht und alle Zeiten" habe ich schon einige Bücher von Eva Völler gelesen und gehört, die mir allesamt sehr gut gefallen haben. Mit dieser Geschichte ist ein weiteres Highlight hinzugekommen.

    Die abenteuerliche Zeitreise von Lori und Thomas hat mich vom ersten Kapitel an in ihrem Bann gezogen.

    Besonders gerne mochte ich die Verflechtung der Geschichte mit der bekannten Lorelei-Sage, den herrlich lockeren und humorvollen Schreibstil, die abwechslungsreich und liebevoll ausgestalteten Charaktere, sowie die mitreißende und ausgesprochen kurzweilige Handlung.

    Auch, dass es sich um einen in sich angeschlossenen Einzelband und nicht um eine Reihe handelt, hat das Buch für mich zu einer erfrischenden Auszeit für zwischendurch gemacht. Obwohl ich mir gut vorstellen könnte, mit der mutigen Lori und dem charmanten Thomas noch weitere Zeitreisen anzutreten.

    Ein ganz großes Lob möchte ich auch der Sprecherin Anna Döing aussprechen, die für jede Situation, von lustig, über bewegend bis tiefgründig, immer den richtigen Ton gefunden.

    Mein Fazit

    Insgesamt kann ich das Buch und besonders auch das Hörbuch absolut jedem wärmstens empfehlen, der ein Herz für romantische Zeitreisegeschichten hat! 

  12. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  13. Cover des Buches Die Feuerreiter Seiner Majestät 02 (ISBN: 9783442244447)
    Naomi Novik

    Die Feuerreiter Seiner Majestät 02

     (229)
    Aktuelle Rezension von: Xamaror

    Information zum Buch

    Klappentext:

    Kaum haben Captain Will Laurence und sein gewaltiger Drache Temeraire ihre erste Bewährungsprobe bestanden, da erscheint eine chinesische Delegation am britischen Königshof und fordert die Rückgabe Temeraires. Als Laurence sich weigert, muss er seinen geliebten Gefährten in den fernen Osten begleiten – ohne zu ahnen, was ihn und Temeraire am Ende ihrer langen, gefahrvollen Reise erwartet ...

    Das Buch hat 506 Seiten und 17 Kapitel. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Das Cover ist mysteriös zu erkennen ist ein chinesisches Gebäude.

    Die Hauptfiguren/Die Story *Spoiler-Warnung*

    Unsere beiden Hauptfiguren sind wieder Will Laurence und sein chinesischer Drache Temeraire. In dem zweiten Abenteuer konzentriert sich die Story auf die Überfahrt nach China. Nach der gewonnenen Schlacht wollten die beiden Freunde sich darauf vorbereiten im Krieg weiter beizustehen, doch kommt alles anders, nach dem die Chinesen am britischen Königshof ankommen und die Rückgabe des Himmelsdrachen forderten. 

    So blieb den beiden Will und Temeraire nichts anderes übrig als auf die Reise sich zu begeben nach China. 

    Schreibstil

    Wieder werden wir sehr intensiv in die Story reingezogen. Die Autorin schreibt sehr detailreich und bleibt dabei Ihrem Stiel Treu flüssig und verständlich sich auszudrücken. 

    Fazit

    Der zweite Teil ist ein wenig schwächer als der erste Band. Da dieser sich hauptsächlich auf die Überfahrt nach China konzentriert wurde es zum Schluss langatmige zu lesen. Auch wenn die Abenteuer sehr spannend waren die die zwei Protagonisten miteinander erlebt haben. 

    Trotzdem kann man sich sehr gut in die Geschichte versetzten und man fühlt sich gut unterhalten, als wäre man selbst dabei gewesen.  


  14. Cover des Buches Die Elenden - Les Misérables (ISBN: 9783491961692)
    Victor Hugo

    Die Elenden - Les Misérables

     (198)
    Aktuelle Rezension von: Libertine

    Ein Mann wird zu einer Strafe von vier Jahren verurteilt, weil er Brot geklaut hat und dabei eine Scheibe eingeschlagen hat. Das Leben als Galeerensträfling ist hart – mehrmals versucht der Mann namens Jean Valjean zu fliehen und wird erwischt. Aus den vier Jahren wird eine Haftstrafe von insgesamt 19 Jahren.

    Doch auch nachdem Valjean seine Strafe verbüßt hat, ist er kein freier Mann. Er muss sich an jedem Ort melden, an den er kommt. Seine Papiere brandmarken ihn als gefährlichen Ex-Sträfling. Trotz des Geldes, das er mühsam auf den Galeeren gespart hat, findet er keine Unterkunft und niemand, der ihm etwas zu Essen verkaufen möchte. Erst als er an das Haus des Bischofs Myriel von Digne gelangt, den Valjean durch seine sparsame Lebensweise nicht als solchen erkennt, bekommt er Essen und einen Schlafplatz. Doch Jean Valjean weiß, dass er wieder in die Welt hinaus muss und beschließt, das wenige Silber im Haus des Bischofs zu stehlen.

    Valjean, der sein Glück mittlerweile kennen müsste, wenn er versuchte, eine Straftat zu begehen, wird erwischt und wieder in das Haus des Bischofs gebracht. Doch Myriel von Digne reagiert auf Valjeans Diebstahl auf eine Art, die Valjeans gesamtes Leben verändern wird.

    »Gegen die Frauen und gegen die Armen, auf denen das Unrecht der Gesellschaft am schwersten lastete, war er stets nachsichtig. ›Die Sünden der Frauen, der Kinder, der Bedienten, der Schwachen, der Elenden und der Unwissenden‹, sagte er, ›sind immer die Schuld der Männer, der Eltern, der Brotgeber, der Starken, Reichen und Wissenden.‹«

    Jean Valjean ist einer von jenen, nach denen dieser Roman benannt ist: ›Les Misérables‹ – ›Die Elenden‹. Menschen, die nicht das Glück haben, in ein wohlhabendes Haus geboren zu sein, sondern mit den erdenklich schlechtesten Startbedingungen auf diese Welt kommen, die keine sichere ist. Jean Valjean ist in diesem Strudel, der ihn weiter hinab reißt. Er stahl Brot, wurde zum Sträfling und damit zu einem von der Gesellschaft ausgeschlossenen. Als ein solcher stiehlt er nicht mehr nur Brot, sondern Silber.

    »Wenn die Seele in Dunkelheit schmachtet, ist sie der Sünde zugänglich. Nicht der ist schuldig, der die Sünde begeht, sondern der die Finsternis erzeugt hat.«

    hnlich ergeht es den anderen Figuren in Victor Hugos Roman ›Les Misérables‹. Der jungen und schönen Fantine, der frechen und mutigen Eponine, dem kleinen Gavroche. Victor Hugo gelingt es, eine Welt um diese zu erschaffen, die berührt und in der ›die Elenden‹ in all ihrer Menschlichkeit sichtbar werden. Er zeigt sie verstrickt in ihre sozialen Umstände, die sie einengen und denen sie immer wieder bereit sind, etwas Leben abzutrotzen.

    Die Zeit, in der der Roman ›Les Misérables‹ ist eine, in der sich ein Umbruch ankündigen will. 1815 setzen die Geschehnisse ein und begleiten die Figuren bis 1832.

    »Es war schwer, sich einen herabgekommeneren Menschen als diesen vorzustellen. Er war von mittlerem Wuchse, stämmig, und bei Kräften. Sein Alter hätte man mit sechsundvierzig oder achtundvierzig Jahren angeben können.«

    Obwohl mehr als eineinhalb Jahrhunderte vergangen sind, seitdem Hugo diesen Roman veröffentlicht hat, sind die Kämpfe der Protagonisten nicht verstaubt. Er lädt den Leser ein, diese ›Elenden‹ bei dem Versuch zu begleiten, über sich hinauszuwachsen, in einer Zeit, die von Hunger und Armut geprägt war. Eine definitive Leseempfehlung!

  15. Cover des Buches Für König und Vaterland (ISBN: 9783959910514)
    Susanne Gerdom

    Für König und Vaterland

     (41)
    Aktuelle Rezension von: MartinA

    Der Wechselbalg ist ein Roman, der ein alternatives England vorstellt und so als historische Urban Fantasy gelten kann. Schauplatz, Atmosphäre, geschichtlicher Hintergrund und die Charaktere (sowohl die Protagonisten als auch die Antagonisten) sorgen für eine stimmige Geschichte, die allerdings auch ihre Schwächen hat, über die man an sich auch hinwegsehen könnte ... wenn es nicht so schade wäre.
    Was ich damit meine? Der Wechselbalg ist der erste Teil einer Reihe, die (meines Wissens) nicht fortgesetzt wurde (der Roman stammt aus dem Jahr 2015, aber es gibt keine weitere Folge aus der Serie "Für König und Vaterland") und leider merkt man das. Der Klappentext verspricht viel, aber der Inhalt von Der Wechselbalg ist dann doch ein anderer, denn der Vatikan spielt nur eine untergeordnete Rolle, ebenso die Verschwörung gegen den König und seine Angehörigen. Das ist schade, denn Idris und das restliche liederliche Quartett sind eine Gruppe von der man gerne mehr lesen würde. Es gibt ein paar Sidhe (Elfen), Vampire und Werwölfe, aber die persönlichen Probleme (von denen im Klappentext keine Rede sind) von Idris Hathaway stellen die Hauptstory dar. Der Rest ist Hintergrund über den man gerne mehr lesen würde.
    Schade, dass diese vielversprechende Story nie fortgesetzt wurde.

  16. Cover des Buches Der Fluch der Zuckerinsel (ISBN: 9783937357997)
    Nora Berger

    Der Fluch der Zuckerinsel

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Belis

    Heimlich  müssen sich Annabelle und Leon treffen, denn ihre verfeindeten Familien streiten seit langem um ein Stück Land. Nach einem tränenreichen Abschied schifft sich Leon nach Paris ein. Doch kein Lebenszeichen zeugt von seiner Ankunft dort. Schweren Herzens geht Annabelle schließlich die Ehe mit dem Sklavenhändler Ramazon ein. Doch ihre Liebe gehört dem Verschwundenen. Gibt es noch Hoffnung auf Glück?

     

    Der Schreibstil war angenehm und konnte mich auf die zauberhafte Insel Martinique mitnehmen. Der gesellschaftliche Wandel zur Zeit Napoleons spiegelt sich im Geschehen wieder. Gute Beschreibungen der Handlungsorte bringen mich im zweiten Teil der Erzählung auch nach Paris mit seinen Licht- und Schattenseiten. Sprachlich finde ich die Erzählung authentisch. Einige historische Fakten wurden eingebracht, könnten meiner Meinung nach noch etwas ausführlicher sein. Der Erzählerstil in miteinander verflochtenen Handlungssträngen zeigt unterschiedliche Perspektiven und ermöglicht dem Leser ein Gesamtbild.

     

    Weniger überzeugen konnte mich die Prota Annabelle. Ihr kindliches Wesen als junge Frau wurde mit für ihr Alter zu erwachsenen Entscheidungen gemischt. Ich hatte teils Schwierigkeiten dies nachzuvollziehen. Auch die Zeitsprünge in der längere Jahre andauernden Erzählung brachten den Lesefluss ins Stocken. Es wäre schön gewesen die Kapitel mit Angaben dazu zu versehen. So wurde ich den Gedanken an eine teils sehr konstruierte Handlung nicht los. Was im Allgemeinen schade für die Geschichte ist. Der Verlauf hatte Spannung, Kämpfe, Liebesgeschichten und historische Fakten zu bieten. Ich würde die Erzählung eher als Abenteuer, Roman über gesellschaftlichen Umbruch denn als Romantik bezeichnen. Dafür überwiegen die Auswirkungen des Fluches mit Ängsten, Tod und Veränderungen zu sehr.

     

    Daher kann ich der historisch zuzuordnenden Erzählung nur 4 Sterne geben. Sie ist lesenswert, konnte mich aber nicht voll überzeugen. Dennoch werde ich gerne weitere Bücher der Autorin zur Hand nehmen.

  17. Cover des Buches Die Töchter des Sturms (ISBN: 9783958249462)
    Sibylle Baillon

    Die Töchter des Sturms

     (38)
    Aktuelle Rezension von: alexandra_bartek


    Eigene Meinung:


    Sibylle Baillon entführt uns mit diesem Roman in das 18. Jahrhundert. Es regiert dort in einigen Schichten die Armut. Diese Schichten kämpfen alle um das Überleben. So auch die Familie Coltin. Die Eltern von Marianne, Madeleine und Jeanne, beschließen ihre Töchter in die Obhut von etwas „besser“ gestellten Schichten zu geben. 


    Marianne wird als Gesellschaftsdame für ein reiches verwöhntes Mädchen angestellt, und lernt somit das leben der „reichen“ kennen. Sie geniest dadurch den Vorteil, lesen und schreiben zu erlernen. Bei den beiwohnen der Besuche der Salons lernt sie in diesen Kreisen auch einen Soldaten kenne, ihren späteren Ehemann.


    Madeleine wird zu einer Schneiderin gebracht, die für die „reichen“ und für die französiche Königin als Haus- und Hofschneiderin tätig ist, unter anderem auch für einige andere königliche Häuser. Sie lernt dort ebenfalls das schreiben und lesen. Jedoch wird hierbei klar das es anders ist als bei Marianne. 


    Jeanne hat es am härtersten getroffen. Sie kommt in eine Krämer Familie. Der Hausherr verspricht ihr einiges, jedoch verlangt er auch eine Gegenleistung. Jeanne hält dies nicht aus und läuft weg. Sie lernt Clair kennen die sich ihrer annimmt und eine Art Mutterersatz für sie wird. Jeanne lässt sich von ihrer Situation nicht unterbuttern und sucht sich eine Anstellung. Sie bekommt diese auch und trägt einen Bauchladen um etwas zum Leben beisteuern zu können.


    Sibylle Baillon schafft es Drei Geschichten von den Mädchen so zu erzählen, das man mit ihnen leidet, gerade Jeanne um die e in diesem Band am meisten geht, ist mir als Leserin sehr ans Herz gewachsen. Sie ist einfallsreich und eine Kämpferin.


    Das Spiel wie sich die Schwestern immer wieder sehe ohne es zu merken oder gar zu wissen, hat mich als Leserin oft schmunzeln oder innerlich rufen lassen „Nein wie kann das sein!“.  Aber auch spannend zu lesen wie die Autorin es geschafft hat dies so durchzuziehen. 


    Was den Leser somit jedes mal beschäfftigt ist die Frag, werden es die Schwestern jemals wieder schaffen zu einander zu finden?


    Welche rolle genau spielt Napoleon in der Geschichte? Den Jeanne ganz zu Anfang als jungen Mann kennen lernt der gerade die Kadettenschule abgeschlossen hat.


    Ich gebe für diesen Historisch spannenden Roman 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung an alle historischen Fans. 

  18. Cover des Buches Die Feuerreiter Seiner Majestät 03 (ISBN: 9783442244454)
    Naomi Novik

    Die Feuerreiter Seiner Majestät 03

     (191)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    „Drachenzorn“ knüpft direkt an die Geschehnisse aus dem zweiten Band „Drachenprinz“ an. Nach langer Zeit am kaiserlichen Hof in China wird es für Laurence und Temeraire Zeit, zurück nach England zu reisen. Temeraire fällt es sehr schwer, sich von seinen Verwandten zu verabschieden, aber er hat es sich in den Kopf gesetzt, den chinesischen Lebensstandard der Drachen auch in England durchzusetzen, wo Drachen noch als Tiere angesehen werden. 

    Da erreichen sie neue Befehle: In Istanbul befinden sich drei Dracheneier, die so schnell wie möglich abgeholt und nach England gebracht werden müssen. Also machen sich unsere Protagonisten auf, um die scheinbar endlose Wüste Richtig Istanbul zu durchqueren. Sie bekommen Hilfe von ihrem Führer Tharkay, dessen wirkliche Absichten nicht klar ersichtlich sind. Unterwegs treffen sie auf Wilddrachen, die frischen Wind in die Geschichte bringen. Auch andere Personen und Drachen sorgen für Überraschungen.

    Mit der Ankunft in Istanbul könnte man mit der Erfüllung ihres Auftrags rechnen, doch in Wirklichkeit geht es dann erst richtig los. Die weitere Reise führt über Österreich und das Königreich Preußen. 

    So langsam wird das Konzept offenbart: eine Serie dicht aufeinander folgender, in sich abgeschlossener Geschichten, die als großen Bogen das Leben Temeraires und Laurence inmitten der napoleonischen Kriege beschreiben. Es ist zwar ein interessantes Prinzip, jedoch auch befremdlich. Schließlich stehen wir nach dem rapid abgebrochenen Ende wieder einmal mitten im Geschehen da. Um zu erfahren, wie es weitergeht und ob Temeraires Kampf für die Rechte der Drachen erfolgreich sein wird.

    Naomi Noviks fiktive Welt voller Drachen wird um einige Elemente erweitert. Diesmal hauptsächlich um wilde Drachen. Das ist vor allem deswegen interessant ist, weil die Autorin damit ihr Konzept der Drachen als dem Menschen ebenbürtige, aber nicht gleichberechtigte Spezies weiter ausbaut. Dies stachelt die revolutionären Gedanken Temeraires immer weiter an, die nach den Erlebnissen in China auch langsam auf Laurence abzufärben beginnen. Der Anhang des Buchs, ein pseudowissenschaftliches Essay über Drachen als intelligente Rasse, liefert ebenfalls reichlich Zündstoff für Konflikte in den kommenden Teilen der Serie, auf die wir gespannt sein dürfen.

    Erzählt wird erneut aus Wil Laurences Sicht. Er ist nicht unbedingt die liebenswerteste Person. Wil ist rasch beleidigt, sobald er sich in seiner Ehre gekränkt fühlt. Seine Reaktionen sind dabei leicht übertrieben. Zudem ist er in seiner Erziehung und seine langen Jahre als Marineoffizier eingeengt. So findet er Auspeitschen eine sinnvolle Maßnahme, um die Disziplin aufrecht zu erhalten. 

    Termains Mannschaft ist zu unbekannt, um wirklich Gefühle zu ihnen zu entwickeln. Bei den Nebenfiguren bleibt die Autorin nach wie vor distanziert, so dass Todesfälle keine Wirkung erzielen. 

    In diesem Band geht es nicht überwiegend um die Probleme, die Laurence und Temeraire wegen ihrer Verbindung haben. Nun geht es wieder um den großen geschichtlichen Hintergrund. Den napoleonischen Kriegen.

    Dazu gehört der Coup der Engländer in Istanbul, der beinahe mit einem vollständigen Debakel endet.  Aber auch um die Aktionen von Wil Laurence und seinen Leuten in Österreich und Preußen. Dort versuchen sie nach besten Kräften und Gewissen zu helfen, was nicht immer von Erfolg gekrönt ist, zumal auch hier Verrat auf sie lauert.

    Durch die Reisebeschreibungen und die actionreichen Geschehnisse kommt die Interaktion zwischen Temeraire und Laurence etwas zu kurz. Jeder der beiden ist in seinen Aufgaben gefangen, dazu gehört für den Menschen auch das Schmieden von Schlachtplänen, während sich der Drache um einen gerade geschlüpften und äußerst lebhaften Nestling kümmern muss, der noch voller Übereifer ist.

    Die Handlung dreht sich um die große Völkerschlacht bei Leipzig. Die Autorin scheint dabei vorauszusetzen, dass sich ihre Leser besser mit der europäischen Geschichte und den dortigen Völkern auskennt und verzichtet darauf, denen mehr Profil zu geben.

    Da zunächst nicht so recht erkennbar ist, worauf das Ganze hinausläuft, besitzt gerade die erste Hälfte des Romans Längen. Die Handlung wirkt etwas zerfahren und kann insgesamt nicht mehr so fesseln wie die Vorgängerbände.

    Das Buch beginnt gut, und die Reise nach Istanbul ist interessant und ereignisreich beschrieben. Bis dahin hat das Buch echt Spaß gemacht. Doch die Sache mit den Dracheneiern und das ganze Versteckspiel waren eher mäßig. Das Ganze war schlecht in Szene gesetzt und irgendwie nicht richtig durchdacht. Erst als Will Laurence und Temeraire in Preußen ankommen, gewinnt die Geschichte wieder an Fahrt. Die Beschreibungen der Schlachten waren spannend und interessant. Hier bewies die Autorin Ideenreichtum, denn es musste ja beschrieben werden, wie das Aufeinandertreffen zweie Armeen zur Zeit Napoleons sich ändert, wenn beide Kräfte auch noch über kampfbereite Drachen verfügen. So gesehen war das Ende ein wenig versöhnlich. Allerdings ist Drachenzorn der bisher schwächste Roman der Reihe.

  19. Cover des Buches Mieses Karma (ISBN: 9783499275357)
    David Safier

    Mieses Karma

     (5.038)
    Aktuelle Rezension von: Wuestman

    Karma ist die Frage, die sich viele von uns stellen. Brauchen wir eins, damit wir im nächsten Leben wieder ein Mensch sein können? Diese Geschichte zeigt über Umwege wie es geht. David Safir hat sich einiges einfallen lassen, damit Kim nicht den direkten Weg gehen kann. Sauber geschrieben und humorvoll umgesetzt. Die Botschaft, die ich dahinter erkenne, gefällt mir ungemein. Wir sollten uns immer überlegen wie wir in unserem jetzigen Leben mit den Mitmenschen umgehen.

  20. Cover des Buches 1815 - Blutfrieden (ISBN: 9783426510209)
    Sabine Ebert

    1815 - Blutfrieden

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Nofi

    Sabine Ebert schafft es, Geschichte lebendig werden zu lassen, großartig recherchiert, mit über 5.000 Seiten Tagebücher, Familienchroniken, Zeitungsartikel, Militärberichten, kommt die Zeit zwischen Völkerschlacht und Waterloo ins Wohnzimmer.

    So gut kann kein Geschichtsunterricht sein!

  21. Cover des Buches Das Floß der Medusa (ISBN: 9783442717194)
    Franzobel

    Das Floß der Medusa

     (84)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Am 18. Juli 1986 werden von einem Schiff fünfzehn ausgemergelte Gestalten aufgenommen, die zwei Wochen auf einem Floß trieben. Diese wenigen Menschen sind die letzten Überlebenden von 147, die ausgesetzt wurden, weil die Rettungsboote der Medusa nicht ausreichten. Das Buch basiert auf einer historisch belegten Geschichte. Es ist eine Geschichte die packt und abstößt zugleich. Was dort geschieht, ist schwer zu ertragen. Jedes grausame Detail wird sehr genau und ausgebreitet beschrieben. Mir scheint, das Schicksal hat lauter sehr unangenehme Menschen zusammengebracht und sie auf die Medusa verfrachtet. Daher konnte ich mich von Anfang mit niemandem identifizieren. Dann schlägt das Schicksal wieder zu und das Schiff kentert. Aber soll man dieses Kentern dem Schicksal zuschreiben, nein, es ist die Unfähigkeit des Kapitäns und des Steuermanns. Die Rettungsboote reichen nicht und die, die nicht mehr hineinpassen müssen auf ein Floß, das auf die Schnelle zusammengezimmert wird. Ihr Proviant ist spärlich und so gehen sie wie Tiere aufeinander los. Was kann schon passieren, wenn man es mit so egoistischen und rücksichtslosen Menschen zu tun hat? Das Hauen und Stechen geht los. Aber es geschieht auf eine so unmenschliche Art und Weise. Aber vielleicht ist der Mensch auch nur ein wildes Tier? Doch ich will es nicht glauben, dass Menschen so sind, obwohl auch die jetzige Zeit zeigt, wie rücksichtslos und menschenverachtend gehandelt wird. Und doch ist in mir die Hoffnung, dass wir uns ein großes Stück Menschlichkeit bewahren werden. Diese sprachgewaltige Geschichte ist erschreckend und grausam.

  22. Cover des Buches Vor der Finsternis (ISBN: 9783641202972)
    Ulf Torreck

    Vor der Finsternis

     (24)
    Aktuelle Rezension von: yadah
    Paris zu einer Zeit, in der man nicht wirklich leben wollte, ein Mörder verstümmelt seine Opfer und schneidet ihnen das Herz heraus. Schlecht ist das Buch nicht auch recht spannend aber mir ist das Ende zu konstruiert, nachdem Inspekteur Marais die ganze Zeit dem Mörder nicht einen Schritt weiter kommt, weiß er plötzlich die Lösung?!?! Mmmh... und ich habe nicht mehr so grosse Lust diese wirkliche ekligen Grausamkeiten, die einem ja nicht nur in diesem Buch begegnen , zu lesen.
  23. Cover des Buches Belgravia (ISBN: 9783844524918)
    Julian Fellowes

    Belgravia

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Pachi10

    Eine Familie eines Geschäftsmannes (Fam. Trenchard)gelangt zu Reichtum als sie sich in London einem Bauunternehmen anschließen und dieses finanzieren. Es wird ein großer Erfolg. Belgravia ist eines der Stadtviertel die erbaut werden.
    Familiär sind sie nicht so gesegnet. Die Tochter ist bei der Geburt des unehelichen Kindes verstorben und der Sohn hat keinen Zugang zu den Geschäften des Vaters.
    Das neugeborene Kind wurde damals in die Obhut einer Pfarrersfamilie gegeben, die den Jungen adoptiert haben und ihn gut erzogen haben. Eines Tages erkennt Mrs. Trenchard, dass ihr Enkelsohn, der nun Mr. Charles Pope heißt, ganz in ihrer Nähe lebt und Mr. Trenchard mit ihm schon einige Zeit Kontakt hat, ohne ihr es gesagt zu haben.

    Julian Fellowes hat eine angenehme Erzählweise. Die Geschichte ist trotz des kriegerischen Hintergrundes emotional. Und gibt auch Einblick wie es damals gewesen sein könnte. Eine schöne Geschichte auch mit den Schattenseiten des sogenannten Tones.

  24. Cover des Buches Les Misérables / Die Elenden (ISBN: 9783746629575)
    Victor Hugo

    Les Misérables / Die Elenden

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Ich denke, allzu viel kann man zu dem Buch ohnehin nicht sagen, außer das es eben ein Klassiker ist, der zwar an machen Stellen langatmig erscheinen mag, aber es dennoch wert ist sich damit auseinander zu setzen.

     

    Fazit:          

                                                                                                                                                    Von ein paar langwierigen Stellen mal abgesehen ein wirklich hervorragendes Werk, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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