Bücher mit dem Tag "nahostkonflikt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nahostkonflikt" gekennzeichnet haben.

56 Bücher

  1. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Nil00

    Der Roman behandelt ein sehr wichtiges Thema, welches in der westlichen Welt totgeschwiegen wird. Während dem Lesen fühlt man sich so, als wäre man mittendrin dabei.

  2. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596296958)
    Frank Schätzing

    Breaking News

     (187)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Mit dem Roman Breaking News begibt sich Frank Schätzing in das Genre des Polit-Thrillers. Sein Thema: die Geschichte des Staates Israel beginnend in der Zeit des britischen Protektorates für Palästina bis in die beginnenden 10er Jahre des 21. Jahrhunderts. Ein gewaltiges Thema und entsprechend komplex. Vorher kommt der Hass und die Unvereinbarkeit von Israelis und Palästinensern, welche Fehler sind gemacht worden und warum war bis dato je Bemühung für einen dauerhaften Frieden zum Scheitern verurteilt. 

    Schätzing verwebt historische belegte Ereignisse mit der Lebensgeschichte zweier befreundeter Familien, die es in den frühen 1920er nach Palästina verschlägt. Über die Elterngeneration und deren Kinder und Enkeln zieht sich der gespannte Bogen. Logisch, dass es bei diesem Unterfangen immer wieder Längen gibt. 

    Die Hauptperson ist Tom Hagen, ein deutscher Journalist, der nach einer missglückten Aktion in Afghanistan in Misskredit geraten ist. Da spielt ihm ein befreundeter Fotoreporter einen Kontakt zu einem Verkauf von CDs, die Materials den israelischen Inlandsgeheimdienst enthalten sollen. Hagen sieht seine Chance gekommen, beruflich wieder Fuß zu fassen. Doch das Material erweist sich als nur bedingt interessant. Um seine Redaktion zufriedenzustellen, erfindet Hagen ein Komplott gegen einen israelischen Spitzenpolitiker. Hagens Lüge erweist sich als nur allzu wahr und so gerät er und alle seine Kontakte in Lebensgefahr.

    Fazit:

    Vielleicht nicht der beste Roman aus der Feder von Frank Schätzing, aber auf jeden Fall lesenswert. 

    Historisch sehr informativ, streckenweise extrem spannend, gute Charaktere, eine hochbrisante Geschichte um politische Attentate und die Welt der Geheimdienst - passt.


  3. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

     (57)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Amoz Oz ist ausgezogen, um eine politische und religiöse Analyse mit einem Roman zu verknüpfen und das ist meiner Meinung nach gehörig in die Hosen gegangen. Die Analyse der Staatengründung von Israel, der Regentschaft von Ben Gurion und die Beziehung des Judentums zu Jesus Christus und Judas Ischariot sind recht gut gelungen. Wenngleich ich die Judas Analyse schon einige Male woanders basierend auf dem gnostischen Judas Evangelium gelesen habe und manche Analysen auch doppelt breitgetreten werden.

    Die Romanhandlung hingegen ist voll gegen die Wand gefahren. Ich hasse Redundanzen abgrundtief!!! (Bitte hier 30 Rufzeichen und Großbuchstaben dazu denken). Zugegeben, Oz kann fantastisch fabulieren, aber bei der Dramaturgie hat er sowas von vergeigt, denn es passiert einfach nicht viel in der Geschichte, die Handlung kommt nicht vom Fleck und wenn irgendetwas passiert, ist es eine ewige wiederholte Beschreibung derselben Abläufe, deren Beschreibung am Anfang charmant scheint, dann irgendwann monkhaft zu belächeln ist und mit zunehmender Seitenanzahl so brüllend nervt, dass ich mir die Augen auskratzen wollte.

    Protagonist Schmuel verliert seine Freundin, schmeißt sein Studium kurz vor der Doktorarbeit über Jesus aus der Sicht der Juden hin und da ihn die Eltern nicht mehr unterstützen können, nimmt er einen Job als Gesellschafter des Behinderten Gerschom Wald an, der mit seiner Schwiegertochter Alija sehr zurückgezogen in einem alten Haus in Jerusalem lebt. Der alte Mann und der ehemalige Student politisieren und diskutieren ausführlich und vertreiben sich so den Winter. Die verwitwete Schwiegertochter Atalja wird von unserem Protagonisten angebetet, tausende ausführliche Warnungen, sich nicht in sie zu verlieben, schlägt er in den Wind.

    Schmuel isst wortreich beschrieben seine 100ste Gulaschsuppe mit Apfelkompott, sein ausladend geschildertes 50stes Käsebrot und die Reste des 70sten Grießbreis mit Zimt, den Herr Wald auf dem Teller übriggelassen hat (igitt wie grauslich). Da unser Protagonist sonst nichts isst und die Geschichte schon den ganzen Winter dauert, wundert es mich, dass ihm vor Skorbut nicht die Zähne ausfallen. Man möchte ihm zurufen: Iss endlich einen Salat, Junge! Auch die Prozedur des Bartpuderns wiederholt Schmuel viel zu ausführlich.

    Dazwischen brillante Streitgespräche und Analysen über Israels Beziehung zu seinen Nachbarn. Einen Feind zu einem Freund zu machen ist fast unmöglich, nur unterdrücken kannst Du ihn, das ist die falsche langfristige Strategie, sich Feinde zu machen.


    „Das glauben auch die Juden in Israel, weil sie keine Ahnung von den Grenzen der Macht haben. Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existenziellen Probleme des Staates Israel.“

    Ich habe Oz mal persönlich auf der Frankfurter Buchmesse getroffen. Dort sagte er: Wir sind mit den Arabern quasi in einer WG und wir müssen uns endlich arrangieren. Leider haben zu wenige damals bei der Staatengründung so gedacht und denken auch heute noch so. Letztendlich ist es genauso gekommen zwei Gemeinschaften, zerfressen vor Hass und Gift, die tausende Tote über Jahrhunderte und Generationen verursachen werden.


    „Schließlich leben die Juden in einem großen Flüchtlingslager und die Araber leben ebenfalls in einem großen Flüchtlingslager. Die Araber erleben jeden Tag die Katastrophe ihrer Niederlage, und die Juden erleben Nacht für Nacht ihre Angst vor Rache.“



    Leider wiederholen sich auch die religiösen Analysen über Jesus und Judas irgendwann einmal, indes die Romanhandlung gefühlte Ewigkeiten auf der Stelle trabt. Dann endlich, als ich schon die Geduld verloren hatte, passiert etwas. Hallelujah Jesus Christ, da muss sich der Schmuel einen Haxen brechen, damit er letzendlich Vitamin C in Form seines ersten Salats mit Oliven bekommt und der Autor ihn schließlich ins Bett der Atalja schreiben kann. Der erste Sex war dann auch sehr unspektakulär und langweilig mit vorzeitigem Samenerguss, der zweite war wahrscheinlich sehr gut, aber gerade hier versagt die Erzählkunst und Wortgewandtheit von Oz völlig.

    Das offene Ende ist dann nur das Tüpfellchen auf dem I der Enttäuschung und hat mich eigentlich gar nicht mehr so sehr gestört, denn ich hab das Interesse an den Protagonisten und der Geschichte verloren.

    Fazit: Bedauerlicherweise nur Mittelmaß, so viel Potenzial und so viel Talent derart vergeudet. Das gesamte Werk stinkt nach der ersten Hälfte total ab und ergeht sich in ewigen Wiederholungen. Da hilft auch die sparsame Handlung am Ende nichts. Wäre Oz bei der politisch-religiösen Analyse geblieben, hätte nicht versucht, diese mit einem Roman zu verbinden, und hätte die Wiederholungen auch in der Analyse etwas gestrafft, hätte mir das Buch sogar ausnehmend gut gefallen. Denn es hat seine brillanten Momente, die leider nur Momente bleiben und das ist zu wenig für eine gute Beurteilung meinerseits.

  4. Cover des Buches Als die Sonne im Meer verschwand (ISBN: 9783453359147)
    Susan Abulhawa

    Als die Sonne im Meer verschwand

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Anfangs tat ich mich schwer, die Schreibart der Autorin zu verstehen. Jedem Kapitel ist eine seltsame Zusammenfassung vorangestellt, die man nur mit viel Fantasie deuten kann. Schwierig fand ich auch, mich bei all den Namen und Bezeichnungen (für Tante, Oma, Mutter des …) zurechtzufinden, obwohl es am Schluss ein Glossar gibt und zu meiner Freude auch einen Familienstammbaum.

    Es geht um das eigentlich unbeschreibliche Leid, das die Palästinenser seit 1947 ertragen müssen. Über die grausame und unmenschliche Brutalität der israelischen Soldaten geht die Erzählerin locker hinweg. Das verstehe ich gut, denn derartiges Leid kann man nur sachlich kurz formulieren. Gefühle hält der Verfasser diesbezüglich nicht aus und würde auch den Leser überfordern.

    Erzählt wird die tragische Geschichte einer Großfamilie, die aus Palästina vertrieben (sehr gelinde ausgedrückt) wird und in Gaza „lebt“. Ich bewundere diese Menschen sehr, die ihr Schicksal, für das sich weltweit kaum jemand zu interessieren scheint, nicht nur ertragen, sondern ihre positive Einstellung zur Familie und zum Leben erhalten und bewusst pflegen. Neben der Lebensfreude kommt auch die Liebe nicht zu kurz.

    Ich bin froh, dieses Buch entdeckt zu haben und werde demnächst einen weiteren Titel dieser Autorin lesen.

  5. Cover des Buches Besetzte Gebiete (ISBN: 9783462001068)
    Arnon Grünberg

    Besetzte Gebiete

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Jin_ny

    Ich habe gemischte Gefühle. Zum einen war ich restlos begeistert von der lustigen Konstellation zwischen dem sogenannten Psychiater, Kadoke, und all den anderen Menschen mit dem er zu tun hat. Zum anderen haben mich manche Szenen dann doch eher verstört als dass sie meiner Meinung nach tatsächlich für die Story notwendig waren.
    Kadoke stolpert von einer irrsinnigen Situation zum nächsten noch groteskeren Moment. Dabei sieht er nicht ein wie er alles in den Sand setzt, alle vor den Kopf stößt und dabei Tabus und Grenzen bricht. Die Geschichte nimmt auch vor nichts Halt, verdreht alle Realitäten und anormalen Tätigkeiten um 180 Grad in selbstverständlicher Leichtigkeit und rüttelt an gefestigten Moralgedanken und Menschenformen. Dabei spielt Kadoke immer die Rolle des Außenseiters, immer unverstanden, in wiederkehrender Unzufriedenheit. Die Erzählweise ist dabei charmant, direkt und wütend, und verliert nie an Schärfe, was ich besonders gut fand. Interessanterweise gibt es auch keine Rolle, die das Ganze versucht ins richtige Licht zu rücken (wenn es denn überhaupt in diesem Buch ein "richtig" gibt). Somit bleibt es dem Leser selbst zu überlassen über Kadoke und die Situationen zu urteilen.

    Nach dem Lesen hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass man mich wach gerüttelt hat und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich Gefallen am Buch. Übrigens finde ich die Wahl des Titels "Besetzte Gebiete" höchstinteressant. Bei so vielen Ebenen und Anspielungen in dem Buch gehe ich davon aus, dass man die Besetzungen auf mehreren Ebenen meint, nicht nur die geografische, sondern auch die gesellschaftliche und geistliche. Das Buch bietet mehr als die Kurzbeschreibung erscheinen lässt und ich konnte das Buch nicht von der Hand lassen bis ich am Ende war, vergleichbar wie bei einem Unfall, wo man nicht wegsehen kann. Mir persönlich hat das Buch zwar Spaß gemacht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es nicht für jeden gemacht ist.

    ** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **

  6. Cover des Buches Tanzende Araber (ISBN: 9783833300950)
    Sayed Kashua

    Tanzende Araber

     (25)
    Aktuelle Rezension von: irismaria

     „Tanzende Araber“ von Sayed Kashua handelt von einem palästinensischen Jungen, der in Israel lebt. Die Geschichte ist aus seiner Sicht geschrieben und in seinen Erzählungen von Eltern und Großeltern erfährt man vieles über die Geschichte Israels und das schwierige Zusammenleben von Juden und Arabern. Nach der Lösung eines öffentlichen Rätsels, darf der

    Junge ein jüdisches Elite-Internat in Jerusalem besuchen. Als einziger Araber hat er es dort allerdings nicht leicht, erlebt aber die ganz andere Lebenswelt der jüdischen Mitschüler und verliebt sich auch in eine Jüdin.

    Die Thematik ist sehr spannend, doch leider konnte mich der Stil nicht überzeugen. Viele Gedanken und Handlungen der Hauptperson konnte ich nicht nachvollziehen. Nebensächlichkeiten nahmen einen großen Raum ein, während wichtige Aspekte (wie etwa die Geburt der Tochter) nur nebenbei erwähnt wurden.

  7. Cover des Buches Der Auftraggeber (ISBN: 9783492238878)
    Daniel Silva

    Der Auftraggeber

     (56)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Gabriel Allon ist ein erfahrener Mossad Spion und Agent.

     

    Nachdem sich PLO Agent bei ihm persönlich rächt und mit einer Bombe seinen Sohn tötet und seine Frau schwer verletzt, steigt er aus.

     

    Er konzentriert sich jetzt voll und ganz auf seine wahre Leidenschaft. Er restauriert alte Meisterwerke. Sein Ruf in der Szene ist hervorragend und er kann sich vor Aufträgen kaum retten, wäre da nicht sein alter Mossad-Chef, der ihn, selbst vom Ruhestand in den aktiven Dienst zurückgekehrt, zu seinem letzten Auftrag nötigt.

     

    Gabriel muss nicht wirklich lange überlegen, denn sein Ziel ist Tariq. Der Terrorist, der ihm damals entkam und der seine Frau und seinen Sohn auf dem Gewissen hat.

     

    Doch Gabriel kann diese Aktion nicht alleine durchführen und braucht Hilfe. Schamron hat als Chef einige Agenten zur Auswahl, entscheidet sich aber für Jacqueline. Das französische Topmodel will endlich aus ihrem Business aussteigen, braucht Startkapital und nimmt den Job ohne zu zögern an.

     

    Die Jagd geht rund um den Erdball. Gabriel muss all sein Können aufbringen um Tariq aufzuspüren, während dieser wie gewohnt, zahlreiche Leichen hinterlässt und einen strikten Plan zu verfolgen scheint.

     

    Für Israel steht jedoch nicht nur Tariq auf der To-Do Liste sondern auch die frisch angelaufenen Friedensverhandlungen mit der PLO und Arafat. Der ist auf dem Weg in die USA und hier soll natürlich alles glattlaufen.

     

    Daniel Silva erzählt gnadenlos aus Gabriel Allons Leben. Seine Aufträge führt er zielgerichtet und mit Präzision durch. Sämtliches Leid und die zahlreichen Morde prallen scheinbar an im ab. Silva lässt ich hier allerdings auf seinen Erzfeind stoßen.

     

    Der Thriller erschien bereits im Jahr 2000 und die moderne Technik hat bereits die Arbeitsweise des Mossad und der CIA sowie des MI5 überholt. Extrem spannend erzählt und ein gelungener Aufragt in eine hoffentlich lang bestehende Thrillerreihe.

  8. Cover des Buches Der Duft von bitteren Orangen (ISBN: 9783734100468)
    Claire Hajaj

    Der Duft von bitteren Orangen

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Ein wunderschöner Einband mit malerischem Titelbild, ein guter Titel und ein interessanter Klappentext, der auf eine spannende Geschichte neugierig macht, garantiert keinen guten Roman. Leider. Der Text ist derart schlecht und konfus erzählt oder übersetzt, dass ich ihn als unlesbar empfand und auf Seite 51 genervt abbrach. Ich bevorzuge klare Aussagen und habe überdies keine Freude an poetischen Umschreibungen.

    Da ich in meinem Bücherregal keine optischen Schönheiten, sondern für meinen Geschmack gut geschriebene Texte sammle, werde ich „Ismaels Orangen“ entsorgen.

  9. Cover des Buches Vom Anfang bis heute (ISBN: 9783328100065)
    Loel Zwecker

    Vom Anfang bis heute

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Loel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten. 

    Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen. 

    Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.

    Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten. 

    Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.

    Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat

  10. Cover des Buches Die Attentäterin (ISBN: 9783423136457)
    Yasmina Khadra

    Die Attentäterin

     (51)
    Aktuelle Rezension von: j125
    Inhalt:
    Amin Jaafari ist ein hoch angesehener Arzt in Tel Aviv - und ein arabischer Israeli. Umso rascher gerät er unter Verdacht, als die Polizei herausfindet, dass seine Frau in Tel Aviv als Selbstmordattentäterin ein Restaurant sprengte. Jaafari kann es nicht fassen, dass er von dem Plan seiner Frau nichts wusste. Er reist nach Bethlehem und Dschenin, in die Zentren des palästinensischen Widerstandes. Unbeirrt versucht Jaafari, die Verantwortlichen zu finden, die seine Frau zu einer "Schwarzen Witwe" gemacht und sein Leben zerstört haben. (Klappentext laut Verlag)

    Meine Meinung:
    Im Praktikum hat eine andere Praktikantin begeistert von dem Buch erzählt und da ich mich schon seit der Schulzeit für den Nahost-Konflikt interessiere, musste ich das Buch unbedingt lesen.

    Gleich zu Beginn merkt man, dass dieses Buch keine normale Unterhaltungslektüre ist. Das erste Kapitel beginnt mit einer Bombenexplosion, mit Schmerzen, mit verletzten Menschen, mit Hilfeschreien. Es ist sehr blutig, nichts wird geschönt, aber das ist wahrscheinlich bei dieser Thematik auch nur schwer möglich.

    Im Verlauf nimmt zwar der physische Horror ab, es gibt nur noch kleinere Raufereien, aber der psychische Schmerz nimmt zu. Amin Jaafari versucht verzweifelt herauszufinden, was seine Frau zu diesem Schritt bewogen hat. Doch wen er auch fragt, jeder schweigt oder rät ihm, stolz auf die Tat seiner Frau zu sein und nicht weiter zu forschen.

    Wie so oft bei wirklich guten Büchern, fällt es mir schwer die Begeisterung in Worte zu fassen. Ich finde das Thema einfach wahnsinnig spannend und es wurde richtig gut umgesetzt. Ich konnte Amin sehr gut verstehen, dessen Gedanken sich immer wieder und wieder im Kreis drehen, weil er einfach nicht akzeptieren kann, dass seine Frau sich und 17 andere in den Tod gerissen hat. Es war schonungslos ehrlich, aber gerade deswegen so gut. Man erhält furchtbare, aber spannende Einblicke in die Gedankenwelt von Selbstmordattentätern. Zwar nur indirekt, durch Gespräche zwischen Amin und anderen Personen über seine Frau Sihem, aber dennoch bekommt man eine Vorstellung davon, was solche Menschen bewegt.

    Mit ein bisschen Abstand betrachtet muss ich zwar sagen, dass ich mir noch ein bisschen mehr Einblicke in Sihems Gedanken gewünscht hätte, noch ein bisschen mehr Klarheit über ihre Motive, aber das ginge letztendlich nur durch Sihem selbst und die ist tot.

    Fazit:
    Es ist nicht zu beschreiben, was das Buch mit einem macht. Wer sich für das Thema interessiert, der sollte es unbedingt lesen. Man muss sich aber darauf einstellen, dass das Buch nicht unbedingt was für schwache Nerven ist.
  11. Cover des Buches Mona (ISBN: 9783442483440)
    Dan T. Sehlberg

    Mona

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Noxia_Lupus

    Der Thriller "M.O.N.A." von Dan T. Sehlberg ist 2016 als Taschenbuch im Goldmann Verlag erschienen. Im Großen und Ganzen besteht M.O.N.A. aus zwei miteinander verbundenen Handlungssträngen. Auf der einen Seite gibt es den ehemaligen MIT Professor Samir Mustaf, der aus Rache einen hoch aggressiven Computervirus entwickelt und auf der anderen Seite ist der schwedische Erfinder Eric Söderqvist, der ein revolutionäres Programm geschrieben hat, welches ermöglicht Mensch und Maschine zu verbinden. Kurz nachdem das Computervirus verbreitet wurde, fällt Erics Frau Hanna Söderqvist in ein mysteriöses Koma. Hängt es damit zusammen, dass sie das Programm ihres Mannes nach der Verbreitung des Virus' ausprobierte? Mir hat der Thriller sehr gut gefallen. Beide Handlungsstränge sind sowohl für sich genommen als auch zusammen gesehen hoch interessant mit faszinierenden und realistisch handelnden Charakteren. Ich habe das Buch schnell und begeistert gelesen. Einzig und allein das Ende war nicht wirklich zufriedenstellend, doch zum Glück gibt es einen zweiten Band auf den ich sehr gespannt bin.

  12. Cover des Buches Der Junge, der vom Frieden träumte (ISBN: 9783596521609)
    Michelle Cohen Corasanti

    Der Junge, der vom Frieden träumte

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Computermasche

    Die Idee des Buches fand ich sehr gut und es hat einem die Sicht auf die Perspektive der Palästinenser geöffnet. Aber leider fand ich das Talent der Hauptfigur Ahmed sehr unrealistisch. Keine Mensch ist in der Lage jede Aufgabe an der Uni in wenigen Sekunden im Kopf zu rechnen und entwickelt im ersten Semester einen revolutionären Forschungsansatz. 

    Da die Begabung Ahmends aber nur Mitte zum Zweck ist und nicht der Hauptpunkt der Geschichte, konnte ich einigermaßen darüber hinweg sehen. 

    Ansonsten fand ich das Buch sehr gut. Ich hatte mich bisher mit der Situation in Israel noch nicht viel beschäftigt. Es wird auch häufig die Sicht der Palästinenser übersehen. Das Buch eröffnet einem diese Perspektive sehr gut und eindrücklich.

  13. Cover des Buches Eine Frau flieht vor einer Nachricht (ISBN: 9783596184309)
    David Grossman

    Eine Frau flieht vor einer Nachricht

     (42)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Oras jüngster Sohn Ofer hat eigentlich gerade den obligatorischen Militärdienst abgeleistet als er sich freiwillig zu einem Einsatz verpflichtet. Die Mutter versucht ihn noch erfolglos zu stoppen, denn es ist nicht das erste Mal im Leben, dass sie unmittelbar mit den Auswirkungen der Kampfeinsätze konfrontiert wird. Sie hat Angst und um der Todesnachricht zu entkommen, beschließt sie, nach Galiläa zu reisen. Avram, Ofers leiblicher Vater, der zu seinem Sohn jedoch nie eine Beziehung aufgebaut hat, begleitet sie und beim Wandern begeben sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit, ihre gemeinsame Zeit und all die Dinge, die nie gesagt wurden, werden nun 20 Jahre später ans Licht gebracht.

    David Grossman verarbeitet in seinem Roman eine in Israel allgegenwärtige Situation. Wir der Militärdienst noch als notwendiges Übel allerseits akzeptiert und auch unterstützt, ist doch die Angst bei den vielen Einsätzen und unmittelbaren Bedrohungen ein ernstzunehmendes Problem für die Eltern. Die Kinder stehen an den Checkpoints und gehen in den Kampf und setzen sich damit unmittelbarere Bedrohung aus. Dies nicht ertragen zu können, ist mehr als nachvollziehbar – vor dem Hintergrund des Autors, der in ebendieser Situation einen Sohn verloren hat, umso bedeutsamer. Aber nicht nur der gegebene Anlass und die Realitätsnähe können überzeugen, sondern auch das komplexe Verhältnis einer Frau zu zwei Männern, die sie auf ganz unterschiedliche Weise lieben kann und denen sie sich verpflichtet fühlt.

  14. Cover des Buches Jaffa Road (ISBN: 9783596703852)
    Daniel Speck

    Jaffa Road

     (96)
    Aktuelle Rezension von: dorystobbe

    Ein herausragendes Buch, wenn man den Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina nicht aus politischer, sondern aus menschlicher Sicht verstehen möchte. Man taucht in die Ängste, die Verzweiflung, die Sehnsüchte, die Leidenschaft von Arabern und Israelis gleichermaßen ein. Es hat mich zu tiefst bewegt, weil ich hautnah eine Welt miterleben durfte, die mir bislang fremd war.

    In Daniel Specks Roman „Piccola Sicilia“ versteckt sich der ehemalige deutsche Wehrmachtssoldat Moritz Reincke bei einer jüdischen Familie in Tunis. In „Jaffa Road“ nimmt eine neue Identität an – als Jude und wandert mit der Tochter dieser Familie nach Israel aus. Als die Ehe zerbricht, kehrt er nach Deutschland zurück und lässt sich auf eine Beziehung mit einer jungen Palästinenserin ein.

    Als er in Sizilien stirbt, treffen sich seine deutsche Enkelin, seine jüdische Tochter und sein palästinensischer Sohn, um die Geheimnisse ihres Vaters, bezw. Großvaters zu entwirren. Überzeugende Charaktere, in die man sich hineinversetzen kann; drei fremde Welten prallen aufeinander. Ein Stück neuzeitlicher Geschichte, die in diesen Personen greifbar wird.

    Anfangs musste ich mich an die Zeitsprünge zwischen dem Jetzt und den Erinnerungen an alte Zeiten gewöhnen. Aber die Geschichte ist so authentisch geschrieben, als ob der Autor diese Personen wirklich gekannt und ihnen zugehört hätte, lebendige Gespräche, die mich überzeugen. Und immer wieder zwischendurch poetische, fast philosophische Reflektionen, die mich berührt haben, zum Nachdenken bringen. 

    Ein absolut lesenswertes Buch! Uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die Geschichten lieben,  die genau SO hätten geschehen können.

  15. Cover des Buches Alles, alles über Deutschland - Halbwissen Kompakt (ISBN: 9783462048490)
    Jan Böhmermann

    Alles, alles über Deutschland - Halbwissen Kompakt

     (12)
    Aktuelle Rezension von: leniks
    Das Buch ist mir in der Bibliothek über den Weg gelaufen, ich fand den Titel sehr gut und habe es mitgenommen. Es ist in sechs Kapitel untergliedert, unter anderen in Erdkunde, Politik und andere Themen. Die Gestaltung des Buches an sich finde ich gut. Aber wer hier wirkliches Wissen erlangen möchte, lässt lieber die Finger von dem Buch. Wenn man es mit Augenzwinkern liest, ist es ok. DEr ZUsatz "Halbwissen kompakt" passt. Das Buch umfasst 272 Seiten, ich habe die 3. Auflage aus dem Jahr 2016 , ist im KiWi-Verlag erschienen, gelesen. Von mir bekommt es drei Sterne.
  16. Cover des Buches Leihst du mir deinen Blick? (ISBN: 9783423782234)
    Valérie Zenatti

    Leihst du mir deinen Blick?

     (30)
    Aktuelle Rezension von: DieKirsche
    Nachdem ganz in Tals Nähe eine Bombe explodiert ist, beginnt sie zu schreiben, um das Erlebte zu verarbeiten. Eines Tages kommt ihr dabei die Idee einen Brief - besser gesagt eine Flaschenpost - zu schreiben, mit der sie Kontakt zu einem gleichaltrigen Mädchen aus dem Gazastreifen aufnehmen möchte. Tatsächlich bekommt sie irgendwan eine eMail. Allerdings stammt diese vom 20-jährigen Naim, welcher den Israelies weder besonders feindsehlig noch wohlgesonnen gegenübersteht und sich auch gegenüber Tal zunächst sehr zurückhalten und ironisch gibt. Der Großteils dieses Buches ist in Briefform geschrieben.Auch einige wenige Chatunterhaltungen gibt es, ergänzt durch Erzählungen in der Ich-Form aus Tals oder Naims Sicht. Auf diese Art und Weise entsteht auf den wenigen Seiten ein sehr gutes Gesamtbild über die Gefühlswelten beider. Auch die Sprache ist dementsprechend einfach und schnell zu lesen. Obwohl beide nur 100 Kilometer voneinander entfernt wohnen, unterscheiden sich ihre Welten sehr stark und es wird erst nach und nach ersichtlich, dass es auch durchaus Gemeinsamkeiten zwischen ihnen gibt. Das Leben beider wird mehr oder weniger durch den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern geprägt. In Jerusalem werde Anschläge verübt, der Gazastreifen wird oft komplett abgeriegelt, es gibt Militärstreifen und Ausgangssperren. In ihren Briefen nähern sich die beiden nach und nach an während sie versuchen, den anderen zu verstehen. Hieran wird sehr deutlich, das es Frieden wohl kaum durch wechselseitige Gewalt sondern vielmehr durch einen Dialog geben wird, der jedoch nach wie vor eher in weiter Ferne schwebt. Am Ende des Buches ist man für beide Charaktere gleichermaßen eingenommen und macht sich gemeinsam mit dem jeweiligen Charakter Sorgen um den anderen, wenn wieder ein Selbstmordattentäter einen Sprengstoffgürtel gezündet oder eine Militärpatrouille geschossen hat. Allerdings fand ich beide Charaktere auch etwas überzeichnet. Tal ist die Optimistin in Person. Sie glaubt bedingungslos an den möglichen Frieden. Dazu gehört unter anderem, dass sie in diesem ersten Brief nach Gaza ihre komplette Identität offen legt, ohne Angst vor einem möglichen Fanatiker oder ähnlichem. Naim konnte mich auch nicht wirklich überzeugen. Er scheint das Gegenteil all dessen zu sein, was man sich unter "den Palästinensern" vorstellt. Sehr gebildet, steht er dem Islam kritisch gegenüber, hält nichts von den Kulturen seines Volkes, sondern sieht sich durch diese in seiner Freiheit eingeschränkt. Auch wenn seine Gedanken recht nachvollziehbar waren, hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass sich Tal mit jemanden unterhält, der nicht repräsentativ für den Konfliktpartner ist und gerade so wurde das Bild eines kaum möglichen Friedens noch verstärkt. Gut dargestellt werden hingegen die vielen Probleme, die es im Gazastreifen gibt und die durchaus eine ohnmächtige Wut bei den Betroffenen auslösen können. Das Ende ist gelungen und rundet dieses Buch gut ab. Für mich hätte es durchaus noch ein Epilog sein dürfen, damit die Dinge nicht so offen im Raum stehen bleiben, aber das Ende funktioniert auch so sehr gut. Fazit: In diesem Buch kann man viel über den Konflikt im Nahen Osten lernen. Dabei bleibt die Perspektive nicht einseitig und die Autorin schafft es den Leser zum Nachdenken anzuregen. Die Charakter wirken leicht stilisiert, schaffen es aber dennoch den Leser zu packen und erst nach der letzten Seite wieder loszulassen. Wertung: 4 Punkte Nicht nur für Jugendliche eine interessante Lektüre
  17. Cover des Buches Stupid white men (ISBN: 9783492241274)
    Michael Moore

    Stupid white men

     (585)
    Aktuelle Rezension von: sunplantsky

    In dem Buch „Stupid White Men“ betrachtet Michael Moore Amerika und die Regierung Bush von einer anderen Perspektive. Er kritisiert offen und begründet dies auf nachvollziehbare Weise. Auch stellt er Fragen, deren wahren Antworten wir wohl nie kennen werden. Als Leser sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Informationen zu bestimmten Themen mittlerweile veraltet sind. Diese Teile habe ich übersprungen, weil sie langweilten. Dennoch regt der Inhalt zum Nachdenken an, da auch parallelen zu unserem heutigen Alltag gezogen werden können, auch wenn man nicht in Amerika lebt. Unterhaltend ist auch der Humor von Moore. Kurz um, ein gutes Buch, was mittlerweile aber überholt ist.

  18. Cover des Buches Ich rette die Welt - aber erst mal eine rauchen (ISBN: 9783967410075)
    A. K. Grundig

    Ich rette die Welt - aber erst mal eine rauchen

     (32)
    Aktuelle Rezension von: sarah83sbookshelf

    Sind es die Bilder oder die Bilder im Kopf, die einen mehr berühren? Wahrlich kann ein Bild mehr als tausend Worte sagen und doch, ohne Zusammenhang und in einer schieren Reizüberflutung können Bilder einen Film hinterlassen, der die Grausamkeit des Krieges verschleiert. Zudem ist es nicht ungewohnt, dass man bei täglicher Auseinandersetzung abstumpft, doch wo endet die Wahrheit und wo beginnt die Mutmaßung?
    Lea reist mit mehreren Journalisten und Fotografen nach Syrien. Noch scheint es alles ruhig, doch der Druckkessel ist zum Bersten gefüllt. Zu viele Interessen prallen auf dem nahezu kleinen Gebiet aufeinander. So dauert es nicht lange, bis die Reporter neben der Berichterstattung immer wieder um ihre Existenz fürchten müssen, wenn sie sich auf die Straßen begeben, um mit den Menschen zu sprechen oder sie durch Fotos am Leben zu erhalten. Doch wer erzählt was, wer hat welches Interesse? Werden sie auf Dauer geduldet oder ist es gar auf Dauer schlicht zu gefährlich?
    Doch wo das Gefühl der Angst sich umtreibt, ist auch das Gefühl nach Nähe und so treibt es Lea immer wieder zu dem Mann, der eigentlich nicht der Richtige für sie zu sein scheint. Denn ein Immortal War Baby ist ein Leben lang gezeichnet.
    Selbst jetzt da ich das Buch beendet und zur Seite gelegt habe, spüre ich noch diesen Druck auf der Brust. Man weiß um die Kriege und um seine Schrecken. Man kennt die Bilder und Videos. Man weiß, was Menschen anderen Menschen antun können.
    Doch ist es für das Format eines Buches, dass die Schmerzen und Leiden spürbarer macht, den Schrecken näher rückt, der die Gedanken für die Ursachen des Krieges befeuert. Das nachdenklich stimmt und gleichzeitig die Geschehnisse par absurdum führt.
    Alle Gefühle, die vermeintlich kleinen, wie das Betrunken sein vor der Fahrt ins Ungewisse, oder die großen wie zum einen Liebe und zum anderen Hass, vereinigt das Buch in sich, was es zeitweilig nahezu unerträglich macht es weiter zu lesen.
    Dabei ist das Schlimme: Es ist nicht wirklich eine Geschichte - es ist ein Spiegel der Realität.

    4 von 5 Zigaretten

  19. Cover des Buches Wie denn sonst, wenn nicht gemeinsam? (ISBN: 9783775161169)
    Assaf Zeevi

    Wie denn sonst, wenn nicht gemeinsam?

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Schnuppe

    „Die Geschichte bildet das Fundament für das Verständnis der Gegenwart“

    Assaf Zeevi ist ein gefragter Israel Reiseleiter. Er hat sich mit diesem Buch daran gewagt, den Nahostkonflikt, der seit Jahren für polarisierende Nachrichten sorgt, auf den Zahn zu fühlen. Nach einer persönlichen Einleitung über seine Kindheit in Israel kommt ein ausführlicher geschichtlicher Teil, der den Leser sehr fordert. Danach wird man auf eine Reise durch Israel mitgenommen, bei denen die unterschiedlichsten Menschen zum Thema befragt werden. So bekommt man wirklich viele Meinungen mitgeteilt und kann versuchen sich ein Bild von den verschiedenen Seiten zu machen. Das Ganze ist natürlich nicht so schwarz-weiß, wie es oft in der Berichterstattung scheint. 

    Ein sehr umfangreicher Querschnitt, der aber doch nicht alle Meinungen enthält. Extreme Gruppierungen kommen nicht zu Wort. Aber es gibt auch Gegenden in denen das Miteinander zu funktionieren scheint, Menschen, die eine Lösung wollen und hoffentlich auch etwas erreichen können. 

    Der Autor hat all diese Stimmen zusammengefasst und sich keiner Seite angeschlossen. Eine gute Lagebestimmung, die trotz aller bestehenden Schwierigkeiten doch einen Hoffnungsschimmer für die Region aufzeigt.

  20. Cover des Buches Verdammtes Land (ISBN: 9783492307178)
    Andreas Altmann

    Verdammtes Land

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Chrischan
    Ich will über Palästina nichts als Geschichten erzählen, weil mich jede Illusion - die Antwort zu finden - längst verlassen hat. Geschichten von den einen, die andere quälen und erniedrigen. Und den anderen, die gequält und erniedrigt werden. Und Geschichten von Heldinnen und Helden, die es zäh und beherzt mit ihrer Wirklichkeit aufnehmen. Von Frauen und Männern, von denen all wir anderen etwas erfahren könnten: über Würde, über Großzügigkeit, über schiere Tapferkeit. Klar, vom Irrsinn und der Lächerlichkeit wird auch die Rede sein. Denn das muss man Palästina lassen: Stories hat das Land zu bieten, an jedem Eck, zu jeder Stunde. - Andreas Altmann

    Und so beginnt er einfach zu erzählen, der Reiseautor, der Weltenbummler und manchmal Aussteiger. Wie er im nicht ganz so heiligen Land ankommt; wie er aufgenommen wird, von Juden, von Muslimen, von Christen. Er erzählt, wie sie im begegnen, ihm dem Atheisten, dem durch und durch Ungläubigen: mit Herzlichkeit, mit Gastfreundschaft, mit Respekt.

    Doch es gibt auch jene "unangenehmen" Begegnungen. Aufeinandertreffen mit Fanatikern aller Seiten, mit den vernagelten Juden, den verbohrten Christen und den fundamentalistischen Muslimen. 

    Es ist eine Reise, die widersprüchlicher nicht sein könnte. Eine Reise in eine Welt zwischen Sehnsucht und Hass, zwischen Schönheit und der hässlichen Fratze des Krieges; eine Welt zwischen Himmel und Hölle. 
    Mittendrin Andreas Altmann, der mit einer unprätentiösen Sprache, mit Leidenschaft und Wehmut von Land und Leuten berichtet. Der aufmerksam zuhört und aufmerksam macht, ohne dabei zu fatalisieren. Altmann zeigt eben jene Menschen, die einfach nur frei und selbstbestimmt leben wollen. Die das Beste aus dem kargen Land machen wollen und nicht verstehen können, warum man ihnen diesen kargen Flecken auch noch wegnehmen will.
    Altmann macht kein Geheimnis daraus, dass er für einen palästinensischen Staat ist, aber er ist dabei nicht aufdringlich oder gar missionarisch. Er ist dieser idealistische Journalist, der alle Seiten betrachtet, der vorurteilsfrei an etwas herangeht.
    Ein wunderbarer Reisebericht, wie er schöner und aufrüttelnder nicht sein könnte. Durch und durch humanistisch, in Sprache und Gebaren. Sympathisch, bewegend und zutiefst menschlich.

    (c) Christian Hesse, Oktober 2014
  21. Cover des Buches Emoticon (ISBN: 9783257236576)
    Jessica Durlacher

    Emoticon

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Monsignore
    Ich habe zwei Anläufe genommen und es lagen Jahre dazwischen - aber über Seite 50 kam ich nicht hinaus. Wirre Struktur, Personen ohne Leben, ein Durcheinander von Dialogen, Begegnungen, Orten. Wenn auf Seite 50 nicht klar ist, wohin die Romanreise gehen soll, hat es keinen Sinn mehr. Andere Bücher von Jessica Durlacher habe ich mit Begeisterung gelesen, aber dieses erscheint mir von einer anderen Person geschrieben. Eindeutig nicht empfehlenswert.
  22. Cover des Buches Das Leben kleben (ISBN: 9783423253468)
    Marina Lewycka

    Das Leben kleben

     (169)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Für mich lebte "Das Leben kleben" von seinen skurrilen, undurchschaubaren Nebendarstellern - allen voran Naomi. Leider nahm die Ich-Erzählerin Georgie mit ihren familiären Problemen zu viel Platz ein - im Vergleich war das eine zu gewöhnliche Geschichte. Ich hätte gerne mehr von den anderen Personen und dem Haus erfahren.
    Insgesamt aber eine unterhaltsame Geschichte mit liebenswerten Charakteren.

  23. Cover des Buches Wir sehen uns am Meer (ISBN: 9783426306185)
    Dorit Rabinyan

    Wir sehen uns am Meer

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Schneewehe

    Die Geschichte von Dorit Rabinyan reißt einen mit in einen Strudel aus Farben, Erlebnissen, Eindrücken. Liat und Chilmi lernen sich in New York kennen. Sofort sind sie von einander fasziniert. Sofort ist da eine Verbindung. Diese Liebe könnte so einfach und unbeschwert sein, wäre Liat nicht Israelin und Chilmi Palästinenser, und würde nicht Liats Abreise in einigen Monaten ständig im Hintergrund lauern.
    Das Buch ist wunderschön geschrieben, mit einer lebendigen Sprache, die den Leser direkt mitnimmt ins Geschehen, in die Beziehung voller Gemeinsamkeiten aber auch Widersprüche. Das Buch ist aus Liats Sicht geschrieben, aus der Ich-Perspektive, meist im Präsens, was den Leser ganz nah heranholt an ihre Gefühle und Gedanken. Bisweilen springt es vor und zurück in der Zeit, beleuchtet die Handlung aus einem anderen Blickwinkel, was dem Leser das Verwirrende, Vertrackte an der Situation gut vermittelt. Man versteht gut die Ausweglosigkeit, den Schmerz der beiden, die politischen Konflikte, die Wut und Angst, die immer wieder mal in den Vordergrund treten.
    Ich konnte mich als Leser sehr gut mit den Charakteren identifizieren, mit ihnen durch die belebten Straßen New Yorks streichen, von der warmen Sonne Israels/Palästinas träumen. Man fiebert als Leser mit den beiden mit und hofft – entgegen aller Vernunft – dass es doch noch irgendwie ein gutes Ende geben wird, eine gemeinsame Zukunft für die beiden.
    Das Buch ist spannend und liest sich gut, ein paar wenige langatmigere oder verwirrende Stellen fallen nicht weiter ins Gewicht und ich habe es sehr gern gelesen.
    Ich kann das Buch sehr empfehlen, denn neben einer guten Geschichte und einem tieferen Hintergrund besitzt es auch eine schöne Schreibweise und zeigt, dass alles mehr als nur eine Seite hat. Definitiv werde ich nun auch einige der anderen Bücher von Dorit Rabinyan lesen.

  24. Cover des Buches Die schwarze Macht (ISBN: 9783328100621)
    Christoph Reuter

    Die schwarze Macht

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Splashbooks

    Es vergeht kaum ein Tag, wo es nicht eine neue Schreckensnachricht aus dem Gebiet gibt, wo der Islamische Staat herrscht. Dieses Gebilde hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer Terrororganisation ohne Gleichen entwickelt. Doch woher kommt sie? Wie kann es sein, dass sie allen Versuchen, sie auszulöschen, widerstanden hat? Wie ist überhaupt das Alltagsleben in den besetzten Gebieten? Das sind Fragen, die der SPIEGEL-Korrespondent Christoph Reuter versucht in seinem Buch "Die Schwarze Macht: Der 'Islamische Staat' und die Strategien des Terrors" zu beantworten.

    Der Autor wurde 1968 geboren. Er studierte Islamwissenschaften und spricht fließend Arabisch. Der war "Journalist des Jahres 2012" und hat für Die Zeit und den Stern geschrieben. Er ist einer der letzten Reporter, die noch aus Syrien und Nordirak berichten.

    Vorab macht Christoph Reuter klar, dass er für viele seiner Aussagen keine direkten Quellen hat. Vielmehr verlässt er sich auf die Aussagen von Flüchtlingen, die er interviewt hat. Doch das tut der Aussagekraft seines Buches keinen Abbruch. Denn vieles, was er zu berichten weiß, hat trotzdem Hand und Fuß und weiß zu überzeugen.

    In seinem Band versucht er dabei jeden erdenklichen Aspekt bezüglich des "Islamischen Staates" abzudecken. Er beschreibt über mehrere Kapitel hinweg, die diese Organisation entstanden und an die Macht gelangt ist. Ebenso geht er auch auf den Umgang der Medien mit dem "IS" ein und wagt unter anderem auch einen Ausblick auf das, was geschehen könnte.

    Rest lesen unter:
    http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/22019/die_schwarze_macht_der_islamische_staat_und_die_strategen_des_terrors

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