Bücher mit dem Tag "metoo"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "metoo" gekennzeichnet haben.

36 Bücher

  1. Cover des Buches The Secret Book Club – Die Liebesroman-Mission (ISBN: 9783499002656)
    Lyssa Kay Adams

    The Secret Book Club – Die Liebesroman-Mission

     (363)
    Aktuelle Rezension von: teaofbooks

    Es geht im 2. Band der „The Secret Book Club“ Reihe von Lyssa Kay Adams dieses Mal um Liv & Braden Mack, der den Buchclub gegründet hat. Ich hatte mir von dem Buch erhofft, etwas mehr über den Buchclub zu lesen, da ich die Idee dahinter sehr interessant finde. Dieser spielt in diesem Band meiner Meinung nach jedoch eher eine Nebenrolle. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Buch geliebt, es gab viele schöne und witzige Momente. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm. 

    Liv war mir zwischendurch etwas zu drüber mit ihrer sarkastischen Art, jedoch fand ich sie keineswegs nervig. Über Macks Geschichte hat man mehr erfahren und ich mochte ihn als Charakter sehr gerne. Ich konnte mir zwischendurch nicht vorstellen, dass manche Dialoge so wirklich passieren könnten in der Realität, es war dennoch durchgehend amüsant.  Es werden zudem wichtige Themen angeschnitten u.a sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, wobei aber nicht zu sehr ins Detail gegangen wird. Ich glaube da hätte ich mir tatsächlich noch mehr tiefe gewünscht, für mich war es in dem Buch jedoch gar nicht so präsent. Kurz am Anfang und gegen Ende, es war halt eher eine Nebenhandlung der Geschichte.

    Es war definitiv eine gelungene Fortsetzung die mich gut unterhalten hat und ich freue mich schon darauf den 3 Band der Reihe zu lesen. 😊

    4,5/5⭐️

  2. Cover des Buches Never Doubt (ISBN: 9783736312807)
    Emma Scott

    Never Doubt

     (397)
    Aktuelle Rezension von: Thalia00

    Ich bin ein riesen Fan von Emma Scott. Sie hat einfach einen schreibstyl, der mich immer fesselt und in die Geschichte abtauchen lässt. Es schlägt nicht mein Highlight "bring down the stars" von ihr, aber ist dennoch ein absoluter Favorit dieses Jahr. ❤️

    Was mich vor allem begeistert hat ist, dass Willow sich selbst aus dem Loch rausziehen konnte und eine beeindruckende Charakter Stärke gezeigt hat. 💞

  3. Cover des Buches Der Zopf (ISBN: 9783596522668)
    Laetitia Colombani

    Der Zopf

     (701)
    Aktuelle Rezension von: Lo_Roja

    In ihrem Debütroman "Der Zopf" stellt die Autorin, Laetitia Colombani, gleich drei Hauptfiguren in den Mittelpunkt, deren Leben zu einer Geschichte verschmelzen. 

    Zunächst begegnet der Leser Smita in Indien und lernt durch ihren Charakter sehr viel über die indische Gesellschaft, das Rechts- und Kastensystem kennen. Viele, die Colombani bereits kennen und andere ihrer Werke vorab schon gelesen haben, werden merken, dass sie besonders den Dalits, den Unberührbaren, die außerhalb des Kastensystems leben, eine Stimme gibt. Smita muss wortwörtlich anderer Leute Dreck beseitigen und auch ihr Mann kann sich nur mit niederen Arbeiten über Wasser halten. Ihre Tochter, Lalita, ist aufgrund ihrer Herkunft dazu verdammt, das Handwerk ihrer Mutter zu erlernen. Traditionellerweise gibt es für sie, ebenfalls Dalit, keine Möglichkeit, aus diesem Kreislauf zu entkommen. Doch Smita ist eine Figur, die trotz allem rebelliert und Gepflogenheiten, die Frauen determinieren und einschränlen, nicht hinnehmen möchte. Sie kämpft vor allem für Lalitas Freiheit, aber auch für sich selbst. Der Weg, den sie auf sich nimmt, um ans andere Ende Indiens und auch zum heiligen Tempel Vishnus zu kommen, symbolisiert eine Reise zu sich selbst. Sie hinterfragt sich selbst sehr oft, agiert reflektiert, aber doch bewusst. Am Ende festigt sich nicht nur ihr Glaube, sondern auch das Vertrauen, die richtige Entscheidung für Lalita und sich getroffen zu haben, auch wenn es gegen jede Konvention geht. Sie hat die Risiken, die in Indien für sie fatal gewesen wären, in Kauf genommen. Smita steht daher personifiziert für den Mut, den Frauen aufbringen können! 

    In Italien begegnet der Leser Giulia. Sie muss zwangsläufig das Geschäft ihres Vaters übernehmen und beweist darin großen Geschäftssinn. Auch sie ist mutig, jedoch setzt sie nicht vorrangig ihr Leben aufs Spiel, um ihre Prinzipien und Vorstellungen zu verwirklichen. Giulia steht sinnbildlich für die Liebe, aber auch für die Tüchtigkeit einer Frau. Obwohl Immigranten in Sizilien nicht gern gesehen werden und eher marginalisiert außerhalb der italienischen Gesellschaft leben, verliebt sich Giulia in einen Sikh. Von ihm lernt sie viel über dessen Religion, aber auch über die unterschiedlichen Arten der Liebe. Kamal entspricht nicht dem westlichen Klischee eines attraktiven Mannes und doch ist Giulia hin und weg von ihm. Auch unterstützt er sie in ihrer Geschäftsidee und stellt einen Kontakt her. Wichtig ist hier jedoch vor allem der Aspekt, dass er nicht ins Geschäft einsteigt, sondern Giulia immer die Handlungsführende ist und nie nur von seinen Entscheidungen abhängig ist oder sie nur echot. 

    Sarah ist die dritte Frau, also der dritte Strang des Zopfes, den Colombani als über der Handlung stehende Macht flicht. Sarah ist zunächst die Karrierefrau, die versucht, dem Klischee der "working mom" gerecht zu werden. Ihre Kinder spielen jedoch erst nur eine Nebenrolle, denn ihr Job als Anwältin und ihre hochrangige Position als Partnerin haben Vorrang. Besonders positiv ist anzumerken, dass Sarah ihren Arbeitswahn zwar reflektiert, sie jedoch dafür nicht an den Pranger gestellt wird. Der Roman ist daher sehr modern und entspricht dem Frauenbild des 21. Jahrhunderts, in dem eine Frau alles sein kann, was sie möchte. Sarah wird am Ende von einem Schicksalsschlag heimgesucht, der eigentlich nicht typischer-Frau hätte sein können. Doch da sie sinnbildlich für die Kraft und das Kämpfertum einer Frau steht, nimmt sie diesen Kampf bewusst und mutig auf und sieht ihrem "Feind" ins Gesicht! 

    Alle drei Frauen werden in einem Aspekt vereint, der sich mit dem Titel durch den Plot zieht: Haare. Eigentlich ist in der Literatur vor allem der Aspekt afroamerikanischem Haars vorherrschend, jedoch verarbeitet Colombani das Thema des "hairitage", also des Haarerbes, ebenso gekonnt. Sie greift den Topos in jedem Handlungsstrang auf und verwebt genau diesen Aspekt mit den anderen Geschichten. Auch in Kamal wird er aufgrund des Turbans und seiner Sikh-Religion thematisiert. Besonders gut gelungen ist die Betonung einer globalen Schwesternschaft, die gemeinsam für Emanzipation und Freiheit kämpft. Es wird deutlich, dass Feminismus keine Grenzen kennt, sondern eine weltweite Bewegung ist und auch sein muss, um Rechte einzufordern. Allen Frauen gemein ist, dass sie zwar vom Schicksal, von einer nicht-greifbaren Kraft geschlagen und niedergerungen wurden, jedoch die Kraft finden, sich selbst, ganz alleine, wieder aufzurichten und nach vorne zu gehen. Colombani singt in "Der Zopf" eine Hymne auf alle Frauen, die Mut haben, für etwas in ihrem Leben zu kämpfen!

  4. Cover des Buches Alte weiße Männer (ISBN: 9783462052466)
    Sophie Passmann

    Alte weiße Männer

     (117)
    Aktuelle Rezension von: wiedertraeumem

    Sophie hat Humor und kann gut schreiben, dagegen kann ich echt nichts sagen. Jedoch beschreibt sie ewig, welcher der Gesprächspartner zu spät zum Interview kommt, wo das Gespräch stattfindet und was es währenddessen zu essen gab. So gerät die Hauptfrage etwas aus dem Fokus. Ich hätte mir gewünscht, dass sie etwas kritischer und hartnäckiger nachfragt. Die Gesprächspartner waren nämlich meiner Meinung nach gut gewählt.

    Ein paar feministische Aspekte wurden trotzdem gut rübergebracht und am Ende passend zusammengefasst. 💁🏻‍♀️

    So ganz schlecht war das Buch nicht, ich hätte mir nur einfach etwas mehr erhofft 😊

    „Wir werden noch viele Jahre über den Sinn oder Unsinn von Feminismus streiten. Lasst es uns wenigstens klug tun, ohne uns selbst oder das Gegenüber ständig mit Feindbildern zu langweilen.“

  5. Cover des Buches Unsichtbare Frauen (ISBN: 9783442718870)
    Caroline Criado-Perez

    Unsichtbare Frauen

     (84)
    Aktuelle Rezension von: RiesenradFahren

    Zu meinen guten Vorsätzen für dieses Jahr gehört es, mehr Sachbücher zu lesen. Das fällt mir unglaublich leicht, weil es inzwischen so viele gut geschriebene und leicht lesbare Bücher zu allen möglichen Themen gibt. Im Bereich Feminismus und Datenanalyse ist 2019 das Buch „Unsichtbare Frauen“ erschienen. Die Autorin Criado-Perez hat sechs unterschiedliche Kapitel geschrieben, die sich mit den fehlenden Informationen über Frauen am Arbeitsplatz, im Design oder im Öffentlichen Leben auseinandersetzen. Beispielhaft schlüsselt sie auf, wie ein rein männlicher Blick bei der Stadtplanung zu guten Verkehrsverbindungen aus den Vororten in die Städte führt. Gleichzeitig fehlt oft ein ÖPNV, der Frauen schnell zu den Schulen ihrer Kinder, zu den pflegebedürftigen Eltern und zum Einkauf bringt. Noch immer sind es meist die Männer, die in den Städten arbeiten, während die Frauen bei den (kleinen) Kindern bleiben. So kommt es auch, dass die Straßen als erstes vom Schnee befreit werden, die Fuß- und Radwege, die die Frauen oft benutzen, hingegen nicht oder erst später. Und wer schon Mal bei Glätte oder Schnee einen Kinderwagen geschoben hat, weiß wie sehr das stört.

    Lesenswert sind alle Kapitel in dem Buch. Am Nachdenklichsten hat mich aber das Kapitel zu den fehlenden medizinischen Daten gemacht. Obwohl bekannt ist, dass die Geschlechter unterschiedliche Immunsysteme und Hormone haben, aber auch eine unterschiedliche Fett-Muskel-Verteilung, werden viele Produkte nur an männlichen Zellen und an männlichen Tieren (zumindest anfangs) getestet. Der Prototyp ist immer ein weißer, ca. 70 Kilo schwerer und ca. 30 Jahre alter Mann. Das Frauen vielleicht andere Dosierungen benötigen oder Inhaltsstoffe anders vertragen, wird zu wenig beachtet. Das nicht-europäische Frauen hier doppelt benachteiligt sind, ist noch ein anderes Thema. Auch gelten Frauen aufgrund ihres Zyklus` noch immer als „falsch“ und „kompliziert“, also entwickelt man Medikamente für Frauen als würden sie nicht menstruieren.

    Das ganze Kapitel lässt mich verwundert zurück, nie hätte ich gedacht, dass wir noch so rückständig sind. 

    Insgesamt ist „Unsichtbare Frauen“ ein sehr lesenswertes Buch, das strukturelle Diskriminierung aufgrund von fehlender Datenerhebung aufzeigt. Durch die Menge der gut recherchierten Beispiele, wird man beim Lesen allerdings immer wieder sauer. Wie kann es sein, dass viele Fakten den Planern/ Entwicklern/ Entscheidungsträgern bekannt sind bzw. sein müssten, aber sich dennoch nichts ändert? Es wird anscheinend noch immer erwartet, dass Frauen und Frauenkörper sich einfach stärker an Männer anpassen. Dann sollen Frauen sich halt größere Hände wachsen lassen, wenn sie die Klaviertasten besser greifen wollen. Dann sollen Frauen halt die Form ihrer Brüste ändern, wenn ihnen die Milchpumpen nicht passen. Dann sollen Frauen halt die gleichen Anzeichen wie ein Mann für ´nen Herzinfarkt zeigen, wenn sie schnelle Hilfe erwarten.  

    Ich bin wütend, wie viel wir noch zu tun haben, um gleichberechtigt mit Männern zu leben

  6. Cover des Buches Der Mann, der nicht mitspielt (ISBN: 9783462051032)
    Christof Weigold

    Der Mann, der nicht mitspielt

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Katl2

    Ein erfolgloser Schauspieler ist in Hollywood keine Seltenheit. Hardy Engel ist nur einer von vielen. Sein Versuch, als Privatdetektiv über die Runden zu kommen, ist ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Bis eines Tages eine attraktive, rothaarige Frau um eine Audienz bei ihm bittet. Und mit einem Schlag ändert sich im Leben von Hardy Engel alles. Seine Ermittlungen führen ihn hinter die Bühnen und Scheinwerferlichter von Hollywood zu den dunklen und verdorbenen Geheimnissen der Filmwelt. Schnell wird ihm klar, dass hier nichts so ist, wie es scheint und dass es manche Vorfälle gibt, die nie in das Licht der Öffentlichkeit geraten sollen. 

    Der Detektiv

    Hardys Wunsch, ein Komiker zu werden, ist nicht sonderlich von Erfolg gekrönt und so beschießt er, sich seine Erfahrungen als Polizist zunutze zu machen und beschließt, Privatdetektiv zu werden, anfangs mit einer niedrigen Beschäftigungsrate. Ein unscheinbarer Auftrag ändert dann alles. Seine Hartnäckigkeit und sein Talent, stehts zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, stoßen den zynischen und sturköpfigen Hardy mitten hinein in die Welt des Filmes, wo es von Geheimnissen und Unwahrheiten nur so wimmelt. Doch für Hardy Engel ist klar, dass er letztendlich nur der Wahrheit dient. Und die will er finden, koste es was es wolle.

    Ein Platz, an dem Träume zur Wirklichkeit werden

    Hollywood – ein Platz voller Träume, berühmter Persönlichkeiten und ein Himmel auf Erden. Zumindest scheint es so. Christof Weigold malt ein anderes Bild von Hollywood. Drogen, Alkoholismus und sexuelle Vergnügungen stehen an der Tagesordnung der großen Stars. Die vermittelte Illusion existiert nicht, und doch kämpft die Filmbranche darum, eben jene Illusion aufrecht zu erhalten. Doch der Skandal, der durch den Tod von Virginia Rappe ausgelöst wird, lässt die Fassade bröckeln und ermöglicht den Medien einen Blick hinter die sorgsam verborgenen Kulissen. Die Aufregung ist groß. Zeitungen erkennen ihre Chance zu Massenabnahmen ihrer Schlagzeilen, die Filmproduzenten fürchten um ihren Ruf, Schauspieler und Produzenten haben Angst um ihre Karriere. Am Ende ist sich jeder selbst der nächste. Und, wie Hardy später klarstellt: Im Krieg und im Film ist die Wahrheit das erste Opfer.

    Fazit

    Ein spannungsgeladener, actionreicher Kriminalroman der 1920er Jahre. Unerwartete Richtungsänderungen und Entwicklungen machen die Handlung unberechenbar und sorgen für eine fesselndes Leseereignis. Hardy Engel ist ein symphytischer Ermittler, der sich seiner eigenen Schwächen und Fehler durchaus bewusst ist und mit seinem zynisch-ironischen Blick auf die übertriebene Welt um ihn herum, einen angenehmen Gegenpol zu den undurchsichtigen Persönlichkeiten des Buches bildet. Ich habe diesen Ausflug in die Goldenen Zwanziger genossen, jede einzelne Seite davon. Für Menschen, die verwickelte Handlungsstränge lieben, ein absolutes Muss. 

  7. Cover des Buches Das Licht ist hier viel heller (ISBN: 9783627002640)
    Mareike Fallwickl

    Das Licht ist hier viel heller

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_Hagemann

    Ein Roman in zwei Perspektiven und einer ganz stereotype Aufstellung: Vater in einer Schaffenskrise, Tochter in schwieriger Erwachsenwerdens-Phase und eine problematische Beziehung untereinander. 

    Doch plötzlich tauchen Briefe einer unbekannten Frau auf und setzen eine Entwicklung in Gange, die nicht mehr stereotyp ist, sondern ungewöhnlich und besonders. Briefe über Liebe und Hass, Wut und Verzweiflung, Zärtlichkeit und Brutalität, und ja auch über sexuellen Missbrauch. Vater und Tochter lesen beide diese Briefe, jeder in seiner Perspektive. Und natürlich nehmen beide die Dinge wahr, die etwas mit ihrem Leben gemeinsam haben. Und bei Beiden ändert sich so einiges in ihrem Leben... 

    Für mich ist es ein Roman, der mich absolut mitgerissen hat. Beide Perspektiven waren spannend und mitfühlend. Ein fesselnder Roman mit Humor und psychologischem Tiefgang. Gedanken, die tiefgründig, vielschichtig und klug sind - und auch sehr aktuell! Themen wie sexuelle Gewalt, soziale Inkompetenz und Zwischenmenschliche Gefühle. 

    Aufwühlend und spannend bis zum Schluss!!!

  8. Cover des Buches The future is female! (ISBN: 9783442159826)
    Scarlett Curtis

    The future is female!

     (41)
    Aktuelle Rezension von: BlueSiren
    Vielfältige Texte von unterschiedlichsten Frauen und als Frauen gelesenen Personen zu Weiblichkeit und Feminismus. Viele Texte regen zum Nachdenken an, machen Mut oder Wut, bekräftigen, bestärken und zeigen, warum Feminismus immer noch so wichtig ist. Einige Texte haben mir persönlich nicht so gut gefallen, aber die Mischung ist gut gelungen.
    Eine ausführliche Rezension gibt es auf meinem Blog.
  9. Cover des Buches Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt (ISBN: 9783518468975)
    Maya Angelou

    Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Sandra1975

    Als die 16-jährige Maya ihrem Vater sagt, dass sie in drei Wochen ein Kind gebären werde, missversteht sie der Vater und teilt der Mutter, die sich gerade in einer anderen Stadt befindet, mit, die Tochter sei in der dritten Woche schwanger. Die Mutter stellt zwei entscheidende Fragen, die die Tochter verneint: “Liebst du ihn?” und “Liebt er dich?”. “Dann”, schlussfolgert die Mutter, “werden wir nicht drei Menschenleben zerstören, sondern dieses wundervolle Baby kriegen.”

    Eindrückliche Szenen wie diese gibt es in dieser ersten von insgesamt sieben Autobiografien von Maya Angelou am laufenden Band. Es ist ein ergreifendes Buch über das Aufwachsen eines aussergewöhnlichen schwarzen Mädchens in den USA der Fünfzigerjahre sowie über die Geburt der Legende Maya Angelou, die 2014 nach einem lebenslangen Wirken als Zivilrechtlerin, Lyrikerin, Schauspielerin sowie als Universitätsprofessorin achtundachtzigjährig gestorben ist und ein umfangreiches Oeuvre hinterlässt.

    Im Alter von 7 Jahren wurde Angelou vom damaligen Freund ihrer Mutter vergewaltigt. Als sie erfährt, dass dieser, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war, zu Tode geprügelt wurde, zieht sie einen folgenschweren Schluss: Sie beschliesst, nicht mehr zu reden. Denn sie ist der Ansicht, sie selbst habe den Tod des Mannes verursacht, dadurch dass sie seinen Namen ausgesprochen habe.

    In den fünf darauffolgenden Jahren des Schweigens findet Angelou Zuflucht in der Literatur. Sie lernt reihenweise Shakespeare-Sonnette auswendig, liest Balzac, Maupassant sowie schwarzafrikanische AutorInnen. Aus dieser Lesewut, die geradezu obsessiv gewesen sein muss, speist sich ihr literarisches Gesamtwerk sowie auch dieses Buch. Man findet darin Liedverse aus der afrikanischen Volksfrömmigkeit des 19. Jh., Witze sowie ein scharf analysiertes Porträt der US-amerikanischen Gesellschaft. Es ist ein Zeitzeugenbericht, umfassend, bodenständig und bestimmt, jedoch ohne eine Spur Bitterkeit.

    Im Jahr 1993 hält Angelou die Einsetzungsrede für Präsident Bill Clinton. “A rock, a river, a tree”, sind die ersten Worte des Prosagedichts, das sie vorträgt. Drei Naturvorkommnisse, deren Beständigkeit im Gegensatz zur Brüchigkeit des Amerikas steht, das Angelou in ihrer Autobiografie aufzeigt. Ein Beispiel für diese Brüchigkeit ist ein Gottesdienst, der aus einem wackeligen Altar besteht und der in einem spärlichen Zelt gefeiert wird. Hier und nicht etwa in den prächtigen Kirchen der weissen Elite, trifft sich die Glaubensgemeinschaft der Schwarzen. Angelou spürt und weiss: Halt findet sie nicht in der Vorläufigkeit religiöser Rituale, sondern in der Geschichte ihrer Ahnen, an deren Faktizität von Sklaverei und Unterdrückung nicht gerüttelt werden kann. Wahrheit ist das, was so und nicht anders war - sie kommt nicht von Dogmen, sondern ist das Baumaterial der Geschichte, der individuellen wie der kollektiven.

    “I stand here alone, but I come as ten thousands”, ist Maya Angelous Lebensmotto, das bedenkenlos auf diese Autobiografie angewendet werden kann. Hier spricht ein autobiografisches Ich über seine Verquickung mit der kollektiven Geschichte sowie über sein Potential, dieser Geschichte im Bündnis mit Gleichgesinnten eine neue Wendung zu geben. Bei aller Tragik ist dies ein hoffnungsspendendes Buch, aufrüttelnd und eindrücklich geschrieben.

  10. Cover des Buches Whisper Network (ISBN: 9783453272880)
    Chandler Baker

    Whisper Network

     (47)
    Aktuelle Rezension von: MelanieLane

    Dieser Roman ist wie viele Romane und Filme, die das Thema #metoo, sexuelle Übergriffe (am Arbeitsplatz oder auf dem Nachhauseweg (im Alltag), Belästigung oder generell Feminismus behandeln super wichtig.

    Vorab sollte gesagt sein, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen klassischen Thriller handelt. Hier sind die »Täter« schmierige Männer in Anzügen, wie sie in der Chefetage vieler Firmen leider existieren. Und wie viele von uns das auch schon mal erlebt haben - ich eingeschlossen.

    Das sog Whisper Network ist ein Netzwerk aus Frauen, die eben genau diese Männern anprangern. Alle, außer den Chef unserer Protas.

    Wir lernen in WN verschiedene Frauentypen kennen, die uns alle eine unterschiedliche Perspektive auf die Ereignisse liefern. Der Kollege, der gern mal übergriffig wird, wird nun auch noch Chef - was nun?

    Die Grundidee und die Thematik fand ich wie gesagt super - absolut mein Thema und allein bei dem Gedanken an einige Passagen des Buches und auch die (originalen) Zeugenaussagen von Opfern, werde ich schon wieder wütend.

    Zum Teil hatte ich Probleme mit dem Schreibstil und einige Passagen fand ich so semi gut umgesetzt. Da kam bei mir manchmal die Frage auf, ob ein Sachbuch nicht cooler gewesen wäre, aber die Grundidee mit dem Network ist toll.

    Zusammenfassend gibt es für mich definitiv lesenswertere Literatur in dem Bereich, die für mich persönlich mehr Mehrwert hat - dennoch ein zu empfehlendes Buch, da die Idee stark ist und das Thema (leider) sehr sehr relevant.

    Ein Nein ist ein Nein sollte doch endlich mal bei allen ankommen. Ebenso die Pay Gap oder die Tatsache, dass wir uns was die Rechte und das Ansehen von Frauen betrifft noch immer in einer Zweiklassen-Gesellschaft bewegen.


  11. Cover des Buches Rules For Being A Girl (ISBN: 9783748800422)
    Candace Bushnell

    Rules For Being A Girl

     (81)
    Aktuelle Rezension von: sophiabooks

    „Wie alle Mädchen ist Marin an ihrer Schule mit lauter ausgesprochenen und unausgesprochenen Anforderungen konfrontiert: Schminke dich, aber trag nicht zu viel Make-up. Werd nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick. Sei witzig, aber dränge dich nicht in den Mittelpunkt … Und Marin ist gut darin, die Regeln zu befolgen. Bis ein Vorfall mit ihrem Lehrer ihr die Augen öffnet. Erstmals sieht Marin, wie ungerecht Mädchen und Frauen behandelt werden. Und sie beschließt, sich nicht länger an die Spielregeln von anderen zu halten, auch wenn das bedeutet, dass sie sich gegen ihre eigenen Freunde stellen muss.“ Dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht und ich musste feststellen, dass die Handlung leider nicht übertrieben, sondern absolut authentisch ist und man an unserer Gesellschaft doch ziemlich zweifeln muss. Das Thema Feminismus ist auf alle Fälle ein sehr wichtiges und man sollte sich auf jeden Fall damit befassen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und auch das Cover mit den „Regeln für Mädchen“ ist sehr gelungen. „Rules for being a girl“ zeigt, wie sehr Mädchen doch immer noch benachteiligt sind und welche Regeln (wie zum Beispiel, dass Mädchen sich schminken müssten um schön zu sein) manche leider immer noch als selbstverständlich annehmen. Wichtiges Buch über ein starkes Mädchen, das sich nicht sagen lässt, wie Mädchen sein müssten und alles versucht um diese Geschlechterbenachteiligung zu stoppen.

  12. Cover des Buches Das Girlfriend-Experiment (ISBN: 9783351037543)
    Catherine Lacey

    Das Girlfriend-Experiment

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Floh

    Auf der Suche nach einem richtig guten und unvergesslichen nicht alltäglichem Leseerlebnis bin ich bei meiner Stöbertour über eine mir bisher unbekannte Autorin, Catherine Lacey, gestoßen, die mit ihrem zweiten Werk „Das Girlfried-Experiment“ in den Literaturkreisen für Aufsehen sorgt. Dieses experimentelle und mutige Buch spaltet die Leserschaft und zeigt höchst interessante Kritiken. Genau aus diesem Grund wollte, nein musste, ich dieses Buch lesen! Und ich kann sagen: es lohnt sich!!!!

    Erschienen im Aufbau Verlag.

    Inhalt / Beschreibung (Text von der Verlagshomepage übernommen):
    "In hypnotischen Sätzen zieht uns Catherine Laceys Roman hinein in das Girlfriend-Experiment, ins Leben gerufen von Kurt Sky, einem so berühmten wie exzentrischen Schauspieler. Die Geschichte um Kurt und die als »emotionale Freundin« angestellte Mary Parson zeigt uns eine artifizielle, doch allzu reale Welt und hinterfragt spielerisch die Konventionen, die unsere intimsten Momente bestimmen. Laceys Antworten auf diese Fragen sind höchst beunruhigend."

    Schreibstil:
    Hoppla, hier traut sich die Autorin etwas! Nicht nur thematisch ist dieses Buch mutig und experimentell, sondern auch vom gesamten Schreibstil und Erzählstil ist dieses Buch anders, als viele andere Romane. Mit dem kontrovers diskutierten Buch und der talentierten Autorin Catherine Lacey erlebt man schriftstellerisches Geschick und grandiose Einzigartigkeit von der ersten Seite an! Ihr offener, direkter und teils beklemmender Stil besitzt eine ganz einzigartige Note, an die man sich zunächst gewöhnen muss. Catherine Lacey spricht durch ihre Protagonistin und Protagonisten offen das an, was viele noch nicht einmal zu Denken wagen. Sie würzt ihre sehr aufregende, mutige, interessante, beklemmende und spannende Handlung mit einem ganz eigenartigen und unverkennbaren Humor, diversen Metaphern und ordentlichen Stoff über das gelesene nachzusinnen und Dinge wahrlich zu hinterfragen. Teils sehr klischeebeladen bringt sie dem Leser zunächst die Lebenssituation Mary Parson nahe und streut immer wieder Situationen aus Kurt Skys Leben und Filmstarkarriere ein. Beider Leben wird zu einem besonderen Projekt. Catherine Lacey stellt uns nach und nach Mary und Kurt in ihrem Denken und Handeln und ihren Visionen vor. Die Autorin zeigt uns die Regeln und das Prestigeleben. Alles könnte so schön sein. Wären da nicht die Schattenseiten des Ruhms und die Schattenseiten vergangener Beziehungen und das Scheitern im normalen Alltag. Trotz allem Dasein und der Genialität des Experiments hinter GX und der manchmal wirklich witzigen Dialoge und Fauxpas ist die Handlung unheimlich beklemmend und regt zum Nachdenken an. Manchmal sogar tabulos, psychologisch verwoben, moralisch verwerflich und emotional tragisch. Wie reich ist man als Reich? Wie allein ist man im Leben der Öffentlichkeit? Lassen sich Beziehungen planen? Und wie lang kann man nach Drehbuch leben?... Eine beklemmende und höchst spannende Emotionsgewalt, die die Haut und Sinnesorgane benetzt. Lesen mit jeder Faser, wenn man das Geschehen auf sich wirken lässt. Catherine Lacey eckt an, provoziert und setzt ein Signal. Sie hat eine Art, die sicherlich nicht jedem direkt zugänglich ist, aber man sollte es als neugieriger Leser ruhig versuchen und wird vielleicht mit einem unvergesslich polarisierenden Roman belohnt. Die Ausnahme-Autorin Catherine Lacey schreibt sehr lebendig, facettenreich und bildhaft. Die Schriftstellerin hat Talent und Wiedererkennungswert, zwar nicht für die große Leserschaft, aber für ein gewisses Publikum sicherlich! Ihr Buch ist so filmreif verfasst, dass sich innerlich lebendige Bilder ergeben, und das Lesen zu einem Erlebnis mit allen erdenklichen Sinnen wird!

    Charaktere:
     Bei dieser Thematik und bei diesem beklemmenden Plot sind es ganz klar die Charaktere, die dieses Buch zur Sensation werden lassen. WOW!!! Dank der Charaktere fühlte ich mich mitten drin und wäre am liebsten selbst ins Experiment eingestiegen (kleiner Scherz*). Was für ein Preis für ein Vorzeigeleben. Was zeigt man nach außen? Und wie sieht es hinter den schönen Fassaden aus? OMG!!! Es ist wirklich fesselnd und nagend zu beobachten, wie schnell diese ach so heile Prominentenwelt auseinander bricht. Pikante Schicksale, Vergangenheiten und Psychogramme und plötzlich ist jeder damit befasst nur noch sein eigenes Ansehen zu retten. Mary erfüllt beinahe so jedes Klischee einer traumatisierten oder depressiven Seele. Aber auch der Schauspieler Kurt Sky polarisiert durch sein Lebenswerk. Und all die anderen Charaktere und Nebenrollen sind der wahre Wahnsinn an Charakterstudie und Persönlichkeitsmerkmale. … So speziell ausgearbeitete und besondere Persönlichkeiten sind mir selten in einem Roman begegnet. Hier lernen wir nicht nur die Teilnehmer des GX Experiments kennen, nein hier lernen wir zudem ganz besondere Rollen und Nebenrollen aus allen Ebenen und Schichten der Gesellschaft eines durch Arm und Reich geteilten Lebens kennen.  Tiefe Abgründe, packender Egoismus, vernebelte Ansichten und düstere Schatten… Die Autorin hat ihre Charaktere mit unglaublichen Psychogrammen nagender Charakterstudien versehen und schafft ein unglaubliches Bild an Protagonisten für ihren neuen Roman. Hut ab!


    Schauplätze:
    Die einzelnen Schauplätze sind auf wenige Kulissen beschränkt. Im Fokus steht hier das beinahe traurige und gescheiterte Leben von Mary, das Leben eines Stars im Fokus der Öffentlichkeit und natürlich die überwachten Räumlichkeiten von Kurt Skys Appartement im Rahmen des Experiments, dem Girlfried Experiment. Ein Leben der Gegensätze und der Lebensmodelle unterschiedlicher Menschen und Charaktere mit ihrem Denken und Handeln. (Gedanken- und Wunsch-) Schauplätze, die dem Roman neue Bilder schenken und ein facettenreiches Wechselbad an Kulisse, Gedanken, Orte und Abgründe bieten. Auch der Leser begibt sich, dank der detaillierten und sehr nah differenzierten Formulierungen der Autorin Catherine Lacey, zusammen in das von Ruhm, Arbeit, Geld, Druck und Erwartung gebeutelte Leben eines Filmstars, sowie der Suche nach dem Sinn des Lebens und einem Lebenswerk. Von psychologisch-interessant über humorig, sarkastisch, ironisch, faszinierend, bis traurig, melancholisch, poetisch und gefühlvoll zu dramatisch, befangen und befreit. Erschreckend, erotisch, düster und überraschend. Kultautorin Catherine Lacey hat ein Händchen für bildhafte Darstellung. Vor allem hier bei seiner Thematik. Grandiose Umsetzung!

    Meinung:
     ...reicht von absolut fasziniert, völlig begeistert, total angetan bis zu überrascht, überfragt, erschrocken, schockiert und verblüfft. Die Autorin hat einen tollen und einzigartigen Stil, keine Frage. Dennoch ist dieses Buch ein schwieriges Werk, was mich erst sehr spät begeistern konnte. Man wird es entweder Lieben, oder sich verarscht fühlen. Ich hatte großen Gefallen an dieser offenen und ungefilterten Art. Vor allem bei diesem Plot!!! Ich wollte das Buch so gerne mögen, da ich hohe Erwartungen an der Schriftstellerin mit den umfangreichen Kritiken und der Handlung hatte. Zwar hat es bei mir etwas länger gedauert und ich wollte zwischendurch schon vorzeitig beenden, aber das Weiterlesen hat sich mehr als gelohnt. Dieses Buch bleibt lange im Gedächtnis, polarisiert, fesselt und eckt an, da es so vieles beim Lesen bewirkt und man wirklich beginnt, die Dinge im anderen Licht zu sehen. Würde ein GX im wirklichen Leben funktionieren? Ich möchte loben, dass ich hier endlich wieder eine Autorin gefunden habe, die mit einer Novität glänzt und mich mit einer sehr eigenen und einzigartigen Note sehr überrascht hat. Zudem ist die Buchgestaltung und das Cover eine absolut hochwertige Rundung. Sagenhafte Charaktere, faszinierend erschütternde Welten und wertvolle Botschaften, viel Spannung, Wendung und unvorhersehbare Ereignisse.


    Cover / Buch:
     Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang, der Perspektivenwechsel angenehm und das Gewicht des Buches als Hardcover schön leicht und gemütlich.


    Die Autorin (Text von der Verlagshomepage übernommen):
    "Catherine Lacey wurde in Mississippi geboren und lebt in Chicago. Für ihren ersten Roman »Niemand verschwindet einfach so« wurde sie mit dem Whiting Award 2016 ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman »Das Girlfriend-Experiment« wurde ebenfalls begeistert von der Kritik aufgenommen."

    Fazit:
     Dieses Buch verdient alle 5 Sterne, auch wenn ich erst spät den Kern des Buches für mich erkannt habe. Ein besonderes Leseerlebnis, was im Gedächtnis bleibt.

  13. Cover des Buches Touch My Heart (ISBN: 9782496702996)
    Michelle Schrenk

    Touch My Heart

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Veronika_Becker

     Ein wirklich wahnsinnig emotionales Buch. Der Traurige , und ernste Hintergrund lassen die Emotionen Achterbahn fahren.  Einige Missverständnisse und meinungsverschiedenheiten zwischen dem Prtotas lassen einen den Kopf schütteln. Man kann es kaum glauben , zum Schluss wird es noch so gefühlvoll dass man die Tränen nicht mehr aufhalten kann.

  14. Cover des Buches Feministin sagt man nicht (ISBN: 9783710601941)
    Hanna Herbst

    Feministin sagt man nicht

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Jenny1804

    Viele Aha-Effekte, schön gestaltet und gut zu lesen. Macht Mut und eröffnet neue Perspektiven

  15. Cover des Buches Rose Royal (ISBN: 9783446267855)
    Nicolas Mathieu

    Rose Royal

     (24)
    Aktuelle Rezension von: mimitati_555

    Rose ist fast fünfzig, geschieden, hat zwei erwachsene Kinder, einen Job und hat sich ein jugendliches Aussehen bewahrt. Sie hat kein Problem mit ihrem Alter, ist sich ihrer Vorzüge bewusst und achtet auf sich. Eigentlich ist alles toll, zumindest nach außen hin.

    „Sie hatte jenes schwierige Alter erreicht, in dem sich die verbliebene Frische, das Funkeln im Alltag aufzulösen schien. Manchmal erwischte sie sich bei einem Meeting oder im Bus dabei, wie sie ihre Hände versteckte, die ihr fremd geworden waren“ (Seite 11)

    Rose lebt allein, hat die Kerle satt und einen Revolver in der Handtasche. Sie hat sich geschworen, dass ihr niemand, schon gar kein Mann, mehr wehtun wird. Kein Mann wird sie ins Elend stürzen, diesmal will sie sich wehren.

    „Die Angst sollte die Seiten wechseln.“ (Seite 19)

    Nach Feierabend geht Rose gerne ins Royal, ist dem Alkohol zugetan. Dort lernt sie eines Abends Luc kennen, der ihr ein ganz neues Leben zeigt. Eine späte Liebe, ein Paar, das so gegensätzlich ist und doch zusammen findet.

    Dieses dünne Büchlein ist ein Schatz. Auf wenigen Seiten schafft der Autor es, dass ich das Gefühl habe, ich kenne Rose schon länger. Das Kennenlernen von Rose und Luc, ihre Annäherung, der einkehrende Alltag, all das wird eindringlich beschrieben, mit Worten, die sitzen, mit Sätzen, die treffen. Und mehr sollte nicht verraten werden. Nur so viel: ich werde das Buch jetzt noch einmal lesen. Wegen der Wörter, wegen der Sätze, wegen Rose. Verdiente 5 Sterne.

  16. Cover des Buches Du wolltest es doch (ISBN: 9783551318930)
    Louise O'Neill

    Du wolltest es doch

     (230)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Gleich zu Anfang:
    Dieses Buch ist auf jeden Fall schwer zu ertragen.
    Aber könnte und sollte es bei einem Buch über eine Vergewaltigung überhaupt anders sein?
    Auf jeden Fall hat mich das Buch sehr mitgenommen und ich hatte beim Lesen öfters Bauchschmerzen...

    Das stärkste und gleichzeitig schlimmste an dem Buch war für mich, dass es so unglaublich realitätsnah ist und einfach zu 100% zutrifft.
    Erzählt wird alles in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Emma, man ist als Leser:in also ganz nah bei ihr, ihren Gefühlen, Gedanken und Erlebnissen.
    Emma ist keine sympathische Protagonistin:
    Sie will beliebt sein, ihr Ruf ist ihr enorm wichtig, sie möchte begehrt sein und will die Aufmerksamkeit von alles Jungs. Mit ihren Freundinnen steht sie in Konkurrenz und ist nicht wirklich nett zu ihnen. Dabei waren ihre Gedanken aber so realistisch, dass es beim Lesen echt schwer war. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt wird einfach so treffend geschildert. Wie sie Dinge macht, die sie eigentlich nicht möchte, um dazuzugehören, als cool zu gelten,...
    Obwohl sie wirklich, wirklich viele Fehler hat und nicht unbedingt ein guter Mensch ist, schafft es das Buch, dass man Mitleid mit ihr hat, mit ihr mitleidet, auf ihrer Seite steht und ihr nur das Beste wünscht....Was leider nicht eintrifft.

    Was das Buch so gut und gleichzeitig so schwer zu ertragen macht:
    Hier wird nichts schöngeredet oder romanhaft verkitscht.
    Teilweise habe ich mich gefragt, ob die Realität wirklich so düster aussieht, denn man wünscht sich so sehr, es wäre anders...
    Stellenweise zieht es sich in der zweiten Hälfte etwas, aber auch das ist wahrscheinlich eine gute Abbildung der Realität, denn danach geht es eben nicht einfach weiter, sondern man bleibt in den immer gleichen Gedanken gefangen und es ist nicht nach ein paar Wochen plötzlich alles wieder gut...
    Dadurch, dass das Buch so realistisch war, war es oft - vorallem am Ende - unbefriedigend, aber genau hier sehe ich auch den großen Pluspunkt, denn es ist mal keine "Ende gut, alles gut" - Geschichte.


    Fazit: Nichts für schwache Nerven, aber auf jeden Fall eine Empfehlung! Ungeschönt, brutal ehrlich und leider auch niederschmetternd mit entwaffnend ehrlichen und treffenden Gedanken und einer interessanten Protagonistin, die wirklich alles andere als perfekt ist. 

    Du wolltest es doch bekommt von mir 5/5 Sterne.

  17. Cover des Buches Sexuell verfügbar (ISBN: 9783961010202)
    Caroline Rosales

    Sexuell verfügbar

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Simi159

    Sexuell Verfügbar, genau das sind wir Frauen, egal ob wir Teenager, Tweens oder älter sind. Irgendwie lassen wir uns von Männern und auch von Frauen in Schubladen stecken, meinen uns immer im besten Licht dazustellen- selbst wenn wir kurz vor dem Zusammenbruch sind und machen es meist allen außer uns selbst mehr als Recht. 

    Dabei ist der Grad zwischen Erziehung, Feminismus und Missbrauch sehr schmal. Die Autorin, Carolin Rosales, zeigt dies in ihrem Buch „Sexuell Verfügbar“ an Hand ihres eigenen Leben auf. Dabei hat sie ein durchschnittliches Leben, mit einer Handvoll Lieben, gelebten Beziehungen und Affären. 

    Welche Rolle oder besser welche Erziehung sollte man seinen eigenen Töchter vorleben und geben, um sie unabhängig und stark zu machen, ohne sie zu einer Frau mit vielen Masken zu machen. Denn nicht nur die Autorin auch fast jede Frau wird sich in dieser Beschreibung, dass wir Frauen oft viele verschieden Masken tragen und selten unsere wirklich innersten Wünsche offenbaren und leben. 


    Aufgrund der Verknüpfung mit dem Leben der Autorin und Beispielen aus ihrem persönlichen Umfeld wird einem beim Lesen des Buches sehr schnell klar, warum wir Frauen oft diese Rollen spielen und sich leider an vielen Dingen, trotz Feminismus etc. noch nicht so viel seit der Generation unserer Mütter und Großmütter getan hat. 


    So ein Leben wie die Autorin haben viele Frauen in Deutschland gelebt und leben es mit ähnlichen Erfahrungen. Es bedarf eines Umdenkens, wir sollten sagen, was „wir“ wollen uns wünschen, nicht das was wir glauben, dass es unser Gegenüber hören will. Dafür sollten wir unsere Masken fallen lassen und nicht immer nur funktionieren oder „sexuell verfügbar“ sein.

    Ein tolles Buch vor allem wegen der vielen realen Bezüge.

    5 STERNE.

  18. Cover des Buches Meine dunkle Vanessa (ISBN: 9783328108986)
    Kate Elizabeth Russell

    Meine dunkle Vanessa

     (194)
    Aktuelle Rezension von: Readergirl01

    Titel: Meine dunkle Vanessa

    Autor*in: Kate Elizabeth Russell

    ————————————————

    Meine Meinung:


    Ich habe wirklich keine Ahnung wie ich das Buch beschreiben oder bewerten soll. Es ist verstörend (aufkeime schlechte Weise) und unglaublich zugleich. 

    Als erstes muss ich auf den Schreibstil der Autorin eingehen, denn dieser war einfach unglaublich gut. Ich weiß nicht wie sie es geschafft hat diese Geschichte so realitätsnah zu schreiben, verstörende Geschehnisse neutral rüberzubringen und den Leser trotzdem mit Emotionen zu überwältigen. Über den Schreibstil kann man einfach nur schwärmen! 

    Dann wäre da noch, wie der Titel schon verrät, die Hauptprotagonistin Vanessa, die eine sehr vielschichtige Person ist. In der Geschichte wird einmal aus ihrer jüngeren Perspektive (ab dem Alter von 15 Jahren) und ihrer erwachsenen Perspektive geschrieben. Doch auch im Alter von 15 Jahren wirkt Vanessa sehr Erwachsen und ihre Art und Weise zu denken ist sehr speziell. Das Buch spricht ein sehr wichtiges Thema an: Missbrauch. Es geht um Manipulation, Gefühle beim Erwachsen werden und das Beeinflussen durch Verhalten. Die Autorin hat es geschafft, dass ich Vanessa an manchen Stellen sogar verstehen konnte, obwohl es total absurd ist. Einige Szenen waren einfach nur erschreckend, aber trotzdem wirklich wirklich gut geschrieben. Die Geschichte war so als würde ma sie live miterleben. Es ist eines der ersten Bücher, die mich so sehr aufwühlen konnten und außerdem eine wichtige Botschaft in sich tragen. 

    ————————————————

    Fazit:


    (Ich glaube nicht, dass das Buch für jeden was ist, weil es an einigen Stellen doch sehr belastend ist, aber wenn ihr denkt, dass ihr mit dem Thema Missbrauch, Manipulation und Gaslighting klarkommen könnt, dann ist es eine absolute Empfehlung)


    Schreibstil: 5/5

    Story: 5/5

    Charaktere: 5/5

    Spannung: 4,5/5


    Gesamt: 4,5/5 Sterne

  19. Cover des Buches Kerls!: Eine Safari durch die männliche Psyche (ISBN: 9783218011266)
    Angelika Hager

    Kerls!: Eine Safari durch die männliche Psyche

     (12)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Versteht mich nicht falsch, ich habe es durchaus genossen, dieses Buch zu lesen, es behandelt das Thema Mann ein bisschen an der Oberfläche, locker und flockig, aber es scheitert meiner Meinung nach an den hohen Ansprüchen, die es sich selbst und den Leser*innen-Erwartungen im Untertitel gesetzt hat. An der auf dem Cover angekündigten Safari durch die männliche Psyche habe zumindest ich nicht teilgenommen, beziehungsweise wurden mir nur ein paar seichte Tümpel mit ein paar Erdhörnchen gezeigt, die big five der männlichen Probleme blieben mir aber weitgehend verborgen.

    Dabei fand ich das Konzept, eine Frau tiefer in die männliche Psyche eintauchen zu lassen, und uns dieses fremde Wesen dann empathisch möglichst aus Männerpositionen zu erklären, ursprünglich gar nicht so dumm, denn mit Gefühlsdingen und Selbstanalyse sind unsere maskulinen Vertreter ja nicht ganz so familiär und reagieren oft außerordentlich wortkarg verschwiegen. Da schien Angelika Hager, die unter dem Pseudonym Polly Adler schon sehr viele witzige Kolumnen bezüglich menschlicher Schwächen geschrieben hat, durchaus eine Person zu sein, die diesen Spagat schaffen könnte.

    Leider funktionierte das nicht, denn Angelika Hager konnte sich nie von der weiblichen Sicht von außen auf den Mann lösen. Eine Frau ist ausgezogen, uns den Mann in seiner ganzen Tiefe inwendig zu erklären und beschrieb dennoch nur eine oberflächliche Sicht wie sich Frau ungefähr den Mann vorstellt. Da kann ich dann auch gleich selbst herum dilettieren – als langjährige Ehefrau und Hobbypsychologin.

    Die inhaltliche Auseinandersetzung beginnt ausgerechnet mit #metoo und einer doch sehr feministischen Sicht des Problems, in dem über Männer nur am Spielfeldrand geurteilt wird. Dann wird viel über männliche Teenager und ihre durchaus nicht uninteressanten Schwierigkeiten bezüglich Sexualerziehung in der heutigen Welt wie Pornos, Tinder etc. geschrieben, aber eben über keine Typologie oder tiefere psychologische Einblicke in das Wesen der modernen Männer. Im lockeren Plauderton wird dann auch noch über Erektionsstörungen und Paarprobleme parliert, gemixt schon wieder mit viel zu vielen Frauensichten und –positionen.

    Da bin ich schon bei einer weiteren Schwierigkeit, die ich mit der generellen Tonalität des Sachbuchs hatte. In ihren wöchentlichen Kolumnen kommt die locker-flockige amüsante Plauderei, die die Autorin gezielt einsetzt, immer außerordentlich gut rüber, sie macht die kurzen Artikel witzig und spannend. Wenn wir aber in einem Sachbuch über das ernste Problem der toxischen Männlichkeit reden müssen und auch darüber, was solche eingelernten Verhaltensmuster der Kindheit – wie niemals um Hilfe bitten zu dürfen, weil ein Mann das nicht macht – in den männlichen Seelen anrichtet, dann ist diese leichte Auseinandersetzung richtiggehend kontraproduktiv.

    Strukturell fehlt mir auch eine logisch aufgebaute umfassende Männertypologisierung, denn DEN MANN als einzigen Prototyp gibt es ja auch nicht. Zum Beispiel wäre schon schön gewesen, mal zu lesen, wie sich der moderne Hipster und Frauenversteher eigentlich an die Anforderungen der neuen Zeit angepasst hat, beziehungsweise in welchen Bereichen noch immer sein Steinzeitprogramm abläuft. Das hätte ich unbedingt einmal wissen wollen.

    Am Ende des Sachbuchs kommen dann doch noch ein paar sinnvolle ernsthafte tiefere Auseinandersetzungen mit Depression, Gewalt und deren Zusammenhänge gerade bei Männern, aber leider auch nur ganz wenige und zu wenig konkrete Lösungsansätze dazu. Da ich ja sehr oft ein Thema gleichzeitig mit mehreren Büchern abdecke, habe ich einen ganz kurzen extrem konstruktiven Artikel über Bubenarbeit in der Schule in einem Buch des ÖGB Verlags zum Thema Jugend- und Familienarbeit, das ich wahrscheinlich auch bald auf diesem Blog besprechen werde, weit erhellender als Wegweiser zu langfristigen Lösungsstrategien gefunden.

    Fazit: Kerls! erklärt uns den Mann nur so mittel, nicht schlecht, aber ohne Tiefgang. Liest sich sehr gut, ist teilweise sogar humorvoll aber oberflächlich, zu wenig Mann inwendig und überhaupt inside the book. Zudem wurde letztendlich zu seicht in die männliche Psyche und die Lösungsstrategien eingetaucht. Da müssen wir raus aus dem Kinderschwimmbecken, brauchen doch unbedingt ein paar Meter mehr Tauchgang und noch drei zusätzliche Sauerstofflaschen

  20. Cover des Buches Das Licht ist hier viel heller (ISBN: 9783328106500)
    Mareike Fallwickl

    Das Licht ist hier viel heller

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Booklove91

    Meine Meinung und Inhalt

    "Erinnerst du dich, dass Worte scharf sein können wie Messer? Weißt du noch um ihre Macht, um diese Schlingen, die sich auf dich legen, mit Eisenspitzen, die dir die Haut aufbrechen und die Knochen? Ich will eine Schlinge sein, ich will ein Messer sein, in Eisen gegossene Unbarmherzigkeit. Ich will dich aufbrechen, ich habe zu lange geschwiegen." (ZITAT)

    Sprachlich bietet dieses Buch hier ein ganz großes Kino und auch mit dem Inhalt konnte Autorin Mareike Fallwickl überzeugen. Ich war bereits nach wenigen Seiten wie in einem Sog gefangen.

    Ein Buch voller Schlagfertigkeit, Humor und Empathie, welches mir in Erinnerung bleiben wird und zum Nachdenken anregt.

    Maximilian Wenger war einer der Großen, ein Bestsellerautor, ein Macher. Jetzt steht er vor einem Scherbenhaufen: Niemand will mehr seine Romane lesen, und seine Frau hat ihn gegen einen Fitnesstrainer eingetauscht. In einer kleinen Wohnung unweit von Salzburg verkriecht er sich vor der Welt. 

    Seine Tochter Zoey kann mit dem ganzen Ruhm nicht viel anfangen und plant ihre Zukunft nach ganz eigenen Vorstellungen. Schnell merkt sie, dass sie dabei an ihre Grenzen stößt - und das Erwachsenwerden mit Schmerz verbunden ist. 

    Als Wenger Briefe einer unbekannten Frau erhält, die eigentlich an seinen Vormieter gerichtet sind, beginnen er und Zoey unabhängig voneinander zu lesen. 

    Es sind Briefe voller Brutalität und Zärtlichkeit, voller Liebe und Hass – und Wenger ahnt nicht, dass Zoey etwas erlebt hat, das sich in diesen Worten spiegelt. 

    „Was bleibt von einem Menschen, wenn man ihm alles nimmt, seine Sprache, seine Umgebung, seine Gewohnheiten, sein Selbstverständnis, wer ist er dann, zurückgeworfen auf sich selbst? Das Licht ist hier viel heller, obwohl das Meer es gierig verschluckt. Bis zu meinen Zähnen ist mein Mund angefüllt mit Wut.“ (ZITAT)

    Mareike Fallwickl wurde 1983 in Hallein bei Salzburg geboren und studierte Allgemeine und Historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft in Salzburg. Seit 2008 arbeitet sie als freie Lektorin, Texterin und Konzeptionistin.

    Schon als Kind entdeckte sie ihr Faible für Sprache und verschlang Bücher über Bücher, inzwischen sind es 100 pro Jahr. Darüber hinaus bloggt sie seit 2009 in ihrem Literaturblog „Bücherwurmloch“. 2017 war sie zum ersten Mal offizielle Bloggerin des Deutschen Buchpreises und zum zweiten Mal Jurorin für den Blogbuster – einem Preis für literarische Nachwuchstalente ohne Verlagsvertrag.

    Irgendwann entschied sie sich, nicht mehr nur rezensieren und lektorieren zu wollen, sondern griff selbst zu Papier und Stift. Dass ihr das Schreiben im Blut liegt, war schon früh klar. Ihre Deutschlehrerin bat sie, kürzere Hausaufgaben zu verfassen, da sie nicht so viel Zeit hätte, dies alles zu korrigieren. 

    Austoben konnte sich Mareike Fallwickl Jahre später in ihrem Romandebüt „Auf Touren“ (2012), ein erotischer Roman, der durch Salzburgs Straßen führt. Für ihren zweiten Roman „Dunkelgrün fast schwarz“ erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Bundeskanzleramts der Republik Österreich.

  21. Cover des Buches Durchbruch (ISBN: 9783498001148)
    Ronan Farrow

    Durchbruch

     (6)
    Aktuelle Rezension von: HansDurrer

    Wir leben in einer Gehorsamkeitskultur und diese basiert auf Angst. Dazu kommt, dass der Mensch die Dinge lieber nicht so genau wissen will. Sicher, die Wahrheit macht frei, doch entgegen seinen Beteuerungen, will der Mensch lieber nicht frei sein, denn das bedeutete auch, selbstverantwortlich zu leben – und auch das wollen die wenigsten. Man sollte nicht darauf abstellen, was Menschen sagen, sondern was sie tun.

    Auch Ronan Farrow, dem Sohn von Mia Farrow und Woody Allen, fällt es schwer bei sich selber genau hinzuschauen. Über den angeblichen Missbrauch seiner Schwester Dylan durch seinen Vater (der diesen bestreitet), schrieb er erst nach Jahren des Vermeidens einen Leitartikel, auch in der Hoffnung, dass dies damit erledigt sein würde. „Das ist nie erledigt“, meinte Rose McGowan, eines der Weinstein-Opfer.

    Dass der Filmproduzent Harvey Weinstein übergriffig war, wussten alle. Etwas dagegen gesagt hat niemand. Das ist typisch für den Menschen (nicht nur für Frauen und nicht nur im Zusammenhang mit sexueller Ausbeutung), der vor der Macht kuscht. Aus gutem Grund, werden viele sagen, doch nicht zu schweigen ist besser, verlangt allerdings viel Mut, denn wer aus der Reihe tanzt, wird bestraft, wie im Impeachment-Verfahren gegen Trump der amerikanische EU-Botschafter Sondland erfahren musste, der nach seiner Zeugenaussage mit Boykottaufrufen (seine Hotels anlangend) und Hunderten von Hassmails konfrontiert wurde.

    Wagte sich eine Frau gegen Weinsteins Übergriffe zu wehren wie zum Beispiel das italienisch-philippinische Model Ambra Battilana Gutierrez, die bei der Polizei in New York Anzeige erstattete, fand sie sich kurz darauf in der Presse als Nutte hingestellt – was wieder einmal zeigt, wie dubios einige Presseerzeugnisse operieren. Weinstein wusste bestens, wie sie zu instrumentalisieren waren – und die Staatsanwaltschaft (froh um Spenden, es standen Wahlen an) gab nach.

    Wieder einmal aufgefallen bei der Lektüre dieses Buches ist mir, wie lernunfähig der Mensch ist: Wir alle wissen, dass Reiche und Mächtige, wenn sie von Opfern beschuldigt werden, diese in den Dreck ziehen. Und trotzdem funktioniert dieses Vorgehen, denn viele denken, es könnte an den Vorwürfen gegen die Opfer möglicherweise was dran sein.

    Die Brutalität Weinsteins – er sei unglaublich vulgär, ja sogar bedrohlich“, so Ken Auletta im New Yorker – lässt einen auch unweigerlich an den gegenwärtigen Bewohner des Weissen Hauses denken. Und an andere sogenannte „Führungskräfte“. Ja, es scheint geradezu ein Kennzeichen unserer Zeit (ob das jemals anders war, sollen befugtere Leute entscheiden), dass es vor allem rücksichtslose Kotzbrocken an Spitzenpositionen schaffen.

    Der sexbesessene Harvey Weinstein, ein Süchtiger wie er im Buche steht, ist bestens vernetzt, hat grossen Einfluss, versteht sich durchzusetzen – er droht und lässt drohen, seine Wutausbrüche (die an ein tobendes Kind erinnern) sind legendär. Der Mann ist krank, sehr krank, und seine Helfershelfer ebenso. Und das Rechts- und Gesellschaftssystem, in dem ein solches Verhalten möglich ist, sowieso.

    „Durchbruch“ ist nicht zuletzt ein Buch darüber, wie Journalismus verhindert wird. Die Aufgabe der oberen Chargen von Unternehmen ist es, dazu zu sehen, dass die (Macht)Verhältnisse bleiben wie sie sind – das zeigt Farrows eindringlich und überzeugend. Der Fernsehsender NBC kneifte, die  Story wurde schliesslich vom "New Yorker" veröffentlicht. Doch vor allem liefert „Durchbruch“ das Porträt einer Gesellschaft, in der Rückgrat, Ethik und das Sich-Einsetzen für das Richtige zwar vorkommen, doch selten sind. Und lehrt uns, dass wer als anständig öffentlich herüberkommt, es eher selten auch ist.

    Dieses notwendige Aufklärungsbuch, das sich, obwohl umständlich geschrieben, spannend liest, ist Ronan Farrows Hartnäckigkeit zu verdanken und macht deutlich, weshalb Journalismus nötig ist.

  22. Cover des Buches Wo das Herz der Erde schlägt (ISBN: 9783864954665)
    Mina Miller

    Wo das Herz der Erde schlägt

     (22)
    Aktuelle Rezension von: _Dark_Rose_

    Triggerwarnung: Sexuelle Belästigung und versuchte Vergewaltigung!

     

    Als hätte es Emma nicht schon schwer genug, mit einer Kollegin, die sie wie eine Dienstbotin behandelt und bei jeder Gelegenheit fertig macht und einem Kollegen, der sie begrabscht und wie Dreck behandelt, nein, auf dem Trip für eine Reportage, auf die sich Emma schon so sehr gefreut hat, trifft sie auf Ethan Blackbird, einen Ranger der scheinbar der allergrößte A… der Welt ist und wer begleitet die Gruppe auf dem Weg durch den Nationalpark? Richtig. A…-Ethan Blackbird. Könnte es noch schlimmer kommen? Ja, leider kann es das.

     

     

    Emma hat es echt nicht leicht. Sie träumt davon Reporterin zu werden, aber dieser Traum scheint unerreichbar. Ihre Kollegin gibt ihr keine Chance, im Gegenteil, anstatt sie wie eine Aufnahmeleiterin zu behandeln, was Emma ja auch ist, sieht sie in ihr eine dämliche Assistentin. Schlimmer noch, sie nutzt jede Chance, um Emma lächerlich zu machen und zu verletzen. Dann wäre da auch noch Kai, der Kameramann. Auch er behandelt Emma wie Dreck, aber seine Blicke machen ihr noch viel größere Angst, als sein verletzender Ton und seine gemeinen Worte. Schon einmal hat er Emma gegen ihren Willen begrabscht, was wenn er diesen Trip nutzt, um es wieder zu tun?

    Ethan ist Anfangs auch nicht besser. Ständig urteilt er über Emma, ohne sie überhaupt zu kennen. Er hat scheinbar jede Menge Vorurteile gegenüber Touristen und trägt viel Wut in sich. All das lässt er auf Emma herabregnen, doch entgegen ihres sonstigen Verhaltens, schafft sie es, sich gegen ihn zu behaupten. Sie lässt sich nicht fertig machen, egal wie sehr er sie manchmal einschüchtert und egal, wie sehr sein widersprüchliches Verhalten Emma zunehmend verwirrt.

     

    Ethan hat eine ganze Menge durchgemacht. Er trägt eine schwere Last mit sich herum und hält alles und jeden auf Abstand, bis auf seine geliebten Wildtiere. Emma bringt ihn total aus dem Konzept. Er will nicht von ihr fasziniert sein, aber sie hat ihn verhext, er kann nicht aufhören an sie zu denken.

     

    In dem Buch geht es um einige Themen, die wirklich nicht ohne sind. Unter anderem sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und versuchte Vergewaltigung. Allerdings wird dabei manchmal auch zu dick aufgetragen und nicht nur bei diesen Themen, was ich persönlich etwas schade fand. Dadurch „passiert“ mehr, aber ich finde das hätte die Handlung nicht nötig gehabt, es wäre auch eine Nummer weniger spannend genug gewesen.

     

    Was ich wirklich toll fand war, die Beschreibung der Natur, des Nationalparks und auch der Kultur von Ethans Stamm. Wir hier wissen kaum etwas über Indianer, ihre Mythen und Legenden und ihren bis heute andauernden Kampf. 

     

     

    Fazit: Mir hat das Buch wirklich richtig gut gefallen. Emma war mir sehr sympathisch und Ethan wurde es auch, obwohl ich ihn anfangs wirklich gern mehr als einmal gern irgendwo runtergeworfen hätte – er kann echt ein A… sein! Aber es steckt so viel mehr in ihm und wenn er es einen endlich sehen lässt, kann man sich ihm nicht entziehen.

     

    Stellenweise wurde etwas zu dick aufgetragen, das fand ich schade, die Handlung hätte das nicht nötig gehabt. Dafür muss ich leider einen halben Stern abziehen, weil es dem Buch an Glaubwürdigkeit nimmt. Ansonsten fand ich es aber wirklich richtig schön. Von mir bekommt es 4,5 Sterne.

  23. Cover des Buches Menschliche Dinge (ISBN: 9783548065281)
    Karine Tuil

    Menschliche Dinge

     (31)
    Aktuelle Rezension von: carowbr

    Die Farels sind eine scheinbar perfekte Familie, doch unter der Oberfläche ist nichts, wie es nach außen scheint. Der Vater Jean hadert mit dem Älterwerden, die Mutter Claire ist neu verliebt und Alexandre, der Sohn, zerbricht unter dem Druck seiner Eltern und dem Bild, was sie abgeben möchten. Die Fassade beginnt zu bröckeln, als eine Tragödie geschieht.
    Karine Tuil lässt die Leser in die Gefühlswelten der Familie eintauchen, ihre Zerissenheit spüren und ihre Kämpfe beobachten. Wirklich sympathisch wirkt dabei niemand, aber das hat mich beim lesen nicht gestört.
    Der Gerichtsprozess wird nüchtern geschildert, und man weiß nicht wem oder was man glauben soll. Die Erzählweise ist nicht wertend, sondern beschreibt eindringlich die Vorfälle und kommt den 3 Protagonisten dabei ganz nah.
    Vor dem Hintergrund der MeToo-Debatte und zahlreicher öffentlicher Verfahren in den letzten Jahren, die teilweise auch direkt angesprochen werden, zeigt das Buch eine menschliche Sicht auf den Täter, ohne seine Taten schön zu reden.

  24. Cover des Buches Waking The Witch (ISBN: 9783793424086)
    Pam Grossman

    Waking The Witch

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden

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