Bücher mit dem Tag "melancholie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "melancholie" gekennzeichnet haben.

525 Bücher

  1. Cover des Buches Der Klang deines Lächelns (ISBN: 9783426519356)
    Dani Atkins

    Der Klang deines Lächelns

     (162)
    Aktuelle Rezension von: bookcookie

    Eigentlich bin ich ein großer Dani Atkins Fan, diesmal wurde ich aber leider enttäuscht. Mir ist weder Ally noch Charlotte wirklich ans Herz gewachsen, im Gegenteil, ich hab nicht verstanden was David von Ally will, sie hatten eigentlich Nonstop nur Streit und trotzdem war die Rede von DIESER einen großen Liebe, die ihm 8 Jahre später immer noch nahe geht und Charlotte hat sich mit dem 2. Platz zufrieden gegeben? David mochte ich eigentlich ganz gerne und Joe war einfach toll. Nur leider ging es ja eher um die Frauen, als um die Männer. 

    Auch wenn ich das Ende schon vorausgesehen habe, war es wieder so schön Emotional, wie ich es von der Autorin gewohnt bin, weswegen der Roman für mich auch kein totaler Flopp war. 

  2. Cover des Buches Nova & Quinton - True Love (ISBN: 9783453418011)
    Jessica Sorensen

    Nova & Quinton - True Love

     (189)
    Aktuelle Rezension von: divergent
    Titel: Nova & Quinton - True Love
    Originaltitel: Breaking Nova
    Autor: Jessica Sorensen
    Seitenanzahl: 399
    Teil: 1/3
    Genre: New Adult
    Verlag: Heyne

    Nova Reed wollte einst eine berühmte Drummerin werden und die Liebe ihres Lebens heiraten. Nun gleicht ihr Leben einem großen Scherbenhaufen. Eine Tragödie veränderte Novas Leben vom einen auf den anderen Tag!  Jetzt kämpft Nova jeden Tag gegen den Schmerz in ihrem Inneren an und lässt fast niemanden mehr an sich ran. Als sie eines Tages Quinton Carter begegnet, ahnt Nova schon, dass sie sich besser nicht auf ihn einlassen sollte, doch sie sieht in seinen Augen den gleichen Schmerz, den sie selber spührt und sie weiß, dass Quinton zwar alles andere als gut für sie sein wird, aber trotzdem kommt sie nicht los von ihm und beide kommen sich näher...

    Mein drittes Buch von Jessica Sorensen und ganz klar auch nicht mein letztes von ihr! Sorensen schreibt immer Geschichten, die wahrlich unter die Haut gehen und immer so traurig sind!
    Ich habe bereits  "Die Sache mit Callie & Kayden" und "Die Liebe von Callie und Kayden" gelesen und war wirklich begeistert von der Geschichte, die in eine total andere Richtung ging, als ich Anfangs vermutet habe und so ähnlich war es auch mit diesem Roman hier.
    Klar man ahnt schon, dass die Geschichte von Nova und Quinton traurig sein wird, aber das sie SO traurig wird, hätte auch ich nicht gedacht!
    Man muss bei manchen Szenen als Leser wirklich schlucken, so hart beschreibt die Autorin manche Situationen.
    Nova und Quinton haben wirklich eine ziemlich harte Zeit hinter sich und verständlicherweise leiden sie sehr unter den Geschehnissen. Beide haben ähnliches erlebt und könnten sich gut gegenseitig Kraft geben. Währenddessen sich Nova Quinton gegenüber leichter öffnet, ist bei Quinton genau das Gegenteil der Fall. Er scheint sich fast noch mehr zu verschließen, je näher er Nova kommt. Ich bin schon jetzt neugierig, ob und wie sehr sich Quinton in den Folgebänden benehmen wird.

    Damit ein Buch von mir fünf Sterne bekommt,muss es mich wirlich bis zum Schluss packen können.
    Und dieser Roman hier hat mich (noch) nicht packen können, aber es gibt ja noch zwei weitere Teile! Ich bin recht zuversichtlich und gespannt, wie es mit der Geschichte von Quinton und Nova weitergehen wird!

    "Nova & Quinton -True Love" ist ein aufwühlender New Adult-Roman der nachdenklich macht und definitiv nichts für schwache Nerven ist!
    Starke 4 von 5 Sternchen!
  3. Cover des Buches Das Leuchten unserer Träume (ISBN: 9783426522059)
    Dani Atkins

    Das Leuchten unserer Träume

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Wieder einmal hatte ich mir ein Atkins Roman vorgenommen. Dies war mein drittes Buch von ihr. Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig und kaum war ich in der Geschichte drin, konnte ich nicht das Buch zur Seite legen.

    Der Einstieg hatte mir gut gefallen und war der etwas andere Anfang als gewohnt. Die Geschichte hatte mich nach und nach wie Sophie zu Ben in einen Sog gezogen, der mich nicht mehr losgelassen hatte. Doch, was im späteren Verlauf herauskam, war unfassbar! An Sophies Stelle hätte ich, glaube ich, auch mit mir ringen müssen, wie ich vorgehen würde. Dann dachte ich, dass es vielleicht wie in einem anderen Buch von der Autorin wäre. Doch da hatte ich mich getäuscht. Auch wenn ich manchmal gedacht hatte, es wird wieder, hatte ich alle Hoffnungen in das Paar gesteck und das Ende hatte mich gepackt und einfach mit sich gerissen, obwohl ich irgendwie darauf vorbereitet war.

  4. Cover des Buches Wintermädchen (ISBN: 9783473584048)
    Laurie Halse Anderson

    Wintermädchen

     (431)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Lia und Cassie waren die besten Freundinnen. Beide schworen sich in einer Silvesternacht, dass sie die dünnsten der Schule werden. Doch dann stirbt Cassie im Gateway Motel. Für Lia bricht eine Welt zusammen und sie gibt sich die Schuld an ihrem Tod. Nicht den Menschen und dem Internet, die sich ständig über sie lustig gemacht haben. Auch ihr Schwur hat nichts damit zu tun. Nicht einmal Cassies Eltern gibt sie die Schuld. Nein, sie gibt sie sich selbst. Denn sie ist damals nicht ans Telefon gegangen…

    Meine beste Freundin hat damals so von diesem Buch geschwärmt, dass ich es mir auch direkt gekauft habe. Doch leider lag es Ewigkeiten auf meinem SuB und letztes Jahr habe ich es dann geschafft, endlich dieses Buch zu lesen. Und ich habe niemals mit so einer Geschichte gerechnet.

    Vorab möchte ich noch sagen, dass ihr dieses Buch mit Vorsicht lesen solltet. In diesem Buch steht leider keine Trigger Warnung, aber das hat es dringend nötig. Denn in diesem Buch werden sensible Themen unbeschönigt dargestellt. Also spreche ich hiermit jetzt eine dicke Trigger Warnung für dieses Buch aus. Bitte nehmt diese Ernst und achtet auf euch!

    Lia ist eine sehr starke Protagonistin, die gegen ihre Dämonen kämpft. Sie leidet unter Magersucht, Depressionen und selbstverletzendem Verhalten. Dies hat mit ihrer zerbrochenen Familie zutun und mit ihrem Vater, der ihr keine Aufmerksamkeit schenkt. In diesem Buch werden Lias Gedanken unbeschönigt dargestellt, was ich auf der einen Seit sehr gut finde, da man einen guten Einblick in die Welt eines psychisch kranken Person findet. Aber auf der anderen Seite ist es triggernd für diejenigen, die selbst betroffen sind. Lia hat in diesem Buch eine sehr starke Entwicklung hinter sich, die ich bewundere. Ich glaube, ich hätte nicht die Kraft dafür.

    Cassie, Lias ehemalige beste Freundin, ist ebenfalls an Magersucht erkrankt. Kurz bevor sie im Motel starb, hat sie Lia angerufen. Beide Mädchen hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr, daher ignorierte sie den Anruf. Die Autorin hat es geschafft, die Charaktere authentisch und lebhaft darzustellen. Sie hat recherchiert und macht somit die Geschichte lebendig. 

    Der Schreibstil von Laurie Halse Anderson hat mich tief bewegt. Sie schreibt brutal ehrlich und zeigt einem deutlich, was psychische Erkrankungen mit einem Menschen anrichten. Die Sprache der Autorin ist lebhaft und hat mich damit an die Seiten gefesselt. Das Buch habe ich sehr schnell durchgelesen, da ich immer wieder wissen wollte, wie es weitergehen wird...

    ,,Wintermädchen‘‘ ist eine Geschichte, die schonungslos ehrlich davon berichtet, dass psychische Erkrankungen kein Kinderspiel sind. Die Autorin hat die Erkrankungen sehr gut dargestellt und oft habe ich mich beim Lesen verstanden gefühlt, da ich manchmal ähnliche Gedanken habe. Das war mein erstes Buch der Autorin und bestimmt auch nicht das letzte!

  5. Cover des Buches Das Haus ohne Männer (ISBN: 9783453359628)
    Karine Lambert

    Das Haus ohne Männer

     (73)
    Aktuelle Rezension von: peggy

    Ich fand die Geschichte besonders. Wenn auch stellenweise langatmig. Ich mochte die 5 Frauen und deren Hintergründe, einige haben mich mehr berührt als andere. 

    Das Ende war gleichermaßen traurig wie auch hoffnungsvoll.


  6. Cover des Buches Nach dem Sommer (ISBN: 9783839001677)
    Maggie Stiefvater

    Nach dem Sommer

     (2.917)
    Aktuelle Rezension von: Altela

    Die Mercy-Falls-Reihe sind seit Jahren meine Lieblingsbücher. Die drei Bücher "Nach dem Sommer", "Ruht das Licht" und "In deinen Augen" sind einfach nahezu perfekt.

    Dieser erste Teil hat einen poetischen Schreibstil, es ist als hätte sich die Autorin bei jedem Satz, jedem Wort sehr viele Gedanken gemacht und eine Vieldeutigkeit dahinter versteckt, sodass alles zusammenhängt. Orte und Stimmungen werden so echt beschrieben, dass sie noch lange im Gedächtnis bleiben.

    Von einem Protagonisten wie Sam habe ich sonst noch nirgends gelesen. Er ist einfühlsam, ein wenig schüchtern, intelligent, aufopferungsvoll und "wölfisch". Er liest Rilke oder erfindet eigene Songs. Das ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber ich fand seinen Charakter einfach toll und habe mich komplett in ihn verliebt. Auch Grace ist nicht das typische Mädchen und oft das Gegenteil von Sam, aber diese Unterschiede wissen sie beim jeweils anderen zu schätzen.

    Die Geschichte an sich, die ganze Ausgangssituation, ist so tragisch und einprägsam, dass ich dieses Buch nicht vergessen kann. Ich gebe zu, mittlerweile habe ich ein paar Ungereimtheiten gefunden, aber das auch erst, als ich das Buch zum dritten mal gelesen habe. Es gibt verschiedene Ereignisse, die aufeinander folgen und immer mehr das Leben von Grace und Sam verändern, sodass es nie langweilig wird und das immer mehr erklärt wird, sich aber gleichermaßen immer neue Fragen auftun.

    Von diesem Buch kann ich eigentlich nur schwärmen. Ich würde sagen, es ist vor allem etwas für jugendliche Leser, die Wölfe lieben und etwas einfühlsamer sind.

  7. Cover des Buches Vor dem Fest (ISBN: 9783442749898)
    Saša Stanišić

    Vor dem Fest

     (180)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    Manchmal stelle ich mir die Frage, für wen ein Autor schreibt. Für sich selber, wie ich es, z.B. bei „Matou“ von Michael Köhlmeier in erster Linie vermute, für die Galerie, wie ich es bei den hochkünstlich und/oder hochkünstlerischen Schreibern annehme, also für Ruhm und Ehre seitens des Feuilletons, wie ich es mir auch bei Saša Stanišić vorstellen könnte und auch bei anderen Autoren, deren Titel regelmäßig auf der Longlist des Deutschen Buchpreises auftauchen. Oder schreiben sie etwa gar für diejenigen, die Spaß am Lesen haben, für diejenigen, die man „Vielleser“ nennt und die regelmäßig Bücher im Buchhandel kaufen, also, strenggenommen, für den Kunden? Ich fürchte, für die zuletzt Genannten schreiben sie am wenigsten. 

    Der Roman „Vor dem Fest“, ist so ein Zwischending: für alle ein bisschen und für die Galerie am meisten. In poetischen Bildern beschreibt der Autor das Leben in einer Dorfgemeinde im Landkreis Uckermark, also im Brandenburgischen gelegen. „Der Morgennebel raubt den Farben den Atem“Man ist in der Nachwendezeit, die Jugend ist bis auf wenige Ausnahmen abgewandert, man richtete sich ein. Eine exzentrische, hoch betagte Malerin hat über die Jahre hinweg den Alltag in Fürstenfelde in Landschaftsansichten und Porträts festgehalten, andere Originale machen aus ihrer Garage eine anspruchslose Kneipe, die jedoch die Grundbedürfnisse der Einheimischen befriedigt: Saufen und dummes Zeug von sich geben, Frust ablassen und nicht alleine sein. Eine dicke alte Frau hegt im Heimatmuseum die Dorfchronik samt ihrer Geheimnisse ein, ein ehemaliger NVA Offizier kommt gerade so über die Runden und denkt an Suizid. 

     Die im Heimatmuseum in einem alten Folianten verborgenen Geheimnisse deckt der Autor der Leserschaft allerdings nach und nach auf. Seit der ersten beurkundeten Benennung des Dorfes sind schröckliche und seltsame Dinge geschehen, mehrere unaufgeklärte Morde, Verbrennungen, Intrigen und falsche Verdächtigungen, die Junker strecken noch immer die Hand nach dem Land aus, allen voran Poppo von Blankenburg. Bis jetzt ohne Erfolg. Es gab Geschehnisse einstens, berichtet und festgehalten in der Dorfchronik, wo man die in der Mär und Legende verborgene Prise Wahrheit mit der Lupe suchen muss, aber etwas wird schon dran sein: da liest man vom Fährmann, dem Teufel und der Pest oder vom Bierbrauer, der schlecht braute und dem die Frau weglief, auf einem Besenstiel geritten gar abhanden kam, nee, aber es war Hexerei im Spiel, etc. etc. Einen großen Brand hat es auch gegeben. Und wer war schuld? Man klärt solche Dinge besser nicht auf noch spürt man Motive auf, deren man sich schämen müsste. Aber alles steht in der Chronik, bewacht von der dicken Frau in einer kleinen Kammer, die Tür mit einem Zahlengeheimschloss gesichert. 

     Der Kommentar: 
    So viel historisches Geschehnis und gleichzeitig die Verflechtung heutiger Beziehungen in einen einzigen recht schmalen Band unterzubringen, ist wahrlich eine Kunst.
    Alles, was die Sprachkunst hergibt, bemüht der Autor lustvoll und ausgiebig für seine Erzählung. Er schreibt assoziativ, zitiert (erfindet) Einträge aus der Dorfchronik und setzt sie als Authentizitätsbeweis in historisches (also schlecht lesbares) Deutsch. Immer wieder stößt man auf wunderbare Wortspiele. Märchenhafte, nicht immer ganz durchschaubare Zusammenhänge, Aphorismen, Lakonisches und humorvolle Einflechtungen wechseln sich ab. Nach einem Unfall heißt es: „Im Schnitt liegen im TATORT im Laufe eines Jahres mehr tote Autofahrer mit dem Kopf auf dem Lenkrad als in sechs ausgewählten amerikanischen Fernsehkrimireihen im gleichen Zeitraum.“ Zum Schreien. 

    Am Ende weiß man einigermaßen Bescheid über Land und Leute, über Gegenwart, Zukunft und ganz viel Vergangenheit.
    So etwas muss man Saša Stanišić erst einmal nachmachen. Der Autor beherrscht die Verdichtung des Stoffes wie kaum ein anderer. Andererseits geht seine Lust am Sprachspiel und am Fabulieren manchmal auch auf Kosten der Verständlichkeit. Nicht alles wird ausgelotet. Aber klar ist geworden: „Hier ist alles immer gleich oder ändert sich sehr langsam.“ Und das ist das Wesentliche. Oder?

    Fazit: Das moderne Schreiben ist anders. Ich habe den Roman „Vor dem Fest“ größtenteils gerne gelesen. Der Lust an der Sprache ist Tribut zu zollen, selbst wenn man ein Fan der alten Erzählweise ist und bleibt. Der Leipziger Buchpreis 2014 geht in Ordnung. 

    Kategorie: Anspruchsvoller Roman. Moderne Erzählung.
    Leipziger Buchpreis, 2014
    Verlag: Luchterhand, 2014

  8. Cover des Buches Dinge, die vom Himmel fallen (ISBN: 9783866482425)
    Selja Ahava

    Dinge, die vom Himmel fallen

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Dinge, die vom Himmel fallen

    von Selja Ahava


    206 Seiten
    Ungekürzte Taschenbuchausgabe
    Piper Verlag GmbH, München
    Februar 2019
    © Delja Ahava 2015
    © der deutschsprachigen Ausgabe:
    mareverlag, Hamburg 2017
    ISBN 978-3-492-31258-5


    Die Leute reden. Tante Annu wäre verrückt, sagen sie. Nach einem Lottogewinn kauft sie sich ein altes Gutshaus, was viel zu groß für sie ist. Fünfzehn Schlafzimmer sind in der Tat etwas zu viel, aber ihr gefällt das Haus. Auch wenn sie nicht alle Zimmer nutzen kann. Eine Heizung auch nicht, denn es ist keine vorhanden. "Als der Winter kam, ergaben sich die Wände langsam der Kälte."

    Im Winter zieht sie sich in die Küche zurück. Dort steht ein Kachelofen und der reicht ihr. Es ist ihr kleines, aber gemütliches Winterquartier. Der Rest des Hauses bleibt der Kälte überlassen. Schließlich ist es ungemein praktisch, "wenn man die Milch einfach auf dem Fußboden kalt stellen kann". Und im Frühjahr, wenn es im Haus knistert und kracht, wachen die Balken wieder auf und die Wärme bringt "den Blutkreislauf des Hauses zum Zirkulieren".

    Man sollte meinen, Tante Annu ginge es gut. Dem ist aber keineswegs so, denn sie gewinnt ein zweites Mal im Lotto. Mit dieser unerwarteten Wendung kommt sie nicht zurecht. Ihr Leben gerät aus den Fugen.

    Das Leben der achtjährigen Saara ebenfalls, doch aus völlig anderen Gründen. Sie verliert ihre Mutter durch ein tragisches Unglück. Ihr Vater ist ihr keine Stütze und nicht in der Lage, das Unglück mit ihr gemeinsam auch nur im Ansatz zu verarbeiten. Sie ist sich sicher, dass ihr Vater ein so grauenhaftes Bild gesehen hat, "dass es nie mehr weggeht". Er scheint daran zu zerbrechen. 

    Sie selbst erfindet sich eigene Erklärungen und malt sich in ihrer Fantasie aus, was wohl geschehen sein mag. Ihre Vorstellungen sind diffus, aber ihre Rettung. Alles was ihr bleibt, sind die selbsterfundenen Bilder, die eine erbarmungslose Realität immerhin etwas verschleiern können. "Mama habe ich nie mehr gesehen."

    Selja Ahava zeichnet die Dinge aus Sicht eines Kindes, was ihr gleich zu Beginn des Buches sehr gut gelingt. Im weiteren Verlauf stellt sie den zweifellos etwas bizarren Unfall in Zusammenhang mit anderen zufälligen Begebenheiten. Da wäre die Tante, die mit ihrem "Glück" hadert und zu allem Überfluss einen Briefwechsel mit einem schottischen Fischer beginnt, der viermal vom Blitz getroffen wurde.

    Fast gerät die Geschichte aus den Fugen, denn ein unmittelbarer Zusammenhang lässt sich nur schwer erkennen. Weitere Episoden werden aufgezählt, die ein ganzes Leben verändern oder im schlimmsten Fall beenden können. Unterschiedlicher können die  Auswirkungen nicht sein, denn ein berühmter Artist und ein Leichtathlet hatten sich ihre Zukunft jeweils ganz anders vorgestellt.

    Im weiteren Verlauf kristallisiert sich jedoch immer mehr heraus, was die Autorin mit ihrem Roman beabsichtigt. Auch wenn das zu Beginn so grandios erzählte Kammerspiel um die kleine Saara und ihre Familie im Mittelteil merklich abzufallen scheint und immer mehr Fragezeichen erzeugt, lässt sich später, hinter den vermeintlich nicht zur Geschichte passenden Elementen, eine gewisse Absicht erkennen.
     
    Die innere Logik setzt sich, wie der Beginn eines neuen Tages, am Ende klar durch. "Dinge, die vom Himmel fallen" ist eine wunderbare Metapher für die Überraschungen des Lebens und deren mitunter langwieriger Verarbeitung. Ganz egal, ob es sich nun um positive oder negative Begebenheiten handelt. Momente, die ein ganzes Leben umkrempeln können und das, was man im allgemeinen als Schicksal bezeichnet.

    Und dann wäre da noch jene eigentümliche Stimmung, die nicht so schnell vergeht und die es vielleicht nur in Finnland gibt.
  9. Cover des Buches 6 Uhr 41 (ISBN: 9783442483747)
    Jean-Philippe Blondel

    6 Uhr 41

     (172)
    Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertante

    Die Rezension fällt recht kurz aus, da dieses Buch auch nur knapp 160 Seiten hat :)

    Zunächst einmal werden wir ins Hier und Jetzt gebracht. Beide erzählen aus ihrem Leben. Bis zu dem Punkt, an dem Philippe sich neben Cecile setzt. Wir erfahren Stück für Stück von ihrer Beziehung, aber auch immer mehr aus ihren beider Leben. Beide sind zerrissen, beide sind ein bisschen leidend, beide kommen ins grübeln.



    Fazit:

    Zwischendurch habe ich allerdings gedacht, irgendwie ist es wenig eine Liebesgeschichte, sondern eher eine Geschichte über zwei zerrissenen Personen in den 40igern. Das Ende fand ich ganz wunderbar und hat für mich die Geschichte gerettet. 

  10. Cover des Buches Die letzte Reise der Meerjungfrau (ISBN: 9783431040821)
    Imogen Hermes Gowar

    Die letzte Reise der Meerjungfrau

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Aischa

    So wie der Schutzumschlag, so ist auch die Erzählung, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt: glänzend, schillernd, verschnörkelt und zauberhaft, mit ganz eigener Ästhetik und Ausdruckskraft.

    Imogen Hermes Gowar, Archäologin, Anthropologin und Kunsthistorikerin, ist mit diesem Roman ein zu Recht preisgekröntes Debüt als Schriftstellerin gelungen. 

    Sie nimmt uns mit auf eine Reise ins London des späten 18. Jahrhunderts. Kaufmann Jonah Hancock kommt - wie der Untertitel bereits ankündigt - quasi über Nacht zu Reichtum und Ruhm. Der sensationelle Erwerb einer unglaublichen Rarität, einer echten Meerjungfrau, ändert sein Leben schlagartig. Und auch er selbst verändert sich, er wird vom eigenbrötlerischen ewigen Junggesellen zum späten Ehemann, mit dem wachsenden Besitz wachsen auch die Begehrlichkeiten.

    Gowar ist ein beeindruckender Genremix gelungen, das Buch ist ein Gesellschafts- und Historienroman über das viktorianische London, sie entwickelt großartige Psychogramme ihrer Protagonisten, die Geschichte ist ein Sittengemälde, gewürzt mit einem Schuss Mystik. Es geht um große Themen, um Leidenschaft und Liebe, Träume, Enttäuschungen und immer wieder: um das Streben nach mehr.

    Die Autorin spielt ihre schriftstellerische Klaviatur virtuos. Oftmals entstehen leise, zarte Töne, dann wieder setzt sie zu einem gewaltigen Fortissimo an, das einen völlig in die geschilderte Szenerie eintauchen lässt. Ich hatte einen wirklich sinnlichen Lesegenuss, sah förmlich einen Film ablaufen und schmeckte und roch Beschriebenes. 

    Einen kreativen Einfall stellen kurze mit der Grafik einer Jakobsmuschel gekennzeichnete Einschübe dar, die Gedanken der Meerjungfrau wiedergeben, in ganz eigener Sprache. Überhaupt ist die Sprache eine der ganz großen Stärken dieses Romans. Gowar schreibt, als wäre sie vor gut zweihundert Jahren aufgewachsen, man taucht auch dadurch wunderbar in die Epoche der Handlung ein.

    Für mich eines der Lesehighlights 2019!

  11. Cover des Buches 180 Grad Meer (ISBN: 9783596035762)
    Sarah Kuttner

    180 Grad Meer

     (158)
    Aktuelle Rezension von: subbi

    Inhaltangabe des S. Fischer Verlags:

    "Nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Jule mit ihrem Bruder und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie sich einen Alltag geschaffen, in dem sie alles nur noch irgendwie erträgt: ihren Job als Sängerin, die unzähligen Anrufe ihrer Mutter, den ganzen Hass in ihr, der sie fast verschwinden lässt. Als auch ihre Beziehung zu bröckeln beginnt, flieht sie zu ihrem Bruder nach England, auf der Suche nach Ruhe und Anonymität.
    Doch dort trifft sie auf ihren Vater, der im Sterben liegt. Zaghaft beginnt Jule einen letzten Versuch, sich dem Mann anzunähern, von dem sie sich ihr Leben lang im Stich gelassen gefühlt hat."

    Sarah Kuttner schafft es (wieder), wie nur wenige Autor*innen, das Gefühlsleben ihrer Protagonistin Jule ehrlich und schonunglos darzustellen. Ich konnte mich dadurch super in Jule hineinversetzen. Gleichzeitig hat das Buch viele humorvolle oder eher tragikomische Momente, sodass sich beim Lesen keine "Schwere" entwickelt. Diese Balance fand ich sehr gut.



  12. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (183)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Mascha lebt nicht zwischen unterschiedlichen Identitäten, sondern sie lebt sie einfach. Sie ist Deutsche, Aserbaidschanerin, mehrsprachig, Jüdin, nicht wirklich religiös, bi. Sie nimmt das alles irgendwie an und formt sich ihre eigene Identität daraus, trägt dabei aber eine Rastlosigkeit in sich und findet keine Heimat. Der plötzliche Tod ihres Partners wirft sie dann doch aus der Bahn. Die Kombination aus Identitätssuche und Trauerbewältigung hat bei mir keine ganz runde Geschichte ergeben. Mascha fand ich aber dennoch interessant, vielleicht nicht richtig sympathisch, aber ans Herz wachsend. Außerdem mochte ich auch Cem und seine Freundschaft mit Mascha. Außerdem wird mir die Sprache in Erinnerung bleiben, die einerseits sehr klar ist, dann aber immer wieder durchsetzt ist mit witzigen und/oder eloquenten Stellen.
    Insgesamt hat "Der Russe ist einer, der Birken liebt" mir um Längen besser gefallen als das vor kurzem gelesene "Superposition" von Kat Kaufmann, das eine sehr ähnliche Ausgangslage hat.

  13. Cover des Buches Wir haben Raketen geangelt (ISBN: 9783423144742)
    Karen Köhler

    Wir haben Raketen geangelt

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Noch während ich Karen Köhlers 'Miroloi' las und weil mir der Roman sehr gut gefiel, habe ich mir diesen Band mit Erzählungen gekauft, zumal ich einiges Lob gelesen hatte. Um so größer die Enttäuschung, die letztlich dazu geführt hat, in der Mitte abzubrechen. Was ich jetzt schreibe, bezieht sich also nur auf die Hälfte des Buches.

    Die ersten beiden Erzählungen haben mir noch einigermaßen gefallen. Sie sind von  warmherzigen menschlichen Begegnungen geprägt und ich hätte sie mir gut in Zeitschriften und Magazinen abgedruckt vorstellen können. Die Sprache ist einfach – was im Weiteren so blieb.

    Doch die dann folgenden negativ geprägten Geschichten fand ich teilweise zu skurril, vielleicht auch langweilig? Ich weiß es nicht mal so genau. Jedenfalls haben sie mich weder angesprochen noch interessiert. Daher: Abbruch.

    Noch ein Wort zur vielgelobten Sprache. Von den versprochenen Highlights habe ich nur folgendes gefunden:

    Las Vegas: '… liegt vor uns im Tal die Königin der Nacht. Glitzernd, blinkend, verführerisch lockend trägt sie gerade ihre Lichterschminke auf. Bietet sich an wie eine, die man nur im Rausch ertragen kann.' (48)
    'Ich zerre aus meiner Vokabelkiste italienische Sätze hervor, die ganz staubig sind, aber gut auf der Zunge liegen.' (87)

    Ansonsten sprechen viele Personen so, wie es in der Wirklichkeit sein mag, mir aber dennoch nicht gefallen hat: 'alten Leuten den A... abwischen', - 'Erzähl keine Schei..'

    Schade, eine Enttäuschung in jeglicher Hinsicht. Da mir aber 'Miroloi' so gut gefallen hat, werde ich Karen Köhler im Auge behalten. Hier die Rezension:

    https://www.lovelybooks.de/autor/Karen-K%C3%B6hler/Miroloi-2002421363-w/rezension/5697728159/



  14. Cover des Buches Als die Tage ihr Licht verloren (ISBN: 9783866124660)
    Stephanie von Hayek

    Als die Tage ihr Licht verloren

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Lesehoernchen99

    Bewertet mit 4 Sternen

    Linda und Gitte, Töchter einer liberalen, gut bürgerlichen Berliner Familie, genießen ihre Jugend. Gitte, die als Sekretärin im Reichsinnenministerium arbeitet, hofft, einst als Juristin Karriere zu machen, Linda, die ungestüme Träumerin, schlägt den künstlerischen Weg ein und heiratet den sensiblen Erich, die Liebe ihres Lebens. Als seine Nachrichten von der Front ausbleiben und sein Schicksal ungewiss ist, fällt sie in tiefe Melancholie – gefährlich in einer Zeit, in der psychische Krankheiten zum Todesurteil werden können. Denn die Nationalsozialisten planen bereits, was sie verharmlosend »Euthanasie«, den guten Tod, nennen …

    Da ich mich sehr für den geschichtlichen Hintergrund des dritten Reiches interessiere, wollte ich auch dieses Buch sehr gerne lesen. Ich bin jetzt nicht so bewandert in historischen Romanen, aber bei diesem hatte ich stellenweise das Gefühl, die Autorin wollte zuviel und alles zur gleichen Zeit. Dennoch konnte mich das Buch unterhalten, wenn man bei der schlimmsten Geschichte, die Deutschland je passierte überhaupt von Unterhaltung sprechen kann.
    Mir kam es aber ganz gut recherchiert vor und trotz des überaus ernsten Thema ist das Buch sehr lesenswert. Ich hoffe die Autorin schreibt noch mehr

  15. Cover des Buches Der letzte Wunsch (ISBN: 9783423262644)
    Andrzej Sapkowski

    Der letzte Wunsch

     (736)
    Aktuelle Rezension von: Damaris_E_Moreau

    DER LETZTE WUNSCH, der erste Band der Vorgeschichte zur Hexer-Saga hat seine Stärke eindeutig in gerissenen Dialogen sowie einer fantasievollen Welt voller interessanter, spannender Wesen.
    Aufgebaut ist das Buch so, dass Kapitel, welche eine Erinnerung erzählen, sich mit solchen abwechseln, in denen sich der Hexer in der Obhut eines Heiligtums befindet, wo er sich von einer Verletzung kuriert.
    Der Hexer, Geralt von Riva, ist eine sympathische Figur (ich möchte anmerken, dass mir sein Charakter anders erscheint als er in der Serie dargestellt wird, weniger grimmig). Er hat Prinzipien und eine hohe Moral. Er hält seine Versprechen und ist loyal gegenüber seinem Freund, dem Barden Rittersporn. Von Berufs wegen tötet Geralt Monster, weigert sich aber, Morde an Wesen zu begehen, die zwar lästig, aber nicht böse sind. Ihn genau dazu zu bringen versucht allerdings so mancher, wodurch er in die Schlingen politischer Intrigen gerät. Seine Schwäche für die selbstbewusste Zauberin Yennefer lässt Geralt menschlich erscheinen.
    In diesem Buch kommt der rote Faden der Geschichte noch nicht heraus und es gibt auch keine große Spannung oder Plot-Twists. Das stört aber keineswegs, denn wie schon erwähnt, liegt die Stärke des Buches im Erzählstil und den Dialogen. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Teile.

  16. Cover des Buches Ein unbesiegbarer Sommer (ISBN: 9783312009985)
    Wendi Stewart

    Ein unbesiegbarer Sommer

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Neling
    Wer sagt: "Ich hatte eine schreckliche Kindheit!", wird wohl nach der Lektüre dieses Buches denken "es hätte noch schlimmer kommen können". 
     Die Schicksale der Kinder waren total traurig, aber ich fand es wenigstens gut, wie sich die Kinder  gegenseitig halfen und Mut machten. 

    Inhaltsangabe: 
    Kanada:   Ein großer Unglücksfall steht gleich zu Beginn des Romans. Das Auto der Familie Archer bricht durchs eis eines gefrorenen Sees ein und der Vater kann nur seine Tochter Rebecca retten. Der Vater resigniert völlig und gibt sich auf und seine Tochter kümmert sich um alles. wie kann sie weiterleben? Und wie werden Chuck und Elisabeth, die ebenfalls eine schlimme Kindheit hatten ihr Leben meistern?  

    Meine Meinung: 
    Ich fand das Buch sehr traurig. Der Schreibstil war ungewöhnlich und lag mir nicht richtig. Irgendwie war alles sehr melancholisch und trostlos. Einiges fand ich unglaubwürdig, so z.B. dass ein 6 jähriges Mädchen sich um alles kümmert und die Verantwortung für ihren Vater und die Farm schon so früh übernimmt.
    Die Protagonistin fand ich irgendwie sehr kühl und bestimmend, was durch die Erfahrungen die sie gemacht hatte, natürlich auch kein Wunder war. Ich fand es aber gut, wie sie für Chuck und Elisabeth, die ebenfalls eine schlimme Kindheit hatten, Freundin und Halt wurde. Das Buch erzählt wirklich von einer Freundschaft dreier ausgestoßener Kinder,  allerdings fehlte mir die im Klappentext angepriesene Komik total und auch der unbändige Lebenswille war für mich von großer Resignation durchsetzt. 
    Versöhnt hat mich allerdings das Ende, welche sich gelungen fand. 

    Fazit: 
    Kein 08/15 Buch und keine einfache Lektüre aber ein Plädoyer für eine Freundschaft dreier vom Leben sehr benachteiligter Kinder. 
    Von mir erhält es 3 Sterne. Wer es liest, sollte nicht zu nah am Wasser gebaut haben. 



  17. Cover des Buches Der Duft des Regens (ISBN: 9783458359555)
    Frances Greenslade

    Der Duft des Regens

     (157)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    "Sorgen waren in jede Nische rund um mein Herz gestopft wie Zeitungspapier in die Ritzen der Hüttenwand, und sie erdrückten die Leichtigkeit, die dort hätte sein sollen." (S. 10)

    Die Geschichte der Familie Dillon spielt Mitte der 1960er bis Mitte der 70er Jahre in British Columbia, Kanada. Maggie und ihre ein Jahr ältere Schwester Jenny leben dort mit ihren Eltern in bescheidenen Verhältnissen am Rande des Waldes. Alles könnte so schön sein, wenn Maggie sich nicht ständig um alles sorgen würde. Ungute Vorahnungen begleiten sie und es scheint, dass diese Vorahnungen das Unglück anziehen. Als die Familie das Haus nicht mehr halten kann, bringt Irene ihre Töchter zu Bekannten und fährt davon, um in einem Holzfällercamp als Köchin zu arbeiten. Die Briefe der Mutter werden seltener, bis sie ganz ausbleiben. Die Mädchen leben nun bei den Edwards. Jenny gewöhnt sich schnell ein, ist sogar glücklich. Maggie hingegen nicht. Ihre Freundschaft mit dem jungen Vern, einem indigenen Jungen gibt ihr Halt. Aber es bleibt die Frage, warum Irene nicht wiederkommt.

    Die Handlung wird von Maggie in der Ich-Perspektive erzählt. Dinge, die sie nicht weiß, werden durch lange Briefe oder Erzählungen anderer eingefügt. Das ist gelegentlich etwas langatmig. Im Roman kommen auffällig häufig Träume und Tagträume vor. Nicht immer war mir klar, warum diese erzählt werden. Die Geschichte der Dillons spielt in einem Gebiet, das auch heute noch zu großen Teilen von der indigenen Bevölkerung bewohnt wird. Sie spielen im Roman eine wichtige Rolle, einige Träume, Legenden und Vorahnungen hängen damit zusammen, aber nicht alles läßt sich dadurch erklären.

    Insgesamt läßt sich die Geschichte aber gut lesen. Ganz stark finde ich die Beschreibungen, denn Maggie ist eine genaue Beobachterin: Das Haus der Dillons, der Wald und wie dort Maggie mit ihrem Vater einen Unterschlupf baut, der Wechsel der Jahreszeiten, die Szenen mit Vern etc. Dadurch wird viel Atmosphäre geschaffen.

    Frauen dominieren die Handlung, neben Maggie, Jenny und ihrer Mutter gibt es Mrs. Edwards und die unabhängigen Figuren Rita und Agnes sowie die geheimnisvolle Chiwid. Die Männer (Patrick, Ted, John) begleiten die Handlung nur ein Stück, lediglich Vern und sein Onkel Leslie sind präsenter.

    Ein Manko des Romans ist das Dahinplätschern der Handlung. Die Ereignisse reihen sich aneinander, ohne dass wirklich Spannung aufgebaut wird. Auch das Ende wirkt relativ emotionslos. Der Klappentext läßt vermuten, dass ein Großteil der Handlung der Suche nach Irene gewidmet ist, das stimmt so nicht. Irene gibt die Mädchen (zu dem Zeitpunkt elf und zwölf Jahre) bei den Edwards nach ca. 100 Seiten ab. Maggie macht sich mit 14 Jahren (ab ca. Seite 260) auf die Suche, welche die letzten 100 Seiten des Romans einnimmt. (Hier wird nicht gespoilert, steht soweit auch alles im Klappentext.)

    Insgesamt hat mich das Buch nicht völlig überzeugt. Es ist eine interessante, aber auch teilweise verwirrende Geschichte, die wunderschöne Szenen enthält. Allerdings vermisse ich einen Spannungsbogen und dann fehlt mir auch eine "Aussage". Was will uns die Autorin sagen? Leider verleiten Cover und Titel nicht unbedingt zum Spontankauf. Der Originaltitel "Shelter", also Schutz, passt viel besser. Er kann sich auf die Unterstände im Wald beziehen, die Maggie mit ihrem Vater und Vern baut, auf das Haus, das die Familie verlassen muss und schließlich auf die Familie selbst. Wer eine interessante Familiengeschichte, verwoben mit der indigenen Welt Kanadas lesen möchte, denen sei dieser Roman empfohlen. Ich vergebe dreieinhalb Sterne.




  18. Cover des Buches Machandel (ISBN: 9783328100249)
    Regina Scheer

    Machandel

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Das Schweigen über diesem Dorf war so alt, so alt wie die Sagen von der Mahrte, so alt wie das Märchen vom Machandelboom, wohl ewe dusend Johr." - Regina Scheer, "Machandel"

    Mecklenburg-Vorpommern, 1985: Claras Bruder Jan möchte vor seiner Ausreise aus der DDR unbedingt noch einmal seinen Geburtsort, Machandel, besuchen. Er nimmt Clara mit, die sich sofort in eine alte Kate dort verliebt. Sie beginnt, das alte Wohnhaus zu renovieren und verbringt dort viele Sommer mit ihren Töchtern beim Schreiben ihrer Dissertation über ein altes Märchen. Doch das Dorf bringt sie auch ihrer Vergangenheit näher, der Verganhenheit ihres Vaters im KZ und später als Minister in der DDR, der Verganhenheit von Natalja, einer Ost-Zwangsarbeiterin des 2. Weltkriegs, der von Emma, die nach Machandel kam, um fremde Kinder zu hüten. Sie alle sind durch dünne und festere Fäden verbunden, die Clara nach und nach entwirrt...

    Regina Scheers Roman "Machandel" ist eine wahre Wucht! Er erfasst und verarbeitet so viel deutsche Geschichte und ist dabei so fesselnd und fantastisch geschrieben, dass ich ihn kaum weglegen konnte. Die Autorin erzählt geschickt durch ihre Figuren von Ostdeutschland im Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und darüber hinaus. Sie fängt menschliche Zwischentöne meisterhaft ein, lässt niemanden nur gut oder nur böse erscheinen, beleuchtet Verganhenheiten, die zu unmenschlichen Taten führten und Träume und Hoffnungen, die enttäuscht wurden. Ich war beim lesen dieses fast 500 Seiten starken Romans dauerhaft fasziniert, ich habe sehr viel gelernt auf dieser Reise in unser Gestern und hätte den Figuren noch seitenlang weiter folgen können. Auch das Setting ist wunderbar gewählt, der Roman spielt zwischen Ostberlin und dem kleinen Dorf Machandel in Mecklenburg-Vorpommern, und bildet so sowohl das Leben auf dem Land, als auch das Leben der Städter*innen ab.

    Ich bin ganz ohne Erwartungen an "Machandel" herangegangen, habe es mehr zufällig bei einer Bestellung mit in den Warenkorb gelegt. Wie schön, dass sich gerade so ein Roman als Lektüre genau nach meinem Geschmack entpuppt. Ein Stück deutscher Zeitgeschichte fantastisch erzählt - ein Lese-Muss, nicht nur für begeisterte Leser*innen historischer Romane!

    Hinweis: Im Buch wird das Z- und I-Wort verwendet.

  19. Cover des Buches Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta (ISBN: 9783851793772)
    Máxim Huerta

    Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Dreamworx

    Der 74-jährige Dominique Brulé besitzt den kleinen Blumenladen „L’Étoile Manquante“ mitten im Pariser Stadtteil Saint-Germain. Obwohl von der Schönheit der Pflanzen umgeben und von freundlicher Stammkundschaft regelmäßig frequentiert, fühlt sich Dominique im Herzen einsam. Auch die beiden älteren spanischen Freundinnen Doña Mercedes und Doña Tilde, die sich ebenfalls allein fühlen, können diese Einsamkeit durch ihre täglichen Besuche nicht lindern. Um diesen Zustand zu ändern, stellt Dominique die 23-jährige Spanierin Violeta Gadea als Verkäuferin ein. Schon bald bringt Violeta nicht nur frischen Wind in den Blumenladen, sondern vor allem in das Leben von allen anderen…

    Maxim Huerta hat mit „Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta“ einen warmherzigen und poetischen Roman vorgelegt, der den Leser mit wenigen Worten in eine warme Decke hüllt, ihn in die Stadt der Liebe entführt und mitten in eine einsame Zweckgemeinschaft platziert, um dort die Ereignisse hautnah mitzuerleben. Mit flüssigem, gefühlvollem und empathischen Erzählstil schafft der Autor eine zauberhafte Atmosphäre, die den Leser vom ersten Moment an einfängt und ihn bis zum Ende nicht mehr loslässt. Schon der kleine Blumenladen vermittelt durch die Beschreibungen eine Oase der Ruhe, aber auch der Einsamkeit. Hier beim alten Dominique geben sich die Stammgäste die Klinke in die Hand, halten ein Schwätzchen, öffnen sich ein wenig beim Gespräch und nehmen ein wenig der heimeligen Atmosphäre und den liebevollen Gesten mit in ihren restlichen Tag. Durch die Sichtweise von Dominique erlebt der Leser, wie dieser selbst noch immer um seine seit Jahren verstorbene Frau Julie trauert, aber auch die älteren spanischen Damen Mercedes und Tilde, die seit über 40 Jahren in Paris leben, haben insgeheim ihre Päckchen zu tragen. Mit Violeta kommt die Jugend zurück in die Herzen der Alten, sie bringt nicht nur Energie in den Laden. Tiefgründig und mit vielen Lebensweisheiten lässt Huerta den Leser in die Seelen seiner Protagonisten blicken, lässt ihn ihre Einsamkeit, ihre Ängste, Geheimnisse und kleinen Hoffnungen erkennen, aber auch die Bande der Freundschaft, die sie miteinander teilen. Sorgsam verwebt Huerta die Leben seiner Protagonisten miteinander, zeigt die Veränderungen von ihnen auf, die mit dem Auftauchen Violetas langsam in ihrem Leben stattfinden.

    Die Charaktere sind liebevoll und lebendig in Szene gesetzt, wirken wie aus dem realen Leben gegriffen und können den Leser sofort von sich überzeugen, der sich nur zu gern unter sie mischt und ihren Geschichten lauscht, während erst eine gewisse Melancholie in der Luft liegt, die nach und nach der Hoffnung Platz macht. Dominique ist ein liebevoller, charmanter älterer Herr, der neben Vergesslichkeit vor allem unter dem Tod seiner Frau leidet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen mit seinen Blumen etwas Glück mit auf den Weg zu geben. Wie er mit den Pflanzen umgeht, ist einfach herzerwärmend. Mercedes ist aufgrund der Erfahrungen mit ihrem Ehemann eine verbitterte Frau, die mit dem Leben hadert, Tilde dagegen wirkt eher resolut und etwas schroff. Beide eint die Einsamkeit, die ihren Alltag grau einfärbt, der nur im Blumenladen etwas Farbe bekommt. Violeta ist wie eine frische Brise: offen, freundlich, sie strahlt Optimismus aus und verteilt diesen großzügig auch auf andere.

    „Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta“ verzaubert und öffnet Herzen. Ein Buch voller Poesie und Lebensweisheit, das man noch lange im Gedächtnis behalten wird. Absolute Leseempfehlung!

  20. Cover des Buches Fat City (ISBN: 9783351050399)
    Leonard Gardner

    Fat City

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    1950, Kalifornien, Arbeiter-Milieu. Billy Tully - mit Ende 20 pensionierter Boxer - trifft auf Ernie Munger - 18 Jahre alt und aufstrebender Boxer. Obwohl sie beide das Boxen lieben, verlaufen ihre Leben so unterschiedlich. Ernie heiratet und bekommt Nachwuchs. Billy hüpft von Job zu Job, von Bett zu Bett. Man muss sich gedanklich erstmal 70 Jahre zurück versetzen, um das Buch und viele Gegebenheiten zu verstehen. Hat man das geschafft, ist es ein interessantes Buch über den amerikanischen Traum, der sehr schwer zu erreichen ist und viele Opfer fordert. Das Kämpfen um Liebe, Anerkennung, Sucht und schlichtweg ums Überleben lässt diesen ach so tollen Traum recht schnell verblassen.

  21. Cover des Buches Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt (ISBN: 9783734101205)
    Helene Wecker

    Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt

     (111)
    Aktuelle Rezension von: BlueLeo

    „Golem und Dschinn“ ist ein Buch, welches dem Genre Historical Fantasy zugeordnet ist. Die Autorin Helene Wecker erschuf eine Geschichte, die ganz anders ist als alles was ich bisher gelesen habe. Das Buch spielt großteils in Manhattan in den Jahren 1899/1900 und die Protagonisten sind, wie der Titel schon erahnen lässt, einen Golem und einen Dschinn. Beide suchen ihren Platz im Leben und vermitteln dem Leser dabei ganz neue Eindrücke von Glück, Freiheit und Liebe. 

     

    Was mir besonders gut gefallen hat sind die Beschreibungen von Charakteren, Orten, Gefühlen und dem Leben an sich. In der Erzählung stecken so viel Liebe und Herz, dass ich es einfach nur genossen habe alle Einzelheiten in mich aufzusaugen. Den Orten wird so viel Leben eingehaucht, dass ich beim Lesen beinahe den Staub in der Luft schmecken konnte. Mit stattlichen 600 Seiten ist das Buch natürlich auch ein ganz schöner Wälzer, wer die lebendigen Beschreibungen jedoch zu schätzen weiß, wird jede einzelne Seite genießen.


    Bis zum Ende bin ich mit den Hauptprotagonisten leider nicht ganz warm geworden, was ich wirklich schade fand. Trotz allem muss ich ihnen zugestehen, dass sie perfekt zur Geschichte gepasst haben. Bei einem so dicken Buch gibt es natürlich auch sehr viele Nebencharaktere, die unglaublich gut ausgearbeitet und beschrieben sind. 

     

    Auch wenn das Buch zum Genre Historical Fantasy zählt, so ist es doch viel mehr als das. Es geht um tiefgreifende Themen wie Freundschaft, Andersartigkeit, Gefühle und Liebe. Das Buch erreicht eine Tiefe, die zum Nachdenken und Träumen anregt. 

     

  22. Cover des Buches Das Institut der letzten Wünsche (ISBN: 9783426515747)
    Antonia Michaelis

    Das Institut der letzten Wünsche

     (135)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Diesem Buch gab ich eine 2. Chance nachdem ich es beim ersten Lesen abgebrochen hatte. Es war wohl da nicht der richtige Zeitpunkt. 

    Nun hat es mich sehr begeistert und berührt. Es gab auch humorvolle Stellen. Diese Mischung war wunderbar trotz der traurigen Thematik und liess mich nicht hoffnungslos zurück. Die Figuren waren wunderbar ausgearbeitet und hatten Tiefe. Die Autorin hat eine wunderbare phoetische Sprache. Unbedingt muss ich noch mehr von Antonia Michaelis lesen. 

  23. Cover des Buches Salt & Storm. Für ewige Zeiten (ISBN: 9783733500108)
    Kendall Kulper

    Salt & Storm. Für ewige Zeiten

     (167)
    Aktuelle Rezension von: LissiB

    Salt & Storm habe ich in einer Second Hand Buchhandlung gefunden und es war wirklich ein Glücksgriff! Oft lohnt es sich, abseits der groß gehypten Bücher auf den üblichen Blogger-Kanälen auch einfach mal nach einem Buch zu greifen, dass keine 5 Sterne in den Foren erlangt, sondern dessen Klappentext einen einfach angesprochen hat. 

    Nachdem ich auf den ersten Seiten noch dachte "ohje, wo führt das hin?", hat mich spätestens ab der Begegnung zwischen Protagonistin Avery und dem geheimnisvollen Tane die Begeisterung gepackt und ich konnte das Buch kaum weglegen. Salt & Storm ist ein wirklich gutes Beispiel dafür, dass man nicht immer eine super freundliche, sympathische Protagonistin braucht, um eine Geschichte zu lieben. Im Gegenteil: Mir hat hier besonders gut gefallen, wie kratzbürstig und eigensinnig die Protagonistin war. Es hat einfach zur Geschichte gepasst. Umso mehr mochte ich Tane. Er war der Ruhepol in der Story. Eben Averys Fels in der Brandung! Die raue Atmosphäre des kleinen Küstenorts und auch die Erbarmungslosigkeit des tiefen Ozeans wurde wirklich richtig klasse beschrieben und ich konnte mich richtig auf der kleinen Insel Prince Island sehen. Die zum Schauplatz passende Art der Inselbewohner hat für mich die Story abgerundet. Eine wirklich herzzerreißende Liebesgeschichte, die zeigt: Man kann seinem Schicksal leider nicht immer entgehen, aber man kann am Ende das Beste aus dem machen, was man kriegen kann. Und vor allem: "Es gibt nichts zu bereuen, Avery. Niemals bereuen."

  24. Cover des Buches Schwimmen in der Nacht (ISBN: 9783406659393)
    Jessica Keener

    Schwimmen in der Nacht

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Looony

    Jessica Keener - Schwimmen in der Nacht *****

    Inhalt

    Boston in den 70er Jahren. Aus der Perspektive der 15 Jährigen Sarah wird der Leser mitgenommen an diesen Ort, in diese Zeit und in die Lebenwelt von Sarah und ihrer Familie. Eine Mutter, die an Depressionen leidet, liebevoll und bewundernswert, aber für Ihre Familie nie ganz greifbar ist, bis sie bei einem ungeklärten Autounfall stirbt. Ein Vater, Literaturprofessor, cholerisch, der viel Wert auf Außenwirkung, Regeln, Gehorsam und Bildung legt. Ein großer Bruder, der mit Hilfe der Musik einen Weg in die Freiheit und Selbstständigkeit sucht. Zwei kleine Brüder, - der Eine still, phantasievoll, sensibel, scheinbar unerschütterlich, der Andere aufbrausend, jähzornig, zerbrechlich - die mit ihren Eigenarten eine Niesche zum (Über)Leben in der Familie suchen. Und mitten drin und doch alleine Sarah, auf ihrem holprigen Weg zum Erwachsenwerden. Sie geht zur Schule, sie trauert, sie rebelliert, sie verliebt sich, macht große und kleine Fehler. Voller Trauer, Angst und Zweifel. Aber auch mit Hoffnung und Zuversicht.

    Meine Meinung

    Schwimmen in der Nacht ist ein Zeitportrait, Entwicklungsroman und Familiendrama zugleich. Jessica Keener hat mich von der ersten Seite hineingezogen und mitgenommen in die Welt der 70er Jahre des gehobenen amerikanischen Bürgertums, in die Welt von Sarah, in die Welt ihrer jüdischen Familie. Ihre einfachen, klaren und doch sehr poetischen, bildhaften Worte und Sätze haben Bilder in schwarz-weiß in meinem Kopf entstehen lassen. Farbe haben bei mir nur die Melodien von Peters und Sarahs Musik und die Rosen, die Sarahs Mutter mit leidenschaft im Garten pflegt und züchtet erzeugt.

    „Die Metallsaiten schenkten dem Weaver’s-Folk-Song einen wunderschönen, runden Klang. Peter griff kräftiger in die Saiten und unsere Harmonien fügten sich zu einem *I’d hammer out love-* zusammen bis unsere Stimmen und Peters Gitarrenklang weit oben in den Bäume ein Versteck schuf, unerreichbar für alle, solange ich sang (…)“ (S. 44)

    Das zeigt: Das Buch ist kein einfaches. Die Stimmung ist oft düster und bedrückend. Die Themen oft schwer. Doch wie ein Hoffnungsschimmer stiehlt sich hier und da ein Satz, ein Gedanke, eine Melodie dazwischen, die den Leser wissen lässt, dass es nicht so einsam ist, dass es nicht so bleiben muss, dass Sarah ihren Weg finden und gehen kann, wenn sie nicht aufhört zu suchen.

    Fazit

    Schwimmen in der Nacht ist ein berührender Roman ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Er hat mich länger begleitet, auch über die Lesezeit hinaus. Ein besonderer Roman - sprachlich und inhaltlich. Eine eindeutige Leseempfehlung für alle, die es nicht bunt und laut brauchen, sondern die Botschaft auch gerne zwischen den Zeilen und hinter den Melodien suchen!

    „Mein jüngster Bruder kam mit der unsichbarsten aller Gaben auf die Welt: Glauben. Er kam weise auf die Welt. Elliot konnte mit den emotionalen Strömungen, die die Wogen in underen Zusammenleben hochgehen ließen, von Geburt an mitschwimmen. Und zwar ganz intuitiv und unschuldig, als ob jeder Sturm in unserem Familienmeer ganz natürlich wäre.“  (S 191)

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