Bücher mit dem Tag "masuren"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "masuren" gekennzeichnet haben.

35 Bücher

  1. Cover des Buches Im Land der weiten Fjorde (ISBN: 9783404167586)
    Christine Kabus

    Im Land der weiten Fjorde

     (104)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik
    Nach dem Tod ihrer Eltern erfährt Lisa, dass ihre Mutter adoptiert wurde und ihre echte Familie in Norwegen lebt. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit macht sich Lisa auf den Weg dorthin, um mehr über ihren Ursprung zu erfahren.

    Das Buch wird abwechselt aus der aktuellen Zeit und aus der Vergangenheit erzählt. Dabei lernt man Lisa kennen und ihre Oma Mari. Beide Handlungsstränge sind total interessant, auch wenn ich die Vergangenheit etwas spannender fand. Dabei erfährt man viel über das Leben on Norwegen um 1940 und wie es damals im Weltkrieg dort zuging. Auch über alte Bräuche und Traditionen ist die Autorin gut informiert und mischt viel davon in die Geschichte, sodass sie nicht nur interessant, sondern auch lehrreich ist.
    Aber auch über das Norwegen von heute erfährt man viel und teilweise habe ich mich wie auf einer Norwegenrundfahrt gefühlt, weil alles so detailliert und lebendig beschrieben wird. Man kann bei so viel schöner Natur wirklich gut in dem Buch versinken.

    Die Personen sind dabei genauso lebendig beschrieben und es hat mir sehr viel Spaß gemacht die Familienmitglieder der Vergangenheit als auch der Neuzeit kennenzulernen. Ich konnte gut mit ihnen mitfühlen und habe gespannt die Liebesgeschichten mitverfolgt, die durch die Bedrohung des Krieges damals noch intensiver sind.

    Letztendlich ist dieses Buch echt klasse für Norwegenfans. Man erfährt viel über das Land und es ist als ob man selbst Urlaub dort macht, während man liest. Dazu fand ich besonders den Handlungsstrang, der im Weltkrieg spielt, sehr spannend und gefühlvoll. Eine klare Leseempfehlung!
  2. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (650)
    Aktuelle Rezension von: BisZurLetztenSeite

    In "Altes Land" geht es um Vera, die als Kind aus Preußen flüchten musste und nun in einem alten Bauernhaus lebt. Und es geht um Anne, ihre Nichte, die mit ihrem kleinen Sohn plötzlich vor ihrer Tür steht. Beide Frauen sind Reisende in ihrem eigenen Leben, sie haben nie irgendwo dazugehört, sind nie richtig angekommen. Doch in ihrer zusammengewürfelten Wahlfamilie beginnt ganz langsam ein Prozess der Heilung.
    Es geht hier viel um die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, Rollen in der Gesellschaft, Familie, Freundschaft und Nachbarschaft und auch um die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse.

    Das Buch ist eher von der ruhigeren Sorte, es gibt wenig Höhen und Tiefen, was mich aber absolut nicht gestört hat. Die Sprache ist oft ein wenig derb und scharfzüngig - hier wird ziemlich viel geschimpft, worüber ich mich meistens gut amüsiert habe. Anne schimpft über die Hamburger Mütter, die Bauern über die Zugezogen, diese wiederum über die Dorfbewohner.. Jeder aus seiner Perspektive und das war recht amüsant, wie Eigen- und Fremdwahrnehmung sich doch unterscheiden. Die Menschen im Roman sind generell recht verbohrt und kauzig, aber trotzdem meist sympathisch.

    Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht mehrerer Menschen erzählt und springen immer wieder von Gegenwart zu Vergangenheit. Da das mitten im Text passiert, war ich manchmal kurz verwirrt um wen es jetzt geht und in welcher Zeit wir uns befinden.

    Am meisten berührt haben mich die Szenen aus Veras Kindheit, die Flucht und auch was sie danach noch ertragen musste. Anne dagegen ist nicht ganz so hart im Nehmen. Sie wirkt oft wie eine Unbeteiligte im eigenen Leben. Ein bisschen gestört hat mich ihre Lethargie manchmal schon. Man möchte sie schütteln und sagen, Mensch jetzt lass die Wut doch mal raus.

    Alles in allem ein schöner Roman, den ich gerne gelesen habe und sicher nicht mein letztes Buch von Dörte Hansen. Wer gerne Ingrid Noll liest, kommt hier sicher auch auf seine Kosten.

  3. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783423138192)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (543)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  4. Cover des Buches Weibersommer (ISBN: 9783548284712)
    Heike Wanner

    Weibersommer

     (104)
    Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertante

    Lou (Marie-Louise) und Anne (Anne-Marie) sind Schwestern und die Cousinen von Lisa-Marie. Die drei Frauen haben den Namen ihrer Oma geerbt, nämlich "Marie". Sie treffen sich regelmäßig mit ihren Müttern, auch wenn sie gar nicht so gut miteinander zurecht kommen. Plötzlich stirbt der Bruder ihrer Mütter, Onkel Horst, und die Frage kommt auf, wer sich um seinen hinterbliebenen Hof kümmert. Kurzerhand fahren die drei Frauen dorthin, und erleben neue Wendungen in ihrem Leben. 


    Da die drei Frauen nicht so gut miteinander auskommen, wobei Lou und Anne als Schwestern schon miteinander auskommen, es ist eher schwierig mit Lisa-Marie, kann sich keiner vorstellen, dass sie es schaffen würden den Hof am laufen zu halten. Lou kommt dann auch sehr unfreiwillig mit, nämlich nur, weil ihr Urlaub gecancelt wurde. 

    Alle drei haben ihre Geschichte. Anne ist Mutter und Hausfrau und mit einem Chefarzt verheiratet, der nie Zeit hat. Lou hat einen Partner und eine Geschäftsfrau, und ist mit beiden glücklich, und Lisa-Marie sucht immer noch nach der großen Liebe. Die beiden Mütter der Frauen, die Zwillinge sind, kommen so gut wie gar nicht vor, da sie sich in der Zeit, wo ihre Töchter sich um den Hof kümmern, auf Kur befinden. Dafür ist die älteste Tochter von Anne, Mia, sehr präsent. Sie soll sich nämlich in der Abwesenheit um ihren Vater und ihre Brüder kümmern, und hat schnell die Schnauze voll, so dass sie auf den Hof flüchtig. Auf dem Hof müssen sie fast gar nichts tun, weil alles Jo übernimmt, der im Alter von Mia ist. Beide Figuren finde ich sehr gut, denn mit ihnen bekommt der Roman ein bisschen was von Jugendroman. 


    Ich muss zugeben, die ersten 100-150 Seiten waren sehr klischeebehaftet, vor allem, was die Figuren betraf. Ich musste ein manches mal mit den Augen rollen und konnte mir nicht vorstellen, dass mich dieser Roman noch abholen könnte. Aber alle Figuren machen eine toller Entwicklung durch. Ja, auch das ist vorhersehbar, aber doch gut umgesetzt. Lou war mir z.B. anfangs null sympathisch, was sich dann zum Ende wandelte. Wiederum die Beziehung zwischen ihr und ihrem Freund mochte ich sehr. 


    Fazit:

    Ich bin mit dem Ausgang aller Stränge sehr zufrieden und mag es sehr, dass die Familie näher zusammenrückt und sich jede Figur weiterentwickelt. Ich brauchte ein bisschen, bis ich rankam, aber dann hatte mich das Buch :)

  5. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783462046465)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der vierte Band um Kutschers Ermittler Gereon Rath. Er spielt im Sommer 1932 in Berlin und Ostpreußen. Sieht man von Prolog und Epilog ab, beschränkt sich die Handlung auf einen Zeitraum von einem Monat. Erstmals ermittelt Gereon Rath in diesem Band außerhalb Berlins, nämlich in Ostpreußen in und um Treuburg bzw. Marggrabowa, dem heutigen Olecko in Masuren.

    Wie immer versteht es Kutscher ausgezeichnet fiktive Ereignisse in echte historische Ereignisse einzubetten. Da wirkt nichts bemüht oder gekünstelt, das fügt sich harmonisch zusammen. Die damalige Zeit wird in den Geschichten sehr lebendig vor den Augen des Lesers. Besonders toll finde ich auch die Webseite https://www.nianli.de/ mit historischen Karten und Schauplätzen der Krimireihe, wo man auch Infos über die entsprechenden Gebäude und nicht selten eine Verlinkung zur Wikipedia findet. Ich weiß nicht, ob das die private Seite eines großen Fans ist oder etwas Offizielles, aber es lohnt sich, die Ereignisse dort mit zu verfolgen. Allerdings besteht Spoilergefahr, wenn man noch nicht weit im Buch ist.

    Die Handlung an sich fand ich in diesem Band weniger komplex, als in den vorangegangenen Bänden, was aber der Spannung keinen Abbruch tut, zumal der Autor auch falsche Fährten legt. Schön finde ich auch, dass es sich um eine echte Reihe handelt, also nicht um eine reine Serie. Die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander entwickeln sich stetig weiter und immer mal wieder  wird auch Bezug auf vergangene Bände genommen. Es ist zwar grundsätzlich möglich, die Bände unabhängig voneinander zu lesen, aber man beraubt sich selbst eines Teils des Lesevergnügens sofern man so verfährt.

    In manchen Momenten erinnert mich das Duo Rath/Marlow an Ian Rankins Rebus/Cafferty. Jedenfalls ist sind beide Verbrecher so gezeichnet, dass der Leser immer mal wieder auch Sympathie für sie empfinden kann.

    Die Romane der Reihe haben bisher eine gleichbleibende Qualität, was auch nicht jeder Autor schafft. Den Showdown am Ende finde ich übertrieben und unwahrscheinlich, aber dieses Manko haben viele Krimis. Dennoch reicht es deshalb nicht für fünf Sterne. 

  6. Cover des Buches Tiefe Wunden (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 3) (ISBN: 9783548061733)
    Nele Neuhaus

    Tiefe Wunden (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 3)

     (732)
    Aktuelle Rezension von: Jenni078

    Wir bewegen uns diesmal in einem ganz anderen Umfeld, was die Geschichte noch spannender macht.
    Ich muss zugeben, dass ich zu Anfang Schwierigkeiten hatte, die vielen Personen zu unterscheiden, aber dies legt sich im Laufe der Geschichte.

    Ich finde, dass es dieses mal ein ganz anderer, aber sehr gelungener Krimi ist.

  7. Cover des Buches Königsberg. Glänzende Zeiten (ISBN: 9783442487851)
    Nora Elias

    Königsberg. Glänzende Zeiten

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte7

    Zum Inhalt schreibe ich nicht viel, weil dieser ja im Klappentext steht. Man wird eindrucksvoll in die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts entführt. Der Einstieg hat mich leicht verwirrt, ich habe gebraucht, bis ich die Familien sortiert hatte und wusste, wer zu wem gehörte. Doch wenn man mal drin ist, ist das Buch fesselnd. Ich habe sogar auf Landkarten nachgeschaut, wo genau die Mazuren liegen und wie weit Ostpreußen damals ging. Man bekommt gute Einblicke in das damalige Leben. 

    Weil ich mir ein kleines bisschen mehr Tiefgang gewünscht hätte, gibt es nur 4 von 5 Sternen. Es Buch ist zwar toll, aber ich habe schon Bücher gelesen, die ebenso Einblicke ins damalige Leben gegeben haben, aber mit mehr Tiefgang. 

    Wer historische Romane liebt, ist mit diesen beiden Büchern (Königsberg - Glänzende Zeiten / bewegte Jahre) genau richtig. Ich habe beide Bücher sehr gerne gelesen. 

  8. Cover des Buches Königsberg. Bewegte Jahre (ISBN: 9783442489305)
    Nora Elias

    Königsberg. Bewegte Jahre

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte7

    Dies ist der 2. Band von "Königsberg". Es geht um die gleichen Familien wie im ersten Band. Während der erste Band Ende des 19. Jahrhunderts spielt, handelt es sich nun um die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1920 Endet die Geschichte. 

    Der 2. Band ist packender, weil die Kriegsereignisse natürlich fürchterlich waren und mir mal wieder sehr nahe gingen. 

    Es wird gut dargestellt, wie sich die Zeiten durch den Krieg geändert haben, wie sich auch alte gesellschaftliche Formen aufgelöst haben. 

    Ich habe mit den Familien mit gefiebert und mitgelitten, es war großes Lesevergnügen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Allen, die historische Romane und Familiensagas lieben, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.  

  9. Cover des Buches Spieltrieb (ISBN: 9783641242749)
    Juli Zeh

    Spieltrieb

     (417)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Ein Buch, das unter die Haut geht. Zumindest bei mir. Nie hätte ich mir als Jugendliche solche Grausamkeiten ausdenken können. Aber die Zeiten haben sich geändert. Juli Zeh schildert Auswüchse der jugendlichen Phantasie, die mir die Haare zu Berge stehen ließen.

    Ada und Alev haben sich gefunden. Jeder für sich hätte niemals so viel desaströse Gemeinheit entwickeln können. Doch gemeinsam sind die hochintelligente, aber gefühllose Ada und der Mädchenschwarm Alev ein Team, das weiß, wie sie Lehrer in die Enge treiben können.

    Obwohl ich ihr Verhalten des öfteren nicht nachvollziehen konnte, hat mich das Buch tief beeindruckt. Vor allem Juli Zehs Art und Weise, ihre Charaktere einzuführen, hat mir sehr gut gefallen:

    „Lesen war ein Zustand, in dem die Zeit verstrich, weil sie nicht anders konnte, während Adas Verstand in Nahrung eingelegt wurde, so dass seine hektische Gier in ein gleichmäßiges Einsaugen und Bewerten überging.“ (Seite 32)


    „… gleich darauf hatte er sich an die Schichten verschiedener Altersstufen gewöhnt, die dort übereinander lagen und nur im Schnitt die Zahl Fünfundvierzig ergaben. Die schwarz gefärbte Frisur mit glattem Pony und kinnlangem Haar zitierte eine zeitlose Kleopatra, die Augenbrauen waren ausrasiert, die Lippen korrigiert, die Ohrringe zu groß, die Haut gleichzeitig perfekt gepflegt und welk. Unter dem langärmeligen roten T-Shirt mit frechem Aufdruck über der Brust zeigte sich ein ausgehungerter Körper, mit dem es die Natur einst besser gemeint hatte“ (Seite 100)


    Das schreckliche Geschehen beginnt erst anschließend. Da begibt sich die als so taff beschriebene Ada in eine Abhängigkeit von Alev, die ich einfach nicht verstehen kann. Er sieht in ihr ein Werkzeug für seine Pläne und sie spielt mit – ohne Widerstand zu leisten. Auf Seite 306 

    „erwachte Ada mit einem Gefühl, in einem surrealistischen Film geraten zu sein, über den sogar der Regisseur die Kontrolle verloren hatte.“

    Je weiter ich in dem Buch fortschritt, desto spannender empfand ich es. Für mich ist es das bisher beste Buch, das ich von Juli Zeh gelesen habe.

  10. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783839893944)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

     (14)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Volker Kutscher baut den Inhalt seiner Krimireihe nach einem ähnlichen Muster auf: Meistens beginnt der Band mit einem Mord. Somit haben wir unseren ersten Handlungsstrang. Diesmal wird ein Toter im Haus Vaterland gefunden. 

    Im Laufe des Hörbuchs kristallisiert sich aber ein zweiter Handlungsstrang heraus. Meistens ist unvorstellbar, dass dieser Handlungsstrang etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Doch Volker Kutscher versteht sich darauf, uns das Gegenteil zu beweisen. 


    Volker Kutscher erzählt die Handlung ab diesem Band aus zwei Perspektiven: Wir begleiten nicht nur Kommissar Rath bei seinen Ermittlungen, oder teils zwielichtigen Geschäften, sondern lernen auch Charlotte Charlie Ritter kennen, die es nun endlich zur Kommissaranwärterin geschafft hat. 


    Auch in diesem Band dürfen die alt bekannten Konflikte nicht fehlen: Innerhalb der Berliner Polizei gibt es klare Hierarchien und Machtspiele, die immer wieder neu verteidigt werden. Rath tut sich schwer damit, gemeinsam mit Kollegen an einem Fall zu arbeiten. Er plant lieber im Alleingang, was seinen Kollegen, insbesondere seinen Vorgesetzten oft ein Dorn im Auge ist. 


    Da Charlie in diesem Band ebenfalls bei der Polizei anfängt, bekommen wir erstmals mit, wie mit Kommissaranwärterinnen in der Burg umgegangen wird. Man hat eine klare Vorstellung davon, welcher Inspektion Frauen zugeteilt werden. Und diese Inspektion ist nicht der Ort, den sich Charlie Ritter für ihre Laufbahn bei der Polizei gewünscht hat. 


    Der Spannungsbogen des Hörbuches hat mir sehr gut gefallen. Ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen durch gehört, was ich nur bei wenigen Titeln mache. Der Kriminalfall ist kurzweilig, unterhält aber während des Hörens sehr gut. Allerdings muss ich auch gestehen, dass mich der Fall nicht nachhaltig beeindruckt hat, sondern es bei einer kurzweiligen Lektüre blieb. 


    Was die Hörbuchgestaltung betrifft, ist mir der Einstieg in dieses Hörbuch deutlich leichter gefallen. Ich wusste nun, wie David Nathan das Hörbuch interpretiert und kam mit seiner Interpretation auch besser zurecht, als im vorherigen Band. 

    Die Akte Vaterland ist als gekürztes Hörbuch beim Argon Verlag erschienen. Das Hörbuch befindet sich in einer Digifile Hülle, die für ein Digifile recht schmal ist, aber dadurch sehr gut zu den vorherigen Bänden passt. 


    Volker Kutschers Schreibstil gefällt mir nach wie vor sehr gut. Toll fand ich, dass er ab diesem Band beginnt, die Handlung aus mehreren Perspektiven zu erzählen. 

    Außerdem arbeitet er die Konflikte zwischen den Charakteren oder innerhalb der Polizei sehr gut heraus. In diesem Band beginnt sich auch die politische Lage in Berlin unmerklich zu ändern. Das heißt die politische Situation wirkt sich auch auf die Polizei und unsere Charaktere aus. Volker Kutscher hat hier interessante Fäden gesponnen und es geschafft, erste Grundsteine für die politischen Themen zu legen, ohne, dass dabei die eigentliche Handlung in den Hintergrund rückt. 


    Gesamteindruck

    Die Akte Vaterland ist ein solider Krimi, der spannende, kurzweilige Unterhaltung bietet. Allerdings empfehle ich, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen. So bekommen wir mit, wie sich die Charaktere entwickeln. 



  11. Cover des Buches Seine schönsten Erzählungen (ISBN: 9783455000931)
    Siegfried Lenz

    Seine schönsten Erzählungen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Gern zitiert in Anmerkungen über Siegfried Lenz wird die Aussage von Marcel Reich-Ranicki, Lenz sei ein Meister der epischen Kurzstrecke, nicht aber der Langstrecke. Diese Auswahl beweist, wie recht Reich-Ranicki zumindest mit der ersten Hälfte seines Urteils hatte. Auch wenn nicht alle Erzählungen gleicher Qaulität sind, findet sich doch zahlreiche kleine Meisterwerke wie die Texte aus "So zärtlich war Suleyken",  das autobiographische "Ein Kriegsende" oder die Erzählung "Die Nacht im Hotel" mit dem überraschenden Plot. Absolut lesenswert.

  12. Cover des Buches Namen, die keiner mehr nennt (ISBN: 9783499624773)
    Marion Gräfin Dönhoff

    Namen, die keiner mehr nennt

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Meine Großeltern väterlicherseits kommen beide aus dem ehemaligen Ostpreußen, dem Masurenland.
    Durch das Buch von Dönhoff ist mir wieder einmal einiges verständlicher geworden. Auch betreffend unserer eigenen Geschichte. Warum meine Großmutter nie heimisch wurde, nie Freunde gewinnen oder wenigstens zu anderen Kontakt halten konnte: Sie konnte nicht, sie hat doch ihre Heimat verloren.
    Viele dachten, sie würden nur vorübergehend fliehen... Und kamen doch nie wieder.
    Die Dönhoff versteht es, die Geschichte der Ostpreußen verständlich zu machen, auch für meine Generation. Ich wünschte mir, mehr junge Leute würden diesen Zeitzeugen einige Minuten Lesezeit widmen. Allein nur um zu verstehen, warum wir Deutschen so verbittert sind. Oder warum die Großeltern manchmal so handeln wie sie eben handeln.
  13. Cover des Buches Wodka und Messer (ISBN: 9783940888280)
    Artur Becker

    Wodka und Messer

     (4)
    Aktuelle Rezension von: KollegeKraftwagen
    Der Deutschpole Artur Becker ist ein Sprachmigrant: In Polen aufgewachsen schreibt er seit vielen Jahren auf deutsch. Seine zu unrecht kaum wahrgenommene Romane gipfeln jetzt in "Wodka und Messer", seinem Hauptwerk, einem deutsch-polnischen Großroman, den ich mal als "fast gelungen" beschreiben würde. Gut lesbar und sehr beeindruckend ist er auf alle Fälle. Hier mischen sich osteuropäische Sprachmelodie mit deutscher Einsilbigkeit und Akribie, magischer Realismus östlicher Spielart (sprechende Morddinstrumente, ein sprechender, seine Bewohner in den Tod durch Ertrinken treibender See, Determinierung der Leben durch die masurische Landschaft) mit deutscher Bewußtseinsprosa. Der Held Jakub (alias Kuba) scheint einem typisch deutschen Gegenwartsroman entsprungen, er ist Programmierer, hat Frau und zwei Kinder, er ist einst aus Polen ins gelobte Land Deutschland emigriert und hat geschafft, worum ihn viele beneiden: Die eiserne Umklammerung durch die heimatliche Natur und die verarmte und perspektivlose Gesellschaft der masurischen Fischer und Bauern zu durchbrechen und ein neues Leben anzufangen. Allzu entscheidungsfreudig ist er nicht, wie seine deutschen Altersgenossen. Aber dann kehrt er zurück und das alte Leben ergreift schnell wieder Besitz von ihm. Der See wäscht seine deutsche Ersatzidentität hinweg, seine Verwandten nehmen ihn sofort wieder auf in ihr Leben, er findet eine Doppelgängerin seiner einst auf der gemeinsamen Flucht vor dem polnischen Geheimdienst im See ertrunkenen ersten Liebe - und scheint alle Brücken nach Deutschland abzubrechen. Schon auf den ersten Seiten wird eine zauberische, diffuse und lähmende Atmosphäre geschaffen, die zugleich Geborgenheit und Regression vermittelt. Etwas unterschwellig Beunruhigendes liegt dem ganzen Text zugrunde, man muß ständig mit einer Katastrophe rechnen: Wird der See neue Opfer fordern? Wird Kuba einen Mord begehen, wie der angebliche Dorfpfarrer es von ihm verlangt? Wird er bei seiner neuen Geliebten Justyna bleiben? Bis zum rätselhaften und magisch aufgeladenen Ende bleibt all das im Dunkeln, geradezu magnetisch werden alle Figuren und auch die Leser am Ort des Geschehens festgebannt. EIne durch und durch faszinierende Geschichte, die vor allem durch ihre Vagheit so ergreift. Man wird geradezu hypnotisiert von dieser Atmosphäre, herabgezogen auf den Grund des Sees, als Ertrinkende(r) all den anderen Ertrunkenen zugeführt, um sich in ihrer Gesellschaft der unstillbaren Sehnsucht nach dem eigentlichen, dem wirklichen, dem glücklichen Leben zu ergeben, das es in Masuren nicht geben kann, ja eigentlich nirgendwo auf der Welt geben kann. Der Roman schildert gleichermaßen eine Reise nach Innen wie er eine Reise in die Heimat, die Kindheit, in den Schoß der Familie und vertrauter Menschen darstellt. Man wird hineingezogen in einen dunklen Traum, der sich immer wieder als reine subjektive Stimmung und als nicht real bedrohlich herausstellt. Die (osteuropäisch) pathetische Aufladung der Szenerie wird immer wieder gebrochen durch den (deutschen) Drang nach Entzauberung, poetischer Sachlichkeit, nach Authentizität. Ergebnis ist eine sehr faszinierender Zwittertext, für den ich keinen Vergleich zu finden in der Lage bin. Warum also nur drei Sterne bei all der Begeisterung? [Nachtrag: Das Buch hat mich so nachhaltig beschäftigt, daß ich jetzt noch einen Stern nachlegen muß, die Lesequalen sind schon großteils vergessen...] Ich würde es vorsichtig auf die technischen Fähigkeiten des Autors schieben, über seinen Stil habe ich mich vor allem in der ersten Hälfte ständig geärgert. Da wurde die dichte Atmosphäre durch holpriges Erzählen gestört, zu viel Unzweifelhaftes erklärt. Gerade die Verbindungen zwischen starken Einzelepisoden sind oft ziellos und unentschlossen umgesetzt, der Text tritt auf der Stelle. Zentrale Motive werden penetrant wiederholt, teilweise dutzendfach auf kaum zwanzig Seiten. Die Dialoge sind oft hölzern, sind weder lebensecht, noch konsequent stilisiert. Die tragende Rolle der Natur wird nicht richtig klar, weil der Fokus stets auf dem sehr kleinen Romanpersonal ruht. Weniger magisches Gedöns und etwas mehr Eleganz und erzählerische Ökonomie hätten dem Erzählfluß sicher gut getan und wäre dem großen Thema angemessen gewesen. Trotz allem hat die Lektüre (meistens) großen Spaß gemacht und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
  14. Cover des Buches Masuren (ISBN: 9783570550069)
    Andreas Kossert

    Masuren

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski
    Mit seinem Werk „Masuren – Ostpreußens vergessener Süden“ hat Andreas Kossert ein Lücke in der wissenschaftlichen Betrachtung dieses Landes geschlossen. Während bisherige Darstellungen von polnischer, wie auch von deutscher Seite, Masuren jeweils als urpolnisch bzw. urdeutsch reklamierten, bemüht sich Kossert eine neutrale Haltung einzunehmen und die Masuren in ihrer ethnischen Eigenart als preußische Deutsche mit polnischer-masurischer Mundart, slawisch klingenden Nachnamen und deutschen Vornamen darzustellen. Dadurch, dass Kossert sich sowohl polnischer als auch deutscher Quellen bedienen konnte, erfährt der kundige Leser zum ersten Mal mehr über die Hintergründe der polnischen Masurenpolitik. Die Kritik an der deutschen Germaniesierungpolitik seit 1872 überwiegt meines Erachtens allerdings ein wenig, da hier der Blick auf das große Ganze vernachlässigt wird. Deutschland begann erst mit der Reichsgründung ein Nationalstaat zu werden, während andere europäische Staaten, auch Polen, schon Nationalstaaten waren bzw. – im Falle Polens – ein nationale Identität hatten. In Deutschland musste sich der Nationalstaat gegen einen starken Regionalismus durchsetzen, wobei insbesondere die ethnisch gemischten Grenzregionen ins Augenmerk des neuen zentralistischen Nationalstaates fielen.Auch die Kritik, die masurische Sprache und Kultur sei untergegangen, weil die alten auschliesslich deutschsprachigen Eliten diese vernachlässigt hätten, verkennt die Situation der Masuren nach dem Krieg. Wer sollte denn nun noch masurisch sprechen, wo man über ganz Deutschland verteilt lebte, keiner wollte doch als „Pollack“ beschimpft werden und vor allem sprach doch die zuletzt in der masurischen Heimat geborene Generation ohnehin kein masurisch mehr. Darüber hinaus stellt Kossert selbst fest, dass praktisch die Gesamtheit der Masuren niemals polnisch sein wollte, dass wurde 1920 im Abstimmungsverhalten, ab 1933 leider auch im Wahlverhalten und ab 1944 an der überwiegenden Flucht der Masuren in Reichsgebiet deutlich. Die masurische Ethnie ist in der deutschen Kulturgemeinschaft aufgegangen und hat sicher auch ihre Spuren hinterlassen – und wenn es auch nur noch die Erinnerung an dieses unbeschreiblich schöne Land und seine Menschen ist. Ich jedenfalls bekenne gerne, selber Masure zu sein und erkenne auch als Nachgeborener noch einige masurische Eigenarten an mir. Auch wenn Kosserts Werk an einigen Stellen durchaus kritikwürdig ist, so ist es doch ein absolutes Muß für jeden, der sich näher mit der Geschichte Ostpreussen und Masurens befasst.
  15. Cover des Buches Schattauers Tochter (ISBN: 9783865214249)
    Arno Orzessek

    Schattauers Tochter

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Vaterland ohne Väter (ISBN: 9783548280646)
    Arno Surminski

    Vaterland ohne Väter

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    Dass Arno Surminski ein Meister seines Fachs ist, muss man nicht extra betonen. Allein seine Sprache ist schon ein Lesevergnügen für sich.

    In dem vorliegenden Buch werden mehrere Kriege nebeneinander gesetzt. Verblüffend, wie sich die Bilder/Worte gleichen.

    Rebeka Rosen, nun im Ruhestand nimmt sich endlich die Zeit, alte Briefe und Aufzeichnungen, die schon jahrelang verstauben, endlich zu sichten und zu ordnen. Vielleicht weil ihr eigener Sohn in einer Friedensmission/Krieg auf dem Balkan ist, wächst ihr Interesse an Robert Rosen, ihrem in Russland gefallenen Vater.

    Als junge Mensch wird er in einen Krieg geworfen, den er im Grunde nicht will. Er ist Landwirt und will die Felder der Familie in Ostpreußen bestellen. Doch er muss den Fahneneid schwören und ins Feld ziehen. Niemand fragt ihn nach seinen persönlichen Wünschen.

    Er kommt nach Russland und sieht die Schönheit des Landes und der Natur, bringt dies auch zu Papier. Er hat das Glück, nicht  in vorderster Front zu stehen, weshalb seine Kriegseindrücke anfangs eher friedlicher Natur sind.

    Seinen ersten Heimaturlaub nützt er dazu, Erika, seine Jugendfreundin zu heiraten. Sie haben nur diese wenigen Tage des Urlaubs für ihre Ehe. Danach muss er wieder ins Feld und kommt nicht mehr zurück.

    Diese kurze, gemeinsame Zeit genügte, dass von ihm etwas bleibt. Erika wird schwanger und bringt seine Tochter zur Welt, genau an dem Tag, als Robert in Russland fällt. 

    Rebeka ist eines der vielen Kinder, die während des Krieges geboren werden und ihren Vater nie kennenlernten. Alte Briefe und Notizen müssen reichen.

    Arno Surminski schafft es, den Leser in die Rolle von Rebeka schlüpfen zu lassen. Ihre Gefühle kann man nachempfinden und dabei spüren, wie sie ihrem unbekannten Vater immer näher kommt. Man wird zum Zuschauer einer kleinen Gruppe junger Soldaten, die Läuse fangen und in russischen Flüssen baden, von alten Frauen bekocht werden, übermütig auf Obstbäume klettern und Kirschen essen und vorwärts marschieren müssen, ohne genau zu wissen, wo sie ankommen.

    In den Roman sind Aufzeichnungen eines Westfalen verwoben, der ca. 200 Jahre zuvor mit Napoleon den gleichen  Weg in einem sinnlosen Krieg nach Russland marschierte und nach der Niederlage wieder zurück. Auch der erste Weltkrieg spielt eine Rolle. Es bleibt das Gefühl, alle Kriege sind miteinander verwandt, durch Machtbesessenheit und Gier.
  17. Cover des Buches Topielica (ISBN: 9788392558385)
    Gaja Grzegorzewska

    Topielica

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Abschied von Preußen (ISBN: 9783572011742)
    Wolf J. Siedler

    Abschied von Preußen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Wolf Jobst Siedlers essayistisches Lesebuch - Eine nostalgische Liebeserklärung an das verlorene Preußen - seine Kultur, seine Landschaften zwischen Riesengebirge und Masuren, seine Städte und Schlösser sowie den Glanz der beiden Residenzen Potsdam und Berlin. Die Essays von Siedler schlagen einen neuen Weg jenseits der Fronten ein. Das Land im Osten ist endgültig versunken: Vielleicht ist Preußen die Summe , die Deutschland zahlen musste, um Europa zu versöhnen.
  19. Cover des Buches Der Lippenstift meiner Mutter (ISBN: 9783442742967)
    Artur Becker

    Der Lippenstift meiner Mutter

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

     Schauplatz dieses Romans ist das fiktive Städtchen Dolina Rosz in Masuren Anfang der 80er Jahre. In Polen ist der Kommunismus Realität und die Bevölkerung hat sich mehr oder weniger mit den Umständen arrangiert.

    Der 15-jährige Bartek verbringt seine Schultage im Technikum, seine Nachmittage in der Schusterwerkstatt von Herrn Lupicki und seine freie Zeit mit Träumen von einer Zukunft weit weg von der Kleinstadt und den Eltern. Da begibt es sich, dass der abgetauchte Großvater zurückkehrt – mit viel Lebenserfahrung, einer langen Vergangenheit und einem Problem im Gepäck.

    Gar nicht viel Handlung enthält dieser Roman mit autobiographischen Anteilen. Den Schwerpunkt bildet vielmehr der Blick auf die zahlreichen Bewohner des Städtchens, ihre „sieben Gangarten“, ihre Liebschaften, Antipathien, Wohnungen und Berufe.

    Aus dem Blickwinkel des Jugendlichen werden Cafe und Kino, Krankenhaus und Schule, Marktplatz und Kirche dargestellt. Onkel und Tanten sind zahlreich vorhanden, Schulfreunde und -feinde geben sich die Ehre ebenso wie die stadtbekannten Persönlichkeiten mit Behinderungen. 

    In einer herrlichen, keinesfalls zimperlichen Sprache komponiert Artur Becker ein Stadtporträt mit skurrilen Protagonisten – und mittendrin ein Teenager mit der typischen extremen Gefühlslage des Heranwachsenden. 

    Nach der Lektüre kennt man dieses Städtchen und seine Bewohner, hat den masurischen Winter gefühlt und ist über den Marktplatz geeilt – und ist gleichzeitig froh, die Pubertät hinter sich gelassen zu haben.

    Ein sprachlich gelungenes Kaleidoskop aus den vielen farbenfrohen Elementen einer masurischen Kleinstadt – geschrieben zwar in deutscher Sprache, aber gespickt mit polnischen Ausdrücken.

    Authentisch und unterhaltsam, ein Roman und gleichzeitig ein Zeitporträt.

    Volle Leseempfehlung!

  20. Cover des Buches Ostpreussen (ISBN: 9783406669804)
    Andreas Kossert

    Ostpreussen

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Viv29
    Vorweg, meine Rezension bezieht sich auf die wesentlich kürzere (121 Seiten) CH-Beck Wissen-Ausgabe (ISBN 978-3-406-66980-4) dieses Buches, die hier aber leider nicht separat eingetragen ist.

    Es gelingt Andreas Kossert auch in dieser abgespeckten Version seines Buches, das Wesentliche über die ostpreussische Geschichte sehr gut zu vermitteln. Er hat einen angenehmen Schreibstil, zurückhaltend und doch packend. Das Buch läßt sich leicht lesen und vermittelt Geschichte auf lebendige Weise.

    Die Ursprünge und frühe Geschichte Ostpreussens sind hier sehr knapp gehalten, da hätte ich tatsächlich gerne etwas mehr gelesen, aber die Beck-Reihe ist ja bewußt als kurze Einführung in Themen gedacht. Mehr als die Hälfte des Buches widmet sich der Zeit des Dritten Reiches und der Nachkriegszeit. Im ganzen Buch gelingt Andreas Kossert eine gute Verbindung von großer Politik und dem alltäglichen Leben. Die geistigen Strömungen innerhalb des Landes, das von der bemerkenswerten geistigen Offenheit des 18. und 19. Jahrhunderts im 20. Jahrhundert in dumpfen Nationalismus verfiel und den Nazis begeistert den Weg freiräumte, sind gut geschildert, auch die Gründe hinter diesen Strömungen werden erläutert.

    Die letzten Kriegsjahre und die Nachkriegszeit haben Ostpreussen und seiner Einwohner auf unglaubliche Weise gebeutelt. Nüchtern berichtet Kossert über ein grauenvolles Massaker an jüdischen Gefangenen noch im Januar 1945, den Grausamkeiten der sowjetischen Armee gegen die Zivilbevölkerung, den Ausgrenzugen, Vertreibungen, und "rassischen" Einstufungen im polnischen und russischen Teil Ostpreussens. Er nennt Zahlen und Vergleiche, die das Ausmaß des Grauens sehr verdeutlichen.

    Im letzten Kapitel des Buches geht es um die Ostpreussen, denen ihre Heimat genommen wurden und die oft gar nicht einmal um sie trauern durften. Er läßt hier auch ehemalige Ostpreussen zu Wort kommen, zitiert Dönhoff, Lenz und andere. Dadurch wird auch die menschliche Seite beleuchtet, was mE zu einem umfassenden Geschichtswerk immer dazugehört.

    All dies, die guten Informationen über Jahrhunderte ostpreussischer Geschichte, wichtige Hintergrundinformationen zum Verständnis, die Stimmen der Menschen, die dort lebten und vertrieben wurden, einen Überblick über Kultur, Kunst, Philosophie, immer neuer Kriegswirren, Krankheiten, Vertreibungen und noch mehr findet sich auf 121 Seiten. Es ist beeindruckend, wie gut so viele Informationen hier auf kleinem Raum verpackt wurden. Ein rundum informatives und angenehm zu lesendes Buch.
  21. Cover des Buches Der Weg der verlorenen Träume (ISBN: 9783958131347)
    Rebecca Michéle

    Der Weg der verlorenen Träume

     (17)
    Aktuelle Rezension von: HeikeSonn
    Mir gefällt der Stil der Autorin und ich bin ihr gerne durch die Geschichte ihrer Familie gefolgt. Als junge Frau hätte mir ein wenig gefehlt, dass die Figuren niemals so richtig in das Grauen der Zeit eintauchen, heute habe ich schon so viele derartige Bücher gelesen, dass mir gerade das gefällt, weil ich mich mehr nicht mehr aussetzen möchte und kann. Klar, ähnelen sich all diese Schicksale, und trotzdem habe ich den Weg von Hedwig und Margarethe gerne verfolgt, zumal auch mein Schwiegervater aus der Nähe von Königsberg fliehen musste. Auch er hat niemals viel davon erzählt, ein paar Fakten, aber niemals Emotionen, niemals hat er von dem erlebten Grauen gesprochen. Auch er hat die Gustloff nur knapp verpasst ...
    Mich hat der Blick auf das damalige Frauenbild wieder einmal erschüttert. Wie wenig sie durften, wie wenig Rechte sie hatten und wie unverzichtbar sie für die Männer und Familien mit ihrer Stärke waren. Immer wieder sehr konträr. Und wie wenig sie aufbegehrt haben, und trotzdem ihren Weg gegangen sind, wie der Weg von Hedwig eindringlich schildert.
    Fazit: Schöner Stil, Kriegsgräuel und geschehen kam wenig dran, vermutlich eben so wiedergegeben, wie es die Schilderungen hergaben und nicht weiter vertieft. Wenn man sich wie ich aber schon oft mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, braucht es das auch nicht. Lesenswert.
  22. Cover des Buches Die Mauer schwankt (ISBN: 9783518039786)
    Wolfgang Koeppen

    Die Mauer schwankt

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Der Steg nach Tatarka (ISBN: 9783752848601)
    Diana Dörr

    Der Steg nach Tatarka

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Wildpony

    Der Steg nach Tatarka -Diana Dörr

    Kurzbeschreibung Amazon:

    Von den masurischen Weiten durch die Hölle des Zweiten Weltkrieges in die Verbannung nach Sibirien: Eine Frau erfährt mehr Schicksal, als sie ertragen kann. Doch das Ende ist nicht das Ende: Ein neues Leben erinnert sich an das vergangene.

    Eine mitreißende Reise durch Zeiten der Verzweiflung, der Einsamkeit aber auch der Heilung und des Ankommens.

    In diesem auf wahren Begebenheiten beruhenden Buch geht es um die Heilung von Ängsten aus früheren Leben und den in unserer Gesellschaft nicht geheilten Traumata aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Spiritueller Roman zum Thema Wiedergeburt, Nahtoderfahrung und Rückführungstherapie.

    Mein Leseeindruck:


    Zwei verschiedene Handlungsstränge führen uns in das Buch, bei dem es um das Leben von Jana geht, die sich auf der Suche nach ihren Ängsten und Alpträumen begibt und kommen so auf die weitere Protagonistin Marie-Luise, die sehr viel in ihrem Leben durchmachen musste.

    Es berührt den Leser sehr und geht echt zu Herzen.

     Hier werden zwei Leben verknüpft und man hat das Gefühl man lebt in der Geschichte mitten drin. Für mich ein ungewöhnliches, aber doch sehr aufwühlendes Thema.

    Fazit:

    Kann ich nur sehr empfehlen auch mal in diese Thematik einzutauchen und das geht sehr gut mit dem Buch von Diana Dörr.

    Gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 Sterne. ****

  24. Cover des Buches Masurisches Tagebuch - Spurensuche zum Roman "Der Himmel ist ein Fluss" (ISBN: 9783981544725)

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks