Bücher mit dem Tag "martin luther"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "martin luther" gekennzeichnet haben.

104 Bücher

  1. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  2. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (356)
    Aktuelle Rezension von: Walther

    Ich habe diesen Roman geschenkt bekommen und seitdem mehrfach gelesen. Die Mischung aus historischer Dystopie und Thriller zieht mich jedes Mal wieder in ihren Bann. 

    So hätte es vielleicht ausgesehen, wenn Herr H. seinen Krieg gewonnen hätte. Harris schreibt ja nicht viel über die Situation im eroberten Osten, aber das reicht auch schon, um das Gruseln zu bekommen.

    Was ich mich immer wieder frage: Wäre die Judenvernichtung tatsächlich vergessen worden? Das ist ein erschreckender Gedanke. Aber gut: Der Sieger schreibt die Geschichte.

    Wirklich toll ist die Verflechtung mit einem sehr spannenden Thriller.  

  3. Cover des Buches Katharina von Bora & Martin Luther (ISBN: 9783451068836)
    Maria Regina Kaiser

    Katharina von Bora & Martin Luther

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Da ich von der Autorin schon die Roman-Biographie  "Xanthippe - Schöne Braut des Sokrates" mit viel Freude gelesen habe,  war ich sehr neugierig auf dieses Buch mit der  Lebensgeschichte von Katharina von Bora (1499 - 1552).

    Die Erzählung beginnt mit einem   jungen Mädchen, das als Waise in die Obhut ihrer Tanten ins Kloster Mariathron übergeben wurde. Dort lernte sie lesen, schreiben und rechnen.  So gut es ging, verbrachte sie viel Zeit in der klostereigenen Landwirtschaft.   Aus Überzeugung wurde sie eine Braut Christi und ein späterer Aufstieg zur Priorin und Äbtissin zeichnete sich schon früh ab.   Durch einen Zufall bekamen sie und  Mitschwestern  Schriften des Ketzers Luther in die Hände.    Katharina fühlte sich sofort angesprochen davon und ihre Gelübde waren nur noch eine Last für sie.   An Ostern 1523  fliehen neuen  Nonnen aus dem Kloster Mariathron und finden Zuflucht in Wittenberg bei Martin Luther höchstpersönlich.  Katharina war dabei und über die Zeit entwickelte sich eine Beziehung zum Doktor Luther. 

    Frau Kaiser hat sehr glaubwürdig, den historisch - reformatorischen  Zeitgeist, die  Armut der einfachen Leute, den Bauernkrieg   und die Pest,  mit dem  Lebenslauf von Katharina von Bora verbunden. 

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde gerne weitere Biographien dieser Art lesen. 

  4. Cover des Buches Luther und der Pesttote (ISBN: 9783746631899)
    Birgit Jasmund

    Luther und der Pesttote

     (23)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    In Wittenberg bricht 1517 die Pest aus. Almuths Verlobter Tamme soll auch unter den Opfern sein, so behauptet es sein Stiefvater. Doch Almuth glaubt nicht daran. Sie versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen und bekommt dabei Unterstützung von Martin Luther. Dieser Kriminalfall ist einem echten Fall der damaligen Zeit nachempfunden und es tauchen viele historische Persönlichkeiten auf.

     

    In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte Tetzels und Martin Luthers geschildert. Die Autorin hat eine tolle Idee gehabt, wie die Thesen Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg gekommen sind und nutzt hier die Forschungslücke geschickt aus.

     

    Insgesamt ist es spannender, mitreißender und solide recherchierte Roman. Es gibt jedoch kleine Ungereimtheiten, was Luther angeht. In dem Roman betet Luther für Verstorbene, was ein katholischer Brauch ist. Seine Thesen sprechen eine andere Sprache, nämlich von persönlicher Buße. Zudem denkt Luther an einer Stelle, dass Seelen auf ewig im Fegefeuer lodern. Laut der damaligen Vorstellung war es jedoch nur ein zeitweiliger Läuterungsort.

     

    Zudem gibt es einige Perspektivbrüche. Perspektivwechsel innerhalb von Szenen ohne Absatz, oder der plötzliche Einsatz eines allwissenden Erzählers, der sonst nicht auftaucht.

     

    Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten, ein spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.

  5. Cover des Buches Das Mädchen mit dem Löwenherz (ISBN: 9783570159552)
    Jürgen Seidel

    Das Mädchen mit dem Löwenherz

     (26)
    Aktuelle Rezension von: SteffiVS
    Das Cover ist sehr schön, hat gleichzeitig aber etwas geheimnisvolles.

    Anna, ein dreizehnjähriges Mädchen, wächst bei einer Pflegefamilie auf. Eines Tages wird sie von einer Gruppe katholischer Würdenträgern, die der Reformation nicht abgeneigt sind, mit auf deren Wanderung genommen. Denn dieser Würdeträger erkennt Annas Gabe, gelesenes Wortgetreu wiederzugeben und möchte Annas Gabe dafür benutzen die Machenschaften von den höchsten Würdenträgern der katholischen Kirche aufzudecken und ein Ende zu setzen. Doch diese sind ihnen immer ein Schritt voraus. 

    Die Geschichte ist in Briefform geschrieben, die Anna an Martin Luther schreibt. Sie erzählt all ihr erlebtes und bittet ihn mehrmals um Hilfe.

    Fazit:
    Das Buch fällt in die Genre Thriller. Leider konnte ich keine Thrillerelemente erkennen.
    Ich persönlich habe etwas ganz anderes von dem Buch erwartet, da sich der Klappentext wirklich spannend anhört und würde enttäuscht. Da dieser Briefwechel nur einseitig stattfindet, wird es schnell langweilig. Man hofft bis zum Schluss, dass auch Martin Luther mehr in Erscheinung tritt, was aber nicht passiert, bis auf einem Brief am Ende, der auch noch frustrierend ist.

    Der Schreibstil ist gut, viele Wörter werden am Ende beschrieben, man erfährt einiges aus der Reformationszeit und die Macht der katholischen Kirche, die einem immer wieder nur fassungslos macht.
    Doch leider konnte die Geschichte mich nicht 100% mitreißen.
  6. Cover des Buches Die Himmelsbraut (ISBN: 9783499258107)
    Astrid Fritz

    Die Himmelsbraut

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Südbaden, kurz nach der Reformation 1517: Antonia ist auf dem Gestüt der Familie Holderstein aufgewachsen und liebt Philipp von Holderstein. Das Paar sieht für sich eine gemeinsame Zukunft, als Antonias Familie einer schrecklichen Tragödie zum Opfer fällt. Ihr neuer Vormund schickt die junge, freiheitsliebende Frau ins Zisterzienserinnenkloster Marienau, zu Antonias Schwester. In den folgenden Jahren muss Antonia nicht nur über ihren Lebensweg entscheiden, auch die Reformation wirft immer größere Schatten und die Bauern erheben sich gegen Adel und Klerus.


    „Die Himmelsbraut“ hat mir sehr gut gefallen. Astrid Fritz schreibt über eine sehr interessante und unruhige Zeit aus der Sicht der Nonnen, des niederem Adel und des einfachen Volks. Die Bauernkriege stehen dabei im Vordergrund, die Handlung setzt nach Luthers Veröffentlichung der Thesen ein.


    Was mich an der „Himmelsbraut“ auch sehr reizte, war die Frage, wie die naturverbundene und freiheitsliebende Antonia mit der Abgeschiedenheit und der Strenge eines Klosterlebens zurechtkommt. Man erfährt als Leser dadurch natürlich auch viel über das Ordensleben der damaligen Zeit, ein weiterer Pluspunkt des Romans.

    Viele Überraschungsmomente oder Wendungen gibt es eigentlich nicht, zwischendurch hat sich Antonia mit dem Leben als Nonne meiner Meinung nach sogar schon zu gut arrangiert, doch meinem Lesevergnügen tat das keinen Abbruch. Die Charaktere sind überwiegend sympathisch, sogar Antonias überfromme Schwester Magdalena rehabilitiert ihr Verhalten zum Ende hin.

    „Die Himmelsbraut“ ist ein gut zu lesender historischer Roman, der uns den unruhigen Beginn des 16. Jahrhundert nahebringt.

  7. Cover des Buches Die Ketzerbraut (ISBN: 9783426635230)
    Iny Lorentz

    Die Ketzerbraut

     (125)
    Aktuelle Rezension von: xAika

    Ich habe die Hauptcharaktere sehr geliebt . Veva und Ernst mochte ich sofort.  Am Ende mochte ich auch die Nebencharacktere wie Lina und Schwab.  Dieser Zusammenhalt war früher nicht selbstverständlich.  Ich kann das Buch sehr empfehlen.  Was mich nur gestört hat war , sehr viele sexuelle Gewalt.  Deshalb musste ich oft pausieren . 

  8. Cover des Buches Die Reformatorin von Köln (ISBN: 9783740800628)
    Bettina Lausen

    Die Reformatorin von Köln

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Nady

    Rezension:

    Die junge Jonata und ihr Vater sind in tiefer Trauer. Ihr Bruder ist tot und zur damaligen Zeit, der Roman spielt im 16. Jahrhundert, glaubte man an das Fegefeuer und nur ein Ablassbrief, den man von Priestern und Mönchen kaufen konnte, bewahrte den Verstorbenen vor diesem Fegefeuer.
    Doch dann hört Jonata von Martinus Luther und seine Thesen. Angeblich würden diese Ablassbriefe nur Betrug sein und man könnte nur sich selber, durch Sühne und dem festen Glauben, diesen Höllenqualen entgehen. Die Kirche würde sich nur eine goldene Nase an diesen Briefen verdienen wollen. Jonatas Interesse ist geweckt und zusammen mit Simon, der eine Druckerei führt, vervielfältigt sie Luthers Schriften.
    Doch ausgerechnet Jonatas zweiter Bruder, Enderlin, der im KIoster lebt und die angeblichen “Nichtgläubigen” jagt, ist ihr und Simon auf den Fersen.

    Meine Meinung:

    Was für ein spannender und aufregender Roman, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Bettina Lausen hat einen so tollen Schreibstil, dass sie mir die Charaktere und die Zeit des 16. Jahrhunderts unglaublich nahe gebracht hat.
    Für mich war es teilweise erschreckend, wie mit den Bürgern umgegangen wurde. Die Kirche hatte im enddefekt zu bestimmen und wenn jemand nicht an das glaubte, was gepredigt wurde, wurde man gejagt und in Kerker eingesperrt. Die “hohen” Priester bestimmten dann, was mit den durch die Kirche Gefangenen geschehen sollte. Oft wurden die “Ungläubigen” zum Tode verurteilt.

    Jonata hat mich sehr beeindruckt, weil sie sich gegen ihren Bruder und gegen dessen Ansichten stellte. Ich freue mich schon sehr darauf, auch den 2. Band “Das Geheimnis der Reformatorin”, lesen zu dürfen und bin gespannt, wie es mit Jonata weitergeht.
    Bettina Lausen hat hier einen unglaublichen historischen Roman geschaffen und ich kann mir die Geschichte auch unheimlich gut als Film oder Serie vorstellen.

    Fazit:

    Für jeden Fan von historischen Romanen ist “Die Reformatorin von Köln”, aus der Feder von Bettina Lausen, unbedingt empfehlenswert.
    Toller Schreibstil, spannende Story und tiefgreifende, hervorragend ausgearbeitete Charaktere, machen diesen Roman zu einem echten Erlebnis. Von der tollen Recherche ganz zu schweigen.
    Von mir bekommt er sehr gute 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

  9. Cover des Buches Die Bibel. Altes und Neues Testament (ISBN: 9783451280009)

    Die Bibel. Altes und Neues Testament

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    Im Religionsunterricht in der Schule wurden wir gezwungen, uns mit der Bibel (Hl. Schrift) auseinanderzusetzen und die einzelnen Kapitel zu lesen. Wie wenig hat uns damals das alte Testament interessiert? So wenig wie Alexander der Große oder Echnaton im Geschichtsunterricht. Erst später wurde ich dankbar für diese, in der Schule ungeliebte Lektüre. Erst als ich erwachsen wurde, über den eigenen Tellerrand hinaus blicken konnte und die Hl. Schrift anfing zu verstehen, eröffnete sich mir eine unendliche Weite. Natürlich gibt es genügend ältere Menschen, die das Buch die "Bibel" noch immer nicht verstehen - sich weigern, darauf einzulassen.

    Man kann die Hl. Schrift nicht lesen wie einen Roman. Auf der ersten Seite anfangen, abarbeiten, auf der letzten Seite aufhören und  sagen, ich habe das Buch der Bücher gelesen. Dies ist kein Buch das man suchen muss, die Bibel sucht und findet ihre Leser von selbst. Es ist wohl auch kein Zufall, dass in den USA, in jedem M/Hotelzimmer  ein Exemplar in einer Nachttischschublade liegt. Wer schon öfters dort in Hotels/Motels unterwegs war und die dortige Bibel in Händen hielt weiß, dass sie von Übernachtungsgästen gelesen wird. Man sieht es den Seiten an. 

    Was ist an der Bibel, dass sie solche unterschiedlichen Reaktionen hervorruft, angefangen von Begeisterung bis hin zur Verteufelung und der Bezeichnung als "Märchenbuch"? Auf jeden Fall beunruhigt die Hl. Schrift die Gegner des christlichen Glaubens. Warum wohl? Lesen sie Dinge, die sie nicht lesen wollen weil es einen Nerv in ihrem Innersten trifft, den sie nicht getroffen haben wollen?

    In der Bibel wird Geschichtliches mit Überlieferung gepaart. Dass die Welt nicht in unserer Zeitrechnung von 7 Tagen erschaffen wurde, dürfte jedem klar sein. Man sagt, dass wir uns noch immer im 7. Tag befinden. Der 7. Tag, an dem Gott ruht. Mit dieser Auslegung wird vieles, was auf der Welt geschieht verständlich.

    Man unterscheidet erst einmal grob in "Das Alte Testament" und in "Das neue Testament". Geschichtliches wurde mit Überlieferungen gepaart. Zudem gibt es unterschiedliche Übersetzungen.

    Die Bibel erklären vermag ich nicht. Das können Priester, Religionswissenschaftler viel besser. Ich möchte mich auf 2 Beispiele von sehr vielen beschränken: Das Buch "Hiob" hat  in meinen Augen noch heute eine tiefe Bedeutung in unser aller Leben. Wer den Bibeltext Hiob in seiner Sprache nicht versteht - vielleicht weil die Übersetzung nicht zeitgemäß erscheint - sollte vielleicht einmal das Buch "Hiob" von Joseph Roth lesen, das in einer neueren Zeit spielt. Danach dürfte man auch da Buch "Hiob"  der Bibel verstehen. Manchmal bedarf es einer Hilfestellung.

    Oder eine meiner liebsten Passagen, das Buch "Kohelet". Das ist eine Schrift für Erwachsene. "Alles hat seine Zeit. Es gibt eine Zeit für......". Das dürfte wohl jeder Leser schon einmal gehört haben und auch verstehen. Man wundert sich, wieviele Zitate oder Sprüche unserer Umgangssprache biblichen Ursprungs sind.

    Ich kann nur jedem empfehlen, sich auf die Hl. Schrift einzulassen und sich suchen zu lassen. Dann hat einem die Bibel auch noch in der heutigen, modernen Zeit, sehr viel zu sagen - mehr als viele der auf dem Markt befindlichen Lebensratgeber. 
  10. Cover des Buches 1517 (ISBN: 9783406700699)
    Heinz Schilling

    1517

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Koehler-trifft-Buch

    500 Jahre Reformationsgeschichte liegen hinter uns. Martin Luthers Thesenanschlag in der Schlosskirche zu Wittenberg veränderte die Welt auf einen Schlag und leitete die Neuzeit ein. Das zumindest war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die herrschende Meinung in der westlichen und vor allem der protestantisch geprägten Geschichtsschreibung, für die zum Beispiel Adolf von Harnack stand. Doch inzwischen ist das eurozentrische Geschichtsbild einer umfassenderen Sichtweise gewichen. Wie wir inzwischen wissen, haben auch andere Hochkulturen wesentliche „Impulse“ zur Neuzeit beigesteuert, wie Heinz Schilling in „1517 – Weltgeschichte eines Jahres“ anmerkt.

     

    Der emeritierte Professor für die Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin führt den Leser auf eine Zeitreise in das frühe 16. Jahrhundert. Dabei gelingt es Schilling selbst in der Kürze der Darstellung – der eigentliche Inhalt umfasst gerade einmal 308 Seiten – detailreich die Welt von damals zu skizzieren. So wird der Leser beispielsweise genauso in die ausgeklügelten Thronfolgevorgänge am spanisch-habsburgischen Hof in Madrid um Karl V. eingeweiht (dem einen großen Gegenspieler Luthers), wie in die Vorgänge um den osmanischen Herrscher Sultan Selim I., der zu Beginn des Jahres 1517 die Macht der Mamluken brach und damit dem Osmanischen Reich die Vorherrschaft in der muslimischen Welt sicherte. Beide Großmächte, d.h. das Haus Habsburg und das Osmanische Reich, standen sich fortan im 16. Jahrhundert feindlich. Schilling öffnet dem Leser in seinem Buch also den Blick auf das Europa und die Welt am Vorabend der Reformation. Und das durchaus auch in die weiteren „äußeren“ Aspekte des menschlichen Lebens von damals wie den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungen der Zeit.

     

    Ganz entscheidenden Einfluss auf die Welt zu Beginn der Neuzeit sieht der Autor zudem im Einfluss des neuen Weltwissens, zumindest auf die Eliten von damals. Amerika wurde entdeckt, Reisen an den chinesischen Hof wurden unternommen sowie Entdeckungsfahrten nach Afrika und Asien.

     

    Aber auch die „Innerlichkeit“ war von Bedeutung. Die Welt besann sich wieder auf das Wissen und die Kunst der Antike, d.h. die Renaissance aus Italien „schwabte“ immer stärker nach Nordeuropa: Universitäten wurden gegründet, neue Wissenschaften sollten bald entstehen und mit dem Buchdruck war auch eine wichtige Voraussetzung für die Verbreitung der Reformation auf den Weg gebracht.

     

    Doch trotz aller Fortschritte zeigt Schilling auch, dass sich Aberglauben und Misstrauen hartnäckig hielten. Beispielsweise gegenüber dem Judentum, auch wenn sich einzelne Gelehrte wie der württembergische Humanist Johannes Reuchlin für die Anerkennung der jüdischen Kultur einsetzten. Aber auch Hexenverfolgungen und Geisterschlachten spielten nach wie vor eine große Rolle. Was sich in Erzählungen wie der „Geisterschlacht von Bergamo“ und den Gemälden und Holzschnitten von Bosch und Dürer zeigte.

     

    Schließlich sollte vor allem der Medici-Papst und Renaissance-Fürst Leo X., der zwar auf der einen Seite die bildenden Künste durch den Neubau von St. Peter förderte, auf der anderen Seite mit seinem Ablasshandel aber Widerspruch von Humanisten wie Erasmus von Rotterdam und dem Erzbischof von Toledo, Francisco Jiménez de Cisneros (einer von mehreren spanischen Reformern), oder Rittern wie Ulrich von Hutten erntete. Heinz Schilling zeigt im letzten Abschnitt seines Buches schließlich, warum gerade der Wittenberger Mönch und Professor Luther sich mit seinen Thesen zum Reformator aufschwingen konnte: „Keiner der spanischen Bibelwissenschaftler war in ähnlicher Weise ein existentiell um Wahrheit Ringender wie der Wittenberger Mönch.“ So stieg er und nicht sie zum Gegenspieler von Ablass-Papst Leo X. und Karl V. auf. Und seine Lehre traf in der Bevölkerung auf offene Ohren, denn trotz aller Kritik an der Kirche waren die Menschen im frühen 16. Jahrhundert noch sehr gläubig. Die Furcht vor dem Fegefeuer, die vor allem bei einem plötzlichen Tod jedem Menschen drohte, war sehr wach und so versprach Luthers „gnädiger Gott“ auch Rettung ohne Läuterung im Fegefeuer und ohne Ablass.

     

    Heinz Schillings Buch über das Jahr 1517 – auch nach den Reformationsfeierlichkeiten 2017 – ist ein profundes und spannendes Werk, um sich die Zeit vor der Reformation, und die Einflüsse auf diese, besser vorstellen zu können. Spannend geschrieben und klar gegliedert, führt es den Leser und die Leserin in eine interessante und aus heutiger Sicht fast versunkene Welt. In eine Zeit, in der die Menschen noch mit Inbrunst gläubig waren und sich mit Leib und Seele vor dem Martyrium des Fegefeuers fürchteten.
  11. Cover des Buches Das Geheimnis der Reformatorin (ISBN: 9783740809645)
    Bettina Lausen

    Das Geheimnis der Reformatorin

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Nady

    Meine Meinung:

    Ich habe mich sehr auf den 2. Band der Reihe gefreut, da mich schon der 1. Band völlig eingenommen hat und von mir 5 Sterne erhielt.

    Auch „Das Geheimnis der Reformatorin“ war genial. Ich war sofort wieder in der Geschichte um Jonata drin und habe die 366 Seiten mehr als genossen.

    Über den Inhalt möchte ich gar nicht so viel schreiben, da es sich ja um den 2. Band der Reihe handelt.

    Wir begleiten Jonata auf ihrem weiteren Weg, der sie wieder zurück in ihre Heimat führt. Durch einen Überbringer erfährt Jonata, dass ihr Vater umgebracht wurde. Natürlich möchte sie den Mörder finden, auch wenn sie Angst hat, von ihrem Bruder, der dort in einem Kloster lebt und nach Jonatas Leben trachtet, entdeckt zu werden.

    Der Schreibstil war locker und leicht zu lesen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Inzwischen bin ich von Bettina Lausen so begeistert und freue mich auf viele weitere Romane aus ihrer Feder.

    Von mir erhält auch dieser historische Roman 5/5 Sternen   und ich kann diese Reihe wärmstens empfehlen.

    Text © nadys-buecherwelt.de

  12. Cover des Buches Die Feuerschreiber (ISBN: 9783038480907)
    Claudia Schmid

    Die Feuerschreiber

     (16)
    Aktuelle Rezension von: LEXI
    „Wer hätte wohl gedacht, dass hinter feuchten Klostermauern so ein Geist heranwächst. Und er hat großen Mut, der fürchtet sich nicht vor den Mächtigen!“

    Die Begegnung des Philipp Melanchthon, seines Zeichens Magister, Professor, Sprachgelehrter, und großer Geist in kleinem, unscheinbarem Körper, mit dem Mönch aus Wittenberg hatte bedeutende Folgen für die Kirche. Die beiden Männer waren zwar in mancherlei Hinsicht unterschiedlich, hatten jedoch ein gemeinsames Ziel vor Augen. Ihrer beider Bestreben war es, das Evangelium Gottes durch genaues Studium zu erkunden und die Kirche und das Universitätsstudium zu erneuern. Sowohl Luther als auch Melanchthon waren dazu berufen, zu Reformatoren zu werden, sie gingen ihren Weg mit unerschütterlicher Überzeugung. Melanchthon bildete mit seiner ruhigen, besonnenen Art einen Gegenpol zum aufbrausenden, glühenden Geist Luthers mit seinem messerscharfen Verstand, seiner Fähigkeit zum Ordnen von Gedanken und seiner bemerkenswerten Redlichkeit im Ringen um Wahrhaftigkeit. Ihre Gottesfurcht, ihr tiefer Glaube und das Wissen um die Dringlichkeit der Erneuerung der Kirche einte sie ebenso wie der Drang, den Menschen Bildung und Wissen zu vermitteln und ihnen zu dienen.

    Durch ihre gründlichen Recherchen gestattet die Autorin im vorliegenden Buch tiefe Einblicke in die Zeit der Reformationsbewegung und den Ursprung der Erneuerung der Kirche. Claudia Schmid begeisterte mich mit einer prallen Fülle von historisch relevanten Fakten und ließ mich in Form von Dialogen zwischen den Protagonisten an deren Ansichten, Anliegen und Lehren teilhaftig werden. Zwar ist – und bleibt – das Kernthema dieses Buches die Reformation mit all ihren Hintergründen und Auswirkungen, die bittere Armut und das unermessliche Leid des einfachen Volkes und die Errungenschaften dieser Zeit werden jedoch ebenfalls beleuchtet.

    Der schöne, gewählte Sprachstil hat viel dazu beigetragen, das Lesen zu einem Vergnügen zu machen. Die Kombination von fundierten Informationen und der Erzählung in Form eines Romans fand ich ausgezeichnet umgesetzt. Historische Ereignisse wurden auf sehr lebendige, interessante, oft sogar fesselnde Weise vermittelt und ich hatte an vielen Passagen das Gefühl, tief ins Geschehen einzutauchen.

    Die Autorin konzentriert sich im vorliegenden Buch nicht allein auf ihre beiden Protagonisten Melanchthon und Luther. Sie gibt auch weiteren bekannten Figuren wie beispielsweise dem Ablassprediger Johannes Tetzel, dem Erzbischof Albrecht von Mainz, dem Hofmaler Lucas Cranach sowie dessen Freund Albrecht Dürer, Luthers Kontrahenten Johannes Eck, und vor allen Dingen den Ehefrauen der beiden Reformatoren ein Gesicht. Ich konnte mir die ruhige, gütige und mitfühlende Katharina Krapp mit ihrer zarten Statur ebenso bildhaft vorstellen wie die ehemalige Nonne Katharina von Bora, die dem Haushalt Luthers vorstand und ihren Mann in jeder Hinsicht eine großartige Unterstützung war. Dieses Buch weckte in mir das Verlangen, mich intensiver mit der Lebensgeschichte Luthers und seiner Beziehung zu Katharina von Bora zu beschäftigen. Die Person des Jörg Unbereit als Wegbegleiter Philipp Melanchthons empfand ich als sehr gutes Stilmittel, um dem Leser das Leben des Bauernstandes und die Entstehung der Wiedertäufer-Bewegung nahezubringen. Der geschickte, kräftige Hüne aus dem Odenwald begleitet Melanchthon nach Wittenberg, ihre Lebenswege kreuzen sich danach immer wieder.

    Nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich der optischen Aufmachung empfand ich dieses Buch als wirklich gelungen. Der Titel „Feuerschreiber“ könnte eindrucksvoller nicht dargestellt sein wie auf dem Cover dieses historischen Romans: ein Tintenfass mit Feder und den in kalligraphischen Schriftzügen angeführten Namen der beiden Reformatoren befindet sich in der oberen Hälfte des Buches, während die untere Hälfte von einem roten, lodernden Feuer dominiert wird und Bewegung und Gefahr versinnbildlicht. Der in großen weißen Lettern angeführte Buchtitel in der Mitte wurde mit tiefroter Farbe hinterlegt – eine wahrlich anziehende, aussagekräftige und gelungene Gestaltung!

    FAZIT: Ich empfand die Lektüre dieses historischen Romans aus der Feder von Claudia Schmid als höchst informatives, interessantes und an manchen Stellen sogar fesselndes Lese-Abenteuer, das mir auf den Spuren der beiden großen Reformatoren ein tiefes Eintauchen in die Geschichte erlaubte. „Die Feuerschreiber“ war eine Lektüre, die ich uneingeschränkt weiter empfehle!
  13. Cover des Buches Ketzerhaus (ISBN: 9783954627851)
    Ivonne Hübner

    Ketzerhaus

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Violet Baudelaire
    1517, Görlitz: die Magd Elsa lebt bei der Brauereifamilie Hinterthur als Luthers aufrührerische Thesen von Studenten in die Stadt gebracht werden. Einer dieser Studenten ist Andres Hinterthur, der eigendlich Prister werden wollte, sich aber durch die Lehre bei Luther gegen die römisch-katholische Kirche wenden. Zwischen beiden entsteht eine Freundschaft, die sich bald in Liebe entwickelt, doch Elsa soll, als Tochter eines verstorbenen Brauers, Andres Stiefbruder heiraten und Andres wird wegen Ketzerei gesucht. In den Wirren von Reformation, Inquisition und Pest versuchen beide ihren Weg zueinander zu finden.
    Mir gefiel vorallem die Entwicklung der Figur "Elsa", ihren Weg von der unsicheren jungen Frau zur reifen und selbstbewussten Erwachsenen.
    Durch Ivonne Hübner's Schreib- und Erzählstil liest sich dieses 500 Seiten-starke Werk sehr angenehm und ist dazu noch extrem spannend, so dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Einfach großartig!

  14. Cover des Buches Vom Anfang bis heute (ISBN: 9783328100065)
    Loel Zwecker

    Vom Anfang bis heute

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Loel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten. 

    Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen. 

    Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.

    Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten. 

    Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.

    Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat

  15. Cover des Buches Aus einem traurigen Arsch fährt nie ein fröhlicher Furz (ISBN: 9783359017271)
    Mario Süßenguth

    Aus einem traurigen Arsch fährt nie ein fröhlicher Furz

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Estrelas

    Dieses Büchlein versammelt Anekdoten aus dem Leben Martin Luthers unter den Aspekten Luther legendär, Luther lernend, Luther lehrend, Luther laut und leise, Luther liebend, Luther leidenschaftlich, Luther leidend und Luther lebt. Sie folgen grob der Chronologie der Stationen seines Lebens, wie aus einer Zeittafel hervorgeht.

    Auf persönliche Art lernen wir so einen Mann kennen, der die Werte der Kirche infrage stellt (so auch „das ehelose Leben der Geistlichen. O wie wäre doch ohn diese liebreiche Ordnung Gottes die Welt längst gar öde und wüst und alles umsonst geschaffen gewesen.“), der kein Blatt vor den Mund nimmt (siehe der Ausspruch auf dem Buchtitel) und ein Sprachkünstler ist, der für seine Bibelübersetzung neue Wörter kreiert.

    Anders als eine Biografie stellt das vorliegende Werk nicht jeden Kontext her, den ich mir für das Verständnis an manchen Stellen gewünscht hätte. Die Lektüre war ansonsten kurzweilig und interessant für mich.

  16. Cover des Buches Deutsche Geschichte (ISBN: 9783407755247)
    Manfred Mai

    Deutsche Geschichte

     (16)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Mir hat das Buch gut gefallen und empfehle es gerne weiter. Ist spannend und gut geschrieben. Als Auffrischung wirklich gut. Manches hätte noch ausführlicher sein können. 

  17. Cover des Buches Als unser Deutsch erfunden wurde (ISBN: 9783462050677)
    Bruno Preisendörfer

    Als unser Deutsch erfunden wurde

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Lesefreund6203
    Die innere Herausbildung einer Nation

    Martin Luther hat die deutsche Sprache, den Wortschatz, die Grammatik, nicht erfunden. Deutsch wurde schon gesprochen, im Alltag benutzt. Mit vielen Dialekten und eher für praktische Zwecke wie den Handel oder Bestellungen eingesetzt. Mal auch für die ein oder andere Erklärung.

    Doch die Sprache auch auf oberer Ebene „dem Vlk“ zur Hand zu geben, die Bibel auf Deutsch zu übersetzen, poetisch, heute leicht gedrechselt klingend, das ist nicht nur das wesentliche Element der Herausbildung des Protestantismus, das ist auch eine immense Freiheit für den einzelnen Bürger oder Mitbewohner, der nun „heilige Wahrheiten“ in seiner eigenen Sprache hören kann, mithin sich selbst ein Bild machen kann, von Inhalt und Bedeutung.

    Machtwissen, dass über Jahrhundert allein bei den Herrschenden und hier im speziellen bei der katholischen Kirche lag. Machtwissen, mit dem man Angst machen konnte.

    In Verbindung mit dem Buchdruck war es fast von heute auf morgen plötzlich möglich, Gedanken zu verbreiten und dies in jener Sprache, die „das Volk“ verstand. Grundvoraussetzung für die Bildung einer allgemeinen, inneren Identität. Und nichts Anderes geschah zur damaligen Zeit und gilt heute als anerkannt im Blick auf das Werden einer Nation. Über die gemeinsame Sprache.

    Profund und breit nimmt Preisendörfer in seinem neuen Buch den Lehrer mit und mitten hinein in diese Zeit, wobei er sich beileibe nicht nur über grammatikalische Spitzfindigkeiten auslässt. Im Gegenteil, praktisch wird es, dass Leben der damaligen Zeit in Burg und Stadt, vom Handwerk bis zu den Bauern, von der Häuslichkeit über den tiefen, angstvollen Glauben an die Strafen der Hölle. Selbst die gängige Kleidung, der Umgang und das Verständnis des eigenen Leibes (der „Hülle“) werden penibel in einzelnen Kapiteln betrachtet und sehr bildreich und vielfältig vor Augen gelegt.

    Dass da das „Alter“ mitsamt dem „Altenteil“ und die entscheidenden Fragen von Tod und Auferstehung nicht fehlen dürfen, ist selbstverständlich.

    Die Sprache und ihre „Ausbreitung“ und Nutzung legt Preisendöfer dabei wie eine große Klammer um all die einzelnen Lebensbereiche und verweist so auch auf wichtige sprachliche Entwicklungen jener „Zeitenwende“, die den Keim für die deutsche Nation gesetzt hat.

    Gerade diese Verbindung hinein in das Alltägliche, in Dürers Atelier, in Luthers Pfarrhaus, in Arbeitsstätten hinein bis hin zum (ganz praktischen) Raubrittertum, es wird mehr und mehr deutsch gesprochen und es wird der Alltag der Menschen plastisch und konkret erlebbar. Was den Ausführungen viel „Fleisch“ an den Knochen bringt und den Leser durchgehend hoch informiert zurücklässt.

    Vom alltäglichen Überlebenskampf über bildreiche Darstellungen hygienischer „Un-Zustände“ (bis hin zum Ausbruch der Pest) bildet dieses Buch eine überaus realistische Darstellung des „wahren Lebens“ ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

    Eine sehr zu empfehlende, sehr fundierte, sehr informative Lektüre.
  18. Cover des Buches Die Fallstricke des Teufels (ISBN: 9783423217903)
    Heike Stöhr

    Die Fallstricke des Teufels

     (31)
    Aktuelle Rezension von: FranziskaBo96

    Pirna im 16. Jahrhundert: Kaufmannstochter Sophia kehrt von einem längeren Aufenthalt in Leipzig zurück. Im Schlepptau hat sie ein mysteriöses Buch, das sie Jahre zuvor aus dem Studienzimmer ihres Vaters stibitzt hat und viele Fragen dazu - schließlich ist es in einer mysteriösen Sprache geschrieben und möglicherweise enthält es ein Mittel gegen die gefürchtete Pest. Kurz nach ihrer Wiederankunft ereignen sich mehrere Tode und Zwischenfälle, die einfach nicht als Unfälle abgetan werden können...

    Zunächst muss ich anmerken, dass ich bisher historische Romane mit Mittelalterthematik stets gemieden habe. Diese Zeit ist für mich einfach zu weit vom Jetzt entfernt, dass ich da noch viel Relevanz und Interesse für mich persönlich finde - außerdem ist es ja doch schon eine sehr düstere Epoche. Auch in "Die Fallstricke des Teufels" ist beim besten Willen nicht eitel Sonnenschein. Vergewaltigungen, Hinrichtungen und brutalste Gewalt werden regelmäßig auch teilweise sehr detailliert beschrieben, weshalb ich das Buch denjenigen abraten würde, die in der Hinsicht etwas sensibel sind.

    Trotz all dem muss ich zugeben, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Besonders gelungen ist das Wordbuilding der Autoren: Wir lernen das mittelalterliche Pirna und seine zahlreichen Charaktere kennen und fühlen uns sehr schnell mit ihnen vertraut. Auch Sophia als Hauptfigur fand ich toll. Sie ist eine starke Frau, die weiß, was sie will und sich dafür einsetzt, aber trotzdem in die Zeit passt und nicht emanzipierter wirkt, als es überhaupt möglich gewesen wäre.

    Man merkt, dass die Autorin sehr gute Recherche betrieben hat - manchmal meiner Meinung nach etwas zu gut. Gerade gegen Anfang hatte ich zeitweise das Gefühl, als wolle sie uns unbedingt ihr angelesenes Wissen über das Mittelalter mitteilen, auch wenn es nicht unbedingt relevant für die Handlung war. So entstehen dann auch einige Szenen, die man hätte kürzen oder gar streichen können, um dem Buch eine etwas kompaktere Länge zu geben.

    Es gibt außerdem eine zweite Figur, aus deren Sicht die Geschichte zeitweise erzählt wird. Zeitweise habe ich mich gefragt, ob es nicht spannender gewesen wäre, nur Sophias Perspektive zu hören und erst gegen Ende die Enthüllung zu bekommen - in der Hinsicht könnte ich aber auch falsch liegen, das will ich der Autorin jetzt nicht negativ anschwärzen.

    Alles in allem war ich von diesem Buch positiv überrascht. Ich denke, dass gerade Genre-Fans ihren Spaß haben werden, aber auch diejenigen, die vielleicht mal in die Mittelalterwelt hineinschnuppern wollen und sich nicht zu sehr von der Länge abschrecken lassen.

  19. Cover des Buches Krieg der Sänger (ISBN: 9783492302890)
    Robert Löhr

    Krieg der Sänger

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74

    Durch listiges Ränkespiel gelingt es, die berühmtesten Sänger des Mittelalters zu einem Wettkampf zu locken - der Erstplatzierte wird Sängerkönig, der letzte enthauptet. Und so treten Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Heinrich von Weißensee, Heinrich von Ofterdingen und Biterolf von Stillaha gegeneinander an. Doch nichts ist so, wie es zu sein scheint...

    Robert Löhr hat ein spannendes Buch geschrieben, fast ein mittelalterlicher Krimi, das historisch wirkt, aber kaum ist. "Der Sängerkrieg auf der Wartburg" ist eine mittelalterliche Trinkliedsammlung, ein wirklicher Wettstreit nicht belegt. So muß sich der Autor auch nicht von Fakt zu Fakt hangeln, sondern kann frei interpretieren. Und das ist ihm gelungen: man hört förmlich die Schritte auf dem Kopfsteinpflaster, das Klirren der Waffen, das lustige Treiben auf der Burg. Minnesang und Frauenlob, Nibelungentod und Heldenehre werden zu neuem Leben erweckt, fast vergessene Sänger entstaubt und die Welt des Mittelalters vor unseren Augen aufgeblättert...

  20. Cover des Buches Das Heiligenspiel (ISBN: 9783426636176)
    Ursula Niehaus

    Das Heiligenspiel

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Mit Anna begleiten die Leser ein sympathisches, junges Mädchen auf seinem Weg zum Erwachsenwerden und darüber hinaus. Häufig wird Anna leichtsinnig, naiv und unsicher beschrieben, man traut ihr nur wenig zu. Zwar widerlegt sie diese Vorurteile immer wieder und stellt auch ihre Klugheit unter Beweis, aber es ergibt sich kein ganz stimmiges Bild ihres Charakters.

    Abgesehen davon erwartet den Leser ein lebendiges Bild der damaligen Zeit, vor allem im Hinblick auf die Stellung der Frau in diesem Kapitel der Geschichte. Aber auch das alltägliche Leben, verwoben mit historischen Fakten, wird plastisch beschrieben. Das ist eine gute Grundlage für einen soliden, genretypischen Roman.

    Und auch wenn sich hier und da stilistische Schwächen einschleichen und die Sprache nicht immer perfekt passt, ist die Geschichte rund um Anna durchweg interessant und lädt zum Weiterlesen ein. Man will wissen, wie es mit der jungen Frau weitergeht und wie sie die Herausforderungen ihres Lebens meistert.

  21. Cover des Buches Die drei ??? und der Fluch des Rubins (ISBN: 9783865364340)
    Robert Arthur

    Die drei ??? und der Fluch des Rubins

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    In ihrem neuen Fall wollen die drei das Geheimnis um den mystischen Rubin aufklären, was gar keine so leichte Aufgabe ist, wie sie zu Anfang noch glaubten. So stolpen die drei wieder von einer brenzligen Situation in die andere...
    Die drei das sind Justus, Bob und Peter. Unter dem Motto: „Wir übernehmen jeden Fall“ haben sie ein Detektivunternehmen gegründet, deren Markenzeichen die drei ??? sind. Und diese ???, so haben sich die drei überlegt, stehen für das Unbekannte, ungelöste Fälle, mysteriöse Ereignisse, die ermittelt werden wollen.
    Dieser neue Teil ist wieder äußerst gelungen. Er hat alles, was eine abenteuerliche Detektivgeschichte ausmacht – Spannung, gruselige Atmosphäre, vielschichtige Rätsel und außerordentlich tolle Charaktere. Und der Schreib- und Erzählstil ist der angedachten Altersgruppe angemessen, nämlich leicht und verständlich zu lesen - also nichts wie ab nach Rocky Beach und mitermittelt.

  22. Cover des Buches Tod in Wittenberg (ISBN: 9783740800093)
    Daniela Wander

    Tod in Wittenberg

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Passend zum Lutherjahr ist dieser historische Krimi 2017 erschienen. Er ist der zweite Fall für die beiden Freundinnen Marga und Katharina nach „Aufruhr in Wittenberg“ (2015). 

    Man schreibt das Jahr 1523 und zu Ostern flieht ein Dutzend Frauen unter der Leitung von Katharina von Bora aus dem Kloster Marienthron, um von nun an ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Ziel der Gruppe ist Wittenberg, um den geschätzten Dr. Martin Luther zu treffen. Doch die Gruppe der Frauen trifft nicht vollzählig ein. Dorothée ist verschwunden und Anni wird kurz nach der Ankunft ermordet aufgefunden. 

    Burkhardt, der Schützenmeister, nimmt die Untersuchungen auf. Die Stadtväter sind vorerst unschlüssig, ob man zuerst die Vermisste oder den Mörder von Anni suchen sollte. Das dauert den Freundinnen Marga und Katharina zu lange und so ermitteln die beiden auf eigene Faust.

    Als dann noch Dorothées Vater und der heimliche Verlobte auftauchen, ist rasches Handeln angesagt, denn es gibt eine Lösegeldforderung. 

    Meine Meinung: 

    Die Autorin hat in ihrem zweiten Luther-Krimi geschickt die historisch belegte Flucht einiger Nonnen aus Marienthron eingeflochten. Die spätere Gemahlin von Martin Luther, Katharina von Bora (hier Käthe genannt) ist die Anführerin und spielt auch im weiteren Geschehen eine Rolle. 

    Mir hat die Idee recht gut gefallen, rund um dieses Ereignis einen Krimi zu spinnen. Leider finde ich die Umsetzung nicht so ganz gelungen. Großer Raum wird der (noch) unerfüllten Liebe zwischen Burkhardt und Marga gewidmet. Das Palaver darüber ist viel zu modern. Im 16. Jahrhundert hat man keine solche Beziehungskisten diskutiert. Die jungen Mädchen und Frauen wurden mit Männern vermählt, die die Väter ausgesucht haben und damit basta. Glück oder Liebe - alles nebensächlich, Vermögen zu Vermögen und möglichst viele Söhne zur Sicherung der Dynastie hatten Vorrang. Gefühlsduselei war damals nicht gefragt. 

    Auch die vielen Freiheiten, die sich Marga und Katharina herausnehmen, sind nicht ganz glaubhaft. Als bürgerliche und verheiratete Frau hat sich Katharina den Konventionen unterzuordnen, ob es ihr gefällt oder nicht. Warum der Ehemann Thomasos hier Zähne knirschend zusieht? Immerhin schadet das Benehmen seiner Frau seiner Reputation als Geschäftsmann. 

    Während man nach Dorothée sucht, tippelt die einsam und alleine durch eine Gegend, die von allerlei Gesindel verseucht ist. Erst ganz zum Schluss enthüllt sich das ganze Drama. Die Auflösung wirkt auf mich ein wenig aus dem Hut gezaubert. Wo zuerst recht viel Wert auf Details  gelegt worden ist, ist das Ende plötzlich da. Dorothée wird zwar unter der Mithilfe von Marga und Katharina gefunden, doch nichts ist mehr wie vorher. 

    Fazit: 

    Mir hat hier die Spannung gefehlt, daher kann ich nur knappe 3 Sterne geben.

  23. Cover des Buches Weltgeschichte to go (ISBN: 9783499634048)
    Alexander Graf von Schönburg

    Weltgeschichte to go

     (35)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Er nimmt uns mit auf die Reise zu den wichtigsten Städten der Menschheit, von Babylon über Berlin bis New York. Die größten Helden werden benannt und die schlimmsten Schurken. Schönburg erzählt von Kunstwerken, Erfindungen und Ideen der Menschheit, vom Faustkeil bis zum Selfiestick. Zu Beginn, gleichsam zum Warmlaufen, fasst er über zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte auf zehn Seiten zusammen, geleitet von der Frage: Wie hat es eine eher unbedeutende Affenspezies – in der Nahrungskette irgendwo zwischen Schaf und Löwe – geschafft, sich die Erde untertan zu machen?

  24. Cover des Buches Die geheime Braut (ISBN: 9783453356986)
    Brigitte Riebe

    Die geheime Braut

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Lerchie
    Susanne und Bini waren ursprünglich Nonnen gewesen…
    Sie waren aus Leipzig geflohen….
    In Wittenberg wurde Susanne erwischt, als sie einen Mann bestehlen wollte… Doch dieser Mann erbarmte sich ihrer…
    Und so geschah es, dass Susanne und ihre Freundin Bini bei Martin Luther und seiner Frau Katharina als Mägde zunächst probehalber eine neue Heimat fanden…
    Doch der Schrecken, der sie aus Leipzig vertrieben hatte, ereilte sie auch hier…
    Lucas Cranach war Hofmaler und wurde von einem unbekannten Kunstsammler beauftragt, ein bestimmtes Bild zu malen…. Doch an diesen Auftrag war eine Bedingung geknüpft…
    Und dann wurde die erste Frauenleiche gefunden… Und es sollte nicht bei einer bleiben…
    Und dann war da noch Jan, der Mann, den Susanne bestehlen wollte. Er war Maler in Cranachs Diensten…
    Warum waren Susanne und Bini keine Nonnen mehr? Weshalb waren sie aus Leipzig geflohen? Was oder wer hatte sie von dort vertrieben? Warum wollte Susanne stehlen? Und weshalb zeigte sie dieser Mann nicht an, sondern hatte Erbarmen? Wieso kamen sie dann zu Martin Luther? War der Mann mit diesem bekannt? Würden sie eine sogenannte Probezeit überstehen? Doch was war das für ein Schrecken, der Susanne auch hier ereilte? Welches Bild sollte Cranach malen? Und welche Bedingungen gab es dabei? Bedingungen, die eigentlich kaum bzw. nur schwer erfüllbar waren? Warum ließ sich Cranach beeinflussen, dieses Bild zu malen? Wer war diese Frauenleiche? Und wer wurde noch ermordet? Was hatte es noch mit Jan, dem Maler in Cranachs Diensten, auf sich? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

    Meine Meinung
    Wie immer bei Brigitte Riebes Büchern wurde meine Erwartung nicht enttäuscht. Es ließ sich sehr gut lesen. Ich hatte keine Fragen wegen etwaiger unklarer Worte, das heißt es ist unkompliziert geschrieben. In der Geschichte war ich schnell drinnen, konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. In Susanne, die in Leipzig Schreckliches erlebt hatte und nun feststellen musste, dass genau dieser Schrecken in Persona hier nach Wittenberg gezogen war. Die nun wieder Angst hatte, dass ihr das Gleiche hier auch widerfährt. In Jan, der ein Frauenheld war, weil diese ihm zuflogen, und der sich doch verliebt hatte. In Lucas Cranach, der zunächst zögerte, dann aber doch einwilligte, das Bild zu malen. Auch fing das Buch schon leicht spannend an und die steigerte sich stetig und der Spannungsbogen hielt sich auch bis zum Ende. Dieses Buch hat mit sehr gut unterhalten. Es war, wie gesagt, spannend, hat mich gefesselt und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Daher bekommt es von mir eine Lese-/Kaufempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

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