Bücher mit dem Tag "man booker prize"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "man booker prize" gekennzeichnet haben.

21 Bücher

  1. Cover des Buches Ein wenig Leben (ISBN: 9783492308700)
    Hanya Yanagihara

    Ein wenig Leben

     (444)
    Aktuelle Rezension von: Fairylaine

    Ich kann gar nicht in Worte fassen, welche Gefühle mich während dem Lesen begleitet haben. Ich habe mit Jude mitgefiebert, jede Niederlage hat mich selbst vor eine Herausforderung gestellt. Es hat mich innerlich zerrissen und jede einzelne Sekunde wurde ich mehr sauer auf die, die für all das verantwortlich waren. 


    Es ist keine leichte Kost, aber vielleicht genau deshalb hat es für immer ein Platz in meinem Herzen. Klar sind es riskante Themen, die mit Feingefühl behandelt werden müssen, aber genau das wurde hier geschafft. Ich bin begeistert und gleichzeitig gebrochen, dieses Leid gelesen zu haben. 


    Mir fehlen die Worte, um zusammenzufassen, was dieses Buch für mich bedeutet. 

  2. Cover des Buches Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019 (ISBN: 9783608504842)
    Bernardine Evaristo

    Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

     (130)
    Aktuelle Rezension von: derNicolas

    Bernardine Evaristo porträtiert das Lebensgefühl zahlreicher Generationen anhand von 12 Frauen. "Mädchen, Frau etc." ist so empathisch und scharfsinnig geschrieben, dass ich mich schnell darin verloren, und gleichzeitig so vieles gelernt und verstanden habe. Wenn der Roman auch in 12 Segmente geteilt ist, so ist er doch eines der in sich schlüssigsten Werke, die ich seit langem gelesen habe. Wo kommen wir her? Warum sind wir, wie wir sind? Viele der beschriebenen Personen sind von äußeren Einflüssen, Rassismus, Sexismus, Rückwärtsgewandheit geprägt, doch einige brechen aus. Eine ganz klare und uneingeschränkte Empfehlung für Alle.

  3. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783746637600)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

     (418)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Die Geschichte erzählt von Yeong-Hye, einer verheirateten Koreanerin, die plötzlich ablehnt, Fleisch zu essen und sich somit gegen die strikte koreanische Gesellschaft, so wie ihren Mann, verweigert. Der Plot ist in drei Kapitel unterteilt und wird aus jeweils einer anderen Perspektive erzählt:

    Das erste Kapitel, aus der Sicht des Mannes, berichtet über deren gewöhnliches Leben, ihren Alltag, die kühlen Wiederholungen einer Zweckehe. Und wie die Entscheidung seiner Frau, kein Fleisch mehr zu essen (oder zu kochen), all diese Dinge aus dem Gleichgewicht bringt.

    Das zweite Kapitel wird aus der Sicht des Schwagers erzählt und handelt von Lust. Denn die abrupte Entscheidung Yeong-Hyes, sich von alten Konventionen loszulösen, erregt nicht nur Wut und Ablehnung im Umfeld, sondern auch Leidenschaft und niedere Triebe.

    Das dritte Kapitel wird aus Sicht der Schwester erzählt und befasst sich mit den Konsequenzen, die unweigerlich alle einholen, die gewaltsam gegen das, was die Gesellschaft "Normalität" nennen, rebellieren. Die Grenze zwischen Rebellion und Wahnsinn sind, wie so oft bei der Autorin, verschwommen. Sprachlich unverschnörkelt und eher distanziert gehalten. Gut geschrieben und empathisch eindrucksvoll. 

  4. Cover des Buches Heiße Milch (ISBN: 9783462049770)
    Deborah Levy

    Heiße Milch

     (30)
    Aktuelle Rezension von: imke_wtr

    Sofia und ihre Mutter Rose fahren nach Spanien in eine Spezialklinik, weil Rose lange schon behauptet ihre Füße nicht mehr spüren zu können. Dr. Gomez, der Spezialist, versucht vor allem Mutter und Tochter voneinander zu lösen, die eine enge Beziehung haben, weil Rose darauf beharrt, Sofia als Unterstützung zu brauchen.

    Die Mutter-Tochter-Beziehung ist hochtoxisch, und ich habe sehr gehofft, dass Sofia es schafft, sich zu lösen. Nicht gerade hilfreich ist, dass sie von ihrem Vater keinerlei Unterstützung erhält. Mit seiner neuen Frau, die kaum älter als Sofia ist, lebt er in Athen, und weist seine Tochter bei einem Besuch ab.

    Deborah Levys Stil ist wild und eigenwillig, eindringlich, manchmal auch ein bisschen weird, aber ich mag sehr, wie sie schreibt. Die Mutter-Tochter-Beziehung ist psychologisch interessant aufgezogen, das Setting in Spanien ganz cool, die Krankheit der Mutter rätselhaft, mit Sofia und Ingrid hat das Buch sogar eine kleine queere Liebesgeschichte.

    Ich bin richtig versunken, habe das Buch überraschend gern gelesen. Es geht ums Abnabeln von der Familie, darum, den eigenen Weg zu finden. Thematisch eingrenzbar zwischen Psychologie, Freundschaft und Familie, dazu ein spanischer Strand mit aggressiven Quallen und eine ganz eigene Erzählstimme: Mich hat der Roman bestens unterhalten, weshalb ich ihn definitiv weiterempfehlen kann.

  5. Cover des Buches Shylock is My Name (ISBN: 9780701188993)
    Howard Jacobson

    Shylock is My Name

     (21)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Kunstsammler Simon Strulovitch ist am Verzweifeln. Nicht nur dass seine Frau schwerkrank ist, macht ihm seine Tochter Beatrice auch nur Probleme. Schon in jungen Jahren hat sie Männern reihenweise den Kopf verdreht und nun droht sie mit einem Fußballer durchzubrennen. Rat sucht er bei Shylock, den er zufällig auf dem Friedhof kennenlernte und zu sich einlädt. Derweil kämpf in einem anderen Stadtteil Londons D’Anton damit, der liebenswürdigen, aber leider ziemlich falschen Pluralbelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) alles recht zu machen und deren etwas dümmlichen Verlobten derart zu manipulieren, dass Plurabelle bei Laune bleibt. Als Beatrice samt Verlobtem im Haus auftauchen, wird D’Antons ohnehin schweres Leben noch eine Nummer komplizierter.

    Howard Jacobson hat Shakespeares Komödie „The Merchant of Venice“ neu interpretiert und in das London der Gegenwart verlegt. Einige der Figuren erkennt man leicht wieder, vor allem die Problematik des Judentums bzw. der Juden in einer christlichen Mehrheitsgesellschaft kommt auch in dieser Variante des Sujets sehr gut zum Vorschein, aber alles in allem hat mich der Roman mehr verwirrt als überzeugt. Herrliche Dialoge können über die schwache Grundgeschichte nicht hinwegtäuschen, ebenso sind die Figuren derart überzeichnet, dass es nur wenig an ihnen zu entdecken gibt an Facetten und Schattierungen, die sich erst im Laufe der Handlung hätten zeigen können. Es bleibt bei einem interessanten Ansatz, der bei mir jedoch nicht angekommen ist.
  6. Cover des Buches Eileen (ISBN: 9783954380817)
    Ottessa Moshfegh

    Eileen

     (18)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Neuengland 1964. Eileen: voll Selbsthass, Prüderie, Stolz, Wut und Langeweile, vierundzwanzig, Jungfrau. Vater Ex-Cop, Säufer. 

    Eileen hasst ihre Brüste, ihre Verdauung, ihr Leben. Mit ihrem alkoholkranken Vater lebt die junge Frau im Jahr 1964 einer Kleinstadt in Neuengland und arbeitet als Sekretärin in einer Vollzugsanstalt für straffällig gewordene Jugendliche.

    Alles ist heruntergekommen: das Haus, in dem sie lebt, ihr Körper, ihr Selbstwertgefühl. Nach außen hin übt sie sich in Gelassenheit und Unnahbarkeit, während sie sich zwischen Selbstbetrachtung und Selbsthass ihren Fantasien über heiße Liebschaften oder Planungen ihrer Flucht hingibt.Doch dann geschieht etwas: Über die Weihnachtstage kommt die schöne Rebecca Saint John in die Kleinstadt und fängt in derselben Vollzugsanstalt zu arbeiten an. Damit wittert Eileen die Chance auf eine Freundschaft – und auf ein neues Leben.


    Grandioses Buch, die Spannung wird Seite für Seite erhöht, liest sich durch in einem Zug. Der Clou ist: man weiss als Leser schon ziemlich früh dass mit der Bekanntschaft von Rebecca mit und um Eileen etwas einschneidendes geschieht.. Meisterhaft!

    (auch wenn der Schluss dann doch etwas abfällt für meine Begriffe) : - dieses Buch lebt von der Dramaturgie, der Spannung und der ungeheuren Kraft der Worte. 

  7. Cover des Buches Eine Geschichte der Wölfe (ISBN: 9783492238557)
    Emily Fridlund

    Eine Geschichte der Wölfe

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Stella_Stellaris

    Linda wächst in einer ziemlich verlassenen Gegend im nordamerikanischen Minnesota auf. Sie und ihre Eltern sind die Übriggebliebenen einer sog. Hippie-Kommune. Das Verhältnis zwischen ihnen (Bis zum Schluss habe ich mich gefragt, ob es wirklich ihre leiblichen Eltern sind.) ist schwierig. In der Schule ist sie eine Außenseiterin. Erst als auf der anderen Seite des Sees eine Familie ihr Sommerhaus bezieht und Linda Babysitterin des kleinen Pauls wird, verändert sich ihr Leben...

    Dieses Buch handelt von Einsamkeit und Ausgrenzung, dem Wunsch nach Anerkennung und Zuneigung sowie von Schuld und Verantwortung. Zwischendurch fand ich Passagen, deren Worte mich berührt haben. Im großen und ganzen jedoch war mir die Geschichte, deren Idee durchaus verfolgenswert ist, zu langatmig, zu düster und letztendlich auch zu trostlos. 

    Mein Lesefluss wurde durch die Zeit- und Handlungssprünge beeinträchtigt. Die Charaktere blieben für mich weitgehend ohne klare Konturen. Es fiel mir schwer auf meiner inneren Leinwand ein Bild von ihnen entstehen zu lassen.

    Dennoch hat die Autorin für dieses Erstlingswerk, dem man ihr Talent durchaus anmerkt, meinen vollen Respekt

  8. Cover des Buches Das Ministerium des äußersten Glücks (ISBN: 9783596522286)
    Arundhati Roy

    Das Ministerium des äußersten Glücks

     (64)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Eine Stimme für die Vertriebenen und die Außenseiter, ein Gesellschaftsporträt, Ruin, Gewalt, Armut. Roy nimmt uns mit auf eine Reise durch Indien, die Ihnen über weite Strecken den Atem rauben wird. Der Roman ist komplex, fordert einiges an Durchhaltevermögen und Konzentration, aber belohnt mit starken, unabhängigen Frauenfiguren, Einblicke in die indische Gesellschaft und dem Brechen aller Tabus.

  9. Cover des Buches Was ein Mann ist (ISBN: 9783446258242)
    David Szalay

    Was ein Mann ist

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Cleo15
    „Was ein Mann ist“ von David Szalay ist eine Sammlung von Kurzgeschichten über Männer. Wobei von Ihnen immer eine dominierende Eigenschaft besonders hervorgehoben wird. Die Geschichten sind sehr lebensnah und könnten so ohne weiteres in der Realität geschehen. Doch mich hat die Auswahl der Geschichten etwas betrübt. Oder sind wirklich alle Männer so? Die beschriebenen Eigenschaften sind nicht unbedingt schlecht, doch sie regen zur Skepsis an. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine Frau bin und mich deswegen nicht so recht damit arrangieren kann. Der Schreibstil von Herrn Szalay ist sehr angenehm. Man findet sofort in die Handlung hinein. Doch dann, wenn mich die Geschichte richtig gepackt hat und ich wissen will, wie es weitergeht, ist sie zu Ende. Dadurch musste ich nach einer Geschichte immer erste einmal eine längere Pause einlegen, um in meinem Kopf alles zu ordnen. Mitunter habe ich zwischendurch auch ein anderes Buch eingeschoben. Entsprechend länger habe ich für das Buch gebraucht. Fazit: Ich vergebe an „Was ein Mann ist“ 3 Sterne. Ich bin mir nicht sicher, ob die Männerschaft in den doch sehr verschiedenen Geschichten richtig abgebildet wird. Die Geschichten für sich gesehen waren aber gut.
  10. Cover des Buches Heim schwimmen (ISBN: 9783423144971)
    Deborah Levy

    Heim schwimmen

     (31)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Ich habs diesmal nicht abgebrochen, aber auch nur, weil es ein recht schmales Buch von knapp 160 Seiten ist. Ansonsten muss ich sagen, bin ich nie wirklich in die Geschichte - eine Familie macht Urlaub in Südfrankreich, eine junge Frau kommt unerwartet hinzu - reingekommen, hatte Schwierigkeiten die handelnden Personen auseinanderzuhalten. Zu viele Personen/Namen in zu wenig Geschichte, auch atmosphärisch bin ich dem Plot nie wirklich nah gekommen. Ich weiß gar nicht mehr wie es dieses Buch auf meinen Lesestapel geschafft hat, aber es hat sich für mich definitiv nicht gelohnt.

  11. Cover des Buches Der schmale Pfad durchs Hinterland (ISBN: 9783492309998)
    Richard Flanagan

    Der schmale Pfad durchs Hinterland

     (26)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Kriegsgefangener zu sein im Dschungel von Birma / Thailand, kann man sich das vorstellen? Man möchte es nicht können und man kann es auch nicht. Was Richard Flanagan hier erzählt ist die wahre Hölle auf Erden: die Geschichte des Baus des 'Dead Railways', einer Eisenbahnvebindung von Thailand nach Birma.Es sind eben diese Kriegsgefangenen die diese Hölle 1943 - 1945 erleben.. Starkes Buch!

  12. Cover des Buches 4 3 2 1 (ISBN: 9783499271137)
    Paul Auster

    4 3 2 1

     (114)
    Aktuelle Rezension von: lesenbildet

    Jeder hat sich doch schon gefragt, wie sein Leben geworden wäre, wenn einzelne Umstände anders gewesen wäre. Diesem Szenario widmet sich Paul Auster in seinem Roman 4321.  

    In vier verschiedenen Variationen erzählt er eine Lebensgeschichte.

     Im Mittelpunkt des Geschehens steht Archibald Ferguson. Ein Junge bzw. im Laufe der Geschichte(n) ein junger Mann, der in Vier unterschiedlichen Szenarien erwachsen werden muss und dabei einiges erlebt und durchmachen muss.

     Man könnte meinen, dass es langatmig und langweilig ist, quasi viermal die mehr oder weniger gleiche Geschichte zu lesen, aber so ist es ganz und gar nicht. Auster erzählt Fergusons Geschichte berührend, unterhaltsam und stellenweise immer wieder mit viel Witz.

    Dabei ist gerade am Anfang beeindruckend, wie authentisch der doch schon ältere Autor die kindliche Perspektive des kleinen Archies hinbekommt.

    Auch unerwartete Wendungen und die Parallelen zwischen den einzelnen Varianten seines Lebens, machen den Roman sehr interessant.

    Ferguson, ein einfach nahbarer, realistischer Protagonist, wächst einem im Laufe richtig ans Herz, man fiebert mit ihm mit, wünscht ihm, dass doch alles gut für ihn wird, will ihn schütteln und in manchen Situationen auf den richtigen Weg bringen.

     4321 so vieles. Eine Familiengeschichte, eine Coming of Age Geschichte, etwas Liebesgeschichte, dabei aber nie kitschig und nebenbei ein Überblick über Amerikas neuere Geschichte des 20ten Jahrhunderts.  

    Dieser Mix macht den Roman unglaublich lesenswert und Langeweile kommt auf keiner der 1256 Seiten auf.

  13. Cover des Buches Das Familientreffen (ISBN: 9783328101802)
    Anne Enright

    Das Familientreffen

     (67)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Der Booker Preisträger von 2007. Vollkommen nachvollziehbar in meinen Augen ist dieses Buch ausgezeichnet worden. Und ich bin wieder auf eine richtig interessante Autorin gestoßen. Eine Autorin, die ich neugierig umkreisen werde. "Das Familientreffen" ist ein richtig böses Buch. Böse und pechschwarz, dabei aber glitzernd wie die New York Times so treffend schrieb. Ein Familientreffen der irischen Großfamilie Hegarty anlässlich des Selbstmordes von Liam Hegarty wird einberufen und Veronica, die Schwester und Bezugsperson von Liam, blickt wütend und zynisch und auch schuldbeladen und ebenso weise auf diese ganzen Familienbande. Die Verletzungen und Geheimnisse und Ungesagte/das Unmögliche kommen zum Vorschein. Denn Veronica kennt auch den Grund für den Selbstmord des Bruders, konnte ihn aber nicht verhindern, genauso wenig, wie sie ihm schlussendlich helfen konnte. Bei diesen Blicken auf die Taten in ihrer Familie schont sie sich auch selbst nicht. Und vor den Augen des Lesers entsteht dieser schonungslose Hegarty-Kosmos. Durch die Blicke auf die Großeltern, auf die Eltern und die Kinder umfasst dieses Buch einen recht großen Zeitraum und ist damit gleichzeitig ein Blick auf die irische Gesellschaft. Dabei besticht in diesem Buch nicht nur die Geschichte, sondern vor allem die Sprachkunst von Anne Enright, dieser Tanz mit den Wörtern, dieser Glanz in den Sätzen. Auch sollte hier die Übersetzung unbedingt gewürdigt werden, also ein Dank und ein tosender Beifall geht an die Autorin Anne Enright und an den Übersetzer Hans-Christian Oeser! dieses Buch ist einfach wundervoll! Obwohl das Grundthema alles andere als wundervoll zu nennen ist! Eher ist es ein Blick auf das Grauen. Und sicher ist "Das Familientreffen" ein Buch, welches man erneut genießen könnte, später, nach einiger Zeit und nach eigenen weiteren Erfahrungen. Gerade in den weisen Blicken der Hauptfigur Veronica und dem Zynismus der Autorin findet man sich später wieder anders wieder. Mal schauen. Anne Enright hat hier ein wirklich gelungenes Buch geschrieben, dem ich viele Leser wünsche!

  14. Cover des Buches Exit West (ISBN: 9783832164645)
    Mohsin Hamid

    Exit West

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Saeed und Nadia lernen sich in einer namenlosen Stadt in einem namenlosen Land kennen. Sie verlieben sich, während die Stadt durch fundamentalistische Gruppen im Terror versinkt. Daher entscheiden sie sich zur Flucht, denn Gerüchten zufolge entstehen weltweit Portale, Türen, die Verbindungen zwischen Orten darstellen, die viele tausend Kilometer voneinander entfernt sind.

    In dem der Geschichte vorangestellten Essay schreibt Hamid "Geschichten besitzen die Kraft, uns von der Tyrannei dessen zu befreien, was war und was ist" und genau das leistet dieses Buch.

    Denn Hamid beschreibt nicht nur, wie sich Menschen durch Krieg und Flucht verändern und wie schwierig es unter diesen Bedingungen ist, zwischenmenschliche, enge Beziehungen aufrechtzuerhalten. Er entwirft auch eine Zukunft, in der - bedingt durch die zunehmende Migration durch Portale - ein globalisiertes Zusammenleben zwingend erforderlich ist, neue Städte und Lebensweisen entstehen. Dieses Szenario verklärt nichts, sondern zeigt ebenso deutlich die Trost- und Schutzlosigkeit flüchtender Menschen. Die Sprache ist poetisch, wunderschön, bildhaft, komplex und gleichzeitig sehr direkt. Nadja und Saeed sind komplexe Charaktere, deren Innenleben geprägt ist von den Gewalt- und Fluchterfahrungen, die zwischen Ankommen und weiterziehen pendeln und weder durch das eine noch das andere wirklich glücklich werden.

    Damit ist das Buch nicht nur eine sehr philosophische und poetische Auseinandersetzung damit, wie sich Menschen angesichts existenzieller Risiken und Gefahren verhalten und verändern, sondern ein dringender Appell, Rassismus und die Ausgrenzung Geflüchteter insbesondere in europäischen Gesellschaften zu bekämpfen. Durch die Portale entsteht eine Utopie/Dystopie, je nach Lesart, und das Buch zeigt gleichzeitig mögliche Zukunftsszenarien auf, die doch sehr nah an der Gegenwart sind.

  15. Cover des Buches Eine kurze Geschichte von sieben Morden (ISBN: 9783453677265)
    Marlon James

    Eine kurze Geschichte von sieben Morden

     (16)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Rund um das Attentat auf 'den Sänger' - gemeint ist Bob Marley - spinnt Marlon James eine von Gewalt und Willkür gezeichnete Geschichte aus den Stadtvierteln von Kingston, wo die Gangs ihre Bandenkriege rücksichtslos abhalten.

    Erzählt aus wechselnden Perspektiven von Dons (das sind die Chefs der Gangs), oder aus der Sicht des Rollingstones-Journalisten Pierce. Es mischen auch diverse CIA Agenten tüchtig mit um diesen Anschlag auf den Sänger, sehr verschiedene politische Interessen prallen aufeinander.


    Das Buch ist in einer derben, brutalen, kaum auszuhaltender Sprache geschrieben, da werden dann 858 Seiten zu einem Marathon...

    Die Idee die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen fand ich allerdings gut.

    Ach ja, 7 Morde?

    Es sind wohl eher 2 Dutzend..

  16. Cover des Buches The Line of Beauty (ISBN: 9781447202523)
    Alan Hollinghurst

    The Line of Beauty

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches True History of the Kelly Gang (ISBN: 0606294856)
    Peter Carey

    True History of the Kelly Gang

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Der dunkle Fluss (ISBN: 9783746632421)
    Chigozie Obioma

    Der dunkle Fluss

     (44)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚[...] denn die Zukunft war das, was wir aus ihr machten, eine leere Leinwand, auf die sich alles Mögliche projizieren ließ. Das alles war vorbei, als Vater wegzog.‘ (Seite 10 der gebundenen Ausgabe)

    Der neunjährige Ich-Erzähler Ben lebt zusammen mit seinen älteren Brüdern Ikenna, Boja und Obembe, seinen Eltern sowie dem kleinen Bruder David und dem Baby Nkem in Akure, einer Stadt im Südwesten Nigerias.

    Das Leben der Familie verändert sich deutlich, als der Vater ins mehr als 1000 Kilometer entfernte Yola im Norden des Landes zieht und nur noch an den Wochenenden zu seiner Familie zurückkehrt. Ein weiterer Wendepunkt tritt ein, als die Brüder beginnen, im dunklen Fluss zu fischen, was die Eltern streng verboten hatten, da hier schon viele Erwachsene verschwunden sind.

    Die Brüder werden am Fluss beobachtet und verraten, und nach den Prügeln des Vaters distanziert sich der Erstgeborene Ikenna immer mehr vom Rest der Familie und verändert sich mehr und mehr.

    Ich war noch nie auf dem afrikanischen Kontinent, aber ich habe viel über Afrika und von afrikanischen Autoren gelesen, so dass ich mit dem Kontinent bestimmte Gedanken, Gefühle, Vorstellungen etc. verbinde.

    Chigozie Obioma hat mich direkt mit nach Afrika im Allgemeinen und Nigeria im Besonderen genommen: Sein Roman ist stimmungsvoll, unheilvoll und durchweg glaubwürdig.

    (Schwarze) Magie und Zauberei haben einen festen Stellenwert in ‚Der dunkle Fluss‘ und im Leben der Menschen im Handlungsort des Romans. Ich fand diese düstere Szenerie sehr gelungen und sehr atmosphärisch, und meiner Meinung nach eignet sich ‚Der dunkle Fluss‘ hervorragend, um die spirituelle Seite Nigerias besser kennenzulernen, in eine ganz andere Welt abzutauchen und mehr über diese Facetten Nigerias zu erfahren.

    Weitere Themen des Romans sind Trauer und Verlust sowie psychische Erkrankungen und psychiatrische Behandlungen in Nigeria, was weitere Komponenten des Romans sind, die mich besonders faszinierten.

  19. Cover des Buches Sag nicht, wir hätten gar nichts (ISBN: 9783442770380)
    Madeleine Thien

    Sag nicht, wir hätten gar nichts

     (15)
    Aktuelle Rezension von: nonostar

    Als ich "Sag nicht, wir hätten gar nichts" von Madeleine Thien (Ü: Anette Grube) angefangen habe zu lesen, hatte ich recht wenig Erwartungen an das Buch. Es geht um zwei Musikerfamilien die in den 40er Jahren in China leben umd dort die Folgen der Land- und Besitzenteignung während der Landreform und der späteren Kulturrevolution unter Mao spüren. Gewalt und Politische Verfolgung sind an der Tagesordnung, der auch die Künstler nicht entgehen können.  Parallel dazu wird die Geschichte zweier junger Mädchen erzählt, die viele Jahre später in Kanada aufeinander treffen und deren Vergangenheit eng verknüpft ist.

    Thien erzählt auf sehr eindringliche und berührende Art, wie es für die Menschen in China war unter dem ständigen Druck und der Angst vor Gewalt und Denunzoationen zu leben und auch, wie sich ihre Musik diesen Regeln beugen muss. Gleichzeitig wirft sie einen Blick auf die Kinder der damaligen Generationen, die fernab von den dunklen Tagen der Vergangenheit aufwachsen. Thien erzählt von Liebe und Freundschaft, die sich nur im geheimen entwickeln darf und die allzu oft bereits im Keim erstickt wurde.

    Die Verfolgungen und Grausamkeiten werden teils sehr brutal und schonungslos geschildert, man spürt die Zerrissenheit der Figuren förmlich, die Atmosphäre im China vergangener Zeiten ist bedrückend und beängstigend. Das hat es mir mitunter schwer gemacht weiter zu lesen, doch gleichzeitig erschafft Thien einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Madeleine Thien hat mich mit dieser Geschichte für sich eingenommen und ich kann dieses unscheinbare Buch nur jedem empfehlen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass der Handlungsstrang in der Gegenwart lange Zeit etwas untergeht im Vergleich zu den Taten der Vergangenheit, doch am Ende findet alles irgendwie zusammen.

  20. Cover des Buches The White Tiger (ISBN: 9781848878082)
    Aravind Adiga

    The White Tiger

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Goldilocks

    „The White Tiger“ von Aravind Adiga wurde bereits 2008 veröffentlicht. Es ist also ein schon ein wenig älteres Buch aber meiner Meinung nach hat es seine Aktualität kein bisschen verloren. Auch 2008 hat es, meiner Meinung nach sehr verdient, den „Man Booker Prize“ gewonnen. Ich selber habe es auf Englisch gelesen weshalb ich nichts über die Übersetzung sagen kann, aber in seiner Orginalsprache hat es mir wirklich gut gefallen.


    Es ist mal etwas ganz anderes und auch sehr unerwartet. Die meisten Zeilen triefen vor Sarkasmus. Man muss immer wieder lächeln aber manchmal ist man auch entsetzt von der brutalen Wahrheit der Zeilen. Das Buch handelt schließlich auch von vielem das heute noch Indiens Realität ist. Die Geschichte wird aus der Sicht eines armen indischen Jungens erzählt. Mittlerweile ist er ein Unternehmer in Bangladesch, aber er erzählt die Geschichte seines Lebens von Anfang an in Form von Briefen an den Prime Minister von China. Er berichtet von der Armut, der fehlenden Infrastruktur die auch heute noch in vielen Regionen Indiens der Wahrheit entspricht, von dem Tod seiner Eltern und davon wie er aus der Schule genommen wurde. Aber auch davon wie er dann trotzdem etwas aus sich gemacht hat obwohl er in keiner einfachen Situation aufgewachsen ist. Man merkt, dass er auf eine merkwürdige Art und Weise schlau aber trotzdem auch manchmal schwer von Begriff ist. „half-baked“ wie er sich selber nennt. 


    Der Hauptcharakter gibt dem Buch wirklich eine ganz besondere Note. Seine Sicht auf die Welt ist ein wenig ungewöhnlich aber auch den Umständen umsprechend. Man erlebt seine Entwicklung mit, wie er vom armen Kind zu jemandem wird der andere Leute bei sich einstellt. Und es kommt einem wirklich real vor. Ich selber würde wenn jemand erzählen würde, das Buch basiert auf waren Umständen, es sofort glauben. Die Gefühle werden unglaublich gut zum Leser rübergebracht, die Wut darüber wie ein Sklave behandelt zu werden, der Wunsch nicht heiraten zu wollen aber dazu gezwungen zu werden, die Bewunderung gegenüber denen die über ihm stehen. 


    Mir ist auch nie langweilig geworden. Es bleibt immer spannend, manche Wendung unerwartet andere schon seit Anfang der Geschichte angekündigt. Manchmal ist man über die Intelligenz in den Handlungen des Hauptcharakters erstaunt, manchmal über die Sinnlosigkeit. Aber genau das macht ihn zu einer sehr realitätsnahen Person.


    Allem in allem hat es mir wirklich gut gefallen. Das Buch behandelt so wichtige Themen, wie das Klassensystem und die Armut in Indien auf eine traurige aber zu gleich humorvolle Art. Es unterhält einen, bringt einem aber auch etwas bei und macht einem klar wie dankbar man sein sollte für alles was man hat. Aus meiner Sicht hat die Geschichte 5 von 5 Sternen wirklich verdient.


  21. Cover des Buches Oscar und Lucinda (ISBN: 9783596184460)
    Peter Carey

    Oscar und Lucinda

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
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