Bücher mit dem Tag "links"

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41 Bücher

  1. Cover des Buches Endgame 1. Die Auserwählten (ISBN: 9783841504531)
    James Frey

    Endgame 1. Die Auserwählten

     (785)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Bereits die Beschreibung hat mich an Die Tribute von Panem erinnert und das bleibt auch beim Lesen des Buches so.

    12 Spieler:innen wurden ihr Leben lang auf ein Ziel hin ausgebildet: Endgame. Als es dann soweit ist, können sie es dennoch kaum glauben.

    Die Spieler:innen haben verschiedene Stärken, Schwächen, Charaktereigenschaften und Vorgehensweisen. Einige sind offen brutal und grausam, andere technisch sehr versiert, wieder andere wollen einfach nur gewinnen, einige helfen einander und verbünden sich und auch romantische Gefühle kommen vereinzelt vor.
    Im Gegensatz zu Tribute von Panem gibt es bei Endgame Rätsel, die gelöst werden müssen, was von der Idee her wirklich sehr interessant ist. Außerdem haben die Spieler:innen alle beinahe übermenschliche Fähigkeiten, da sie eben nicht ausgelost werden, sondern ihr Leben lang darauf vorbereitet worden sind.
    Alles in allem fand ich es einfach total interessant und spannend Endgame mitzuverfolgen und zu sehen, wie unterschiedlich die Spieler:innen vorgehen.

    Allerdings ist es nicht wie erwartet eine Dystopie (wie bei Tribute von Panem), sondern Endgame geht zurück auf etwas Übernatürliches, das eher Alien- als Göttercharakter hat. Ich bin mir nicht wirklich sicher, was ich davon halten soll und bin gespannt, wie sich das in den beiden nächsten Teilen weiter entwickelt. Allerdings sind dadurch Techniken möglich, die eben sonst nicht gehen würden - beispielsweise bekommt jeder der Spieler:innen einen eigenen Hinweis quasi ins Gehirn gesetzt.


    Fazit: Ein wirklich spannender Wettkampf, der allerdings einen übernatürlichen Ursprung hat. Mir gefällt die Dynamik des Wettkampfes. Die Brutalität, die Strategien, die Bündnisse, Hinterhalte,...
    Vor diesem Hintergrund hat mich Endgame an Die Tribute von Panem erinnert, gleichzeitig ist es aber auch etwas ganz eigenes.
    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und bin gespannt auf die nächsten beiden Bände.

    Endgame 1: Die Auserwählten bekommt von mir 4,7 (also gerundet 5) / 5 Sterne.

  2. Cover des Buches Der Augensammler (ISBN: 9783945386484)
    Sebastian Fitzek

    Der Augensammler

     (5.338)
    Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland

    𝔻𝕣𝕖𝕚 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙: 

    Fesselnd - Heftig - Miträtseln

    𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:

    Oh mein Gott war das spannend. 🤯

    Das mit-Ermitteln hat mir richtig gut gefallen. 🧐

    Diesmal gab es nämlich ganz viele Hinweise, die man als Leser mitverfolgen konnte und die mich bereits vor dem Ende auf den richtigen Weg geführt haben.

    Allerdings haben mir die Schilderungen der Taten auch hin und wieder einen Schauer über den Rücken gejagt. 😨

    Eine perfekte Mischung also. 👌🏻

    "Der Augensammler" ist übrigens der erste Teil einer Reihe. Aber auch wenn die Bücher zusammenhängen, kann man diese auch unabhängig voneinander lesen.

    𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘? 👍🏻

    Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle Thriller-Fans. 😄

    𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️

  3. Cover des Buches Heißes Pflaster (ISBN: 9783328103240)
    Alex Pohl

    Heißes Pflaster

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Putzibaer

    Im zweiten Fall des Leipziger Ermittlerduos Seiler und Novic geht es vordergründig um den Tod eines Lokalpolitikers. Dahinter verbergen sich aber noch andere Straftaten wie Korruption bei Behördenmitarbeitern, kriminelle Machenschaften politischer Gruppierungen sowie der Baumafia und Verdunkelung bei der Polizei.

    "Heißes Pflaster" ist ein zum großen Teil politischer Krimi, der mir noch besser gefällt als der erste Band der Buchreihe. Dies liegt vor allem an den originellen, glaubwürdig gezeichneten Ermittlern. Der Synästhetiker Novic leidet unter seiner Hypersensibilität, gleichzeitig befeuert sie seine Intuition bei der Aufklärung des Falles. Da bekommt die Redewendung, jemanden nicht riechen zu können, noch mal ein ganz anderes Ausmaß. Angesichts seiner offensichtlichen sozialen Isolation empfindet man Mitleid.

    Auch Seiler bekommt in diesem Band mehr Raum, sei es durch private Beziehungen oder ihren Verdacht, dass der vermeintliche Suizid ihres Mannes mit Machenschaften seiner Exkollegen in Zusammenhang stehen könnte. Dabei spielt auch der Vorgesetzte der beiden Hauptkommissare eine noch undurchsichtige Rolle.

    In diesem Krimi werden Zwiespalte aufgezeigt: welche Handlungen, die aufgrund von Wohnungsnot, wirtschaftlichen Interessen oder politischer Gesinnung erfolgen, können noch akzeptiert werden? Der Riss geht durch die Gesellschaft: ob es Polizisten sind, deren politische Einstellung ihre Arbeit beeinflusst, oder Anwohner, die zwar die soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit erkennen, aber nicht in das Sperrfeuer politischer Gruppierungen geraten wollen. Der Autor bezieht selber Stellung, indem er mit der Hausbesetzerszene sympathisiert, die naiv bis idealistisch dargestellt wird, während vor der rechten Gefahr gewarnt wird, die manipulativ ist und die Bereitschaft zeigt, über Leichen zu gehen.

    Alex Pohl zeigt einmal mehr sein Talent für sehr spannende Szenen sowie unterschwelligen Humor. Dass er Liebeskummer und Trauer weniger gut oder weniger bereitwillig beschreibt, konnte mich nicht bewegen, dafür einen Stern abzuziehen.

  4. Cover des Buches Ein Leben ist zu wenig (ISBN: 9783746635200)
    Gregor Gysi

    Ein Leben ist zu wenig

     (23)
    Aktuelle Rezension von: GrauerVogel

    Das Buch bietet auf jeden Fall viele interessante Einblicke in Gregor Gysis Werdegang, allerdings nicht so viel persönliche Hintergründe, wie ich es von einer Autobiographie erwartet hätte. Es geht hauptsächlich um seine berufliche Entwicklung. Das liegt sicher daran, dass dies auch immer das Privatleben von anderen Personen berühren würde und ich finde es im Grunde prima, dass darauf Rücksicht genommen wurde. Ich mag es gar nicht, wenn ich Biografien persönliche Details von Dritten an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Außerdem ist ja niemand verpflichtet in seiner Biografie ausnahmslos alles über sich offen zu legen. Allerdings fehlt dem Buch damit natürlich zwangsläufig eine gewisse persönliche oder private Note und im Grunde erfährt man genau das nicht, weswegen man eine Biografie normalerweise liest.

    Dennoch habe ich viel Neues erfahren und bin einmal mehr beeindruckt von seiner Reflektiertheit und dem allgegenwärtigen kritischen Hinterfragen. 


  5. Cover des Buches Hartmut und ich (ISBN: 9783596511600)
    Oliver Uschmann

    Hartmut und ich

     (268)
    Aktuelle Rezension von: AK87

    Im Buch wird aus der Ich-Perspektive das gemeinsame Leben in der Männer-WG von dem Autor mit Hartmut beschrieben.
    Gestartet wird mit der Gründung der WG, in einer Wohnung, in einem heruntergekommenen Haus, baufällig, dafür aber günstig und mit 120qm. Wir erfahren das Hartmut Student ist  und der Ich Protagonist Packer bei UPS. Im weiteren Verlauf wird der Leser im WG-Alltag mitgenommen, wobei es nie langweilig wird da der Weltverbesserer Hartmut immer wieder auf sehr eigenwillige und abtruse Ideen kommt.
    Um nicht zu viel vorweg zu nehmen gehe ich auf Hartmuts Ideen nicht weiter ein, nur so viel dem Autor ist einiges eingefallen.

    Ich finde das Buch ist gut geschrieben, lässt sich flüssig lesen und wird nicht langweilig.
    Die Protagoonisten sind sehr eigen, aber dabei durchaus liebenswert und sehr lustig.

    Einfach mal ausprobieren.

  6. Cover des Buches Mein linker Fuß (ISBN: 9783257227680)
    Christy Brown

    Mein linker Fuß

     (21)
    Aktuelle Rezension von: ErleseneBuecher
    Dieses Buch wurde mir mal wärmstens empfohlen, aber das ist Jahre her. Damals war es in aller Munde und wurde sehr erfolgreich mit Daniel Day-Lewis verfilmt. Zurecht war es so erfolgreich! Es ist ein besonderes Buch. Zum einen, da es unglaubliche Einblicke in ein besonderes Leben und Denken gewährt und zum anderen, da es von einer Zeit handelt, die so untypisch für soziales Engagement diesen Krankheiten gegenüber ist.

    Das Buch bewegt einen ohne zu sentimental zu sein. Gerade zu Beginn berührt es tief.

    Am Anfang des Buches ist es vor allem die starke, großartige  Mutter, die heraussticht. Das, was sie geleistet hat, war zu der Zeit sehr unüblich. Umso größer ihr Verdienst und Anerkennung.

    Man wird durch Christy Brown in eine Kindheit mitgenommen, die so ganz anders war. Schön, aufregend, lustig, abenteuerlich aber auch schrecklich, einengend und bedrückend. Vor allem der Moment bzw. die Momente, in denen er realisiert, wie behindert und anders er ist.

    Browns Leben wird immer wieder durchkreuzt von Phasen des Rückzugs, in denen er der Welt den Rücken kehrt und z.B. exzessiv malt. Dann aber wieder erwacht er und nimmt am Leben teil, meist initiiert durch andere Menschen.

    Leider ist der letzte Teil des Buches in meinen Augen deutlich schwächer. Es beginnt ab dem Moment, in dem er in die Klinik kommt. Der Leser wird außen vor gelassen, er erfährt nicht mehr viel über die Krankheit. Es geht fast nur noch um seine Autobiographie, die Brown schreiben möchte. Es ist gegen Ende fast ein wenig langweilig.

    Bewertung: 3,5 von 5 Punkte

  7. Cover des Buches Links oder rechts? (ISBN: 9783328100751)
    Jakob Augstein

    Links oder rechts?

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Antonia_Salomon
    Das ist schon lange kein Schlagabtausch mehr, sondern das schlaffe Wiederholen von längst Gesagtem, wobei Augstein als rechthaberischer Ideologe zunehmend langweilt.
  8. Cover des Buches Kind ohne Namen (ISBN: 9783257244489)
    Christoph Poschenrieder

    Kind ohne Namen

     (14)
    Aktuelle Rezension von: sophiebooks

    Ich mag das Buch sehr. Es behandelt das Thema Rassismus und Rechtsradikalismus aus einer sehr interessanten Perspektive. Die Charaktere Xenia, Ahmed und Franz gefallen mir sehr, wobei ich finde, dass man aus Franz mehr hätte machen können. Alles in allem ist das Buch zwar unterhaltsam, aber es fehlt noch etwas zu den 5 Sternen.

  9. Cover des Buches Die Liebe einer Frau (ISBN: 9783104026855)
    Alice Munro

    Die Liebe einer Frau

     (46)
    Aktuelle Rezension von: kirara
    Nachdem mich die Seite gerade unerwartet hinausgeworfen hat, als ich die Rezi speichern wollte (das passiert übrigens öfters, langsam etwas nervig), hier nur noch eine abgespeckte Version:

    Ich hatte mich darauf gefreut die erste Kurzgeschichtennobelpreisträgerin zu lesen, aber schon während der ersten Geschichte die Enttäuschung.
    Ein detail- und schachtelsatzverliebter Sprachstil, der leider mehr auf Umgebungsbeschreibungen als auf Handlungsstärke Wert legt. Die meisten Figuren leben leider auch nicht durch das was sie tun, sondern über Beschreibungen und irgendwelche Erinnerungen. Mir kam es eher wie eine etwas eintönige Stadtführung vor.
    Einen verhältnismäßig großen Teil nahm auch Sex ein, dadurch dass dieser für die Geschichten gar nicht relevant war. Völlig unerwartet und teilweise auch ohne Zusammenhang gibt es eine sexuelle Berührung (oder eine die als so beschrieben wird) oder einen sexuellen Traum oder die erregende Vorstellung sich einer Kommune anzuschließen, die nach festem Zeitplan ihre Partner tauscht. Manchmal ist der Schreibstil entsprechend vulgär geworden.
    Vielleicht waren diese Darstellungen für Munro wichtig und ich bin einfach nur aus einer Generation, die sich davon eher nicht schocken lässt sondern fragt wozu das jetzt in der Geschichte auftaucht.

    Ich bin also eher enttäuscht und möchte kein weiteres Buch von ihr lesen. Ich empfand diese knapp 220 Seiten schon als anstrengend.
  10. Cover des Buches Wie uns die Parteien über den Tisch ziehen! (ISBN: 9783960790846)
    Florian Willet

    Wie uns die Parteien über den Tisch ziehen!

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt und neugierig, leider konnte ich dann aber nicht so viel damit anfangen. Vieles war für mich nur eine Aneinanderreihung von Dingen, die eh schon jeder weiß, der sich ein bisschen interessiert und auch eher platt. Leider hat mich das Buch schnell gelangweilt, sodass ich es weggelegt habe. Ich habe es dann irgendwann nochmal versucht, aber es hat mich wieder nicht in seinen Bann gezogen. Daher hab ich es dann mit einzelnen Kapitel versucht. Leider wieder kein Erfolg. Dieses Buch war leider absolut nicht mein Fall.

  11. Cover des Buches Drei Kameradinnen (ISBN: 9783462003543)
    Shida Bazyar

    Drei Kameradinnen

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Zur Hochzeit einer ehemaligen Freundin aus der Siedlung, in der sie aufgewachsen sind, finden sich die drei besten Freundinnen Hani, Kasih und Saya wieder zusammen. Während Hani und Kasih in der Großstadt nur ein paar Ecken entfernt voneinander entfernt wohnen, reist Saya extra aus der fernen Metropole an. Die gemeinsamen Tage beginnen vermeintlich harmlos, mit Bier und guten Gesprächen über den Dächern der Stadt - doch in den drei jungen Frauen brodelt es. Sie können nicht abschütteln, was zu ihrem Alltag gehört: Die Blicke, die Sprüche, Hass und rechter Terror. Ihr Zusammenhalt untereinander scheint für sie wie ein Schutzschild - bis am dramatischen Abend der Hochzeit alles auseinanderbricht.


    Shida Bazyar erzählt in ihrem 2021 für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman "Drei Kameradinnen" in außergewöhnlicher Form von bedingungsloser Freundschaft, von Rassismus und rechtem Terror in Deutschland, von Resignation und Aufbegehren. Kasih, ihre Erzählerin, allein kennt dabei alle Fakten und Details, sie spricht die Lesenden direkt an, geht mit ihnen ins Gericht und bringt sie in Berührung mit ihren eigenen Vorurteilen und Ressentiments. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass Kasih dabei eine höchst unzuverlässige Narratorin ist. Sie schreibt die Geschehnisse, die zu einem Hochhausbrand geführt haben, innerhalb einer Nacht auf und wartet dabei auf ihre Freundin Saya. Die Autorin lässt das Buch so mit einem Knall beginnen, sie wirft die Lesenden durch einen voranstehenden Boulevard-Artikel direkt ins Geschehen, bevor alles Stück für Stück durch vor Kurzem Geschehens und weit in der Vergangenheit Liegendes aufgedröselt wird.


    Mich konnte Shida Bazyar mit ihrem harten, aufwühlenden und brandaktuellen Roman sehr begeistern. Sie wirft im Buch die Spotlights an, richtet sie auf alles, was in Deutschland enorm schief läuft, so schief, dass es Menschenleben kostet: Das immerwährende Misstrauen gegen alles vermeintlich Fremde, das so schnell in Hass umschlägt, rechten Terror und wie wir damit gesamtgesellschaftlich umgehen, Täter-Opfer-Umkehr, unmenschliche Debatten um Geflüchtete - ich kann gar nicht alles nennen, was die Autorin so furios und gekonnt anspricht. "Drei Kameradinnen" ist gegenwartsnah, bewegend und hochspannend zugleich - unbedingt lesen!

  12. Cover des Buches testcard #16: Extremismus (ISBN: 9783931555153)
    Martin Büsser

    testcard #16: Extremismus

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Requiem für den amerikanischen Traum (ISBN: 9783548377919)
    Noam Chomsky

    Requiem für den amerikanischen Traum

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Eva-Maria_Obermann
    Der amerikanische Traum ist uns allen ein Begriff. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Chomsky dagegen greift in seinem Buch, das auf dem gleichnamigen Film basiert, zehn Prinzipien zu Macht und Reichtum auf. Dabei wird schnell klar, dass der amerikanische Traum dabei gar keinen Platz hat.
    Es ist geradezu erschreckend, wie logisch die Prinzipien klingen, die von der Einschränkung von Demokratie, der Bestimmung von Ideologien und dem Übertragen von Lasten auf andere sprechen. Noch gruseliger wird es, wenn diese theoretischen Komplexe mit dem Amerika von heute verglichen werden. Gruselig, weil real oder zumindest realistisch. So realistisch, dass ich im stimmen Kämmerlein auch Strukturen in unserer eigenen Gesellschaft entdeckt habe, die in die gleiche Richtung tendieren.
    Neben dem eigentlichen Text haben die Herausgeber zusätzlich Abschriften von Zeitzeugen eingefügt. Ein Auszug von Adam Smiths Der Wohlstand der Nationen von 1776, Ein kurzer Text von David Hume Über die ursprünglichen Prinzipien der Regierung von 1741 oder Harry S. Trumans Rede vom 30.09.1948 beispielweise. Diese ergänzen nicht nur, sondern zeigen auch radikale Brüche in historischen Verlauf und Überlegungen, die bereits früh angefangen haben. Der Ist-Zustand kommt nicht aus dem Nichts, sagen diese Texte und bieten einen interessanten Einblick, der auflockert.
    Requiem für den amerikanischen Traum ist kein einfaches Buch, weil es so radikal realistisch ist, aber auch, weil es den Leser permanent fordert. Ein Sachbuch eben. Und doch ist es ein unheimlich wichtiges. Nicht nur im Kontext Amerika, sondern allgemein für alle Machtstrukturen, die mir so einfallen. Tatsächlich finde ich es als Autorin auch hochinteressant im Hinblick auf Weltenbildung und Strukturen.
  14. Cover des Buches Worum es geht (ISBN: 9783867891547)
    Jutta Ditfurth

    Worum es geht

     (5)
    Aktuelle Rezension von: hans-kahle
    Allheilmittel erwarte ich nicht. Aber etwas mehr als die totale Konsumkritik, also die Selbstgeißelung, wir sollten uns doch etwas vom auf materiellen Besitz, auf Kaufen, Kaufen, Kaufen ausgerichtete Einstellung ändern, sollte schon drin stehen. Vor zwei Wochen habe ich es ausgelesen. Schon habe ich vergessen, was drin stand. Ein Gefühl ist geblieben, "wir" haben uns verfahren, aber keine weiß, wohin wir nun steuern sollten. Die Flugschrift wurde mir von einem Freund empfohlen. Er las die Analyse der heutigen Welt darin. So ist es. Wenn ich etwas Politisches lese, möchte ich nachher mehr verstanden haben als vorher. Glücklicherweise ist es eben "die Ditfurth" - also der Stil ist ein lesbarer. Man sieht kein kratztrockenes Parteitags Deutsch den Atem rauben. Fürs Lesen unterwegs gut. Oder doch gelernt: Nix drin von wegen Revolution, nix drin mit Dichter- und Denkerland, nix drin mit Parteien ...
  15. Cover des Buches Unter Linken (ISBN: 9783499624780)
    Jan Fleischhauer

    Unter Linken

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski
    Wer die Linken verstehen bzw. entlarven möchte kommt an diesem Buch nicht vorbei. ein humorvoller Einblick in die Welt der linken Lebenswelten und -lügen.
  16. Cover des Buches Die Känguru-Chroniken (ISBN: 9783548920771)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Chroniken

     (1.194)
    Aktuelle Rezension von: RadikaleResignation

    Surrealer Trip mit einem politisch aktiven Känguru durch die moderne Welt

    Nur weil jemand mit Känguru zusammen lebt, muss der keinen an der Klatsche haben! Vor allem, wenn dieses Känguru sinnstiftende Fragen über die gesellschaftliche Welt stellt.

    Kein Buch für Menschen, die auch nicht auf Satire,Skepsis und schwarzen Humor einlassen können. Wenn doch, unbedingt lesen!

  17. Cover des Buches Absolute Freunde (ISBN: 9783548605470)
    John le Carré

    Absolute Freunde

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Ted Mundy und Sascha sind Freunde und diese Freundschaft begründete sich zu Zeiten der Studentenbewegung in Berlin. Ted ist ein Reisender des Britsh Council geworden und verbindet seine kulturellen Betreuungen englischer Künstler in Osteuropa mit einem Engagement für den Geheimdienst. Sascha ist als Aktivist in die DDR ausgewandert und vom dortigen Dogmatismus enttäsucht worden. Der Fall der Mauer führt die Freunde zusammen, doch die ideologischen Gräben stellen nicht nur die Freundschaft auf die Probe, sondern lösen noch ganz andere Probleme aus.
    John Le Carré, dessen Agentenromane nicht nur weitsichtig und spannend, sondern aus eigenen Anschauungen der Materie im Diplomatischen Dienst mit vielen Fakten unterfüttert sind, liefert auch hier wieder hervorragende Arbeit ab. Nicht nur die Verstrickungen von Macht und Politik werden hier verwendet, sondern auch der ideologische Unterbau, der sich in den unteren Reihen der Spionagetätigen als Antrieb geriert. Wie eine Spinne webt Le Carré sein Netz und genauso vielschichtig wie die Mechanismen des Agentenbetriebes schildert er die Verstrickungen von Interessen auf allen Seiten, ausgetragen auf dem Rücken der beiden Protagonisten. Dass der Autor in der Realität sein bestes Material findet, verwundert nicht. Beklemmend ist die Deutlichkeit, in der er operiert und dass die Wirklichkeit fast noch unglaublicher als die Fikiton sein kann. Ein weiteres atemberaubendes Werk vom Meister des Spionageromans.
  18. Cover des Buches 4 Schritte  zur  Erwerbsminderungsrente: Die Erwerbsminderungsrente richtig und erfolgreich beantragen (Hamsterrad Ade 1) (ISBN: B07491KBCX)
  19. Cover des Buches Lenin kam nur bis Lüdenscheid (ISBN: 9783442158720)
    Richard David Precht

    Lenin kam nur bis Lüdenscheid

     (52)
    Aktuelle Rezension von: betapoet

    Richard David Precht Lenin kam nur bis Lüdenscheid: Meine kleine deutsche Revolution ist ein humorvolle und ernste Rückschau auf die Sozialisation und Erziehung des Philosophs Richard David Precht.
    In sorgsam abgestuften Kapiteln wir die enstehende Wertekanon seiner Eltern und deren Einfluß auf die Familie von den frühen Sechzigern bis zum Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger ausgerollt und in vielen persönlichen Erfahrungen geschildert. Dabei hat der neue Wertekanon starke Auswirkungen auf die schulische und Identitätsstiftende Laufbahn. Keine übliche Westsozialisation mit Sweet T.Rex und Deep Purple, sondern Franz Josef Degenhardt und Hannes Wader, amerikanism freies Denken und Natur sowie eine Begeisterung für Sportler aud den sozialisten Staaten spielen dabei eine große Rolle. Precht erstellt ein linkes, Kommunistisches Diorama von den Einflüssen des Viernam Krieges, über die RAF bis zu der Verblassung der Linken im Gründungsfieber und Erschaffung einer 80er Jahre Wohlstandsgesellschaft.
    Besonders gut gefallen haben mir die Sozialisation im westdeutschen Schullalltag zwischen Alt Nazis und reaktionären Gedankengut und der Einzug der links orientierten Refendare und Kumpellehrer. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht. Ganz in der Nähe von Solingen. Werte werden in dieser Familie gelebt, egal ob die Mehrheit einen anderen gesellschaftlichen Entwicklungen und Zielen in Anpassung voranschreitet.
    Das Anderssein und die Kritik werden zur Kompetenz, die heute immer noch eine enorme Kraft und Brillanz des Autors ausmachen. Dieses Buch hat mich, ebenfalls Kind dieser Jahrgänge, zum Abgleich und Reflexion mit meiner eigenen Biographie sehr stark angeregt. Besonders stark finde ich die letzten Seiten die den den Status Quo einer Gesellschaft aufzeigt(Stand 2005) die immer wieder ihre eigenen Gedankenschöpfungen verfolgt egal ob Zustände bleiben oder eher nicht. Tolles Buch.

  20. Cover des Buches Links neu denken (ISBN: 9783492052122)
    Sigmar Gabriel

    Links neu denken

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Aus den Fugen: Ein Prolog (ISBN: 9783739683270)
    Dustin Weyand

    Aus den Fugen: Ein Prolog

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus
    Zum Inhalt:
    Kevin ist einer von vielen Jungs, die auf der Straße leben. Eine Gruppe am Rand der Gesellschaft, auf dem Weg in die Kriminalität. Sie haben nur sich selbst, Freundschaft und den Zusammenhalt. Doch es ist nur ein Moment, eine falsche Entscheidung... und das ganze Leben gerät aus den Fugen. Diese Leseprobe erzählt 5 Erlebnisse aus dem Leben des jungen Punks Kevin, der später zu einer der Hauptfiguren eines Krimi-Romans werden soll, der zur Zeit in Arbeit ist. Außerdem möchte ich für mich selbst anhand der Feedbacks prüfen, ob meine schreiberischen Fähigkeiten ausreichen, um die Leser in ihren Bann zu ziehen.


    Kinder der Straße, das sind sie. Sie sind gegen die Regeln, gegen rechte Gesinnung. Sie haben bunte, wilde Haare. Sie protestieren. Sie feiern. Sie nehmen Drogen. Sie sind in Banden organisiert. Jerry ist der Älteste von ihnen. Er hat sich den Kids angenommen und besonders der Junge Kevin scheint sein ganz besonderer Liebling zu sein. Mit 13 hat er ihn aufgefangen. Oft aus der Klemme befreit und ihm das Kämpfen beigebracht - schließlich muss man sich ja auf der Straße behaupten können. Doch Kevin scheint immer mehr sein Eigenleben zu entwickeln. Er liebt das Risiko, scheint keine Skrupel zu haben. Als es zu einem schrecklichen Unfall kommt, bei dem Kevin unter Drogen steht, gerät alles aus den Fugen und Kevin verliert das, was ihm am Wichtigsten in seinem Leben ist...


    Dieser eshort, den man kostenlos im ebokk-store beziehen kann, ist der Vorreiter für einen Roman. An sich hat mir die Schreibweise ganz gut gefallen, wären da nicht die Rechtschreibfehler gewesen. Die Geschichte liest sich interessant und gibt einen Einblick in die linke Szene. Die Beweggründe der Protagonisten sind klar zu erkennen und man interessiert sich dafür, was denn mit den Protagonisten passiert. Die Geschichte bleibt zum Ende hin offen, auch wenn sie einen wirklich dramatischen Schlag entwickelt. Die Brutalität, die hier plötzlich auftritt schreit regelrecht danach, dass das Hauptbuch ein Krimi werden könnte und den sollte es in meinen Augen auch geben.


    Fazit: interessant, aber ausbaufähig. Mit mehr Details und mehr Story lässt sich hier sicher etwas Gutes zusammen bauen. 
  22. Cover des Buches Teil der Lösung (ISBN: 9783596037131)
    Ulrich Peltzer

    Teil der Lösung

     (32)
    Aktuelle Rezension von: paroles
    Start: Eine kleine Gruppe von maskierten Clowns will im Sony-Center Bewusstsein schaffen für die Allgegenwart der Überwachungskameras, von denen sie im selben Moment erfasst wird. Noch bevor eine von ihnen, die Studentin Nele, der anderen Hauptfigur, dem Journalisten ohne Anstellung und Wohnung Christian, begegnet, montiert Peltzer in schnellem Wechsel Handlungslinien, deren Zusammenhang erst später deutlich wird. In Dialogen und durch intelligente Schilderung werden Personen, soziale Szenen und Orte plastisch: Christians Alltag zwischen Broterwerb und Schreiben an einem Roman, Wege zwischen Prenzlauer Berg und Kreuzberg (kann man im Stadtplan verfolgen), Kollegen von Christian, die sich wie er von Job zu Job hangeln, ein Uniprofessor und Studienfreund von Christian, Staatsschützer, die die Aktivisten-Gruppe infiltrieren wollen. Nachdem Christian und Nele sich getroffen haben, wird aus dem Gesellschaftsroman auch ein Liebesroman - mit intensiven (klischeefrei beschriebenen) Liebesbegegnungen. Die eigensinnige und spröde Nele taucht immer wieder ab. Als sie Christian auf eine Reise nach Paris begleitet, wo er für eine Reportage Kontakt zu Informanten aus dem Kreis italienischer Polit-Aktivisten im Exil aufnehmen will, kulminiert das Geschehen und bekommt krimihafte Züge. Sollte der Eindruck von "action" enstanden sein, dann gilt das v.a. für das Flackern und Vibrieren, das durch die Montagetechnik beim Lesen entsteht; überwiegend geht es um das Innere der Personen, ihre Ungewissheiten, ihr Suchen in der der unüberschaubaren und schwer kontrollierbaren Gegenwart. Dass man anfangs erst nach und nach in das Geflecht von Personen und Handlung vordringt, sollte nicht vom Weiterlesen abhalten. Man wird dann in eine Geschichte hineingezogen, die davon erzählt, wie es sein kann, in der komplexen und unübersichtlichen Gegenwart einen eigenen Weg zu suchen.
  23. Cover des Buches Ausstieg links? (ISBN: 9783864891168)
    Gregor Gysi

    Ausstieg links?

     (4)
    Aktuelle Rezension von: kvel

    Nachgefragt und Aufgezeichnet –
    Interview von Stephan Hebel mit Gregor Gysi.


    „Man unterschätzt leicht, dass eine Diktatur doch gänzlich anders funktioniert als eine Demokratie. Daraus ergeben sich Dinge, die kaum nachvollziehbar sind. Ich nenne mal ein Beispiel: Wenn jemand ein relativ bekannter Dissident war und von der Staatssicherheit beobachtet wurde, dann gab es niemanden, der ihn beschäftigte. Dann konnte er nicht leben. Also musste die Staatssicherheit dafür sorgen, dass er leben konnte.“ (S. 76)


    „Ich muss in diesem Zusammenhang auch noch etwas zum Russland-Ukraine-Konflikt sagen. Die größte Frechheit ist für mich: Obama und die US-Administration haben uns immer gesagt, wir sollen Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschließen. Die hat die EU auch artig beschlossen. Aber was haben die USA gemacht? Sie haben ihren Handel mit Russland ausgeweitet. Das muss man erstmal hinkriegen! Die sagen uns, „Ihr müsst Wirtschaftssanktionen beschließen“ - und weiten in der Zeit ihren Handel aus.“ (S. 154)


    Themen, die u.a. in den Buch besprochen werden:

    Gysis SED-Vergangenheit, seine familiären Hintergründe, den Euro, Merkels (EU-)Politik.


    Enthalten sind auch einige Fotos von Gysi bei verschiedenen Gegebenheiten.


    Auf den letzten ca. 50 Seiten sind einige Reden Gysis abgedruckt:
    Z.B. dessen Rede im April 1998 im Deutschen Bundestag
    „Ein Kontinent ist nicht über das Geld zu einen“ (S. 171)


    Und im Anhang befindet sich eine ca. vierseitige Chronologie mit den wichtigsten Eckdaten seines Lebens.


    Meine Meinung:

    Interessante Einblicke in aktuelle Themen, den Politikbetrieb, Gysis Leben und Einstellungen.


    Fazit: Lesenswert.


  24. Cover des Buches Die Anwälte (ISBN: 9783771644567)
    Martin Block

    Die Anwälte

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Nicht nur fast, nein, wirklich widerwillig machte ich mich an das Buch. Drei Gestalten, die mich ein Leben lang begleitet hatten. Denen ich nach ihrer Darstellung in den Medien ursprünglich einmal keine, zumindest keine große Sympathie entgegengebracht hatte. Die mir immer noch nicht liegen!? Aus unterschiedlichen Gründen. Hauptsächlich freilich, weil ich aus einer anderen Szene komme als sie. Und dann gar noch die Verbindung des Buchtitels mit einem Untertitel den ich für überzogen hielt. Gut, dass ich meinen Widerwillen überwunden habe. - Der Titel passt: Es geht um Anwälte, nicht Rechtsanwälte im hergebrachten Sinne. Sie hatten nicht das allgemeine Verständnis von Recht. Ströbele wollte Recht mit weltweiter Gerechtigkeit gleichsetzen, tut das wohl immer noch. Mahler glaubte, und glaubt vermutlich heute mehr denn je, dass Gerechtigkeit mit Unwahrheit und Unrecht erstritten werden darf. Schily machte sich Recht so, wie er es haben wollte, wünschte es sich offensichtlich jedenfalls oft so (ich gebe ein Zitat aus dem Buch wieder: „… wenn der Mensch … nicht mehr sehen kann, dass das, was an Verhältnissen vorhanden ist, dass das mit seinem Gewissen in Einklang zu bringen ist, dann kann er aus seinem eigensten autonomen Recht versuchen, daran etwas zu ändern und sich dem zu widersetzen.“; eine kluge und richtige Äußerung, man denke nur an ein Widerstandsrecht, doch fragt sich, wann und wo eine solche Einsicht einsetzen darf). Alle drei vertraten einen sehr subjektiven Rechtsbegriff. Nicht selten nicht meinen. Am ehesten könnte ich mir Übereinstimmungen mit Ströbele vorstellen. Anderseits - die Liebe zur Musik könnte auch eine Brücke zu Schily bauen; auch gefällt mir - grundsätzlich - sein Eintreten für das staatliche Gewaltmonopol und für eine Evolution statt einer Revolution; aber verschiedene andere Aspekte stehen der Vollendung einer Brücke entgegen. Mahler? Beim besten Willen kein Gleichklang; Respekt vor einem ursprünglich mal bei ihm vorhandenen analytischen Intellekt - ja; mehr nicht. - Der Untertitel erscheint ebenfalls gerechtfertigt. Ströbele, Mahler und Schily haben deutsche Geschichte geschrieben. Sie „geistern“ im wörtlichen Sinn immer noch in ihr herum. Wer sich rückschauend mit ihnen beschäftigt, wird erneut aufgewühlt. Wer ihr durch die Vergangenheit geprägtes heutiges Gesicht betrachtet, wird mit aktuellen Fragen konfrontiert. Eintreten für Atomausstieg und Rückzug aus Afghanistan bei Ströbele. Bei Mahler Rechtsradikalismus und demgegenüber aktuelle Forderungen nach einem Verbot der NPD, der Mahler freilich nicht mehr angehört. Dann Schily, ohne den das Grundgesetz an einigen Stellen nicht geändert worden wäre und ohne den es die Piratenpartei eventuell nicht gäbe. - Drei Figuren, die wie viele 68er ursprünglich als links stehend bezeichnet wurden und später, Ströbele vielleicht ausgenommen, zur Mitte oder nach rechts gewandert sind, sich aber, wie sie meinen und eigentlich selbst am besten wissen müssen, treu geblieben sind. Was in gewisser Weise stimmt. Ströbele ist immer noch mehr („linker“) Idealist als Realist, Mahler nach wie vor unangepasst und Schilys Selbstbewusstsein hat trotz einigen Nackenschlägen nicht gelitten. Haben sie etwas geändert? Zweifellos! Am Rechtsverständnis. Sie sind aus der jüngeren deutschen Geschichte - und aus der Gegenwart - daher nicht wegzudenken. Die Probleme, ihre Probleme und die unseres Staatswesens, sind freilich weitgehend geblieben. In welche Richtung, mehr nach links oder mehr nach rechts, bewegt sich die politische Mitte, muss sie sich bewegen, darf sie sich auf keinen Fall bewegen? Ist ein Verbot der NPD, wie es bereits angesprochen wurde, wirklich unvermeidbar? Ist der Staatsfeind, der einstmals RAF hieß, jetzt die NPD? Riskiert Mahler nochmals seine Zulassung als Anwalt? Bekommt Schily doch noch Recht? Zieht sein Argument, es sei unerträglich, eine Partei wie die NPD aus Steuermitteln zu finanzieren? Müsste in einem gefestigten Rechtsstaat nicht ein Weg gefunden werden, den Einsatz der schärfsten Waffe, ein Verbot, zu vermeiden? Indem eine Neuregelung erfolgt, nach der für das Wirken einer Partei, die ein Gedankengut vertritt, das 1945 unsägliches Leid hinterlassen hat, ganz gleich wie sie sich nennt, nicht alle Bürger finanziell beitragen müssen? Findet sich kein Staatsrechtler, der einen verfassungskonformen Weg aufzeigt, wie mit einer Änderung des Parteiengesetzes oder gar des Grundgesetzes (eine 2/3-Mehrheit dürfte in so einem Fall doch sicher sein!) die von Schily angeprangerte Absurdität beseitigt wird? Ist die Parteienfinanzierung nicht eo ipso problematisch, weil zum Beispiel die Wähler solcher Parteien, die die für den deutschen Bundestag geltende Fünfprozentklausel nicht erreichen, von vornherein in jedem Fall eine Partei finanzieren, die nicht die ihrer Wahl ist? Mir ist selbstverständlich bewusst - und sicherlich ist sich auch Schily bei seiner insoweit angesprochenen Argumentation bewusst gewesen - , dass mit Steuermitteln viele Dinge bezahlt werden, für die der Steuerzahler sein Geld nicht verwendet wissen will (warum fällt mir an dieser Stelle denn jetzt gerade der deutsche Beitrag für den „Krieg“ am Hindukusch ein?). Es macht aber einen Unterschied, ob es um das oder jenes geht, wie überhaupt gilt, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung immer zu relativieren ist, weil nichts ganz gleich ist. - Außerdem frage ich mich, ob es das Verbot einer Partei nicht noch schwerer macht, deren Geldgeber, man könnte sie auch Hintermänner nennen, kennen zu lernen? Setzt sich deshalb die von Ströbele wahrscheinlich immer noch vertretene Mindermeinung durch, dass die Abwanderung extremer Kräfte in den Untergrund das größere Übel gegenüber dem Parteiverbot ist? - Einige der vielen Fragen, zu denen mich das hier besprochene Buch geführt hat. Schon deshalb gilt für mich: Eines der wichtigsten politischen Bücher und eines der wichtigsten geschichtlichen Bücher, weil daraus für die Zukunft gelernt werden kann. Darüber vergesse ich Alexander den Großen gerne ganz schnell. Habe ich mich mit dieser meiner Rezension zu sehr geoutet und zu sehr der Tendenz der Buchautoren angepasst? Sie bringen ja ziemlich unverhohlen zum Ausdruck, dass sie Ströbele letztlich als den sympathischsten Typ der drei Anwälte sehen, dass Schily ihnen im Großen und Ganzen nicht missfällt (bezeichnend dafür, wie er sie beeindruckt hat, ist vielleicht das Bild auf Seite 279 des Buches; man könnte es mit der Überschrift „Alles spielt nach meinem Taktstock!“ versehen) und dass Mahler am wenigsten Beachtung verdient, weshalb sie auf ihn auch am wenigsten eingegangen sind. Nun, ich denke, es war bei mir nicht Anpassung an die Autoren. Eher bei ihnen und bei mir Anpassung an ein allgemein vorhandenes und vielleicht auch gültiges Urteil. Ob dieses Urteil wiederum Bestand haben wird, wird wahrscheinlich erst eine noch im Dunkel liegende Zukunft zeigen. Dann werden wir auch wissen oder nicht mehr wissen können, ob wir in erster Linie Menschen und dann zum Beispiel erst Deutsche, Amerikaner, Israelis, Palästinenser oder Iraner sind.

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