Bücher mit dem Tag "land und leute"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "land und leute" gekennzeichnet haben.

102 Bücher

  1. Cover des Buches Das Honigmädchen (ISBN: 9783442485741)
    Claudia Winter

    Das Honigmädchen

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Camilla arbeitet als alleinerziehende Mutter im Feinkostgroßhandel ihres Vaters. Als sie den Rotstift ansetzt und einen französischen Honighändler rausstreichen will, schickt ihr Vater sie nach Frankreich um sich selbst ein Bild von der Firma dort zu machen. Da ihre Tochter Marie gerade sehr viel Stress macht und außerdem von ihrem eigenen Vater versetzt wurde, nimmt sie sie kurzerhand mit nach Frankreich.
    Auf dem Weg dorthin krachen die beiden so aneinander das Marie sich hilfesuchen an Tobias ihren Nachbarn richtet, der dann aus einem Impuls heraus mit den beiden nach Frankreich fährt.
    Ob sie sich dort zusammen raufen werden?

    Das Cover zeigt eine junge Frau auf einem Fahrrad. Leichtigkeit und das Gefühl von Sommer kommt gut rüber. Mich hat es sofort angesprochen, auch wenn es sich mir nicht so wirklich erschloss was es mit dem Titel auf sich hatte.

    Camilla ist zu Beginn sehr damit beschäftigt ihrem Vater irgendwie zu beweisen das sie tüchtig und fähig ist in seiner Firma einen leitenden Posten übernehmen zu können. Vielleicht hat sie das gebraucht, nachdem ihre Ehe mit dem Sternekoch gescheitert war.
    Leider hat sie darüber die Beziehung zu ihrer 15 jährigen Tochter vernachlässigt und muss nun zu sich selbst und damit zu ihrem Kind wieder einen Zugang finden.

    Marie ist ein pubertierender Teenager der gerade sehr rebelliert. Noch ist nicht alles verloren, aber es ist wichtig die Reißleine zu ziehen. Das hat der Großvater erkannt, der viel lässiger den ganzen Eskapaden seiner Enkelin gegenüber steht als seine eigene Tochter.
    Wie gut das er seiner Tochter vorschlägt Marie mit nach Frankreich zu nehmen um durch die Bienen dort einen anderen Zugang zu einander zu finden.

    Tobias ist der nervige Nachbar von Camilla. Er zieht sie irgendwie an, was sie allerdings nicht wirklich wahr haben will. Sonderbar erschien mir das er nach einem Telefonat von Marie sofort bereit ist den beiden nach Frankreich zu folgen. Später sollte sich dann herausstellen warum es ihm möglich ist Arbeit und Wohnort so spontan hinter sich zu lassen.

    Henry ist schon zu Beginn des Buches im Prolog aufgetaucht. Dann sind über 60 Jahre vergangen und die drei deutschen treffen auf einen alten Mann, der neben seiner Honigproduktion noch vom Gemüseanbau lebt.
    Er hat es nicht einfach in seinem Dorf. Da er schon als Kind der Außenseiter war wurde es für ihn auch im Alter nicht einfacher.
    Warum das so ist und wie man das vielleicht ändern könnte und was das Ganze mit der Familie von Camilla zu tun hat kann man in dem Buch erfahren.

    Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich mir eigentlich schon recht früh um das Geheimnis und den Zusammenhang von Camilla und Henry bewusst war.
    Dadurch erschien es mir alles auch streckenweise etwas langatmig, aber trotzdem fand ich es schön geschrieben.

  2. Cover des Buches Portugiesisches Erbe (ISBN: 9783453419445)
    Luis Sellano

    Portugiesisches Erbe

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Gartenfee-Berlin

    Hendrik Falkner erbt von seinem ihm unbekannten Onkel ein Haus in Lissabon und gerät gleich bei seiner Ankunft in diverse Schwierigkeiten.

    Irgendwie braucht das Buch ein paar Seiten, um in Fahrt zu kommen. Klar, man muss ja erstmal alles kennenlernen, aber trotzdem hätte ich mir am Anfang mehr Spannung gewünscht. Vieles blieb im Unklaren, aber nach knapp der Hälfte war ich dann doch gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. 

    Da das Ende offen blieb (kein Cliffhanger) und mir Hendrik und seine MitstreiterInnen eigentlich ganz sympathisch sind, werde ich die Nachfolgebände bestimmt auch bald lesen.

  3. Cover des Buches Lost in Fuseta (ISBN: 9783462051629)
    Gil Ribeiro

    Lost in Fuseta

     (193)
    Aktuelle Rezension von: Wilmaliestgern

    Ein spannendes Buch mit interessanten Charakteren. Ich bin nicht unbedingt ein Krimi-Fan, aber Gil Ribeiro alias ... kann mich vom Gegenteil überzeugen. Seine Portugal Krimis sind spannend und beschreiben Portugal und die Algarve so bildreich, dass man sofort hinfahren möchten. Außerdem die Bewohner - fast schon zu idyllisch. Dazu die interessanten Charaktere - eine absolute Leseempfehlung

  4. Cover des Buches Totenkalt (ISBN: 9783442485666)
    Stuart MacBride

    Totenkalt

     (46)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth

    Ein schwarzer Plastik-Müllbeutel entfaltet sich knisternd und flattert einen Moment lang über ihm wie der Flügel einer riesigen Fledermaus. Dann wird er ihm mit einem Ruck über den Kopf gezogen. Das ratschende Geräusch von Paketklebeband zerreißt die Stille. Und jetzt endlich bringt er die Luft zum Schreien auf. (Auszug Seite 7)


    Verbannung in die Provinz

    Im zehnten Teil der Serie um den Ermittler Logan McRae ist dieser aus dem dreckigen, düsteren Aberdeen in die schottische Provinz verbannt worden. Er muss wieder in Uniform in einem kleinen, verschlafenen Nest seinen Dienst schieben.

    In dem Hafenstädtchen Banff wird in einem Waldgebiet eine übel zugerichtete Leiche gefunden. Nackt, gefesselt und vor dem Tod brutal misshandelt mit einer Plastiktüte über dem Kopf deutet alles auf ein Verbrechen im Gangstermilieu hin. Es ist aber nicht der seit einigen Tagen vermisste Martin Milne sondern sein Geschäftspartner. Parallelen zeigen sich zu einer ermordeten Studentin, die erschlagen im Wald aufgefunden worden war. Aus Aberdeen kommt eine Sonderermittlungsgruppe rund um DC Inspector Roberta Steel als Verstärkung. Und so trifft Sergeant Logan McRae wieder auf seine ehemalige Chefin.

    Vielmehr kann man über den äußerst verflochtenen Plot gar nicht verraten. Dieser zerfällt in zahlreiche kleine Subplots, wobei der eigentliche Kriminalfall dabei in den Hintergrund rückt. Die im Klappentext erwähnte erschlagene Studentin kommt zum Beispiel erst wieder auf den letzten Seiten vor.


    Private Schicksalsschläge

    Das Hauptaugenmerk liegt auf Logan McRae, dem Protagonisten dieser Serie und seine privaten Dramen. Stuart MacBride entwickelt sehr viel Einfallsreichtum und lässt McRae körperlich wie seelisch einiges einstecken. Seine Freundin Samantha liegt seit fünf Jahren im Koma und die lebenserhaltenden Maschinen sollen jetzt abgeschaltet werden.

    Um für die hohen Kosten ihrer Behandlung aufzukommen, hatte sich McRae mit dem Unterweltkönig Hamish Mowat eingelassen. Als dieser jetzt verstirbt und McRae als Hauptbegünstigter in dessen Testament aufgeführt wird, passt das dem potenziellen Nachfolger nicht. Der sadistische Reuben Kennedy trachtet McRae nach dem Leben, der auch noch damit beschäftigt ist, vor den Kollegen seine Beziehung zu den Kriminellen zu verschleiern.

    Und dann ist da noch der Chef der Dienstaufsicht, Chief Superintendent Napier, der den Fall eines Kinderschänders untersucht und Logan um Hilfe bittet, indem er Roberta Steel ausspioniert. Zwischen Logan und seiner ehemaligen Chefin besteht so eine Art Hassliebe. Während die laute, derbe und unfassbar ordinäre Roberta mal wieder alles versucht, um den fähigen Ermittler auszunutzen, ist sie andrerseits auch diejenige, die ihm bei seiner Trauer um Samantha beisteht. Und schließlich hatte Logan durch Samenspende Roberta und ihrer Frau zu zwei Kindern verholfen.


    Resümee

    Totenkalt ist eine abgeschlossene Geschichte einer zehnteiligen Serie und der Schwerpunkt liegt auch hier wieder auf der überzeugenden Schilderung des Polizeialltags. Ein großes Figurenensemble tummelt sich durch die Handlung. Alle werden vom Autor mit vielen Eigenheiten überspitzt dargestellt. Neben der Überzeichnung seiner Charaktere setzt MacBride Vulgarität als Stilmittel ein. Steel putzt ihre Untergebenen ständig mit sexistischen Bemerkungen runter, die grundsätzlich im genitalen Bereich angesiedelt sind. Trotzdem wachsen einem die Figuren in ihrer individuellen Verrücktheit ans Herz.

    Viele Bezüge zu vorangegangenen Teilen machen es dem Neueinsteiger nicht leicht, in die Story reinzufinden. Ich kannte die ersten beiden Bände und konnte mich allerdings an den Plot nicht mehr richtig erinnern, aber daran, dass das Wetter eine gewichtige Rolle spielte. Die Atmosphäre des nasskalten Wetters wird auch in diesem Band gut eingefangen.


    Stuart MacBride glänzt in diesem Werk wieder mit vielen unkonventionellen und abgedrehten Wendungen. Ich mag auch den absurden und aberwitzigen Humor, muss aber auch gestehen, dass aufgrund der Vielzahl der Erzählebenen der Spannungsbogen fehlte und ich mich doch teilweise durch die fast 630 Seiten gequält habe.

  5. Cover des Buches Bretonische Verhältnisse (ISBN: 9783462054231)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Verhältnisse

     (571)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Der arme Monsieur Pennec. So ein wunderbarer Mann. Wer kann so etwas Grausames getan haben? Alle haben ihn gemocht, Monsieur le Commissaire. Alle. Und das in unserem schönen Pont Aven. Entsetzlich. Einem so friedlichen Ort.«

     

    An ein so schlimmes Verbrechen kann sich im beschaulichen Küstenort Pont Aven tatsächlich niemand erinnern. Der 91jährige Eigentümer des berühmtesten Hotels vor Ort wurde erstochen aufgefunden, Hinweise auf einen Raub gibt es keine. Warum sollte jemand einen so alten Herrn ermorden? Zumal einen, der allgemein so beliebt und angesehen ist?

     

    Commissaire Dupin steht vor einem Rätsel. Und gerät bei seinen Ermittlungen zusätzlich unter Druck, denn die Hochsaison für den Touristenort steht vor der Tür und ein ungeklärter Mord samt freilaufendem Täter wäre da höchst schädlich. Bei seiner Suche nach einem Motiv wird Dupin bald fündig, der ganze Fall dadurch allerdings sehr ungewöhnlich und kompliziert…

     

    Mit dieser Reihe wollte ich lange schon starten. Nun war es also soweit und ich las den ersten Fall für den aus Paris ans „Ende der Welt“ strafversetzten Dupin. Womit er sich in der Hauptstadt unbeliebt gemacht hat, ahnte ich schnell. Und brauchte eine Weile, bis ich mich an ihn gewöhnt hatte, speziell sein Verhalten gegenüber seinem Team fand ich fragwürdig. Einige Male schoss mir der Ausdruck „Primadonna“ durch den Kopf. Er geht nicht ans Telefon, informiert sein Team nicht und erwartet, dass jeder Rücksicht auf seine Eigenarten nimmt. Seine Assistentin, ausgestattet mit einem Gemüt wie ein Schaukelpferd, hatte meine Bewunderung! Aber – er ist ein guter Ermittler. Und im Laufe des Buchs wurde sein Verhalten etwas besser. Vielleicht gibt das ja eine Tendenz für die weiteren Fälle vor. Außerdem mag er Pinguine, ein weiterer Pluspunkt ;-)

     

    Den Fall selbst fand ich sehr interessant und einige Entwicklungen überraschend, speziell in der zweiten Hälfte des Buchs mochte ich es nicht aus der Hand legen. Hätte ich zu Beginn nicht für möglich gehalten, den Start fand ich arg ruhig, voller Beschreibungen der zugegeben malerischen Landschaft. Ich denke, ich werde mir mit dem Folgeband noch einen weiteren Eindruck verschaffen.

     

    Fazit: Ruhiger Krimi mit viel Landschaft, einem anstrengenden Ermittler und einigen überraschenden Entwicklungen.

  6. Cover des Buches Mord an der Algarve (ISBN: 9783499271120)
    Carolina Conrad

    Mord an der Algarve

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Ein auf Senioren spezialisierter Serienmörder? Ausgerechnet im verträumten Hinterland der Algarve? Bela Silva, gerade ins Land ihrer Eltern zurückgekehrt, wundert sich über die vielen Todesfälle in der Gegend. Eigentlich wollte die in Deutschland lebende Journalistin die Auszeit nutzen, um zur Ruhe zu kommen. Stattdessen beginnt sie nachzuforschen, stößt auf altes Unrecht und jemanden, der späte Rache übt. Jemanden, den sie gut zu kennen glaubt. Als Bela noch überlegt, was zu tun ist, geschieht ein zweiter Mord. Der führt den ehrgeizigen Kommissar Joᾶo Almeida vor ihre Tür …


    Es musste für mich mal wieder ein bisschen etwas anderes sein, als mein übliches Bücher-Beuteschema. Die Wahl fiel auf diesen Krimi von dem ich mir neben ein wenig Spannung und Mordermittlung vor allem auch ein wenig Portugalfeeling erhofft habe.
    Und was soll ich sagen? Vor allem das Urlaubsfeeling ist richtig gut rüber gekommen. Ohne jemals in diesem Teil Portugals gewesen zu sein, hatte ich tatsächlich das Gefühl die Sonne auf der Haut zu spüren und hatte auch ansonsten keinerlei Schwierigkeiten mir alles bildlich vorzustellen. 

    Der Schreibstil ist aber nicht nur schön bildlich, sondern auch ansonsten ziemlich flüssig zu lesen. Zwar hatte ich zwischendurch das Gefühl das die Geschichte ein wenig vor sich hin plätschert, da es keine große Spannungskurve gibt, trotzdem bin ich gut durchs Buch gekommen und hatte nie das Bedürfnis wegen der fehlenden Spannung das Buch weglegen zu wollen.

    Ein wenig genervt war ich irgendwann von Belas häufiger Beobachtung wie attraktiv doch angeblich ständig alle Männer sind. Das fand ich teilweise echt etwas übertrieben. Ja, ich habe es verstanden: Sie ist mit ihrer Ehe wirklich durch und ihr fallen jetzt andere Männer wieder auf. Einfach etwas zu sehr drüber für meinen Geschmack.

    In dem Zusammenhang fand ich vor allem den Umgang mit Mario echt seltsam. Zuerst wieder er stark als potenzieller neuer Love Interest angelegt, sollte sie wirklich vorhaben länger zu bleiben - schon bei diesen Andeutungen konnte ich nicht ganz mein Augenrollen vermeiden; es war zu vorhersehbar, dass sie sich irgendwann dazu entscheiden würde und nicht nur, weil es mehr als ein Buch in der Reihe gibt - , doch dann wird diese ganze Vorarbeit mal eben mit gefühlt zwei Sätzen vernichtet, woraufhin dann auch noch ein ziemlich nerviges Kindergartenverhalten an den Tag tritt, das mir so richtig gegen den Strich ging. Waren diese Figuren nicht alle Ü40? Geht es auch etwas erwachsener?

    Wie schon erwähnt, sind die Ermittlungen nicht gerade von viel Spannung begleitet, zwar gibt es ein paar intensive Einblicke, die uns so einiges über Täter, Opfer und Motiv verraten und doch hat mir manchmal einfach der Nervenkitzel gefehlt.
    Daher bin ich mir auch unsicher wie ich das Ende bewerten möchte.
    Zwar ist es auf eine Art schon passend, aber auch irgendwie unbefriedigend. Wohl auch weil Bela im Grunde selber keinen echten „Ermittlungserfolg“ verbuchen kann. Sie stolpert eher zufällig über die Wahrheit und wir bleiben mit unseren Gedanken und Gefühlen dazu ein wenig alleine zurück.

    Fazit: Für einen Krimi plätschert mir die Geschichte zu sehr dahin und die Spannung ist fast nicht vorhanden. Wer aber eine Runde Kopfurlaub in Portugal machen möchte und dabei nichts gegen ein paar Mordermittlungen hat, ist hier trotzdem richtig.

  7. Cover des Buches Portugiesische Rache (ISBN: 9783453419452)
    Luis Sellano

    Portugiesische Rache

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Marcel0901
    Wer einmal in Portugal war, weiß dort ist das Leben anders. Wer schon mal, auch nur kurz in Lissabon war, weiß was dies für eine fabelhafte Welt ist.

    Luis Sellano entführt einen durch genaue Beschreibungen in die einzelnen Teile Lissabons, als würde man dort direkt durchlaufen. Dies wird durch Spannung gepaart.

  8. Cover des Buches Tod am Nord-Ostseekanal (ISBN: 9783954519781)
    Anja Marschall

    Tod am Nord-Ostseekanal

     (28)
    Aktuelle Rezension von: bigpanda

    Hauke Sötje ist nun Kriminalsergeant in Kiel und wird aber, nachdem er die brutale Niederschlagung eines Aufstandes der sozialistischen Arbeiter mitansah, nach Brunsbüttel geschickt um dort einen Unfall, der im Zuge der Bauarbeiten am Nord-Ostsee Kanal passierte, zu protokollieren. Aber ein Hauke Sötje folgt nicht unreflektiert Befehlen und so folgt er seiner Intuition und ersten vagen Hinweisen, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelte. Und gibt es eventuell Verbindungen zwischen dem Arbeiteraufstand in Kiel und den “Unfällen“ am Nord-Ostsee-Kanal?

    Man muss Hauke Sötje einfach mögen, wie er sich etwas mürrisch und eher zurückhaltend, aber mit dem Herz am rechten Fleck durch die Fälle ermittelt. 

  9. Cover des Buches Letzte Spur Algarve (ISBN: 9783499000058)
    Carolina Conrad

    Letzte Spur Algarve

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Marcel0901

    Die Protagonistin hat in Ihrem ersten "Fall" der Tante versprochen, den Sohn zu finden. Dieses Versprechen möchte Anabela Silva um jeden Preis halten. Und sie begibt sich auf die Suche. 


    Doch der Leiter der Kriminalpolizei in Faro, Joao Almeida, bittet Anabela in einem Tierheim Undercover zu ermitteln. 


    Eine Dänin namens Liv Steen wurde von ihrem Pferd totgetreten. Joao vermutet, anders als der Staatsanwalt, dass es sich um Mord handelt. Und bittet daher Anabela heruaszufinden, ob es Anlass zum Mord gab. 


    Und ja es gab mehr als einen Grund. Sogar Drogen werden vermutet und damit ein weiterer Mord in Betracht gezogen. 



    Eine spannende Reise durch die Algarve, in die Welt des Tierschutzes in Portugal.

  10. Cover des Buches Kein Tag für Jakobsmuscheln (ISBN: 9783442481811)
    Catherine Simon

    Kein Tag für Jakobsmuscheln

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Ulenflucht

    Regionalkrimis sind hip. Und je weniger blutig, desto bester als Urlaubslektüre geeignet. Die Bretagne hat der deutsche Krimi schon erobert, die Provence sowieso. Aber die Normandie? Dieses sanfte Land mit endlosen Stränden und gemächlichen Spaziergängern? Hier ist nichts dunkel, hier gibt es keine Verbrechen. Muss es ja aber auch nicht, um trotzdem einen Krimi drumherum zu stricken. So wie Catherine Simon das tut.

    Im Mittelpunkt steht hier nicht die Krimi-Handlung, sondern die Normandie, auf sehr detaillierte Art und Weise. Das ist ehrlich gesagt genau nach meinem Geschmack, weil ich die Orte alle kenne. Aber dennoch: Nehme ich einen Krimi zur Hand, erwarte ich mehr als eine authentische Landschaft durch die Augen einer Kennerin zu sehen, die die Autorin zweifellos ist. Ich möchte auch einen interessanten Plot und überraschende Wendungen, zumindest aber einen gerissenen Kommissar, der den Tätern und auch den Lesern etwas voraus hat.

    All das findet sich in diesem Buch nicht. Kommissar Leblanc ist unsympathisch und in seiner Arbeitsweise äußerst durchschnittlich. Wenn Feierabend ist, ist eben Feierabend und dann geht er essen und das tut er häufig und sehr gerne. Man gewinnt den Eindruck, dass ihm die Arbeit manchmal lästig ist. Zumindest stört sie nicht seinen Appetit, auch den auf Frauen. Es gibt keinen Zug an ihm, der dem Leser gefallen oder zumindest Respekt abnötigen könnte.

    Interessant und gelungen ist neben dem Setting aber der Perspektivwechsel. Man nimmt die Geschichte durch die Augen mehrerer Personen wahr, wenn auch nicht zu gleichen Teilen. Jede Perspektive hat seine Charakteristika und es macht Spaß, den verschiedenen Figuren ein Stück in ihrem Alltag zu begleiten.

    Ja, Alltag. Das trifft es sehr. Der Fall wird auf sehr alltägliche Weise konstruiert und auch aufgedeckt. Lokale Probleme werden zwar angesprochen, haben aber mit dem Fall am Ende doch wenig zu tun. Außerdem geht es weite Strecken wirklich um den Alltag der Figuren, es plätschert vor sich hin, ohne auch nur den Hauch von Spuren einzuführen, die den Leser miträtseln lassen. Die Geschichte, wie sie auf dem Klappentext angekündigt wird, hätte viel mehr hergegeben, aber die Autorin hat wenig daraus gemacht.

    Ein netter Versuch, Jean-Luc Bannalec zu kopieren, der jedoch nur ein Versuch geblieben ist. Ein Stern für die Normandie von Catherine Simon und einen für das Potential.

  11. Cover des Buches Weiße Fracht (ISBN: 9783462054248)
    Gil Ribeiro

    Weiße Fracht

     (93)
    Aktuelle Rezension von: Motzbeck

    Nachdem mich der Auftaktroman dieser Reihe infiziert hat, habe ich nun auch die Nachfolgebände geordert, leider kam Band 3 vor Band 2. Aber aufgrund mangelnder Alternativen habe ich nicht warten wollen und die Lektüre begonnen.

    Dieses Mal wird das Trio der portugiesischen Polizei, in dem Leander Lost kaum noch wegzudenken ist, mit zwei Morden konfrontiert, die auf den ersten Blick nicht miteinander zu tun haben. Der erste Mord betrifft einen deutschen Aussteiger, pikanterweise der Bruder von Losts Hamburger Vorgesetztem, und weckt durch seine Inszenierung  Erinnerungen an eine länger zurückliegende Mordserie im spanischen Sevilla, weshalb dann auch diese Spur in Verbindung mit den spanischen Kollegen verfolgt wird. Beim zweiten Opfer handelt es sich um eine ältere Lehrerin, die keine Feinde hatte. Doch dann gelingt es den Portugiesen, die Verbindung zwischen den beiden Opfern herzustellen und damit einen Durchbruch zu erzielen. Dumm nur, dass der Nutznießer und Hauptverdächtige der Morde ein absolut bombenfestes Alibi hat, denn er sitzt seit Jahren in einem spanischen Gefängnis ein. Es handelt sich um einen Drogenboss, der zuvor auch schon in Portugal inhaftiert war. Letztendlich erweisen sich die Morde als Teil eines gigantischen Coups im Kampf um die Vorherschaft auf dem Drogenmarkt auf der iberischen Halbinsel.

    Wie schon zuvor wird die Asperger-Karte bei Lost von Gl Ribeiro ausgespielt, einerseits ist sie mehrfach für die Aufklärung des Verbrechens wichtig, andererseits sorgt sie auch immer wieder für tragikomische Momente. Zusätzliche Spannung gewinnt der Roman auch dadurch, dass Losts kleiner Microkosmos in arge Gefahr gerät.

  12. Cover des Buches Das große Los (ISBN: 9783328102687)
    Meike Winnemuth

    Das große Los

     (243)
    Aktuelle Rezension von: Samadeva

    Frau Winnemuth hat nicht nur das Geld für diese Reise, sondern auch den Mut dazu. Als Reiselustige habe ich mich zeitweise selbst in manche Situationen hineinversetzen können. Vor allem als Alleinreisende. Die Frau ist viel herum gekommen. Das prägt. Im positiven Sinne. Nut wenige Seiten in dem Buch fand ich ein wenig langatmig, dafür einen Stern Abzug. Ansonsten finde ich den Schreibstil der Autorin sehr ansprechend. Das Buch weckt Reise- und Abenteuerlust.

  13. Cover des Buches Portugiesische Tränen (ISBN: 9783453419469)
    Luis Sellano

    Portugiesische Tränen

     (23)
    Aktuelle Rezension von: ChrischiD

    Ein Whiskey, ein Lieferschein und eine Fahne, drei Dinge, die auf den ersten Blick nichts gemein haben, und doch führen sie Henrik Falkner auf die Spur eines weiteren ungeklärten Falls, den sein verstorbener Onkel ihm gemeinsam mit dem Antiquariat vererbt hat. Die Hinweise führen Falkner zur japanischen Botschaft und mitten hinein in einen Kampf um einen seltenen Koi. Die Beteiligten würden töten für den wertvollen Fisch. Aber wer von ihnen geht tatsächlich bis zum äußersten?

    Obwohl der dritte Band einer Reihe, so kann er doch vollständig für sich alleine stehen und ist auch ohne Vorkenntnisse verständlich. Im Verlauf wird über vergangene Ereignisse, die zumindest einen geringen Einfluss auf die aktuellen Geschehnisse haben, ausreichend informiert. Selbst wenn man erst nach der Lektüre später erschienener Bände auf diesen Fall zurückgreift, merkt man sofort, dass nichts relevantes vorweggenommen wurde, das Rätsel absolut ungelöst vor einem liegt.

    Nicht immer sind die Gedankengänge Falkners für den Leser sofort nachvollziehbar, dennoch folgt man ihm bereitwillig in jede noch so brenzlige Situation. Vermutlich könnte er selbst nicht beantworten, ob er sich der bevorstehenden Gefahren nicht bewusst oder einfach nur lebensmüde ist. Allerdings muss man trotz allem unumwunden zugeben, dass durch seinen Leichtsinn immer mehr Gegenspieler ihre Maske fallen lassen, wodurch die Handlung merklich angetrieben wird.

    Zunächst noch ein bisschen verhalten, schließlich müssen die gefundenen Artefakte erst einmal einen Sinn ergeben, wird der Spannungsaufbau stetig vorangetrieben. Konzentration ist ebenso geboten, um nicht die Orientierung zu verlieren oder gar in eine geschickt platzierte Falle zu tappen. Einmal gefangen im Kosmos rund um den angebeteten Fisch, scheint ein geordneter, gewaltfreier Rückzug unmöglich. Die Frage ist nun, wie stark die Blessuren sein werden, die man davonträgt.

    Luis Sellano gelingt es regelmäßig aus eher unscheinbaren, fast schon trivial anmutenden Hinweisen eine komplexe Geschichte zu formen, deren Ausmaß womöglich selbst für den Autor im Vorfeld nicht unbedingt zu erfassen ist. Über unbedachte Aktionen der Hauptfigur lässt sich mitunter streiten, aber gerade die Unberechenbarkeit des Charakters zieht den Leser in den Bann. Ab und an wird das Tempo ein bisschen zu sehr heruntergefahren, hier wünscht man sich ein wenig mehr Kontinuität. Ansonsten ist man schlichtweg gespannt welche Geheimnisse das Antiquariat noch preisgeben wird.

  14. Cover des Buches Bretonische Geheimnisse (ISBN: 9783462054224)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Geheimnisse

     (83)
    Aktuelle Rezension von: eiger

    Der siebte Fall von Kommissar Dupin ist ungewöhnlich und geheimnisvoll. Alles  beginnt mit einem Betriebsausflug zum sagenhaften Wald von Brocéliande. Riwal, der immer viel Interessantes zu Geschichte, Geographie und Traditionen der Bretagne  zu berichten weiß, hat sich dennoch akribisch vorbereitet, denn die Gegend des Waldes ist aufs Engste mit der Sagenwelt von König Artus und seinen Rittern verbunden. Hier befinden sich Schauplätze, an den man tief in die Geschichte eintauchen kann, das Val sans retour , die Fontaine de Barenton oder  der See der Fee Viviane.

    Zur gleichen Zeit tagt im Schloss von Comper  eine illustre Runde von Wissenschaftlern, die die neuesten  Ergebnisse  der Artusforschung diskutiert.

    „ Doch ein ermordeter Artus-Forscher macht dem Kommissar einen Strich durch die Rechnung. Gegen seinen Willen wird Dupin kurzerhand zum Sonderermittler ernannt in einem brutalen Fall, der schon bald weitere Opfer fordert. Was wissen die versammelten Wissenschaftler über die jüngsten Ausgrabungen in der Gegend?“ (aus der Inhaltsangabe des Verlages)

    Jean-Luc Bannalec  erzählt eine spannende Geschichte mit viel Lokalkolorit und zauberhaften Landschaftsbeschreibungen. Die Lösung des Falls gestaltet sich schwierig. Irgendetwas verschweigen die Artus-Forscher. Plötzlich verschwinden auch noch Riwal und Kadeg spurlos. Kommissar Dupin muss auch seine Kollegen finden und mehrere Mordfälle lösen. Glücklicherweise ist auf Nolwenn Verlass und auch sein lokaler Kollege Aballain ist ein Glücksfall.

    Dabei muss Dupin sich jetzt intensiv mit der Geschichte von König Artus und dem heiligen Gral auseinandersetzen, denn hier scheint das Mordmotiv verborgen. Wissenschaftler sind keine Heiligen. Ehrgeiz und Geltungssucht liegen nah beieinander.    

    Wie es Kommissar Dupin und seinen Kollegen gelingt Licht in das Dunkel zu bringen und die Mordfälle zu lösen möchte ich nicht verraten, denn den Leser und die Ermittler  erwarten noch einige Überraschungen.

    Fazit:

    Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen. Ein phantasievoll  ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat der Krimi „Bretonische Geheimnisse“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich  eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

     

  15. Cover des Buches Mein Russland (ISBN: 9783218010832)
    Carola Schneider

    Mein Russland

     (14)
    Aktuelle Rezension von: kruemelmonster798

    Carola Scheider nimmt ihre Leser mit nach Russland und versucht anhand von elf unterschiedlichen Porträts das Land zu beschreiben.
    Sie schreibt in ihrem Vorwort, dass ihr Buch weder eine repräsentative gesellschaftliche Studie noch eine wissenschaftliche Analyse ist, sondern eine zutiefst subjektive Auswahl von Menschen, die sie auch ebenso subjektiv beschreibt.

    Anhand der Porträts, die völlig unterschiedliche Menschen, ihre Hoffnungen, ihre Erfahrungen, ihr Leben mit vielen Widrigkeiten zeigen, kann man Russland ein wenig kennenlernen.
    Elf Porträts sind jetzt zwar nicht viel, aber ich fand die Auswahl der Interviewpartner/-innen in ihrer Unterschiedlichkeit hat schon einen Einblick ermöglicht, was Menschen in Russland umtreibt.
    Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin die Menschen manchmal auch nach einiger Zeit wieder getroffen hat  und berichtet, was nach dem Gespräch noch geschehen ist.

    Der Schwerpunkt liegt auf der politischen Situation und weniger auf dem Alltagsleben.

    Mein Fazit: Leicht lesbarer und interessanter - sicherlich subjektiver - Einblick in ein großes, vielschichtiges Land.


  16. Cover des Buches Arrivederci, Roma! (ISBN: 9783548281438)
    Stefan Ulrich

    Arrivederci, Roma!

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Zum Ende seines vierjährigen Aufenthalts als Journalist in Rom möchte Stefan Ulrich nochmals alle 20 Regionen Italiens in einem Jahr bereisen. Manches wird nur ein kleiner Abstecher, anderes ein mehrtägiger Urlaubsaufenthalt. Natürlich sind es immer nur kleine Schnipsel der Regionen, über die der berichtet, doch zumeist so ausgewählt, dass es nicht zwingend die Hauptsehenswürdigkeiten der Gebiete sein müssen. So erfährt sicherlich auch ein Italienkenner noch manch Neues.

    Gespickt mit kleinen Anekdoten ist es mehr oder weniger ein Reisebericht, bei dem auch immer wieder die Menschen, denen er begegnet ins Zentrum rücken. Es ist eine leichte und lockere Lektüre, bis auf den Bericht über die Folgen des Erdbebens in den Abruzzen im Jahre 2009, über das erst am nächsten Tag einen Artikel für seine Zeitung verfassen musste. Doch der geneigte Zuhörer erfährt auch etwas über sein Leben im Palazzo in Rom, wie schon im Vorgängerroman Ulrichs, doch eher am Rande.

    Fazit: Ganz nett nebenbei zu lesen. 3-4 Sterne

  17. Cover des Buches Bretonische Brandung (ISBN: 9783462001884)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Brandung

     (240)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Einer der berühmtesten und paradiesischsten Flecken
    In der Bretagne, einige Seemeilen vor Concarneau, sind die Glénan-Inseln mit feinem weißen Sandstrand und karibikblauen, kristallklaren Wasser, aber auch schroffen Felsen und kargen Flächen, immer dem Willen oder Unwillen des Wetters ausgesetzt. Genau nach einem solchen nächtlichen Unwetter werden drei Leichen angeschwemmt. Obwohl alles auf einen Unfall hindeutet, muss Kommissar Dupin ermitteln. Zu allem Übel heißt es dazu rauf aufs Boot, runter vom Boot und wieder rauf aufs Boot, so überhaupt nicht die Welt des gebürtigen Parisers.

    Der zweite Fall des eigenwilligen Kommissars nimmt den Leser erneut mit auf einen Entdeckungsreise zu einem besonderen Fleck der Bretagne. Fast vergessen Autor und Leser beim unglaublich detaillierten Schwelgen in der Schönheit der Landschaft, den kulinarischen Spezialitäten und den kulturellen und historischen Besonderheiten der Bretonen ganz, dass es um dreifachen Mord geht. Aber nicht nur die Landschaftsbeschreibungen sind von beeindruckender Intensität, nein auch seinen Protagonisten verleiht der Autor ihren eigenen Flair und Stil. Etwas blass und klischeehaft erscheint die eine oder andere Figur, aber oft sind Stereotype mit einem leichten hintergründigen Augenzwinkern zu sehen. Der Plot ist interessant und sehr zeitgemäß, geht es doch darum, eine wunderschöne Landschaft touristisch auszuschlachten, Bestechung und finanzielle Interessen machen auch vor diesem Paradies nicht halt. Hinzukommen Idealisten, Träumer und Abenteuerer. Viele Themen werden nur angerissen und verlaufen sich wieder, aber auch diesmal lässt der Autor durchaus anklingen, dass längst nicht Alles so traumhaft im Paradies ist, wie es scheint. Trotzdem versteckt er dies geschickt zwischen den Zeilen und führt es sogar so weit, dass das zwar stimmige Ende doch ein wenig zu sehr von der Realität abdriftet.

    Mein Fazit: Ein Buch das Lust macht sofort selbst die beschriebenen Orte zu erkunden, direkt auf die kleine Insel Saint Nicolas zu fahren im „Les Quatre Vents“ einen Hummer zu essen oder gar eine Cotriade (bretonische Fischsuppe). Kein superspannender Krimi, aber definitiv gute Unterhaltung mit viel Lust auf Meer.

  18. Cover des Buches Irisches Tagebuch (ISBN: 9783423146043)
    Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch

     (209)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Böll schreibt 1954 in seinen Texten von seinen Reisen nach Irland, beschreibt das dazumal arme und rückständige Irland, vom garstigen Leben und tiefer Religiösität, erzählt vom Aderlass (viele sind gezwungen auszuwandern vorwiegend nach Grossbritanien oder nach Übersee)

    Und dennoch spürt man dass er dieses grüne, von Regen geprägte Irland liebt.


    "[..]Muss Aedan McNamaras Frau ausgerechnet immer nachts ihre Kinder kriegen und immer im September?

    Aber Aedan McNamara arbeitet von März bis Dezember in England, kommt um Weihnachten erst nach Hause, für drei Monate, um seinen Torf zu stechen, das Haus neu zu streichen, das Dach zu reparieren, heimlich an diesem zerklüfteten Küstenstreifen ein wenig auf Lachsfang zu gehen, nach Strandgut zu suchen - und um das nächste Kind zu zeugen: so kommen Aedan McNamaras Kinder immer im September, um den 23. herum: neun Monate nach Weihnachten, wenn die grossen Stürme kommen, die See meilenweit schneeweiss ist vor zornigem Schaum.

    Aedan sitzt jetzt wahrscheinlich in Birmingham an einer Bartheke, ängstlich wie alle werdenden Väter, flucht auf die Hartnäckigkeit seiner Frau, die aus dieser Einsamkeit nicht zu vertreiben ist: eine dunkelhaarige trotzige Schönheit, deren Kinder alles Septemberkinder sind; unter den verfallenen Häusern bewohnt sie das einzige noch nicht verlassene [...]

  19. Cover des Buches Salvador und der Club der unerhörten Wünsche (ISBN: 9783442743452)
    Alberto Torres Blandina

    Salvador und der Club der unerhörten Wünsche

     (68)
    Aktuelle Rezension von: buchstabentraeume

    Das Buch gliedert sich in 19 Kapitel und einen Epilog. Berichtet wird aus der Sicht des Ich-Erzählers Salvador, der sich jeweils mit einem imaginärem Gesprächspartner unterhält. Salvador arbeitet seit 20 Jahren am Flughafen und hat sich während dieser Zeit zu einem wahren Menschenkenner entwickelt. So erkennt er zum Beispiel auf Anhieb, wer in welches Land unterwegs ist und kann zudem nützliche Tipps für die Urlaubsreise geben.

    Das Buch ist ein einziger Monolog, allein die Adressaten wechseln von Kapitel zu Kapitel. Redepausen, die von Zeit zu Zeit entstehen, werden stilistisch durch drei Punkte am Satzende dargestellt.

    Es sind sehr kuriose Geschichten, die Salvador zu erzählen hat, doch sie lenken ab vom täglichen Dasein als Flughafenfeger. Und auch die Reisenden, denen Salvador seine Zeit widmet, können für kurze Zeit ihrem alltäglichen Leben entfliehen.

    Leider konnte mich der Autor mit diesem Buch jedoch nicht überzeugen. Gestört hat mich, dass das Buch eher eine Sammlung an Kurzgeschichten ist, als ein wirklicher Roman. Zwar begegnet uns Salvador in jedem Kapitel und stellt somit den roten Faden dar, der sich durch das Buch zieht. Aber für mich konnte dennoch kein wahrer Lesefluss aufkommen.

    Der Autor bemüht sich um einen ironischen, teil sarkastischen, und heiteren Schreibstil. Bei mir kamen diese Bemühungen aber nicht sonderlich erfolgreich an. Ich habe mich nicht gut unterhalten gefühlt und so hatte das Buch doch viel zu viele Längen.

    Sehr gelungen finde ich dagegen die Gestaltung des Buches: Farblich sind Schutzumschlag, Buchumschlag und Lesebändchen sehr gut aufeinander abgestimmt und vermitteln mit ihren sonnigen Gelb- und Orangetönen Urlaubsstimmung. Dazu finden sich witzige Zeichnungen, die die Erzählung abrunden und gelungen untermalen.

    Insgesamt würde ich dem Buch 2 von 5 Sternen geben. Es konnte mich leider nicht sonderlich gut unterhalten und hatte meiner Meinung nach auch zu viele Längen. Schade, denn die Grundidee fand ich doch sehr vielversprechend.

  20. Cover des Buches Die Städtesammlerin (ISBN: 9783328100720)
    Annett Gröschner

    Die Städtesammlerin

     (9)
    Aktuelle Rezension von: AlexandraK

    Annett Gröschner nimmt den Leser mit auf Reisen. In den verschiedensten Ländern fährt sie mit der Straßenbahnlinie 4 und berichtet von ihren Erlebnissen.

    Das Buch beginnt mit einem Einführungskapitel. In diesem wird erklärt warum die Autorin immer mit der Linie 4 fährt. Dieses Kapitel ist etwas holprig zu lesen wegen den ganzen Straßennahmen, jedoch lohnt es sich dran zu bleiben.

    Generell sind die Kapitel kurz und man kann immer mal schön zwischendurch in eine andere Welt abtauchen. Natürlich gibt es über einige Orten mehr zu erzählen als über andere. Die Kapitel sind abwechslungsreich und passend gestaltet. Einige sind besser andere nicht ganz so gelungen. So fand ich das Kapitel 13.27 Uhr – an der Trolleybushaltestelle Horeastraße vollkommen unnötig. Denn darin erzählt die Autorin auf 2 1/2 Seiten wie sie an der Haltestelle Kinder beobachtet.
    In anderen Kapiteln erzählt sie auf ca. 10 Seiten ausführlicher über die Strecke und die Eindrücke, die sie auf der Straßenbahnfahrt sammelt. Was mir sehr gut gefällt ist, dass das Buch sehr gut recherchiert ist. Die Autorin verwebt gekonnt geschichtliche Hintergründe über die Städte, ihre Bauten und ihre Bewohner. Auch über die technischen Voraussetzungen der Straßenbahn ist sie bestens informiert.

    Was ich als sehr störend empfand, waren die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler in diesem Buch. Die Autorin ist studierte Germanistin und das Buch durchlief ein Lektorat, da sollten solche groben Schnitzer, wie sie hier zu finden sind, nicht passieren.

    Die Städtesammlerin hat mich für zukünftige Reisen inspiriert, mir fremde Kulturen näher gebracht und mir auch etwas die Angst genommen. Letztlich ist es ein nettes Buch für zwischendurch und vor allem für reiselustige Leser zu empfehlen. Man kann das Buch gerne lesen, man muss es aber nicht.

     

  21. Cover des Buches Der Schimmelreiter (ISBN: 9783743175112)
    Theodor Storm

    Der Schimmelreiter

     (1.045)
    Aktuelle Rezension von: AuroraM

    Interessante und gut lesbare Story.

  22. Cover des Buches Endstation Herkules (ISBN: 9783741885907)
    Heike Susanne Rogg

    Endstation Herkules

     (6)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_
    So hatte sich Busfahrer Hannes den Ausflug mit einem saarländischen Kegelverein nicht vorgestellt.

    Während er sich Kassel von oben ansieht, stolpert er über eine Leiche, die offensichtlich vom Herkules gefallen ist. Nicht nur, dass er in dem Toten einen seiner Fahrgäste erkennt, Hannes wird von der Kasseler Polizei auch noch als Verdächtiger eingestuft.
    So bleibt ihm nichts anderes übrig, als den Fall, in bester Miss-Marple-Manier, selbst in die Hand zu nehmen.
    Die Geschichte ist gut und flüssig geschrieben, es kommt Spannung auf. Trotzdem wird sie durch einiges an Humor aufgelockert. Vor allem die sprachlichen Barrieren und einige Vorurteile sorgten für den einen oder anderen Lacher. Am Ende gibt es eine unerwartete Wendung, was die Spannung aufrechterhält.
    Die Fussnoten bringen zwar zusätzliche Informationen, allerdings sind sie doch eher unnötig für einen Roman. Aber eine nette Idee.
    Bei so vielen wiederkehrenden Charakteren, ist das Personenverzeichnis am Anfang sehr hilfreich, so kann man jederzeit kurz nachlesen, wer wer ist.
    Hannes ist mir zwar sympathisch, allerdings hatte ich doch etwas Mühe, dass er sich so selbstverständlich und aktiv in die Ermittlungen eingemischt hat… Auch mit dem Kommissar bin ich nicht ganz klargekommen, so nachlässig und fast schon naiv, dass er wichtige Schritte unterlässt, und somit von einem selbsternannten Hobbydetektiv ausgestochen wird.
    Alles in Allem ein guter und humorvoller Krimi.
  23. Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Rom (ISBN: 9783492276771)
    Birgit Schönau

    Gebrauchsanweisung für Rom

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Nil
    Die "Gebrauchsanweisung für Rom" ist genauso informativ wie andere Bücher aus dieser Serie. Alle Kapitel sind einem Platz gewitmet und greifen ein Thema auf. Daher bietet es sich an dieses Buch in die Hand zu nehmen, wenn man den ersten Eindruck von Rom verdaut hat und sich mit den vielen schönen Plätzen vertraut gemacht hat. Leider muss ich gleich ein ABER hinterherschicken, da es sich ein wenig trocken liest. Die einzelnen Kapitel deuten darauf hin, dass sie einst als Zeitungs- bzw. Zeitschriftenartikel in kürzerer Fassung geschrieben wurden und nun für das Buch ein wenig verlängert und mit Details ausgeschmückt. Nichtsdestotrotz ist es lesenswert, da es viele interessante Geschichten zu entdecken gibt.
  24. Cover des Buches Bretonische Flut (ISBN: 9783462050653)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Flut

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Botte05

    Erneut hat Kommissar Dupin einen kniffligen Fall zu lösen. Innerhalb eines Tages drei Leichen. Die Opfer scheinbar willkürlich ausgewählt. Dazu die Mythen der Bretagne, die alten Geschichten, welche nur ehrfürchtig geflüstert werden, der Charakter der Küstenanrainer und Insulaner im Besonderen. Und Dupin mittendrin, genießt er doch gerne die Früchte des Meeres, befindet sich jedoch lieber nicht auf diesem unwägbaren Element.

     

    „Bretonische Flut“ ist der fünfte Band aus der Feder des Autors, Band vier habe ich gelesen. Eine Kenntnis der vorherigen Bände ist jedoch m. E. nicht erforderlich, um die Ereignisse zu verfolgen. Die Besonderheiten der Protagonisten, welche evtl. bekannt sein sollten, werden im Laufe der Handlung eingeflochten. 

     

    Der Kriminalroman schreitet voran, erzielt zum Finale hin eine gute Spannung, lässt mich jedoch am Ende unzufrieden zurück. Hadere ich doch mit der gewählten Auflösung der Ereignisse. Insgesamt wird mehrfach und damit ein großer Anteil an – ich nenne es mal so – bretonischem Seemannsgarn ausformuliert, was ich derart detailliert etwas hinderlich beim Lesevergnügen empfunden habe. Wobei „natürlich“ bei der Ermittlungsarbeit auf den einen und anderen Aspekt eingegangen wird. 

     

    Dieses Buch hat mich unterhalten, beinhaltet auch solide Ermittlungsarbeit, bietet ein angenehmes Maß an Spannung, kann mich jedoch nicht so zufriedenstellen wie sein Vorgänger. Mir fehlte etwas die Stimmung von französischem Küstenflair, ein Stück Urlaub, wobei dies rückblickend im Zuge der gezeichneten Kulisse und Gegebenheiten nicht wirklich zu erwarten ist. 

     

    Alles in allem ein „typischer“ Bannalec, ein Krimi für Fans. 

     

     

    Jean-Lux Bannalec, Bretonische Flut – Kommissar Dupins fünfter Fall, Kriminalroman, Taschenbuch, Kiepenheuer & Witsch Verlag, 11,00 €, 448 Seiten, Erscheinungstermin 08.03.2018

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