Bücher mit dem Tag "kongo"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kongo" gekennzeichnet haben.

103 Bücher

  1. Cover des Buches Die Suche (ISBN: 9783548287362)
    Nick Louth

    Die Suche

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Benni91

    Protagonist dieses Thrillers ist Max Carver, der nach Amsterdam reist, um seine Freundin Erika zu besuchen, die eine anerkannte Expertin für Malaria ist und auf einem Forum einen Vortrag zu einer faszinierenden Innovation im Kampf gegen Malaria halten soll...::::: Schon auf dem Flug nach Holland ereignet sich ein seltsamer Zwischenfall und kurz vor ihrem Vortrag ist Erika plötzlich spurlos verschwunden...… Zudem erkranken nacheinander mehrere Personen in Amsterdam an einem Malaria-Erreger, der durch Moskitos übertragen wird.... 

    Max begibt sich in der Folge auf die verzweifelte Suche nach seiner Freundin und gerät dabei in einen Strudel tödlicher Ereignis.....Nachdem auch Erikas Laptop verschwunden ist, findet Max, der Kunstaussteller ist und früher bei der Marine war, eine erste Spur..... Unterstützung bekommt er dabei von mehreren Personen, wie Lisbeth, die ein bisschen überdreht ist, aber mir dennoch sehr gut gefallen hat und mit Max ein gut funktionierendes Duo bildet......Da er allerdings zu großen Teilen auf einige Faust ermittelt, ohne Zustimmung der Polizei, macht Max sich nicht nur Freunde und gerät selbst schnell in die Bredouille..... 

    Gleichzeitig wird man mit Erikas Vergangenheit in Form ihres Tagebuchs vertraut gemacht,..... Dieses war Anfang der Neunziger auf einer Expedition für einige Zeit in Afrika, dort unter anderem in Gefangenschaft von Guerilla-Kämpfern und hat einige schreckliche Dinge erlebt und mitgemacht....

    Man taucht in viele unterschiedliche Standpunkte in diesem Thriller ein, unter anderem in die Interessen der Pharmaindustrie bei der Malaria-Bekämpfung, aber auch in Widerstandskämpfe Afrikas.... 

    Man kann diesen Thriller auch zu großen Teilen als Wirtschaftsthriller bezeichnen, der explizit die Strategien von Pharmaunternehmen im Kontext von Schutzmaßnahmen gegen Malaria darstellt..... Das fand ich teilweise ein bisschen zu viel, wird aber gut erklärt, genauso, wie die medizinischen Aspekte bezüglich der Malaria-Übertragung.....

    Insgesamt ist der Thriller auch sehr actionreich und die Kämpfe gegen Max Widersacher werden blutig beschrieben.... Dennoch zieht sich die Suche von Max meiner Meinung nach ein wenig zu lang....

    Die letzten 5 Kapitel entschädigen aber dafür, denn die verschiedenen Handlungsstränge werden gut zusammengeführt und die Identifizierung der wahren Identität der im Thriller zu erst auftauchenden Person hat mich wirklich aus den Socken gehauen und positiv überrascht.... Deshalb kann ich mich zu 3,75 Sternen durchringen und runde auf 4 Sterne auf! 

    Zu empfehlen meines Erachtens nach für diejenigen, die Interesse an der Krankheit Malaria bzw. entsprechenden Entstehungsfaktoren und medizinischen Aspekten in dieser Hinsicht, Wirtschaftskriminalität, pharmazeutischen Zusammenhängen und einer actionreichen Verfolgungsjagd haben....

  2. Cover des Buches Dian Fossey - Die Forscherin (ISBN: 9783404187980)
    Susanna Leonard

    Dian Fossey - Die Forscherin

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Isa456belle

    Vor diesem Buch kannte ich Dian Fossey nicht wirklich. Ich konnte vieles über eine so wichtige Person der Biologie/Forschung lernen. Da dieses Buch als Romanbiografie geschrieben ist lässt sich das Buch sehr leicht lesen und gleichzeitig nimmt man vieles mit. Ich hätte mir allerdings beim Nachwort der Autorin gewünscht, dass sie mehr auf das Verhältnis von Fiktion und Fakt eingeht

    Leider war das Ende sehr stark abgekürzt, man hätte mehr darauf eingehen sollen wie die Zeit war als sie nicht in ihrer Forschungsstation war und als sie wiederkam. 

    Trotz dessen ist Dian Fossey eine interessante und willensstarke Frau, die auch nicht vor radikalen Mittel zurückschreckt. Es lohnt sich das Buch zu lesen. 



  3. Cover des Buches Extinction (ISBN: 9783328100096)
    Kazuaki Takano

    Extinction

     (238)
    Aktuelle Rezension von: AnnaML

    Ich wollte wirklich dieses Buch lieben, aber für ein Thriller ging es für mich viel zu langsam. Es gab zu viele Details über alles mögliches. Die Charaktere und ihre Konflikte fand ich auch nicht besonders interessant. Nach 100 Seiten war mir so langweilig, dass ich einfach aufgeben musste.

  4. Cover des Buches Bitterer Calvados (ISBN: 9783442485406)
    Catherine Simon

    Bitterer Calvados

     (35)
    Aktuelle Rezension von: UlrikesBuecherschrank

    In Deauville beginnt das Krimi-Festival"Mord am Meer" das schon vier Mal ausgetragen wurde.Auch Bestsellerautor Jean-Paul Picard mit dabei. Am nächsten Tag wird er tot aufgefunden.Kommissar Leblanc beginnt zu ermitteln und stellt bald fest dass er mit einem Calvados vergiftet wurde.War es ein neidischer Autor?Oder sogar ein Verleger?Aber Picard hatte auch etliche Geliebte...

    Ich bin sehr gut in das Buch hinein gekommen weil der Schreibstil flüssig und leicht zu lesen ist.Die Protagonisten, besonders,Leblanc sind sympathisch und authentisch dargestellt.Der Spannungsbogen umfasst dabei das ganze Buch und steigert sich dadurch allmählich. 

    Fazit:Der Krimi spielt in der Normandie und da gibt es gleich zu Beginn eine Landkarte.Leblanc's Privatleben kommt nicht kurz.Ich finde das ist ein guter Kontrast zu den Ermittlungen. Es sind praktisch zwei Handlungsstränge die sich zwar langsam annähern aber sich doch nicht verweben.Bereiche aus dem Privatleben kommen den Befragungen zugute.Die Kapitel sind nicht allzu lang so dass die Story für mich kurzweilig zu lesen war.Der Krimi wird nach der Hälfte des Buches etwas komplexer.Ab einer gewissen Stelle war es für mich fast schon absehbar wer der Mörder sein könnte.Diese Geschichte hat einige Wendungen so dass ich sogar einiges über Gold erfuhr.Für zwischendurch ist dieser eher leichte Krimi genau richtig.Vielleicht sogar mir einem Glas Calvados als Erfrischung? Es ist der dritte Band einer dreiteiligen Reihe. Das Buch ist in sich abgeschlossen. Der Leser braucht nicht unbedingt die Vorgängerbücher zu kennen.

  5. Cover des Buches Der unerbittliche Gegner (ISBN: 9783462049381)
    Voosen | Danielsson

    Der unerbittliche Gegner

     (32)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Nyström und Forss, Band 5: Der verstümmelte Körper einer Frau wird unter der Eisdecke des Sees in Småland gefunden. Kommissarin Ingrid Nyström und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf. Wenige Tage später wird ein junger Familienvater heimtückisch getötet. Mordopfer, -waffe und Tatort waren unterschiedlich, doch die Fälle werden aufgrund der zeitlichen Nähe trotzdem miteinander abgeglichen. Dann wird ein weiterer Toter gefunden…

    Erster Eindruck: Das Cover wirkt – wie von dieser Reihe gewohnt – kalt, bedrohlich mit einem Adler; passt sehr gut.

    Dies ist Band 5 der Reihe; er lässt sich ohne Kenntnis der Vorgängerbände lesen. Der Blickwinkel ändert immer wieder, mal aus Sicht der Chefin, dann aus Sicht von Stina Forss oder anderen Personen – sehr lebhaft, aber auch komplex. Der Prolog ist mysteriös und macht neugierig auf die Geschichte. Sie spielt in der Gegenwart in Schweden und es gibt Rückblenden ein paar Jahre zurück in Afrika.

    Die Arbeit geht in Växjö seinen gewohnten Gang. Das Team um Ingrid Nyström ist gut eingespielt, auch Kent Vargen hat sich gut eingegliedert. Mir war er schon im letzten Band nicht so geheuer; er hat ein Medikamentenproblem, unterdrückte Aggressionen und eine Zwangsstörung. Doch das ist noch nicht alles. Ingrid mag ich seit dem ersten Band, nur verstehe ich nicht, wieso sie es sich so schwer macht, am Leben ihrer Tochter teilzunehmen. Stina ist… nun ja, ich gehöre nicht zu ihren grössten Fans – da hat sich ebenfalls nichts geändert. Ihre Sozialkompetenz ist unterentwickelt und sie scheut sich davor, andere ins Vertrauen zu ziehen. Bei ihr wird wiederholt eingebrochen, aber nichts gestohlen. Wer tut das? Will diese Person Stina Angst machen? Wieso holt sie nicht Hilfe?
    Sehr interessant waren Einblicke in ein raffiniert geschütztes Computerprogramm, das Labyrinth genannt wurde. Dieses Programm war nicht einfach passwortgeschützt, sondern durch eine Auswahl von Bildern, die nur demjenigen etwas sagt, der die versteckten Daten schützen will. Wenn beim ersten Schritt das richtige Bild von zweien angewählt wird, wird der Bildschirm schwarz und sodann erscheinen neu vier Bilder zu einem neuen Thema – dann acht, 16, 32, 64. Doch welches Bild von zig Handtaschen oder Autos ist nun das richtige? Wer falsch tippt, fällt raus. Nach einer gewissen Anzahl Fehlversuche blockiert das System. Was die Technik heutzutage alles kann…

    Fazit: Das Buch war ein wahrer Pageturner und ich musste einfach immer weiterlesen. Die Beschreibungen waren wie gewohnt sehr detailliert und so entstanden unschöne Bilder vor meine geistigen Auge. Wer Lektüre zur Entspannung sucht, ist hier falsch, denn hier gibt es nur Spannung satt. Hass, Gier, Fremdenfeindlichkeit – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Von mir gibt es die maximale Anzahl Sterne. Ich freue mich auf den nächsten Band, muss aber vorher ein bisschen durchatmen.

  6. Cover des Buches Meine Stimme für das Leben (ISBN: 9783765507045)
    Denis Mukwege

    Meine Stimme für das Leben

     (24)
    Aktuelle Rezension von: angioletta

    Denis Mukwege ist ein kongolesischer Gynäkologe, der unzählige vergewaltigte Frauen operiert und dafür 2018 den Nobelpreis verliehen bekommen hat. Sein Einsatz geht mittlerweile weit über die Versorgung der physischen Wunden hinaus: von der ganzheitlichen Betreuung von Opfern sexueller Gewalt bis hin zu Aufklärung, Prävention und Aufarbeitung.

    Obwohl es schon länger in meinem Regal stand, habe ich erst dieses Jahr seine Autobiographie „Meine Stimme für das Leben“ gelesen. Da mich dieses Buch nachhaltig beeindruckt hat, war es folgerichtig, Denis Mukweges neu erschienenes Plädoyer „Die Stärke der Frauen“ lesen.
    Auch dieses basiert ganz stark auf seiner eigenen Biographie. Wer sein erstes Buch schon gelesen hat, trifft also auf einige Wiederholungen. Was unterscheidet die Bücher voneinander?

    In „Meine Stimme für das Leben“ beschreibt er seinen alles andere als vorgezeichneten Lebensweg vom Pastorensohn aus eher ärmlichen Verhältnissen zum Arzt.
    Während des Medizinstudiums denkt er daran, sich zum Pädiater zu spezialisieren. Doch es kommt anders. „Am Anfang wollte ich Kindern helfen, weil ihre Schutzbedürftigkeit mich berührte. Aber dann entdeckte ich die Not der Frauen in unserer Region und war so erschüttert, dass ich beschloss, mich ihnen zuzuwenden, denn sonst gab es niemanden, der sich um sie kümmerte. In gewisser Weise gab ich dadurch die Kinder nicht auf, sondern half ihnen weiterhin, insbesondere denen, die sonst während der Geburt gestorben oder aufgrund fehlender medizinischer Hilfe entstellt oder behindert auf die Welt gekommen wären.“ (S. 193) So lässt er lässt sich in Frankreich zum Gynäkologen ausbilden und wird Chefarzt eines abgelegenen Krankenhauses mit Schwerpunkt Geburtshilfe.

    Schon als Kind bekommt er die Gewalt mit, die um ihn herum tobt und die schließlich im Bürgerkrieg mündet. Seine Klinik in Lemera wird zerstört.
    Mukwege gelingt es schließlich, eine Frauenklinik in Panzi aufzubauen. Um die Jahrtausendwende suchen immer mehr Frauen seine Hilfe, die auf schlimmste Weise misshandelt wurden. Sie sind Opfer einer Kriegsstrategie, die ganz gezielt Frauen vergewaltigt und verstümmelt. „Ich bin gegen meinen Willen zum Experten für eine ganz besondere Art von Verletzungen geworden – Traumata der Genitalien durch Waffengewalt.“ (S. 41)
    Indem er die internationale Öffentlichkeit auf das unfassbare Leid der Opfer sexueller Gewalt aufmerksam macht, schafft er sich neue Mitstreiter, aber auch Gegner; er bekommt Drohungen und entgeht Mordanschlägen.

    „Meine Stimme für das Leben“ zeigt uns einen mutigen Mann, der sich leidenschaftlich gegen das Unrecht erhebt. Immer wieder schimmert durch, dass er eine starke Meinung hat, auch in politischen und religiösen Fragen, und sich mit dieser nicht zurückhält.
    Diese Hitzigkeit schlägt sich insofern in seinem Buch nieder, dass seine Aufzeichnungen öfters zwischen verschiedenen Ereignissen und Zeiten hin- und herspringen und sich teilweise in Nebenschauplätzen zu verlieren. Eine Chronologie am Ende des Buches hilft, die Übersicht zu behalten.
    Dafür versteht er es, die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe des Kongokrieges auf eine lesefreundliche Weise einzubinden: genug ausführlich, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber so knapp, dass sie nicht langweilen.

    In „Die Stärke der Frauen“ stellt uns Mukwege die Frauen näher vor, die ihn – wie er selbst von sich sagt – zu einem Feministen gemacht haben.
    Dieses Buch legt dabei viel mehr Gewicht darauf, das Problem der sexuellen Gewalt ganzheitlich zu betrachten: Betreuung, Wiedereingliederung, Tabubruch, Anerkennung, Aufarbeitung, Gerechtigkeit, Prävention, Bildung und Führung sind die Themen, die hier behandelt werden. Sie zeigen auf beeindruckende Weise, wie wenig Mukwege an seinen Verdiensten als Chirurg liegt und wie viel mehr er sich für eine nachhaltige Veränderung der gesamten Gesellschaft einsetzt. In erster Linie für Frauenrechte. Denn seine logische Folgerung ist: Gewalt an Frauen wird in erster Linie durch die ihre Nicht-Gleichberechtigung möglich.

    Er sieht sich hier in einem Kampf, der weit über die kongolesischen Grenzen hinausgeht. Dadurch argumentiert er auf einer allgemeineren Basis, welche Kriegsverbrechen aus anderen Ländern und internationale Studien zur Benachteiligung von Frauen herbeizieht.
    Leider empfinde ich persönlich diese „Internationalisierung“ als Schwäche dieses Buches, weil sie in erster Linie mit abstrakten Zahlen um sich schmeißt, wohingegen die Beispiele aus Mukweges eigenem Arbeitsbereich ganz plastisch und eindrücklich aufzeigen, wie und warum seine Strategien funktionieren und seine Argumentationen unterstützen.

    „Die Stärke der Frauen“ ist strukturierter, politischer und aktueller als das erste Buch. Es beantwortet die Frage, wieso sich ein Mann – und dann auch noch ausgerechnet ein schwarzafrikanischer – für Frauenrechte einsetzt, auf geradlinige und überzeugende Weise.

    Wer sich mehr für Denis Muweges persönlichen Lebensweg interessiert, ist mit seiner Autobiographie besser bedient, welche mit Landkarte und Bildteil für ein noch besseres Verständnis sorgt.

    In jedem Fall gilt: dringende Leseempfehlung!

    „Ich träume von einer Gesellschaft, in der unsere Mütter als die Heldinnen anerkannt werden, die sie sind, in der die Mädchen, die auf unserer Entbindungsstation zur Welt kommen, genauso gefeiert werden wie die Jungen und in der die Frauen ohne Angst vor Gewalt aufwachsen. (…) Ich glaube, dass dies sowohl wünschenswert als auch möglich ist.“ (DSdF, S. 416)

  7. Cover des Buches Höllgrotten (ISBN: 9783740803087)
    Monika Mansour

    Höllgrotten

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Der Anfang: »Ich wurde in die Hölle hineingeboren. Auf verbrannter Erde traf ich einen weißen Engel. Er gab mir ein Geschenk.«

    Von der Lorzentobelbrücke ist eine farbige Frau herabgestürzt. Kommissarin Sara Jung steht vor einem Rätsel: Mord – Selbstmord?, und wer ist diese Frau, die keine Papiere bei sich trägt? »Kipekapeka« hat sie auf einen Zeh geschrieben. Die Obduktion ergibt, diese Frau hat ein paar Tage vor ihrem Tod entbunden und in ihrem Magen befindet sich ein Rohdiamant- ein Blutdiamant. Wo ist das Baby und welche Verbindung stellt sich nun zum Kongo ein, Diamantenschmuggel?

    Tom hat einen Termin für ein Vorstellungsgespräch bei den Kriegers, sie suchen einen Bodyguard für Natalie, die erwachsene Tochter. Sie ist ein so genanntes »Schmetterlingskind«, leidet an einer seltenen Hautkrankheit, Epidermolysis bullosa, bei der die Haut so verletzlich ist, wie der Flügel eines Schmetterlings. Jede feste Berührung, ein wenig Druck, verletzt die Haut dieser Menschen, ein kleiner Sturz kann zur Katastrophe führen, ein Gendefekt, bei dem die Verbindung der einzelnen Hautschichten gestört ist. Diese schwer gezeichneten Menschen werden in der Regel nicht sehr alt und erleiden ihr gesamtes Leben ständig höllische Schmerzen. Tom hat keine Lust auf Babysitting, kommt zu spät, ist knurrig. Aber Natalie will genau ihn einstellen.

    »Vor dreissig Jahren war die Region ein kleines Paradies gewesen, die Schweiz Afrikas nannte man sie. ... Dann kamen die Kriege, und aus dem Paradies wurde die Hölle. Der Westen schaute gern weg, solange er eines der rohstoffreichsten Länder der Welt zum eigenen Vorteil ausschlachten konnte«

    »Kipekapeka« wurde von Natalie gegründet. Schwer gezeichnet von ihrer Krankheit, schwer reich und absolut isoliert von der Außenwelt will sie sich sozial engagieren. Sie möchte anderen Menschen helfen, schafft sich so eine gefährliche Aufgabe im Darknet, in der sie ganz aufgeht. Sie hilft Afrikanern, in die Schweiz zu kommen, besorgt neue Papiere, Identitäten, Unterschlüpfe. Besonders engagiert ist sie im Kongo. Emeline, die Tote, stand unter Natalies Schutz. Doch sich mit kongolesischen Warlords und Diamantenschmugglern anzulegen, ist eine ganz andere Hausnummer als das, was Natalie zuvor gewagt hatte …

    »Natalie ist krank. Zeig Mitgefühl. Geht das, ja, dieses eine Mal?‹
    ›Tu ich ja. Ich mache mir Sorgen. Wenn mich Natalie belügt und sich hinter meinem Rücken mit GeoFoss, kongolesischen Rebellen oder korrupten Regierungen anlegt, könnte sie die nächste sein, die fliegen lernen muss.«

    Monika Monsour hat nach ihrer Serie um Kommissar Cengez nun eine andere Art von Krimi geschrieben. Die Kommissarin Sara ist eine Nebenfigur, im Mittelpunkt stehen die privaten Detektive. Natalie sucht das Baby von Emeline (genauso wie die Kommissarin), aber sie hat einen Wissensvorsprung. Natalie lügt nicht unbedingt, nennen wir es Informationspolitik des Verschweigens. Darin ist sie ziemlich gut. Sie taktiert und spielt dabei mit Menschen, bringt sich und andere in Gefahr. Sympathisch ist sie nicht, denn sie spielt mit ihrer Behinderung, nutzt andere Menschen aus, manipuliert, wo es nur geht. Für ihre Intelligenz ein wenig zu naiv, immer denselben Fehler zu begehen und dabei andere in schwere Gefahr zu bringen, sie überschätzt sich gewaltig. Sie hilft anderen Menschen, natürlich, aber sie ist letztendlich eine Narzisstin, denn ihr eigenes Anliegen geht über alles, ebenso passt hierhinein ihr übersteigertes Selbstbewusstsein. Sie umgibt sich bis zur letzten Seite mit Menschen, die ihr etwas schuldig sind, die ihr ergeben sind, sich herumschubsen lassen. Tom ist der nette Typ von nebenan, der alles verzeiht und entschuldigt, der hilft, wo er kann und laufend Prügel bezieht, inklusive von der Exfrau. Sara, die empathielose Karrierefrau, die im Umgang mit Menschen wie ein Holzklotz wirkt, alles Protagonisten aus dem wahren Leben, eben das macht sie sympathisch. Sie wirken keinesfalls sympathisch konstruiert. »Schmetterlingskinder« sind ein Themenstrang, Monika Mansour gibt einer seltene Krankheit Aufmerksamkeit und das mit viel Fachwissen. Auch der Kongo ist ihr ein Anliegen, ein prächtiges, reiches Land, einstmals; vom Westen ausgebeutet bis heute, in Kriege getrieben, von Warlords beherrscht. Mir hat es gefallen, dass die Autorin dieses Thema aufnimmt, Fluchtursachen der Menschen aufzeigt, Afrika, ein Kontinent, ausgepresst von Amerika, China und Europa, reich an Bodenschätzen, die durch Konzerne anderer Länder abgeschöpft werden. In einem dritten Strang kommt Emeline zu Wort, ihr Tagebuch wird in Zwischenkapiteln eingeblendet.

    Monika Mansour hat einen soliden Krimi auf das Papier gebracht, gut recherchiert und glaubwürdig. Der auktoriale Erzähler springt in Cliffhangern von Figur zu Figur, erklärt, der Leser ist dicht an allen Charakteren. Natalie war mir anfänglich nicht schlüssig, da sie immer wieder den gleichen Fehler machte. Doch letztendlich ist die Figur konsequent, Narzissten sind manipulativ, definieren sich über ihr Ego, waghalsig, undurchdacht, selbstüberschätzend, aalen sich dann im Ruhm, oder jammern, suchen Mitleid, wenn sie fehlschlagen. Das ist Natalie. Ein spannender Krimi mit einer Menge Antihelden. Sprachlich kann die Autorin noch eine Schippe drauflegen, da ist noch einiges drin. Insgesamt liest sich der Roman gut, packend, gesellschaftskritisch und informativ, als Gesamtpaket.
  8. Cover des Buches Die Enden der Welt (ISBN: 9783596512232)
    Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Ferdinand-Uth

    “Die Enden der Welt” von Roger Willemsen liest sich wie eine lange, komplizierte, aber auch lyrische Introversion eines Reisenden auf der Suche nach sich selbst.
    Immer aus der ersten Person beschrieben sucht der Protagonist die Enden der Welt wohl vor allem, um etwas über sich selbst herauszufinden. Gleichzeitig schildert er das Gesehene in schillernden Farben und nimmt einen mit in die Eifel, in ein Bordell in Mumbai, auf die Inseln Tongas oder auch Orvieto in Italien.
    Nicht alle Geschichten finde ich gleich stark. Manches liest sich für meinen Geschmack etwas zu „intellektuell", aber insgesamt mochte ich das Buch. Besonders die persönlicheren Geschichten sind gut geschrieben. Stellenweise ist das Buch sehr reich an Hintergrundwissen, sodass man etwas über ferne Kulturen oder Orte lernen kann. Und alle Geschichten stehen alle für sich, sodass sich problemlos manche der Orte überspringen lassen, wenn einem danach ist.
    Das Buch gibt es in einer kleinen, süßen Ausgabe, die man überall mit hinnehmen kann.

  9. Cover des Buches Fernweh im Herzen (ISBN: 9783959102049)
    Nina Sedano

    Fernweh im Herzen

     (18)
    Aktuelle Rezension von: ckfree

    Das Cover ist altbacken und passt nicht zu einer modernen Weltenbummlerin, die mit dem Rucksack unterwegs ist. Zudem ist der Titelzusatz irreführend, denn es handelt sich nicht nur um neue Abenteuer. Das Buch umfasst vielmehr Reiseerlebnisse aus 40 Jahren (1978-2018), in denen teilweise Rückblicke zu anderen früheren Reisen gemacht werden.

    Die Anekdoten sind mal mehr, mal weniger lang und beschäftigen sich mehr mit den Reisebekanntschaften der Autorin als mit den Ländern.
    Oft wirkt es wie ein Tagebuch oder eine Dokumentation runtergeschrieben. Zwischendurch gibt es Passagen, die sich wie ein Sachbuch über Tiere oder Belehrungen über Natur, Umweltschutz etc. lesen.

    Äußerst wenig verspürt man die Freude und Euphorie der Reisenden.
    So ist das selbst auferlegte Vorhaben "Dieses Buch möchte zum Reisen animieren" in meinen Augen klar gescheitert. So schwappt keine Begeisterung oder springt der Funke für einzelne Länder auf mich nicht über, sodass ich nach dem Lesen ohne neues Fernweh zurückbleibe.

  10. Cover des Buches Kongo (ISBN: 9783518464458)
    David Van Reybrouck

    Kongo

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Ein Sachbuch, dass man einfach nur als grandioses episches Meisterwerk bezeichnen kann. 140 Jahre kongolesischer Historie, dargeboten als packende, erkenntnisreiche und zu tiefst faszinierende Reportage, offenbart sich für den naiven mitteleuropäischen Leser als berührende Weltgeschichte. Ein Fest für Neugierige und Interessierte. Absolut empfehlenswert.

  11. Cover des Buches Die Regenkönigin (ISBN: 9783426511923)
    Katherine Scholes

    Die Regenkönigin

     (120)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Diesen Roman habe ich nun zum 2. Mal mit Begeisterung gelesen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Durch die bildhaften Landschaftsbeschreibungen kann man sich alles wunderbar vorstellen. Man kann richtig in eine andere Welt eintauchen. Super zum abschalten. Ich empfehle das Buch gerne weiter und vergebe 4,5 Sterne. Einen Punkt Abzug gibt es für ein paar Längen jedoch sehr empfehlenswert. 

  12. Cover des Buches Eine Handvoll Worte (ISBN: 9783839894378)
    Jojo Moyes

    Eine Handvoll Worte

     (79)
    Aktuelle Rezension von: nasa

    Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes ist nicht mein erstes Buch der Autorin. Mich hat das Cover und der Klapptext sofort angesprochen und ich habe mich auf das Hörbuch schon gefreut. Allerdings fand ich es dann nicht so berauschend. Vielleicht ist hier selbstlesen besser.

    Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen lernen wir Ellie kennen, eine junge Journalistin bei der nicht alles wie erhofft passiert und gelingt. Bei Recherchearbeiten im Archiv ihrer Zeitung stößt sie auf alte Liebesbriefe. Diese berühren Ellie und sie will mehr über die Verfasser erfahren. Dann lernt man Jennifer kennen. Sie lebt in den 1960iger Jahren. An sie sind die Briefe gerichtet.

    Mir gefallen Bücher auf zwei Zeitebenen und auch der Schreibstil von Jojo Moyes ist angenehm. Man kann auch der Vortragsweise von Luise Helm gut folgen. Mir haben auch die verschiedenen Briefausschnitte gefallen die immer wieder eingestreut wurden. Allerdings ist dieses Buch sehr vorhersehbar und langatmig, es wirkt eintönig. Auch hatte ich das Gefühl nicht ganz mit zu kommen bei den Wechseln. Eben war ich noch in der Gegenwart und plötzlich bin ich in der Vergangenheit.

    Allerdings bin ich weder mit Ellie noch mit Jennifer warm geworden. Ellie blieb mir die ganze Zeit über distanziert und nichtssagend. Bei Jennifer war es im Prinzip das gleiche. Sie war anfangs unbeholfen, naiv und unsympathisch. Dies wurde zwar etwas besser, aber einen wirklichen Zugang habe ich nicht bekommen.

    Wenn ich das Buch gelesen hätte wäre mein Urteil vielleicht ein anderes, aber als Hörbuch ist es nur nett.

  13. Cover des Buches Ein Krankenhaus im Kongo (ISBN: 9783958893993)
    Robert Kösch

    Ein Krankenhaus im Kongo

     (17)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Der Kongo blieb mir ein einziges Rätsel, das mehr Fragen aufwarf, je mehr ich mich damit beschäftigte.‘ (Seite 140)

    Nach einem schweren Gleitschirmunfall möchte Robert Kösch für ein Jahr in den Kongo gehen, um als Logistiker den Bau eines Krankenhauses zu unterstützen. Er lässt seine Ehefrau, seine Freunde und Familie in Deutschland zurück und macht sich auf den Weg nach Baraka.

    In ‚Ein Krankenhaus im Kongo‘ erzählt er über Base und Sicherheitsfreigabe, Macheten und Kalaschnikows, Schlangen und Kakerlaken, M-Pesa und bewaffnete Überfälle, Ressourcenknappheit und Armut, Kolonialismus und Bodenschätze, Entführungen und Kriegen, Corona-Pandemie und Ebola.

    Ich war noch nie im Kongo, bin aber schon seit jeher fasziniert von dem Land und habe viel darüber gelesen.

    Ich empfand Köschs Buch als spannenden Einblick in das Thema Entwicklungshilfe, auch wenn der Kongo selbst für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen ist, was selbstverständlich an den Gegebenheiten vor Ort liegt, denn das Reisen durch den Kongo und damit das Entdecken des Landes ist aufgrund der Sicherheitslage kaum bzw. nicht möglich. Nichtsdestotrotz erfährt man durch Köschs Erlebnisse ein paar Dinge über Land und Leute, was ich fesselnd fand.

    ‚Ein Krankenhaus im Kongo‘ liest sich flott und unterhaltsam, die Farbfotos im Mittelteil des Buches helfen sehr dabei, sich das Gelesene noch besser vorzustellen und bieten Einblicke in ein eher unbekanntes Land.

  14. Cover des Buches Köln 300 °C (ISBN: 9783740807924)
    Marco Hasenkopf

    Köln 300 °C

     (16)
    Aktuelle Rezension von: AngelaK

    Judith Mertin und Markus Kaiser werden zu einem Autobrand gerufen. Hinterm Steuer ist ein Mann verbrannt. Ein Unfallgeschehen kann ausgeschlossen werden. Im Fußraum des Autos bemerkt Judith Mertin ein verkohltes Etwas, das aussieht wie ein Brikett. Keiner hat eine Ahnung, um was es sich dabei handelt. Und wer ist der Tote? Gibt es Parallelen zu anderen Bränden in Köln?

    Etwa dem in dem Heim für unbegleitete Flüchtlinge? Irgendwie scheint alles zusammenhanglos.

    Das Ermittlerteam Mertin/Kaiser kann man nicht als harmonisch bezeichnen. Judith fühlt sich von Kaiser im Stich gelassen. Kaiser nervt gerade jeden. Er kann sich selber nicht ausstehen. Judith, die sehr gut in Selbstverteidung ist, schießt manchmal etwas übers Ziel raus. Das Ganze gipfelt darin, daß Judith um eine Versetzung bittet, obwohl sie doch gerade erst begonnen hat mit Kaiser zu arbeiten.

    Neben der eigentlichen Krimihandlung und dem Hickhack des Ermittlerteams sind die Hintergründe der im Heim für unbegleiteten Flüchtlinge interessant. Sie sind wie Judith im Kongo aufgewachsen. Die Flüchtlingskinder haben unter menschenunwürdigen Bedingungen in einer Coltanmine gearbeitet, einem für die Handyproduktion notwendigem Rohstoff.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Protagonisten waren überzeugend dargestellt, die Handlung sehr spannend. Klare Leseempfehlung von mir.

  15. Cover des Buches Herz der Finsternis (ISBN: 9783328109228)
    Joseph Conrad

    Herz der Finsternis

     (6)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    Nein, ganz so schlimm, wie der Titel dieser Rezension andeutet, ist die Erzählung „Herz der Finsternis“ von Joseph Conrad nicht. Es bot sich nur an, diesen doppelten Ausruf aus dem Buch direkt zu übernehmen. Tja, aber so richtig überzeugen konnte mich Conrad mit seinem Buch und vor allem Penguin mit seiner 2022 erschienen Ausgabe des selbigen leider nicht.

    Zunächst einmal zur Erzählung an sich. Ein Seemann, Marlow, erzählt mit einem Boot auf der Themse schippernd seinen teilweise eingeschlafenen Mitreisenden eine Geschichte aus seinen jungen Jahren. Damals (Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts) sei er abenteuerlustig mit einer Handelsflotte als Kapitän eines Flussdampfers den Kongo hinaufgefahren, mit dem Ziel den Elfenbeinhändler Kurtz aus dem Inland abzuholen.

    Nachdem ich mich auf der Themse so überhaupt nicht mit zu Marlow ins Boot hieven konnte und nur schwer auf den ersten 10-15 Seiten Zugang zum Text fand, gelang mir dies auf den ersten Seiten seiner Erzählung über die Reise zum Kongo und vom Aufenthalt auf dem afrikanischen Kontinent dann schon besser. Die zu Beginn häufiger auftauchende subtile, zynische Kritik am Kolonialismus empfand ich hier aussagekräftig in den Gedankengängen des jungen Marlow widergespiegelt. Diese durchaus vorhandene Kritik zeigt sich in Äußerungen wie diesen:

    "Die Eroberung der Welt ist - genau betrachtet - nichts Erbauliches; meist läuft es darauf hinaus, dass man denen, die eine andere Hautfarbe oder platte Nase haben, ihr Land wegnimmt." (S.12-13)

    "Sie sprach von der Notwendigkeit, 'diese unwissenden Menschen ihrer grässlichen Lebensweise zu entwöhnen', bis mir nachgerade nicht mehr wohl war in meiner Haut." (S.24-25)

    "Also nannte man sie [die Schwarzen] Verbrecher, und das verletzte Recht war, wie die krepierenden Granaten, geheimnisvoll über sie hereingebrochen, ein unlösbares Rätsel von jenseits des Meeres." (S.31)

    Diese ersten 50 Seiten empfand ich als gekonnte Beobachtung des Kolonialismus und den daraus entstandenen „Handel“ mit Kolonialwaren, wie Elfenbein, aber auch Darstellung eines jungen, abenteuerlustigen Menschen, der zunehmend desillusioniert wird durch seinen Eintritt in die Handelsflotte und deren Verstrickungen mit der Politik und dem Menschenbild der damaligen Zeit. Man beachte, das Buch wurde 1899 erstmals veröffentlicht, in einer Zeit, in der der Kolonialismus noch en vogue in Europa war. Von der Schifffahrt vor allem nach Afrika versteht der Autor auch etwas, war er doch selbst ab 1888 bis 1893 Kapitän der Otago und verarbeitete seine Erlebnisse u.a. im Kongo in seinen Werken.

    Nur ist es so, dass mich das Buch mich für die darauffolgenden 110 Seiten nicht mehr einfangen konnte. Das lag zum einen am ausufernden Schreibstil des Autors. Seine schwülstigen Formulierungen sind sicherlich der Zeit geschuldet, konnten mir aber leider nicht die Atmosphäre dieser Reise auf dem Kongo vermitteln. Die in Worten beschriebene Stimmung auf dem Flussdampfer übertrug sich nicht auf mich als Leserin. Auch konnten die Beschreibungen in mir nur selten ein inneres Bild der Szenerie entstehen lassen. Nie wollte ich in einer kurzen Lesepause zurück ins Buch und damit zurück in diese Geschichte. Im Gegenteil, mit zunehmender Seitenzahl wurde die Lektüre zunehmend zäh, unverständlich und entzog sich mir in seiner Aussagekraft, dass ich mich regelrecht quälte die Lektüre abzuschließen. Zurück ließ sie mich mit riesigen Fragezeichnen bezüglich einer Aussage des Buches bzw. des Autors. Man findet in Analysen des Textes die Beschreibung, dass Kurtz hier als das „charismatische, moderne Böse“ dargestellt sein soll. Leider übertrug sich diese Interpretation überhaupt nicht auf mich während der Lektüre. Zuletzt fehlte mir die Nachvollziehbarkeit sowohl der Handlung als auch der handelnden Personen. Zu lang für eine Novelle, zu kurz für einen Roman, bekommen für mich die wichtigen Handlungsstränge nicht genug Raum und Zeit, um das Anliegen Conrads zu vermitteln. (Andererseits hätte es mich davor gegraut, noch länger Conrads Sprache folgen zu müssen.) Die Kolonialismuskritik ging zum Ende hin, nach meinem Verständnis zunehmend verloren, die afrikanischen Ureinwohner bleiben in ihrer Beschreibung eindimensional „die Wilden“, obwohl es Anknüpfungspunkte gegeben hätte, diese menschlicher, mit – zumindest ein wenig – mehr Tiefe darzustellen. Denn natürlich ist das Buch noch während der Kolonialzeit geschrieben, dennoch sollte man im Blick behalten, dass es innerhalb der Intelligentsia zu dieser Zeit der Jahrhundertwende durchaus schon realistischere Darstellungen von Schwarzen Menschen existierten und sich gegen die triebgesteuerte, tierische Darstellung von indigenen Völkern aussprach. Den verschiedenen Figuren bin ich leider über die Erzählung hinweg nicht näher gekommen, ihre Beweggründe wurden für mich kaum ersichtlich, was vor allem für die zentrale Figur Kurtz gilt.

    Vielleicht hätte sich das Buch, die verwendete Symbolik und die Aussage dessen mir mehr geöffnet, wenn die Ausgabe vom Penguin Verlag in der „Penguin Edition“ besser gelungen wäre. Dem Text allein hätte ich 3 Sterne für sich stehend zugesprochen, aber in Form der leider wenig zugänglichen Aufmachung, habe ich mich für ein Abrunden auf 2 Sterne entschieden. Denn aus der Ausgabe erfährt man die grundsätzlichsten aber gleichzeitig unglaublich wichtigen Informationen zum Text, um diesen einordnen zu können, nicht. Man muss sich ergoogeln, dass der Originaltext 1899 erschien, dass der Übersetzer Fritz Güttinger in 1992 verstarb, somit die Übersetzung aus einem früheren Jahr stammt, welches bleibt offen, dass das Nachwort, welches mit „Ernst Weiss“ unterschrieben ist, scheinbar vom österreichischen Schriftsteller und Übersetzer Ernst Weiß stammt, der 1940 verstarb, demnach also auch schon etwas älter ist. Ob es dieser Ernst Weiß ist, keine Ahnung, es gibt keinerlei Angaben im Buch diesbezüglich, auch kein Jahr des Verfassens des Nachworts. Und einmal von diesem eklatanten Fehlen der Rahmeninformationen abgesehen, konnte mir das ähnlich nebulös verfasste Nachwort – hier wähnt man sich sprachlich fast noch im Text von Conrad – keine Erkenntnisse zum vorliegenden Text vermitteln. Es ist ein allgemein gehaltenes Nachwort zum Autor und dessen Werk, wobei „Her der Finsternis“ hier kaum auftaucht. Es konnte mir nicht einmal ansatzweise Tipps geben, wie ich die Geschichte verstehen könnte. Hinweise zu mythologischen Bausteinen, biografischen und historischen Zusammenhängen sind bei Wikipedia dann nachzulesen. Da erwarte ich mehr von einer neuen Veröffentlichung im Jahre 2022. Hätte die Erzählung doch eine perfekte Steilvorlage gegeben ein aktuelles, modernes Nachwort anzuhängen, welches die Geschichte in einen entsprechenden Kontext setzt oder verschiedene Interpretationen und Bewertungen ermöglicht. Denn unumstritten scheint dieser historische Text nicht zu sein, wie Äußerungen Chinua Achebes aus der (durchaus gelungenen) editorischen Notiz zu entnehmen ist. Warum hat der Verlag dieses Potential zur Diskussion verschenkt? 

    Also noch einmal: „Grauenvoll!“ ist die Erzählung nicht gleich, keine Angst. Aber in dieser Präsentation leider auch nicht besonders gut. Lesende, die Prosatexte aus dieser Zeit mit pathetischer Sprache lieben, werden hier sicherlich auch auf ihre Kosten kommen. Für mich war das leider unterm Strich nichts.

    2,5/5 Sterne

  16. Cover des Buches Und wenn Gott schwarz wäre ... (ISBN: 9783579086842)
    Olivier Ndjimbi-Tshiende

    Und wenn Gott schwarz wäre ...

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Hans-Peter
    Ein angenehm zu lesendes Buch, das mit einer traurigen Episode beginnt ... die aber zum Glück nicht dramatisiert und mitleidheischend geschrieben ist, sondern recht nüchtern. Somit bietet sie einen erschreckenden Blick auf die Realität und in die (möglichen) Gedankengänge mancher Personengruppen.

    Der Hauptteil des Buches ist jedoch Pfarrer Ndjimbi-Tshiendes Erfahrungen mit der Kirche und seinen Visionen für sie gewaidmet. Dabei gefällt mir besonders gut, dass er auch kritisch ist, Tabuthemen anspricht und sinnvolle Alternativen präsentiert. Für mich, der mit der Kirche nicht nur nichts am Hut hat, sondern sie aus genau den von Pfarrer Ndjimbi-Tshiende genannten Kritikpunkten aktiv meidet, eine angenehme Vorstellung, dass es also auch Menschen innerhalb der Kirche gibt, die über den Tellerrand der indoktrinierten, offiziellen Denkmuster hinausschauen.

    Ich persönlich könnte zwar wohl auch auf die im Buch angedachte Kirche der Zukunft verzichten, sie wäre aber deutlich sympathischer und für ihre Anhänger sicher auch hilfreicher (weil lebensnäher) als die aktuelle.
  17. Cover des Buches Pandora im Kongo (ISBN: 9783596174249)
    Albert Sánchez Piñol

    Pandora im Kongo

     (86)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    [..Im Zwielicht der anbrechenden Dämmerung glich der Hafen von Leopoldsville einem Ameisenhaufen. Schlangen mit hunderten von schwarzen Gestalten liefen eilig über die Mole, mit weissen Lasten auf dem Kopf, wie Ameisen die Brotkrumen fortschaffen. Je mehr sie sich dem Hafen näherten, desto deutlicher erkannte Marcus, dass es sich um Menschen handelte. Schwarze Menschen. Und die weissen Bündel auf ihren Köpfen waren Elfenbeinzähne, mit denen sie im Laderaum der ankernden Schiffe verschwanden...]

    Was für eine Perle dieses Buch. Abenteuerroman, Science Ficton, Kriminalroman, Liebesgeschichte und nicht zuletzt eines grosssartige Erzählung, herrlich sind die Genres miteinander verwoben. Habe das Buch verschlungen und wünschte insgeheim das Buch würde nie enden.

    Leseempfehlung

  18. Cover des Buches Die Giftholzbibel (ISBN: 9783492273848)
    Barbara Kingsolver

    Die Giftholzbibel

     (11)
    Aktuelle Rezension von: GabrieleBryant

    Barbara Kingsolver schafft es, historische Fakten mit psychologisch tiefen Persönlichkeiten mit grosser Empathie zu verbinden. Obwohl man keine der Figuren richtig lieben kann, sind sie alle komplett faszinierend. 

  19. Cover des Buches Gabun (ISBN: 9783954511372)
    Meinrad Braun

    Gabun

     (11)
    Aktuelle Rezension von: anne7778

    Man taucht förmlich ein in ein Bild von Afrika. Es hat eine sehr schöne Erzählsprache und der Autor nimmt einen mit auf die Reise.

    Ich habe es gern gelesen, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, wenn der Protagonist etwas länger in der Lodge geblieben wäre.

  20. Cover des Buches Finsternis im Herzen (ISBN: 9783492501774)
    Julia Neumann

    Finsternis im Herzen

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive
    Ein erfolgreiches Düsseldorfer Industriellenpärchen adoptiert zwei afrikanische Geschwister aus dem Kongo und bietet ihnen ein märchenhaftes Zuhause in der zivilisierten westlichen Welt.
    Diese endet jäh als Abasi, der kleine Junge, ermordet in dem traumhaft gepflegten Garten der Familie aufgefunden wird. Die einzige Zeugin, seine Schwester Rahima, schweigt. Sie ist völlig traumatisiert, befanden sie sich doch bis vor kurzem noch in den Fängen kongolesischer Rebellen.
    Für Eva Langenberg, die junge und engagierte Kriminaloberkommissarin ist es ihr erster Fall in der Düsseldorfer Mordkommission. Er führt sie tief hinein, den Leser auch, in einen blutigen und brutalen Konflikt in Afrika.
    In kürzester Zeit befindet sie sich in einem Geflecht aus Korruption, Lügen und Verrat wieder.
    Was haben die Geschäfte des Adoptivvaters Hagen Seeger , der mit Coltan handelt, welches unsere ach so wichtigen Smartphones am Laufen hält, damit zu tun?
    Was ist mit der Stiftung los, in der die Adoptivmutter Anna Seeger, eine Ärztin aus Berufung, die ein Kinderheim in Kongo unterhält?
    Und was ist mit Tomke Krieger, dem charmanten Entwicklungshelfer, der Eva in ihren Ermittlungen unterstützt und auch gehörig durcheinander bringt.
    Je länger Eva ermittelt, desto tiefer wird sie in einen der blutigsten und tragischsten Konflikte hineingezogen, die Alltag in Afrika sind.

    Julia Neumann ist ein hervorragend gesellschaftpolitischer Krimi gelungen, der es schafft Spannung von der ersten Seite an zu erzeugen und einen sehr nachdenklichen Leser hinterlässt.
    Die Protagonisten sind charakterlich sehr gut ausgearbeitet und man kann sich gut in sie hineinversetzen.
    Manche Abschnitte sind in Kursiv geschrieben, die gekonnt und bewegend das Innenleben der beiden Kinder schildern.
    Ich durfte diesen Krimi innerhalb einer Leserunde genießen und kann ihn nur weiterempfehlen, denn diese Geschichte, die leider auch im wirklichen Leben so hätte ablaufen können, lohnt sich zu lesen und mein nächstes Smartphone wird ein faires Smartphone werden.
    Absolute Leseempfehlung!
  21. Cover des Buches Leopard (Ein Harry-Hole-Krimi 8) (ISBN: 9783548061894)
    Jo Nesbø

    Leopard (Ein Harry-Hole-Krimi 8)

     (408)
    Aktuelle Rezension von: Armillee

    Der Start war mir zu blutig. Grausam geschieht der 1. Mord. Und fast hätte ich das Buch zugeklappt.

    Aber dann wurde es interessant. Die Romanfigur Harry Hole hat hier bereits seinen 8. Auftritt, für mich war es das erste Mal. Er entpuppte sich als interessante Person mit Ecken und Kanten, eigenwillig, clever in seinen Ermittlungen und schwach mit seiner dunklen Seite.

    Trotzdem kann ich hier nur drei Sterne vergeben, denn der Plot wurde (für mich) zunehmend unübersichtlich. Der Autor präsentierte immer neue Verdächtige, (die meist siegessicher verhaftet wurden), die es dann doch nicht waren.

    Außerdem wurde Harry in der Mitte des Buches von einem Vorgesetzten erpresst und unterschrieb ohne Gegenwehr seinen Untergang als Schuldiger für alles. Auch die Liebe / Verhältnis zu Kaya seiner Kollegin, - die ihn ans Messer lieferte und die ganze Zeit ausspionierte - konnte ich null nachvollziehen.


  22. Cover des Buches Das Herz der Finsternis (ISBN: 9783943889802)
    Joseph Conrad

    Das Herz der Finsternis

     (240)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Die volle Buchbesprechung gibt's in unserem Podcast:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-exid6-f399f7

    Vorsicht, Spoiler!

  23. Cover des Buches Navy SEALS - Entlarvt (ISBN: 9783802584190)
    Stephanie Tyler

    Navy SEALS - Entlarvt

     (39)
    Aktuelle Rezension von: el_lorene
    Navy SEAL Nick Devane arbeitet als Undercover-Agent an einem riskanten Auftrag, als er der attraktiven Journalistin Kaylee begegnet. Diese ist auf der Suche nach ihrem vermissten Ex-Mann und stolpert dabei über streng geheime Informationen, die auf eine weitreichende politische Verschwörung hinweisen. Über Nacht gerät ihr Leben in große Gefahr. Für Nick und Kaylee beginnt eine gefährliche Reise ins Herz Afrikas. Dabei stellen beide schon bald fest, dass sie tiefere Gefühle füreinander hegen. Können sie ihren Verfolgern entkommen und die Drahtzieher der Verschwörung entlarven?

    Ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen, so actionreich und voller Wendungen ist die Story, dazu noch ein Schauplatz der nicht besser gewählt sein könnte. Ich hatte sehr oft die Landschaften vor meinen innerne Auge. Stephanie Tylers Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen.
    Es gibt nicht nur ein, sondern gleich drei sehr unterschiedliche Paar, die zueinander finden. Doch am besten gelungen sind Nick Devane und Kaylee,
    gerade wegen Nick hat mir der zweite Teil am besten gefallen weil die Handlung  logisch, sehr spannend und sexy aufgebaut ist.

    Ich kann den Lyx-Verlag nicht genug loben, die Bücher sind immer wieder toll.
  24. Cover des Buches Reptilia (ISBN: 9783426408407)
    Thomas Thiemeyer

    Reptilia

     (143)
    Aktuelle Rezension von: simonfun

    Die Protagonisten, sowohl die sympathischen als auch die unsympathischen, sind sehr gut erfasst, Schreibstil und Umgebungsbeschreibungen sehr gut und die Handlung erfrischend abenteuerlich. Lediglich der Schluss ist (mal wieder) typisch etwas ärgerlich, aber der Grund ganz gut erläutert. Alles in allem ein tolles Abenteuer, das ich in drei Zügen durch hatte.
    Wie auch immer - interessant und spannend!

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