Bücher mit dem Tag "kinderklinik"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kinderklinik" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1) (ISBN: 9783548064055)
    Antonia Blum

    Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1)

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Kuhni77

    INHALT:

    Berlin 1911: Die Kinderklinik Weißensee ist die erste kommunale Kinderklinik Preußens und mit ihrer hochmodernen Ausstattung, eigener Milchkulturanstalt und guten Heilungserfolgen weit über Deutschland hinaus bekannt. Es ist eine große Ehre dort als Schwesternschülerin arbeiten zu dürfen. Die Waisenschwestern Marlene und Emma können ihr Glück kaum fassen, dass sie wirklich einen Platz in der Klinik bekommen haben, denn eigentlich stammen alle Elevinen aus bestem Hause.

    Marlene ist sehr wissenshungrig und lässt sich so schnell nichts vormachen. Sie möchte den kleinen Patienten helfen und merkt mit der Zeit, dass sie mehr machen möchte, als immer nur Kinderschwester zu bleiben. Durch einen Vortrag des berühmten Kindermediziners Professor Czerny ist sie sich dann ganz sicher – sie möchte Kinderheilkunde studieren und Kinderärztin werden. Ein Wunsch, der eigentlich unerreichbar für sie scheint. Emma ist eher schüchtern und ängstlich, aber sie geht voll in der Rolle, der Kinderschwester auf. Für sie steht fest, dass sie alles für ihre kleinen Patienten tun wird, damit sie sich in der Klink wohlfühlen. Weiß sie doch selbst, wie schmerzlich es ist, wenn man seine Eltern vermisst.

    Eigentlich waren Marlene und Emma immer ein eingespieltes Team und haben alles gemeinsam gemeistert. Doch je erfolgreicher Marlene wird, umso mehr entfernt sich Emma von ihrer Schwester. Das Marlene auch noch heimlich in den Assistenzarzt Doktor Maximilian von Weilert verliebt ist, ist ein weiterer Punkt, der die Schwestern immer mehr voneinander entfernt. Als der kleine Patienten Fritz am seidenen Faden hängt, müssen sie zusammenhalten, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können: den Kindern zu helfen!

    MEINUNG:

    Historische Roman gehören normalweise nicht zu meinen bevorzugten Genres, doch der Klappentext und das Cover haben mich neugierig gemacht. Also habe ich mich an einen historischen Roman gewagt und bin wirklich nicht enttäuscht worden. „Kinderklinik Weißensee“ ist eine sehr tolle Geschichte über zwei Schwestern, die ein festes Band zusammenhält. Auch wenn sie sich zeitweise ziemlich auseinandergelebt haben und sich aus dem Weg gehen, wusste ich direkt, dass sie irgendwann wieder zusammenfinden. 

    Beide Schwestern haben mir sehr gut gefallen, gerade weil sie so unterschiedliche Charaktere sind. Marlene, die alles was mit Medizin zu tun hat aufsaugt und den Wunsch hegt Kinderärztin zu werden. Dann auch noch die heimliche Affäre mit Maximilian von Weilert. Marlene hat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, damit ihre Wünsche in Erfüllung gehen.  Ob Maximilian wirklich immer zu ihr steht, auch wenn seine Familie sie ablehnt, war mir nie so ganz klar. Da konnte ich ihn wirklich nicht durchschauen. Ist er und seine Liebe zu Marlene wirklich so stark, dass er jederzeit zu ihr steht? Das hat mich wirklich sehr interessiert. Bei Emma hat man immer wieder gespürt, wie sehr sie in ihrer Rolle als Kinderschwester aufgeht und was sie dafür alles in Kauf nimmt. Für mich war sie die Stärkere der Schwestern. Sie hat immer wieder für alles gekämpft und so einige Niederlagen hinnehmen müssen. 

    Beiden Schwestern habe ich gewünscht, dass sie ihre Ziele und Wünsche verwirklichen können und einfach ein glückliches Leben führen. Denn beide haben es verdient. „Kinderklinik Weißensee“ gibt es in 3 Bänden und ich bin mir sicher, dass ich auch die Folgebände lesen werde. Für mich war dieser historische Roman der Weg in ein neues Genre. 

  2. Cover des Buches Dreh dich nicht um (ISBN: 9783442382682)
    Karin Slaughter

    Dreh dich nicht um

     (1.102)
    Aktuelle Rezension von: lenisvea
    • Erscheinungstag:26.04.2022

    • Aus der Serie:Grant County Serie

    • Bandnummer:3

    • Seitenanzahl:480

    • ISBN/Artikelnummer:9783749903863

    12,00 €

    Gerichtsmedizinerin Sara Linton und ihr Ex-Mann Jeffrey Tolliver werden zu einem neuen Einsatz gerufen. Ein Student hat Selbstmord begangen – so scheint es zunächst. Doch während Sara und Jeffrey die Leiche in Augenschein nehmen, geschieht ganz in der Nähe ein grausames Verbrechen. Saras hochschwangere Schwester wird mit einem Messer attackiert und ringt um ihr Leben. Schnell stellt sich heraus, dass beide Taten zusammenhängen, und als sich ein weiterer Todesfall ereignet, nimmt ein dramatischer Showdown seinen Lauf.

    Zur Autorin

    Karin Slaughter ist die Autorin von über zwanzig New-York-Times-Bestseller-Romanen. Dazu zählen Cop Town, der für den Edgar-Allan-Poe-Award nominiert war, sowie die Thriller Pretty Girls, Die gute Tochter und Ein Teil von ihr. Ihre Bücher erscheinen in 120 Ländern und haben sich über 40 Millionen Mal verkauft. Ein Teil von ihr ist als Serie mit Toni Collette bei Netflix erschienen. Die falsche Zeugin sowie die Grant-County- und die Georgia-Reihen werden fürs Fernsehen verfilmt. Slaughter setzt sich als Gründerin der Non-Profit-Organisation »Save the Libraries« für den Erhalt und die Förderung von Bibliotheken ein. Die Autorin stammt aus Georgia und lebt in Atlanta.mt.

    Meine Meinung

    Hierbei handelt es sich ja um die Neuauflage dieser Reihe, die ich persönlich schon vor einigen Jahren gelesen habe und dadurch erst zum Thriller lesen gekommen bin. Sozusagen ist es ein Re-Read von mir, allerdings halt erst nach langer Zeit.

    Bei Dreh dich nicht um handelt es sich um den 3. Teil.

    Es geht hier weiter um die Gerichtsmedizinerin Sara Linton und ihren Exmann Jeffrey Tolliver, die zu einem Tatort gerufen werden. In Saras Begleitung ist ihre schwangere Schwester Tessa, die bei dem Fundort der Leiche einer Messerattacke zum Opfer fällt und um ihr Leben ringt.

    Bei der Leiche handelt es sich um einen Studenten, der sich augenscheinlich das Leben genommen hat. Trifft dies zu und hat dieser Fall auch etwas mit der Attacke auf Tessa zu tun?

    Natürlich geht es auch in diesem Teil nebenher wieder um das Privatleben von Sara Linton und Jeffrey Tolliver, was für mich die Reihe aber auch ein wenig ausmacht.

    Alles in allem kann ich auch für diesen Teil wieder eine Lese- und Hörempfehlung aussprechen. Von mir bekommt Dreh dich nicht um 4 Sterne.

    4 von 5 Sternen

    Cover, Buchdetails und Klappentext: ©Harper Collins Verlag
    Infos zur Autorin: @Harper Collins Verlag
    Rezension: ©lenisveasbücherwelt
    Beitragsbild: ©lenisveasbücherwelt

  3. Cover des Buches Verdammnis (ISBN: 9783453438217)
    Stieg Larsson

    Verdammnis

     (2.550)
    Aktuelle Rezension von: shizu_reads

    Zweiter Teil der Reihe und vergleichsweise extrem schwach zum ersten Band. Wir erfahren hier einiges mehr über Lisbeth, was durchaus interessant ist. Das Thema Mädchenhandel ist hart, wird aber nur angerissen. Und irgendwie zog es sich streckenweise in die Länge. Zudem gibt es dieses Mal einen wirklich, wirklich extrem unsympathischen Charakter. Kennt ihr das, wenn euch ein Charakter so extrem triggert, dass ihr Puls bekommt, wenn er im Buch den Mund aufmacht? Hans Faste war so ein Charakter für mich. Diese Voreingenommenheit von dem Polizisten hat mich zur Weißglut getrieben. Was aber sehr gut zum Thema passt, also alles richtig gemacht Herr Larsson! Das Ende kommt etwas abrupt, und irgendwie hängt man doch sehr in der Luft. Der Fall an sich abgeschlossen, aber die Nachbearbeitung, die im ersten Teil seeehr lang war, fehlt hier nun vollständig. Vermutlich der Stoff für Band 3. Allgemein konnte es mich nicht ganz überzeugen. 

  4. Cover des Buches Kinderklinik Weißensee – Jahre der Hoffnung (Die Kinderärztin 2) (ISBN: 9783548064062)
    Antonia Blum

    Kinderklinik Weißensee – Jahre der Hoffnung (Die Kinderärztin 2)

     (125)
    Aktuelle Rezension von: mareike91

    Inhalt:

    Berlin, 1918. Marlene Lindow ist zurück in der Kinderklinik Weißensee. Dieses Mal jedoch als angehende Ärztin. Doch nicht jeder ihrer Kollegen empfängt sie mit offenen Armen. Auch ihr Verlobter Maximilian, der verändert aus dem Krieg zurückgekehrt ist, meidet Lene und lässt sie kaum noch an sich heran. Zusätzlich erschwert wird die Situation durch den Ausbruch der spanischen Grippe. Als auch noch der Sohn von Lenes Schwester Emma daran erkrankt, bangen die Schwestern um sein Leben. Zu allem Überfluss taucht auch noch der verschwundene Kindsvater auf und verspricht Emma ein sorgenfreies Leben auf dem Land, weit weg von Berlin. Die beiden so eng verbundenen Schwestern schauen einer ungewissen Zukunft entgegen. Werden sich ihre Wege hier trennen?

    Meine Meinung:

    Nachdem mir bereits der Auftakt der Reihe sehr gut gefallen hat, war ich sehr gespannt darauf zu erfahren, wie es Lene und Emma weiter ergangen ist. Die beiden als Waisen aufgewachsenen Schwestern hatten es im Leben nicht immer leicht, doch gehen ihren Weg und es macht Spaß sie dabei zu begleiten. Lene ist intelligent und wissbegegierig und hat inzwischen ihr Medizinstudium geschafft. Die herzliche Emma hingegen ist eine großartige Krankenschwester und meistert nebenbei noch den Alltag als alleinerziehende Mutter. Beide sind starke und beeindruckende Persönlichkeiten. Ich habe die beiden bereits im vorherigen Band der Reihe ins Herz geschlossen und habe daher sehr mit ihnen mitgefühlt, -gebangt und -gehofft.

    Der Schreibstil der Autorin ist passend zum Setting. Mit viel Gefühl und Herz erzählt sie Lenes und Emmas Geschichte und webt dabei gekonnt eine Vielzahl historischer Ereignisse und Daten mit ein. Die Schilderungen der damaligen Lage, der Arbeit als weibliche Ärztin, der Widerstände, auf die Lene dabei trifft, des Ausnahmezustands, in dem sich Berlin durch das Kriegsende und die Spanische Grippe befindet, sind authentisch und spannend beschrieben. Aber auch das Privatleben der beiden Schwestern spielt eine große Rolle und sorgt zusätzlich für Spannung, da auch hier so einiges geschieht. Schon nach wenigen Seiten konnte ich das Buch dadurch kaum noch aus der Hand legen. Mich hat auch dieser zweite Teil der Reihe von Anfang bis Ende gut unterhalten und ich freu mich schon sehr auf die baldige Fortsetzung.

    Fazit:

    Spannende und atmosphärische Fortsetzung, die im Zeichen der Folgen des 1. Weltkriegs und der spanischen Grippe steht. Ich freu mich schon auf den dritten Band der Reihe.

  5. Cover des Buches Apfelstrudelküsse (ISBN: 9783548288352)
    Caroline Lenz

    Apfelstrudelküsse

     (19)
    Aktuelle Rezension von: meisterlampe
    Klappentext:
    Mit 35 ist Katharina immer noch Assistenzärztin. Als Alleinerziehende geht es halt nicht ganz so schnell wie bei den jüngeren Kollegen. Doch eigentlich hat Katharina von Hamburg eh die Nase voll. Sie will in die Berge und nimmt kurzerhand eine Stelle am Chiemsee an. Herrliche Landschaft, bessere Arbeitszeiten und wieder mehr Zeit für Tochter Nina. Aber auch im schönen Bayern ist nicht immer eitel Sonnenschein. Zum Glück ist da noch Kollege Felix, ein wahrer Fels in der Brandung im Chaos aus Klinikalltag, intriganten Kollegen und einer pubertierenden Tochter. Katharina merkt, dass eine einzige Veränderung im Leben manchmal nicht genug ist.

    Meine Meinung:
    Katharina hat es  nicht einfach als berufstätige alleinerziehende Mutter, aber sie ist mir zu verkniffen und verhält sich teilweise auch unreif. Die pubertierende Tochter  Nina tut und sagt, was sie will, aber sie sollte meiner Meinung nach etwas Rücksicht auf ihre Mutter nehmen. Beide sollten sich etwas zurücknehmen und dem anderen mehr Zeit und Zuwendung schenken. Ab und zu klappt das ja auch.
    Das ganze hin und her und Konkurrenzgerangel unter den Ärzten ist einfach nur kindisch und nervig; zwischendurch gibt’s eine Prise Sex mit Kollegen- wirklich nicht das, was ich in einem spannenden oder schönen Buch erwarte oder brauche.
    Ebenso dreht es sich auch bei den Landfrauen nicht nur um Kinder, Küche, Kirche, sondern um den bayerischen Spaß der Jungbäuerin, nicht wirklich meins.
    Die Wohltätigkeitsveranstaltung wird groß aufgezogen, den tatsächlichen Ausgang erfährt der Leser leider nicht. Ebenso geht es den Assistenzärzten anfangs sehr um ihre Prüfungen und Vorstellungsgespräche, die aber plötzlich in den Hintergrund rücken.

    Für diesen Roman, der zwar einen witzigen Titel hat, es aber statt Apfelstrudel nur Brezeln oder Leberkäsweck gab, also sehr leichte Kost für zwischendurch, durchwachsen von bayrischem Akzent, kann ich nur 3 schwache Sterne vergeben.

    - - - -
    Außerdem sind mir einige Fehler aufgefallen, die das Lesen sehr erschwert haben und mich mehr als einmal das Buch  zur Seite legen ließen, weil es mir zu anstrengend wurde, ständig über Fehler zu stolpern. Wurde hier nicht Korrektur gelesen?

    Kap.3, 6% im eBook: „Zur Linken gab es ein kleines einladendes Kaffee,...“
    „Kaffee“ ist das Getränk, müsste es nicht „Café“ heißen?

    Kap.3, 6% im eBook: „...die Wartezone der Radiologie, der mit hellbraune Ledersessel und ein überdimensionierter Wasserspender ausgestattet war,...“
    Es müsste „hellbrauneN LedersesselN und einEM überdimensionierteN Wasserspender“ heißen.

    Kap.3, 6% im eBook:
    „Sie waren übersäht mit Farbspuren und tiefen Kratzern.“
    Das Adjektiv übersät für »dicht mit etwas bedeckt sein« leitet sich vom Verb säen ab und wird daher ohne h geschrieben

    Kap.4, 13% im eBook:
    „Ab morgen, wenn der Kollegen Bauer wieder da ist,...“ 
    es müsste „Kollege Bauer“ heißen, ohne N.

    Kap.10, 37% im eBook:
    sollte es tatsächlich so geschrieben werden, bitte ich die „Fehlermeldung“ zu entschuldigen, aber ich kenne „Sacko“ nur als „Sakko“...

    Kap.14, 55% im eBook:
    „... natürlich ahand der leisen, aber unüberhörbaren Pfeifton, der sie begleitete.“
    Es müsste „aNhand“ heißen, außerdem „deS leisen, aber unüberhörbaren PfeiftonS...“

    Kap.19, 83% im eBook:
    „Das dein Freund mich cool findet und so wehrhaft ist.“
    Es müsste heißen: „DasS dein Freund...“


  6. Cover des Buches Verschnitt (ISBN: 9783947612833)
    Jennifer Hauff

    Verschnitt

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Koriko

    Story:
    Liane ist als OP-Schwester in dem Krankenhaus angestellt, in dem der Mann, der mit seinen Forschungen und operativen Eingriffen ihre Familie zerstört hat, als leitender und hochangesehener Professor für Kinderchirurgie arbeitet. Professor Dr. Gelders ist eine Koryphäe, wenn es um geschlechtsanpassende Operationen an Kleinkindern geht, weswegen er sich intersexuellen Kindern annimmt, denen er zu einem Leben mit definiertem Geschlecht verhelfen möchte. Nichtsdestotrotz setzt Liane alles daran, den Mann aufzuhalten, möglichst viele Kleinkinder vor den Eingriffen zu schützen und entsprechende Beweise gegen Gelders zu sammeln. Da passt es gar nicht in ihr Konzept, Gefühle für Gelders Sohn Christian zu entwickeln, ebenso wenig wie das Auftauchen ihres drogenabhängigen Bruders Lutz, der ganz eigene persönliche Motive hat, Gelders zu hassen.

    Eigene Meinung:
    Mit „Verschnitt“ legt Jennifer Hauff einen einzigartigen Roman vor, der ein sensibles Thema aufgreift, das bisher nur sehr selten in belletristischen Büchern einen Platz findet – Intersexualität und die Folgen von geschlechtsangeleichenden Operationen. Das Buch erschien im Sommer 2020 im Mainbook Verlag und wird als Thriller ausgewiesen, obwohl „Verschnitt“ eher in die Kategorie gesellschaftskritischer Roman passt.

    Die Geschichte braucht lange, um Fahrt aufzunehmen und sich auf eine Richtung festzulegen, da sich die Autorin viel Zeit lässt, um die wichtigsten Figuren und ihre Motivationen vorzustellen. Auch der Antagonist des Buches kommt überraschend häufig zu Wort, so dass man seine Gedanken, Gefühle und seine Beweggründe kennenlernt, die ihn dazu bringen, Neugeborene auf diese Art und Weise zu behandeln. Etwas weniger Raum nimmt Lianes Bruder Lutz ein, dessen Intentionen man nur schwer nachvollziehen kann – was sich jedoch mit seiner Haltlosigkeit im Leben und den Drogenproblemen erklären lässt, mit denen er zu kämpfen hat. Lianes Motive sind teils von Anfang an klar umrissen, teils bleibe dem Leser einige ihrer Handlungen verborgen und entschlüsseln sich erst ganz zum Ende der Geschichte hin – was ein wenig irritiert, da man als Leser eigentlich immer an Lianes Seite ist und dennoch viele Dinge nicht mitbekommt, da sie nicht beschrieben werden. Das ist natürlich für den Spannungseffekt am Ende wichtig, nichtsdestotrotz sollten die Leser*innen immer so viel wissen, wie die Person, die die Geschichte größtenteils erzählt. Das schmälert den Lesegenuss gerade zum Ende hin, wo sich Liane gänzlich anders präsentiert, als auf den 250 Seiten zuvor. Auch wirkt das Ende fas ein wenig überstürzt, zu schnell herbei geführt. Ein paar zusätzliche Seiten hätten der Geschichte zum Ende hin gut getan, um das Finale ein wenig spannender und dramatischer auszuschmücken.
    Trotz der kritischen Punkte kann „Verschnitt“ auf vielen anderen Ebenen überzeugen – die Figuren wirken und handeln authentisch und nachvollziehbar, die Geschichte ist in sich schlüssig und sehr realistisch gehalten – man bekommt einen sehr guten Einblick in das Thema Intersexualität und die damit verbundenen Probleme der Betroffenen. Man merkt, wie viel Zeit Jennifer Hauff in die Recherche gesteckt hat – die Beschreibungen der ärztlichen Hintergründe, des Krankenhausalltages und der chirurgischen Eingriffe wirken glaubwürdig und stimmig, ebenso die Beschreibungen von Lutz Drogenproblemen und dem Leben auf der Straße. Sehr schön sind auch die Beschreibungen von Frankfurt, den typischen Plätzen und der Umgebung – gerade für Leser*innen, die in und um Frankfurt leben, macht die Geschichte gleich doppelt Spaß, da man die Wege der Hauptfiguren mitgehen kann.

    Die Figuren sind durchweg realistisch beschrieben und können von ihren Motiven her überzeugen – selbst Gelders, dessen Forschungen und Experimente ethisch und moralisch natürlich zu verurteilen sind. Liane ist eine sehr starke Persönlichkeit, die fest an ihrem Ziel, ihrer Rache festhält und dabei nicht immer den besten Weg wählt, um ans Ziel zu kommen. Sie wirkt dadurch nicht immer sympathisch, aber durchaus menschlich. Auch die Gefühle, die sie für Christian entwickelt sind nachvollziehbar und angenehm unkitschig (was auch nicht gepasst hätte). Ihr Bruder Lutz spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben, denn seine Sorgen und Probleme sind der Hauptantrieb für Liane etwas gegen Gelders zu unternehmen. Lutz lernt man nach und nach ebenfalls kennen, doch erst zum Ende hin wird klar, was Gelders (und bis zu einem gewissen Grad auch seine Eltern) ihm wirklich angetan haben.

    Stilistisch legt Jennifer Hauff einen gut geschrieben, gut recherchierten Roma vor, der trotz einiger Längen überzeugen kann. Gerade die Beschreibungen des ärztlichen Umfeldes, des Klinikalltages und der Stadt sind sehr gut gelungen und sorgen dafür, dass man sehr gut in die Geschichte eintauchen kann. Auch die Figuren und ihre Motive sind sehr gut dargestellt – man kann sich sehr gut mit Liane und ihren Problemen identifizieren, ebenso mit ihrem Bruder Lutz. Auch das Thema Intersexualität wird von der Autorin sehr gut eingewoben – „Verschnitt“ bietet einen sehr guten, belletristischen Einstieg ins Thema.

    Fazit:
    „Verschnitt“ ist ein gelungener, gesellschaftskritischer Roman, der einen sehr guten Einstieg zum Thema Intersexualität bietet. Jennifer Hauff überzeugt mit einer spannenden, gut recherchierten Geschichte, authentischen Charakteren und einem soliden, gut verständlichen Schreibstil. Einzig das Ende wirkt ein wenig überstürzt, ebenso wenig kann das Buch als waschechter Thriller punkten, wie die Kategorisierung weismachen möchte – Fans von blutigen Thrillern werden nämlich enttäuscht sein. Als gesellschaftskritischer Roman ist „Verschnitt“ auf jeden Fall empfehlenswert und sei jedem ans Herz gelegt, der sich mit dem Thema Intersexualität auseinandersetzen möchte. Unbedingt reinschauen.

  7. Cover des Buches Das Lazaruskind (ISBN: 9783442446780)
    Robert Mawson

    Das Lazaruskind

     (222)
    Aktuelle Rezension von: katzekatzekatze
    Ben muss den tragischen Autounfall seiner Schwester Frankie mit ansehen. Frankie liegt daraufhin rettungslos im Koma, Ben ist zutiefst traumatisiert. Da kann nur noch eine ganz besondere Spezialistin helfen...

    Zuerst möchte ich das Buch auf seine zwischenmenschliche Komponente loben. Der Autor greift wirklich feinsinnig die Tragik und die Konflikte auf, die nach so einem Unfall auftreten können, wenn ein Kind plötzlich im Koma liegt. Das kann eine Familie zerrütten und das hat der Autor hier wirklich mit aller zwischenmenschlichen Kompetenz und großem Einfühlungsvermögen dargestellt.
    Die Geschichte liest sich gut, ist weder zuviel, noch zu wenig.

    Spannend wird es dann als die Familie Kontakt zu Dr. Chase aufnimmt, die sich dem Zurückholen von Kindern aus dem Koma verschrieben hat, für die es keine Hoffnung mehr gibt. Zugegeben, ihre Methoden sind etwas sonderbar und erst gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man in eine faszinierende alternative Realität entführt, die einen total mitreißt und mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurücklässt.
  8. Cover des Buches Meine Schwester wohnt im Himmel (ISBN: 9783981421057)
    Julian Eibert

    Meine Schwester wohnt im Himmel

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Exit (ISBN: 9783442462452)
    Jonathan Kellerman

    Exit

     (42)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Alex Delaware wird um Hilfe gebeten von der Kinderärztin Dr. Stephanie Eves. Diese hat den Verdacht, dass die mysteriösen Krankheitssymptome der kleinen Cassie absichtlich herbeigeführt werden. Aber von wem?

    Cassie ist die Enkelin des Vorstandsvorsitzenden des Western Pediatric Medical Centers. Hier liegt in der Klinik an sich schon vieles im Argen. Aber wer tut einem kleinen Kind so etwas an? Was steckt hinter all dem? Dr. Alex Delaware beginnt zu ermitteln…. Als dann auch noch ein Arzt ermordet wird, gerät er in einen gefährlichen Strudel. Wem kann er überhaupt noch vertrauen?

    Wieder ein sehr solider Krimi aus der Feder des bekannten Autoren.  Ich mag seine fundierten Kenntnisse im medizinischen Bereich und er schafft es auch, diese auch spannend darzustellen. Auch wenn es dieses Mal ein bisserl viel an Theorien ist, die er mit Milo wälzt…. 😊

  10. Cover des Buches Lausige Liebe (ISBN: 9783426433416)
    Linda Conrads

    Lausige Liebe

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Vahles
    Zunächst einmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass die Rezension (hatte mich im Rahmen der Leserrunde beteiligt) so spät kommt, was allerdings daran liegt, dass ich mich ein wenig durch das Buch quälen musste. Man musste sich sehr stark konzentrieren, um alles mitzubekommen und ich wurde leider zu keinem Zeitpunkt richtig warm, weder mit der Handlung noch mit den Charakteren (mit Kalle noch am ehesten) - noch mit der in meinen Augen etwas plumpen Sprache (Text und vor allem aber Dialoge). Es kam einfach keinerlei Spannung auf, bzw. irgendetwas, was einen fesselt und abtauchen lässt. Manchmal verhält es sich ja so, dass man dann mit einem überraschenden oder ausgeklügelten Ende versöhnt wird, doch das war hier leider auch nicht der Fall. Alles in allem, nicht so mein Fall (einzig die Ada-Passagen, besonders die anfänglichen fand ich toll und spannend geschrieben).
  11. Cover des Buches Die Charité (ISBN: 9783965431997)
    Gerhard Jaeckel

    Die Charité

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Die Biographie einer Klinik ist ja auf den ersten Blick nicht unbedingt das spannendste vorstellbare Sujet. Aber das Buch von Gerhard Jaeckel belehrt den Leser eines Besseren: Aus der Geschichte einer traditionsreichen Institution macht er eine spannende und abwechslungsreiche Erzählung. Angefangen von der Gründung der Charité als Pesthaus bis hin zu den Geschehnissen nach dem zweiten Weltkrieg versteht sich das Buch auch als Portrait der Zeit und der Stadt Berlin - und natürlich auch der berühmten Mediziner, die hier ihrem Beruf und ihrer Berufung nachgingen. Langweilig wird die Lektüre nie, denn die verschiedenen Epochen der Geschichte der Klinik werden in Stories aus dem Leben der jeweiligen Zeit eingebunden. Man bekommt mit diesem Buch letztlich drei in einem: Die Geschichte eines Berufes, denn die Charité war die Wiege zahlreicher Quantensprünge der operativen Medizin; die Geschichte einer Klinik und einer Stadt; und schließlich die Geschichte der Gesellschaft dieser Stadt. Auch für Nichtmediziner ein Genuß.
  12. Zeige:
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