Bücher mit dem Tag "kafka"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kafka" gekennzeichnet haben.

154 Bücher

  1. Cover des Buches S. - Das Schiff des Theseus (ISBN: 9783462047264)
    J. J. Abrams

    S. - Das Schiff des Theseus

     (118)
    Aktuelle Rezension von: scherzerflori

    Es ist wirklich nicht leicht zu lesen. Aber wenn man sich einfach mal reinziehen lässt und den Anspruch, jedes Detail zu verstehen vergisst, machen die drei Geschichten wahnsinnig Spaß. Respekt auch an die deutschen Verlagsmenschen, die das nachbauen mussten/durften.

  2. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

     (320)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Der namenlose Maler hat mit dem portretieren der mutmaßlichen Tochtes seines neuen Freundes und Nachbarn Menshiki begonnen. Er genießt die Sitzungen mit Marie, nach und nach entsteht eine Vertrautheit zwischen den beiden. Mit ihr kehrt die Erinnerun an seine kleine Schwester zurück, deren Tod er nie ganz überwunden zu haben scheint und nach der er in jeder Frau seither gesucht hat. Von seiner Frau hat er mittlerweile die Scheidungspapiere erhalten, denn sie ist schwanger von einem anderen Mann. Die Tatsache seinen eigenen Malstil gefunden zu haben gibt ihm dennoch sein Selbstvertrauen zurück und hilft im über die Trennung hinweg. Als Marie dann eines verschwindet ist er fest davon überzeugt, dass dies etwas mit dem Gemälde "Die Ermordung des Commendatore" zu tun hat. So macht er sich auf den alten Meister in der Seniorenressidenz zu besuchen und findet dort den Weg, der, durch eine Luke im Boden, in eine andere Welt führt. Die Welt der Grube im Wald..

    Der Autor schafft es auch im zweiten Band eine ruhige, mystische Atmosphäre unter denren Oberfläche eine permanente Beklemmung/ Anspannung spürbar ist. Die Charaktere rund um den Ich- Erzähler bleiben unergründlich und somit schwer einschätzbar. Vor allem Marie wirkt für ihr Alter teilweise sehr abgeklärt und weise, fast schwingungsunfähig. Die Ereignisse rund um das Verschwinden verwischen die Grenzen zwischen Realtität und Fantasy. Die Symbolik der Idee, Metapher und dem Abstieg in die eigenen Abgründe lässt mich zwar letztendlich etwas ratlos zurück, dennoch eine Empfehlung.  

  3. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (280)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Beimer

    FLORIAN ILLIES: 1913 – DER SOMMER DES JAHRHUNDERTS

     

    INHALT:

    Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich.
     Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.

     

    MEINE MEINUNG:

    Auch dieser Band – eigentlich der erste dieser Art von Florian Illies – hat mir sehr gut gefallen. Ich habe auf die unterhaltsamste Weise eine Menge gelernt. Es hat mich auch nicht im Geringsten gestört, daß ich den Ergänzungsband – 1913: WAS ICH UNBEDINGT NOCH ERZÄHLEN WOLLTE schon vorher gelesen habe. 

    Wie ich schon schrieb, gefällt mir der Stil des Autors einfach sehr gut, ich schätze vor allem die gelegentlich eingestreuten süffisanten Kommentare, die mir so manches Mal ein Schmunzeln entlockten.

    Jetzt hoffe ich, daß Illies so ein Buch vielleicht über die 50er oder 60er Jahre schreibt – und das bitte schnell!

  4. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  5. Cover des Buches In einem anderen Buch (ISBN: 9783423212946)
    Jasper Fforde

    In einem anderen Buch

     (273)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Man kommt sehr gut in die Geschichte rein. Wenn man noch weiß wer Thursday, Bowden und Landen ist, dürfte man keine Schwierigkeiten haben.

    Der zweite Teil ist sogar noch abgedrehter als der erste. Ich würde sagen, dass der erste Teil schon etwas Verrücktes an sich hatte, aber dieser Teil ist wirklich abgedreht.

    Das meine ich nicht mal negativ, weil ich sowas liebe! Aber das muss man mögen, sonst wird man mit diesem Buch nicht glücklich werden.

    Dieses Mal wird auch mehr Blick auf die Welt und Thursdays Familie gelegt. Die beide so einiges zu bieten und entdecken haben.

    Jeder hat in seiner Familie diesen einen verschrobenen, leicht verrückten Onkel oder Tante. Bei Thursday sind ALLE Mitglieder ihrer Familie so. Und das ist absolut sympathisch – man möchte ein Teil davon sein.

    Die Detailliebe für diese Welt/Gesellschaft ist unglaublich und wirklich alles fügt sich zu einem perfekten Bild zusammen – auch wenn es noch so abgedreht ist.

    Selbst vermeintlich alltägliche Dinge werden zum Erlebnis. Allein die Darstellung eines Buchverkaufes von stark reduzierten Büchern in einem modernen Antiquariat, war der Hammer!

    In diesem Band wurde viel Fokus auf Zeitreisen gelegt.

    Das Ganze auch mehr auf die fiktive, als wissenschaftliche Sicht. Es gab da durchaus Paradoxien, aber die wurden von dem Buch selbst aufgegriffen bzw. angesprochen und sehr charmant erklärt. Deshalb finde ich das wirklich gut gemacht und natürlich ist es auch sehr kreativ in Szene gesetzt. 

    Allerdings erlaubt dieses Konzept der Geschichte sehr viel. Auch außerhalb der Zeitreisesache gibt es ein paar Dinge, wo sich logische Fehler finden lassen. Die werden in aller Regel aber gut kaschiert.

    Man übertreibt bei dieser Reihe auch wirklich nicht, wenn man sagt, dass so ziemlich alles an dem Buch kreativ ist.

    Da wird auch nicht von Parallelwelten, Zeitrealitäten oder auch eine ganze Welt der Gedanken halt gemacht.

    Es werden allgemein sehr viele Themen an- oder besprochen. Wie z.B. Zeitreise, Ausmaß von Erinnerungen, Konzernmonopole, Überwachung, Zensur, der Frage was Kunst ist usw.

    Aber natürlich steht im Mittelpunkt, die Liebe zur Literatur, die man auch in diesem Band überall herauslesen kann – vielleicht sogar noch mehr als im ersten Band, weil sich hier nicht auf ein Roman fokussiert wird.

    Allerdings müsste man alle Werke gelesen haben, auf die hier angespielt werden, weil man sonst ein paar Raffinessen verpasst.

    Das dumme ist, dass man vorher nicht wissen kann, auf was für Werke oder Figuren angespielt werden. Denn es gibt keine Liste oder so etwas. Man merkt das Defizit also erst, wenn es zu spät ist (zumindest wenn man keine Lust hat das Buch zu unterbrechen und das betreffende Werk nachzulesen).

    Was ich auch etwas schade fand war, dass das Buch nicht so ganz in sich abgeschlossen ist – damit hatte ich aber gerechnet, weil es bei dem ersten Band der Fall war.

    Es ist auch nicht gänzlich offen, ich würde sagen es gab in dem Band zwei große Handlungsthemen – eine davon wurde aufgelöst, die andere nicht. Irgendwie fühlte ich mich da fast ein wenig halbherzig zurück gelassen – aber macht nichts, ich habe den dritten zum Glück bereits griffbereit.

     

    Fazit

    Insgesamt bin ich bisher sehr begeistert von der Reihe – ich finde den zweiten Band sogar noch etwas besser als den ersten.
    Es ist unglaublich kreativ, es ist vielschichtig, sehr unterhaltsam und eine Liebeserklärung an die Literatur.

  6. Cover des Buches Die Uralte Metropole - Lumen (ISBN: 9783453529120)
    Christoph Marzi

    Die Uralte Metropole - Lumen

     (343)
    Aktuelle Rezension von: Mizuiro
    Erst das Offensichtliche: Das Cover meiner Ausgabe von Lumen passt schön in die Reihe und ist genauso hübsch wie das der ersten beiden Teile. Irgendwo habe ich es ja schon geschrieben,... Das Cover war ausschlaggebend dafür, dass ich den ersten Teil gekauft habe... Das kann schon einiges ausmachen...
    Die Figuren in Lumen sind uns größtenteils schon aus Lycidas und Lilith bekannt. Emily ist jetzt  achtzehn und schon das mag ich an der Reihe sehr. Dass man als Leser mit den Figuren älter wird. So hängt man noch ein Stück mehr an ihnen. Leider ist man dann noch trauriger wenn man das Buch beendet hat...
    Auch sonst ist das Buch übrigens eine gelungene Fortsetzung seiner Vorgänger. Und ich meine sehr, sehr gelungen. Meistens finde ich es ja extrem schwierig Mehrteiler zu lesen. Da ist zwischen Teil X und Teil Y dann eine Menge Zeit vergangen und man kann sich nicht mehr gut erinnern und viele Autoren lassen einen diesbezüglich dann ja auch ziemlich im Regen stehen.Nicht so bei Lumen! Immer wieder werden Bezüge zu den vorigen Bänden hergestellt, Personen bzw. Ereignisse ins Gedächtnis gerufen und Zusammenhänge erklärt. Und zwar in perfektem Ausmaß. Es ist nicht so, als würde man eine gesamte Zusammenfassung des bisher geschehenen auf 100 Seiten wiedervorgekaut bekommen, aber man wird eben auch nicht einfach so in die Handlung geworfen. Die Gedächtnisstützen sind unauffällig und unaufdringlich im Buch verteilt, sie helfen, aber stören nicht. Perfekt! 
    Der Schreibstil Marzis ist auch in Lumen ganz, ganz großartig wunderbar literarisch und schön passend. Unter anderen Umständen wäre mir der Stil vielleicht zu pathetisch vorgekommen, aber.. ich weiß auch nicht... Master Wittgenstein darf das. Tatsächlich glaube ich, dass es an dem mürrischen Erzähler selbst liegt, dass mich dieser Stil nicht stört. Große Worte und sich wiederholende Wendungen passen einfach zu ihm. Aber fragt nicht mich... 
    Dazu kommen wieder die altbekannten großartigen intertextuellen Verweise, die einem aus jeder Zeile entgegenhüpfen und die ich so liebe! Irgendwann werde ich die Bücher noch einmal lesen und allen Verweisen auf den Grund zu gehen versuchen... Eine schöne Aufgabe fürs hohe Alter.
    Was soll ich noch sagen... Ich bin einfach so richtig begeistert von diesem Buch. Perfekter Stil, perfekte Spannung und das Ende... DAS ENDE!!! Ich bin immer noch ganz fertig...Ich mache es einfach kurz: Ich gebe dem Buch fünf Punkte, was sogar mehr ist, als ich dem zweiten Teil gegeben habe. Auch wenn beide Teile gleichermaßen spannend und sich im Prinzip sehr ähnlich sind, hat mich Lumen weniger verwirrt als Lilith. Die Handlung war eine Spur besser nachzuvollziehen und Lumen hätte in Wahrheit sowieso gleich zehn punkte verdient.
    Fairerweise möchte ich am Schluss noch anmerken, dass bestimmt nicht jeder die Uralte-Metropole-Reihe mögen wird. Der Schreibstil ist schon sehr eigen, weil ziemlich verschachtelt und die Handlungsstränge sind so verworren, das mag man... oder man mag es nicht. In jedem Fall ähneln sich die drei Teile sehr und ich wage zu behaupten: Wer Lycidas nicht gemocht hat, dem werden auch Lilith und Lumen nicht gefallen. Alle anderen sollten Lumen auf alle Fälle eine Chance geben!
  7. Cover des Buches Die Pest (ISBN: 9783499006166)
    Albert Camus

    Die Pest

     (500)
    Aktuelle Rezension von: meetmeattheplot

    Nachdem ich in der letzten Ausgabe des Börsenblatts einen Artikel gelesen hatte, dass auf Grund der Corona Pandemie der Roman von Albert Camus "Die Pest" in den Verkaufszahlen rasant gestiegen ist, musste ich mir bei meiner letzten ReBuy Bestellung den Roman direkt mitbestellen. 


    Albert Camus schafft es in dem Roman, der um 1940 spielt, eine unfassbar reale und zeitlose Geschichte zu schreiben, wie wir sie in den heutigen Zeiten erleben.


    Der Roman spielt in dem  kleinen Ort Oran an der algerischen Küste, der mit seinen klimatischen Verhältnissen von großer Hitze und kaum vorhandener Vegetation geprägt ist. 

    Die Geschichte verfolgt den Arzt Rieux der eines Tages bemerkt, dass in dem kleinen Küstenort sich vermehrt Ratten tummeln, die auf seltsame Art und Weise nach und nach dahin vegetieren. Die Zahl der Ratten steigt stetig und mit der Anzahl der steigenden Ratten nimmt die Geschichte ihren Lauf. Schon bald werden die ersten Vermutungen angestellt, dass es sich bei der Krankheit, die plötzlich in der Bevölkerung Orans auftritt, um die Pest handelt, oder eher eine pestähnliche Epidemie. 

    So nimmt der Roman seinen Lauf und beschreibt in einer unverblümten Art und Weise die unheilvolle Verbreitung der Pest, die damit verbundene Abschottung des Ortes, der sich darin befundenen Bewohner, sowie deren Leid und Sterben. 


    "Alles, was der Mensch beim Spiel der Pest und des Lebens gewinnen konnte, waren Erkenntnis und Erinnerung"


    Verglichen mit der aktuell herrschenden Situation ist es teilweise erschreckend, wie ähnlich die Situationen und die Ausnahmezustände beschrieben werden. Camus beschreibt die hermetische Abriegelung des Ortes, die Einsamkeit der Menschen und das teilweise stille Leiden der zurückgebliebenen so treffend, dass man zwischenzeitlich beim Lesen vergisst, dass der Roman 1940 spielt und nicht in der heutigen Zeit. Camus zeichnet eine glaubwürdige und beängstigende Lage, die nicht treffender auf den Coronavirus passen könnte. 

    Ich als Leser habe mich oft in den Umschreibungen der Gefühle der einzelnen Personen widergefunden.

    Neben denen, die versuchen mit der Situation zurecht zu kommen und sich dem was die Präfektur vorgibt abzufinden, gibt es auch bei "Die Pest" Bewohner des Ortes Oran die versuchen mit allen Mitteln sich gegen diese Anordnungen zu stellen, einen Ausweg zu finden, oder sogar das Vorhandensein der Pest abstreiten.


    Zusammenfassend ist "Die Pest" ein absolut zeitgemäßer Roman, der perfekt in die aktuelle Situation passt und nicht umsonst derzeit so gefragt ist. 

  8. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783832178666)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.083)
    Aktuelle Rezension von: Claudi_liest

    Murakami versteht es, mit seiner schnörkellosen Sprache eine traurige, tiefgründige, romantische und teilweise auch dramatische Atmosphäre zu schaffen. Die durchgehend außergewöhnlichen Charaktere sind so liebevoll und stimmig gezeichnet, dass man sie einfach gern haben muss. 

    Ich finde die Balance zwischen Traum, Wirklichkeit, übersinnlichen Kräften, Prophezeiungen und philosophischen Gedanken sehr gelungen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Ein literarisches Meisterwerk, klare Leseempfehlung!

  9. Cover des Buches Milena und die Briefe der Liebe (ISBN: 9783746635934)
    Stephanie Schuster

    Milena und die Briefe der Liebe

     (18)
    Aktuelle Rezension von: AMCLiest

    Da ich ein absoluter Pragfan und ständig auf der Suche nach interessanten Romanen über die tschechische Geschichte bin, ist mir dieses Buch mit dem wunderschönen Cover aufgefallen.

    Die hübsche Milena Jelenská wächst am Anfang des letzten Jahrhunderts in der tschechischen Hauptstadt auf. Sie ist selbstbewußt und lebenslustig, ein modernes  Mädchen, das gerne ausgeht und sich amüsiert. Sie stammt aus einer großbürgerlichen Familie, ihr Vater ist Arzt und ziemlich streng. Sie interessiert sich für Literatur, Oper  und Musik.  Im Theater lernt sie ihren späteren Mann Ernst Pollak und später im Kaffeehaus Franz Kafka kennen, der sie von Anfang an fasziniert. Ihre Liebesbeziehung zu Ernst Pollak führt zu einer Schwangerschaft, die ihr Vater abbrechen läßt. Dann läßt er sie in eine psychiatrische Anstalt bringen, aus der sie ihr Liebster befreit, um sie zu heiraten und mit ihr nach Wien zu fahren.

    Wien ist zu dieser Zeit eine Stadt voller Gegensätze, auf der einen Seite pulsiert das Leben, auf der anderen herrscht bittere Armut. Die Ehe ist nicht das, was sich Milena erwartet hat, denn Ernst setzt sein Bohmèmeleben fort. Aus lauter Langeweile schreibt  Milena Franz Kafka an,  beginnt seine Bücher zu übersetzen und fängt selbst an, Beiträge für Zeitschriften zu verfassen. Aus dem Briefverkehr mit Kafka entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung voller Sehnsucht  und Begehren, die im Besuch des Schriftstellers in Wien gipfelt. Doch Kafka ist zu krank, zu unsicher und Milena ist zu lebenlustig, so dass ihre Liebe in der realen Welt keine Chance hat.

    Stephanie Schuster gelingt es, ein kleines Meisterwerk ohne Pathos von der fast unbekannten Milena Jesenská zu schaffen, die ihre Liebe zu Kafka und zum Schreiben unabdingbar lebte. Leider sind ihre Briefe an ihn nicht erhalten geblieben, nur seine an sie, die Max Brod Gott sei Dank nicht vernichtet hat.  Von Kafka und den Frauen, seiner Unfähigkeit zu lieben bzw. sich auf eine Beziehung einzulassen, habe ich bis jetzt nicht gewußt. Daher ist dieser Roman auch ein wunderschönes, aber auch trauriges Stück Zeitgeschichte, das leicht, aber doch in die Tiefe gehend geschrieben wurde und die Seele zart berührt. 


     

  10. Cover des Buches Der Prozess (ISBN: 9783861506904)
    Franz Kafka

    Der Prozess

     (56)
    Aktuelle Rezension von: la_vie

    In "Der Prozess" geht es um einen Mann, der angeklagt wird. Wofür? Ja, das weiß er selber nicht, aber das scheint auch keine große Rolle zu spielen, er ist einfach angeklagt. Er selbst ist ständig hin- und hergerissen zwischen Desinteresse und Interesse an seinem eigenen Prozess. Mal nimmt er sich einen Anwalt, mal feuert er ihn wieder. Bis zum Schluss kann er sich kaum entscheiden, aber die wichtigste Entscheidung wird ohnehin ohne ihn getroffen...

    Der Prozess ist durchaus nicht uninteressant. Er enthält einige interessante Szenen und Bilder, die einen zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel wird viel über das Gesetz und Recht diskutiert. Wie sinnvoll es ist und von wem es gemacht wird und gemacht werden sollte. Dazu enthält das Buch ein wirklich schönes Gleichnis über einen Wächter, der den persönlichen Eingang eines Mannes zum Gesetz bewacht und diesen zu Lebzeiten aber nicht durchlässt. Andere Szenen wiederum erschließen sich mir nicht ganz, was für das Verständnis nicht gerade hilfreich ist. Der Aufenthalt von Josef K. (dem Protagonisten) im Dom würde ich hier als Beispielszene anführen, denn dort trifft er den Gefängnisaufseher, der aber mehr wie ein Pfarrer auftritt. 


    Stellenweise ist es schwierig zu lesen und man kann sehr viel hineininterpretieren. Einige Ausführungen über das Gesetz sind sehr lang, wobei die Gedanken schon mal abschweifen können. Das Ende kommt sehr plötzlich, ist etwas verwirrend und ließ mich mit dem Gedanken "Das kann doch jetzt nicht sein..." zurück.
  11. Cover des Buches Franz Kafka: Die Verwandlung (ISBN: 9783123524721)

    Franz Kafka: Die Verwandlung

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Daniela8
    Ich lese die Verwandlung alle paar Jahre mal wieder. Und jedes Mal entdecke ich neue Bilder, Metaphern und Feinheiten in den Figuren und ihrer Interaktion. Dieses Mal hat mich besonders die oft so menschliche, doch eigentlich unmenschliche Verweigerung berührt, sich mit dem, was da ist zu konfrontieren, weil es eben da ist. Auch wenn es unangenehm ist.
  12. Cover des Buches Dame zu Fuchs (ISBN: 9783442715572)
    David Garnett

    Dame zu Fuchs

     (36)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Eine erwachsene Dame wird plötzlich in einen Fuchs verwandelt. Das lässt sich mit keinerlei Naturphilosophie erklären.‘ (Seite 9)

    Silvia Tebrick, geborene Fox, lebt nach ihrer Hochzeit mit Richard Tebrick im ländlichen Oxfordshire.

    Die beiden führen eine sehr glückliche Ehe, doch als die Eheleute bei einem Spaziergang durch ein nahegelegenes Wäldchen in eine Jagd geraten, da verwandelt sich Mrs Tebrick plötzlich in eine Fähe, einen weiblichen Fuchs.

    Mrs Tebrick schmuggelt seine Ehefrau in Fuchsgestalt zurück in ihr Zuhause, schickt unter einem Vorwand alle Angestellten weg und kümmert sich liebevoll um seine Füchsin.

    Die Idee zum Buch finde ich sehr toll, und David Garnett hat das Ganze sehr überzeugend und amüsant umgesetzt. Tatsächlich erzählt er seine Geschichte so plausibel, dass man beim Lesen kaum daran zweifelt, dass sich alles genauso zugetragen hat.

    Gefallen hat mir auch die besondere Stimmung im Buch, die mich nach Oxfordshire versetzt hat, das ich vor ein paar Jahren bereiste und das im Roman sehr authentisch und atmosphärisch geschildert wird.

    Auch das Ende hat mir gut gefallen, obgleich ich den Mittelteil bisweilen etwas zu langatmig fand. Am Anfang und am Ende hat ‚Dame zu Fuchs‘ wirklich Biss und alles in allem ist der knappe Roman eine ebenso kreative wie unterhaltsame Geschichte.

  13. Cover des Buches Die Tote im Götakanal: Ein Kommissar-Beck-Roman (ISBN: 9783499244414)
    Maj Sjöwall

    Die Tote im Götakanal: Ein Kommissar-Beck-Roman

     (86)
    Aktuelle Rezension von: UlrikesBuecherschrank

    In Borenshult(Östergötland)wird eine tote Frau gefunden die nackt im Schleusenbecken lag.Niemand in den angrenzenden Städten oder Bezirken vermisste sie.Martin Beck ist erster Kriminalassisten bei der Stadtpolizei und bearbeitet den Fall.

    Der Schreibstil ist dichter,meiner Meinung nach etwas schwermütig aber zügig zu lesen.Die Protagonisten passen hervorragend in diesen Krimi hinein.Der Spannungsbogen verläuft dabei genau richtig.

    Fazit:Die Handlung spielt sich in Schweden Mitte der sechziger Jahre ab.Die Atmosphäre kam mir beim lesen dichter vor.Das lag auch daran dass manche Sätze kurz gehalten sind und die Dialoge nur aus wenigen Wörtern besteht oder auskommt.Die Zeitsprünge fallen mitunter größer aus und so kann es sein dass bis zu drei solcher Sprünge in einem Kapitel stattfinden.Die Ermittlungen gestalten sich schwieriger aber kurz vor der ersten Hälfte nimmt die Story dann an Fahrt auf.Für mich wurde der Krimi dann auch kurzweiliger zu lesen.Für mich persönlich war es eine kleine Zeitreise zurück wo es noch kein Internet oder Handy gab-nur das klassische Telefon und man schrieb sich noch richtige Briefe, auch bei der Polizei.Ich war positiv überrascht auch deshalb weil es mehrere Verhörprotokolle gibt und ich mir selbst ein "Bild" von den Zeugen machen konnte.Ich muss gestehen dass ich zu Beginn etwas skeptisch war aber Kapitel für Kapitel,es sind 30 an der Zahl,wurde mir die Story sympathischer gerade auch nach der Hälfte des Buches.Im letzten Drittel wurde es für mich richtig spannend,aufregend und fesselnd-da ging es fast Schlag auf Schlag.Dieser typische Schwedenkrimi war für mich unterhaltsam und kurzweilig zu lesen.Es ist das erste Band einer Reihe und ist in sich abgeschlossen.Das Buch ist ein Lesehighlight und vergebe daher gerne 5 Sterne.


  14. Cover des Buches Im Winter dein Herz (ISBN: 9783455650143)
    Benjamin Lebert

    Im Winter dein Herz

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Robert will weg, raus aus der Klinik >Waldesruh<, wo er wegen seiner Essstörung in Behandlung ist. Der Professor hat aber >Winterschlaf< angeordnet und hat mit diesem Programm auch schon Erfolge erzielt. Ebenfalls in der Klinik ist Karl und mit diesem türmt Robert. Karl hat ein Trauma von seiner Arbeit als Polizist, erzählt er während den Therapiesitzungen. Es schneit draußen und an einer Tankstelle treffen sie auf die rassige Türkin Annina. Zu dritt fahren sie los, weg von der Klinik, weg von ihren Problemen und unangenehmen Befindlichkeiten. Auch Annina will einiges hinter sich lassen und jeder erzählt in Häppchen seine Geschichte. Doch der >Winterschlaf< hätte vielleicht doch etwas gebracht und es brechen die alten Wunden wieder auf. Natürlich kommt es auch zum Streit, Unstimmigkeiten und die Stimmung wird zunehmend gereizt. Wird die Fahrt zu einem Neuanfang oder zu einem Rückfall für die drei Suchenden?
    In seinem fünften Roman nimmt uns Benjamin Lebert auf einen ganz speziellen Roadmovie mit und fordert uns Leser heraus, denn das Buch ist nicht einfach zu lesen. Leberts Entwicklung als Autor stockt etwas im Vergleich zum Vorgänger, aber seine Gabe Situationen genau und präzise zu beschreiben ist wie immer hervorragend. Wenn man beim Lesen dran bleiben kann, entfaltet sich ein großartiges Buch und trotz der knapp 160Seiten, fühlt man sich wie in drei komplette Leben hinein gezogen und die Stimmen und Stimmungen hallen lange nach und bringen einem zum grübeln. Hoffentlich findet Benjamin Lebert seinen Weg und schneit nicht ein, denn er kann sehr poetisch, philosophisch und melancholisch schreiben.

  15. Cover des Buches Das Schloß (ISBN: 9783746765839)
    Franz Kafka

    Das Schloß

     (304)
    Aktuelle Rezension von: Frau_J_von_T
    In Kafkas "Das Schloss" begleitet der Leser den angeblichen Landvermesser K., welcher in ein Dorf am Fuße eines Schlosses kommt um dort zu arbeiten. 
    Schnell merkt er, dass Fremde im Dorf nicht gern gesehen sind und dass man sich dem Willen des Schlosses zu fügen hat, egal wie langsam die Mühlen der Bürokratie auch mahlen.

    Mir hat das Romanfragment Kafkas sehr gut gefallen. Auch wenn es nicht immer ganz leicht und flüssig zu lesen und stellenweise wirklich langatmig war, so konnte ich mich der Sogwirkung des Romans nicht entziehen. Obwohl die Figuren eher oberflächlich bleiben und vor alles sehr surreal wirkt, so kann man sich doch auch selbst sehr gut in K. hineinversetzen. Das ewige Bemühen an sein Ziel zu gelangen und immer wieder Steine in den Weg gelegt zu bekommen... Sich ohne Erfolg abzustrampeln... jeder kennt es irgendwie. 

    "Das Schloss" ist ein Roman auf den man sich voll und ganz konzentrieren muss, um nicht darin unter zu gehen. Man liest es nicht einfach mal eben nebenbei. 
    In dieser Ausgabe des Manesse Verlags, die nicht nur super aussieht, befindet sich am Ende noch ein Nachwort von Norbert Gstrein welches ich sehr interessant fand.
  16. Cover des Buches Naked Lunch (ISBN: 9783499256448)
    James Grauerholz

    Naked Lunch

     (86)
    Aktuelle Rezension von: jamal_tuschick
    Mütterlicherseits stammte er von Robert E. Lee ab, einem Guerillavirtuosen im konföderierten Generalsrang. William Seward Burroughs (1914 - 1997) fand in dieser verwandtschaftlichen Beziehung das Motiv für einen Avatar namens Bill Lee. Protagonisten mit Zügen des Autors begegnen allen Milieus mit Neugier und Hochmut. Vierzig Jahre nach meiner ersten Burroughs-Lektüre geht mir auf, in welchem Ausmaß sich dieser Schriftsteller selbst aristokratisiert hat, vielleicht mobilisiert von einer sagenhaften Herkunft. (Wie sehr er dem Süden verhaftet war.) Ich stelle mir Burroughs als einen lebenslang Alimentierten vor. Seine Leute waren vermögend, der von Gossen und ihren Typen auf allen Kontinenten faszinierte Spross hatte seinen Kumpanen immer einen Scheck voraus. Sein Habitus verband sich mit einer Förmlichkeit, die aus europäischen Vorstellungen von einer Privatgelehrtenexistenz gewonnen wurden. In den 1940er Jahren geriet er in Abhängigkeit. Dazu regte ihn Herbert Hunke an, der dem Beat und seiner Generation ein paar Präambeln der Verkehrsordnung diktierte. Burroughs Kaltblütigkeit im Verhältnis zur Sucht erscheint mir heute noch genauso großartig wie als Jugendlicher. Die Folgen blank vor Augen: setzte er sich den ersten Schuß. Das erzählt „Junkie“. In „Naked Lunch“ lebt Burroughs als Bill Lee nach den Junk-Gesetzen. Der Autor wähnt sich in einem Zustand äußerster Luzidität. Er erkennt, was die Welt im Innersten zusammen hält. Der amerikanische Alltagsanschein hält keiner Prüfung stand, in Burroughs´ Matrix löst sich das Raum-Zeit-Kontinuum auf. In diesem paranoiden Universum ist alles Lava aus Gier. Bekanntlich wollten nach Burroughs viele auf die andere Seite durchbrechen: Break On Through To the Other Side. Freeland heißt der Bezirk in „Naked Lunch“. Da trifft Alt-Ägyptisches auf humane und semi-humane Hybriden der Handlungsgegenwart in wabernden Prozessen und mit aztekischen Zimbelierungen. So lese ich heute das Buch. Einst diente es der Erweiterung meines Drogenhorizonts. Burroughs stieß als Feldforscher vor, er experimentierte und analysierte. Er schrieb sich mit Kapazitäten.

    Sein großer Groll galt amerikanischen Behörden: „Und ständig Cops: aalglatte Bundesstaatencops mit Collegebildung, einstudiert routinierte Sprüche, elektronische Augen mustern abwägend deinen Wagen ... knurrige Großstadtbullen, Sheriffs auf dem Land mit weicher Stimme und schwarzem drohendem Blick aus alten Augen von der Farbe eines verwaschenen grauen Flanellhemdes“.

    Kiffer und Säureköpfe lagen Burroughs nicht. Stumpf fand er den beatalarmierten Nachwuchs, der lärmend in Sonderzonen eindrang, die bis dahin gespenstisch stille Refugien genuiner Randgruppen gewesen waren. Die Abgesonderten der ersten Stunde, die Bestimmung folgt Burroughs‘ biografischer Warte, bewegten sich wie ferngesteuert auf geheimen Junkrouten, die New York mit New Orleans und Ciudad de México mit Tanger verbanden. Zumindest suggeriert das der Autor, nicht nur in „Naked Lunch“. Die Entstehungsgeschichte von „Naked Lunch“ ist ein Roman für sich, nachzulesen in der „ursprünglichen Fassung“, die bei Nagel & Kimche vor Jahren erschienen ist. In einem nachträglichen „Protokoll“ behauptete Burroughs, die neunjährige Entstehungsgeschichte seines eigenen Werks im Delirium verpasst zu haben: „Aber ich habe offenbar detaillierte Aufzeichnungen ... gemacht“. An einer anderen Stelle wird die Mystifikation entschleiert. „Wenn ich sage, ich könne mich nicht erinnern, wie ich „Naked Lunch“ geschrieben habe, ist das natürlich eine Übertreibung.“ Die Herausgeber James Grauerholz und Barry Miles weisen auf Verdienste von Allen Ginsberg und Jack Kerouac hin. Die Freunde überarbeiteten das Manuskript wieder und wieder, vermutlich rangen sie es Burroughs ab: „Seine finale Form erhielt es aber erst, als Maurice Girodias im Juni 1959 W.B. mitteilte, er brauche binnen zwei Wochen“ einen druckreifen Text. Der Verleger spekulierte auf den Skandal. Die vorliegende Ausgabe folgt der Edition, „nach der Olympia Press das Buch gesetzt“ hat.  

     

  17. Cover des Buches Das Seil (ISBN: 9783423143455)
    Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Leserstimme

    In einem kleinen Dorf wird am Waldrand ein mysteriöses Seil entdeckt, das direkt in diesen hinein führt. Was hat es zu bedeuten und gibt es ein Ende des Seils? 

    Schritt für Schritt führt uns Stefan aus dem Siepen durch diese unspektakuläre aber nachdenkliche Reise durch den Wald. Mehrere Einwohner, auch Akademiker des Dorfes machen sich auf den Weg ins Ungewisse und sie begreifen schnell, dieses Rätsel ist nicht mit dem Verstand oder Logik zu lösen.Auf dem Weg verschwinden immer wieder Leute der Expedition und zurück bleiben noch mehr Fragen. Wie lange kann diese Gruppe zusammen halten, ohne zu zerbechen? Ist der Sog weiterzugehen, stärker oder geht man lieber zurück in den Alltag, weil man Neues fürchtet? 

    Wie diese interessante und emotional spannende Story zu deuten ist, bleibt jedem selbst überlassen. Ich war begeistert und bin mir nicht sicher, ob der Dreiteiler als Film in Arte dem Buch gleich kommt. Worte können soviel mehr ausdrücken. Eines der besten Bücher, die ich gelesen habe.

  18. Cover des Buches Die Frau in den Dünen (ISBN: 9783293208094)
    Kobo Abe

    Die Frau in den Dünen

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Knigaljub
    Mit dem 1962 erschienenen Roman "Die Frau in den Dünen" gelang dem japanischen Autor Kobo Abe der internationale Durchbruch.
    Die Geschichte handelt von einem Käfer sammelnden Lehrer, der spontan eine Nacht in einem Haus übernachten muss, das sich in einem Sandloch befindet und nur über eine Strickleiter erreichbar ist.
    Nicht nur der Protagonist bleibt (in der Haupterzählung) namenlos, sondern auch die Frau, auf die er im Haus trifft, sowie die Dorfbewohner, von denen die Frau über einen Seilzug versorgt wird. Lediglich durch die der Haupterzählung vorangestellte Vermisstenanzeige, durch die bereits die Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr des Protagonisten zum Platzen gebracht wird, kennt der Leser den Namen des verschwundenen Mannes.
    Durch diese Namenlosigkeit der Personen und auch des Handlungsortes ist das Buch nicht auf Japan festgelegt, sondern universal lesbar und scheint eher allgemeine Probleme des Menschen zu behandeln.

    Nachdem die Strickleiter weg ist, sind der Mann und die Frau vollkommen abhängig von dem, was ihnen geliefert wird. Wie der Mann damit umgeht und ob er irgendwann entgegen der anfangs erzeugten Erwartung wieder frei kommt, sind zentrale Fragen, die einen beim Lesen vorantreiben (und auch über kleinere Längen im Mittelteil hinwegkommen lassen). Zudem stellt sich die Frage, worauf dieser Roman eine Allegorie ist, denn nicht nur die Entwicklung des Mannes, sondern auch das rätselhafte Verhalten der anderen Personen sowie die absurde und wechselhafte Beziehung zwischen dem Mann und der Frau lassen viel Raum für Spekulation und Interpretation.

    Unheimlich genau beschreibt Abe das sandige Schicksal, sodass man als Leser gefühlt fast mit versandet, und spart auch keine expressionistisch anmutenden, unschönen Details aus - etwa, wenn wir erfahren, welche körperlichen Verfallserscheinungen durch den Sand hervorgerufen werden.

    Fazit:
    "Die Frau in den Dünen" ist ein echt abgefahrenes Buch, das sich mit all seiner Merkwürdigkeit sicher im Gedächtnis verhaftet. Wer gerne auch mal ein die Grenzen der Logik missachtendes Buch mit merkwürdig agierendem Personal liest, ist mit diesem japanischen Klassiker sicherlich gut beraten. Vor allem für Kafka-Fans empfehlenswert.
  19. Cover des Buches Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen (ISBN: 9783548609362)
    Francesc Miralles

    Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

     (148)
    Aktuelle Rezension von: Marie1971
    Samuel hat sich den Menschen verschlossen und lebt allein und einsam sein Leben. Bis eine Samtpfote sich langsam aber sicher in sein Herz stiehlt. Als wenn diese eine Mauer Stein für Stein abtragen würde, erweckt sie Samuel wieder zum Leben. Was wär das Leben ohne wunderschöne Geschichten, die tief ins Herz gehen und die Seele auf wundersame Art streicheln. Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen ist eines dieser Bücher, dessen Inhalt sich einem so offenbart. Es ist, als ob es Gefühle regnen würde. Wort für Wort legt sich die Geschichte wie zarter Blütenstaub auf den Leser nieder und verschmilzt zu einem unzertrennbaren Ganzen in seinen Gedanken. Die Protagonisten fügen sich mit einer Selbstverständlichkeit ins Bild, wie wenn es keine andere Möglichkeit gäbe. Es ist als stünde man neben ihnen und könnte sie mit der Fingerspitze berühren. Zu keinem Moment wagt man zu zweifeln, dass sich alles genauso abspielen könnte. Die Fiktion ist sehr nahe an dem eigenen Wunschdenken. Für alle Leser, die mit dem Herzen sehen.
  20. Cover des Buches Zum Teufel mit Kafka (ISBN: 9783946762454)
    Zaffarana Maria

    Zum Teufel mit Kafka

     (22)
    Aktuelle Rezension von: xotil
    Hier war ich total gespannt was mich erwartet .
    Was soll ich sagen ich habe mich wundervoll unterhalten gefühlt .
    Die Autorin hat hier soviel Alltags Situationen mit sehr viel gutem Humor in die Geschichte gepackt ,das ich mehr als einmal tränen gelacht habe .
    Die verschiedenen Situationen erinnern einen immer wieder an Situationen die man selbst so oder ähnlich  mal erlebt hat .
    Man leg das Buch nach dem lesen zur Seite und kann im Rückblick über einiges immer noch schmunzeln , doch die Geschichte beinhaltet natürlich auch mehr als Humor hier geht es um eine Familie  wo jeder Charakter für sich steht.
    Die verschieden Charaktere sind der Autorin super gelungen in der Darstellung und man schließt diese verrückten ,chaotischen Haufen gleich ins Herz 
    Für mich ein gelungener Unterhaltungsroman 


  21. Cover des Buches Gruppenbild mit Dame (ISBN: 9783942656245)
    Heinrich Böll

    Gruppenbild mit Dame

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Marla_Humi

    Zwar drehen sich die Recherchen des "Verfassers" vorrangig um Leni Gruyten/ Pfeiffer, aber die zu Wort kommenden Freundinnen und Bekannten Lenis erzählen selbst auch ihre eigenen Geschichten und berichten von ihrem Über-Leben während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit in Köln. 

    Böll präsentiert eine Fülle von Episoden und Eindrücken. Indem er die Figuren in ihrer eigenen Sprache reden lässt, werden die unterschiedlichsten Charaktere und Milieus lebendig. Alle vereint die schrecklichen und traumatischen Erfahrungen des Krieges, sei es als sowjetischer Kriegsgefangener oder als versteckte Jüdin, als Zivilisten, die irgendwie die Bombenangriffe auf die Stadt Köln überstehen, als Väter, Mütter, Frauen, die ihre Liebsten betrauern. Geschickt wird dokumentarisches Material eingeflochten.

    Aber bei aller Tragik und Trauer werden auch lustige Episoden eingebaut, z.B. der "Tote-Seelen-Skandal", der dazu führt, dass Lenis Vater sein gesamtes Vermögen verliert und nur mit Mühe der Todesstrafe durch die Nazis entgeht. 

    Der "Verfasser" geizt nicht mit ironischen und unterhaltsamen Kommentaren zu seinen Gesprächspartnern und ihren Marotten, wobei er sich selbst nicht ausnimmt. Allein die stellenweise Neigung zu unnötigen Abkürzungen und Ausuferungen schmälert den Lesegenuss.

    Schade, dass Böll vielen nicht mehr bekannt ist.

  22. Cover des Buches Die Kakerlake (ISBN: 9783257245813)
    Ian McEwan

    Die Kakerlake

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Miz_Dobler

    Kafkas Verwandlung war gestern, heute sitzt eine Kakerlake im Amt des Premierministers und setzt ihn endlich um, den Willen des Volkes. Auch wenn das gegen alle Regeln verstößt und ins Chaos führt.


    Ian McEwans Roman ist zwar nicht mehr ganz neu, aber immer noch aktueller denn je. Zumindest für uns Österreicher:innen.


    McEwans beissende Politsatire, die kein Auge trocken lässt, regt zum Nachdenken an und eignet sich ob ihrer Kürze für einen verregneten Herbstnachmittag. 

  23. Cover des Buches Kafkas Puppe (ISBN: 9783401511115)
    Gerd Schneider

    Kafkas Puppe

     (37)
    Aktuelle Rezension von: lovelylarki

    Als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich sofort an den Hasen Felix, den ich als Kind so gerne mochte. Die Geschichte ähnelt sich auf jeden Fall: Eine Puppe geht verloren und schreibt der jungen Besitzerin von ihren Reisen. Hinter den Briefen steckt jedoch Franz Kafka, welcher durch die Begegnung mit dem kleinen Mädchen neue Lebensfreude gewinnt. Er lässt  keinen Tag aus, um die Illusion der lebendig gewordenen Puppe aufrecht zu erhalten und sich neue Abenteuer für die Puppe einfallen zu lassen.

    Das Buch hat einen besonderen, zur Zeit der Story passenden Stil. Manche Passagen waren für mich ein wenig zu träumerisch.. Die wörtliche Rede war nicht immer klar abgegrenzt, sodass ich manche Textstellen nicht ganz einordnen konnte. Insgesamt las ich das Buch trotzdem gerne und war ganz gespannt auf die neuen Briefe der Puppe. 

    Da sich das Buch an der Biografie von Franz Kafka orientiert, kommt es zu einem tragischen Ende der Geschichte. Zum Schluss erfährt man noch ein paar interessante Informationen über das Leben des Schreibers. Wie sich herausstellte, ist nicht alles an der Geschichte des Mädchens und ihrer Puppe erfunden.

    Ich empfehle das Buch insbesondere Kafka-Fans, aber auch allgemein Literaturbegeisterten, die sich gerne auf eine kleine Fantasiereise einlassen.

  24. Cover des Buches Der Prozess (ISBN: 9783833738173)
    Franz Kafka

    Der Prozess

     (22)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    *Der Prozess* von Franz Kafka hat mir in der Hörbuch-Version gelesen von Anna Thalbach recht gut gefallen, mich aber auch nicht zu 100% in seinen Bann gezogen. 

    Es ist eines dieser Bücher, die man "gelesen haben muss" und doch im Gesamtkontext der Literatur für mich eindeutig aus der Zeit gefallen, keinesfalls zeitlos. 

    Die Zeit des Hörens wurde mir zum großen Teil durch die Synchronstimme erleichtert und weniger durch die mir zu intensiven Nebengespräche und Gedanken, Meinungen und Vorurteile aller Beteiligten. 

    Alles in allem eher Schulliteratur, die dann immer und immer wieder durchgekaut werden kann. In der heutigen Zeit setze ich jedoch lieber auf Autor*innen, die mit viel Herz, Humor und Verstand auf den Punkt kommen und es verstehen, Nebenhandlungen als unabdingbar und wertvoll in die Geschichten einzubauen. 

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