Bücher mit dem Tag "julian barnes"

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17 Bücher

  1. Cover des Buches Vom Ende einer Geschichte (ISBN: 9783442748747)
    Julian Barnes

    Vom Ende einer Geschichte

     (241)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Der Ich-Erzähler Tony Webster führt ein Leben des unspektakulären Mittelmasses, das er dem Leser eingesteht. Im Laufe der Novelle erweisen sich seine beschaulichen Erinnerungen lediglich als die schmerzfreie Version dessen, was sich wirklich abgespielt hat.  

    Die Novelle ist meisterhaft aufgebaut und grossartig erzählt. Der zweite Teil liest sich fast wie ein Krimi mit falschen Fährten und überraschenden Wendungen. Ein Buch das nachhallt und einen über die eigenen Erinnerungen nachdenken lässt.

  2. Cover des Buches Flauberts Papagei (ISBN: 9783462044034)
    Julian Barnes

    Flauberts Papagei

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Welcher Papagei stand wohl auf Flauberts Schreibtisch als er seine Meisterwerke schrieb? Diese Frage treibt den englischen Arzt Geoffrey Braithwaite durch Frankreich, auf den Spuren des von ihm so bewunderten Dichters dessen Biografie er schreiben will. Dabei findet er mehr als eine Geschichte, mehr als eine etwas irre helfende Hand und stets begleiten ihn die Werke des Franzosen. 

    Ein Buch dessen Inhalt sich nur schwer wiedergeben lässt, das sich aber hochinteressant liest. Die Geschichte des Arztes tritt dabei fast vollständig in den Hintergrund. Versatzstücke aus Flaubert-Biografien, Literaturwissenschaft, Textgeschichte und amüsante Anekdoten zur Beschäftigung mit Literatur überhaupt – unvergessen bleibt mir die Passage über die Beschreibung von Augen in literarischen Werken -  machen vergessen, dass hier keinesfalls ein unterhaltsames Sachbuch vorliegt, sondern ein Roman. Die Suche nach dem richtigen ausgestopften Papagei ist dabei kaum ein roter Faden zu nennen und doch symbolisiert er wie dieses Buch zu einem Streifzug durch das Leben und die Rezeption Flauberts geht. Wenn man es am wenigsten erwartet taucht er wieder auf und doch spielt die Antwort am Ende kaum eine Rolle. 

    Schwer zu fassen, aber äußerst witzig hat Julian Barnes hier ein interessantes Buch vorgelegt, das jedem, der ein bisschen von Flaubert kennt und sich für sein Lebe interessiert bestens unterhält. Man darf nur niemals vergessen: Es bleibt ein Roman, so sehr es sich auch als Sachbuch und unterhaltsame Lehrstunde ausgibt.

  3. Cover des Buches Die einzige Geschichte (ISBN: 9783462051544)
    Julian Barnes

    Die einzige Geschichte

     (142)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Ich habe wirklich mehr erwartet bei diesem Buch und bin froh es jetzt fertig zu haben. Das Prinzip der Geschichte tönt voll nach meinem Ding aber die Umsetzung ist wirklich nicht berauschend. Es geht um eine Liebesgeschichte zwischen einer 30 jährigen Frau und einem 19 jährigen jungen Mann. (reminds me kinda an billy und jesse hahah) naja also der Altersunterschied spielt irgendwie eine grosse Rolle aber gleichzeitig für die zwei nicht. Das ist natürlich anfangs noch versteckt unter einer Affäre aber wird immer ernster und Marko Paul ist richtig verliebt. Doch der ganzen Geschichte fehlt einfach die Essenz, es ist Gefühlslos und plump geschrieben und die Liebesgeschichte war wirklich so schwach. Ich weiss nicht ob das der Autor gemacht um interessant zu wirken aber es war einfach nur langweilig und langatmig. Es gab kein Faden die Geschichte hatte kein Flow und es fehlte ein Plot. Es war eine gute Idee aber wie gesagt fehlte es einfach an der Umsetzung für mich persönlich. Und auch beim Ende konnte ich nur die Augen verdrehen sorry aber da merkt man einfach dass es mit dem Humorlevel eines 80-jährigen weissen Mannes geschrieben wurde. 

  4. Cover des Buches Lebensstufen (ISBN: 9783442713714)
    Julian Barnes

    Lebensstufen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Knigaljub
    Ich weiß nicht, was das mit mir und Julian Barnes ist: was er schreibt, überwältigt mich - aber nicht das komplette Buch über. So war es (wie bei "Die einzige Geschichte") auch hier.

    "Lebensstufen" beginnt harmlos, erzählt zunächst von Ballonfahrern und dann von Fotografie.

    "Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert." (S. 11)

    Barnes erzählt von Fred Burnaby, Sarah Bernhardt und Félix Tournachon. Von der ersten Fotografie aus einem Ballon und von der Überwindung der Höhe. Wie er das macht, ist durchaus schön, aber ich las die ersten Teile "halb verwirrt und [allenfalls] drei viertel verliebt" (S.59), wusste - den Ballongetriebenen ähnlich - noch nicht ganz, wo diese Reise hingehen soll.

    Und bekam dann den Boden unter den Füßen weggezogen. Denn Barnes bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden: Das Leben dieser Ballonfahrer, diese von ihm erzählte Geschichte - und sein eigenes Leben. Im dritten Teil beschreibt der Autor, wie er sich nach dem Tod seiner Frau gefühlt hat. Welche ehrlichen und treffenden Worte er für diese intensiv(st)e Lebensstufe findet, ohne auf Plattitüden zurückgreifen zu müssen, hat mich beeindruckt und sehr bewegt. Er greift dabei auf in den ersten beiden Teilen etablierte Metaphern und Wendungen zurück und rückt so das ganze Buch in ein neues, auf ganz andere Weise bedeutendes Licht, auch wenn vielleicht der Zusammenhang zu dem anfangs Erzählten nicht unmittelbar thematisiert wird, vielleicht gar nicht ersichtlich ist, so schien mir doch irgendwie verständlich, warum Barnes sich auf diesen Umwegen seiner eigenen, sehr persönlichen Geschichte nähert. Er lässt den Leser in den Himmel aufsteigen, baut eine gewisse Distanz auf, lässt ihn abheben - um ihn dann mit voller Wucht auf den Boden der Tatsachen zurückzuwerfen. Dass ausgerechnet das Aufsteigen in den Himmel mit der Todesthematik verknüpft wird, und dass ausgerechnet die ersten Ballonfahrten (als Symbol für Freiheit und Loslösen von der das Leben begrenzenden Erde) sowie Fotografie (als Symbol für die Konservierung von Erinnerungen) den Ausgangspunkt für das Erzählte bilden und dass es auch in den ersten beiden Teilen um Liebe geht, dürfte ebenfalls kein Zufall sein.

    Wie unglaublich tief verbunden Menschen sein können, und was es heißt, wenn diese Verbindung auseinandergerissen wird, wie der Tod des Lebenspartners für ihn persönlich war und ist, legt Barnes im dritten Teil schonungslos offen - und erwischt den Leser, der sich bereits bequem in dieser dahinplätschernden Luftfahrererzählung eingerichtet hat, damit eiskalt.

    Fazit:
    Ein - nach einem dahinplätschernden Anfang - durch den autobiografischen dritten Teil noch sehr berührendes, emotionales Buch.
  5. Cover des Buches Der Zitronentisch (ISBN: 9783462050318)
    Julian Barnes

    Der Zitronentisch

     (31)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Zwar hat mir nicht jede Geschichte zugesagt, aber ich mochte das Feingefühl, mit dem alle Protagonisten charakterisiert werden. Auch der Witz - und Sarkasmusanteil liegt hier hoch, manches war allerdings schon fast tragisch. Also wer bereit ist, auf relativ wenigen Seiten häufig die Perspektive zu wechseln, wird hier seinen Spaß haben, vor allem, weil es ums Altern geht, denn, egal, ob man das alles noch vor sich hat oder mitten in dieser Phase steckt, interessant ist immer.
  6. Cover des Buches Liebe usw. (ISBN: 9783442731169)
    Julian Barnes

    Liebe usw.

     (15)
    Aktuelle Rezension von: ichundelaine
    "Manche Menschen haben das Glück, oder das Unglück, mehrere Menschen zu lieben, sei es nacheinander oder sich überschneidend; andere dagegen haben das Glück oder Unglück, dass sie nur ein Mal im Leben lieben können."

    Gillian und Stuart sind verheiratet, bis erste den verwegenen und leicht lebensuntüchtigen Stuart kennenlernt und sich daraufhin scheiden lässt. Damit ist die Geschichte aber noch lange nicht zu Ende, denn auch die Ehe von Oliver und Gillian, obwohl mit zwei Kindern gekrönt, ist alles andere als perfekt, was nach ca. zehn Jahren den mittlerweile sehr veränderten Stuart auf den Plan ruft. Stuart überschüttet die Familie förmlich mit Geschenken und es ist einem zunächst nicht ganz klar, welches Motiv er hierbei hat. 

    "Liebe in einem grünbelaubten demokratischen Vorort bei sechstelligem Jahreseinkommen ist etwas anderes als Liebe in einem stalinistischen Straflager."

    Barnes lässt in "Liebe usw." nicht nur die drei Protagonisten sondern auch noch deren Expartner und Nachbarn zu Wort kommen. Durch die auch stilistisch sehr unterschiedlichen Erzählperspektiven erhält die eher nebensächliche Dreieck-Story unfassbar viel Tempo und man vergisst schnell, dass die drei Hauptcharaktere alle eigentlich total ätzend sind. Lustigerweise macht einem das beim Lesen wirklich kaum etwas aus, da Barnes absolut Virtuos erzählt bzw. durch den Mund der Protagonisten und anderer Zeitgenossen erzählen lässt. 

    Der Leser bekommt teilweise die gleiche Geschichte in Olivers bombastisch-schnodderigen, in Stuarts gesittetem oder in Gillians latent verwirrten Ton zu hören und sieht so die Dinge aus mehreren Perspektiven. Ich hatte ehrlich befürchtet, dass die deutsche Übersetzung Barnes Schriftstellerische Fähigkeiten, wie so oft, in Grund und Boden stampfen würde, war hier aber wirklich sehr positiv überrascht, dass Wortwitz und Stil so gut mit transportiert wurden.

    Liebe usw. wäre zwar nicht der Roman von Barnes, den ich als erstes seiner Bücher empfehlen würde, aber definitiv auch nicht als letztes. 



  7. Cover des Buches Unbefugtes Betreten (ISBN: 9783442747221)
    Julian Barnes

    Unbefugtes Betreten

     (15)
    Aktuelle Rezension von: skywatcher
    In seinen klugen, manchmal auch lustigen Kurzgeschichten beschreibt Julian Barnes die Liebe in ihren verschiedenen Facetten, zwischen zwei Eheleuten, die schon lange zusammen sind, zwischen zwei Bekanntschaften, die sich so eben kennengelernt haben, das Ende der Liebe und auch der neuen Liebe nach einer Scheidung und der Liebe zu einer besten Freundin und gleichzeutigen Rivalin.
    Die Zusammenstellung der Geschichten ist gut gewählt, nicht alle haben mir gefallen, aber die Sprache Barnes' überzeugt immer.
  8. Cover des Buches Eine Geschichte der Welt in 10,5 Kapiteln (ISBN: 9783462034516)
    Julian Barnes

    Eine Geschichte der Welt in 10,5 Kapiteln

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Thaila
    Eine klassiche "Geschichte der Welt" ist Julian Barnes Roman nicht. Das Halbe im Titel macht dies ja schon deutlich. Und auch um das Ettikett Roman gab es bei Erscheinen des Buches kontroverse Diskussionen. In der Tat dürfte dieses Buch die Lesererwartungen an einen Roman eher enttäuschen. Es handelt sich um 11 Kurzgeschichten, die durch eine Vielzahl von Motiven miteinander verknüpft sind und sich alle mit der Frage beschäftigen: Was ist Geschichte? Die erste Geschichte beschreibt die Fahrt auf der Arche Noah aus Sicht eines Holzwurmes, der sich an Bord geschlichen hatte. Noah und seine Familie kommen dabei gar nicht gut weg. Noah wird als drunksüchtiger Choleriker beschrieben und das Aussterben von Fabelwesen wie dem Einhorn sei darauf zurückzuführen, dass sie einfach von Noahs Familie aufgegessen worden seien. Anschließend geht es weiter in einem fulminanten, vollkommen unchronlogischen Ritt durch die Geschichte. Eine Geschichte handelt vom Untergang der Medusa und dem berühmten Bild, dass Gérricauld davon malte. Eine andere von einer jungen Frau, die um sich vor einer nuklearen Kathastrophe zu retten mit ihrer Katze aufs Meer hinausrudert. Allerdings weiß man nicht, ob sie verrückt ist und diese Ereignisse tatsächlich stattfinden. Diese Frage muss sich der Leser bei Julian Barnes immer wieder stellen. Was wissen wir eigentlich über Geschichte? Lassen sich Fakt und Fiktion überhaupt voneinander trennen? In Postmoderner Manier ist die Frage paradigmatisch beantwortet: Geschichte ist ein soziales Konstrukt, nicht zuletzt ein Konstrukt der herrschenden Klasse die Gegenwart zu legitimieren. Julian Barnes gelingt es Lesespaß mit einem hohen theoretischen Reflexionsniveau zu verbinden. Dafür sorgt vorallem sein feiner Sprachwitz und eine Kaskade von komischen Einfällen. Ein ganz ausergewöhnliches Buch, dass mir immer wieder Freude macht.
  9. Cover des Buches England, England (ISBN: 9780099526544)
    Julian Barnes

    England, England

     (13)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Vor meiner Zeit (ISBN: 9783462600032)
    Julian Barnes

    Vor meiner Zeit

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Darüber Reden (ISBN: 9783462037074)
    Julian Barnes

    Darüber Reden

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Parrot
    Eine Frau verlässt ihren Mann wegen seines besten Freundes. Das ist unfair und in ihrer jeweiligen Art leiden alle darunter. Bis die Frau handelt und die Situation so befriedet. Sagenhafter Schluss.
  12. Cover des Buches Das Stachelschwein (ISBN: 9783462600025)
    Julian Barnes

    Das Stachelschwein

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches The Sense of an Ending (ISBN: 9780307947727)
    Julian Barnes

    The Sense of an Ending

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Meine Meinung

    Dieser Roman war vollkommen anders als ich vom Klappentext her erwartet hätte, und ich habe mich immer noch nicht so ganz entschieden, ob es eine positive Überraschung war oder nicht. Für mich als Zwanzigjährige war es in jedem Fall ein sehr merkwürdiges Gefühl, mich in einen alten Mann hineinzuversetzen, der auf sein Leben zurückblickt. Ich denke, es wäre wirklich interessant für mich, die Geschichte in zwanzig oder dreißig Jahren noch einmal zu lesen, dann werde ich sicher einen ganz anderen Blick auf manche Dinge haben. Nach der ersten Hälfte des Romans, in der die Jugendzeit des Protagonisten im Mittelpunkt steht, geht es im zweiten Teil vor allem um verpasste Chancen, Reue aufgrund falscher Entscheidungen und um die Streiche, die uns unser Gedächtnis spielt. Mich persönlich hat das Buch vor allem melancholisch gestimmt, mich aufgewühlt und zum Nachdenken gebracht. Am Ende lässt einen die Geschichte mit vielen offenen Fragen zurück. Manchmal hatte ich das Gefühl, hier weniger eine stringente Erzählung zu lesen, sondern eher dem Protagonisten Tony beim Nachdenken zuzuhören. Das macht den Roman nicht schlechter, es ist nur eines der Dinge, die es schwermachen, ihn zu bewerten.

    Adrian ist mir als Figur genauso ein Rätsel geblieben wie dem Protagonisten. Ich kann hier nicht viel über diesen Teil der Handlung sagen, ohne zu spoilern, aber mir kam es vor, als würde jede neue Information zu diesem Charakter nur noch mehr Fragen aufwerfen. Sicher bin ich mir dagegen in meinem Urteil über Veronica. Deren Reiz für Tony und Adrian hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen, ich habe sie als äußerst unsympathische Figur empfunden. Schwierige Familienverhältnisse hin oder her. Bei Protagonist Tony war ich überrascht davon, wie gut ich mich trotz des riesigen Altersunterschieds doch mit ihm identifizieren konnte. Man merkt seiner Erzählstimme sofort an, dass hier jemand mit viel Lebenserfahrung über seine Jugend reflektiert. Wie gesagt, in ein paar Jahrzehnten werde ich seine Gedanken und Gefühle wahrscheinlich noch besser nachvollziehen können als jetzt.

    Fazit

    Ein leiser, melancholischer Roman, der mir die Bewertung äußerst schwer gemacht hat.  

  14. Cover des Buches A History of the World In 10 1/2 Chapters (ISBN: 9780099540120)
  15. Cover des Buches Metroland (ISBN: 9783462045932)
    Julian Barnes

    Metroland

     (11)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Julian Barnes Debut führt in das London der 60er Jahre, dann nach Paris 1968 und endet schließlich wieder im Londoner Suburb Metroland im Jahre 1977. Erzählt wird die Geschichte von Christopher Lloyd, der als Jugendlicher mit seinem Freund Toni die angepassten Erwachsenen verachtet und die mit ihrem Ziel des épater la bourgeoisie ihre Tage neben dem Kultivieren vor allem französischer Literaten des fin de siècle füllen. Diese Erfahrungen bringen den Studenten Christopher zwangsweise in die Heimat dieser verehrten Autoren, doch dort gibt er sich mehr der Affäre mit der bezaubernden Französin Annick hin als sich um das Tagesgeschehen zu kümmern und so verschläft er das hochpolitische Jahr 1968. Zurück in London nimmt sein Leben auch dank Marion einen eher gemäßigten Verlauf und als er 1977 seinen ehemals besten Freund wieder trifft, erkennt er, dass er sein Häuschen, den sicheren Job, die Ehe mit Marion und damit verbundene Treue und das Töchterchen Amy tatsächlich so sehr schätzt, wie er dieses Leben als Jugendlicher verachtete.

    Ein coming of age Roman, der mich restlos begeistern und überzeugen kann. Die Dialoge zwischen Christopher und Toni als Grünschnäbel, die glauben alles zu wissen und aus der Literatur ihre Lebensweisheiten ziehen sind einfach herrlich abgehoben und absurd. Auch die Entdeckung der Liebe in Paris – wo auch sonst – und die abstrusen Umstände der Trennung sind sprachlich umwerfend geschildert. Für mich insbesondere bedeutsam und gelungen die Reflexion des Ichs von 1977 und die Spiegelung der großen Erwartungen des jungen Christopher.

    Ein vor allem sprachlich herausragender Roman, der die Frage beantwortet, warum Barnes immer wieder für die großen Buchpreise nominiert wird. Für mich schon jetzt eines der absoluten Highlights 2015.
  16. Cover des Buches Ein Start ins Leben (ISBN: 9783961610716)
    Anita Brookner

    Ein Start ins Leben

     (22)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Ruth lebt mit ihren Eltern in London. Helen, ihre Mutter ist eine sehr schöne Schauspielerin, die sich nur um sich und um ihr Aussehen kümmert. Sie möchte von allen bewundert werden. Und wenn sie keine Vorstellung im Theater oder Film hat liegt sie im Bett trinkt Alkohol und möchte, dass andere Menschen sich um sie kümmern und preisen. George, ihr Vater ist ganz vernarrt in seine Frau. Helen ist das Zentrum dieser Familie, die Glamour, aber auch Unbeständigkeit hineinbringt. Ganz anders ist da die Mutter von George (Helens Schwiegermutter), sie kümmert sich um Ruth. Die Schwiegermutter gibt den Alltag eine Struktur, hält die Wohnung sauber und versucht Ruth so eine gewisse Nestwärme und Nähe zu geben.

    Dies alles ändert sich als die Großmutter von Ruth stirbt. Sie bekommen eine neue Haushälterin Mrs. Cuttler. Diese ist eher beschäftigt Helen mit Drinks und Zigaretten zu versorgen und sich um sie zu kümmern. Die Wohnung wird immer mehr vernachlässigt. Es finden keine geregelten Essenszeiten mehr statt. Stattdessen wird das Essen (aufgewärmte Tütensuppen) auf Tabletts serviert, die Helen und George auf dem Bett konsumieren. Ruth wird schnell erwachsen. Sie lernt sich selbst zu versorgen. Ansonsten vergräbt sie sich in ihr Zimmer liest Balzac und lernt Französich.

    Ihr tristes Leben erfährt eine Veränderung als sie ihr Studium in Paris fortsetzt....

    Eigene Meinung:

    Dieses Buch ist sehr melancholisch und auch traurig. Die einzelnen Menschen sind sehr schrullig, was ich persönlich als sehr sympatisch finde. Es ist ein schönes Porträt von einer Frau, die versucht in Paris ein neues Leben zu starten. Ob ihr es gelingt werde ich nicht verraten....

  17. Cover des Buches Arthur & George (ISBN: 9783462050301)
    Julian Barnes

    Arthur & George

     (34)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Julian Barnes erzählt mit diesem Roman eine wahre Geschichte aus dem Leben von Sir Arthur Conan Doyle, dem Schöpfer des beratenden Meisterdetektivs Sherlock Holmes.

    1903 werden in der Grafschaft Staffordshire mehrere Tiere gewaltsam verstümmelt und in auftauchenden anonymen Briefen an die Polizei wird der Sohn des lokalen Pfarrers, der Inder ist, dieser Taten bezichtigt. George Edalji, Mischlingskind und angehender beratender Rechtsanwalt, gerät dadurch ins Zwielicht und wird trotz fadenscheiniger und nicht stichhaltiger Beweise von der Justiz zu drei Jahren Haft verurteilt.

    1906 wird der Schriftsteller A. C. Doyle auf den Fall aufmerksam und beginnt selbst hartnäckig zu recherchieren und sieht bald all die Versäumnisse und Vorurteile der Polizei und Bevölkerung bestätigt.
    Seiner Berühmtheit und Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass Edalji's Fall immer wieder aufgegriffen und schlußendlich auch durch das Innenministerium neu behandelt werden muss.

    Der Roman schildert das Leben des Schriftstellers und der Familie Edalji sowie die ganze Geschichte der anonymen Drohbriefe und der schrecklichen Tiermorde sehr genau. All die kleinen Erfolge und auch heftigen Rückschläge in diesem Kampf der beiden Protagonisten gegen die Justiz und gegen vermeintliche Vorurteile sind sehr dicht erzählt... und ermatten beim Lesen.

    Hervorzuheben ist die Idee des Autors, die Biographien der beiden Männer abwechselnd und nicht parallel in einzelnen Kapiteln zu erzählen. So gestaltet sich bis zur Mitte des Buches ein herrlicher biographischer Handlungsbogen, welcher dann im Zusammentreffen der beiden Herren in einem Londoner Hotel kulminiert.
    Der Roman ist vielmehr eine Biographie des Mannes Doyle als ein Kriminalfall, der den Anwalt Edalji betrifft.

    So gerät die Erzählung selbst um Doyle's Recherche, seine Lösungen und seinen Kampf mit der Obrigkeit um die Rehabilitierung des Halbinders George zu einem zähen zweiten Teil des Buches.

    Der Schreibstil und die akribische Aufbereitung sind hier zu loben und wohl auch die Tatsache, dass Doyle dank seiner Berühmtheit durch seinen Detektiv in England mit diesem Fall zur Einrichtung des britischen Berufungsgerichts beitrug.


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