Bücher mit dem Tag "japanische literatur"

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191 Bücher

  1. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (723)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Es sind zwei Monde, oben am tiefblauen Himmel. Zwei Monde, die daraufhin weisen, dass es nicht das Jahr 1984 ist, in dem wir uns befinden. Zumindest nicht das "normale" 1984. Das 1984, das wir kennen. Wir sind falsch abgebogen, in einen falschen Zug gestiegen, bei dessen Schienen eine Weiche umgestellt wurde, so dass wir jetzt woanders sind, in einer anderen Welt. In 1Q84. Doch wir sind nicht alleine. Wir sind nicht die einzigen, deren Welt, deren Leben, sich in einem einzigen Moment völlig verändert. Auch Tengo findet sich in 1Q84 wieder. Tengo, Mathematiklehrer und aufstrebender Autor, der sich dazu bereit erklärt hat, das Manuskript der 17-jähiren Fukaeri so zu überarbeiten, dass der Jury gar nichts anderes übrig bleibt, als ihr den begehrten Literaturpreis eines renommierten Magazins zu verleihen. Und auch Aomame muss sich mit dem Leben in 1Q84 arrangieren. Eigentlich ist sie Fitnesstrainerin, doch nebenbei empfiehlt sie sich als Auftragskillerin, die die Männer misshandelter Frauen für ihre begangenen Taten bestraft. Ihr nächster Auftrag wird dabei auch ihr Letzter sein, denn die Gefahr, in die sie sich dafür begibt, kann größer kaum sein. Weder Tengo, noch Aomame ahnen, welche gravierenden Folgen ihre Entscheidungen und Handlungen in 1Q84 nach sich ziehen und in welchem unglaublichen Kosmos sie sich befinden. Denn nicht nur die veränderte Realität stellt eine Herausforderung für die beiden dar, sondern eine Reihe weiterer Gefahren wartet auf sie. Bereit zuzuschlagen. Da sind die Vorreiter, eine anfangs politische Gruppe, die sich, völlig radikalisiert, zu einer fanatischen religiösen Sekte entwickelt hat.  Da ist ein alt eingesessener Professor, der insgeheim seine eigenen Ziele verfolgt. Und da sind die „Little People“, eine unbekannte Macht, kraftvoll und undurchsichtig, die scheinbar überall ihre Fäden zieht und mysteriöse Puppen aus Luft spinnt. Es ist schwer in Worte zu fassen, dieses 1Q84, dieses unglaubliche Universum, in das Murakami den Leser rückhaltlos zieht. Dabei handelt es sich bei 1Q84, anders als vielerorts vermutet, nicht etwa um eine Parallelwelt zu der unseren, sondern schlichtweg um eine Veränderung der Realität, einer Weiche, die umgestellt wurde. Die Frage, welche Entscheidungen und Handlungen  zu der Umstellung der Weiche führen, ist eine der spannendsten des gesamten Romans. Ist eine Art Strafe für moralische Vergehen, ganz im Sinne von Kafka’s Prozess? Ist es purer Zufall, dass sowohl Tengo, als auch Aomame in dieser Welt gelandet sind ? Oder ist es vielmehr ihre Liebe, die die beiden, obwohl sie sich Jahre lang nicht mehr gesehen haben, gemeinsam hineinwirft in diese gefährliche, undurchsichtige Welt? Die Sprache ist typisch Murakami – bildhaft, metaphorisch, geladen. In alt üblicher Manier schildert der Autor diese Welt so detailreich, so fantastisch, dass man gar nicht in der Lage ist, die Existenz von Dingen wie den „Little People“ in Frage zu stellen. Dass man niemals anzweifeln würde, dass durch das Spinnen einer Puppe aus Luft eine gewaltige Explosion entstehen kann. Dabei spannt Murakami den Bogen weit über aktuelle Themen wie Politik, Religion, die Rolle von Sekten, Literatur und Musik – alles taucht auf im Kosmos von 1Q84. Da wird sich auf von Wittgenstein berufen, auf Jung, Platon und Aristoteles. Es wird Proust gelesen und Schallplatten der 50er gehört. Und es wird Orwell zitiert. Immer wieder rückt dessen Dystopie "1984" in den Fokus, so dass die Parallelen unvermeidbar werden. Der "Big Brother" und die "Little People" - beide kontrollieren sie, beide bewachen sie. Doch im Gegensatz zu dem "Big Brother", der alles von oben in seinem alles überschauenden Blick hat, agieren die "Little People" in kleineren Dimensionen, bewachen von innen, direkt aus der Gesellschaft heraus. Es ist keine Frage: 1Q84 ist ein unglaubliches, ein mitreißendes Buch. Es ist eine Art Dystopie und gleichzeitig eine Geschichte über Mut, Freundschaft  und bedingungsloses Vertrauen. Und es ist eine Geschichte über Liebe. Über grenzenlose, Jahre überdauernde Liebe. Über zwei Menschen, die sich durch nur einen einzigen Moment ein Leben lang verbunden fühlen und einander nicht aufgeben. Zugegeben, Sie müssen sich darauf einlassen, auf die Reise in die Welt von 1Q84. Doch haben Sie dies getan, werden Sie dieser Welt nicht mehr so schnell entfliehen können. Die gut 1000 Seiten lesen sich dabei wie im Flug und der unglaubliche (unglaublich böse) Cliffhänger am Ende von Buch 2 wird sie direkt zu Buch 3 greifen lassen. Neben "Hard boiled wonderland und das Ende der Welt" für mich der beste Murakami!                            

  2. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783442740437)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.077)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Haruki Murakamis berühmter Roman „Kafa am Strand“ startet sehr einnehmend! Einmal haben wir den Ich-Erzähler Kafka Tamura, der beschließt, an seinem 15. Geburtstag von zu Hause wegzulaufen und diesen Plan auch erfolgreich umsetzt. Er ist ein Einzelgänger, dessen Vater sich nicht groß um ihn zu kümmern scheint. Seine Mutter und seine Schwester hat er seit seinem vierten Lebensjahr nicht mehr gesehen. Aber was ihn von zu Hause forttreibt ist eine seltsame Prophezeiung.

    Neben Kafkas Erzählung gibt es immer wieder Einschübe, die von einem unerklärlichen Vorfall in den 40er Jahren berichten, bei dem eine ganze Grundschulklasse bei einem Ausflug in die Berge plötzlich in eine Art Ohnmacht gefallen ist. Die Protokolle dieses Unglücks sind spannend und geben der Story den richtigen Pep. Und dann gibt es natürlich noch Nakata: Der ältere Mann ist etwas langsam, kann nach einem Unfall in der Kindheit weder lesen noch schreiben, dafür aber mit Katzen sprechen.

    So weit so gut! Leider hatte ich das Gefühl, Murakami hat irgendwann komplett aus den Augen verloren, wie er den Roman begonnen hat und hat sich einfach von Absurdität zu Absurdität treiben lassen. Diverse Handlungsstränge, die den Roman erst interessant gemacht haben, werden fallengelassen oder nur noch am Rande erwähnt. (Das Unglück in den Bergen? Vergessen. Kafkas Vater und seine Flöte aus Katzenseelen für die wir Szenen krasser Tierquälerei durchstehen mussten? Nö, kein Bedarf mehr. Kafkas Aussetzer, bei denen er Leute verletzt haben soll? Nicht der Rede wert. Gespräche mit Katzen? Ausgemustert. Die Prophezeiung? Nicht so wichtig.) Wer sich irgendeine Form von Aufklärung oder Aha-Effekt erwartet, wird hier auf ganzer Linie enttäuscht. Aber was sind schon Aufklärung oder ein schlüssiges Ende wenn man Geister, Inzest, Sex und viel Schwafelei über Komponisten und klassische Musik bekommen kann?

    Schwer auf die Nerven gefallen ist mir auch Kafka selbst. Ein Eisblock von einer Hauptfigur, der kaum den Mund auf bekommt, viel grübelt, viel zu viel von seinem Penis erzählt – mindestens dreimal wird erwähnt, dass sich seine Vorhaut schält respektive gerade geschält hat. Was zur Hölle? Geh zum Arzt, Junge! - und der noch nicht mal in seiner ersten Verliebtheit nahbar wirkt. Was für eine Wohltat war es da, Nakatas Teil der Geschichte zu lesen! Bei Nakata gibt es kein intellektuelles rumgeeiere, dafür brachte mich seine offene Art oft zum Schmunzeln. Ein Jammer, dass seine Geschichte so sang und klanglos endet.

    Die Krönung des Ganzen waren dann absolut unnötige Sexszenen zwischen Kafka und einer etwa 40 Jahr älteren Frau, die vielleicht seine Mutter ist und eine Vergewaltigung, bei der das weibliche Opfer laut dem Gefühl des Vergewaltigers Lust empfindet. Klar. Aber vielleicht war es nur ein Geist, dann wird das Ganze schon ok sein. *Ironie off*

    Für mich wurde der Roman nach einem grandiosen Start nach und nach komplett in den Sand gesetzt. Es wurde immer absurder, immer abgedrehter und ich habe immer mehr das Interesse verloren. Die Sexszenen waren auch für Murakamis Verhältnisse absolut drüber. Sowas brauche ich definitiv nicht noch mal.

  3. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

     (317)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Der namenlose Maler hat mit dem portretieren der mutmaßlichen Tochtes seines neuen Freundes und Nachbarn Menshiki begonnen. Er genießt die Sitzungen mit Marie, nach und nach entsteht eine Vertrautheit zwischen den beiden. Mit ihr kehrt die Erinnerun an seine kleine Schwester zurück, deren Tod er nie ganz überwunden zu haben scheint und nach der er in jeder Frau seither gesucht hat. Von seiner Frau hat er mittlerweile die Scheidungspapiere erhalten, denn sie ist schwanger von einem anderen Mann. Die Tatsache seinen eigenen Malstil gefunden zu haben gibt ihm dennoch sein Selbstvertrauen zurück und hilft im über die Trennung hinweg. Als Marie dann eines verschwindet ist er fest davon überzeugt, dass dies etwas mit dem Gemälde "Die Ermordung des Commendatore" zu tun hat. So macht er sich auf den alten Meister in der Seniorenressidenz zu besuchen und findet dort den Weg, der, durch eine Luke im Boden, in eine andere Welt führt. Die Welt der Grube im Wald..

    Der Autor schafft es auch im zweiten Band eine ruhige, mystische Atmosphäre unter denren Oberfläche eine permanente Beklemmung/ Anspannung spürbar ist. Die Charaktere rund um den Ich- Erzähler bleiben unergründlich und somit schwer einschätzbar. Vor allem Marie wirkt für ihr Alter teilweise sehr abgeklärt und weise, fast schwingungsunfähig. Die Ereignisse rund um das Verschwinden verwischen die Grenzen zwischen Realtität und Fantasy. Die Symbolik der Idee, Metapher und dem Abstieg in die eigenen Abgründe lässt mich zwar letztendlich etwas ratlos zurück, dennoch eine Empfehlung.  

  4. Cover des Buches Naokos Lächeln (ISBN: 9783442744947)
    Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

     (933)
    Aktuelle Rezension von: Nackt_und_Gluecklich

    Haruki Murakami beweist, dass man Liebesgeschichten schreiben kann, ohne dass es kitschig ist. ohne dass man sich als Leser vor all den Klischees gruseln muss. Absolute Leseempfehlung.

  5. Cover des Buches Die Ladenhüterin (ISBN: 9783746636061)
    Sayaka Murata

    Die Ladenhüterin

     (255)
    Aktuelle Rezension von: maedchenausberlinliest

    In "Die Ladenhüterin" von Sayaka Murata geht es um Keiko, die schon im frühen Kindesalter bemerkt, dass sie anders als ihre Klassenkameraden ist und immer wieder mit ihren Aktionen und fehlender Empathie auffällt und Ärger bekommt. Deswegen beschließt sie nur noch das nötigste zu sprechen und nicht mehr eigenmächtig zu handeln.

    Als junge Erwachsene fängt sie als Ladenhilfe in einem Konbini, einem so genannten Convenience Store an zu arbeiten und findet dort ihre Bestimmung. Diesem Job bleibt sie sage und schreibe 18 Jahre lang treu, bis sie Shiraha, eine männliche Aushilfe im Konbini kennenlernt. Shiraha ist anders als Keiko, eher ein Taugenichts der nichts von der Arbeit hält und seine weiblichen Kunden stalkt.
    Keiko und Shiraha haben jedoch eine Gemeinsamkeit, denn beide werden von ihrer Familie und Freunde als Außenseiter betrachtet, da beide als Aushilfe arbeiten und immer noch unverheiratet sind.

    Für mich war "Die Ladenhüterin" eine leichte Geschichte zum weglesen. Die Geschichte an sich ist aber doch eher traurig, bedrückend und sehr verrückt. Das Ende hatte ich mir so nicht erwartet.

    Leider konnte mich mein zweites japanisches Buch auch nicht begeistern. Jedoch fand ich den Einblick in die japanische Kultur sehr spannend.

  6. Cover des Buches Battle Royale (ISBN: 9783453437210)
    Koushun Takami

    Battle Royale

     (196)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Bin damals durch Suzanne Collins' "Hungergames" drauf aufmerksam geworden. "Battle Royale" hat dann noch eins drauf gesetzt. Die Handlung ist zwar völlig surreal, aber trotzdem handeln die Charaktere absolut nachvollziehbar. Mir ist es immer wichtig, dass ich mich in Charaktere hineinversetzen kann, was Koushun Takami wirklich gelungen ist (trotz der kulturellen Unterschiede). Er schafft es innerhalb weniger Seiten einen Charaker so tiefgehend zu beleuchten, dass man erst merkt, wie sehr man ihn doch mochte, wenn er gerade von jemand anderem brutal getötet wird. Gänsehaut & Emotionschaos pur! 

    Die Tribute von Panem sind dagegen nur ein müder Abklatsch.

  7. Cover des Buches Das Geschenk eines Regentages (ISBN: 9783103970678)
    Makoto Shinkai

    Das Geschenk eines Regentages

     (84)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Da bei uns ebenfalls eine Katze zu Hause ist, hat mir die Idee des Buches gut gefallen. Auch der Anfang war schön umgesetzt. Kann ich doch aus Erfahrung sagen, dass Katzen Stimmungen wahrnehmen bzw. mit ihrem Verhalten selbst Stimmungen ausdrücken können. 

    Im Verlauf der Handlung nehmen die Katzen für mich in ihrem Verhalten doch zu stark menschliche Züge an, was ich dann nicht mehr überzeugend fand. Für mich persönlich ist das dann doch das falsche Genre. 


  8. Cover des Buches Schwimmen mit Elefanten (ISBN: 9783746630809)
    Yoko Ogawa

    Schwimmen mit Elefanten

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 318 Seiten

    Verlag: Aufbau Taschenbuch (5. Dezember 2014)

    ISBN-13: 978-3746630809

    Originaltitel: Neko wo Daite Zô to Oyogu

    Übersetzung: Sabine Mangold

    Preis: 9,99 €

    auch als E-Book erhältlich


    Surreal und berührend


    Inhalt:

    Der Junge wurde mit einer Missbildung der Lippen geboren. Deshalb wird er von anderen Kindern gehänselt. Seine einzigen Freunde sind ein toter Elefant, ein imaginäres Mädchen und ein toter Busfahrer. Nach und nach wird sich dieser Freundeskreis auch auf lebende Menschen erweitern, allen voran ein ehemaliger Busfahrer, der den Jungen das Schachspielen lehrt. In diesem findet er eine erhabene Schönheit und eine ganze Welt.


    Meine Meinung:

    Selten gibt Yoko Ogawa ihren Figuren Namen, so auch hier. Der Junge wird stets „der Junge“ genannt, auch als er schon längst erwachsen ist. Das mag einem seltsam erscheinen, aber eigentlich passt es hier ganz gut, denn der Junge beschließt im Alter von elf Jahren, nicht mehr weiterzuwachsen. 


    Mir gefällt Yoko Ogawas kraftvoller Schreibstil sehr gut. Sie entführt einen damit in eine fremde Welt und bringt sie einem nahe. Obwohl die Geschehnisse zum Teil recht unrealistisch sind, kann man sich gut in die Handlung hineinfühlen. Besonders die Gedanken des Jungen werden detailliert dargestellt.


    Wer mit dem Schachspiel überhaupt nicht vertraut ist, wird hier möglicherweise außen vor bleiben und dem Roman nichts abgewinnen können. Denn Schach dominiert hier alles, das Brett, die Figuren, die Spielzüge. In all dem gibt es so viel zu entdecken. Das Schachspiel wird als eine Sinfonie beschrieben, ein Kunstwerk, die Spielzüge als verschlungene Muster. Ich bin leider nicht so ein begnadeter Schachspieler wie der Junge, aber ab und zu spiele ich. Und so konnte ich leicht nachvollziehen, was der Junge darin sieht.


    Mich konnte die Autorin mit diesem Werk bezaubern und berühren. 


    ★★★★★

  9. Cover des Buches Sputnik Sweetheart (ISBN: 9783832161002)
    Haruki Murakami

    Sputnik Sweetheart

     (389)
    Aktuelle Rezension von: maedchenausberlinliest

    „Sputnik Sweetheart“ von Haruki Murakami handelt von einem jungen Lehrer, der in seine ehemalige Kommilitonin Sumire verliebt ist, mit der er die Liebe zum Lesen teilt.

    Sumire sieht ihren Freund aber leider nur als guten Freund und hat keinerlei romantischen Gefühle für ihn. Sie ist sehr Ichbezogen und egoistisch.

    Sumire verliebt sich unsterblich in die 17 Jahre ältere Miu, die eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist und Sumire zu einer Reise nach Europa einlädt. Als sie schließlich auf einer griechischen Insel reisen, verschwindet Sumire und Miu kontaktiert den jungen Lehrer, damit er ihr bei der Suche nach Sumire helfen kann.

    Ich habe erstmal 50 Seiten gebraucht damit ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, da aus der Sichtweise einer dritten Person erzählt wird. Mir hat besonders gut gefallen, dass man irgendwann von dem Ich-Erzähler etwas mehr erfährt. Es wurde dann auch spannender, aber das Ende hat mich leider richtig enttäuscht, da das Buch leider etwas ins Übersinnliche abgedriftet ist und für mich so leider total unrealistisch war und ich hinterher noch Fragen hatten, die leider mit dem Ende nicht beantwortet wurden. Die sommerliche Atmosphäre hat mir trotzdem sehr gut gefallen.

  10. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783746637600)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

     (409)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    In einer der Rezensionen, die ich vor dem Kauf von „Die Vegetarierin“ gelesen habe, wurde das Wort „kafkaesk“ verwendet – und das war einer der Gründe, warum ich neugierig geworden bin. Ich war zu Studienzeiten kein riesiger Kafka-Fan, aber einige Werke von ihm mochte ich sehr gerne, weil sie sich so angenehm aus der Masse an Hochliteratur abgehoben haben. Und nach dem Lesen von Han Kangs Roman weiß ich nun auch, dass der Begriff recht gut passt. Hier vermischen sich Realismus und Surrealismus, gewürzt mit einer Portion Psychologie. Und auch die für Kafka so typische Entfremdung ist zu finden, etwa wenn Yong-hye davon träumt, eine Pflanze zu werden, und sie diesem Idealzustand durch die Arbeit ihres Schwagers ein Stück näher kommt.

    Wie in der Einleitung schon erwähnt, geht es nur vordergründig um den Vegetarismus; er ist vielmehr ein Symbol. Denn was wirklich im Mittelpunkt von Han Kangs Werk steht, ist die Rolle der Frau in der koreanischen Gesellschaft. Gepresst in ein System, das keine Abweichungen erlaubt, soll sich Yong-hye allem unterordnen: den allgemeingültigen Normen, ihrem Vater, ihrem Ehemann. Sie wählt einen anderen Weg, muss dafür Ablehnung und Schmerz erfahren und ist doch in den Momenten am glücklichsten, wenn sie sich selbst treu bleibt.

    Der Roman ist aus drei Perspektiven erzählt. Im ersten Teil kommt Yong-hyes Ehemann zu Wort, der die Veränderungen an seiner Frau beschreibt und kommentiert. Der zweite Teil ist aus Sicht von Yong-hyes Schwager erzählt, der eine sexuelle Obsession für die Protagonistin hat. Yong-hyes Schwester erzählt den dritten Teil. Die nüchterne Sprache ist Geschmackssache; ich mochte diesen Stil gerne, er war schnörkellos und geradlinig, was gut zu der befremdlichen Atmosphäre gepasst hat. Auch die Figuren waren interessant konzipiert, vor allem Yong-hye und ihre Schwester In-hye.

    Emotional hat mich „Die Vegetarierin“ nur zu Beginn packen können, als Yong-hyes Entwicklung beginnt und sie sich zunächst weigert, tierische Produkte zu essen. Nahezu ihre gesamte Familie hat mit diesem Umstand zu kämpfen, Yong-hye wird angefeindet und erfährt körperliche Gewalt. Und je stärker sie sich verändert, desto ratloser reagiert ihr Umfeld. Der Wechsel zum Schwager als Erzähler hat mich allerdings nicht abgeholt. Seine Besessenheit von Yong-hye gibt der Story noch mal eine neue Richtung, hat mich aber auch von der Protagonistin entfernt. Erst als In-hye als Schwester zu Wort kommt, habe ich wieder besser in die Geschichte gefunden. Am Ende hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass noch nicht alles Wichtige gesagt war, was mich nicht gestört, aber irgendwie einen unfertigen Eindruck hinterlassen hat.

    Fazit:

    Letzten Endes mochte ich „Die Vegetarierin“, seine diffus surrealistische Stimmung und den nüchternen Stil gerne. Yong-hye als Protagonistin, die nie selbst zu Wort kommt, war eine spannende Figur, die man nach und nach bruchstückhaft aufdeckt und kennenlernt. Der Mittelteil hat für mich einen Bruch dargestellt, mit dem ich nicht so viel anfangen konnte, und ich hatte das Gefühl, dass noch nicht alles Wichtige gesagt war. Dennoch war es für mich ein schöner Abstecher in die koreanische Literatur.

  11. Cover des Buches Die zehn Lieben des Nishino (ISBN: 9783446261693)
    Hiromi Kawakami

    Die zehn Lieben des Nishino

     (89)
    Aktuelle Rezension von: Kirschbluete

    Der Roman erzählt auf ungewöhnliche Weise vom Charakter Nishino. Nishino hat während seines Lebens unterschiedliche Liebschaften, kann aber an keiner längere Zeit festhalten. Manche von ihnen laufen sogar parallel.

    Im Roman werden zehn Liebschaften von Nishino näher beleuchtet. Dabei werden die zehn Kurzgeschichten jeweils aus der Perspektive der jeweiligen Geliebten erzählt. Dadurch erhält man nur ein vages Bild von Nishino und seinen Beweggründen, warum keine Beziehung bei ihm von langer Dauer ist. Denn alles was man erfährt, sind nur Interpretationen seiner Geliebten. Es ist nicht klar, ob er sie anlügt oder sie etwas falsch interpretieren.

    Die zehn Kurzgeschichten sind zudem nicht in chronologischer Reihen geordnet. Trotzdem lassen sich die meisten Geschichten zeitlich einordnen. Manche Kurzgeschichten verlaufen zeitlich parallel, sodass man manchmal einen anderen Blickwinkel auf dieselbe Situation erhält. Dadurch wird deutlich wie subjektiv der Eindruck ist, den wir von Nishino erhalten.

    Das Buch ist einer klaren, einfachen Sprache formuliert. Es gibt Einblicke in japanische Lebens- und Denkweisen. An einigen Stellen ist es möglicherweise nicht einfach zu verstehen, wenn man bestimmte japanische Begriffe, wie z.B. Ryokan, nicht kennt.

    Fazit: „Die zehn Lieben des Herrn Nishinos“ ist ein Roman, der den Leser sehr stark dazu auffordert sich sein eigenes Bild von seinem Protagonisten zu formen. Wenn man sich drauf einlässt, bekommt man eine außergewöhnlichen Roman, der keine geradlinige und klare Geschichte erzählt.

  12. Cover des Buches 1Q84 (Buch 3) (ISBN: 9783442743636)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 3)

     (427)
    Aktuelle Rezension von: UlrikeBode

    Das Cover ist auf der einen Seite eigentlich sehr schlicht gestaltet, auf der anderen allerdings auch besonders, vor allem in seiner Farbgestaltung. Es sagt alle aber auch nichts aus über den Inhalt.

     

    Die Protagonisten und deren Charaktere sind sehr glaubwürdig und detailliert beschrieben. Deren persönliche Geschichte wird im Laufe des Romans immer deutlicher und aufschlussreicher..

    In einer sehr bildgewaltigen Sprache und einem fantasievollen, klugen, lehrreichen und von Akribie strotzendem Schreibstil schafft es der Autor den Leser in eine surreale Welt zu entführen und nicht mehr loszulassen. Was mich persönlich allerdings abgeschreckt hat, waren die explizit beschrieben Missbrauchsszenen und die Denkweise des Täters über seine Opfer. Dies grenzt für schon fast an Wahnsinn.

    Man kann es eigentlich nicht packen was da auf einen einströmt. So vieles, Entscheidungen, Herkunft, Kindheitserlebnisse, alles hat Einfluss auf unser, aber auch das Leben unserer Mitmenschen. Würden wir gezielt darüber nachdenken, „was wäre wenn“ würden wir verrückt.

    Dieser Roman lebt von zwei ganz konträren Seiten, schwarz oder weiß, gut oder böse, Realismus und Fiktion.

    Trotz aller Tragik und Grausamkeit, die ich hier auch erfahren habe, hat mich der Roman dennoch gefesselt. Ich habe mich in einer Welt voller Grausamkeiten und Liebe, Genuss und Abscheu, Wahnsinn und Beherrschung bewegt, als sei ich streckenweise im falschen Film gelandet.

    Empfehlenswert finde ich das Buch trotzdem.

  13. Cover des Buches Die unheimliche Bibliothek (ISBN: 9783832162931)
    Haruki Murakami

    Die unheimliche Bibliothek

     (179)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    "Die unheimliche Bibliothek" ist die gelungene Hommage Murakamis an Franz Kafka. Die kurze, surreale Geschichte lässt sich guten Gewissens als kafkaesk bezeichnen, gleichzeitig kommt der ganz eigene Stil Murakamis hervorragend zur Geltung. Die Stimmung ist düster, die Handlung stimmig und voller Andeutungen. Ergänzt wird das Werk durch wunderschöne Zeichnungen, die den Leser vollends in die Welt des Buches entführen.

     Mit Illustrationen.

  14. Cover des Buches Wilde Schafsjagd (ISBN: 9783832178994)
    Haruki Murakami

    Wilde Schafsjagd

     (408)
    Aktuelle Rezension von: Syakka

    Die Geschichte liest sich locker weg. 

    Mir ist aber nicht klar, was mir der Künstler nun sagen wollte. Gefallen hat mir das Atmosphärische, man bekommt einen gewissen Eindruck vom alltäglichen Japan (der 70er). Aber die Schafsjagd war nicht wild, eher lahm, zu viele „Zufälle“, die die Suche weiterbringen, das Ende auch irgendwie dämlich...

    Also nein.... 

  15. Cover des Buches Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (ISBN: 9783442715152)
    Haruki Murakami

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

     (619)
    Aktuelle Rezension von: full-bookshelves

    Meinung: Als ich Kafka am Strand gelesen habe, bin ich sehr begeistert von dem Autor gewesen. Darum wollte ich mehr von ihm lesen! Mein zweites Buch wurde also das hier.

    Der Schreibstil war genauso packend wie gewohnt. Leicht und flüssig zu lesen, ohne langatmige Stellen.

    Die Spannung baut sich langsam auf und bleibt dann eigentlich auf einem Punkt. Gegen Ende wird es nochmal kurz spannender und dann hätte ich mir noch ein bisschen mehr Geschichte gewünscht.

    Das Ende kam mir einfach zu plötzlich und mit zu wenig Auflösungen. Andererseits hat man dadurch natürlich die Freiheit, selber viel darüber nachzudenken.

    Fazit: Ein schönes Buch über das Bewältigen eines Traumas, Freundschaft, Trauer und die Liebe. Murakami schreibt leicht und doch tiefgründig. Ich kann die Geschichte auf jeden Fall empfehlen!

  16. Cover des Buches Liebe am Papierrand (ISBN: 9783746631233)
    Yoko Ogawa

    Liebe am Papierrand

     (49)
    Aktuelle Rezension von: JacqueRoe

    Klapptentext: "Ein junge Frau, die ein rätselhaftes Ohrenleiden hat, lernt einen Stenographen kennen. Sie fühlt sich auf geheimnisvolle Weise zu ihm hingezogen und bittet ihn, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Dank seiner Aufzeichnungen beginnt sie die Rästel ihrer Vergangenheit zu verstehen. Doch schon bald muss sie erkennen, dass der Stenograph nur eine begrenzte Menge Papier zur Verfügung hat ..."

    Eine junge Frau muss sich fast ganz verlieren um sich wieder zu finden und neue entdecken zu können. Schwach und zerbrechlich, wie auch zerbrochen beginnt ihr Weg, aus dem sie am Ende gestärkt und sich ihrer selbst vielleicht zum ersten Mal bewusst hervorgeht und bereits ist, sich dem Leben zu stellen. Dabei wünscht man ihr, dass sie der Zauber ihrer Ohren und seiner Hände nie verlassen möge.

    In einem muss ich dem Klappentext widersprechen - erst sehr nah am Ende der Geschichte, also keineswegs "schon bald" wird die Endlichkeit des Papiermenge klar. Zuvor passiert vieles unbeschwert von dieser Erkenntnis.

    Magie und Realität sind in diesem Roman auf so feine, so zarte und so leise Art miteinander verbunden. Erst ganz langsam beginnt man im Laufe der Geschichte zu enträtseln, wo die eine beginnt und die andere aufhört. Doch es gelingt am Ende nicht wirklich zwischen Magie und Realität sauber zu trennen; die Realität bleibt magisch, die Magie scheint real zu sein. Das Geheimnis darf ein Geheimnis bleiben.

    Yoko Ogawa ist ganz sicher ein Name, den ich mir merken werde. Gerne will ich noch mehr solch wunderbare wundersame Geschichten lesen.

  17. Cover des Buches Never Let Me Go (ISBN: 9780571258093)
    Kazuo Ishiguro

    Never Let Me Go

     (124)
    Aktuelle Rezension von: TinaGer

    I didn’t know anything about the book when I started to read it and had the pleasure of slowly sliding into Kathy’s world – a dystopian world without being science fiction. There is a mystery about the protagonists, but it does not really matter. Ishiguro reflects on fate, dignity and humanity in a most compelling way. He challenges the reader to think about self-determination and our ability to shape our destinies. How much of a choice do we really have?

  18. Cover des Buches Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt (ISBN: 9783442713974)
    Haruki Murakami

    Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

     (531)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Wunderbares Buch, sehr phantasievoll, typisches Buch von Haruki Murakami

  19. Cover des Buches Südlich der Grenze, westlich der Sonne (ISBN: 9783832197070)
    Haruki Murakami

    Südlich der Grenze, westlich der Sonne

     (1.059)
    Aktuelle Rezension von: Milaliebt

    Haruki Murakamis Durchbruchsroman, „Gefährliche Geliebte“ ist im Jahr 2002 erschienen. Die Erstübersetzung aus dem Englischen sorgte für reichlich Furore. Die saloppe Sprache, verdeutlicht etwa durch die explizite Darstellung der Sexualität, führte zum Meinungsstreit und anschließenden Auflösung des literarischen Quartetts. Sigrid Löffler bezeichnete dort den Roman wortwörtlich als literarisches Fast Food – eine Art primitives Druckerzeugnis zum Mitnehmen. Für Marcel Reich-Ranicki sei das Buch hingegen ein Meisterwerk erotischer Erzählkunst.

    Die Zweitübersetzung des Werkes ist unter dem Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ im Jahr 2013 herausgekommen. Dieses Mal hat Ursula Gräfe die tragische Liebesgeschickte direkt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt.

    In dem Roman geht es um Hajime, welcher als Einzelkind inmitten von Familien mit mehreren Kindern in einem japanischen Vorort aufwächst. In seiner Kindheit freundet er sich mit Shimamoto an – genauso ein Einzelkind und zudem noch gehbeeinträchtigt. Beide fühlen sich als Außenseiter in ihrer Gesellschaft. Mit ihr hört er Schallplatten, hält Händchen und philosophiert über die Zukunft. Sie scheint sein Ausweg aus der Einsamkeit zu sein. Nachdem Hajime im Alter von zwölf Jahren umzieht, verlieren sich beide allmählich aus den Augen. Es folgen eine Vielzahl von Beziehungen. Mal sind die Beziehungen schüchtern-platonisch, ein anderes Mal exzessiv-sexuell. Immerzu denkt Hajime an Shimamoto. Mit Ende dreißig ist er beinahe glücklich verheiratet, hat zwei gutlaufende Jazz-Bars in Tokio und zwei kleine Töchter. Als seine Kindheitsgeliebte nach Jahrzehnten in seiner Jazz-Bar auftaucht, steht sein Leben Kopf. Seither erscheint sie immer wieder an regnerischen Abenden, woraufhin sie im nächsten Moment wieder geheimnisvoll und ungreifbar verschwindet. Für Shimamoto ist Hajime bereit sein bisheriges Leben aufzugeben und komplett neu anzufangen, doch gelingt es ihm?

    Der neue Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ ist ebenfalls direkt aus dem japanischen Original  übersetzt und erscheint passender als der Titel „Gefährliche Geliebte“ aus der Erstübersetzung. Ein Teil des Romantitels bezieht sich auf Nat King Cole´s Jazz-Lied „South of the Bourder“, wobei unklar ist, ob Nate King Cole dieses Lied je wirklich aufgenommen hat. 

    Der Schreibstil von Haruki Murakami ist schlicht und nüchtern gehalten. Im Gegensatz zur Erstübersetzung ist „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ sprachlich und stilistisch viel sorgfältiger, feinfühliger und zurückhaltender ausgearbeitet. Die Höflichkeitsrede „Shimamoto-san“ wird bei der Neuübersetzung komplett weggelassen, sodass das Verhältnis zwischen Hajime und Shimamoto weniger distanziert wirkt. Die vom literarischen Quartett kritisierte Darstellung der Sexualität an folgender Stelle: „Ich wollte sie bis zur Hirnerweichung vögeln“ wird mit „[Wir] hatten so wilden Sex, dass uns das Hirn schmolz“ abgemildert. 

    [Die folgenden Absätze enthalten Spoiler!]

    Durch die Ich-Perspektive entsteht ein detailliertes Bild von Hajime und seinem Werdegang Diese Erzählart lässt Hajime aber nicht als sympathischen Charakter auftreten. Das muss er aber auch nicht sein. In seinen dreißiger Jahren verkörpert er einen archetypischen Großstädter, der mithilfe seines Schwiegervaters, einem reichen Bauunternehmer, zwei Jazz-Clubs eröffnet. Auf Drängen investiert er seine Einnahmen in die Börse und in Immobilien, wodurch er schnell an Geld kommt. Hajime passt sich immer mehr der Gesellschaft und dem dazugehörigen Nachkriegskapitalismus an, obwohl er eigentlich aus ihr herausbrechen möchte. Trotz Familiengründung und gewonnenem Reichtum bleibt Hajime unerfüllt. Er hat das Gefühl, dass ihm etwas fehlt und er keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Motive der Melancholie, Einsamkeit und Sehnsucht ziehen sich durch das gesamtes Werk. 

    Bis auf seine Kindheitsgeliebte bekommen Frauen aus seinem Leben wenig Raum eingeräumt. Sie scheinen wortwörtlich als Lückenfüller zu fungieren. Shimamoto wird dagegen von Hajime seit seinen Kindheitstagen idealisiert. Sie scheint für ihn der einzige Weg aus seiner Einsamkeit zu sein. Shimamoto wird zur autonomen Herrscherin über Hajimes Gefühle. Dabei weiß dieser nichts über die Hintergründe ihres späteren Lebens. Stattdessen hält er an den Erinnerungen seiner Kindheit fest. Ob das Auftauchen von Shimamoto der Wirklichkeit entspricht oder eine Illusion von Hajime verbleibt, wird bis zum Schluss nicht aufgelöst. Hierbei kommt Murakamis Hang zum Fantastischen durch. Genauso führen viele Nebenhandlungen ins Leere, was manchen wohl unbefriedigt zurücklässt. 

    Letztlich ist Murakamis Werk „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ eine tragische japanische Liebesgeschichte, die auf einer leisen und verträumten Art und Weise erzählt wird. Wer kein Problem damit hat, dass die Erzählung viel Interpretationsraum lässt, sollte unbedingt einen Blick ins Buch werfen.

  20. Cover des Buches Die Maske (ISBN: 9783257070217)
    Fuminori Nakamura

    Die Maske

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Gallert-Oktaeder

    Fuminori Nakamura entwickelt sich immer mehr zu einem meiner Lieblingsschriftsteller. Vom ersten Satz seiner Erzählung an, hat mich diese Geschichte in ihren Bann gerissen.


    „Was ich dir zu sagen habe, wird für dein Leben von großer Bedeutung sein.“


    Der elfährige Fumihori, das jüngste Kind der mächtigen Kuki-Familie wird von seinem alten Vater zu sich gerufen. Dieser eröffnet ihm, was er für das Leben seines Sohnes vorgesehen hat.


    „Ich will ein Geschwür in die Welt setzen. Unter meiner Obhut wirst du zu diesem Geschwür heranwachsen. Ein Stachel des Bösen, sozusagen.“


    Fuminori Nakamura offenbart in Die Maske sein ganzes schriftstellerisches Können. Über 350 Seiten fühlte ich mich so, als steckte ich in der Haut des Hauptprotagonisten und fieberte mit ihm mit, ob er seinem scheinbar in Stein gemeißelten Schicksal zu entrinnen vermag oder nicht. Eines Tages soll er mit seinen Taten die ganze Welt ins Verderben stürzen. Und der Schlüssel dazu wird ihm von seinem Vater, dessen übermächtige, drohende Präsenz die Buchseiten förmlich durchdringt gleich mitgegeben. Das Waisenmädchen Kaori, in das sich der junge Fumihiro verliebt.

    Die Maske ist ein beeindruckendes erzählerisches Meisterstück, indem das Wesen des Bösen unter einer neuen Perspektive betrachtet wird und beleuchtet wird in wieweit Mord die Natur des Menschen auf ewig verändert.

  21. Cover des Buches Der Dieb (ISBN: 9783257243765)
    Fuminori Nakamura

    Der Dieb

     (84)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Wir tauchen ab mit einem Meisterdieb: Nishimura ist ein begnadeter Taschendieb, in formvollendeter Eleganz holt er Geldbörsen, Uhren und andere Dinge zu sich, ohne dass die Bestohlenen auch nur eine leise Ahnung von der Kunst seiner edlen langen Finger hätten. Tokio ist sein Tummelplatz, in der U-Bahn hat er ein besonders leichtes Spiel, aber er hat das Stehlen seiner Ethik angepasst, nur wohlhabende Männer werden erleichtert. 

    Für mich hat sich diese Geschichte zuwenig erschlossen, Nishimura bleibt fad, der Erzählweise fehlt pepp und bleibt zäh. Richtige Spannung kommt selten auf, doch das sollte sie in meinen Augen eigentlich da das Metier des Haptdarstellers geradezu danach schreit.

    Vielmehr geht es wohl um Einsamkeit in diesem Buch. Einsamkeit die in einer Grosstadt wie Tokyo einem den Atem nehmen kann. 

  22. Cover des Buches Der Elefant verschwindet (ISBN: 9783442739295)
    Haruki Murakami

    Der Elefant verschwindet

     (185)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    In acht Kurzgeschichten bringt uns Murakami die Schlichtheit der Dinge nahe. Geschichten über einen Elefanten, der verschwindet, über eine Frau, die über einen langen Zeitraum nicht schlafen kann oder einen Mann, der seine Katze sucht. Keine großartigen Ereignisse und trotzdem findet der Autor in diesen Kleinigkeiten Dinge zum Vorschein, die man als Leser nicht erwartet hätte. 

    Manche Geschichten haben mir äußerst gut gefallen und manche überhaupt nicht. Daher glaube ich, dass dieses Buch ein guter Einstieg war in Murakami's Werke und man sich bei seinen anderen Werken komplett in den Geschichten verlieren kann. Bis jetzt habe ich kaum Bücher von asiatischen Autoren gelesen und von Stil waren sie bis jetzt immer sehr ähnlich. Aktuell bin ich noch unschlüssig, ob es meinen Lesevorlieben entspricht, aber es ist auf jeden Fall einen erneuten Versuch wert. 

  23. Cover des Buches Tanz mit dem Schafsmann (ISBN: 9783832155339)
    Haruki Murakami

    Tanz mit dem Schafsmann

     (286)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Im zweiten Teil des Schafsmann-Reihe findet sich der Ich-Erzähler zu Hause wieder, hat sich aber verloren.
    Er träumt von Kiki. Sie ruft ihn und jemand weint um ihn. Nachdem Kiki spurlos verschwunden ist, macht sich
    der Erzähler nun doch auf den Weg sie zu suchen. Er fährt wieder in das Hotel Delfin, denn da begann auch damals
    alles. Nun freundet er sich mit einer Rezeptionistin an und erneuert den Kontakt zu einem alten Schulkameraden.
    Als er sich auch noch um ein 13-jähriges Mädchen kümmern soll, gerät alles aus den Fugen.
    Der erste Teil hat mir ein bisschen besser gefallen, da der surrealistische Anteil höher war, was ich besonders
    mag an Murakami. Dennoch wieder eine tolle Geschichte, die mich in Murakamis Welt geführt hat. Toll ausgearbeitete
    Figuren, ein Ich-Erzähler, der ganz typisch für Murakami mit dessen Vorlieben daherkommt. Ein sympathischer
    Charakter, mit dem man am liebsten selbst befreundet sein möchte.
    Besonders gut hat mir der Charakter von Yuki gefallen. Ein mysteriöses Mädchen, das der Geschichte einen
    zusätzlichen Glanz verliehen hat.
    Gott sei Dank habe ich noch ein paar Murakamis offen, ich liebe diesen Schriftsteller einfach!
  24. Cover des Buches Kitchen (ISBN: 9783257227000)
    Banana Yoshimoto

    Kitchen

     (261)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Ein paar Bücher von Banana Yoshimoto habe ich schon gelesen, jetzt kam ich dazu ihr Debüt mal zu lesen. Wenn ich eine Einteilung vornehmen müsste, könnte man das Buch in zwei Geschichten einteilen. Die erste ist etwas länger und nimmt gut 2/3 des Buches ein. In dieser begegnet man Mikage, die nach dem Tod ihrer Großmutter die letzte Verwandte verloren hat. Sie erhält einen Anruf von Yuichi, der ihre Großmutter gut kannte. Er bietet Mikage an, dass sie doch zu ihm und seiner Mutter ziehen könnte, da sie doch ohnehin aus der Wohnung ihrer Großmutter müsse. Mit Yuichi verbindet Mikage bald darauf ein besonderes aber immer auch fragiles Band. Zu Eriko, Yuichis Mutter, schaut Mikage auf, denn diese hat einen ungewöhnlichen und beschwerlichen Lebensweg gehabt. Aus dem Dreiergespann wird eine ungewöhnliche Familie. Mikage lernt ihren Verlust zu überwinden und wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Monate später wird sie erneut einen Menschen verlieren und mit Yuichi durch den Verlust tiefer verbunden sein.
    In der zweiten und etwas kürzeren Geschichte des Buches steht Satsuki im Mittelpunkt. Auch sie hat einen wichtigen Menschen verloren, ihren Freund Hiroshi. Da sie nachts nicht besonders gut schläft, hat sie sich angewöhnt früh morgens joggen zu gehen. Bei ihrer festen Runde begegnet ihr eine Frau namens Urara, die Satsuki auf eine gänzlich mysteriöse Weise hilft über den Tod Hiroshis hinwegzukommen.

    Ich mag die Art wie Banana Yoshimoto Geschichten erzählt. Es ist immer etwas Zartes zwischen den Zeilen, und ihre Beschreibungen sind in bestimmten Momenten der Handlung richtiggehend poetisch. Manche Bücher hauen einen in ihrer Heftigkeit um – nicht so “Kitchen”. Es war mir eine sanfte Decke oder Umarmung, die mich in der Melancholie, welche die Geschichte beherrscht, umwickelt hat.

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