Bücher mit dem Tag "irene"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "irene" gekennzeichnet haben.

33 Bücher

  1. Cover des Buches Die maskierte Stadt (ISBN: 9783404208883)
    Genevieve Cogman

    Die maskierte Stadt

     (172)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Eine erneute spannende Geschichte der Bibliothekare, welche mir sehr gut gefallen hat.

    Das Cover ist in leichtem blau gehalten. Man erkennt eine Stadt aus der Vogelperspektive, bei der es sich mit etwas Fantasie um Venedig handeln könnte.

    Der Klappentext ist sehr kurzgehalten und könnte dem Leser etwas mehr Informationen preisgeben.

    In der Story geht es um die junge Bibliothekarin Irene Winters, welche in einer ganz besonderen Bibliothek arbeitet. Diese Bibliothek gewährt den Zugang zu den verschiedensten Zeitebenen an differenzierten Orten auf der Welt und beherbergt dabei die seltensten Bücher. Nach ihrer erfolgreichen Ausbildung erhält sie von ihrer Chefin immer Aufträge zur Beschaffung seltener Bücher. Diese Aufträge sind dabei sehr gefährlich und verlangen ihr alles ab.

    Im aktuellen Fall wird ihr „Auszubildender“ Kai, der Drache von einer geheimen Organisation entführt. Die Spur führt dabei in eine dem Venedig sehr ähnelnden Welt.  Unter Hilfe von Lord Silver und Detektiv Vale begibt sie sich auf eine gefährliche Reise. Wird sie Kai befreien können?

    Die Hauptprotagonistin ist eine starke Persönlichkeit, welche versucht ihre Gefühle und Empfindungen für sich zu behalten. Einzig allein der Schutz der Bibliothek und Bücher steht in ihrem Vordergrund. Durch diese Verhaltensweise wirkt sie manchmal etwas pragmatisch und unterkühlt in ihrem Charakter. Doch im Laufe der Zeit entwickelt sie ein Gespür für Empfindungen, welche sie in ihrem Einsatz einzusetzen weiß. Als Nebendarsteller kommen ihr „Auszubildender“ Kai, Vale ein Detektiv im alternativen London zur Hilfe. Lord Silver der Botschafter von Lichtenstein sowie der mysteriöse Lord Guantes und seine Ehefrau Lady Guantes spielen ebenfalls eine nicht unbedeutende Rolle. Mir hat dabei Lord Silver sehr gut gefallen, weil er sich im Vergleich zum ersten Band charakterlich weiterentwickelt hat. Als Leser weiß man dabei nie so genau auf welcher Seite er steht.  

    Die Spannung der Erzählung wird im Laufe der Geschichte sukzessive aufgebaut und findet erst in den letzten Kapiteln ihre Auflösung. Die Autorin schreibt dabei sehr detailliert und lässt den Leser sehr gut in die Geschichte und den Handlungsort eintauchen. Ein großes Lob gilt der deutschen Übersetzung, welche hervorragend gelungen ist. Dabei kommt die bildhafte schön ausformulierte Sprache sehr gut zur Geltung. Die Logik der Erzählung ist meiner Meinung gut nachvollziehbar. Nach einer kurzen Einführung wird der Leser sehr gut in die unterschiedlichen Reisen der Bibliothekare eingeführt.

    Als Zielgruppe kommen alle Anhänger von Fantasyliteratur, aber auch Freunde von schön erzählten Geschichten in Frage. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich war beeindruckt von der detailgenauen Erzählung. Eine ganz klare Leseempfehlung für alle Leser welche Spaß am Lesen oder an Fantasy haben.

  2. Cover des Buches Der Duft des Regens (ISBN: 9783458359555)
    Frances Greenslade

    Der Duft des Regens

     (157)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    "Sorgen waren in jede Nische rund um mein Herz gestopft wie Zeitungspapier in die Ritzen der Hüttenwand, und sie erdrückten die Leichtigkeit, die dort hätte sein sollen." (S. 10)

    Die Geschichte der Familie Dillon spielt Mitte der 1960er bis Mitte der 70er Jahre in British Columbia, Kanada. Maggie und ihre ein Jahr ältere Schwester Jenny leben dort mit ihren Eltern in bescheidenen Verhältnissen am Rande des Waldes. Alles könnte so schön sein, wenn Maggie sich nicht ständig um alles sorgen würde. Ungute Vorahnungen begleiten sie und es scheint, dass diese Vorahnungen das Unglück anziehen. Als die Familie das Haus nicht mehr halten kann, bringt Irene ihre Töchter zu Bekannten und fährt davon, um in einem Holzfällercamp als Köchin zu arbeiten. Die Briefe der Mutter werden seltener, bis sie ganz ausbleiben. Die Mädchen leben nun bei den Edwards. Jenny gewöhnt sich schnell ein, ist sogar glücklich. Maggie hingegen nicht. Ihre Freundschaft mit dem jungen Vern, einem indigenen Jungen gibt ihr Halt. Aber es bleibt die Frage, warum Irene nicht wiederkommt.

    Die Handlung wird von Maggie in der Ich-Perspektive erzählt. Dinge, die sie nicht weiß, werden durch lange Briefe oder Erzählungen anderer eingefügt. Das ist gelegentlich etwas langatmig. Im Roman kommen auffällig häufig Träume und Tagträume vor. Nicht immer war mir klar, warum diese erzählt werden. Die Geschichte der Dillons spielt in einem Gebiet, das auch heute noch zu großen Teilen von der indigenen Bevölkerung bewohnt wird. Sie spielen im Roman eine wichtige Rolle, einige Träume, Legenden und Vorahnungen hängen damit zusammen, aber nicht alles läßt sich dadurch erklären.

    Insgesamt läßt sich die Geschichte aber gut lesen. Ganz stark finde ich die Beschreibungen, denn Maggie ist eine genaue Beobachterin: Das Haus der Dillons, der Wald und wie dort Maggie mit ihrem Vater einen Unterschlupf baut, der Wechsel der Jahreszeiten, die Szenen mit Vern etc. Dadurch wird viel Atmosphäre geschaffen.

    Frauen dominieren die Handlung, neben Maggie, Jenny und ihrer Mutter gibt es Mrs. Edwards und die unabhängigen Figuren Rita und Agnes sowie die geheimnisvolle Chiwid. Die Männer (Patrick, Ted, John) begleiten die Handlung nur ein Stück, lediglich Vern und sein Onkel Leslie sind präsenter.

    Ein Manko des Romans ist das Dahinplätschern der Handlung. Die Ereignisse reihen sich aneinander, ohne dass wirklich Spannung aufgebaut wird. Auch das Ende wirkt relativ emotionslos. Der Klappentext läßt vermuten, dass ein Großteil der Handlung der Suche nach Irene gewidmet ist, das stimmt so nicht. Irene gibt die Mädchen (zu dem Zeitpunkt elf und zwölf Jahre) bei den Edwards nach ca. 100 Seiten ab. Maggie macht sich mit 14 Jahren (ab ca. Seite 260) auf die Suche, welche die letzten 100 Seiten des Romans einnimmt. (Hier wird nicht gespoilert, steht soweit auch alles im Klappentext.)

    Insgesamt hat mich das Buch nicht völlig überzeugt. Es ist eine interessante, aber auch teilweise verwirrende Geschichte, die wunderschöne Szenen enthält. Allerdings vermisse ich einen Spannungsbogen und dann fehlt mir auch eine "Aussage". Was will uns die Autorin sagen? Leider verleiten Cover und Titel nicht unbedingt zum Spontankauf. Der Originaltitel "Shelter", also Schutz, passt viel besser. Er kann sich auf die Unterstände im Wald beziehen, die Maggie mit ihrem Vater und Vern baut, auf das Haus, das die Familie verlassen muss und schließlich auf die Familie selbst. Wer eine interessante Familiengeschichte, verwoben mit der indigenen Welt Kanadas lesen möchte, denen sei dieser Roman empfohlen. Ich vergebe dreieinhalb Sterne.




  3. Cover des Buches The Invisible Library (ISBN: 9781447256236)
    Genevieve Cogman

    The Invisible Library

     (40)
    Aktuelle Rezension von: AuroraM

    Tolle Story. Die Idee, dass es eine geheimorganisation gibt die Bücher sammelt und das somit viele verschiedene Welten berreist werden müssen… wirklich interessant. Kann man wirklich nur empfehlen.

  4. Cover des Buches Leiden sollst du (ISBN: 9783862784974)
    Laura Wulff

    Leiden sollst du

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Becky_loves_books
    Cover: Das Cover gefällt mir richtig gut. Der Titel scheint mit Blut eine Wand geschmiert worden zu sein. Das und die Lichtverhältnisse erzeugen eine düstere Stimmung.
    Meinung: Dieser Thriller subte schon viel zu lange bei mir rum. Schlimm, wenn man an keinem Buch vorbeigehen kann und es dann oftmals trotzdem länger liegt. Jetzt habe ich mich also endlich rangewagt und hätte es gern schneller gelesen, mir fehlte aber schlichtweg die Zeit. Das Buch startet mit einem super spannenden Prolog, der mir gleich mal eine Gänsehaut bescherte. Leider ging der Spannungbogen danach zunächst mal steil nach unten. Der Leser lernt Daniel und Marie Zucker kennen. Er, Kripobeamter, ist seit noch nicht allzu langer Zeit dank eines Unfalls an den Rollstuhl gefesselt und hat damit zu kämpfen, momentan nicht im aktiven Dienst zu sein. Seine Frau Marie unterstützt ihn so gut sie kann, hat es mit ihm aber nicht wirklich leicht. Sympathisch waren sie mir beide von Anfang an. Die privaten Passagen der beiden wirken etwas zu langatmig, sind weniger spannend, aber dennoch wichtig, um die Charaktere und deren Handlungsweisen besser kennenzulernen. Der eigentliche Fall beginnt daher schleichend und plötzlich ist man schon mittendrin. Lange war mir nicht klar, wohin mich das Ganze führen würde, gewann die Handlung mit jeder Erkenntnis mehr und mehr an Komplexität. Zum Ende hin hatte ich schon eine Vermutung, was den Täter betraf und der Ermittler kam dann ebenfalls drauf. 😉 Wie gesagt mochte ich Daniel und Marie. Durch den Schicksalsschlag müssen sie langsam wieder zueinander finden. Diese schwierige Situation hat die Autorin sehr gut beschrieben. Die Handlung ansich ist vielschichtig und baut erst zur Buchmitte wieder ordentlich Spannung auf. Die Beschreibungen der Taten und Opfersind sehr detailliert und ziemlich grausam. Diese Brutalität lässt die Leser definitiv schlucken.
    Fazit:  Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Die Autorin hat eine ausgefeilte Story gestrickt und hält ihre Leser mit Spannung und immer neuen Details am Ball. Ein brutaler, aber intelligenter Täter und ein etwas anderer Ermittler. Spannende Lesestunden sind hier garantiert.
  5. Cover des Buches Der dunkle Wächter (ISBN: 9783596521173)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der dunkle Wächter

     (401)
    Aktuelle Rezension von: Luna

    Carlos Ruiz Zafón  Der dunkle Wächter


    (Aus dem Spanischen von Lisa Grüneisen)


    gruselig - unheimlich - spannend - creepy - fantasievoll - atmosphärisch 


    Bewertung: 5/5 Sterne 


    Auf dem geheimnisvollen Anwesen Cravenmoore lebt der Spielzeugfabrikant Lazurs Jann mit seinen selbst gebauten Konstruktionen.

    Mechanische Menschen, Automaten, Spielzeuge, die sich bewegen und den Anschein erwecken, ein Eigenleben zu haben.


    Nach dem Tod ihres Mannes zieht Simone Sauvelle mit ihren beiden Kindern Irene und Dorian in das kleine Dorf an der Küste der Normandie, weil sie eine Anstellung auf dem Anwesen des Spielzeugfabrikanten erhält.


    Zunächst leben sie glücklich dort und freunden sich mit dem Spielzeugfabrikanten an. 


    Nachdem Irenes Freundin Hannah tot  aufgefunden wird, decken Irene und ihr Freund Ismael nach und nach die Geheimnisse von Cravenmoore und die Lebens- und Liebesgeschichte von Lazarus Jann auf.

    Der Schatten der Vergangenheit wird zu einem  gefährlichen Gegner. 


    Ich habe dieses Buch, so wie alle Romane von Carlos Ruiz Zafón in kurzer Zeit verschlungen. Diese Geschichte ist so spannend, dass man sie nicht zur Seite legen mag.


    Auch dieses Buch ist ein absolutes Muss für alle Thriller-, Horror- und Gruselgeschichten Leser ! 

    Der Autor schafft es die Leser/innen mitzureißen und sich jeden beschriebenen Ort atmosphärisch und wundervoll vorzustellen.

    Jede Szene der Geschichte ist so wunderbar beschrieben, als würde man einen Film schauen.


    Ich empfehle diesen Schauerroman gerne weiter! Er erhält von mir 5/5 Sterne. 


    Lest auch noch von Carlos Ruiz Zafón:

     

    ♡Der Schatten des Windes 

    ♡Marina 

    ♡Der Nebelfürst 

    ♡Der Mitternachtspalast

  6. Cover des Buches Das Weingut. In stürmischen Zeiten (ISBN: 9783442488032)
    Marie Lacrosse

    Das Weingut. In stürmischen Zeiten

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Daniela_Franzelin

    Ich liebe diesen Roman. Er ist extrem spannend und voller Emotionen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut und flüssig. 

    Insbesondere die Beschreibung des Kriegs hat mich als Leserin sehr mitgenommen. Man kann sich alles ziemlich genau vorstellen: wie die Verwundeten auf den Feldern liegen und Franz ihnen hilft. Aber auch wie sehr alle leiden. 

    Ich würde immer wieder wütend auf Franz' Vater und Schwester. Ihr Benehmen ist einfach unentschuldbar. Sie bringen regelrecht Leiden über Franz, Irene und Franz' Mutter. Dabei ist der Rest der Roman Figuren so sympathisch und liebenswert. 

    Man schließt die Hauptfigur en sehr schnell ins Herz und lebt mit ihnen zahlreiche Tiefs durch. Ein Unglück (oder böse Tat) folgt dem anderen. Das macht das Buch aber gerade so spannend. Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall schon bald lesen. 

    Den Roman kann ich nur weiterempfehlen. Und zwar mit 6 von 5 Sternen! 

  7. Cover des Buches Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben (ISBN: 9783442490745)
    Marie Lacrosse

    Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Nachdem Irene erfahren hat, dass Franz ihr Halbbruder ist, hat sie alles hinter sich gelassen und versucht nun, sich ein neues Leben in Lambrecht aufzubauen. Dabei lernt sie Josef kennen, den Anführer einer Arbeitervereinigung, und beginnt, sich dort für die Rechte der Frauen einzusetzen.

     

    Meine Meinung:

    Im zweiten Teil ihrer Familiensaga „Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben“ erzählt Marie Lacrosse die Geschichte um Irene Weber und die Familie Gerban weiter. Auch hier malt sie wieder auf ihre einzigartige Weise Bilder und Geschichten und verwebt gekonnt Fakten und Fiktion und es ist einfach nur schön und eindrucksvoll zu lesen.

     

    Für den zweiten Teil nutzt die Autorin drei Handlungsstränge. Einmal erzählt sie aus der Irrenanstalt in Klingenmünster von Franz Mutter, die dort zu Unrecht festgehalten und sediert wird. Ich mag Pauline einfach und ihre innere Stärke, wie sie im Laufe des Buches ihr Leben wieder in die Hand nimmt und am Ende alle nach ihrer Pfeife tanzen. In diesem Teil erfahren wir auch, wie früher in solchen Anstalten die Behandlung der Patienten gehandhabt wurde und es ist erschreckend, wie man diese Menschen einfach ruhiggestellt hat oder stundenlang in sog. Dauerbäder gelegt hat.

     

    Dann dürfen wir natürlich Irene begleiten. Sie gefällt mir immer noch gut. Und anhand ihres Weges in diesem Buch bringt uns die Autorin zugleich die Arbeitervereinigung näher und wie die Arbeiter begonnen haben, sich gegen die unwürdigen Arbeitsumstände in den Fabriken aufzulehnen. Es geht weiter um Kinderarbeit und um die Unfälle, die zugunsten des Profits billigend in Kauf genommen wurden. Mir gefällt, wie die empathische Irene sich auch in diesem Teil entwickelt. Stärker wird aber dennoch immer das Wohl der anderen mit im Blick hat.

     

    Und wir erleben auf dem Gut der Gerbans, wie die ehemaligen Elsässer eingedeutscht werden sollen. Wie die französische Bevölkerung nach dem deutsch-französischen Krieg von den Deutschen geächtet wurde. Und wie Franz hier mit einem bayerischen Pass zurück auf das Gut kommt und dort alles in die Hand nimmt. Wie er als Leiter des Weinguts Verantwortung übernimmt, sein Temperament zügeln lernt und wie er sich auf die Suche nach Irene macht, die Wahrheit herausfindet und meine Hoffnungen aus dem ersten Teil doch noch erfüllt werden.

     

    Ein wirklich schönes Buch, das uns in die aufregende Welt im Elsass der 1870er Jahre führt, eine spannende Zeit, in der alles im Wandel ist. Eine klare Leseempfehlung an alle, die historische Romane, basierend auf geschichtlichen Fakten, mögen!

     

    Fazit:

    Im zweiten Teil ihrer Familiensaga „Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben“ führt Marie Lacrosse die Geschichte von Irene und Franz weiter. Wo im ersten Band der deutsch-französischen Krieg im Mittelpunkt war, da geht es jetzt um die Zustände in den Irrenanstalten, um Kinderarbeit und um die Gründung und die Aktionen der ersten Arbeitnehmervereinigungen sowie die ersten Arbeitsstreiks. Hier hat Irene, die den Anführer der Arbeitnehmervereinigung Josef kennengelernt hat, der sich ihr und ihrem Sohn annimmt, eine besondere Rolle. Sie kämpft sich hart durch das schwierige Leben in einer Tuchfabrik nach oben, setzt sich für die Arbeiterinnen ein und entwickelt ein ganz neues Selbstbewusstsein. Es ist wieder unglaublich mitreißend, wie die Autorin Fakten und Fiktion verwebt und ein plastisches Abbild der damaligen Zeit schafft, das mitreißt, entsetzt, zu Herzen geht und von dem man nicht genug bekommt. Und auch Pauline, die von ihrem Mann in einer Irrenanstalt eingewiesen wird, kämpft sich durch. Dies ist eine Geschichte über starke Frauen mit einem wunderschönen Happy End – wenn auch nicht für alle.

     

    5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung von mir!

  8. Cover des Buches Die Geduld der Spinne (ISBN: 9783453436619)
    Jonathan Nasaw

    Die Geduld der Spinne

     (269)
    Aktuelle Rezension von: ChrissisBücherchaos
    Dies ist der Auftakt zur Reihe um Agent Pender und Nasaw schafft es wirklich mit einem Knaller.

    Zuallererst muss ich jedoch vorwarnen: Diese Bücherreihe ist wirklich nichts für zart besaitete. Sie ist ziemlich brutal, blutig und vor allem auf psychischer Ebene ganz schön heftig. Aber genau das macht sie auch so unglaublich spannend =)

    Man wird gleich mitten reingeworfen in die Geschichte. Die Psychiaterin Irene Cogan sitzt in einem Vernehmungsraum einem Häftling in orangenem Overall gegenüber. Dass es sich bei Max um keinen normalen Häftling handelt, erfährt man sehr schnell. Ihm wird vorgeworfen, eine, bzw. mehrere junge Frauen ermordet zu haben. Doch er gibt vor, dass er sich an nichts erinnern kann. Schnell stellt sich heraus, dass Max an DIS leidet, einer dissoziativen Identitätsstörung...in Max' Körper befinden sich verschiedene Persönlichkeiten. Irene muss herausfinden, ob Max verhandlungsfähig ist oder ob er in eine geschlossene Psychiatrie eingeliefert werden muss. Doch da gibt es ein Problem: Irene weiß nie, mit welcher Persönlichkeit sie gerade redet.

    Agent Pender diente jahrelang beim FBI und bereitet sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand vor.Er verfolgt schon lange einen Serienmörder, den sie Casey getauft haben, und der mit Vorliebe junge Frauen mit rotblondem Haar entführt. Als er erfährt, dass Casey womöglich geschnappt wurde, lässt er sich als vermeintlicher Insasse in Caseys Zelle einschleusen, um ihm ein Geständnis abzuringen. Doch etwas geht schief... Casey alias Max entkommt und mit Irene als Geisel flieht er und hinterlässt eine Spur der Verwüstung.

    Was ich an diesem Buch so fasziniert hat, ist die psychologische Ebene. Menschen mit DIS haben tatsächlich mehrere Persönlichkeiten in sich vereint, die oft wahllos zum Vorschein kommen. Max ist da nochmal ein ganz anderes Kaliber. Ich fand es mega interessant, die verschiedenen Persönlichkeiten kennenzulernen. Jede mit ihren eigenen Charakter-eigenschaften, Vorlieben und Ängsten. Es werden auch die einzelnen psychologischen Testverfahren mit eingebunden, was es alles nochmal realistischer macht. Man fiebert mit, ob es Pender gelingen wird, seinen allerletzten (oder vielleicht doch nicht letzten) Fall abzuschließen. Und ob es Irene schafft, in der Gewalt eines multiplen Serienmörders ihre Kenntnisse anzuwenden und so am Leben zu bleiben. Und was ist mit Max? Was steckt hinter seiner Störung, wie sind die verschiedenen Persönlichkeiten entstanden und warum müssen es rotblonde Frauen sein?

    Nasaw hat einen genialen Psychothriller geschrieben, der einen nicht mehr loslässt und der einen noch lange danach beschäftigt.

  9. Cover des Buches Das Weingut. Tage des Schicksals (ISBN: 9783442491391)
    Marie Lacrosse

    Das Weingut. Tage des Schicksals

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Neben der intensiven Tätigkeit auf dem Weingut entscheidet sich Franz für den Reichstag zu kandidieren und ist kaum noch zu Hause. Zugleich intensiviert Irene ihre Arbeit in den Arbeiterinnenvereinigungen. Die beiden treiben immer weiter auseinander – wird ihre Liebe das überstehen?

     

    Meine Meinung:

    Mit „Das Weingut – Tage des Schicksals“ beendet Marie Lacrosse leider schon ihre Weingut-Saga. Auch in diesem Band hat sie Fakten und Fiktion wieder perfekt vereint und auf ihre mitreißende Art die Geschichte von Irene und Franz weitererzählt, bzw. zu Ende erzählt.

     

    Gut finde ich, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern dass wir auch einmal erleben dürfen, dass die Hauptprotagonisten Eheprobleme haben und sich streiten – aber auch an sich arbeiten. Was einerseits schade ist, andererseits aber die beiden noch menschlicher macht. Und daneben müssen beide auch noch persönliche Schicksale und lebensverändernde Tatsachen bewältigen. Das ist ein wirklich emotionales Buch! Auch Pauline erlebt neben Franz und Irene ihr ganz eigenes Glück, was mich für sie wirklich von Herzen freut! Überhaupt bekommt in diesem letzten Teil jeder das, was er verdient hat – außer Emma, Thea und Sophia.

     

    Und neben der fiktiven Geschichte der ganzen liebgewonnenen Menschen haben wir die Fakten vom Kampf der Selbstverwaltung Elsass-Lothringens gelesen, von dem Sozialistengesetz, dem Versucht, die Sozialdemokraten aus der Politik zu drängen, vom versuchten Mord am Kaiser und vor allem auch von den Arbeiterinnenvereinigungen, bei denen Irene schon in der Vergangenheit aktiv war. All diese Fakten sind wieder perfekt eingesponnen in die fiktive Geschichte um die Gerbans – es war einmalig, informativ, emotional, mitreißend, man konnte lachen, man konnte weinen und dieses Buch ist ein wirklich gelungener Abschluss der Trilogie. Vielleicht gibt es ja eine weitere Trilogie mit Fränzel, Marie und den anderen Personen der Nachfolgegeneration? Ich würde mich sehr freuen!

     

    Fazit:

    Leider schreibt Marie Lacrosse mit „Das Weingut – Tage des Schicksals“ den letzten Teil ihrer Weingut-Saga. Es war wieder wunderschön, emotional und mitreißend zu lesen. Und die Autorin hat für jeden ihrer Protagonisten ein passendes Ende gefunden. Ebenso war es wieder absolut informativ, von den ganzen geschichtlichen Begebenheiten zu erfahren, sei es der Kampf der Arbeiterinnen, der Versuch einer Selbstverwaltung Elsass-Lothringens oder auch der Kampf der Autonomisten und Sozialdemokraten. Ich habe das Buch verschlungen, mit den Protagonisten mitgefiebert, mich mitgefreut und mitgelitten und ich würde mir wirklich eine vielleicht neue Trilogie aus der jüngeren Generation wünschen.

     

    5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung von mir!

  10. Cover des Buches Tod der Angst (ISBN: 9783952390610)
    Marlene Menzel

    Tod der Angst

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Zum Inhalt: Eine Frau stürzt vom Dach eines Hotels in den Tod. Die Tat, die zunächst nach einem Selbstmord aussieht, wird von der jungen Journalistin Irene Anderson beobachtet und fotografiert. Irene wittert die Story ihres Lebens. Detective Leonard Carter untersucht den Fall und entdeckt in der Tasche der Toten ein Blatt Papier mit einer Kinderzeichnung und dem genauen Todeszeitpunkt. Kurz darauf halten weitere Morde mit gleichem Muster die Polizei in Atem. Für Carter ist schnell klar, dass es sich um einen Serientäter handelt. Während er nach einer heißen Spur sucht, kommt die Journalistin durch ihre Recherchen dem Täter bedrohlich nahe. So nahe, dass er sie zum Schweigen bringen will. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

    Die Autorin fesselt durch ihren Schreibstil und lässt den Leser mit Irene, die unfreiwillig Zeugin eines Mordes wird und diesen Fall als Sprungbrett nutzen will, zusammen zunächst auf eigene Faust die bestialischen Morde recherchieren.

    Relativ früh wird der Mörder entlarvt - und dennoch sind alle noch meilenweit von der Lösung des Falles entfernt.

    Die Autorin sorgt für unvorhersehbare Wendungen, einen beklemmenden Umgang mit der Frage, was Mobbing und Hänseleien in der Kindheit bzw. generell bedeuten und was solche - eigentlich schon tagtäglichen Vorkommnisse - auslösen können.

    Hinter all dem anscheinend psychopathischen Handeln stecken tiefgründige, realistische Botschaften im Umgang mit Mobbing und Hänseleien bzw. deren Folgen bis hin zur Wendung ins Kranke. Der Leser wird quasi gezwungen, vielleicht seine eigene Vergangenheit zu durchforsten und sich die Frage zu stellen: Hätte ich mich als Kind auch so verhalten, wenn es nötig gewesen wäre, um als "cool" oder "beliebt" zu gelten ? Habe ich vielleicht ähnlich verhalten ?

    Das Seelenleben und die Gedanken rund um die phantasievollen Morde lassen den Leser nicht mehr los. Tief und eindringlich werden die Charaktere vorgestellt und die Autorin gewährt den Lesern Einblick in das Hirn des kranken Täters.

    Der Epilog ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i !!

    Das Werk bekommt von mir ganz klar 5 von5 Sternen . Unbedingt lesen !!!

  11. Cover des Buches Remember - Winterzauber (ISBN: 9783734747724)
    Andrea Bielfeldt

    Remember - Winterzauber

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Dorie74

    Hannah ist auf dem Weg, zu den Feiertagen, aus Frankfurt zu ihren Eltern. In dichtem Schneegestöber hat sie plötzlich eine Autopanne. Sie macht  sich zu Fuß auf ins nächste Dorf, als ein Auto anhält. Hinter dem Steuer sitzt niemand geringeres als Nick, Hannahs Jugendliebe.Ihre Gefühle spielen sofort verrückt aber sie steigt aus Not in Nicks Wagen. Allerdings ist  das Glück nicht von langer Dauer, denn die beiden haben einen Unfall. Das nächste Auto das anhält wird von Nicks Bruder Momo gefahren. Auch mit ihm verbindet Hannah etwas. Und das Chaos nimmt seinen Lauf.

    Es ist nicht das erste Buch das ich von der Autorin gelesen habe, aber auch hier wieder hat sie mich sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist wirklich angenehm zu lesen. Man taucht sofort in die Geschichte ein. 
    Diesmal hatte man abwechselnd die Sicht von Hannah und Momo. 
    Nur so konnte man die Verwirrungen und Missverständnisse mit denen die beiden aber auch Nick zu kämpfen hatten, besser verstehen. Die Spannung hat mich bis zum Ende im Atem gehalten, denn es gab immer wieder Komplikationen. Die Hauptfiguren waren mir sofort sympathisch. Ich konnte richtig mit ihnen fühlen.

    Alles in einem ein tolles Buch, besonders für winterliche Abende, denn die winterliche Stimmung hält sich im ganzen Buch durch. Ich würde sogar gerne lesen wie es mit den beiden weiter geht....

  12. Cover des Buches Das Liebes-Projekt (ISBN: 9783442714025)
    Lydia Netzer

    Das Liebes-Projekt

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Medeas_bookstore

    Das Cover gefällt mir recht gut. Es zeigt die zwei Hauptersonnen, Irene und George und im Hintergrund ein Sternenhimmel.
    Der Einstieg viel mir relativ schwer aufgrund des Schreibstils. Dies besserte sich auch im Laufe des Buches nicht. So war das Lesen ziemlich anstrengend.Was mir widerum sehr gut gefallen hat war die Idee des ganzen Buches. Auf so eine Idee zu kommen muss man wirklich kreativ sein. Leider ist die Umsetzung des ganzen nicht so gut gelungen.
    Besonders Spannend oder romantisch war das Buch auch nicht. Es war teilweise sogar so langweilig, dass ich zwischendurch immer ein zwei Seiten übersprungen habe. An manchen Stellen war das Buch auch ziemlich verwirrend. Ein roter Faden zog sich jedenfalls keiner durch das Buch.
    Die meisten Charaktere waren mir bis zum Schluss unsympathisch. Besonders mit Irene wurde ich nicht warm. Über manche ihrer Gedanken und Taten konnte ich nur den Kopf schütteln.
    Die letzten 50 Seiten waren für mich die einzigsten Seiten wo wenigstens etwas Spannung aufkam. Aber das machte das Buch auch nicht besser. Zudem war das Ende vorhersehbar. 

  13. Cover des Buches Die Stille nach dem Schrei (ISBN: 9783499253706)
    Isolde Sammer

    Die Stille nach dem Schrei

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Ela1989
    Der 10-jährige Joey ist tot. Er wurde brutal misshandelt und "geschlachtet", wie ein Tier. Am selben Ort nur wenige Minuten später findet auch Jonas, der Stiefbruder des Angeklagten Martin W., seinen Tod. Das Gericht glaubt Martin seine Geschichte. Jonas habe sich an dem kleinen Joey vergangen, Martin ertappte ihn dabei und geriet dabei so außer sich, dass er seinen eigenen Bruder tötete. Mord im Affekt lautet der Urteilsspruch. Doch was steckt wirklich hinter dieser Geschichte? Was ist wahr und was nicht?

    Das Buch schildert das Leben vor, um und nach diesem Gerichtsprozess aus verschiedenen Blickwinkeln. Da ist der Angeklagte Martin, der frei gesprochen wird; Tina, die Martin bedingungslos liebt und so auf Abwege kommt; Irene, Martins Stiefmutter, die an die Unschuls ihres Sohnes Jonas glaubt und dies beweisen will und zu guter Letzt wäre da noch der Kommissar Hanno Schneider, der diesen Fall ermittelt hat, aber nicht von Martins Unschuld und Geschichte überzeugt ist.

    Irene und Hanno sind davon überzeugt, dass Martin eine erneute Tat plant. Sie setzen alles in Bewegung und versuchen ein weiteres Schicksal zu verhindern. Martin hat sich längst ein neues Opfer ausgeguckt - den Sohn seines ehemaligen Mithäftlings. Tina soll Martin bei dieser Tat helfen. Für Irene und Hanno beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Sie sind sich Martins Schuld bewusst - auch wenn sie diese nicht beweisen können. Sie wissen nicht, wonach sie suchen. Sie wissen nur, dass sie schlimmeres vermeiden wollen, ja müssen.

    Wird Tina Martin bei seinem Plan helfen? Werden Irene und Hanno rechtzeitig eingreifen können? Setzt Martin seinen Plan in die Tat um? Was passiert noch weiter? Wie weit geht Tinas Liebe zu Martin? Was ist Tina für ein Mensch? Und viele andere Fragen stellen sich während des Lesens. Doch mag ich diese Fragen nicht beantworten, da ich sonst zuviel verraten würde. Mein Rat lautet: Lest das Buch und findet selbst die Antworten auf die vielen Fragen, das Lesen lohnt sich. Ein sehr gelungener Thriller!
  14. Cover des Buches Im Schutz der Schatten (ISBN: 9783442745548)
    Helene Tursten

    Im Schutz der Schatten

     (20)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Ein Mann wird auf dem Gelände einer Bikergang angezündet und der Ehemann von Kommissarin Irene Huss wird bedroht. Besteht da ein Zusammenhang ? Und kann Irene Huss ihren Mann beschützen ? 

    Ich mag die Bücher und die Charaktere sehr. Habe in letzter Zeit aber eher flottere Krimis gelesen, sodass mir dieser anfangs etwas langsam vorkam. Dennoch war er spannend. Vor allem im letzten Drittel nahm er sehr an Fahrt auf und ich habe den Krimi verschlungen. Ich muß unbedingt wieder mehr von Helene Tursten lesen. Zum Glück habe ich noch paar Bücher von ihr im Regal stehen. 

    Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es allen, die Schwedenkrimis lieben.

  15. Cover des Buches Schattenfangen (ISBN: 9783518463475)
    Louise Erdrich

    Schattenfangen

     (7)
    Aktuelle Rezension von: SinjeB
    Ein Paar in einer Spirale aus Liebe, Hass und dem schönen Schein, den es für Gesellschaft und Kinder zu wahren gilt. Mit überspitzt tragischer Konsequenz. Zum Inhalt: Irene und Gil sind schon lange verheiratet. Beide zum Teil indianischer Abstammung, beide trinkfest, beide auf ihre Weise vom anderen fasziniert, haben sie vor Jahren zueinander gefunden, und Irene wurde zu Gils immerwährender Muse. Selbst als sie längst verheiratet sind, drei Kinder haben, ist sie noch immer das einträchtigste Motiv des Malers. Er malt sie in allen erdenklichen Posen, von verträumt bis pornografisch erniedrigend. Seine Bilder von Irene machen ihn zum indianischen Edward Hopper. Irene lässt ihn gewähren. Doch während sie in Kunstkreisen weiterhin als die rühmliche Ausnahme gelten, stimmt in ihrer Beziehung schon lange nichts mehr. Irene hat ihre eigene wissenschaftliche Karriere, nebst Dissertation, auf Eis gelegt, um ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ausüben zu können. Was ihr nicht gelingt, denn sie ist die Unentschlossene, die scheinbar nichts zu Ende bringen kann, Bücher über Bücher stapelt, nie zu Ende liest und ihnen nur Passagen entnimmt, die sie für ihre Dissertation benötigt, die sie vermutlich ohnehin nie fertigstellen wird. Was sie beschäftigt, quält, hält sie in einem Tagebuch fest, das sie, so glaubt sie, gut versteckt. Gil, dem krankhaft Eifersüchtigen, bleibt es jedoch nicht verborgen. Als er Irenes Aufzeichnungen findet, ist er der festen Überzeugung, dass sie ihn hintergeht. Sie hingegen weiß längst, dass er ihr indiskret nachspioniert. Verärgert beschließt Irene, ein Tagebuch nur für Gil zu verfassen, während sie die wahren Ereignisse in einem anderen Tagebuch dokumentiert, das sie in einem Bankschließfach aufbewahrt und sogar in der Bank schreibt. Ihr kleiner Racheakt manifestiert jedoch nur umso stärker, wie weit ihre Beziehung bereits zerbrochen ist. Man liebt sich, man hasst sich, Intimitäten sind längst nicht mehr liebevoll, sondern von Verzweiflung und Gewalt geprägt. Verzweifelt tragen Gil, der die Einsamkeit ohne Irene und die Kinder fürchtet wie eine tödliche Krankheit, und Irene, die ihre eigene Unzulänglichkeit bald ganztags und vor Kinderaugen im Wein ertränkt, einen erbitterten Kampf aus, um eine zerrüttete Familie zu retten. Der Kinder wegen? Um den Schein zu wahren? Einen Kampf, dem das schwächste Glied unterliegen wird. Meine Meinung: In ihrem nur 239 Seiten starken Roman schildert Louise Erdrich die Komplikationen einer Beziehung, die von Liebe geprägt sein will, letztendlich aber nur von Abhängigkeiten gefährlich fragil zusammengehalten wird. Die Paarung von Künstler und Muse schabt bereits am Klischee des irren Künstlers, für den es zwangsläufig keine Normalität gibt. Gil ist ein Maler, der all seine Inspiration in Irene findet. Selbst wenn er es leugnet, so nährt er seine künstlerische Ader ganz und gar von ihr, während sie ihm überdies das vollkommene Familienbild verschafft, sich als die Frau an seiner Seite präsentiert und ihm zwei Söhne und eine Tochter gebiert, deren Zusammenhalt er mit aller Macht bewahren will. In erstickender Absolutheit umgibt er sich mit ihr, besitzt sie und erdrückt sie doch mit vollkommen abwegiger Eifersucht. Irene wiederum hat sich mit einer Absolutheit der Familie verschrieben, dass sie selbst irgendwo auf der Strecke verloren gegangen ist, den Familienalltag aber im Grunde nicht meistern kann und an sich selbst verzweifelt. Beide haben in ihrer Beziehung einen Punkt erreicht, an dem selbst Kleinigkeiten zur Eskalation führen. Lächerliche Banalitäten zu endlosen Verletzungen führen und keiner nur einen Millimeter mehr von seinem Standpunkt abrücken kann. Mutet Irenes Tagebuchschreiberei zunächst nach kindischem Piesacken an, hat sie doch das Ausmaß von Gils Besitzsucht einigermaßen unterschätzt. Gemeinheiten werden zum Spiel, wo doch eine Scheidung so viel einfacher scheint. Über den gesamten Roman hinweg ist die Beziehung dieser beiden zentralen Figuren von übertriebenen Animositäten und einem unentschlossenen Vor- und Zurückrudern geprägt, und dazwischen stehen immer wieder die Kinder, eingebettet in ein Konstrukt aus Belang- und Ereignislosigkeit. Die Autorin hat mit "Schattenfangen" ein trotz seiner Kürze einigermaßen kompliziertes Werk geschaffen, das mit seiner Eigenwilligkeit nicht jedem Leser liegen wird. In kursiv gedruckten Tagebuchaufzeichnungen, die zwischen dem blauen - dem echten - und dem roten - dem falschen - Tagebuch wechseln, lässt sie Irene zu Wort kommen, während ein (vermeintlich) allwissender Erzähler die Passagen mit Zwischenbetrachtungen zusammenhält. Dialoge sind nicht als solche gekennzeichnet und fügen sich in das Plätschern der Handlung ein. Die einzelnen Erzählebenen lesen sich nicht immer leicht, und ich hatte insbesondere in den Tagebuchpassagen, obwohl diese immer gekennzeichnet sind, meine Schwierigkeiten, auseinanderzuhalten, was sich Irene denn nun für Gil ausgedacht hat und was ihre Realität ist. Die Schilderungen des auktorialen Erzählers, dessen Identität sich erst auf den letzten Seiten des Buches enthüllt, wodurch ihm seine Allwissenheit wieder genommen wird, sind oft quälend uninteressant und kaum handlungsrelevant und vermitteln doch gewissermaßen die Schlichtheit und Alternativlosigkeit des Lebens, das um die Familienblase herumdümpelt. Ethnische Be- und Empfindlichkeiten klingen hier und da an, fühlen sich aber erzwungen an, weil nun mal dummerweise Protagonisten halbindianischer Abstammung gewählt wurden, einer Herkunft, die den Kindern nur halbherzig vermittelt wird. Blass bleibt zudem Gils Kunst, die kaum bildlich greifbar wird und ihm, bewusst oder unabsichtlich, einen Hauch von Überschätztsein wie auch Selbstüberschätzung anheftet. Selbst Irene hält seine angebliche politische Botschaft für scheinheilig und würdigt seine Bilder selten eines Blickes, die Bilder, die sie darstellen, wie Gil sie sehen will, Irene sich aber nicht erkennt. Nicht selten schüttelt man den Kopf angesichts der absurden Blüten, die Gils und Irenes Reibereien ausschlagen, und doch erschreckt die Einfachheit des Beziehungsdramas, das sich in vermeintlich illustren Kreisen abspielt. Beide Partner sind erwachsen und doch unfähig, die notwendigen Schritte zu gehen. Kommunikation scheitert und wird unter Hinzuziehung professioneller Hilfe nahezu lächerlich. Anstatt einfach zu gehen, spielt Irene ein Spiel mit Gils unbezähmbarem Temperament, das ihr sehr wohl bewusst ist. Und unweigerlich zieht sie die vielversprechenden Kinder mit hinein, Florian, der unter so manchem Ausbruch des ach so anerkannten Malers Gil LaRose zu leiden hat, die still beobachtende Riel, die nach ihren indianischen Wurzeln sucht und sich wohl nie von der Wut auf ihre Mutter erholen wird, und der kleine Stoney, der am verhängnisvollen 11. September zur Welt kam, einem Tag, an dem das freudige Ereignis seiner Geburt für Gil hinter die nationale Tragödie rückte, was Irene ihm nie verzeihen konnte. Obwohl die Partner, die ohne einander nicht sein können, irrational und überzogen reagieren, bleibt "Schattenfangen" leise und wirkt stellenweise so ungeklärt und unfertig wie die festgefahrene Beziehung, die der Roman erzählt. Der Erzähler bekommt Gelegenheit, Partei zu ergreifen, und mit ihm auch der Leser. Sympathien und Verständnisbereitschaft wechseln, bis man angesichts des radikalen Endes einer radikalen Liebesgeschichte, die so voller Besessenheit war, dass sie nur verglühen konnte, schockiert zurückbleibt. Fazit: Die Geschichte einer Liebe, die an fast schon profanen Machtspielen und Besessenheit zerbricht und doch mit tragischer Konsequenz überdauert. Mehrere Erzählebenen schildern die Verwirrungen von Liebe und Hass einigermaßen komplex und verlangen vom Leser Geduld und Bereitschaft, zwischen den den leisen Zeilen zu lesen und Banalitäten zu überwinden, um tiefer zu blicken, weshalb für "Schattenfangen" eher eine eingeschränkte Leseempfehlung auszusprechen ist. Gesamteindruck: 4 von 5 Punkten
  16. Cover des Buches Der Tag, an dem ich fliegen lernte (DAISY Edition) (ISBN: 9783839852262)
    Stefanie Kremser

    Der Tag, an dem ich fliegen lernte (DAISY Edition)

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Frau_M_aus_M

    Weder der Buchtitel noch das Cover des Buches finde ich besonders ansprechend. Aber wie so oft, ist das Äußere eine Sache, der Inhalt eine andere. Jedenfalls war ich von der Leseprobe total begeistert. Nach dem Lesen des ganzen Romans bin ich es immer noch, auch wenn sich die emotionale Tiefe nicht über die ganze Geschichte hinzieht.

    Die Autorin Stefanie Kremser wuchs in einem deutsch-brasilianischen Elternhaus in Sao Paulo, Brasilien auf. Der inhaltliche Bezug auf Brasilien ist daher sehr authentisch.

    Die zentrale Figur ist Luisa, manchmal auch Lulu genannt. Sie wird einige Stunden nach ihrer Geburt von ihrer Mutter nicht nur verlassen, sondern auch im fünften Stock aus dem Fenster fallen gelassen. Sie überlebt das, weil sich im richtigen Augenblick jemand in der Nähe befand, der sie auffangen konnte. Eine geradezu symbolische Situation. Das Leben kann weitergehen, solange uns jemand auffängt, wenn wir fallen. Luisa wächst in der Studenten-WG ihres Vaters auf. Das ist eine ganz ungewöhnliche Kindheit, aber jedenfalls nicht die schlechteste Lösung.

    Es ist immer jemand da, der sich um Luisa kümmert. Zeitweise wohnt auch ihr Retter Fergus, ein britischer Rugby-Spieler und Schreiner mit in der Gemeinschaft. Es sind Bewohner, die sich alle in einer Sondersituation befinden: Nicht mehr bei dem Eltern zu leben, aber auch noch keine eigene Richtung eingeschlagen zu haben. Es ist so ein Schwebezustand, in dem die Dinge reifen, bis es zu einer neuen Qualität kommt. Luisas Vater Paul kann sich auf keine neue Partnerschaft einlassen. Er kann einfach nicht mit Luisas spurlos verschwundenen Mutter Aza abschließen.

    Wie so oft im Leben ist es auch hier so, dass wir die erforderlichen Informationen erhalten, wenn die Zeit reif dafür ist. Als Luisa 7 Jahre alt ist, löst sich die Studenten-WG auf, und Paul fällt eine Information in die Hände, die auf Azas möglichen Aufenthaltsort hinweist. Es stellt sich heraus, dass Aza einer der Nachfahren von Auswanderern aus dem bayrischen Dorf Hinterdingen ist, die 1893 nach Brasilien ausgewandert sind. Eine Geschichte mit langen Schatten in Brasilien und auch in Deutschland.

    Paul nimmt eine Lehrerstelle in Sao Paulo an. Sie leben also in Brasilien und suchen nach Aza. Sie finden sie auch, haben wenig Zeit, mit ihr zu sprechen, denn Aza ist nur kurze Zeit bei ihrer Familie zu Besuch und gerade auf dem Weg zu ihrem Flug nach USA, wo ihr Mann und ihr kleiner Sohn leben. Sie füllt die Lücken in Luisas Geschichte. Und ganz leise, fast überliest man es, wird mitgeteilt, dass Paul gar nicht Luisas biologischer Vater ist.

    Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht des kleinen Kindes Luisa. Die Leichtigkeit, der Humor und die unvoreingenommene Offenheit der Erzählweise machen dieses Buch zu einem leicht lesbaren, emotional stellenweise sehr berührendem Lesestoff.

    Der letzte Satz des 1. Kapitels ist eine bzw. die Botschaft dieses Romans: ".. und ich lernte,dass Liebe, ganz wie der Sinn des Lebens, ein ebenso ernstes und schmerzvolles Thema war wie Verlassenheit, ja, dass man lieben konnte, obwohl man verlassen worden war – und verlassen konnte, obwohl man liebte." Viele Dinge werden nicht direkt ausgesprochen, vor allem aber nicht bewertet, be- bzw. verurteilt. Die Geschichte ist wie sie ist. Es bleibt einem sowieso nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Sie spricht bestimmt diejenigen Leser in besonderem Maße an, die eine ähnlich spektakuläre Familiengeschichte haben.

  17. Cover des Buches Keine Sorge, mir geht's gut (ISBN: 9783492252430)
    Olivier Adam

    Keine Sorge, mir geht's gut

     (50)
    Aktuelle Rezension von: divergent
    Die junge Lili kehrt aus einem Sprachurlaub in Barcelona nach Paris ins Elternhaus zurück, wo sie erfahren muss, dass ihr Bruder Loïc nach einem Streit mit dem Vater spurlos verschwunden ist. Lili kann nicht fassen, dass ihre Eltern scheinbar kaum leiden und sich nicht bemühen, den Jungen zurück nach Hause zu bringen. Sie trifft sich mit einem befreundeten Pärchen, Léa und Thomas, die beide aber nicht verstehen, wie sensibel Lili auf das Verschwinden ihres Bruders reagiert.

    Als Loïc schon einige Zeit nichts mehr von sich hören lässt, gerät seine Schwester in eine tiefe Depression, infolgedessen sie die Nahrung verweigert. In der Schule bricht sie zusammen, sodass der Arzt ihr Bettruhe verordnet. Doch da Lili weiterhin nichts isst, wird sie in die Psychiatrie zu den Anorexikern eingeliefert und unter Isolation gestellt. Dort nimmt sie dennoch weiterhin keine Nahrung auf. Die Eltern, aber auch Léa und Thomas machen sich daher grosse Sorgen um das Mädchen. Doch der Psychiater bringt kein Verständnis für die Angehörigen auf und lässt sie nicht zu Lili. Léa und Thomas dringen deshalb heimlich in Lilis Zimmer ein und versuchen, sie aus dem Krankenhaus zu entführen, was allerdings scheitert.
    Erst als ein Brief von Loïc eintrifft, gelangen die Eltern zu ihrer Tochter.. 

    Ich hab den Film vor einiger Zeit gesehen und war richtig begeistert von der Geschichte, auch wenn diese sehr vorhersebar ist. Das Buch fand ich leider nicht so gut wie den Film. Den Schreibstil konnte ich nicht so gut leiden und teilweise schleppt sich die Geschichte auch sehr.

  18. Cover des Buches The Masked City (ISBN: 9781447256250)
    Genevieve Cogman

    The Masked City

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Die Reihe „The Invisible Library” von Genevieve Cogman ist das Ergebnis einer wilden Mischung literarischer Einflüsse. Die Idee einer interdimensionalen Bibliothek borgte sich die Autorin von Terry Pratchett, Neil Gaiman und aus dem französischen Rollenspiel „In Nomine Satanis“. Die Magie ist von Ursula K. Le Guins „Erdsee“-Saga inspiriert, die Drachen durch die chinesische Mythologie und „Sherlock Holmes“ prägte sie ebenfalls. Das Konzept von Ordnung und Chaos hingegen ist eine Exploration dessen, was ihr in Michael Moorcocks „Elric“-Romanen begegnete. Das Ranking, das die Unsichtbare Bibliothek verwendet, um alternative Welten hinsichtlich Ordnung oder Chaos zu klassifizieren, spielt im zweiten Band „The Masked City“ eine entscheidende Rolle.

    Endlich fand Irene eine Heimat. Sie ist nun dauerhaft in einem alternativen viktorianischen London als Agentin der Unsichtbaren Bibliothek stationiert. Keine Reisen durch die Welten mehr, ausschließlich Aufträge mit überschaubarem Risiko. Irene ist zufrieden. Doch die Idylle ihres neuen Lebens währt nur kurz. Ihr Lehrling Kai wird von den Fae entführt. Kais Onkel, der König der Drachen, wertet den Zwischenfall als offene Kriegserklärung. Wutschnaubend beauftragt er Irene, seinen Neffen zurückzubringen. Sollte sie scheitern, wird er die Welt, aus der Kai verschleppt wurde, restlos zerstören, um ein Exempel zu statuieren. Irene findet heraus, dass Kai in eine hochgradig vom Chaos infizierte Welt gebracht wurde, in ein alternatives Venedig der Masken und Illusionen, in der der Karneval niemals endet. Irgendwie muss sie dort hingelangen, obwohl die zur Neutralität verpflichtete Bibliothek es Mitgliedern untersagt, sich in das Ringen der Mächte der Ordnung und des Chaos einzumischen. Auf sich allein gestellt bricht Irene zu einer verzweifelten Rettungsmission auf, die alles aufs Spiel setzt: Kai, ihren Job und ihr Leben.

    Ich werde mich der weitreichenden Begeisterung für „The Invisible Library“ vermutlich niemals anschließen können. Ich fürchte, es wird immer Punkte geben, an denen ich mich störe, obwohl die Romane durchaus unterhaltsam sind. Im zweiten Band „The Masked City“ konnte ich meine Kritik am grundlegenden Konzept der Unsichtbaren Bibliothek zwar vernachlässigen, weil sie lediglich am Rande auftritt und die Protagonistin Irene dieses Mal keinen Auftrag erfüllen muss, aber dafür wurde ich mit Genevieve Cogmans Wechselspiel zwischen Ordnung und Chaos konfrontiert, mit dem ich einfach nicht warm wurde. Alle Welten ihres Multiversums befinden sich irgendwo auf einer gedachten Skala zwischen der Ordnung der Drachen und dem Chaos der Fae. Drachen und Fae sind dementsprechend Gegenspieler, in deren Mitte sich die Bibliothek nach Kräften bemüht, die Schweiz zu imitieren. „The Masked City“ soll einen tieferen Einblick in ihre Rivalität gewähren, für mich warf diese Fortsetzung allerdings eher neue Fragen auf, statt sie zu beantworten. Ich habe keine genaue Vorstellung davon, was Ordnung und Chaos für Cogman bedeuten. Welche Elemente zählen zur Ordnung, welche zum Chaos? Welche Auswirkungen hat die Anwesenheit der Fae auf eine Welt, beeinflussen sie sie absichtlich und wenn ja, heißt das, dass sie aus dem Nichts zum Beispiel auch fiktive Fabelwesen auftauchen lassen können? Ich finde die Entwürfe beider Extreme bisher äußerst schwammig und habe Schwierigkeiten, mit ihnen konkrete Merkmale zu verknüpfen. Das alternative Venedig, in das Irenes Lehrling Kai entführt wird, hätte mir helfen sollen, zumindest das Chaos besser zu verstehen, da Cogman sich in dessen Darstellung jedoch lieblos auf Flüsse, Gondeln und Masken beschränkte und keine greifbare, individuelle Atmosphäre heraufbeschwor, funktionierte das leider nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso sie so zugeknöpft blieb, schließlich lädt ein verzaubertes Venedig nachdrücklich dazu ein, in Beschreibungen des Settings zu schwelgen. Vielleicht lag ihre Zurückhaltung an Irene, die das Chaos prinzipiell unterkühlt betrachtet und sich aufgrund ihrer pragmatischen Art nicht an seinen Wundern erfreuen kann. Ist es schlimm, dass ich sie nicht besonders mag? Die Protagonistin ist mir zu verkopft, zu verbissen und versucht meinem Empfinden nach allzu angestrengt, sich zu beweisen. Sie hat keinen Humor und ist enervierend pessimistisch. Ich stelle ihr Talent als Agentin ernsthaft in Frage, weil das Gelingen ihrer Pläne stets von einer unverschämten Portion Glück abhängt, was ihren Status als Junior-Bibliothekarin für mich noch rätselhafter gestaltet, als er ohnehin ist. Auf welcher Stufe der Hierarchie der Bibliothek steht Irene eigentlich und welche Befugnisse und Verpflichtungen gehen damit einher? Da „The Masked City“ die Strukturen der Bibliothek maximal streift, fühlte ich mich am Ende der Lektüre bedauerlicherweise nicht schlauer als vorher.

    Als Einzel-Abenteuer ist „The Masked City“ fraglos aufregend und actionreich. Das Buch liest sich flüssig und unterhielt mich angemessen. Für mich besteht das Problem darin, dass Genevieve Cogman meinem Empfinden nach zu zaghaft daran arbeitet, das allgemeine Worldbuilding von „The Invisible Library“ voranzutreiben. Natürlich handelt es sich erst um den zweiten Band, doch ein gewisses Informationskontinuum, das die präsentierten Ideen in einen größeren Kontext setzt, kann man sicher selbst so früh in einer Reihe erwarten. Ich habe den Eindruck, dass Cogman permanent den Fuß auf der Bremse hat, weil sie sich fürchtet, Gesetzmäßigkeiten zu formulieren, die spätere Handlungslinien einengen könnten. Obwohl ich verstehe, dass sie sich nicht selbst beschneiden möchte, wird sie mit dieser Unverbindlichkeit bei mir irgendwann an eine Wand stoßen. Ich bin bereit, es mit dem dritten Band „The Burning Page“ zu versuchen, aber wenn sie nicht bald den Mut entwickelt, sich festzulegen, muss ich mich fragen, ob es sich lohnt, die Reihe weiterzuverfolgen.

  19. Cover des Buches Stars und Bars (ISBN: 9783833305634)
    William Boyd

    Stars und Bars

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Armillee
    Die Versuchung war immer wieder groß, das Buch einfach zuzuklappen. Henderson Dores rauschte von einer Katastrophe in die Nächste. Ausser ihm gab es KEINE andere Romanfigur, die auch nur annährend normal war. Ein Exzentriker jagte den Nächsten. Irgendwie alle bekloppt und ich-bezogen Sehr anstrengend zu lesen. Mich überkam öfters Unzufriedenheit. Neh, lieber Autor...so nicht...!
  20. Cover des Buches Das Brandhaus (ISBN: 9783442741656)
    Helene Tursten

    Das Brandhaus

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Bellexr
    Die Suche nach Mr. Groomer und eine rätselhafte Mumie . Kurz hintereinander werden in Göteborg die Leichen von zwei jungen Mädchen gefunden. Beide wurden vergewaltigt und grausam ermordet. Alles deutet daraufhin, dass beide Jugendliche von ein und demselben Täter getötet wurden. Inspektorin Irene Huss und ihre Kollegen übernehmen die Ermittlungen und schon bald stellt sich heraus, dass der Mörder seine Opfer über das Internet kennenlernt. Doch als wären die beiden Morde nicht genug, wird beim Abriss eines alten Gebäudes eine mumifizierte Leiche gefunden. . Helene Tursten behandelt in ihrem aktuellen Krimi zwei voneinander unabhängige Fälle. Zum einen ermittelt Inspektorin Huss zusammen mit ihren Kollegen an dem Fall der ermordeten Mädchen, zum anderen wird die Sonderkommission Cold-Cases mit dem Fall der Mumie betraut, deren Spur in die Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg führt. So wechseln die Handlungsstränge ständig zwischen diesen beiden Fällen und diese Wechsel setzt die Autorin gekonnt an den interessantesten Stellen. So hält sich zumeist die Spannung auch auf recht hohem Niveau. . Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt ruhig und eher nachdenklich angelegt. Das Thema, welcher sich mit dem Fall der ermordeten Mädchen befasst, ist leider sehr aktuell. Der Täter erschleicht sich mit einer falschen Identität über einen Chatroom das Vertrauen junger Mädchen, um so ein Treffen mit ihnen herbeizuführen. Bei dem Mumien-Fall ist ein Motiv sehr lange nicht ersichtlich. Klar ist nur, dass dieses in der Vergangenheit zu finden ist und so ist das Cold-Cases-Team hauptsächlich mit Recherchearbeiten und Befragungen befasst. . Wie bisher auch gewohnt, räumt die Autorin dem Privatleben von Irene Huss wieder viel Raum ein und so erfährt man, wie Irene mit dem Auszug ihrer Zwillingstöchter klarkommt und die Sorgen um ihre Mutter Gerd nicht nachlassen. Dies ist aber wieder gut dosiert und wie immer sehr unterhaltsam in die Geschichte mit eingebaut. . Fazit: Der mittlerweile 8. Band der Irene-Huss-Reihe gehört nicht unbedingt zu den Besten, ist aber in jedem Fall ein Muss für alle Fans.
  21. Cover des Buches Frank und Irene (ISBN: 9783896032324)
    Karl Neumann

    Frank und Irene

     (13)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Als er für immer ging (ISBN: 9783404922703)
    Nicci Gerrard

    Als er für immer ging

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Binea_Literatwo
    Nicci Gerrard findet genau die richtigen Worte und trifft damit genau ins Herz des Lesers. Sie beschreibt alle Gefühle und Gedanken von Irene während der Trennungsphase - ihr Mann hat sie betrogen - . Rührt zu Tränen !
  23. Cover des Buches Sturmgeflüster (ISBN: 9783941485365)
    Alexandra Walczyk

    Sturmgeflüster

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ilintschi
    Die Geschichte wird auf eine einzigartige Art und durch viele verschiedene Perspektiven erzählt.
  24. Cover des Buches Die Süße des Lebens (ISBN: 9783552062146)
    Paulus Hochgatterer

    Die Süße des Lebens

     (46)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Mir ist nicht verständlich, wie dieses Buch den deutschen Krimipreis gewinnen konnte. Wie irgendwer der Meinung war, dass dieses Buch lobenswert wäre. Ich kann nicht glauben, dass ein Verlag das wirklich rausgebracht hat und dass ich für diesen Müll zwölf Euro ausgegeben habe.

    Es ist ein Krimi, der einen brutalen Anfang hat, das wirklich interessant war. Es gab Polizeiarbeit, Zeugenbefragungen und Beweismittelsicherung, doch der ganze Fall löst der Kommissar dadurch, dass er nach zwei Wochen einen Namen auf der Tafel entdeckt, den er vorher überlesen hat. Er hat es überlesen! Überlesen! Der verdammte Name des Täters stand auf der Tafel und der gewissenhafte Kommissar hatte das Pech, den Namen zu überlesen und plötzlich wurde der Mord aufgeklärt. Und ich musste mir die ganze Zeit irgendeinen Blödsinn lesen, der mit dem Fall überhaupt nichts zu tun hat und auch gar kein Gewicht besitzt. Ich hätte bloß die ersten dreißig Seiten lesen und danach die letzten zwanzig Seiten und ich hätte nichts verpasst. Absolut nichts!

    Alles, was dazwischen ist, ist bloß da, um die Seiten aufzufüllen und verdammt, das ist so viel! Es tauchen echt viele Figuren auf, deren Lebensgeschichte in ihren ganzen Facetten erzählt wird, um dann spurlos wieder aus der Geschichte zu verschwinden, ohne einen bleibenden Eindruck auf den Mord zu hinterlassen.

    Der Autor bringt Kinder ins Spiel, zersetzt ihre Psychologie und verwendet das für einen Effekt, der nicht aufblühen kann, weil bei so vielen Figuren dieser Effekt untergeht und sogar als sich eine Polizistin über die Verletzung eines Kindes aufregt, sogar als sie zusammenbricht und nach Mitleid schreit, wirkt alles plastisch, aufgedruckt, vor allem Falsch. Es gelingt dem Autor nicht, mit Kindern Gefühle auszulösen und wenn ein Autor mit dieser einfachen Methode nicht dazu in der Lage ist, dann versagt er in meinen Augen.

    Dann sind die Dialoge ineinander geschrieben. Mit Absätzen geht der Autor so gierig um, als wollte er Seiten sparen. Stattdessen schadet er mit riesigen Absätzen dem Lesefluss und dem Leserspaß und die Dialoge gehen in den ganzen Ecken und Kanten der Geschichte unter, weil ich oft nicht in der Lage war, den Dialog der passenden Figur zu zuordnen. Hinzu kommen die vielen abgehackten Sätze, die stichwortartig aufgebaut sind und dafür sorgen, dass sich keine Nähe zu den Figuren aufbauen.

    Der Arzt taucht irgendwann auf und ich dachte, er würde eine große Rolle spielen, ein Held werden, bei der Mordermittlung helfen, denn schlussendlich erfahre ich echt viel von seinem langweiligen Leben, doch auch er ist nur da, um Seiten zu füllen. Es sind einfach so viele bla-bla-bla-Sätze, die einen mit unnützen Informationen und Handlungen überschütten, aber im späteren Verlauf eben keine Rolle spielen, als würde sich der Autor über seine Leser lustig machen. Als hätte der Autor einfach alles aufgeschrieben, was ihm so in den Sinn kam, weil er es für spannend hielt.

    Man erlebt einen Mord, einen grauenhaften Mord, der für Spannung sorgt und ich dachte der Spannungsbogen würde langsam angespannt werden. Als ich bei Seite 100 angelangt bin, gab es nichts von Spannung. Es heißt ja, man reden um den heißen Brei, aber dieser Autor redet nicht drum herum, sondern nimmt eine völlig andere Richtung und versucht gewaltsam dem Leser nicht über den Mord Nachdenken zu lassen.

    Da wird so sehr ins Detail gegangen mit Randinformationen, die gar keine Rolle spielen. Der Spannungsbogen zerbricht auf fast jeder Seite und macht das Lesen zu einer richtigen Qual.

    Sex wird als Koitus beschrieben, als wenig routiniert und mit einem einzigen Gedanken dazwischen: "das sind die wunderbarsten Brüste der Welt." Noch plumper hätte er den Akt nicht beschreiben können.

    Wenn der Kommissar an seine Tochter denkt, denkt er bloß, sie wäre fett, unförmig, irgendein Gemüse. Er denkt nicht über ihre Persönlichkeit nach, über ihre Erfolge oder Misserfolge, über ihre Zukunft, sondern beschränkt sich auf ihr Aussehen, fixiert sich daran und so einer soll mir sympathisch werden? So einer bekommt die Hauptrolle und ich soll mit ihm mitfühlen?

    Ich war wirklich neugierig darauf, wie er das Buch abschließt, wie er den Fall löst, wie er all diese Informationen verarbeitet. Er schafft es nicht. Das Ende ist wie ein Schlag ins Gesicht, ein gehobener Mittelfinger, der aus dem Nichts auftaucht und einem in diese Nase gebohrt wird. Nichts von all den Informationen hat eine tragende Rolle. Keine der Figuren ist wirklich wichtig. Wieso muss ich so viel über einen Kinderpsychologen lesen, wenn es im späteren Verlauf sowieso keine Rolle spielt? Wenn die ganze Polizeiarbeit sich darauf beschränkt, dass die hochgelobten Kommissare nicht in der Lage sind, eine verdammte Tafel zu lesen und irgendwann am Schluss einen Namen entdecken, als wäre er nie dort gewesen.

    Das Buch ist schlecht. Schlecht geschrieben, schlecht erzählt und mit einem Spannungsbogen, der sich nicht spannt. Alles, was der Autor macht, ist zwischen den Mord und der Aufklärung irgendetwas zu schreiben, um so die gewünschte Anzahl an Seiten zu erreichen, wobei er das auch nicht wirklich gut kann. Gefühle werden nicht erzeugt, eine Atmosphäre gibt es nicht, die Figuren bleiben plastisch und größtenteils unbedeutend, die Bilder zerbrechen an den holprigen Sätzen, die eindeutig von der Feder eines Amateurs stammt. Er kann nicht schreiben. Er kann das eindeutig nicht und das er auch noch dafür belohnt wird, ist bloß peinlich. Immerhin habe ich durch das Buch gelernt, dass der deutsche Krimipreis ein absoluter Witz ist.

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