Bücher mit dem Tag "individualismus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "individualismus" gekennzeichnet haben.

43 Bücher

  1. Cover des Buches Vergebung (ISBN: 9783453438224)
    Stieg Larsson

    Vergebung

     (2.320)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Teil 2 endet ja ein wenig mit einem Cliffhanger und Teil 3 ist wirklich eine Fortsetzung, die eher wie ein Nachwort von Teil 2 ist. (Teil 1 kann man unabhängig lesen, aber Teil 3 macht ohne den zweiten Teil keinen Sinn). Es ist auch spannend, aber die ersten beiden Bücher sind besser. Hier geht es - von der Gerichtsverhandlung auf den letzten 150 Seiten (von 850 Seiten) abgesehen - hauptsächlich um die Hintergründe und den schwedischen Staatsschutz. Daher ist es meiner Meinung nach nicht ganz so gut wie die beiden Vorgänger, sondern teilweise etwas trocken. Dennoch fiebert man wieder mit Lisbeth, Mickael und Erika mit und kann das Buch kaum weglegen. Schade, dass es die geplanten anderen Teile nicht mehr geben wird, aber so ist es auch eine runde Sache. Ich werde Lisbeth vermissen.

  2. Cover des Buches Homo Deus (ISBN: 9783406727863)
    Yuval Noah Harari

    Homo Deus

     (144)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Homo Sapiens steht an einer Grenze und wann wird er den Homo Deus erschaffen, einen durch Technik verbesserten Menschen? Einen Homo Deus, der sich vom Homo Sapiens deutlich mehr unterscheidet als dieser vom Neandertaler.

  3. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.265)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Lange und flüssig zu lesende Sätze mit hoher Gedankendichte und geradezu verschwenderisch-pompösem Wortreichtum zieht man lesend über weite Teile des Werkes in sich hinein wie frische, belebende Frühlingsluft. Sollte diese Erzählung eine deutliche und erkennbare Botschaft haben, so ist sie mir ebenso deutlich und erkennbar entgangen. Für mich geht es in diesem Buch im Wesentlichen um die stets erwünschte, gewollte, erhoffte, mit vielen Hindernissen und Umwegen ausgestattete, kaum erreichbare Selbstfindung. Aber wie Hermann Hesse in seinem Nachwort selbst bemerkt: Möge jeder aus der Erzählung machen, was ihm entspricht und dienlich ist.

  4. Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518471845)
    Max Frisch

    Homo faber

     (3.268)
    Aktuelle Rezension von: BM2TE22a

    Der Ingenieur, Walter Faber, berichtet von seinem Leben. Er geht mit einer rationalistischen Einstellung durch das Leben. Allmählich ändert sich jedoch sein Weltbild.

    Zu Beginn war es schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen, wo man sich befindet und was jetzt überhaupt geschieht. Trotzdem war das Buch angenehm zu lesen. Die Ereignisse wurden detailliert beschrieben, wodurch man sich ein gutes Bild des Geschehens machen kann. Die Geschichte ist spannend und regt zum Weiterlesen an. Während einer Reise kann vieles passieren. Daher ist es nicht möglich, jede Situation unter Kontrolle zu haben.

    Ich empfehle jedem dieses Buch, der sich für eine Welt- oder Arbeitsreise begeistern möchte.

    NW

  5. Cover des Buches Dead Poets Society (ISBN: 9783125796904)
    Nancy H. Kleinbaum

    Dead Poets Society

     (35)
    Aktuelle Rezension von: divergent
    Wie soll es auch anders sein?! Ich musste dieses Buch natürlich für die Schule, genauer gesagt für den Englischunterricht lesen und naja ich bin jetzt nicht so groß begeistert von diesem Buch. Woran mag es liegen? Ich lese Bücher generell ungern auf Englisch. Und naja ich brauchte schon ein bisschen, bis ich relativ gut in die Geschichte reinkam. Mr. Keaton war mir ja am sympathischsten, Einen solchen Lehrer hätte ich ja auch gerne gehabt. Ich hab von Beginn an geahnt,was was schlimmes passieren wird, weswegen mich das Ende nur so halbwegs überrascht hat..
    Ich kann nicht so genau nachvollziehen, weshalb sich Lehrer genau dieses Buch als Klassenlektüre aussuchen!
  6. Cover des Buches Die Möglichkeit einer Insel (ISBN: 9783832163655)
    Michel Houellebecq

    Die Möglichkeit einer Insel

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    In einer fernen Zukunft besteht die Menschheit nur mehr aus Klone, die ihr Leben fernab von dem, was eine Gesellschaft ausmacht bestreiten. Isoliert, ihren Aufgaben und der Arbeit nachgehend und getrieben vor der Angst des Altwerdens leben die Klone. Daniel 1,24 und Daniel 1,25 sind mit diesem Leben nicht mehr zufrieden und wollen es nicht weiter führen. Daniel 1,25 lernt Marie 23 kennen und lieben. Beide begeben sich auf den Weg ein anderes, gemeinsames Leben zu finden, das ihnen mehr Glück beschert.

    Der Autor entwirft ein teils sehr düsteres Bild einer Zukunft aus Klonen und einer aufgelösten Gesellschaft aus Individuen, die wie eine Sekte gleich, zusammenleben. Immer wieder kommt jedoch eine gewisse Romantik zum Vorschein, die bislang beim Autor fehlte, aber das Buch durchzieht. Ein wenig schwierig zu lesen, da immer wieder zwischen den Figuren und damit der Gegenwart und Vergangenheit hin und her gesprungen wird, bleibt das Buch für mich hinter anderen Werken des Autors zurück. Wer den Autor gern liest wird auch dieses Buch mögen, für Einsteiger aber weniger geeignet.

  7. Cover des Buches Medea (ISBN: 9783518189108)
    Christa Wolf

    Medea

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Avalee

    "Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin." Das bescheibt den eigentlichen Mythos der "Medea". Man könnte noch "Kindsmörderin" und "Verräterin" hinzufügen, die aus überschwänglicher und plötzlicher Liebe zu Jason handelt und dann bitter enttäuscht wird, ohne sich dabei das "Wilde" nehmen zu lassen. Eben eine dominante Frau, die es nicht unbedingt einfach hat. Aber, wie schon erwähnt, ist das der eigentliche Mythos.

     

    "Medea. Stimmen" erzählt die Geschichte etwas anders. Denn Christa Wolf schreibt nicht direkt den Mythos, sondern versucht darzustellen, wie sich der Mythos entwickelt haben könnte.

    Zum Titel selbst lässt sich sagen, dass "Medea." wohl der Teil ist, dem jedem zeigt, dass es um den Mythos geht. "Stimmen" wurde hinzugefügt, weil die Geschichte von 6 Stimmen erzählt wird. Nämlich aus den Sichten von

    • Medea: Kolcherin. Tochter des Königs Aietes und der Idya. Schwester der Chalkiope und des Absyrtos
    • Jason: Argonaut, Schiffsführer der "Argo"
    • Agameda: Kolcherin. Vormals Medeas Schülerin
    • Akamas: Korinther. Erster Astronom des Königs Kreon
    • Leukon: Korinther. Zweiter Astronom des Königs Kreon
    • Glauke: Korintherin. Tochter des Königs Kreon und der Merope

    Zum Inhalt: Auch in dieser Fassung von "Medea" ist Medea mit Jason verheiratet und hat zwei Kinder. Mit ihrer Entdeckung der Knöchelchen der Tochter (Iphinoe) des Königs (Kreon) von Korinth in einem geheimen Raum des Schlosses und die damit zusammenhängende Geschichte, beginnen diejenigen, die davon wissen, sich gegen sie zu stellen. Denn der schon Jahre zurückliegende Mord der Königstocher wird in Korinth vertuscht. Hier heißt es, sie wäre über Nacht mit einem ansehnlichen Mann durchgebrannt und würde nun andernorts ein glückliches Leben führen. In Wirklichkeit wurde das Mädchen aber geopfert, um die Machtstellung des Königs zu sichern. Dabei war Medea doch extra mit Jason aus ihrer Heimat Kolchis geflohen, weil dort ihr jüngerer Bruder geopfert worden war, um die Stellung ihres Vaters zu sichern und sie mit diesem Umstand und ihren Schuldgefühlen nicht mehr dort leben konnte. Nun, da sie hier in Korinth eine ganz ähnliche (wenn auch geheime) Story in Erfahrung bringt, beginnt ihr Unglück. Dass sie eine sehr selbstbewusste Frau ist, kann ihr dabei auch nicht helfen - außer es besser zu ertragen. Sie wird dem Schloss verwiesen, Gerüchte um den Mord an ihrem eigenen Bruder machen die Runde und sie wird zum Sündenbock für alle schlimmen Ereignisse. Nur ein Gutes findet sich kurzfristig: Sie verliebt sich in einen Künstler.

    Meiner Meinung nach ist dieser Roman eine gelungene Vorgeschichte des Mythos "Medea". Da ich auch die Fassungen des Mythos von Euripides und Grillparzer gelesen habe, ebenso wie eine etwas eigenwilligere Variante von Dea Loher, hatte ich bereits den Grundmythos im Kopf und wusste, was geschehen müsste. Mir hat sehr gefallen, dass diese Version ganz anders erzählt wird und doch in gewisser Weise am Mythos festhält. Hier wird deutlich, wie sehr die Historie durch Hörensagen und Weiterreichen verfälscht werden kann. Beispielsweise ist Medea in "Medea. Stimmen" einfach bewandert, was Heilmittel betrifft und schafft es, viele Leute erfolgreich zu behandeln. Da Medea aber der Sündenbock für alles wird, wird diese eigentlich gute Tatsache für die Korinther natürlich schlecht gemacht und sie wird (auch wegen eines weiteren gerüchtegeschwängerten Vorfalls gegen Ende) zur "Giftmischerin".
    Mir persönlich gefällt zudem die Form eines Romans auch besser als die eines Dramas. Natürlich hat das nichts mit der Geschichte an sich zu tun, denn Dramen können schließlich auch sehr gut sein - aber dennoch ist das ebenfalls ein Pluspunkt für mich.

    Von den mir bekannten für mich persönlich die beste "Medea"-Fassung.

  8. Cover des Buches Das Glücksdiktat (ISBN: 9783518469989)
    Eva Illouz

    Das Glücksdiktat

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein Muss für all diejenigen, die den gesellschaftlichen Prozessen der Individualisierung (vgl. Ulrich Beck) hin zur Singularisierung (vgl. Andreas Reckwitz) und der Umformung des ordoliberalen Primats der sozialen Marktwirtschaft hin zur Logik einer scheinbar entgrenzten Herrschaft des neoliberalen Marktes (vgl. z. B. Butterwegge) kritisch gegenüberstehen. Die Autorin und der Autor paaren diese kritischen Dispositionen dabei mit der gegenwärtigen Vermaktungs- und Ideologiesierungsstrategie, welche durch Vertreterinnen und Vertreter der Positiven Psychologie, allen voran des Entwicklers des prominenten Konzeptes der "erlernten Hilflosigkeit" bei Depressionen Martin Seligman, prominent gemacht wurden. Die herrschenden Verhältnisse stellen sich dabei als ideale Spielwiese (oder gar als Ausdruck für die Möglichkeit dessen?) für eine singularisierte, neoliberale Glücksökonomie heraus. Erwähnung finden dabei zudem die Ideen rund um Resilienz (ebenfalls Seligman) und Achtsamkeit (vgl. Kabat-Zinn). Kurzum stellen die Autoren fest, dass unsere Gegenwart als ein perfider Alptraum des, oder feuchter Traum für deren Anhänger, Pursuit of Happiness und des urdeutschen Vetters "Jeder ist seines Glückes Schmied" angesehen werden kann. Der Schluss vergisst allerdings die Subversivität der Analyse, welche von den Autoren aufgestellt wurde bezüglich der Teilnahme an Machtdiskursen im Sinne von Foucaults Begrifflichkeit von Macht, auszuformulieren, weshalb die aufmerksame Leserin oder der aufmerksame Leser sich allenfalls in ihrer kritischen Haltung bestätigt und durch die Synthesis der partikulären Topoi Individualismus, Singularisierung, Entfremdung, Verdingleichung und Neoliberalismus anhand des Glücks bereichert, findet aber wenig nützliches bezüglich eines oppositionellen Gestus. Deshalb. 4 von 5 Sternen.

  9. Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783746637600)
    Han Kang

    Die Vegetarierin

     (423)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Die Geschichte erzählt von Yeong-Hye, einer verheirateten Koreanerin, die plötzlich ablehnt, Fleisch zu essen und sich somit gegen die strikte koreanische Gesellschaft, so wie ihren Mann, verweigert. Der Plot ist in drei Kapitel unterteilt und wird aus jeweils einer anderen Perspektive erzählt:

    Das erste Kapitel, aus der Sicht des Mannes, berichtet über deren gewöhnliches Leben, ihren Alltag, die kühlen Wiederholungen einer Zweckehe. Und wie die Entscheidung seiner Frau, kein Fleisch mehr zu essen (oder zu kochen), all diese Dinge aus dem Gleichgewicht bringt.

    Das zweite Kapitel wird aus der Sicht des Schwagers erzählt und handelt von Lust. Denn die abrupte Entscheidung Yeong-Hyes, sich von alten Konventionen loszulösen, erregt nicht nur Wut und Ablehnung im Umfeld, sondern auch Leidenschaft und niedere Triebe.

    Das dritte Kapitel wird aus Sicht der Schwester erzählt und befasst sich mit den Konsequenzen, die unweigerlich alle einholen, die gewaltsam gegen das, was die Gesellschaft "Normalität" nennen, rebellieren. Die Grenze zwischen Rebellion und Wahnsinn sind, wie so oft bei der Autorin, verschwommen. Sprachlich unverschnörkelt und eher distanziert gehalten. Gut geschrieben und empathisch eindrucksvoll. 

  10. Cover des Buches Schöne Neue Welt (ISBN: 9783596520923)
    Aldous Huxley

    Schöne Neue Welt

     (1.152)
    Aktuelle Rezension von: Leseliebehoch10

    Generell gefallen mir Bücher, die eine Zukunftsversion bereithalten, doch "Schöne neue Welt" ist einfach nicht meins. Ich musste mich stellenweise leider sehr quälen und durchkämpfen. Natürlich spricht das Buch tiefgründige Fragen der menschlichen Existenz an, mit dem Schreibstil (oder mit der Übersetzung?) konnte ich jedoch leider wenig anfangen.

  11. Cover des Buches Heartland (ISBN: 9783257603729)
    Joey Goebel

    Heartland

     (130)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Die Mapothers sind die Reichste Familie des Commonwealth Countys. Doch die Eltern wollen für ihren John noch mehr. Und so kandidiert dieser für das Amt des Repräsentantenhauses im kleinstädtisch geprägten, fünften Kongressbezirk. Doch John ist überfordert, mit der Unterschicht umzugehen, die den größten Teil der Wählerschaft ausmacht. Da kommt den Mapothers Blue Gene gerade recht. Der verlorene Sohn der Familie hat sich vor Jahren von Reichtum und Elite losgelöst und führt seitdem ein Leben der amerikanischen Arbeiterklasse. Nun holen sie ihn ins Wahlkampfboot. Er soll richten, was John nicht hinbekommt. Doch nicht jeder im Commonwealth County ist so manipulativ, wie es anfangs scheint. 

    Ich erwartete mir einen recht anspruchsvollen, politischen und kritischen Roman, wurde einerseits komplett überrascht, habe dennoch in diesem Buch gefunden, was ich gesucht habe. Die erste große Überraschung war zunächst einmal Joey Goebels Schreibstil. Der lässt sich leicht und locker weglesen, ist kaum träge und gibt der Geschichte wirklich pageturner-Potenzial. Dennoch finden sich ständig versteckte Details, die einen zum Schmunzeln bringen. So ist der Schreibstil wenig poetisch, passt sich gerade aber damit hervorragend an das kleinstädtische Milieu an, in dem der Roman angesiedelt ist. Und gerade dieses kleinstädtische Milieu ist es, das der Autor hervorragend ausgestaltet hat. Die Beschreibungen davon, wie sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten verändert hat, wie sich die Menschen verändert haben, wirken sehr authentisch und geben Bashford, so heißt die Stadt unserer Handlung, ein scheinbar einzigartiges Antlitz, dass sich bei genauerer Betrachtung als tausendfache Kopie herausstellt. Denn Joey Goebel beschreibt eine Stadt in einem Landstrich, die sich überall im Mittleren Westen befinden könnte. Und gerade diese Anonymität gibt dem Buch seine Universalität. Denn Pickups, Wrestling, Monstertrucks und qualmende Geringverdiener - die wahren Patrioten - gibt es zwischen Ost- und Westküste überall. Doch der aufmerksamen Leserschaft, die sich dazu noch ein wenig mit den USA auseinandergesetzt hat, springen einige Dinge ins Auge, die die geografische Zuordnung in groben Maßen dennoch zulässt. Da wäre zunächst einmal der Herbst, der immer noch warm genug ist, um mit T-Shirt draußen rumzulaufen. Der Norden fällt also schon einmal weg. In Johns Wahlbezirk liegt ein County namens Dixie County. Wir befinden uns also im Süden. Die Mapothers haben einen Tabakkonzern - Kentucky - und der Vater eines der Protagonisten war im Bergbau tätig. Demnach würde ich auf Ostkentucky tippen. Sicherlich kein Zufall, dass der Schriftsteller auch in dieser Region aufgewachsen ist. Es finden sich aber auch noch andere Eastereggs. So finde ich den Namen Commonwealth County sehr ironisch, wenn man bedenkt, dass dies in etwa "Gemeinwohl" bedeutet, und sich gerade hier die Gräben zwischen Arm und Reich deutlich zeigen. 

    Das Buch hat mich aber auch entsetzt und schockiert. Es schwappt ja immer wieder etwas herüber nach Europa, von den "Amerikanischen" Zuständen. Dieser Roman war dann allerdings wieder ein ganz anderes Kaliber. So gehören Homophobie, Rassismus und Sexismus zum normalen Umgangston, sowohl bei den Rednecks als auch bei den gehoberen Schichten. Von diesen Auswüchsen des menschlichen Egoismus ist auch unser Hauptprotagonist Blue Gene nicht befreit. Hinzu kommt der Stellenwert von Kirche, Glaube, Patriotismus und den Streitkräften. Aus europäischer Sicht nicht mehr als ein Kopfschütteln wert. 

    Joey Goebel vermag es aber auch, seine Charaktere trotz einiger moralischer Fehler sehr sympathisch zu gestaltet. Zwar haben wir auch hier mit Henry Mapother einen klassischen Bösewicht, doch dieser ist kaum an den Haaren herbeigezogen und fügt sich perfekt in den Roman ein. Dazu kommt, dass die Protagonisten sehr facettenreich gestaltet sind, sich selbst, die anderen und auch die Leser:innen immer wieder überraschen. Und auch macht der Großteil von ihnen eine enorme Charakterentwicklung während der 700 Seiten durch. Und gerade an der Lebhaftigkeit und der Nahbarkeit des Figurensets liegt es auch, dass sich kritisierende und unterhaltsame Aspekte des Buches in einer Wage halten, sodass sich eine perfekt Mischung ergibt. 

    Insgesamt also ein Meisterwerk, lehrreich und unterhaltsam, dass trotz seiner Stärke von etwa 700 Seiten niemals langweilig wird. Auf mich hat das Buch definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

  12. Cover des Buches Ist der Schwede ein Mensch? (ISBN: 9783442754700)
    Henrik Berggren

    Ist der Schwede ein Mensch?

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Generation Golf (ISBN: 9783596150656)
    Florian Illies

    Generation Golf

     (257)
    Aktuelle Rezension von: Manuel_Martensen

    Ich habe mich vor Lachen gekringelt und wünsche mir mein altes Playmobil Piratenschiff wieder. :-) Ein toller Roman über die Generation Golf

  14. Cover des Buches Eigensinn macht Spaß (ISBN: 9783458735533)
    Hermann Hesse

    Eigensinn macht Spaß

     (31)
    Aktuelle Rezension von: XariaSeverin
    Dieser Band umfasst verschiedene Auszüge aus den Schriften von Hermann Hesse. Insgesamt ein rundes Buch, vor allem, wenn man sich erstmal an Hesse rantrauen oder gewöhnen möchte. Vor allem die Gedichte sin schön ausgewählt, 5 Sterne gibt es trotzdem nicht, weil es durch die Stückelung einfach oft auch zäh zu lesen ist.
  15. Cover des Buches Dorfpunks (ISBN: 9783644404311)
    Rocko Schamoni

    Dorfpunks

     (317)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87
    Das Buch habe ich sehr schnell gelesen, weil
    es wirklich kurzweilig und unterhaltsam 
    geschrieben ist. In chronologischer Abfolge
    begleitet der Leser den bekannten Künstler 
    Rocko Schamoni durch seine Jugend und 
    seine Suche nach Identität und einem Platz
    in der Gesellschaft, aus der der Punk auch 
    gleichzeitig ausbrechen wollte. Besonders 
    interessant fand ich in diesem Zusammenhang 
    die Schilderung von Musiktrends und 
    Konzertbesuchen, da sie mich an die 
    Erzählungen meines Vaters erinnern. Der 
    Autor bleibt dabei wunderbar unpathetisch 
    und nüchtern und stellt sich, im Nachhinein,  
    auch oft als unreifen, pickeligen Teenager dar, 
    der er war, und nicht etwa als coolen Helden
    seiner Clique. Lesern, die sich für Jugendkultur
    und Rockmusik/Punk interessieren, würde 
    ich das Buch sofort empfehlen. Für andere 
    könnte es allerdings zu speziell sein.
  16. Cover des Buches Morton Rhue "Die Welle", Literaturseiten (ISBN: 9783956867842)
    Morton Rhue

    Morton Rhue "Die Welle", Literaturseiten

     (2.309)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Ben Ross ist Geschichtslehrer an einer us-amerikanischen High School und spricht mit seinen Schülern über das Nazi-Regime und die Vernichtungslager. Die Jungen und Mädchen diskutieren, wie die Deutschen zu der Zeit all die Grausamkeiten zulassen konnten und ohne zu hinterfragen dem Führer folgten. Die Frage lässt dem Lehrer keine Ruhe und er startet einen Unterrichtsversuch, der schnell zum Selbstläufer wird.

    „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“ 

    So oder ähnlich wird Albert Einstein zitiert und die Worte treffen sehr genau den Inhalt des Buches. Ich kann gut nachvollziehen, dass es häufig als Unterrichtslektüre verwendet wird. Wenn man auch dem Erzählstil sein Alter inzwischen anmerkt, bleibt die Handlung so aktuell wie vor 40 Jahren!

    Da es sich wirklich schnell liest, ist es eine Leseempfehlung.

  17. Cover des Buches Windows on the world (ISBN: 9783548262413)
    Frédéric Beigbeder

    Windows on the world

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch war das erste von einem bedeutenderen Autor, das nach 9/11 erschienen ist und die Terroranschläge thematisiert (2003 genaugenommen): Ein Immobilienmakler nimmt seine beiden Söhne mit in das Restaurant unter dem Dach des Nordtrums des World Trade Centers, als kurz danach die Hölle ausbricht und Rettung unmöglich ist. Beigbeder erspart keine grausigen Details, er selbst sagt, man kann sich nur vorstellen, was wirklich an diesem Morgen in dem Hochhaus passierte.
  18. Cover des Buches Die satanische Bibel. (ISBN: 9783000043437)
    Anton Szandor LaVey

    Die satanische Bibel.

     (12)
    Aktuelle Rezension von: stefanie_sky

    VORWEG:

    Vielleicht sollte ich kurz etwas zu meiner Beziehung zu dem Thema sagen. Ich bin keine Satanistin, beschäftige mich aber gerne mit der Geschichte, verschiedenen Religionen oder auch Mythologien. Obwohl ich evangelisch erzogen worden bin, sehe ich mich eher als Agnostikerin. Schließlich gibt es für keinen Glauben Beweise und somit glaube ich zwar, dass vielleicht in vielen Dingen ein Funken Wahrheit stecken könnte, aber wie viel oder wie wenig vermag ich nicht zu sagen. Ich philosophiere gerne, stelle Dinge infrage, bilde mir aber erst eine Meinung zu einem Thema, wenn ich glaube zumindest annnähernd genügend dazu zu wissen, Die Medien mögen viel über den Satanismus berichten, das erschauerlich ist. Aber inwiefern kann man den Medien schon trauen?

    MEINUNG:

    Kaum eine Glaubensrichtung ist wohl so umstritten wie der Satanismus. Immer wieder hört man von schrecklichen Opferritualen und dergleichen, die augenscheinlich von Anhängern dieser Religion vollbracht werden bzw. worden sind. LaVey nimmt klar Bezug zu diesen brisanten Thematiken und distanziert sich dabei von Ritualen, in denen beispielsweise Babys, Kinder oder Tiere geopfert werden. Der Satanist würde niemals einem Kind oder einem Tier etwas antun, da er diese als reine Wesen bzw. als Vorbild betrachtet. Er selbst sieht den Mensch selbt als ein Tier, das nicht mehr oder weniger wert ist, als nichtmenschliche Tiere. Zudem sieht der Satanist den Menschen als das gefährlichste Tier an, da dieses ua. gelernt hat sich und andere zu täuschen und zu belügen. Der Satanist hält zudem wenig von der Beichte, sofern man seine Taten nicht aufrichtig bereut. Alles dient insofern der eigenen Selbstverwirklichungen, wobei keine Bestrafung auf diverse Sünden erfolgt. Tu was dich glücklich macht, lautet ein Kerngedanke.  Das Buch predigt an vielen Stellen Toleranz, hat jedoch zum Ende hin wiederum auch Rituale aufgeführt um damit anderen Menschen Schaden zuzufügen. Ab wann es gerechtfertigt ist jemand anderen zu schaden wird demnach so geschildert, dass der Satanist aus einem Akt der Rache zu diesen Mitteln greifen kann und darf. Inwiefern die Rache gestaltet sein soll, ist dem Satanisten frei gestellt. Letzten Endes will dies heißen, dass man sich nichts einfach gefallen lassen muss und nicht alles vergeben und vergessen soll.

    Die satanische Bibel zieht Vergleiche zwischen alten Religionen und dem Christentum, vergleicht Satan mit dem Gott Pan der griechischen Mythologie und räumt mit dem ausschließlich schlechten Bild auf, das die Kirche errichtet hat. Allerdings schreibt LaVey zwischendurch auch recht wiedersprüchlich oder es hat zumindest eine derartige Wirkung, da er bestimmte Themen anschneidet, die er später mit einer weiteren Ansicht an anderer Stelle erneut aufgreift. Da kriegt man als Leser manchmal schon ein wenig Kopfschmerzen. Hinzu kommt, dass er oftmals auch viel Ironie und Sarkasmus miteinbringt, was zusätzlich wohl dafür sorgt, dass jeder das Geschriebene teilweise anders auffassen wird.

    Der Satanismus will nicht als gut oder böse angesehen werden, sondern als eine Religion mit Schatten. Im Prinzip ist sie das auch. Darin liegt jedoch auch ein wenig das Paradoxon. Die Religion lässt sich in vielerlei Hinsicht von jedem Menschen frei interpretieren, sodass sie auch leicht für ausschließlich "böse" Zwecke missbraucht werden kann. Somit nimmt LaVey auch an einigen Stellen Bezug dazu und nennt jene Gruppen, die ihre Religion missbrauchen "Pseudo-Satanisten". Diese sorgen schließlich dafür, dass das schlechte Image der Antichristen aufrecht erhalten bleibt.

    AUSZUG:

    "

    1. Gib deine Meinung oder Ratschläge nicht preis, außer du wurdest gefragt.
    2. Berichte anderen nicht von deinen Sorgen, es sei denn, du bist dir sicher, dass sie sie hören wollen.
    3. Wenn du dich in den Räumlichkeiten eines anderen aufhältst, erweise ihm Respekt oder geh nicht dort hin.
    4. Wenn dich ein Gast in deinen Räumlichkeiten belästigt, behandle ihn grausam und ohne Gnade.
    5. Starte keine sexuellen Annäherungsversuche, außer du bekommst ein Signal dazu.
    6. Nimm nichts an dich, was dir nicht gehört, es sei denn, es ist eine Bürde für die andere Person und sie schreit danach, davon erlöst zu werden.
    7. Respektiere die Kraft der Magie, wenn du sie erfolgreich eingesetzt hast, um deine Wünsche zu erfüllen. Wenn du die Kraft der Magie abstreitest, nachdem du sie erfolgreich angerufen hast, wirst du alles verlieren, was du hast.
    8. Beschwere dich über nichts, dem du dich nicht aussetzen musst.
    9. Verletze keine kleinen Kinder.
    10. Töte keine nicht-menschlichen Tiere, solange du nicht angegriffen wirst oder Essen brauchst.
    11. Wenn du in offenem Gelände unterwegs bist, belästige niemanden. Wenn dich jemand belästigt, fordere ihn dazu auf, dies zu unterlassen. Wenn er nicht damit aufhört, vernichte ihn. "

    FAZIT:

    Ob man nun den Ansichten von LaVey zustimmt oder nicht (vielleicht auch nur teilweise), sollte man es gelesen haben um klare Stellung zu dem Thema nehmen zu können. Etwas "verteufeln" von dem man kaum etwas weiß, kann man schließlich schnell.
  19. Cover des Buches Der Club der toten Dichter (ISBN: 9783795111762)
    N.H. Kleinbaum

    Der Club der toten Dichter

     (249)
    Aktuelle Rezension von: Mrs. Dalloway

    Seit ich den Film in der Schule gesehen habe, liebe ich den Club der Toten Dichter. Das Buch hat nur wenige Seiten, die entsprechend schnell gelesen sind. Dennoch fehlt es ihnen nicht an Tiefe. Ich finde es total spannend, einen Einblick in das Schulsystem der vergangenen Jahrzehnte zu bekommen und meine Literaturkenntnisse ein wenig aufzufrischen. Ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte.

  20. Cover des Buches Herr Jensen steigt aus (ISBN: 9783492968867)
    Jakob Hein

    Herr Jensen steigt aus

     (171)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Gebundene Ausgabe: 134 Seiten

    Verlag: Piper (2006)

    ISBN-13: 978-3492048576

    Preis: vergriffen

    als E-Book und als Taschenbuch erhältlich


    Liest sich ganz vergnüglich


    Inhalt:

    Herr Jensen arbeitet als Postbote - bis er die Kündigung bekommt. Irgendwie ist er durchs Netz gefallen. Zuerst versucht er, seinen Tag sinnvoll herumzukriegen. Doch irgendwann wird ihm klar, dass im Nichtstun das wahre Glück liegt …


    Meine Meinung:

    Leider ist die Geschichte sehr kurz, man hätte sie sicher noch weiter ausbauen und vertiefen können. Aber sie ist sehr kurzweilig zu lesen, fast schon ein bisschen tragikomisch. 


    Dabei ist der Schreibstil sehr einfach und monoton, passend zum Protagonisten und seinem Leben. 


    ★★★★☆


  21. Cover des Buches Menschenrecht und Bürgersinn (ISBN: 9783421052018)
    Marion Gräfin Dönhoff

    Menschenrecht und Bürgersinn

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    Eine Niederschrift der Diskussionen der Neuen Mittwochsgesellschaft (nachzulesen auf Wikipedia unter "Wiederbelebung..." im Artikel "Mittwochsgesellschaft", denn der Rahmen ist hier zu klein). In diesem Teil drehen sich die Diskussionen mehr oder wneiger um die Themen Menschenrecht und Bürgernsinn. Ich verzichte hier bewusst auf die Trennung zwischen objektivem Beschreiben des Inhalts und der subjektiven Bewertung, weil ich genau weiß, dass meine Ansichten mit in den Fließtext geraten, ob ich will oder nicht. Habt also Nachsehen ;) Zuerst dachte ich "Was für ein oberflächlicher Müll, das ist doch eh alles bekannt", aber ich lag falsch. Stellenweise enthalten die Diskussionen höchst interessante und brisante Gedankensfacetten, die, auch wenn eventuell schon bekannte, doch ausdiskutiert werden. Und selbst wenn völlig absurde Äußerungen getätigt werden, ist man hier doch in der Lage sich genauer eine Gegenvorstellung zu machen, auch wenn es eventuell nicht sehr viel mehr erwähnt wird. Beispielsweise die Aussage Dieter Grimms, er neige dazu fremden Kulturen in unserem Land Eigenrecht zu gewähren. Natürlich ein völliges Absurdum, aber hier versteht man eventuell im Gesamtkontext die Argumente besser. Oder anderes Beispiel die feste Überzeugung Helmut Schmidts, der Euro würde super funktionieren, was er natürlich nicht tut, aber die Debatte um ihn herum eröffnet eventuell gänzlich neue Gedankenwege. (Obschon ich von meiner Meinung nicht einen Zentimeter gewichen bin, hat es mich dennoch zum Denken angeregt.) Stellenweise läuft die Diskussion irgendwie in eine Sackgasse, dreht sich um Unwichtigkeiten oder fokusiert sich auf Punkte, die für mich uninteressant sind, und die für mich wichtigen und wirklich relevanten werden vergessen. Aber dennoch keine schlechte Wahl. Ich rezensierte ja schonmal ein älteres politisches Buch (Brecht: Kann die Demokratie überleben ?) und dieses hier ist ein Buch, wie das andere auch, das eine sehr gute Reflexion der heutigen wirtschaftlichen/politischen/gesellschaftlichen Situation ermöglicht, weil viel mit zukünftigen Vermutungen, Prognosen und solchen Dingen um sich geworfen wird.
  22. Cover des Buches So schön kann Wirtschaft sein (ISBN: 9783899010732)
    Karl Gamper

    So schön kann Wirtschaft sein

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783844516678)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Eine sehr gut gelungene Umsetzung eines sehr guten Romans: den richtigen Ton finden, die richtigen Passagen für das Hörbuch dem Buch entnehmen, ohne dass der Sinn des Romans (der doch ein recht tiefer ist) verloren geht. Das ist den Regisseuren und Drehbuchschreibern sehr gut gelungen; ebenso die szenische Umsetzung.
  24. Cover des Buches Die politische Theorie des Besitzindividualismus (ISBN: B0000BSGG3)

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