Bücher mit dem Tag "henning mankell"

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51 Bücher

  1. Cover des Buches Der Feind im Schatten (ISBN: 9783423213349)
    Henning Mankell

    Der Feind im Schatten

     (260)
    Aktuelle Rezension von: Schattenfrau
    Als Teenager habe ich die Wallanderbücher von der Mama meines damaligen Freundes gelesen. Und dieses Buch hat mir zusammen mit Mord im Herbst ( lese ich aktuell) noch gefehlt. 16 Jahre sind seit dem letzten Fall von Wallander vergangen. Nun habe ich in meinem Urlaub endlich diesen Fall lesen können. Ich konnte mich wieder reinversetzen. Auch bei Wallander war einige Zeit ins Land gegangen hatte ich das Gefühl. Ich fand die generelle Auseinandersetzung mit dem Alter gut und die Sorgen und Ängste die es mit sich trägt. Der Abschluss war kurz und knackig aber lieber so als es unnötig in die Länge ziehen. Und ein bisschen konnte die Fantasie auch noch mitspielen. Ein realistischer Abschluss der sich erahnen ließ. Ein bisschen traurig war ich allerdings schon. Aber schön wars! Wer skandinavische und norddeutsche Krimis liebt dem kann ich die Wallanderreihe nur ans Herz legen!
  2. Cover des Buches Der Chronist der Winde (ISBN: 9783423216463)
    Henning Mankell

    Der Chronist der Winde

     (316)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Nelios Leben ist interessant. Das bleibt unbestreitbar. Auch der Bäcker hat seinen Reiz. Doch ich kann mich einfach nicht mit der Tatsache anfreunden, dass er den Jungen sterbenlässt, damit der Bäcker seine Lebensgeschichte hört. Das funktioniert in meinen Augen nicht und macht eher den Eindruck, als würde der Autor ein Kind für einen schlechten Effekt missbrauchen. Das ist so, als würde ein Reporter einen sterbenden Mann interviewen und eine nach Nahaufnahme der Wunden machen, um es dann für viel Geld zu verkaufen. Das ist billig, das ist schlecht, das ist unmoralisch.

    Allein deshalb verliert das Buch in meinen Augen viel von seiner Stärke. Es wäre doch anders gewesen, vor allem besser, wenn Nelios Geschichte aus seiner Sicht erzählt wurde, chronologisch geordnet, von der Flucht bis zu dem Schuss und ohne den Bäcker, der am Ende völlig überflüssig wird.

    Der Bäcker handelt meiner Meinung nach unmenschlich. Ich hätte den Knirps in ein Krankenhaus gebracht, gegen seinen Willen verarzten lassen und gewartet. Nur weil Nelio erwachsen klingt, ist es kein Grund, ihn einfach auf dem Dach dem Tod zu überlassen.

    Das Ende fühlt sich sinnlos an. Der Bäcker gibt seine Stelle auf, um nutzlos sein Leben als Bettler zu führen, in dem er verzweifelt versucht, Nelios Geschichte zu erzählen. Der Leser bleibt der einzige Zuhörer und ich verstehe immer noch nicht ganz seine Motivation, ein Bettler zu werden, nur weil es Nelio auch war. Das kam mir übertrieben falsch vor. Als würde der Autor die Figur sein Schicksal auf erzwingen, um mehr Effekte zu erzielen.

    Nelios Geschichte ist stark! Das gönne ich dem Autor. Was er erlebt, ist schlimm, seine Entwicklung interessant, das Rudel mit seinen Mitglieder wird so toll beschrieben, dass ich jeden einzelnen vor Augen hatte. Ich habe mich über die Geburtstagsfeier gefreut, ich habe wegen dem einen kranken Jungen geweint, ich war schockiert über Nelios Ende, ich war dabei. Aber den Bäcker habe ich richtig gehasst. Vom Anfang bis zum Ende.

    Trotz der starken Geschichte schaffe ich es nicht, mich mit dem Bäcker und seinen Handlungen anzufreunden. Es funktioniert für mich nicht, sondern ist bloß Effekthascherei, die völlig billig und falsch ist. Allein dadurch schaffe ich es nicht, der Geschichte vier Sterne zu geben.

  3. Cover des Buches Die italienischen Schuhe (ISBN: 9783552057944)
    Henning Mankell

    Die italienischen Schuhe

     (239)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87
    Von Henning Mankell gefallen mir nicht nur die Wallander-Krimis, sondern insbesondere seine Afrika- und Familienromane. Diesen hier finde ich mit seinem Setting in den einsamen Schären und seinen vielschichtigen Figuren besonders gelungen. Er enthält so viele wunderbare Gedanken und Worte über das Leben und darüber, was wirklich wichtig ist und uns zu dem macht, was wir sind. Ein ganz tolles, eindringliches Buch mit einer bitter-süßen Geschichte voller Leid und Schmerz, aber auch voller Lichtblicke!
  4. Cover des Buches Daisy Sisters (ISBN: 9783423212885)
    Henning Mankell

    Daisy Sisters

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Eigentlich ist der Titel von Henning Mankells „Daisy Sisters“ nur ein anderes Wort für: jede Frau hat eine beste Freundin. Mindestens. Der Roman soll sich über drei Frauengenerationen in Schweden bewegen; in der Erzählung jedoch geht es nur am Rande von der vorhergehenden und der nachfolgenden zweier Generationen aus der Arbeiterklasse. Wichtige Themen spricht Mankell an, dessen Bedeutung nichts an Aktualität verloren haben, wenn wir uns nicht nur in Deutschland, oder auch Schweden, dem Ort des Geschehens, umschauen. Es betrifft nicht nur Frauen untereinander sondern das Verhältnis derer in einer Gesellschaft und wo Männer sich inzwischen auf verlorenem Posten sehen. Sie wehren sich wie üblich durch bloßes Machtgehabe, wie in Polen und auch anderswo sichtbar. Vergewaltigung, das bewusste Kleinhalten von Frauen, die sich nicht trauen auszubrechen, Machtmissbrauch durch sexualisiertes Verhalten, schlechte Rahmenbedingungen und vieles mehr werden hier beschrieben.

    Die Väter von Elna und Vivi gehören verschiedenen Parteien an, im Zweiten Weltkrieg wirken sich beide Zugehörigkeiten fatal aus. Die beiden jungen Frauen führen lange Zeit eine Brieffreundschaft, bis sie sich endlich einmal treffen können. Eigentlich sollen sie nur einem Verwandten von Elna bei der Heuernte helfen, doch vorher wollen die beiden an die Grenze zu Norwegen, den Krieg erleben. Nach einer heftigen Nacht mit zwei Grenzsoldaten muss Elna Wochen später damit zurechtkommen, dass sie schwanger ist. Dass es bei Elna eine Vergewaltigung war, kann sie sich selbst gegenüber nur schwer eingestehen. Abbrüche sind verboten aber möglich, doch misslingt ihr dies, Eivor wird geboren. Die Umstände des versuchten Schwangerschaftsabbruches, wie die Eltern und das gesamte Umfeld reagieren ist bezeichnend für die damalige Zeit. Eigentlich will Elna etwas anderes aus ihrem Leben machen, sie ist klug, doch aus ihren Träumen wird nichts. Sie heiratet und bietet ihrer Tochter, die absolut nichts über ihren leiblichen Vater weiß, zumindest gute Randbedingungen, um es besser zu machen.

    Jahre später erleben wir, wie es auch Eivor nicht gelingen mag, das sogenannte bessere Leben zu erwischen. Der alkoholkranke Nachbar, von Mankell liebevoll gezeichnet, nimmt einen Ausreißer auf, in den Eivor sich verliebt und furchtbares dadurch erleidet. Das zeichnet sie fürs Leben. Sie will in einem größeren Ort endlich durch harte Arbeit ihre Träume verwirklichen und landet doch nur, wie ihre Mutter, viel zu früh schwanger in einer Ehe. Nach dem ersten Kind will sie partout wieder arbeiten, doch ihr Mann sorgt dafür, dass sie wieder schwanger wird. Die Ehe zerbricht nach wenigen Jahren, sie muss und will für sich selbst und ihre Kinder sorgen. Die Freundschaft zu einer Arbeitskollegin aus ihrem ersten Job lässt sie an den nächsten Ort ziehen, wo sie wieder auf bessere Zeiten hofft. Das ist am Anfang auch so, doch dann trifft sie eine fatale Entscheidung. Sie landet in einer Fabrik, bei der Frauen eher selten anzutreffen sind. Hier begegnet sie derart niederträchtigen und sexualisierten Bedingungen, wie ich sie persönlich noch, zwar abgeschwächt, in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts während meiner Banklehre erlebt habe. Männern gegenüber ist sie nun extrem vorsichtig eingestellt, doch die erste Liebe holt sie ein. Wieder erlebt sie furchtbares, wird erneut schwanger und entscheidet sich letztendlich für das Kind.

    Die schweren Bedingungen, die Mutter wie auch die Tochter erleben, werden von Mankell zwar gut beschrieben, doch die Gefühle der Frauen kann auch er nicht wirklich wiedergeben. Dass auch die Tochter von Eivor früh schwanger wird, ist für die Mutter wie ein Schlag ins Gesicht. Die Sprachlosigkeit, die Ängste, die die jeweilige Mutter gegenüber ihrer Tochter wie ein versagen klingen, dieses festhalten, nicht ausbrechen können aus dem Rahmen, das ist einfach nur furchtbar zu lesen. Nicht sichtbare Ketten, die von keinem der Frauen, auch den Freundinnen, durchbrochen werden können, stimmen einen traurig. Die Daisy Sisters erhalten zumindest ihre Freundschaft so wie Eivor auch die ihre. Dass das Leben kein Ponyhof ist, wird hier eindrucksvoll bewiesen.

  5. Cover des Buches Mord im Herbst (ISBN: 9783423253772)
    Henning Mankell

    Mord im Herbst

     (130)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Es handelt sich hier um einen Kurzkrimi, der zeitlich in den Jahren vor dem letzten grossen Roman "Der Feind im Schatten" spielt.

    Man kann diese kurze Episode eigentlich nicht mit den anderen Wallander-Romanen vergleichen, schon nicht wegen dessen Länge bzw. Kürze. Ich kann mir vorstellen, dass jemand der die Serie nicht kennt, keinen Zugang zu diesem Krimi hat und er sehr banal und wenig gesellschaftskritisch und tiefgründig erscheint. Wer den Kriminalbeamten Kurt Wallander die ganzen Jahre mit begleitet hat, findet vielleicht auch in diesem Buch ein paar interessante Lesemomente.

    Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen, aber eben vergleichen lässt sich dieser Roman nicht mit den "alten" Wallander-Krimis. Dafür erfährt der Leser am Ende, wie es zu der Wallander-Serie kam, wie es weiterging und wann es endete. Der Autor gibt interessante Einblicke in seine Arbeit.

  6. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423216470)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (992)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dieses Buch ist der erste Band von Mankells sehr erfolgreicher zwölfbändiger Reihe um den schwedischen Kommissar Knut Wallander. Das Original erschien vor über 30 Jahren 1991 unter dem Titel „Mördare utan ansikte“. Der deutsche Titel ist also eine wörtliche Übersetzung des schwedischen Originaltitels. In einem kleinen Dörfchen in Schwedens Süden wird ein altes Ehepaar auf brutale Weise ermordet. Die Polizei tappt zunächst völlig im Dunkeln, da die Opfer weder reich waren noch offensichtliche Feinde hatten. Die Frau sagt kurz vor ihrem Tod auf die Frage, ob sie die Täter kannte, dass es Ausländer gewesen seien. Damit führt Mankell in das Grundthema des Romans ein, die Kritik an der Einwanderungspolitik Schwedens und den zunehmenden Rassismus.

    Seinen Protagonisten Wallander lässt er dazu sagen: „Eigentlich wäre es mir recht, wenn sich die Mörder in diesem Auffanglager finden ließen. Vielleicht würde sich dann einmal was an dieser gleichgültigen und nachlässigen Haltung gegenüber der Tatsache ändern, dass wer auch immer, aus welchen Motiven auch immer ohne Probleme über die schwedische Grenze kommen kann.“ (dtv Tb, 7. Aufl. 2000, S. 56) oder: „Es ist genau der Fehler einer Asylpolitik, was zu diesem Chaos führt. Im Moment leben wir in einem Land, in das, wer auch immer, mit welchen Motiven auch immer, wie auch immer, wann auch immer und wo auch immer hineinkommen kann. Die Grenzkontrollen sind abgeschafft worden. Die Zollverwaltung ist machtlos.“ (ebd., S. 257)

    Diese Sätze sind sehr ähnlich denen, die man 25 Jahre später in Deutschland zu hören bekam.

    Der eigentliche Fall hat, wenn man dem Stern glaubt, ein Vorbild in der Realität: Mitte der 80-er Jahre wurde ein altes Ehepaar in Schweden von Zigeunern ermordet, was auch in der damaligen Wirklichkeit zu einem Anstieg der Ausländerfeindlichkeit geführt hat. Wer das nachlesen möchte:
     https://www.stern.de/kultur/buecher/reise-wallanders-welt-3888364.html

    Neben dem sozialkritischen Part des Romans kann der eigentliche Fall, oder besser die Fälle, leider nicht bestehen. Es gibt einige Ungereimtheiten, die darauf schließen lassen, dass der Fall nur Verpackung sein sollte. Dennoch wäre ein wenig mehr Mühe bei der Gestaltung und vor allem bei der Aufklärung gut gewesen. Manche Stellen lesen sich wie aus einem billigen Groschenroman entnommen, z.B. der nächtliche Sturz Wallanders vom Gerüst, der durch das Hängenbleiben mit dem Bein einen halben Meter vor dem Beton gestoppt wird. (ebd., S.236) oder die Verfolgungsjagd mit dem Pferdetransporter (ebd., S.246).

    Es gibt Sätze, die sind schlicht Unsinn, wobei ich natürlich nicht weiß, ob das an der Übersetzung liegt oder ob es im Original so steht. Ein Beispiel: „Obwohl er es sich eigentlich nicht leisten konnte, nahm er Maltwhisky.“ (ebd., S. 270) Es ist bekannt, dass Alkohol in Schweden sehr teuer ist, aber dass der stellvertretende Polizeichef einer Stadt sich keine Flasche Whisky leisten kann, ist sicher Unsinn. Auch die Gedächtnisleistung der Kassiererin, die sich nach über einem halben Jahr noch erinnern kann, wer nach dem Opfer die Bank betrat und wie der Besuch genau ablief, kann der Kategorie hanebüchen zugeordnet werden.

    Die Beziehung Wallanders zur Staatsanwältin ist sehr hölzern und unglaubwürdig geschildert. Viele Ermittlungsansätze werden nicht weiterverfolgt, gesponnene Fäden enden im Nichts. So bleibt unklar, was es mit den argentinischen Knoten auf sich hat oder mit Wallanders Anfrage bei seinem ehemaligen Freund, dem Galopptrainer. So richtig dicke Freunde werden Wallander und ich wohl eher nicht mehr. Zwei Sterne.

  7. Cover des Buches Erinnerung an einen schmutzigen Engel (ISBN: 9783423215251)
    Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel

     (79)
    Aktuelle Rezension von: AnnaChi

    Geschichte wird in Menschen lebendig, seien es historische Persönlichkeiten oder fiktive Personen. Hanna, die Hauptperson des Mankellschen Romans, ist eine Mischung aus beidem. Mankell wurde durch eine Notiz in einem geschichtlichen Dokument, die beschreibt, dass eine junge Schwedin die Besitzerin eines der größten Bordelle einer Hafenstadt in Mosambik war, zu diesem Roman angeregt.

    Diese Hanna heuert aus Not und um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einem Schiff als Köchin an, verliebt sich dort in einen Steuermann, der während der Fahrt stirbt und verlässt das Schiff in besagter Hafenstadt, in der sie zufällig in einem Bordell landet, das sie für ein Hotel hält. Als der Besitzer um ihre Hand anhält, sagt sie nach kurzem Zögern zu und ist als seine Witwe schon bald Besitzerin des Etablissements.

    Hanna versucht ihren eigenen Weg zu finden. Einerseits sieht sie den brutalen Rassismus der weißen Menschen (und natürlich im Bordell vor allem der weißen Männer), andererseits die Schwarzen, die sich beugen, aber voll unterdrücktem Hass sind. Als sie versucht, sich für die schwarzen Frauen einzusetzen, wird ihr klar, dass ihre Einmischung von beiden Seiten nicht erwünscht ist ...

    Sehr gekonnt lässt uns Mankell die bedrückende Welt einer Kolonie zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch die Augen der naiven Hanna erblicken. Er zeigt, wie man auch ohne moralisch erhobenen Zeigefinger eine gute und differenzierte Geschichte erzählen kann.

  8. Cover des Buches Die Pyramide (ISBN: 9783423252164)
    Henning Mankell

    Die Pyramide

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Es gibt viel zu tun für Kommissar Wallander und seine Kollegen. Ein nicht registriertes Sportflugzeug stürzt in der Nähe von Ystad ab, beide Insassen verbrennen bis zur Unkenntlichkeit. Kurze Zeit später explodiert ein Handarbeitsgeschäft, die beiden Inhaberinnen, zwei betagte Damen, verbrennen ebenfalls, wurden aber vorher bereits durch Kopfschüsse getötet. Hängen die beiden Fälle zusammen? Wer tötet zwei nette alte Fräuleins und warum?

    Nicht nur diese Fragen belasten Wallander, er hat auch privat seine Probleme. Die Scheidung von seiner Frau Mona macht ihm immer noch zu schaffen und gerne würde er auch seine Tochter Linda öfter sehen. Zu allem Überfluss muss er während der Ermittlungen nach Ägypten fliegen und seinen 80jährigen Vater aus dem Gefängnis holen. Dieser war bei dem Versuch eine Pyramide zu besteigen verhaftet worden. Noch ahnt Wallander nicht, dass ihm der Anblick der Pyramiden zur Lösung des Falles führen wird …

    „Die Pyramide“ ist wieder ein typischer Mankell-Krimi, der aber im Vergleich mit seinen anderen Romanen wohltuend kurz ausfällt. Bereits nach den ersten Sätzen ist man von der Geschichte gefesselt, die sich angenehm in einem Zug durchlesen lässt. Unverkennbar ist auch wieder sein Schreibstil, solide und sachlich bringt er die Dinge auf den Punkt, geht aber trotzdem intensiv auf Wallanders Sorgen und seine Gemütslage ein. Hie und da blitzt sogar etwas Humor durch, mit dem Mankell ansonsten sparsam umgeht. Wie auch in den anderen Romanen des Autors wird hier ebenfalls, wenn auch nur am Rande, ein Problem unserer Zeit angesprochen.

    Fazit: Beste Unterhaltung für alle Leser, die Mankells Schreibstil und seine Art zu erzählen mögen.
  9. Cover des Buches Die schwedischen Gummistiefel (ISBN: 9783423217057)
    Henning Mankell

    Die schwedischen Gummistiefel

     (78)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Henning Mankell verstand es auch in diesem letzten Roman, tief in die menschliche Seele zu blicken. Mit seiner unverkennbaren Schreibkunst eine dichte, melancholische Atmosphäre zu schaffen, macht er auch diesen Nachfolger von „die italienischen Schuhe“ wieder zu einem interessanten Lese-Erlebnis.


    Die Hauptfigur Fredrik Welin, ein Arzt, der den vorzeitigen Ruhestand aufgrund eines chirurgischen Fehlers wählt, muss zusehen, wie sein Haus abbrennt und damit seine ganze Existenz zugrunde geht. Seine schwangere Tochter, die ein undurchsichtiges Leben führt, ist ihm dabei keine grosse Hilfe. Die Reflexionen über das Leben, das Altwerden, Familie und Einsamkeit verleihen der Lektüre etwas Schweres aber auch Gehaltvolles. Kann man seinen Freunden und den Menschen in der näheren Umgebung trauen? Wer meint es ehrlich und auf wessen Hilfe kann man im Notfall zählen?


    Meine Empfehlung gilt jenen Lesern, die eine unspektakuläre aber tiefgründige Handlung schätzen und den Autor von seinen anderen Büchern her kennen.

  10. Cover des Buches Der Sandmaler (ISBN: 9783423217521)
    Henning Mankell

    Der Sandmaler

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Henning Mankell hat in seinem Roman die Geschichte von Elisabeth, einer jungen  Frau geschrieben die ihr Interkulturelles Bewusstsein entdeckt und Stefan, ihrem ehemaligen Schulkollegen die sich auf dem Flug nach Afrika wiederbegegnen, jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Stefan sieht seine Reise großteils als Vergnügen während Elisabeth ihre Interkturelles Bewusstsein und ihr Wissen erweitern will, jedoch noch nicht viele  Kompetenzen in Diversität und interkulturellen Fragen erwerben konnte und somit immer wieder in Situationen kommt die sie in ihrer eigenen kulturellen Denkweiseherausfordern und so ihren Horizont erweitern. Die Sprache ist, wie bei Mankell üblich sehr ansprechend, der Titel hat mich sofort angesprochen und die Sozialen Probleme die im Roman angesprochen werden machen den Roman sehr interessant und spannend. Mankell schreibt über die Schönheit des Landes, den Stolz der Einheimischen sowie den Problemen, den Nöten und den Schwierigkeiten denen sie ausgesetzt sind. 


  11. Cover des Buches Die flüsternden Seelen (ISBN: 9783423215497)
    Henning Mankell

    Die flüsternden Seelen

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Im Jahre 1972 erfüllte sich der schwedische Autor Henning Mankell einen Kindheitstraum: Er reiste nach Afrika. Diese Reise war der Beginn einer tiefen Liebe zu dem Kontinent, in dem Mankell seine spirituelle Heimat fand. Bis zu seinem Tod 2015 lebte er immer wieder zeitweise in Afrika. Er verbrachte Monate oder sogar Jahre am Stück in Mosambik, setzte sich für die Unabhängigkeit ehemaliger afrikanischer Kolonien ein und baute in der Hauptstadt Maputo eine professionelle Theatergruppe auf.

    Selbstverständlich fand diese Verbundenheit auch Eingang in sein literarisches Schaffen. Bereits sein zweiter Roman „Der Sandmaler“ von 1974 zählt zu seinen Afrika-Werken. Über 20 Jahre später veröffentlichte er 1998 „Die flüsternden Seelen“. In der zusammenhängenden Kurzgeschichtensammlung thematisiert er vor allem Begegnungen zwischen Afrikaner_innen und Europäer_innen sowie die Folgen des Kolonialismus. Ich entschied mich für die Lektüre, weil ich hoffte, mit diesem Buch einen Zugang zu dem in meiner Familie sehr beliebten Henning Mankell zu finden, ohne auf seine populären Krimis um Kurt Wallander angewiesen zu sein.

    Ein Feuer, irgendwo in der ostafrikanischen Dunkelheit. Das Feuer gehörte einem alten Mann, der Fremden seine Augen anbot und die Hände ausstreckte, um zu geben. Der Mann hieß Felisberto. In dieser Nacht, wie auch in vielen anderen Nächten, erzählte er von seiner Familie. In seine Worte stahl sich das Flüstern des Kontinents. Er berichtete von Samima, die 312 Jahre alt wurde und deren Mal für ihre Nachfahr_innen Glück oder eine Warnung verheißen kann. Sie wacht über sie alle. In dieser Nacht erzählte Felisberto viele Geschichten. Doch jede dieser Geschichten ist letztlich Teil des unendlichen Abenteuers, das uns alle verbindet und das seinen Anfang vielleicht – nur vielleicht – in Afrika nahm: Des Lebens.

    Ich konnte mit „Die flüsternden Seelen“ von Henning Mankell weniger anfangen, als ich erwartet hatte. Natürlich sind die fließenden, ineinander verwobenen Kurzgeschichten zauberhaft geschrieben, magisch aufgeladen und vermitteln ihre tiefere Bedeutung mit einer faszinierenden Simplizität. Das Bild, das Mankell von Afrika zeichnet, ist wunderschön und verführerisch. Doch die Botschaft, die er mit nahezu aggressiver Poetik zu vermitteln versucht, eröffnete mir keinen bahnrechenden Erkenntniszuwachs.

    Auf mich wirkte sein Ansatz durchschaubar und etwas ausgelutscht, denn alles, was er mir sagen wollte, wusste ich schon: Der Kolonialismus in Afrika war ein Unrecht, das die Seele des Kontinents schwer verwundete und noch immer nachwirkt. Als moderner, sensibilisierter und aufgeklärter Mensch ist es schier unmöglich, Henning Mankell diesbezüglich nicht zuzustimmen. Trotzdem fehlte mir in „Die flüsternden Seelen“ die Differenzierung, das Fingerspitzengefühl für die Darstellung kolonialer und postkolonialer Zustände aus europäischer Perspektive.

    Ungeachtet seiner Liebe für Afrika war Henning Mankell Schwede. Kulturell war er Europäer. Seine Wahrnehmung, sein Blick waren europäisch geprägt. Es gelang ihm nicht, sein Porträt von Afrika frei von diesen Einflüssen zu gestalten. Deshalb ertrinkt jede Seite von „Die flüsternden Seelen“ in Idealismus, Romantisierung und Eindimensionalität. Seiner Ansicht nach waren Afrikaner_innen grundsätzlich die besseren Menschen, Punkt.

    „Die flüsternden Seelen“ zeigt weder ein Bewusstsein für negative postkoloniale Entwicklungen noch erkennt es die positiven Fortschritte an, die afrikanische Völker in den vergangenen Jahrzehnten hart erkämpften. In seinem Bestreben, europäische Schuld und Verantwortung zu betonen, viktimisierte Mankell den gesamten Kontinent. Die starre Zuschreibung der Opferrolle verneint die Fähigkeit zu Emanzipation und Resilienz. Damit schürte er ungewollt Vorurteile und reproduzierte Narrative, die eher schaden als nutzen.

    Mich störte vor allem, dass „Die flüsternden Seelen“ immer auf ganz Afrika bezogen ist. Henning Mankell benannte in den Geschichten keine Völker, keine Nationen, keine Kulturen. Ich fand das schwierig, weil Europäer_innen ohnehin dazu neigen, zu ignorieren, wie vielschichtig und divers der Kontinent ist. Selbst wenn er andeuten wollte, dass willkürlich gesetzte Grenzen irrelevant sind, schien es, als werfe er alle Afrikaner_innen in einen einzigen großen Topf und übergehe kulturelle Identitäten einfach. Ich empfand das als respektlos – sicher genau das Gegenteil dessen, was er erreichen wollte.

    Letztendlich ist „Die flüsternden Seelen“ demnach kein authentisches Buch über afrikanische Kulturen und Lebensweisen. Es ist die authentische Perspektive eines weißen Europäers auf afrikanische Kulturen und Lebensweisen. Meiner Meinung nach handelt es nicht davon, was Afrika objektiv in der Realität ist, sondern nur davon, was Henning Mankell subjektiv in Afrika sah und fand. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass er diese Kurzgeschichtensammlung hauptsächlich für sich selbst schrieb.

    Sein Anliegen bestand nicht darin, seinen Leser_innen beizubringen, wie Afrika tickt. Er wollte ihnen zeigen, was Afrika ihm persönlich bedeutete, warum er den Kontinent liebte. Obwohl ich das verstehe und spüren konnte, wie erfüllend er diese Verbindung empfand, bewegte er sich damit meines Erachtens auf einem sehr schmalen Grat, den er nicht stolperfrei meisterte. Er hat viel für Afrika und für Mosambik getan. „Die flüsternden Seelen“ gehört meiner Einschätzung nach jedoch nicht dazu.

    Die Kurzgeschichten mögen hübsch und poetisch sein, Liebe und Sehnsucht ausdrücken, doch sie sagen mehr über ihn aus als über Afrika. Möchtet ihr Henning Mankell verstehen, einen Einblick in seine Seele erhalten, könnt ihr es gern mit „Die flüsternden Seelen“ versuchen. Verlangt es euch hingegen nach einem Einblick in die Seele Afrikas, seid ihr mit Büchern von afrikanischen Autor_innen wahrscheinlich besser beraten.

  12. Cover des Buches Vor dem Frost (ISBN: 9783552057630)
    Henning Mankell

    Vor dem Frost

     (437)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Henning Mankell deutet in „Vor dem Forst“ den Generationenwechsel an: Linda Wallander steht kurz davor, in den Polizeidienst einzutreten und ihrem Vater nachzufolgen. Doch noch ehe sie den Dienst antritt, beginnen Linda und Kurt Wallander gemeinsam, getrennt, mit- und gegeneinander am neuesten Fall zu ermitteln. Dass die grausamen Tötungen von Tieren, die Schändungen von Kirchen und das seltsame Verhalten und Verschwinden von Lindas Freundin Anna zusammenhängen, ahnt der Leser sofort. Aber wie die beiden Wallander dem leicht konstruierten Plot auf die Spur kommen, ist toll erzählt. Linda macht mit Neugier und Unerschrockenheit (fast) wett, was Kurt mit Berufserfahrung und Instinkt gelingt.

    Die Folie der Handlung bildet religiöser Fanatismus. Schon im Prolog werden die Leser in den Massenmord einer extremistischen Christensekte geworfen. Und Fanatismus zieht sich durch den ganzen Roman. Menschenleben – und erst recht das Leben von Tieren – gilt diesen Verblendeten nichts im Angesicht der eingebildeten Größe ihres „gottgegebenen Auftrags“.

    Mankell hat eindrückliche Einfälle: Annas Mutter komponiert aus Lachern und Seufzern Musikstücke. In Flammen gesetzte Schwäne gehen brennend über einem schwedischen See nieder. Ein so qualvolles wie kräftiges Bild.

    Dass es Längen gibt, stört nicht übermäßig, und auch die Vorhersehbarkeit des Endes ist nur ein kleiner Abstrich für die Bewertung dieses gelungenen Wallanders!

  13. Cover des Buches Die weiße Löwin (ISBN: 9783867176002)
    Henning Mankell

    Die weiße Löwin

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    In Südafrika beschließt die Burenorganisation »Komitee«, das Ende der Apartheid mit Gewalt aufzuhalten: Die heimtückische Ermordung Nelson Mandelas soll das Land ins Chaos stürzen. Angeheuert wird der schwarze Berufskiller Mabasha so wird der Verdacht von den Weißen abgelenkt.

    Mabasha erhält in Schweden eine Spezialausbildung durch den ehemaligen KGB-Offizier Konovalenko. Es kommt zu Spannungen zwischen den beiden, als Konovalenko eine junge Frau erschießt. Als Kommissar Wallander die Dimension seines Falls erkennt, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit um das Leben Mandelas und den Frieden in Südafrika.

    In diesem Teil wird dann auch Wallanders Familie zur Zielscheibe. Das Hörspiel hat an manchen Ecken dann ein paar kleine Logik Lücken, die entstehen, wenn man zu sehr kürzt. Es ist nicht ganz unlogisch, aber manches muss man sich selber erklären. Bspw. tauchen Personen aus dem Nichts auf. Ohne Erklärung... etc. Ein bisschen schade, weil es ein wenig den Hörfluss stört. Das Hörspiel ist dennoch wunderbar!
  14. Cover des Buches Wallanders erster Fall und andere Erzählungen (ISBN: 9783552056121)
    Henning Mankell

    Wallanders erster Fall und andere Erzählungen

     (418)
    Aktuelle Rezension von: Fuexchen

    Der junge Polizist Kurt Wallander findet eines Tages seinen Nachbarn erschossen in dessen Wohnung – einen Revolver neben sich. Für seine Kollegen von der Kriminalpolizei sieht das nach einem Routinefall aus, doch Wallander glaubt nicht an einen Selbstmord. Er beginnt auf eigene Faust zu recherchieren – auch auf die Gefahr hin, von seinem sehr eigenwilligen Vater gänzlich abgeschrieben zu werden und die Geduld seiner geliebten Mona aufs Äußerste zu strapazieren.

    Ich hatte schon viel von den Wallander-Büchern des Autors Henning Mankell gehört und war daher neugierig geworden. 

    Der Einstieg in die erste Geschichten ist mir zwar leicht gefallen, aber ich tat mich etwas schwer mit dem Schreibstil. Diesen empfand ich teilweise als etwas sprunghaft. Werden Szenen erst ausführlich beschrieben, fühlt es sich dann wie ein abrupter Gedankenwechsel an und ich hatte das Gefühl, dass die Szene mittendrin endet. Als ich mich dann aber daran gewöhnt hatte und mich darauf einlassen konnte, kam ich gut voran.

    Das Buch beinhaltet neben Wallanders erstem Fall noch vier weitere Geschichten, so dass ich schon mal einen Einblick in sein Leben bekam und ich denke, ich weiß nun, was mich für die kommenden Fälle erwartet.

    Der Protagonist ist mir sympathisch, seine Entscheidungen kann ich jedoch nicht immer nachvollziehen und er ist mir nicht konstant genug. In einem Moment überlegt er sich, etwas zu tun, nur um im nächsten das Gegenteil zu tun. Das zeigt vielleicht seine innere Zerrissenheit, richtig nachempfinden kann ich es jedoch leider nicht. 

    Ich hatte trotz allem eine schöne und spannende Lesezeit und werde bei Gelegenheit auch seine anderen Fälle lesen. Dem Buch vergebe ich drei Sterne.

  15. Cover des Buches Der Mann, der lächelte (Ein Kurt-Wallander-Krimi 5) (ISBN: 9783869090573)
    Henning Mankell

    Der Mann, der lächelte (Ein Kurt-Wallander-Krimi 5)

     (24)
    Aktuelle Rezension von: weissenstein
    Die Geschichte ist einfach: Skrupelloser Geschäftsmann ist in Organhandel verwickelt und geht dabei über Leichen. (Ähnliche Thamatik wesentlich spannender z.B. bei Andreas Franz). Das große Plus in diesem Buch ist die realistische Schilderung der Lebenskrise von Kommissar Wallander, der eine Auszeit nehmen mußte, nachdem er bei seinem letzten Fall erstmals einen Menschen erschossen hatte. Nach Alkohol, Depressionen und Selbstzweifel nimmt er wieder einen Fall an und agiert nicht als Superheld, sondern als Mensch mit Fehlern und Defiziten, der sich zum Weitermachen entschieden hat.
  16. Cover des Buches Ein Kater schwarz wie die Nacht (ISBN: 9783423707664)
    Henning Mankell

    Ein Kater schwarz wie die Nacht

     (16)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele
    Es ist Lukas` sechster Geburtstag. Was wird er wohl geschenkt erhalten? Erwartungsvoll hofft er, dass die Zeit vergeht. Dann stehen die Eltern an seinem Bett. Er erhält einen kleinen schwarzen Kater und nennt ihn Munkel. Lukas hat viel Spaß mit Munkel, bis der Kater an einem Regentag verschwunden ist. Gefühlvoll erzählt der Autor die Geschichte von Lukas und seinem Kater. Die Liebe zwischen beiden ist spürbar. Die Trauer des Jungen nach dem Verschwinden des Katers ist nachfühlbar. Das Buch ist in kindgerechter Sprache geschrieben. Kinder ab 5 Jahre können sich gut in Lukas hineinversetzen. Sie werden sich mit ihm auf die Suche nach dem kleinen schwarzen Kater machen, seine Verzweiflung verstehen, mit ihm bangen und hoffen. Auch das Ende ist stimmig. Jedes Kapitel beginnt mit der Katzenzeichnung. Im Text finden sich weitere kindgerechte Bilder. Auf dem Cover finden sich Lukas und Munkel. Der Blick des Jungen ist ganz auf den Kater fixiert. Dem Autor ist ein wunderbares Kinderbuch zu einem ernsten Thema gelungen.
  17. Cover des Buches Die Brandmauer (ISBN: 9783942656153)
    Henning Mankell

    Die Brandmauer

     (560)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Zwei Teenager erstechen auf brutale Weise einen Taxifahrer. Kurz darauf bricht ein Mann vor einem Geldautomaten zusammen und stirbt, obwohl er scheinbar guter Gesundheit war. Kommissar Wallander, der in den Fällen ermittelt, sieht lange keine Zusammenhänge und muss doch bald erkennen, dass er einer großen Verschwörung auf der Spur ist…

    Henning Mankell hat mit seinen Kriminalromanen um Kommissar Wallander entscheidend zum momentanen Trend des Nordic Noir-Genres beigetragen und so den guten alten Krimi neu belebt und mit neuen Facetten versehen. Und so ist auch in „Die Brandmauer“ die typische Schwermut zu spüren, den die Hauptfigur mit sich herumträgt: Er fühlt sich alt, müde und oft überlastet. Das kommt erneut sehr gut zur Geltung und lässt auch die Szenen aus seinem Privatleben wieder sehr lesenswert und eingängig werden. Sehr gelungen ist auch, wie er völlig selbstverständlich Gesellschaftskritik einbringt und auf Missstände aufmerksam zu machen, ohne eine einfache (und dann leider auch meist unrealistische) Lösung aus dem Hut zu zaubern. Sicherlich: Er prangert an, warnt, macht aufmerksam, aber eben immer ohne allzu hoch erhobenen Zeigefinger.

    All das spielt vor de Kulisse zweier scheinbar unzusammenhängender Todesfälle, die aber auf sehr clevere Weise miteinander verstrickt und um viele weitere Facetten erweitert werden. Dabei hält er nicht alles zurück, um dem Ermittler am Ende eine triumphale Auflösung zu gönnen, sondern teilt immer wieder Zwischenerkenntnisse und Teilauflösungen mit dem Leser. Das macht das Ganze ziemlich komplex, durch die spannende Erzählweise fällt es aber leicht, die Übersicht zu behalten. Erstaunlich ist es, wie sich die Handlung in eine ganz andere Richtung als erwartet entwickelt und zu einer weltumspannenden Verschwörung führt, die mit vielen überraschenden Wendung und einer sehr gelungenen Auflösung führt.

    „Die Brandmauer“ überzeugt mit ihrem scheinbar gewöhnlichen Start und führt den Leser aber in eine ganz andere Richtung. Dabei wird die komplexe Handlung verdichtet, packend und gut verständlich aufbereitet, wobei auch die dichte Stimmung sehr überzeugend ist – sowohl bei dem Hacker-Thema als auch bei Wallanders Privatleben. Sehr lesenswert!   

  18. Cover des Buches Tiefe (ISBN: 9783552057623)
    Henning Mankell

    Tiefe

     (174)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe
    Ein Thriller von Mankell. Nachdem ich so gern die Wallander-Romane gelesen hatte, ging ich mit großen Erwartungen an dieses Werk.
    Anfangs fand ich es nur seltsam, doch im weiteren Verlauf wurde das Lesen eher zur Qual als zum Vergnügen.
    Da ich das Buch nur geliehen hatte, wollte ich es trotzdem abschließen und war froh, als ich am Ende angekommen war, das glücklicherweise auch nicht so offen blieb wie ich befürchtete.

    Der Schreibstil ist in der Übersetzung, die ich gelesen habe, gut zu lesen. Die Erzählung plätschert ebenso dahin wie das Meer.
    Die Handlungen der Charaktere sind für mich nur an wenigen Stellen völlig nachvollziehbar und mir fehlt ein richtiger Spannungsbogen bzw. überhaupt ein Handlungsstrang.

    Ich werde keine weiteren Bücher dieses Autors lesen außer den Kriminalromanen.
  19. Cover des Buches Der Mann am Strand (ISBN: 9783423082297)
    Henning Mankell

    Der Mann am Strand

     (14)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost
    Kommissar Wallander, ein Name, der mir auf der Suche nach Lesestoff schon öfter unter gekommen ist. - Und nun habe ich dem Genre und dem Kommissar mal nachgegeben. Es scheint zunächst eine normale Taxifahrt zu sein. Doch der Fahrgast verstirbt auf dem r Rücksitz. Im Krankenhaus stellt man den Tod des Mannes fest und schaltet die Polizei ein. Die lässt die Leiche obduzieren und stellt ein Gift in seinem Körper fest. Nun kann man von Mord ausgehen und die Ermittlungen können beginnen. Kommissar Wallander tappt lange Zeit im Dunkeln. Doch der Zufall kommt ihm zu Hilfe. Als Wallander einen Mann am Strand anspricht, reagiert dieser auf den ersten Blick normal. Doch eine winzig Reaktion in seinen Augen bringt Wallander auf die richtige Spur. Ich fand das Buch regelrecht langweilig. Ich war so gar nicht ergriffen von Handlungen und Personen und in Rekordzeit durch hatte ich es auch. Die Handlung war einfach beschrieben. Ohne Fachbegriffe oder ewig lange Schachtelsätze. Es gab allerdings auch keine Nebenhandlungen. Die Story ging ganz einfach und glatt durch. - Fast schon langweilig, wenn man es genau betrachtet. Nennen wir es einfach ein kurzes Büchlein. Als Krimi möchte ich es nicht wirklich einordnen. Denn die halte ich dann doch für spannender. Es wundert mich regelrecht, dass dieser Wallander eine so große Fangemeinde hat. Kleiner Leseausflug, den ich mir auch hätte sparen können. Auf keinen Fall wieder einen Wallander. Da gibt es weitaus bessere Bücher.
  20. Cover des Buches Der Mann, der lächelte (ISBN: 9783552056107)
    Henning Mankell

    Der Mann, der lächelte

     (564)
    Aktuelle Rezension von: Radermacher

    Die Story ist interessant, das Buch liest sich gut und einige Formulierungen sind hervorragend. Wie man es von einem Autor dieser Kategorie erwartet. Doch mehr als einmal habe ich mich gefragt, warum die Ermittler so handeln und weshalb sie von Mankell als Deppen dargestellt werden. Und Wallanders Verhalten am Schluss ist mehr als hanebüchen. Offen gesagt kam ich mir als Leser verarscht vor. Und deshalb wurden es dann nur drei Sterne.

  21. Cover des Buches Mittsommermord (ISBN: 9783552056084)
    Henning Mankell

    Mittsommermord

     (744)
    Aktuelle Rezension von: Wukc

    Im Zentrum des Kriminalromans stehen rätselhafte Morde, bei denen der Täter die Toten wie ein Gemälde anordnet. Nicht weniger wichtig ist jedoch die Figur des Kurt Wallander, der in dieser Folge unter beginnender Diabetes leidet, die Krankheit aber vor seinen Mitmenschen verstecken will. Der Schreibstil, der sich der Figur sehr annähert, aber gleichzeitig filmisch distanziert bleibt, hat mir sehr gut gefallen. Die Figurengestaltung insgesamt, die komplexe Persönlichkeiten erschafft, ist sehr gelungen. Schließlich erfahre ich beim Lesen auch viel über die schwedische Gesellschaft. Toll, wie Mankell das hinkriegt.

    Langsam schreitet die Auflösung des Falles voran, Mankell lässt mich detailliert daran teilhaben. Ich habe das Buch in drei Tagen durchgelesen und jedem, den ich während der Zeit traf, erzählt, wie toll dieser Krimi ist. Dann wurde der Täter gefangen. Er hatte in der Tat die Gelegenheit zu den Morden. Das Motiv kann ich bedingt nachvollziehen, es war eben ein Verrückter. Aber die vielen Details - der Täter, ein Postbote, ist (zufällig ?) ein Meisterschütze, er will, dass seine Opfer verkleidet sind, er schleppt ohne mit der Wimper zu zucken halbverweste Körper durch die Gegend - blieben ohne Erklärung. Zum Schluss schreibt der extrem introvertierte Mörder ein Buch. Ich habe tatsächlich überlegt, ob es vielleicht einen zweiten Teil geben soll, in dem ich erfahre, warum der Mann die Leute nicht einfach nur abgeknallt hat. Echt schade, dass dieses tolle Buch so enttäuschend endet!

  22. Cover des Buches Wallanders Welt (ISBN: 9783446248137)
    Henning Mankell

    Wallanders Welt

     (2)
    Aktuelle Rezension von: schnad

    ... wird er diesem kleinen, 63 Seiten umfassenden, E-Book finden. 

    Von seiner Familienkonstellation, seinen Freunden und Kollegen, über die Orte, die er besucht hat und die Opern, die er liebt, bis hin zum Essen, das er mag.

    Kurz und kompakt kann man hier zusammengefasst noch einmal nachlesen, wer und was eine Rolle in seinem Leben gespielt hat und was in den einzelnen Bänden der Wallander-Reihe passiert ist.

    Für diejenigen unter euch, die Wallander von Anfang bis Ende begleitet haben, wird es keine großen Überraschungen geben. Trotzdem fand ich es schön, diese Zusammenfassung zu lesen.

  23. Cover des Buches Die Brandmauer (Ein Kurt-Wallander-Krimi 9) (ISBN: 9783869090887)
    Henning Mankell

    Die Brandmauer (Ein Kurt-Wallander-Krimi 9)

     (22)
    Aktuelle Rezension von: -BuchLiebe-
    Leider hat mich die Geschichte nicht gefesselt.
    Es gab durchaus spannende Momente... aber sonst?
    Mir blieb das alles irgendwie zu vage und zu verwirrend. 
    Für mich war das zu viel Zufall, wie die verschiedenen Kriminalfälle zusammen hängen, was das mit Wallander und seiner Bekanntschaft zu tun hat. Diese ganzen Verbindungen waren für mich nicht so richtig nachvollziehbar. Wie auch das eigentliche Motiv des Internet-Anschlags.
    Vielleicht lag es auch an mir... war ich nicht konzentriert genug bei der Sache?
  24. Cover des Buches Kennedys Hirn (ISBN: 9783552057609)
    Henning Mankell

    Kennedys Hirn

     (229)
    Aktuelle Rezension von: cat

    Die Geschichte ist in einem guten Stil geschrieben und man lernt die wenigen Protagonisten zwar nur oberflächlich kennen aber man kann doch zu einen kleinen Teil ihre Gedankengänge verstehen.


    Die Geschichte das man das Aidsvirus bekämpfen möchte und das aber zu absoluten Ungunsten der afrikanischen Bevölkerung, ist sicherlich auch ein sehr gutes Thema und hat Potential zu einem guten Buch.

    Dieses Buch geht da aber irgendwie falsch ran.


    Eine Mutter die nicht glaubt das Ihr Sohn Suizid begangen hat.

    Die ihren Exmann sucht, der ihr helfen soll die Wahrheit herauszufinden, was er auch tut um dann auf einmal wieder zu verschwindet.

    Dann Recherchen, die sie dann zu den Freundinnen/ Bekannten ihres Sohnes und nach Afrika führen, wo sie aber auch keine wirklichen Informationen bekommt und die Bekannten anscheinend immer irgendwas verschweigen, was sie nur nach mehrfach nachfragen erfährt oder eben auch nicht. Das macht das Buch nicht wirklich spannend, es wiederholt sich gefühlt einfach alles immer wieder.

    Außerdem gibt es viele Sachen die gar nicht zusammen passen z.B. eine kranke Frau in Afrika, die es schafft innerhalb weniger Stunden aus einer geheimen Klinik zu verschwinden, mehrere Kilometer zurück zu legen um dann zum Morgengrauen wieder in der Klinik zu sein oder ein Autopsiebericht einer unbekannten Leiche, der zum Ende hin auf einmal auftaucht und von der die Protagonisten ahnt, das es ihr Exmann ist.......


    Das Ende ist auch irgendwie seltsam da es sehr viele Fragen offen lässt.


    Was das ganze mit Kennedys Gehirn zu tun hat, kann ich überhaupt nicht begreifen außer das eben böse Machenschaften verschleiert werden soll und um allen ein Hauch von Mysterium schwebt.


    Ein Buch das definitiv sehr viel mehr Potenzial hätte haben können.

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