Bücher mit dem Tag "haruki murakami"

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41 Bücher

  1. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (723)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Es sind zwei Monde, oben am tiefblauen Himmel. Zwei Monde, die daraufhin weisen, dass es nicht das Jahr 1984 ist, in dem wir uns befinden. Zumindest nicht das "normale" 1984. Das 1984, das wir kennen. Wir sind falsch abgebogen, in einen falschen Zug gestiegen, bei dessen Schienen eine Weiche umgestellt wurde, so dass wir jetzt woanders sind, in einer anderen Welt. In 1Q84. Doch wir sind nicht alleine. Wir sind nicht die einzigen, deren Welt, deren Leben, sich in einem einzigen Moment völlig verändert. Auch Tengo findet sich in 1Q84 wieder. Tengo, Mathematiklehrer und aufstrebender Autor, der sich dazu bereit erklärt hat, das Manuskript der 17-jähiren Fukaeri so zu überarbeiten, dass der Jury gar nichts anderes übrig bleibt, als ihr den begehrten Literaturpreis eines renommierten Magazins zu verleihen. Und auch Aomame muss sich mit dem Leben in 1Q84 arrangieren. Eigentlich ist sie Fitnesstrainerin, doch nebenbei empfiehlt sie sich als Auftragskillerin, die die Männer misshandelter Frauen für ihre begangenen Taten bestraft. Ihr nächster Auftrag wird dabei auch ihr Letzter sein, denn die Gefahr, in die sie sich dafür begibt, kann größer kaum sein. Weder Tengo, noch Aomame ahnen, welche gravierenden Folgen ihre Entscheidungen und Handlungen in 1Q84 nach sich ziehen und in welchem unglaublichen Kosmos sie sich befinden. Denn nicht nur die veränderte Realität stellt eine Herausforderung für die beiden dar, sondern eine Reihe weiterer Gefahren wartet auf sie. Bereit zuzuschlagen. Da sind die Vorreiter, eine anfangs politische Gruppe, die sich, völlig radikalisiert, zu einer fanatischen religiösen Sekte entwickelt hat.  Da ist ein alt eingesessener Professor, der insgeheim seine eigenen Ziele verfolgt. Und da sind die „Little People“, eine unbekannte Macht, kraftvoll und undurchsichtig, die scheinbar überall ihre Fäden zieht und mysteriöse Puppen aus Luft spinnt. Es ist schwer in Worte zu fassen, dieses 1Q84, dieses unglaubliche Universum, in das Murakami den Leser rückhaltlos zieht. Dabei handelt es sich bei 1Q84, anders als vielerorts vermutet, nicht etwa um eine Parallelwelt zu der unseren, sondern schlichtweg um eine Veränderung der Realität, einer Weiche, die umgestellt wurde. Die Frage, welche Entscheidungen und Handlungen  zu der Umstellung der Weiche führen, ist eine der spannendsten des gesamten Romans. Ist eine Art Strafe für moralische Vergehen, ganz im Sinne von Kafka’s Prozess? Ist es purer Zufall, dass sowohl Tengo, als auch Aomame in dieser Welt gelandet sind ? Oder ist es vielmehr ihre Liebe, die die beiden, obwohl sie sich Jahre lang nicht mehr gesehen haben, gemeinsam hineinwirft in diese gefährliche, undurchsichtige Welt? Die Sprache ist typisch Murakami – bildhaft, metaphorisch, geladen. In alt üblicher Manier schildert der Autor diese Welt so detailreich, so fantastisch, dass man gar nicht in der Lage ist, die Existenz von Dingen wie den „Little People“ in Frage zu stellen. Dass man niemals anzweifeln würde, dass durch das Spinnen einer Puppe aus Luft eine gewaltige Explosion entstehen kann. Dabei spannt Murakami den Bogen weit über aktuelle Themen wie Politik, Religion, die Rolle von Sekten, Literatur und Musik – alles taucht auf im Kosmos von 1Q84. Da wird sich auf von Wittgenstein berufen, auf Jung, Platon und Aristoteles. Es wird Proust gelesen und Schallplatten der 50er gehört. Und es wird Orwell zitiert. Immer wieder rückt dessen Dystopie "1984" in den Fokus, so dass die Parallelen unvermeidbar werden. Der "Big Brother" und die "Little People" - beide kontrollieren sie, beide bewachen sie. Doch im Gegensatz zu dem "Big Brother", der alles von oben in seinem alles überschauenden Blick hat, agieren die "Little People" in kleineren Dimensionen, bewachen von innen, direkt aus der Gesellschaft heraus. Es ist keine Frage: 1Q84 ist ein unglaubliches, ein mitreißendes Buch. Es ist eine Art Dystopie und gleichzeitig eine Geschichte über Mut, Freundschaft  und bedingungsloses Vertrauen. Und es ist eine Geschichte über Liebe. Über grenzenlose, Jahre überdauernde Liebe. Über zwei Menschen, die sich durch nur einen einzigen Moment ein Leben lang verbunden fühlen und einander nicht aufgeben. Zugegeben, Sie müssen sich darauf einlassen, auf die Reise in die Welt von 1Q84. Doch haben Sie dies getan, werden Sie dieser Welt nicht mehr so schnell entfliehen können. Die gut 1000 Seiten lesen sich dabei wie im Flug und der unglaubliche (unglaublich böse) Cliffhänger am Ende von Buch 2 wird sie direkt zu Buch 3 greifen lassen. Neben "Hard boiled wonderland und das Ende der Welt" für mich der beste Murakami!                            

  2. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

     (319)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Der namenlose Maler hat mit dem portretieren der mutmaßlichen Tochtes seines neuen Freundes und Nachbarn Menshiki begonnen. Er genießt die Sitzungen mit Marie, nach und nach entsteht eine Vertrautheit zwischen den beiden. Mit ihr kehrt die Erinnerun an seine kleine Schwester zurück, deren Tod er nie ganz überwunden zu haben scheint und nach der er in jeder Frau seither gesucht hat. Von seiner Frau hat er mittlerweile die Scheidungspapiere erhalten, denn sie ist schwanger von einem anderen Mann. Die Tatsache seinen eigenen Malstil gefunden zu haben gibt ihm dennoch sein Selbstvertrauen zurück und hilft im über die Trennung hinweg. Als Marie dann eines verschwindet ist er fest davon überzeugt, dass dies etwas mit dem Gemälde "Die Ermordung des Commendatore" zu tun hat. So macht er sich auf den alten Meister in der Seniorenressidenz zu besuchen und findet dort den Weg, der, durch eine Luke im Boden, in eine andere Welt führt. Die Welt der Grube im Wald..

    Der Autor schafft es auch im zweiten Band eine ruhige, mystische Atmosphäre unter denren Oberfläche eine permanente Beklemmung/ Anspannung spürbar ist. Die Charaktere rund um den Ich- Erzähler bleiben unergründlich und somit schwer einschätzbar. Vor allem Marie wirkt für ihr Alter teilweise sehr abgeklärt und weise, fast schwingungsunfähig. Die Ereignisse rund um das Verschwinden verwischen die Grenzen zwischen Realtität und Fantasy. Die Symbolik der Idee, Metapher und dem Abstieg in die eigenen Abgründe lässt mich zwar letztendlich etwas ratlos zurück, dennoch eine Empfehlung.  

  3. Cover des Buches Sputnik Sweetheart (ISBN: 9783832161002)
    Haruki Murakami

    Sputnik Sweetheart

     (389)
    Aktuelle Rezension von: maedchenausberlinliest

    „Sputnik Sweetheart“ von Haruki Murakami handelt von einem jungen Lehrer, der in seine ehemalige Kommilitonin Sumire verliebt ist, mit der er die Liebe zum Lesen teilt.

    Sumire sieht ihren Freund aber leider nur als guten Freund und hat keinerlei romantischen Gefühle für ihn. Sie ist sehr Ichbezogen und egoistisch.

    Sumire verliebt sich unsterblich in die 17 Jahre ältere Miu, die eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist und Sumire zu einer Reise nach Europa einlädt. Als sie schließlich auf einer griechischen Insel reisen, verschwindet Sumire und Miu kontaktiert den jungen Lehrer, damit er ihr bei der Suche nach Sumire helfen kann.

    Ich habe erstmal 50 Seiten gebraucht damit ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, da aus der Sichtweise einer dritten Person erzählt wird. Mir hat besonders gut gefallen, dass man irgendwann von dem Ich-Erzähler etwas mehr erfährt. Es wurde dann auch spannender, aber das Ende hat mich leider richtig enttäuscht, da das Buch leider etwas ins Übersinnliche abgedriftet ist und für mich so leider total unrealistisch war und ich hinterher noch Fragen hatten, die leider mit dem Ende nicht beantwortet wurden. Die sommerliche Atmosphäre hat mir trotzdem sehr gut gefallen.

  4. Cover des Buches Wonderlands (ISBN: 9783806240726)
    Laura Miller

    Wonderlands

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Mandthebooks
    Rezension: (kann Spoiler enthalten)

    Ich fand es sehr interessant, eine Zusammenfassung der verschiedensten Werke der Fantasyliteratur zu bekommen und das dann auch aus eine so großen Zeitspanne. So konnte man auch die Entwicklung bis heute gut beobachten und es war wirklich gut und verständlich beschrieben, wie sich in Tausenden Jahren die Fantasyliteratur zu dem entwickelt hat, was sie heute ist. Da sieht man mal, wie alt das Genre eigentlich ist.
    An sich denke ich, um nebenbei immer wieder mal reinzuschnuppern, ist das Buch für jede Leseratte wirklich gut geeignet, um sich auch in den schönen Illustrationen einfach mal zu verlieren.

    5 Sterne
  5. Cover des Buches Erste Person Singular (ISBN: 9783832181574)
    Haruki Murakami

    Erste Person Singular

     (57)
    Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt

    Ich bin grundsätzlich kein Freund von Kurzgeschichten und mit asiatischer Literatur tu ich mich auch eher schwer,  jedoch mochte ich vor vielen Jahren "Naokos Lächeln" und so  dachte ich, ich kann diesem Bücherschrankfund und neuerem Werk von Murakami eine Chance geben.

    Nun ja, ich fand den Erzählstil eher einschläfernd und muss gestehen, dass die Thematik der einzelnen Geschichten mich teilweise überhaupt nicht interessiert hat oder für sich einnehmen konnte. 

    Tapfer habe ich einige Geschichten bis zum Ende gelesen und muss mich nun fragen, was der Autor mir damit sagen wollte. 

    Für Murakami-Fans sicher ein Genuß, für mich ein überflüssiges Leseerlebnis. 

  6. Cover des Buches 1Q84 (Buch 3) (ISBN: 9783442743636)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 3)

     (427)
    Aktuelle Rezension von: UlrikeBode

    Das Cover ist auf der einen Seite eigentlich sehr schlicht gestaltet, auf der anderen allerdings auch besonders, vor allem in seiner Farbgestaltung. Es sagt alle aber auch nichts aus über den Inhalt.

     

    Die Protagonisten und deren Charaktere sind sehr glaubwürdig und detailliert beschrieben. Deren persönliche Geschichte wird im Laufe des Romans immer deutlicher und aufschlussreicher..

    In einer sehr bildgewaltigen Sprache und einem fantasievollen, klugen, lehrreichen und von Akribie strotzendem Schreibstil schafft es der Autor den Leser in eine surreale Welt zu entführen und nicht mehr loszulassen. Was mich persönlich allerdings abgeschreckt hat, waren die explizit beschrieben Missbrauchsszenen und die Denkweise des Täters über seine Opfer. Dies grenzt für schon fast an Wahnsinn.

    Man kann es eigentlich nicht packen was da auf einen einströmt. So vieles, Entscheidungen, Herkunft, Kindheitserlebnisse, alles hat Einfluss auf unser, aber auch das Leben unserer Mitmenschen. Würden wir gezielt darüber nachdenken, „was wäre wenn“ würden wir verrückt.

    Dieser Roman lebt von zwei ganz konträren Seiten, schwarz oder weiß, gut oder böse, Realismus und Fiktion.

    Trotz aller Tragik und Grausamkeit, die ich hier auch erfahren habe, hat mich der Roman dennoch gefesselt. Ich habe mich in einer Welt voller Grausamkeiten und Liebe, Genuss und Abscheu, Wahnsinn und Beherrschung bewegt, als sei ich streckenweise im falschen Film gelandet.

    Empfehlenswert finde ich das Buch trotzdem.

  7. Cover des Buches Wilde Schafsjagd (ISBN: 9783832178994)
    Haruki Murakami

    Wilde Schafsjagd

     (408)
    Aktuelle Rezension von: Syakka

    Die Geschichte liest sich locker weg. 

    Mir ist aber nicht klar, was mir der Künstler nun sagen wollte. Gefallen hat mir das Atmosphärische, man bekommt einen gewissen Eindruck vom alltäglichen Japan (der 70er). Aber die Schafsjagd war nicht wild, eher lahm, zu viele „Zufälle“, die die Suche weiterbringen, das Ende auch irgendwie dämlich...

    Also nein.... 

  8. Cover des Buches Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (ISBN: 9783442715152)
    Haruki Murakami

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

     (623)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Tsukuru Tazaki, 36 Jahre alt, stammt aus dem japanischen Nagoya und lebt inzwischen in Tokio. Mit Begeisterung widmet er sich dem Umbau von Eisenbahngebäuden, lebt aber ansonsten sehr zurückgezogen. Eine tiefe Krise erschütterte ihn als Studenten: Seine besten vier Freunde aus der Heimatstadt ziehen sich völlig unerwartet und vollständig von ihm zurück: er wüsste doch, warum.

    Nein, das weiß Tsukuru nicht, aber erst viele Jahre später macht er sich daran, die Vergangenheit zu erforschen und diese tiefe Verletzung aufzuarbeiten. In mehreren Zeitebenen wird diese traurige Geschichte erzählt und Tuskuru sowie die Leserschaft können ganz allmählich die dunkle Vergangenheit beleuchten.

    Was hat es damit auf sich, dass alle Jugendfreunde eine Farbe in ihrem Nachnamen tragen, nur Tsukuru nicht? Welche Bedeutung hat die Schwimmbad-Freundschaft für ihn? Welche Veränderungen bringt die Begegnung mit einem Jazzpianisten? Lohnt eine Reise nach Finnland?

    An den vielen Stationen, die der suchende Tsukuru durchläuft, finden sich neben Musik auch jede Menge philosophische Zugaben, die mal mehr, mal weniger hilfreich sind.

    Am Ende des Buches sind einige Fragen beantwortet und Tsukuru hat eine klare Vorstellung von seinen Wünschen an das Leben.

     

    Sprachlich ist die Lektüre ein Genuss, das Erzähltalent des Autors ist unzweifelhaft vorhanden. Die japanische Weltanschauung und Spiritualität ist mir jedoch recht fremd, so dass ich bei der Lektüre zwar jede Menge dazu gelernt habe, aber am Ende des Buches so Manches nicht einordnen konnte. Habe ich jetzt einen Coming-of-age-Roman gelesen? Oder einen psychologischen Roman? Von allem ein bisschen und durchgängig ohne allzu viel Wellengang.

    Meinen ersten Murakami-Roman bewerte ich mit 4,5 Sternen und bleibe neugierig auf den Autor.

  9. Cover des Buches Die unheimliche Bibliothek (ISBN: 9783832162931)
    Haruki Murakami

    Die unheimliche Bibliothek

     (180)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    "Die unheimliche Bibliothek" ist die gelungene Hommage Murakamis an Franz Kafka. Die kurze, surreale Geschichte lässt sich guten Gewissens als kafkaesk bezeichnen, gleichzeitig kommt der ganz eigene Stil Murakamis hervorragend zur Geltung. Die Stimmung ist düster, die Handlung stimmig und voller Andeutungen. Ergänzt wird das Werk durch wunderschöne Zeichnungen, die den Leser vollends in die Welt des Buches entführen.

     Mit Illustrationen.

  10. Cover des Buches Schlaf (ISBN: 9783832161361)
    Haruki Murakami

    Schlaf

     (207)
    Aktuelle Rezension von: Cadness

    Mit 'Schlaf' hat es Haruki Murakami erneut geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Was würde ich machen, wenn ich plötzlich nicht mehr schlafen könnte? 

    Die Handlung bleibt durchweg interessant und punktet mit einem Ende, mit dem ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Hinzu kommen die wirklich toll gestalteten Illustrationen. Ich bin begeistert und freue mich auf das nächste Werk des Autors!

  11. Cover des Buches Von Männern, die keine Frauen haben (ISBN: 9783442717064)
    Haruki Murakami

    Von Männern, die keine Frauen haben

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    “Von Männern, die keine Frauen haben” ist eine Kurzgeschichtensammlung, deren Kern Männer stehen ohne Frauen stehen. Diese Männer werden innerhalb der Erzählung von unterschiedlichen Frauen ergänzt, entweder weil sie diese begehren oder generell einsam zu sein scheinen. Typisch Murakami sind von Melancholisch über Normal bis Skurril wieder diverse Facetten dabei.

    Tja, war ich die richtige Person für dieses Buch? Ich bin nicht der größte Fan von Kurzgeschichten, aber dieses Buch hat mich so gar nicht erreicht. An mir sind die einzelnen Geschichten vorbeigezogen wie eine flüchtige Begegnung mit einem Fremden auf der Straße; noch bevor ich einen Sinn in ihnen erkennen konnte, waren sie auch schon zu Ende. Entsprechend ungerührt haben mich die Geschichten zurückgelassen. Gerade, wenn es sich da um einen Murakami handelt, von dem ich normalerweise sehr angetan bin, ist das besonders enttäuschend. Meine Hoffnung: Mein nächstes Buch von ihm wird hoffentlich besser!

  12. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783832178666)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.081)
    Aktuelle Rezension von: Claudi_liest

    Murakami versteht es, mit seiner schnörkellosen Sprache eine traurige, tiefgründige, romantische und teilweise auch dramatische Atmosphäre zu schaffen. Die durchgehend außergewöhnlichen Charaktere sind so liebevoll und stimmig gezeichnet, dass man sie einfach gern haben muss. 

    Ich finde die Balance zwischen Traum, Wirklichkeit, übersinnlichen Kräften, Prophezeiungen und philosophischen Gedanken sehr gelungen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Ein literarisches Meisterwerk, klare Leseempfehlung!

  13. Cover des Buches Von Beruf Schriftsteller (ISBN: 9783442716975)
    Haruki Murakami

    Von Beruf Schriftsteller

     (58)
    Aktuelle Rezension von: patriciahorn

    Haruki Murakamis Werk hat mich sehr beeinflusst - das Abgleiten ins märchenhaft Surreale, der Trott des Alltags. Was mich "Von Beruf Schriftsteller" gelehrt hat, ist den Geschichten, die meinem Herzen entspringen, ungeachtet von Trends und Markt, zu vertrauen, denn wenn es mir nichts bedeutet, weil ich mich in ein Korsett zwänge, wie soll es dann andere berühren?

    Murakami entdeckte seinen Stil, indem er auf Englisch schrieb und den Text auf Japanisch zurückübersetzte. Eine ungewöhnliche Herangehensweise in der traditionsbewussten japanischen Buchwelt. Er schrieb nachts, nach getaner Arbeit müde geworden, am Küchentisch. „Wenn der Wind singt" gewann sogleich einen Preis. Dies zeigt, dass das Dasein eines Autors ein gewisses Selbstvertrauen bedarf, Beharrlichkeit und in seinem Fall den Mut, Neues zu wagen. 

    Das Buch ist keinesfalls eine Autobiografie. Der Leser bekommt Einblicke in seinen Schriftstelleralltag, ohne dass der zurückgezogene Autor belehrt, es ihm gleich zutun. Er erzählt von seiner Karriere, ohne Skandale und mit Bescheidenheit. Und ich gönne ihm die Privatsphäre. Murakami gibt uns mit seinen Geschichten, die mit viel Fleiß und Disziplin sowie einer gehörigen Portion Fantasie entstehen, genug. 

    Zum Ausgleich treibt Murakami eine Menge Sport und ernährt sich gesund. Nach dem Motto: ein fitter Körper ist das Gefäß eines fitten Geistes. Durchaus etwas, das man sich zum Vorbild nehmen kann. 

    Disziplin sei laut Murakami der Schlüssel zum Erfolg. Auf diese Weise könne jeder von Beruf Schriftsteller sein.




  14. Cover des Buches Die Chroniken des Aufziehvogels (ISBN: 9783832181420)
    Haruki Murakami

    Die Chroniken des Aufziehvogels

     (591)
    Aktuelle Rezension von: HansDurrer

    Diese Neuübersetzung aus dem Japanischen von Ursula Gräfe ist um 300 Seiten länger als die alte Übersetzung aus dem Englischen, lässt der Verlag wissen.

    Murakamis Schreiben hat etwas Leichtes und macht mich oft lachen. „Während ich den Garten betrachtete, blieb die Taube auf der Antenne sitzen und gurrte mit einer Zuverlässigkeit und Regelmässigkeit, die einem Finanzbeamten alle Ehre gemacht hätte.“

    Der Protagonist Toru Okada, ist 30 Jahre alt, hat Jura studiert, als Botenjunge in einer Anwaltskanzlei gearbeitet und dann seinen Job aufgegeben – eine Existenz als Anwalt konnte er sich nicht vorstellen. Sein Leben stagniert. Seine Frau Kumiko ist Redakteurin bei einer Zeitschrift für Natur- und Gesundheitskost. Der Kater der beiden ist davongelaufen. Malta Kano („Frau Kano war sehr schön. Zumindest sehr viel hübscher, als ich sie mir beim Klang ihrer Stimme am Telefon vorgestellt hatte.“), die über hellseherische Fähigkeiten verfügt, soll helfen, ihn wiederzufinden.

    Frau Kano hat eine jüngere Schwester, Kreta Kano, die von Kumikos Bruder Noboru Wataya, einem seelenlosen Typen par excellence, vergewaltigt wurde. Bei Toru Okadas Beschreibung seines Schwagers, fühlte ich mich an Donald Trump erinnert. „Er war ein zutiefst gemeiner Mensch und ein hohler Egoist. Aber ganz eindeutig tüchtiger als ich.“

    Bei der Suche nach dem Kater stösst Herr Aufziehvogel, wie Toru Okada genannt wird, auch auf die 16jährige, sehr gewitzte May Kasahara, die bei einem Perückenhersteller arbeitet. „In der Firma, in der ich arbeite, darf man niemals das Wort ‚Glatze‘ verwenden. Wir müssen immer von ‚Herren mit zurückweichendem Haaransatz‘ sprechen. ‚Glatze‘ ist nämlich diskriminierend. Einmal habe ich zum Spass ‚Menschen mit Haupthaarbehinderung‘ gesagt. Da ist der Chef sofort ausgerastet. Das sei überhaupt nicht witzig und völlig unpassend. Die nehmen ihren Beruf alle total ernst. Kennen Sie das? Die meisten Leute auf dieser Welt nehmen alles total ernst.“

    Halte ich mich in einer mir unbekannten Gegend auf, finde ich so recht eigentlich alles interessant und speziell das Alltägliche. Murakami beschreibt viel Alltägliches, wodurch dieses gleichzeitig spannend und seltsam wirkt. „Kaum tut man einen Schritt aus dem Haus, hören sich alle Telefone gleich an.“

    Von Herrn Honda, einem Mann mit übersinnlichen Kräften, lese ich. „Wie Herr Honda damals sagte, ist das Schicksal etwas, worauf man im Nachhinein zurückblickt, und nichts, das man im Voraus kennen sollte.“ Und von grausamen Mongolen und pflichtgetreuen Japanern erfahre ich.

    Eines Nachts dann kommt Kumiko nicht nach Hause, bleibt auch am andern Morgen verschwunden. Nach und nach stellt sich heraus, dass es da einen anderen Mann gibt und sie sich scheiden lassen will.

    Die Chroniken des Aufziehvogels zeichnet sich durch wunderbare, oft sehr witzige Dialoge aus, dann aber auch immer wieder durch Sätze, die mich nicht nur schmunzeln machen („Ich seufzte. Nicht dass Seufzen geholfen hätte, aber ich konnte nicht anders.“), sondern die ich auch wunderbar anregend finde. „Ich dachte kurz an irgendetwas und entliess es ins Leere.“ Murakami zu lesen, bedeutet immer auch, seine Aufmerksamkeit zu schulen. „Sagen wir mal, die Menschen würden ewig leben, nie älter werden und die ganze Zeit gesund bleiben. Meinen Sie, die würden überhaupt noch nachdenken, so wie wir? Wir machen uns doch Gedanken über mehr oder weniger alles. Philosophie, Psychologie, Logik, Religion, Literatur und so. Aber ohne den Tod käme doch kein Mensch auf so komplizierte Ideen.“

    Mit den Schwestern Kano und der jungen May Kasahara ist Herr Aufziehvogel auf eine sehr spezielle Art verbunden; alle drei scheinen an ihm Seiten wahrzunehmen, die ihm selber gar nicht bewusst sind, ihn jedoch wesentlich ausmachen.

    Eines Tages bemerkt er in seinem Gesicht ein Mal, hält sich drei Tage zum Nachdenken am Grund eines Brunnens auf, wo er von Kreta Kano besucht wird. Er macht sich kundig über die japanische Besetzung der Mandschurei. Und eines Nachts liegt plötzlich die nackte Kreta Karo neben ihm im Bett. Sehr unterschiedliche und teilweise höchst unwahrscheinliche Geschichten gehen nahtlos und ganz unaufgeregt ineinander über, ganz so als ob das Leben ein Traum und eigenartig unwirklich wäre – was es ja auch ist.

    Die Chroniken des Aufziehvogels ist ein sehr philosophisches Werk, mit dem Akzent auf Spüren („Daraufhin nahm sie meine Hand und legte sie auf die Narbe an ihrem Auge. Als ich über May Kasaharas Narbe strich, übertrugen sich die Wellen ihres Bewusstseins auf meine Fingerspitze. Es war ein leichtes, wie suchendes Zittern.“) und Wahrnehmen („Hingucken kann doch eigentlich jeder.“). Gleichzeitig ist es ein surreales Werk von einer wunderbaren Leichtigkeit, reich an subtilem Witz. Sie habe keine Ahnung wie sie aus dem Brunnen raus und zu ihm ins Bett gekommen sei, sagt Kreta Kano. „’Meine Erinnerung reisst mittendrin ab. Der Riss ist so breit.‘ Kreta Kano hob beide Zeigefinger und zeigte mir einen Abstand von etwa zwanzig Zentimetern. Mir war unklar, wie viel Zeit das bedeuten sollte.“

    Dann will sie mit ihm nach Kreta reisen, um ihn, wie sie ihm mitteilt, vor etwas sehr Schlimmem zu bewahren. Doch zuvor will sie ihren Namen ablegen und nicht mehr als Medium im Einsatz stehen. Sie fliegt hin, er bleibt zurück. Was dann geschieht, soll hier nicht verraten werden … Nur soviel: Toru Okada möchte das Nachbargrundstück erwerben, auf dem ein Fluch liegt …

  15. Cover des Buches Die Bäckereiüberfälle (ISBN: 9783832162764)
    Haruki Murakami

    Die Bäckereiüberfälle

     (83)
    Aktuelle Rezension von: GetReady

    2 Kurzgeschichten, die typisch Murakami sind, sehr schön in Gold/Weiß/Dunkelgrün von Kat Menschik illustriert.

    Beide Geschichten handeln von Überfällen, die eher skurril denn bedrohlich sind, ein Protagonist ist derselbe. Und doch unterscheiden sich beide eklatant.
    Ist der erste Bäckereiüberfall kurz, knackig, auf den Punkt und sehr witzig, erzählt der zweite Bäckereiüberfall in typischer Murakimamanier leicht verpeilt, verschobene Realitäten, hier über Ehen, Flüche und eben auch einen Überfall.

    Ich mag das, verstehe aber auch jede Person, die sich dafür nicht begeistern kann.

    Besonders gut gefiel mir die Einkaufsentscheidung als ausprobieren verschiedener Thesen. Ein kluger wie absurder Gedanke und trotzdem sehr genau beobachtet.

    Für Fans von Murakami und Menschik ein Must-have.

  16. Cover des Buches Naokos Lächeln (ISBN: 9783832156091)
    Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

     (936)
    Aktuelle Rezension von: Ferdinand-Uth

    Norwegian Wood (zu Deutsch: Naokos Lächeln) ist der Roman, der Murakami weltweit bekannt gemacht hat. Er behandelt die Liebe des Protagonisten Toru zu der stillen Naoko. Nach dem Suizid seines besten Freundes, der gleichzeitig seit ihrer Kindheit Naokos große Liebe war, hatten sie sich aus den Augen verloren. Jahre später treffen sie sich zufällig in Tokio wieder. Beide hat der Suizid schwer getroffen und beide versuchen darüber hinwegzukommen. Sie verabreden sich wöchentlich zu Spaziergängen und kommen sich dabei näher. Dann ist da aber auch noch die fröhliche Midori, die Toru an der Universität kennenlernt...
    Ich hatte den Roman vor ein paar Jahren auf Deutsch gelesen und fand ihn nur mittelmäßig. Inzwischen habe ich die englische Fassung gelesen und war plötzlich neu begeistert: Die Sprache in dieser Übersetzung kommt mir wie ausgetauscht vor und erweckt die Figuren wirklich erst richtig zum Leben. Was mir jedoch noch stärker als die Liebesgeschichte nachgegangen ist, sind die verschiedenen Lebenswege und Lebensarten, die durch die Charaktere verkörpert und geschildert werden. Die Frage nach richtig und falsch wird dabei jedoch nie gestellt: Eher zeigt sich, wie viel Äußeres unser Leben bestimmt und wie unser Inneres darauf reagiert. Die englische Fassung kann ich voll und ganz empfehlen, die deutsche hat mir weniger gut gefallen.

  17. Cover des Buches Birthday Girl (ISBN: 9783832198589)
    Haruki Murakami

    Birthday Girl

     (72)
    Aktuelle Rezension von: schokobook

    Paranelle Welten oder Träume, Wünsche oder Wunschgedanken? Was war das hier? Ich bin ehrlich gesagt nicht dahinter gekommen, denn das Ende ist so, dass es eigentlich kein Ende ist. Wieder einmal lässt der Autor den Leser seine eigenen Gedanken fassen und das ist ja von ihm auch so gewollt. Wer träumt hier? Das Mädchen das den Alten bedient oder der Alte der sich das Menü von dem Mädchen bringen lässt. Oder landen die um 20:00 immer in eine Zwischenwelt? Keine Ahnung. Hat aber dennoch Spaß gemacht und hat meine Murakami Lust nicht geschmälert. Ist sicher nicht für jeden etwas, weil so groß die Erzählerkunst auch ist, so ist das Ende meist ein Rätsel und es gibt vom Autor dazu eben auch nie eine Antwort. Wer damit leben kann, dass er sich selbst ein Bild machen soll, sollte sich auch gerne mit Birthday Girl beschäftigen. Andere lesen lieber was anderes. So ist es hier eben.

  18. Cover des Buches Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt (ISBN: 9783832179052)
    Haruki Murakami

    Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt

     (531)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Wunderbares Buch, sehr phantasievoll, typisches Buch von Haruki Murakami

  19. Cover des Buches Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede (ISBN: 9783832180645)
    Haruki Murakami

    Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Clarissa03

    Es war ein interessanter Einblick in die Laufgewohnheiten von Haruki Murakami.

    Sein Laufstil bzw. Laufgewohnheiten sind von Selbstzweifeln, Perfektionismus und Grübeleien geprägt. 

    Zunächst hat man gedacht, er joggt "nur", aber dann stellte sich immer mehr heraus, dass er Marathon und sogar Triathlon betreibt. Bei letzterem  habe ich mich gefragt, wie er das alles schafft. Über seine Familie wurde wenig geschrieben, außer seine Frau, die ihn am Ziel erwartete.

    Insgesamt lesenswert

  20. Cover des Buches Soundcheck (ISBN: 9783257244663)
    Christine Stemmermann

    Soundcheck

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Zen-Cola

    Mit »Soundcheck« hat der Diogenes Verlag eine Anthologie zum Thema Musik zusammengestellt, die 19 Geschichten zum Thema vorstellt, dabei aber eine ziemlich wilde Mixtur ist. Nicht nur thematisch (in vielen Texten geht es eher um klassischen Rock, aber nicht nur), sondern auch hinsichtlich der Autoren. Von Haruki Murakami (Geschichte ist ansonsten im Band »Männer ohne Frauen«) über Benedict Wells bis hin zu Truman Capote.


    Insgesamt ist die Zusammenstellung gelungen, aber wie es bei Anthologien mit vagem thematischen Rahmen nun mal so ist: Einige gefallen einem gut, andere weniger. Toll ist jedenfalls die große Bandbreite an Stilen. Einige Texte sind übrigens nur Auszüge aus Romanen, dennoch wirken sie nicht lieblos für die Anthologie zusammengeschnitten.


    Für Musikliebhaber und Freunde von Kurzgeschichten zu empfehlen.

  21. Cover des Buches Frosch rettet Tokyo (ISBN: 9783832179731)
    Haruki Murakami

    Frosch rettet Tokyo

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Literaturcocktail
    In dem Buch befinden sich drei Kurzgeschichten von Murakami. Zum Reinschnuppern und um den Stil des Autors kennenzulernen bestens geeignet.
  22. Cover des Buches Afterdark (ISBN: 9783832186036)
    Haruki Murakami

    Afterdark

     (338)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Mit einer großen Portion Mystik und Stille sowie leichten Staccato-Artigen Tempowechseln in Handlungen und Sprache ist dem Autor ein äußerst interessantes Werk gelungen. Das Cover ist bunt und dunkel gestaltet. Der Leser erkennt eine Restaurantszene in deren Vordergrund ein junges Paar an einem Tisch sitzt. Der Klappentext ist sehr kurz und weiß den Leser durch geschickte Passagen eine große Vorfreude auf das Buch zu geben. In der wesentlichen Handlung, welche zwischen Mitternacht und Morgen in Tokio spielt, geht es um die 19-jährige Marie welche ein Geheimnis mit sich trägt. Sie begegnet dem sehr undurchschaubaren Künstler Takahashi und lässt sich auf einen Streifzug durch das nächtliche Tokio ein. Dabei lernt sie so einiges über sich selbst aber auch über die Menschen, die ihr während der kurzen Reise begegnen. Die Hauptdarstellerin ist eine sehr zurückhaltende und eingeschüchterte Persönlichkeit, welche im ewigen Schatten ihrer Schwester Eri steht. Dabei gibt sie erst spät das wahre Geheimnis ihrer Schwester preis und lässt sich im Laufe der Erzählung immer mehr Geheimnisse entlocken. Sie ist die „stille Heldin“ der Geschichte. Die wesentlichen Nebendarsteller der Geschichte sind der Künstler Takahashi, der Büroangestellte Shirokama sowie Frau Kaouru sowie die Angestellte Grille. Am besten hat mir Takahashi gefallen, zeigt er doch mehr Tiefgang als Mensch als man am Anfang erwarten durfte.  Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es sind keine Zeitsprünge vorhanden. Die Erzählung spielt in einer Nacht und ist durch die genaue Auflistung der jeweiligen Uhrzeit am Anfang eines Kapitels sehr gut zeitlich und örtlich einordbar. Die Spannung der Geschichte entwickelt sich sehr langsam und findet ein sehr sonderbares Ende. Der Schreibstil des Autors ist monumental, verspielt und mit einer fast schon blues-artigen Note versehen. Düster mit gleichzeitig erhellenden Monumenten der Freunde und Hoffnung werden im nächsten Kapitel mit einer großen Portion Pessimismus versehen. Der Leser wird aufgerichtet und anschließend wieder in die Dunkelheit zurückgelassen. Das Besondere an diesem Roman ist die Erzählperspektive. Der Leser taucht ein wie ein Beobachter der Situation um anschließend direkt am Handlungsgeschehen teilzuhaben. Mich persönlich hat diese Erzählweise sehr fasziniert. Das Fazit des Romans ist positiv. In einem Festspiel zwischen Erzählung, Roman, Krimi und Tragik finden sich sehr viele Facetten des schriftstellerischen Handelns in diesem Buch wieder. Auch das Ende ist sehr sonderbar fast, wie ein Traum, aus dem man wieder aufwacht und in dem man am liebsten wieder eintauchen würde oder es besser sofort ganz lassen sollte. Für alle Leser von speziellen Geschichten und einem kleinen Interesse an der sehr diffizilen, aber auch verletzlichen Kultur Japans könnte diese Erzählung genau das Richtige sein.

  23. Cover des Buches Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah (ISBN: 9783898137584)
    Haruki Murakami

    Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah

     (10)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Nein, dieses Hörbuch erzählt nicht von einer großen Liebe – so wie der Titel eventuell suggerieren könnte. Vielleicht erhält der Hörer eine Ahnung davon, dass es sie geben könnte. Aber wer ist schon zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Der Erzähler der ersten und titelgebenden dieser acht unterschiedlich langen Kurzgeschichten hat es jedenfalls verpasst, zur richtigen Zeit den Mund aufzumachen. So bleibt ihm nur weiterhin davon zu träumen, dass ihm dieses 100%ige Mädchen noch einmal über den Weg läuft.

    Haruki Murakami ist ein großartiger Erzähler. Er besieht sich Alltäglichkeiten von allen Seiten. So entstehen Geschichten, die zwar nicht unbedingt eine erkennbare Aussage enthalten, nichtsdestotrotz aber eine manchmal wohlige, manchmal etwas irreale Gefühlslage beim Zuhörer auslösen.

    Besonders „Das grüne Monster“ und „Der tanzende Zwerg“ haben mich sehr an Kafka erinnert und mir die Haare zu Berge stehen lassen. „Das Schweigen“ macht mit einem Charakter bekannt, der weiß, wie er sich ins rechte Licht setzen und andere damit ins Unglück stürzen kann. Welch Glück, wenn der Geschädigte das früh genug erkennt!

    „Der letzte Rasen am Nachmittag“ ist eine der Geschichten, der ich zwar gerne gelauscht habe, deren Aussage mir aber verschlossen blieb. Überhaupt schließt der Autor seine Texte so unmittelbar, dass man sich manchmal einen langsameren Ausklang wünscht. Wie zum Beispiel in „Familiensache“, in der man zwei sehr unterschiedliche Figuren kennenlernt: Bruder und Schwester hausen in einer gemeinsamen Wohnung und haben völlig verschiedene Lebensträume.

    Obwohl ich „Das Fenster“ schon zweimal gehört habe, kann ich mich schon wenige Tage später nicht mehr an den Inhalt der Geschichte erinnern, weiß nur noch, dass Inhalt und Titel sehr wenig miteinander zu tun haben.

    Alles in allem hat mich dieses Hörbuch so stark angesprochen, dass es mir nicht langweilig wird, es noch mehrmals zu hören. Das liegt unter anderem auch an den sehr angenehmen Sprecherstimmen.


  24. Cover des Buches Haruki Murakami: Kafka am Strand (ISBN: B00ACO4ATQ)

    Haruki Murakami: Kafka am Strand

     (24)
    Noch keine Rezension vorhanden

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