Bücher mit dem Tag "gereon rath"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "gereon rath" gekennzeichnet haben.

15 Bücher

  1. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783462043235)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (189)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der dritte Band um den Berliner Kommissar Gereon Rath, erschienen erstmals 2010, verfilmt unter dem Titel Babylon Berlin in 2020, was die die Serie berühmt machte. Die wesentliche Handlung beschränkt sich auf einen Zeitraum vom 27.06.1931 und dem 18.07.1931. Ein Tag im September wird dann am Ende noch angefügt. Zwischen den Ereignissen des zweiten und dieses dritten Bandes liegen also eineinhalb Jahre.

    Auch dieser Band ist in sich abgeschlossen, es wird aber immer wieder Bezug genommen auf Ereignisse aus den beiden Vorgängerbänden und die handelnden Personen entwickeln sich weiter. Es ist daher sinnvoll, die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Wie bereits in den Vorgängerbänden sind die historischen Details genau wiedergegeben, diesmal aber nicht so zahlreich. Es werden im Grunde nur die Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und den Kommunisten sowie die gegenseitige Bekämpfung der Ringvereine erwähnt.

    Die erzählte Geschichte ist kompliziert mit sehr vielen handelnden Personen und auch die Zahl der Morde ist hoch. Doch es gelingt Kutscher alle gesponnenen Fäden am Ende auch logisch aufzuklären und zu einem Ende zu führen. Das Aufkommen der Nationalsozialisten ist in diesem Band deutlich zu spüren, die sogenannten Kurfürstendamm-Krawalle am 12.09.1931 sind historisch belegt und deuten bereits an, wie es weitergehen wird. Wie es Kutscher immer wieder schafft, historisch belegte Ereignisse elegant in seine Geschichten einzubinden ohne dass das bemüht wirkt, ist große Schriftstellerkunst.

    Mit gefällt auch gut, dass der Autor die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man als Leser unterschiedliche Blicke auf die Handlung und die Gefühlswelt werfen kann, was insbesondere bei den Streitereien zwischen Charlotte und Gereon ganz erhellend ist.

     So manchen Schlenker im Fortgang der Geschichte hätte sich Kutscher allerdings sparen können, diese wirken deplatziert und wie Füllmaterial. Ich denke dabei z:B. an die Episode, als eine Hauswirtin ihren unschuldigen Mieter Fleming verdächtigt oder auch die Geschichte um den ermordeten Heinrich Beckmann.

    Insgesamt aber gut gelungen. Vier Sterne von mir.

  2. Cover des Buches Märzgefallene (ISBN: 9783462049039)
    Volker Kutscher

    Märzgefallene

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Bei diesem Roman handelt es sich um den fünften Fall für Kriminalkommissar Gereon Rath, erschienen erstmals 2014. Zeitraum der Handlung ist diesmal vom 25.02.1933 bis zum 26.05.1933, ein gutes halbes Jahr also, nach die Akte Vaterland (Band 4) geendet hat. Dieser Band beinhaltet den Zeitpunkt der Reichstagswahlen im März 1933. 

    Es geht um mehrere Morde an Beteiligten des Unternehmens Alberich im 1. Weltkrieg und um die Jagd auf ein junges Mädchen, das aus einer Heilanstalt geflohen ist.

    In diesem Band hat Kutscher über lange Strecken zugunsten der Darstellung des Lebensgefühls und des Zeitgeistes der damaligen Periode den eigentlichen Kriminalfall in den Hintergrund gerückt. Der kommt deshalb nur relativ schwer in Gang und leidet unter zu vielen Unterbrechungen. Aber der Stimmung des Buches tut das gut. Zumindest für mich ist sehr gut nachvollziehbar, ja fast spürbar, wie sich die politische Umgebung für die Menschen veränderte, als sich abzeichnete, dass die Nazis die Macht übernehmen und auch so schnell nicht mehr abgeben würden. Diese Schwanken zwischen Wut und Verzweiflung (Charly) und Verharmlosung und Ignoranz (Gereon).

    Der Kölner und der Berliner Dialekt nehmen einen deutlich breiteren Raum ein, als in den Vorgängerbänden. Ab und an wagt der Autor Ausflüge ins skurril-komische: Das geht im Fall Fritze gerade noch gut, den man als Berliner-Gör-Sidekick gerne goutiert. Den Fall des Kölner Taschendiebes finde ich aber überflüssig und störend.

    Vielleicht ist es mir in den vorangegangenen Bänden nicht aufgefallen, aber in diesem zumindest ist auffällig, wie oft der Autor im Text alte Marken erwähnt, wie z.B. Afri Cola oder Persil

    Insgesamt finde ich auch diesen Band gut gelungen, auch wenn der Schwerpunkt aus meiner Sicht diesmal etwas weg vom Kriminalfall gelegt wurde.

  3. Cover des Buches Der nasse Fisch (ISBN: 9783492315944)
    Volker Kutscher

    Der nasse Fisch

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Mit einer großen Portion 20iger Jahre-Flair ist mir der erste Fall von Gereon Rath begegnet. Obwohl ich seine Charaktereigenschaften nicht sympathisch finde, hat mich sein erster Fall sehr gefesselt. Das Cover ist in schwarz-weiß gehalten. Erkennbar ist ein Automobil aus den 20iger Jahren, welches auf einem Bürgersteig geparkt steht. Im Hintergrund des Bildes ist eine Litfaßsäule, sowie das Konterfei einer Bäckerei bzw. eines Cafés. Der Klappentext ist ausführlich und bereitet die Leser sehr prägnant auf das Handlungsgeschehen vor. In der Story geht es um den jungen Kriminalkommissar Gereon Rath, welcher aus Köln kommend in Berlin eine neue Herausforderung sucht. Schnell wird dieser mit der pulsierenden Weltmetropole Berlin konfrontiert, welche nach ihren eigenen Gesetzen spielt. Eines Nachts wird er durch einen unliebsamen Menschen, welcher an seiner Tür randaliert geweckt. Am nächsten Morgen wird dieser aus der Spree „gefischt“. Gereon Rath merkt schnell, dass hier etwas nicht stimmt. Er wird in einen Strudel aus Verschwörungen und Korruption hineingezogen und merkt dabei selbst, dass er auch nicht besser ist, als alle seine „Kollegen“ bei der Berliner Polizei. Der Hauptprotagonist Gereon Rath ist ein selbstbewusster junger Kommissar, welcher sich schnell an die „harte Gangart“ in Berlin anzupassen weiß. Er versucht auf der einen Seite die Gerechtigkeit walten zu lassen, merkt jedoch schnell, dass es im Berlin der 20iger und 30iger Jahre oft nicht um diese geht. Als wesentliche Nebenfiguren der Erzählung sind der Kommissar Bruno Wolter von der Sitte, sowie Charlotte genannt Charly eine Stenotypistin der Berliner Mordkommission zu nennen. Gerade Bruno Wolter hat mich mit seiner sehr speziellen Art sehr fasziniert und weiß der Geschichte seine ganz eigene Prägung zu geben.

    Die Spannung der Geschichte wird sukzessive aufgebaut und dabei immer auch wieder mit kleinen Pausen versehen. Der Aufbau der Geschichte ist stringent und mit keinen Zeitsprüngen versehen. Die Erzählung spielt im Berlin des Jahres 1929 und ist somit gut für die Leser nachvollziehbar. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, direkt, dialogorientiert, sowie mit einer Portion Berliner Sprachjargon versehen, was mir sehr gut gefallen hat.

    Als Zielgruppe des Romans kommen alle Krimianhänger und Freunde der 20iger Jahre in Frage. Das Fazit ist positiv. Mit gut versteckten politischen Botschaften wird man als Leser in das pulsierende, aber auch verwogene Berlin der 20iger Jahre katapultiert. Dabei wird nichts beschönigt und man bekommt einen guten Eindruck von der damaligen Zeit. Ich konnte mich sehr gut in die Geschichte hineindenken und war begeistert aber auch verstört von dem wilden Berlin der 20iger Jahre. Eine klare Leseempfehlung mit Wiederholungscharakter.

  4. Cover des Buches Lunapark (ISBN: 9783462051612)
    Volker Kutscher

    Lunapark

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Es handelt sich um den sechsten Band der Reihe um Gereon Rath, dessen Erstveröffentlichung 2016 erfolgte. Die Handlung überspannt die Zeit vom 18.05.1934 bis zum 04.08.1934, fokussiert aber den Zeitraum 28.05. bis 09.07.1934, ist also etwas mehr als ein Jahr nach der Handlung des Vorgängerbandes angesiedelt. Die Nazis sitzen nun fest im Sattel und ihre Gegner können nur noch aus dem Untergrund agieren. Die Staatspolizei (Stapo) gibt den Ton vor, nach dem polizeiliche Ermittlungen ablaufen. Das bekommt auch Gereon Rath zu spüren, als er zusammen mit dem bei der Stapo zum Kommissar aufgestiegenen Reinhold Gräf in einer Sonderkommission zusammenarbeiten muss. Er werden nämlich Mitglieder der SA ermordet und die beiden Kommissare verfolgen sehr unterschiedliche Ansätze, was nicht konfliktfrei verläuft.

    Ein großes Lob für den Autor einmal mehr dafür, wie er es wieder schafft, reale historische Ereignisse in seinen Roman einzubauen bzw. die Handlung darin zu integrieren. Sogar solche Details wie das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft am 24.06.1934 im Berliner Poststadion mit dem 2:1 Sieg von Schalke 04 über den 1. FC Nürnberg, die nur nebenbei erwähnt werden, sind historisch korrekt.

    Der Kriminalfall an sich ist vielleicht nicht ganz so komplex wie bei den Vorgängerbänden, aber immer noch sehr gut vorzeigbar und spannend. An die Atmosphäre, die Kutscher in der Lage ist zu schaffen, lege ich ohnehin inzwischen höchste Ansprüche an und werde wieder einmal nicht enttäuscht.

     Der Autor beweist, dass er auch emotional kann. Ich möchte jetzt nichts verraten, aber über mehrere Seiten dieses Buches standen mir wirklich die Tränen so in den Augen, dass ich kurze Zeit nicht weiterlesen konnte. Das ist mir bei keinem der Vorgängerbände passiert und überhaupt nicht oft der Fall bei einer Lektüre.

    Auffällig finde ich wieder, wie viele alte Marken Kutscher den Lesern in Erinnerung ruft. Das schafft ein Gefühl der Vertrautheit mit den handelnden Personen.


     Ich finde, das ist ein großartiges Buch. Fünf Sterne.

  5. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783462046465)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der vierte Band um Kutschers Ermittler Gereon Rath. Er spielt im Sommer 1932 in Berlin und Ostpreußen. Sieht man von Prolog und Epilog ab, beschränkt sich die Handlung auf einen Zeitraum von einem Monat. Erstmals ermittelt Gereon Rath in diesem Band außerhalb Berlins, nämlich in Ostpreußen in und um Treuburg bzw. Marggrabowa, dem heutigen Olecko in Masuren.

    Wie immer versteht es Kutscher ausgezeichnet fiktive Ereignisse in echte historische Ereignisse einzubetten. Da wirkt nichts bemüht oder gekünstelt, das fügt sich harmonisch zusammen. Die damalige Zeit wird in den Geschichten sehr lebendig vor den Augen des Lesers. Besonders toll finde ich auch die Webseite https://www.nianli.de/ mit historischen Karten und Schauplätzen der Krimireihe, wo man auch Infos über die entsprechenden Gebäude und nicht selten eine Verlinkung zur Wikipedia findet. Ich weiß nicht, ob das die private Seite eines großen Fans ist oder etwas Offizielles, aber es lohnt sich, die Ereignisse dort mit zu verfolgen. Allerdings besteht Spoilergefahr, wenn man noch nicht weit im Buch ist.

    Die Handlung an sich fand ich in diesem Band weniger komplex, als in den vorangegangenen Bänden, was aber der Spannung keinen Abbruch tut, zumal der Autor auch falsche Fährten legt. Schön finde ich auch, dass es sich um eine echte Reihe handelt, also nicht um eine reine Serie. Die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander entwickeln sich stetig weiter und immer mal wieder  wird auch Bezug auf vergangene Bände genommen. Es ist zwar grundsätzlich möglich, die Bände unabhängig voneinander zu lesen, aber man beraubt sich selbst eines Teils des Lesevergnügens sofern man so verfährt.

    In manchen Momenten erinnert mich das Duo Rath/Marlow an Ian Rankins Rebus/Cafferty. Jedenfalls ist sind beide Verbrecher so gezeichnet, dass der Leser immer mal wieder auch Sympathie für sie empfinden kann.

    Die Romane der Reihe haben bisher eine gleichbleibende Qualität, was auch nicht jeder Autor schafft. Den Showdown am Ende finde ich übertrieben und unwahrscheinlich, aber dieses Manko haben viele Krimis. Dennoch reicht es deshalb nicht für fünf Sterne. 

  6. Cover des Buches Marlow (ISBN: 9783492316811)
    Volker Kutscher

    Marlow

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Andrea-Karminrot

    Marlow ist eine kleine Stadt in Vorpommern. Von dort stammt ein Mann, der in der großen flirrenden Stadt Berlin sich einen Namen gemacht hat. Allerdings bleibt er möglichst im Hintergrund. Denn er hat viel in der Unterwelt zu sagen. Johann Marlow ist ein stiller Mensch. Aber das er Dreck am stecken hat, steht vollkommen außer Frage. Nur, kann es ihm niemand nachweisen. Er ist die Unterweltgröße, der man möglichst nur freundlich begegnet.

    Dieser Marlow eben, hat Gereon Rath in den letzten sechs Fällen immer wieder entweder geholfen oder ihm Stolpersteine in den Weg gelegt. In seinem siebten Fall ist es erst nicht klar, dass Marlow die Finger im Spiel hat:

    Es ist 1935. Die Gestapo macht sich immer mehr in Deutschland breit und einen unangenehmen Namen. Auch Gereon bleibt nicht davon verschont mit den Anhängern der neuen Regierung zusammen zu treffen. Er selber ist kein Freund der neuen Richtung und zuckt nur immer sehr verhalten mit dem Arm in die Luft, nuschelt den neuen deutschen Gruß. Gereon ist inzwischen zu einem Oberkommissar aufgestiegen und Charly seine Frau arbeitet als Anwaltsgehilfin und nebenbei als Detektivin. Als Frau bleibt ihr in dem neuen Deutschland die Arbeit als Anwältin verwehrt. Der Einzige, der seine wahre Freude hat, ist Fritz der Ziehsohn der Rath’s. Fritze zieht mit dem Jungvolk zu Fuß nach Nürnberg zum Parteitag.

    Gereon bekommt kurzfristig einen Verkehrsunfall aufs Auge gedrückt. Da ist ein Taxifahrer in der Yorkstraße in die Brücken gefahren. Dabei ist der Fahrer und sein Fahrgast ums Leben gekommen. Eigentlich gar nicht Rath’s Aufgabe einen Verkehrsunfall zu bearbeiten. Doch es stellt sich heraus, dass da noch mehr dran hängt. Der Insasse hatte einen Briefumschlag dabei in dem sich prekäre Papiere befanden. Außerdem schien der Fahrgast ein Doppelleben zu führen. Gereon gerät mal wieder in eine Ermittlung die spannend ist, er auf alte Bekannte trifft und natürlich wieder einmal Marlow.

    Die Bücher über den Kommissar machen mir immer wieder Spaß zu lesen. Inzwischen wurden schon die ersten Bände als Babylon Berlin verfilmt. Doch finde ich, dass die Filme nichts mit den eigentlichen Krimis zu tun haben. Sie sind angelehnt und ich war eher enttäuscht als begeistert. Dieser siebte Fall entschädigt mich. Schnell und unterhaltsam, habe ich das Buch inhaliert. Was mir auch gefallen hat, ist dass man einen Einblick in diese verquere Zeit bekommen hat. Die Familiengeschichte der Raths macht es nebenbei auch noch zu einer Geschichtsstunde, einer Milieustudie. Am Ende wird natürlich nicht alles gut. Denn es muss ja weiter gehen. Der Verkehrsunfall ist dann doch ein Mord und Marlow, … Ja was wird aus dem?

    Das nächste Buch Olympia, liegt hier jedenfalls auch schon auf meinem Reader. 

  7. Cover des Buches Der stumme Tod (ISBN: 9783492316118)
    Volker Kutscher

    Der stumme Tod

     (216)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir

    Buchinhalt: 

    Berlin 1930: Kommissar Gereon Rath bekommt es mir einem mysteriösen Mordfall zu tun. Ein Filmsternchen wurde ermordet, erschlagen von einem Bühnenscheinwerfer. Der Fall führt Rath in die Welt zwischen Stummfilm und dem aufkommenden Tonfilm, von Glamour, Kino und in die politischen Wirren der Weimarer Republik. 


    Persönlicher Eindruck: 

    Mit „Der stumme Tod“ präsentiert Autor Volker Kutscher seinem Lesepublikum bereits den zweiten Historienkrimi zu seiner Babylon Berlin-Reihe rund um den Berliner Kommissar Gereon Rath. Die Reihe wurde auch als TV-Serie mit mehreren Staffeln verfilmt und scheint sich großer Beliebtheit zu erfreuen. Das war für mich der Grund, selbst auch mal zu einem der Bücher zu greifen. 

    Ich gebe offen zu: ich kannte bislang weder die Bücher noch die TV-Serie und war als Freund historischer Romane der jüngeren Vergangenheit gespannt auf das, was sich hier so bieten würde – und wurde zutiefst enttäuscht. 

    Als Sittengemälde der damaligen Zeit taugt der Stoff aufgrund recht guter Recherche ganz passabel – das Berlin der beginnenden 1930er Jahre wird an vielen Stellen recht gut eingefangen, ebenso das Flair der Stumm- und Tonfilmzeit dieser Epoche und der Klüngel hinter den Kulissen. Das war leider alles: Kutscher schafft es weder bei der Hauptfigur noch bei den zahlreich auftretenden Nebenfiguren, auch nur ein Minimum an Tiefe und Profil zu schaffen. Die handelnden Personen waren für meinen Geschmack allesamt blass, nichtssagend und austauschbar. Der Schreibstil ist schleppend und überhaupt nicht mitreißend; was den Erfolg der Reihe nun tatsächlich ausmachen soll, ist mir vollkommen unverständlich.

    Gereon Rath als Zugpferd der Reihe ist im Grunde eine Art Anti-Held, als Kommissar und auch als Mensch keine strahlende Figur mit Identifikationspotential für den Leser. Vielmehr erschien er mir recht düster und mit reichlich negativen Charakterzügen besetzt, als dass ich ihm in seiner Person vertrauen und mir von ihm Hilfe holen möchte, wäre ich eine Figur aus der Handlung. Raths Ermittlungen empfand ich als lasch und unambitioniert, mitfiebern konnte ich jedenfalls nicht und somit blieb die Krimihandlung innerhalb der Gesamthandlung ebenso fade und langweilig wie der Rest. 

    Alles in allem habe ich wackere 200 Seiten (etwas mehr als ein Drittel) durchgehalten, aber dann war Schluss. Ich hatte von Beginn an das Gefühl, dass ich hier nur meine Zeit verschwende, wenn ich weiter dran bleibe – die Geschichte blieb auch nach 200 Seiten überhaupt nicht im Gedächtnis haften und brachte mir Null Mehrwert beim Lesen. 

    Fazit: Für mich war es das, ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen. Schade um die vertane Zeit! 

  8. Cover des Buches Der nasse Fisch - Filmausgabe (ISBN: 9783462052084)
    Volker Kutscher

    Der nasse Fisch - Filmausgabe

     (345)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros

    Gereon Rath wird nach einem tödlichen Schusswechsel von der Kölner Mordkommission nach Berlin versetzt. Dort soll er für das Sittendezernat arbeiten, doch zufällig findet er sich in den Ermittlungen zu einem mysteriösen Mordfall wieder. Als er Spuren findet, die den Verdacht auf einen anderen Polizisten lenken, gerät Rath in einen Strudel aus Geheimniskrämerei und Vertuschung, der bald schon Opfer fordert...

    Endlich! Ich habe den ersten Band der Krimireihe rund um den Kommissar Gereon Rath beendet. Vor einiger Zeit habe ich einen der Folgebände gelesen und wollte natürlich wissen, wie der Kommissar ins Morddezernat nach Berlin gekommen ist und was dem Buch "Märzgefallene" vorangegangen ist. 

    "Der nasse Fisch" erzählt die ersten Erlebnisse des jungen Ermittlers in Berlin und dieser Einstieg in die Reihe ist sehr stark.
    Der Autor kann in diesem Buch mit einem spannenden, verworrenen und verzwickten Fall aufwarten, der den Leser von der ersten Seite an fesseln kann. Dies ist auf den kurzweiligen Schreib - und Erzählstil zurückzuführen, der schnell zu lesen ist, aber trotzdem kein Detail auslässt. 

    Auch der Protagonist kann punkten. Mit Gereon Rath wurde hier ein Charakter geschaffen, der einem eigentlich unsympathisch sein sollte, trotzdem aber faszinierend und einnehmend, ja charmant wirkt. Zudem wird einem kein Saubermann serviert, im Gegenteil - Rath trinkt, nimmt Drogen und ist Korruption nicht unbedingt abgeneigt. Dies macht ihn zu einem ganz außergewöhnlichen Charakter, über den man gerne liest. 

    Mit den 544 Seiten ist das Buch auch gerade so lang, dass der Fall nicht zu schnell abgewürgt wird, und so kurz, dass keine Längen entstehen. 

    Ich bin jedenfalls begeistert und werde mit Sicherheit die weiteren Bücher der Reihe lesen, sobald ich sie in die Finger bekomme. Von mir bekommt "Der nasse Fisch" daher fünf von fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

  9. Cover des Buches Der stumme Tod (ISBN: 9783839893951)
    Volker Kutscher

    Der stumme Tod

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Eine tote Schauspielerin und ganz viel Historie. Ich mag die Gerreon Rath Reihe und das Gefühl beim Lesen. ich habe aber auch die Bilder der Serie im Kopf und freue mich auf die erneute Umsetzung. Die Story selbst fand ich etwas flach und an den Haaren herbeigezogen. Als Einstieg hätte es mich nicht überzeugt.

  10. Cover des Buches Der nasse Fisch (ISBN: 9783551782489)
    Arne Jysch

    Der nasse Fisch

     (17)
    Aktuelle Rezension von: ChrischiD
    Kommissar Gereon Rath wurde gerade frisch von Köln nach Berlin versetzt. Auf die Schnelle gab es nur die Möglichkeit bei der Sittenpolizei unterzukommen, doch der ehrgeizige junge Mann gibt alles, um bald bei den Großen mitspielen zu dürfen. Bis dahin allerdings ist es ein langer, steiniger Weg. Er muss lernen wem er vertrauen kann und wem nicht, außerdem gibt es diverse äußere Einflüsse, die nicht nur ihm das Leben schwer machen, privat wie beruflich.

    Ganz gleich, ob man den gleichnamigen Kriminalroman aus der Feder Volker Kutschers bereits kennt oder nicht, man wird beim Lesen und Betrachten der graphischen Adaption in Begeisterungsstürme ausbrechen. Allein inhaltlich zeichnet sich ein konkretes Bild Berlins in den 20er Jahren ab, bei dem natürlich auch die detaillierte Darstellung der Kriminalpolizei nicht fehlen darf. Gereon ist ehrgeizig, besitzt aber dennoch Ecken und Kanten, lässt sich weder unterbuttern noch ins Boxhorn jagen. Gerade deswegen muss er auf der Hut sein. Auch wenn er nicht zu jeder Zeit der größte Sympathieträger ist, so ist man als Leser dennoch auf seiner Seite, irgendwie erscheint sämtliches Handeln einen Sinn zu ergeben, selbst wenn sich mal mehr mal weniger am Rande der Legalität bewegt wird.

    Durch Arne Jyschs Zeichnungen wird das Geschriebene lebendig, die Figuren bekommen mehr als nur ein Gesicht, beinahe wird man sogar eingesogen in die damalige Zeit. Die Atmosphäre strömt aus jedem Bild, es scheint fast als würde es sich um bewegte Illustrationen handeln. Die Stimmung der Vergangenheit wird gekonnt eingefangen, es gab wenige Lichtblicke, dennoch wirkt das Geschehen nicht durchweg bedrückend. Denn es wird auch unter die Oberfläche geschaut, recherchetechnisch hätte man es besser wohl nicht machen können.

    Wer bereits die Möglichkeit hatte in „Babylon Berlin“, beruhend auf dem Roman von Volker Kutscher, reinzuschauen, wird bemerken, dass Graphic Novel und TV-Serie sich in weiten Teilen ähneln, man durchaus ganze Szenen wiedererkennt, nur dass sie im Fernsehen koloriert sind. Der schwarz-weiß-Effekt des Comics ist natürlich nicht zu überbieten, hier passt einfach alles.

    Bleibt abzuwarten oder vielmehr zu hoffen, dass auch weitere Teile der Krimireihe rund um Gereon Rath in ähnlicher Form adaptiert werden.
  11. Cover des Buches Marlow (ISBN: 9783869523996)
    Volker Kutscher

    Marlow

     (7)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Spannung, eine angenehme Lesestimme und der deutsche Amtsschimmel unter den Nazis. Mittendrin ein Verbrecher, der legal werden will.

    Inhalt: Gereon Rath wird zu einem Verkehrsunfall gerufen, bei dem ein Taxifahrer und sein Fahrgast ums Leben gekommen sind. Doch was zunächst wie eine lapidare Sache aussieht, entpuppt sich als etwas viel größeres, als es sich selbst Gereon Rath hätte ausmalen können. Seine Neugier bringt ihn einmal mehr in Schwierigkeiten und er muss zusehen, dass er einigermaßen heile aus der Sache heraus kommt.
    Charlotte verliert indes mehr und mehr die Bodenhaftung in ihrem eigenen Heimatland. Die Nazis sind an der Macht und nehmen ihr mit einem Fingerstreich alle ihre Zukunftsträume. Anwältin kann sie nicht mehr werden, das sie nicht einmal zum zweiten Staatsexamen zugelassen wird. Laut den Nazis gehören die Frauen ins Kindbett und an den Herd. - Doch das will Charlotte nicht. Sie arbeitet für ihren ehemaligen Chef in seinem privaten Detektivbüro und macht sich auch hier nicht unbedingt nur Freunde.
    Fritze hat sich bei den beiden super eingelebt. Sie leben ein typisches Familienleben für damalige Zeit. Doch ausgerechnet der Vater von Fritzes bestem Freund macht komische Andeutungen, die Fritze aber so lang nicht zu deuten weiß, bis das Jugendamt ihn bei Charlotte und Gideon raus holt, um ihn in eine politische besser geeignete Familie zu stecken.
    Die Nazis sind an der Macht und der zweite Weltkrieg wirft seine Fangarme so langsam nach den Menschen aus.

    Fazit: Ich hatte lang keine Folge von Gereon Rath mehr. Und als ich dann mal wieder ein Hörbuch hören wollte, musste ich feststellen, dass es mir die Playlist auf Spotify zerhauen haut. - Schön ist anders.
    Ok, ich habe also alles wieder sortiert, habe frischen Mutes den siebten Band der Reihe Gereon Rath angefangen und erst einmal den Schreck meines Lebens bekommen, als der Sprecher anfing und auf Englisch sprach. - Das war aber nur ein Spruch von einem anderen Autor, den Volker Kutscher oder sein Verlag hier eingebaut hatte. Den Sinn dahinter habe ich noch nie verstanden, aber sie machen es halt eben so.
    Trotzdem hatte dieser Band einen irgendwie anderen Stil, als die vorangegangenen. Die Teile, die das Leben des Doktor M. behandeln sind in einer nachdenklichen Stimmung geschrieben. - Es hat allerdings gedauert, bis ich begriffen habe, wer dieser kleine chinesische Junge ist, zu wem er wurde und wie er eigentlich zu Doktor M. steht. Und die Vergangenheit von Dr. M und was er schon so alles auf dem Kerbholz hat war aber auch keine schlechte Liste.
    Das Ganze spielt in einer Zeit, in der die Nazis mehr und mehr an Macht gewinnen. Noch ist kein Krieg, das ist noch fünf Jahre hin, aber man merkt die ganze Zeit schon dieses drohende Unheil. Es ist nicht so sehr, dass Volker Kutscher das jetzt explizit eingebaut hat, aber man kennt ja als Hörer die deutsche Geschichte und irgendwie dreht es sich ja in dieser Reihe auch um die Geschichte.
    In jedem Fall habe ich mit dem Ehepaar Rath ordentlich mit gelitten. Diese innere Zerrissenheit von Charly, die ihre Träume aufgeben muss, die mit der Regierung nicht klar kommt und noch so einiges mehr. - Ich habe die beiden mehr als einmal in einem herrlichen Kopfkinofilm vor mir gesehen, wie sie verzweifelt versuchen, wieder und wieder ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen. - Und ich habe mit geweint, als das Jugendamt ihnen doch wirklich den Junge weg genommen hat. Das drohende Unheil schwebte ja die ganze Zeit über den beiden. Das war so eine Art eingeflochtene Handlung in der Handlung. Und diese Jugendamtstante war auch so richtig hochnäsig und besserwisserisch dargestellt. Dazu noch die Umstände…. ich habe geahnt, was da noch kommen sollte und leider auch recht behalten. - Mal sehen, ob der Charakter des Jungen nun ganz verschwindet, oder ob seine Rolle nun kleiner wird. Denn eigentlich sieht man gerade an dessen Rolle, was die ganze Zeit mit den Kindern und Jugendlichen gemacht hat.

    Der Sprecher hat einmal mehr einen richtig guten Job gemacht. - Er hat von Haus aus schon so eine angenehme Märchenonkelstimme und dann liest er diesen Stoff auch noch in einer Seelenruhe, ohne übertriebene Betonung, dass es einfach nur richtig angenehm war, ihm zuzuhören.
    Die Handlung selber war gar nicht so langatmig, wie ich das aus den vorangegangenen Bänden kannte. Irgendwie war ständig irgendetwas im Fluss. Irgendetwas war immer, wo ich gerade mitgefiebert habe oder mir an den Kopf gepackt habe, wie die Akteure denn genau das jetzt machen konnten.
    Kurzweilig war es in jedem Fall und dann hatte ich noch einen herrlichen Film vor meinem geistigen Auge. Ich habe vieles wie ein Film ablaufen sehen, nachdem ich begriffen hatte, was die nachdenklich wirkenden Passagen zu bedeuten haben. - Eine wirklich herrlich Finde, die Herr Kutscher hier noch einmal eingebaut hat.

    Ich kann dieses Buch absolut empfehlen. Die Handlung war so spannend, weil sehr nahe an der Realität und dann auch noch leicht verständlich be- und geschrieben. Dazu die angenehme Sprecherstimme. Das Paket hat einfach nur gestimmt.

  12. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783839893944)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

     (14)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Volker Kutscher baut den Inhalt seiner Krimireihe nach einem ähnlichen Muster auf: Meistens beginnt der Band mit einem Mord. Somit haben wir unseren ersten Handlungsstrang. Diesmal wird ein Toter im Haus Vaterland gefunden. 

    Im Laufe des Hörbuchs kristallisiert sich aber ein zweiter Handlungsstrang heraus. Meistens ist unvorstellbar, dass dieser Handlungsstrang etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Doch Volker Kutscher versteht sich darauf, uns das Gegenteil zu beweisen. 


    Volker Kutscher erzählt die Handlung ab diesem Band aus zwei Perspektiven: Wir begleiten nicht nur Kommissar Rath bei seinen Ermittlungen, oder teils zwielichtigen Geschäften, sondern lernen auch Charlotte Charlie Ritter kennen, die es nun endlich zur Kommissaranwärterin geschafft hat. 


    Auch in diesem Band dürfen die alt bekannten Konflikte nicht fehlen: Innerhalb der Berliner Polizei gibt es klare Hierarchien und Machtspiele, die immer wieder neu verteidigt werden. Rath tut sich schwer damit, gemeinsam mit Kollegen an einem Fall zu arbeiten. Er plant lieber im Alleingang, was seinen Kollegen, insbesondere seinen Vorgesetzten oft ein Dorn im Auge ist. 


    Da Charlie in diesem Band ebenfalls bei der Polizei anfängt, bekommen wir erstmals mit, wie mit Kommissaranwärterinnen in der Burg umgegangen wird. Man hat eine klare Vorstellung davon, welcher Inspektion Frauen zugeteilt werden. Und diese Inspektion ist nicht der Ort, den sich Charlie Ritter für ihre Laufbahn bei der Polizei gewünscht hat. 


    Der Spannungsbogen des Hörbuches hat mir sehr gut gefallen. Ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen durch gehört, was ich nur bei wenigen Titeln mache. Der Kriminalfall ist kurzweilig, unterhält aber während des Hörens sehr gut. Allerdings muss ich auch gestehen, dass mich der Fall nicht nachhaltig beeindruckt hat, sondern es bei einer kurzweiligen Lektüre blieb. 


    Was die Hörbuchgestaltung betrifft, ist mir der Einstieg in dieses Hörbuch deutlich leichter gefallen. Ich wusste nun, wie David Nathan das Hörbuch interpretiert und kam mit seiner Interpretation auch besser zurecht, als im vorherigen Band. 

    Die Akte Vaterland ist als gekürztes Hörbuch beim Argon Verlag erschienen. Das Hörbuch befindet sich in einer Digifile Hülle, die für ein Digifile recht schmal ist, aber dadurch sehr gut zu den vorherigen Bänden passt. 


    Volker Kutschers Schreibstil gefällt mir nach wie vor sehr gut. Toll fand ich, dass er ab diesem Band beginnt, die Handlung aus mehreren Perspektiven zu erzählen. 

    Außerdem arbeitet er die Konflikte zwischen den Charakteren oder innerhalb der Polizei sehr gut heraus. In diesem Band beginnt sich auch die politische Lage in Berlin unmerklich zu ändern. Das heißt die politische Situation wirkt sich auch auf die Polizei und unsere Charaktere aus. Volker Kutscher hat hier interessante Fäden gesponnen und es geschafft, erste Grundsteine für die politischen Themen zu legen, ohne, dass dabei die eigentliche Handlung in den Hintergrund rückt. 


    Gesamteindruck

    Die Akte Vaterland ist ein solider Krimi, der spannende, kurzweilige Unterhaltung bietet. Allerdings empfehle ich, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen. So bekommen wir mit, wie sich die Charaktere entwickeln. 



  13. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783839893968)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (15)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Der Inhalt hat mich zuerst wieder positiv überrascht. Volker Kutscher entwickelt nämlich zwei Handlungsstränge: Zum einen erleben wir ein Mädchen, das auf der Straße lebt. Gemeinsam mit ihrem Freund will sie ein Kaufhaus ausrauben und lässt sich dafür einschließen. Doch die beiden werden erwischt und ihr Freund fällt bei einer Verfolgungsjagd vom Dach. Ist er freiwillig gesprungen? Oder wurde er sogar gestoßen?

    Im zweiten Handlungsstrang treffen wir dann auf Kommissar Rath, der mit einer besonderen Mission beauftragt wird. Er soll Abraham Goldstein überwachen, einen Amerikaner, der nach Berlin kommt. Das Problem: Goldstein ist nicht nur Jude, sondern wird auch für einen Gangster gehalten. Und Ärger kann Berlin nun wirklich nicht gebrauchen.


    Die beiden Handlungsstränge haben mir sehr gut gefallen, weil ich mich immer mehr gefragt habe, wie sie zusammenpassen. Außerdem begegnete mir wieder ein Element, welches mich schon in Der nasse Fisch (Band 1) beeindruckte: Wir merken, dass Rath einen Plan hat und das er beginnt Leute in diesen Plan einzuweihen. Aber wir erfahren nicht, was Rath vorhat, sondern erfahren erst während oder nach der Durchführung des Plans davon.


    Allerdings wurden mir bei diesen beiden Handlungssträngen die Verbindung nicht gut genug herausgearbeitet. Das kann aber womöglich auch an den inhaltlichen Kürzungen der Handlung liegen. Mir war die Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen etwas zu vage. Ich hätte mir mehr Überschneidungen gewünscht.


    Spannend finde ich hier, wie Volker Kutscher seine Charaktere, insbesondere Gereon Rath darstellt. Rath scheint eher eigene Ziele zu verfolgen. Er wirkt mehr wie ein Einzelgänger und scheint auch kaum Freunde zu haben. Häufig habe ich bei Reihen den Eindruck, dass Autor*innen darauf setzen, dass wir die Protagonist*innen sympathisch finden sollen. Ich bin mir bei Kommissar Rath aber immer noch nicht ganz sicher, was ich über ihn denke.

    Toll fand ich auch, dass diesmal ein Teil der Geschichte aus der Perspektive von Charlotte Ritter erzählt wurde. So wurde deutlich, dass Rath nicht der einzige Held dieser Reihe ist.

    Leider muss ich gestehen, dass ich die Nebencharaktere noch etwas durcheinander würfele. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass es schon eine Weile her ist, dass ich den zweiten Band der Reihe gehört habe.


    Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Mit ein Grund, mit dieser Reihe zu beginnen, war Hörbuchsprecher David Nathan. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gab es eine Hörbuchnacht, bei der er aus einem Band der Reihe vorlas. Seine Interpretation gefiel mir auf Anhieb sehr gut.

    Allerdings wurden die ersten beiden Bände von unterschiedlichen Sprechern gelesen. Ich kann inzwischen also drei Stimmen miteinander vergleichen. Obwohl ich sehr froh bin, wieder eine Reihe zu hören, die von David Nathan gelesen wird, hatte ich Mühe mich auf seine Interpretation einzulassen. Dennoch hat er die Geschichte sehr gut gelesen und ich freue mich, dass die Rehe nun endlich ihren Sprecher gefunden hat.


    Volker Kutschers Schreibstil finde ich sehr spannend. Der Autor erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und beschreibt die Handlung einerseits distanziert, aber auch atmosphärisch sehr gekonnt und so, dass ich neugierig auf die weiteren Bände bin. Leider kann ich Kutschers Schreibstil noch nicht in Worte fassen und genau das macht ihn für mich auch so faszinierend.


    Gesamteindruck

    Der Kriminalfall hat mir wieder sehr gut gefallen. Zudem lernen wir die wiederkehrenden Charaktere wie Gereon Rath und Charlotte Ritter etwas besser kennen. Gegen Ende ging mir die Sache mit der Auflösung des Falls etwas zu schnell. Aber an sich hat mir der dritte Teil der Reihe gut gefallen und ich freue mich schon, bald wieder in den nächsten Band einzutauchen.



  14. Cover des Buches Durchmarsch (ISBN: 9783462316551)
    Volker Kutscher

    Durchmarsch

     (8)
    Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310

    Mitten im Hochsommer wird auf dem Pariser Platz ein Film gedreht, der den Fackelzug nachgestellt, der am 30. Januar 1933 nach der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler stattfand. Zufällig ist Gereon Rath in der Nähe, als ein SA-Scharführer zusammenbricht. Er ist tot. Während alle vermuten, dass er an Hitzschlag gestorben ist, kommen Rath Zweifel. Doch seinen Nachforschungen bei der SA-Feldpolizei wird schnell ein Ende bereitet. Aber Rath lässt der Fall nicht los.  

    Dieser Kurzkrimi ist auch sehr spannend.

    Gereon reagiert mal wieder wie so oft, wenn es Konflikte mit Charly gibt: Er geht weiteren Konfrontationen aus dem Weg. Nur deshalb ist er bei diesem Aufmarsch zur Stelle. Er weiß, wie man Menschen nimmt und kommt so an seine Informationen. Doch seine Dienstauffassung ist eine andere als die der SA. Daher macht er weiter, auch nachdem er zurückgepfiffen wurde.

    Seine Unterhaltung mit seinem Vorgesetzen ist wieder sehr interessant. Warum bekommt der nicht mit, dass Gereons Zustimmung wie ein „Nein“ klingt.

    Das Ende ist einerseits überraschend, andererseits aber nicht, wenn man Gereon Rath kennt.

    Die Kurzgeschichte hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen.

  15. Cover des Buches Plan B (ISBN: 9783462317961)
    Volker Kutscher

    Plan B

     (2)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    1933: Hermann Lapke, Chef der Nordpiraten hat sich den Nazis angedient, sein Ringverein bleibt deshalb als einziger ungeschoren. Anders ergeht es Paul Marczewski, dessen Concordia zerschlagen wurde. Sein Vermögen konnte bisher allerdings nicht entdeckt werden. Bisher, denn Lapke setzt alles daran, Marczewski das Geheimnis zu entreißen.

    Eine (Kurz)Geschichte im Gereon-Rath-Universum ohne diesen? Ja, das geht, auch wenn man ständig das Gefühl hat, gleich müsste er durch die Tür kommen. Gut gelungen finde ich, dass Kutscher den Leser tatsächlich auf die Seite eines Verbrecherchefs führt, wir lesen einen großen Teil der Geschichte aus Sicht Marczewskis, der die „Behandlung“ relativ stoisch über sich ergehen lässt und dem es vor allem darum geht, die Frau, die er liebt, zu schützen – er wirkt tatsächlich sympathisch und man drückt ihm die Daumen.

    Als ein weiterer Charakter auftaucht, ahnt der Leser bereits, wie es weitergehen könnte, doch das tut der Geschichte keinen Abbruch, hier geht es nicht nur um Spannung.

    Bisher mochte ich alle Geschichten, die der Autor innerhalb der Rath-Reihe geschrieben hat, und so hat mir auch diese gut gefallen. Ich bin gespannt, ob sie im nächsten Roman wieder eine Rolle spielt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Fans der Reihe, aber auch für andere, die gerne Kurzgeschichten lesen.

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