Bücher mit dem Tag "ernest hemingway"

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73 Bücher

  1. Cover des Buches Madame Hemingway (ISBN: 9783746628912)
    Paula McLain

    Madame Hemingway

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Vespasia

    Nachdem ich „Hemingway und ich“ gelesen habe, wo Hemingways dritte Frau, Martha Gellhorn, im Vordergrund steht, musste ich mir einfach auch dieses Buch zulegen. Zum Glück bin ich endlich dazu gekommen, es auch zu lesen. Hemingways erste Frau, Hadley, ist ein ganz anderer Typ Frau als Martha. Auch Hemingway scheint sich in den Jahren etwas verändert zu haben, weshalb es sicher auch interessant wäre, die Bücher direkt hintereinander zu lesen.

    Paula McLain schreibt in der ich-Form und haucht Hadley damit direkt Leben und Persönlichkeit ein. Auch, wenn man natürlich immer bedenken muss, dass es sich um einen Roman handelt und nicht alles zu einhundert Prozent authentisch sein kann, finde ich diese Perspektive hier doch gut gewählt. Man kommt Hadley als Person gleich zu Anfang schon sehr nahe, kann ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen und lernt mit ihr zusammen schließlich Ernest Hemingway kennen. Hemingway ist ein wirklich interessanter Charakter; als er Hadley kennenlernt, ist er noch sehr jung und doch schon sehr exzentrisch, eigentlich schon unsympathisch. Diese erste Ehe wird von McLain mit viel Liebe zum Detail dargestellt und lässt sowohl Hadley als auch Ernest zum Vorschein kommen und für den Leser greifbar werden. Auch die Zeit wird eindrucksvoll beschrieben: das Paris der 20er Jahre, das Leben der Künstler, auf die Hadley trifft… all das wird von der Autorin zu einer angenehm lesbaren und unterhaltsamen Geschichte verwoben. Natürlich sollte man schon Interesse an Hemingway als Person haben, um dieses Buch in vollen Zügen genießen zu können, aber auch ohne großartiges Vorwissen kann man das Buch lesen. Für den Einstieg habe ich ein wenig gebraucht, sobald dieser hinter mir lag, habe ich die Lektüre aber sehr genossen.

    Interessant war auch, dass einige Passagen aus Ernests Sicht geschrieben waren (wenn auch nicht in der ich-Form). So wurden die Lücken gefüllt, die Hadley nicht füllen konnte. Diese Abschnitte fand ich durchaus gelungen, da sie Einblicke in Ernests Gedankenwelt brachten. Gerade weil seine Perspektive wesentlich schwerer nachzuvollziehen war und er auch eine sehr schwierige Person gewesen zu sein scheint, fand ich den Perspektivwechsel sinnvoll. Auch zu seinen Werken finden sich einige interessante Stellen im Buch, wenngleich Hadley doch die Hauptperson ist und sein Schaffen eher hintenansteht. Jedenfalls hat das Buch mir spontan Lust gemacht, „Paris – Ein Fest fürs Leben“ und „Fiesta“ zu lesen.

    Am Ende gibt es für den interessierten Leser auch noch ein Kapitel zu den Quellen sowie ein Interview mit der Autorin, die das Buch noch abrunden. Wer also Interesse hat, nach der Lektüre noch ein wenig weiterzuforschen (und das halte ich für nicht unwahrscheinlich), bekommt die Gelegenheit dazu. Hier wird auch noch einmal klar, dass sich durchaus einige Fakten im Buch versteckt haben und sich die Autorin viel Mühe mit der Recherche gegeben hat.

     Fazit: Gut geschriebener Roman über Hadley Richardson und Ernest Hemingway – zwei interessante Persönlichkeiten, die in einer interessanten Zeit gelebt haben.

  2. Cover des Buches Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte (ISBN: 9783992001521)
    Emily Walton

    Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte

     (48)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Dieses Buch handelt von Fitzgerald nach dem großen Roman "Der große Gatsby". Er erhoffte sich durch den Roman der neue Star der amerikanischen Literatur zu sein, doch die Verkaufszahlen sind nicht so hoch wie erwünscht und die Resonanz ist eher durchschniittlich. Er und Zelda ziehen zu den Murphys an die Riviera, um Abstand von Paris und dem Sauffreunden zu erreichen. Damit Fitzgerald an seinem neuen Roman arbeitet, Zelda zu Kräften kommt und sie sich wieder als Paar annähern.

    Doch nichts dergleichen geschieht. Fitzgerald kann seine Energie nicht bündeln für den Roman lenkt sich mit Saufen und Streichen mit MacArthur. Sein Verhalten wird immer schlimmer, so dass er von seinen Freunden ausgegrenzt wird. Dabei versucht er durch negative Verhaltensweisen Aufmerkasamkeit zu erlangen, da Hemmingway der neue Star an der französichen Riviera ist.  Die Murphys wissen das Potenzial von Hemmingway zu schätzen und Fritzgerald tritt immer mehr in den Hintergrund der Aufmerksamkeit.

    Darüber hinaus wird die körperliche und geistige Gesundheit von Zelda immer schlechter. Sie kann kein zweites Kind bekommen. Sie leidet an undiffinierten Unterleibsbeschwerden und erhält eine Blinddarm- OP. Jedoch können ihre Beschwerden trotzdem nicht gelindert werden.

    Darüber hinaus wird in diesem Buch sehr ausführlich über das selbstzerstörerisches Verhalten /destruktives Verhalten des Ehepaars Fitzgerald porträtiert. Ich empfinde es schon extrems pathologisch und es wundert mich nicht, dass Scott Fitzgerald in die Depression abdriftet und Zelda in die Schizophrenie.

    Alles in allem habe ich von dem Buch zuerst etwas anderes erwartet. Es ist kein Roman. Es findet keine wörtliche Rede/ Dialoge statt. Sondern es wird alles eher nacherzählt. Als Leser merkt man, dass die Autorin sehr gut und intensiv recherchiert hat. Jedoch empfand ich das Buch stellenweise etwas trocken.

    Von daher kann ich es nur Fans empfehlen, die sich intensiver mit Fitzgeralds Leben auseinander setzen wollen.

  3. Cover des Buches Schnee auf dem Kilimandscharo (ISBN: 9783499272868)
    Ernest Hemingway

    Schnee auf dem Kilimandscharo

     (98)
    Aktuelle Rezension von: NPower

    Die "Moral" jeder Kurzgeschichte ist oft nicht sofort erkennbar, fesselt den Leser dennoch. Die behandelten Themen sind aktueller denn je - bspw.  ein alter Mann verbringt die Nacht in einem Café, um der Einsamkeit zu entkommen. Es sind spannende Geschichten, die Freude machen und zum Nachdenken anregen.

  4. Cover des Buches Das große Los (ISBN: 9783328102687)
    Meike Winnemuth

    Das große Los

     (243)
    Aktuelle Rezension von: Samadeva

    Frau Winnemuth hat nicht nur das Geld für diese Reise, sondern auch den Mut dazu. Als Reiselustige habe ich mich zeitweise selbst in manche Situationen hineinversetzen können. Vor allem als Alleinreisende. Die Frau ist viel herum gekommen. Das prägt. Im positiven Sinne. Nut wenige Seiten in dem Buch fand ich ein wenig langatmig, dafür einen Stern Abzug. Ansonsten finde ich den Schreibstil der Autorin sehr ansprechend. Das Buch weckt Reise- und Abenteuerlust.

  5. Cover des Buches Fiesta (ISBN: 9783499269127)
    Ernest Hemingway

    Fiesta

     (162)
    Aktuelle Rezension von: Mira123

    Wenn ihr schon länger Leser meines Blogs seid, dann kennt ihr den Namen Hemingway sicher schon. Der hat "The Old Man and the Sea" geschrieben, eine Kurzgeschichte, die ich ja im Juni rezensiert habe. Um ganz ehrlich zu sein: Würde da nicht bei beiden Büchern der Autorenname drauf stehen, dann hätte ich nie gedacht, dass beide Werke aus der Feder des gleichen Mannes stammen. Während "The Old Man and the Sea" sehr düster war, sehr melancholisch und fast schon deprimierend, ist "The Sun Also Rises" sehr positiv und unterhaltsam geschrieben. Die Figuren reagieren erstaunlich nachvollziehbar und halt wirklich so, wie man das als junger Mensch tun würde. Besonders deutlich zeigt sich das meiner Meinung nach in den Gesprächen.

    In diesem Buch geht es um eine Gruppe junger Menschen, die nach Spanien fahren, um sich dort die Fiesta anzusehen. Ihr wisst schon, dieses Riesenevent, wo die Stiere mit roten Tüchern geärgert und durch die Straßen gescheucht werden. Dahin fahren die also, zwei der Figuren sind Brett und Jake. Sie feiern, diskutieren über die Zukunft, den Sinn des Lebens, über die Liebe und eigentlich alles. Es hat mir Spaß gemacht, die Freunde zu begleiten und mit ihnen durch Spanien und zu Beginn des Buchs auch durch Paris der 1920er zu flanieren. 

    Was mich gestört hat (und was natürlich wieder nicht in meiner Vorlesung angesprochen wurde!) ist der Antisemitismus und der Sexismus, wobei ich an letzteres in Klassikern eigentlich schon fast gewohnt bin. So offener Antisemitismus ist mir persönlich aber neu und ich fand das wirklich erschreckend. "Sei nicht so ein Jude!", heißt es da zum Beispiel und die einzige jüdische Figur ist ein doch eher unangenehmer Zeitgenosse, was nicht mit irgendwelchen interessanten Motiven erklärt wird, sondern eigentlich nur mit der Tatsache, dass er halt Jude ist. Uff! Muss das sein? Gott sei Dank war das "nur" im Hintergrund der Geschichte, sonst müsste ich diese Rezension als totalen Verriss gestalten. Am schlimmsten finde ich einfach wirklich, dass das in meiner Lehrveranstaltung nicht aufgegriffen wird.  Soll uns LiteraturstudentInnen nicht beigebracht werden, wie wir Texte kritisch lesen und hinterfragen? Das hat man uns zumindest im ersten Semester gesagt. Warum wird dann in dieser Lehrveranstaltung jeder Klassiker hochgefeiert und problematische Aspekte werden ignoriert? Das finde ich einfach nur schrecklich!

    Mein Fazit? Das Buch hat mir prinzipiell eigentlich ziemlich gut gefallen. Allerdings hat mich dieser beiläufige Antisemitismus gestört.

  6. Cover des Buches Wem die Stunde schlägt (ISBN: 9783596903221)
    Ernest Hemingway

    Wem die Stunde schlägt

     (149)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Ich will und kann hier nichts gegen Hemingway sagen, den alten Mann auf dem Meer fand ich großartig. Dieses Kriegs- bzw. Anti-Kriegsbuch ist sicher auch ein guter Roman, mich hat er nur einfach nicht erreicht und so hab ich, nachdem ich merkte, dass es mir nicht gelingt eine Beziehung zu den Figuren, die Rebellen im spanischen Befreiungskampf, aufzubauen, den Roman abgebrochen. Es gibt zu viele andere Bücher, die auf mich warten.

  7. Cover des Buches Als Hemingway mich liebte (ISBN: 9783455000443)
    Naomi Wood

    Als Hemingway mich liebte

     (46)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1926 verbringen Ernest Hemingway und seine Ehefrau Hadley den Sommer in Antibes in Südfrankreich. Neben Cocktailpartys mit anderen aufstrebenden oder etablierten Künstlern verbringen sie die Tage mit Pauline "Fife" Pfeiffer, die Hadley eingeladen hat. Sie ist ihre Freundin und gleichzeitig die Geliebte ihres Ehemanns. Hadley hatte den Plan, Ernest mit der dauerhaften Anwesenheit von Fife und der unsäglichen Ménage-à-troi von ihr zu lösen, doch der Plan ging nach hinten los. Nach einem Ultimatum von 100 Tagen erfolgte die endgültige Trennung. Ernest heiratet Fife, doch auch sie wird mit ihm eine Ehe zu dritt führen, die deshalb ebenfalls zum Scheitern verurteilt ist.
    Insgesamt viermal wird Ernest Hemingway heiraten und keine seiner Ehefrauen, die mit seiner Untreue ganz unterschiedlich umgehen, glücklich machen.
    "Als Hemingway mich liebte" ist ein Roman über die vier Ehefrauen von Ernest Hemingway und sollte deshalb besser "Als ich Hemingway liebte" heißen. Aus der Perspektive aller vier Frauen werden chronologisch ihre Affären und Ehen mit Hemingway beschrieben, wobei in ihren Erzählungen Rückblenden in die Vergangenheit erfolgen, was mit Dopplungen einzelner Szenen verbunden ist.
    Alle Frauen scheinen dem Charme von Hemingway verfallen, dem es offenbar aufgrund seiner Ausstrahlung, schon als er noch nicht als Schriftsteller erfolgreich war, mühelos gelungen ist, unverhohlen mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig zu führen und von einer Ehe nahtlos in die nächste überzugehen. Leidtragende sind die Ehefrauen, die ihren Mann vor den Augen der anderen teilen müssen.
    Aufgrund der beschränkten Sicht der Ehefrauen und der ständigen Abwesenheit Hemingways erfährt man nur wenig über den Schriftsteller und Kriegsberichterstatter als Person. Seine Rastlosigkeit und Untreue werden damit genauso wenig erklärbar, wie seine Anziehungskraft, die die Frauen an ihn bindet. Auch wenn man die Gefühlswelt der Frauen nachempfinden kann, bleibt nicht nachvollziehbar, was sie an diesem Mann so faszinierend finden.
    Jede Frau ist unterschiedlich und geht anders mit Ernest um, leidet mehr oder weniger stark unter seinen Affären. Während Hadley eher reflektiert und nüchtern ist, erscheint Fife leidenschaftlich und besitzergreifend. Martha ist selbstbewusst und bietet Ernest die Stirn, lässt sich jedoch auch über sieben Jahre hinweg betrügen. Marys Sichtweise ist stark vom Tod Hemingways geprägt, so dass sie selbst reichlich blass und unscheinbar bleibt. Davon abgesehen ändern sich die Situationen der vier Frauen bis auf die Schauplätze nur marginal, was die Geschichte etwas ermüdend eintönig gestaltet.
    Ein wenig mehr Persönlichkeit Ernest Hemingways, zu seinem Schreiben und Wirken als Schriftsteller und Kriegsberichterstatter, mehr Alltag aus den Ehen und weniger Erniedrigung der Frauen hätten diesem fiktiven Roman, der aufgrund der Recherchen sicher nah am Leben von Hemingway und seinen Ehefrauen ist, gut getan. Nach meinem Empfinden wäre es besser gewesen, sich auf eine Ehefrau und eine Geliebte aus dem Leben Hemingways zu beschränken. So hätte der Roman mehr Tiefe erhalten und die Charaktere hätten nahbarer werden können.

  8. Cover des Buches Wir sind verdammt lausige Akrobaten (ISBN: 9783455404661)
    Ernest Hemingway

    Wir sind verdammt lausige Akrobaten

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Bri

    Meine Liebe zur Literatur F. Scott Fitzgeralds ist ja nun in gewissen Kreisen – also auf jeden Fall hier – hinlänglich bekannt. Obwohl mir natürlich bewusst ist, dass er als Mensch, gerade in den Zeiten großer Trunksucht, ein ziemlicher Idiot sein konnte, hatte ich immer das Gefühl, dass er trotz allem eher zurückhaltend, unterstützend, aber eben durch die Umstände und sein Leben überfordert war. Schreiben zu wollen oder zu müssen, weil es Geschichten gibt, die aus einem heraus brechen, die man anderen Menschen mitgeben möchte, damit sie in ihnen nachhallen ist wohl das Ideal der Schriftstellerei. Zumindest stelle ich mir das so vor. Schreiben zu müssen, um Geld zu verdienen, nun ja, Fitzgerald konnte es wie kein anderer. Seine Stories hielten die Familie über Wasser, bezahlten später die Behandlungen Zeldas und waren für ihn die Möglichkeit, an Geld zu kommen, die sich schnell umsetzen ließ. Und was dabei rauskam, konnte sich immer sehen lassen.

    Was Ernest Hemingway betrifft, bin ich – voreingenommen und etwas unfair – nicht ganz so freimütig damit, ihm seine menschlichen Schwächen nachzusehen und mich bei der Lektüre davon nicht beeindrucken oder leiten zu lassen. Sicher gibt es Werke von ihm, die ich gerne gelesen habe: Paris, ein Fest fürs Leben, das zugegebenermaßen nicht eines seiner Glanzstücke ist, mich aber wegen Paris und der Tatsache, dass meine allerbeste Freundin ein Jahr lang dort lebte und ich sie mehrfach besuchen konnte, einfing oder Der alte Mann und das Meer – für mich tatsächlich sein Meisterwerk. Seine Stories waren gut, doch mir sprachlich zu klar, zu einfach, zu viel Macho?


    Verglichen habe ich die beiden Schriftsteller und ihre Werke nie, sind sie doch sowohl sprachlich, inhaltlich als auch konzeptionell einfach nicht vergleichbar und deshalb gehe ich mit der Einschätzung Hermingways zu Getrude Steins Vergleich der zwei Autoren über das Bild unterschiedlich genährter und deshalb auch unterschiedlich brennender Flammen d’accord: dieser ist tatsächlich und prinzipiell obsolet. Doch andererseits kann ich komplett nachvollziehen, was Stein mit ihrem Bild der einen Flamme, die hell leuchtet und ungehemmt brennt – Fitzgeralds Talent – und der anderen, die zwar nicht so hell brennt, dafür aber etwas kontrollierter oder kontinuierlicher – Hermingways Ehrgeiz – meinte. Während die Texte Fitzgeralds für mich immer mit leichter Hand dahingeworfen, dabei aber gut durchdacht schienen, meinte ich den Schriften Hemingways immer dessen Wunsch nach mehr Klarheit, stärkerer Schlichtheit zu entnehmen. Mit einem Beigeschmack von harter, fast körperlich anmutender, Arbeit, ja Schinderei.

    Bereits 2013 erschien ein schmaler, sehr liebevoll gestalteter und zusammengestellter Band, der Briefe, die sich Fitzgerald und Hemingway in der Zeit von 1925 bis 1937  schrieben, erstmals auf Deutsch vorlegt. Zumindest was die Zusammenstellung und was die Briefe Fitzgeralds angeht. Hemingways Briefe sind bereits 1984 von Werner Schmitz übersetzt bei Rowohlt in dem Band Glücklich wie die Könige erschienen. Fitzgeralds Briefe hat Lebert erst 2013 übertragen – und das wunderbar ganz im gewohnten Fitzgeraldischen Ton. Dazu hat er noch ein Vorwort, Anmerkungen und eine Zeittafel gepackt, die dem Leser weitere Orientierung geben. Liest man diese Briefe in der sehr gelungenen Zusammenstellung, gewinnt man von beiden Autoren, ihren Werken und ihrer Freundschaft einen durchaus auch überraschenden Eindruck.

    Zunächst sind die Briefe die sich Hem und Scott schreiben, geprägt von einem sehr freundschaftlichen Ton, der zuweilen ins spöttisch, selbstironische aber auch klatschhafte übergeht. Es geht buchstäblich um Gott und die Welt. Obwohl Scott nur drei Jahre älter ist als Hem, ist er derjenige, der dem aufstrebenden Jungautor mit Rat und Tat zur Seite steht. Er vermittelt Kontakte zu seinem Lektor Max Perkins bei Scribners, der seinem Ruf folgend sofort das Potential Hemingways erkennt. Ab und an schickt er auch Geld – auch wenn es nur 100 Dollar sind, die zu damaligen Verhältnissen ungefähr 1000 Dollar Wert besaßen. Und er liest Hemingways Texte so genau und kritisch, wie es auch ein Lektor täte. Anfänglich ist Hemingway auch für die Kritik, die ihm der bereits erfolgreiche Freund angedeihen lässt, dankbar und offen, doch als Fitz später sein Werk chirurgisch analysierend auseinanderpflückt – zwar offensichtlich, weil er weiß, dass Hem es noch besser kann – da kommt schon Unmut auf, der sich in der Bleistift – Randnotiz Leck mich am Arsch EH Bahn bricht. Dabei ist der letzte Satz, den Fitz unter die Analyse schreibt durchaus positiv: Ein wunderschönes Buch ist es.

    Fitzgerald ist ernsthaft daran interessiert, seinem Freund mitzuteilen, was er literarisch anders machen würde. Und er tut es unglaublich genau, unglaublich überlegt, gut konzipiert, so dass der Eindruck, dass er selbst einfach ein durch übermäßiges Talent gesegneter literarischer Leichtfuß war, verflüchtigt. Auch er musste und wollte hart arbeiten, wollte perfekt sein. Doch wie kann man das, wenn man ein Kind hat und eine Frau, deren Gesundheitszustand sich permanent verschlechtert? Schriftsteller brauchen Kontinuität – man denke nur an Thomas Mann und seine Arbeitsgewohnheiten – und doch benötigen solch kreative Köpfe, vor allem solch scharfsinnige und großartige Beobachter wie Fitzgerald den Input von außen. Ein Dilemma, dem man kaum entkommen kann und Fitzgerald erst recht nicht.

    Es kommt wie es kommen muss, die Freundschaft geht dahin, die Briefe werden spärlicher und zum Schluß zeigt sich, dass die unterschiedliche Art zu schreiben, sich nicht vereinend auswirkt. Voreingenommen oder nicht, Fitzgeralds Argumentation ist überzeugend und stringent, als er in seinem Brief vom 01. Juni 1934 seine Art der Fiktion und seine Konzeption von Zärtlich ist die Nacht darlegend, folgendes anmerkt:


    „[…] eine Theorie, die ich Conrads Vorwort von Der Neger entnahm. Dass nämlich der Zweck eines geschriebenen Werks darin besteht, auf den andauernden Nachhall im Geiste des Lesers einzuwirken. Im Unterschied zu – sagen wir mal – dem Zweck der Rhetorik an sich oder der Philosophie, die die Menschen jeweils in einer kämpferischen oder gedankenvollen Stimmung zurücklassen. […] dass ich mich daran erinnerte, dass Du einmal beim unmittelbaren Ende von In einem anderen Land versucht hast, etwas herauszuarbeiten, was ganz im Sinne einer solchen Theorie stand. […] Und vielleicht erinnerst Du Dich an meinen Vorschlag, Deinen Hang zum Wortschwall, überall wo er in diesem Buch auftaucht, herauszustreichen und damit aufzuhören. Du warst gegen diese Idee, da Du der Ansicht warst, die Richtlinie eines belletristischen Werkes müsste sein, den Leser in emotionale Höhen zu führen, ihn dann zu enttäuschen bzw. wieder zu erlösen. Du hast keine ästhetischen Argumente dafür geliefert, aber nichtsdestotrotz konntest Du mich überzeugen.“


    Das angenehm persönliche Vorwort von Benjamin Lebert macht klar, er will keinem der beiden Autoren den Vorzug geben. Ich kann das auch nach der Lektüre dieses erhellenden Briefwechsels nicht. Für mich ist und bleibt Fitzgerald der Meister der Meister, ein Ästhet. Wenn gar nichts mehr geht, ich aus welchen Gründen auch immer keine Leseruhe finden kann oder mich kein neues Buch einlässt, dann wird es immer eines seiner Werke sein, das mich da rausholt. Allen voran Zärtlich ist die Nacht und Der große Gatsby, die meine Bibeln sind. Aber auch die wunderschönen Kurzgeschichten, wie zum Beispiel Der Riffpirat, die mit ihrem romantischen Kern und den leicht schrägen aber unglaublichen Bildern schon fast etwas von einem Wes Anderson Film haben … was für ein Glück, dass ich diese Schätze habe.

    Wir sind verdammt lausige Akrobaten sollte jede Hemingway und / oder Fitzgerald Sammlung vervollkommnen, genauso wie manch anderes Buch, das ich in nächster Zeit noch lesen werde oder bereits gelesen habe und das sich mit einem der beiden beschäftigt. Mit dem Ästheten und dem Boxer, wie ich sie ab jetzt in Gedanken nenne.

  9. Cover des Buches Westlich des Sunset (ISBN: 9783499269370)
    Stewart O′Nan

    Westlich des Sunset

     (32)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint

    Stewart O'Nan schildert mit diesem Roman die letzten Lebensjahre des amerikanischen Schriftstellers Francis Scott Key Fitzgerald (1896-1940), der als 23jähriger den Roman "This Side Of Paradise" ("Diesseits vom Paradies") veröffentlichte und damit binnen kurzer Zeit zu großer Berühmtheit gelangte.

    Von der Zeit des Kennenlernens Zelda Sayre's und den turbulenten Ehejahren mit ihr von 1918 bis 1934 erfährt der Leser nur fragmentarisch in Rückblenden. O'Nan konzentriert sich auf die Zeit, als die Schulden- und Alkoholflaschenberge des Schriftstellers zu gefährlichen Dimensionen anwachsen und seine Beziehung zu der britisch-stämmigen Klatschkolumnistin Sheilah Graham (1904-1988) den einzigen sicheren Hafen in den stürmischen Gewässern einer sich in einer Nervenklinik befindlichen Ehefrau und der gemeinsamen entfremdeten Tochter Frances, genannt "Scottie", darstellt. O'Nan erzählt von den mühsamen Versuchen Fitzgerald's, sich vom Misserfolg seines Romanes "Tender Is The Night" ("Zärtlich ist die Nacht", 1934) zu erholen und endlich einen Roman zu schaffen, der seinem Wunsch, ein so bedeutender Autor zu werden wie Ernest Hemingway oder William Faulkner, gerecht wird. Doch die immensen Schulden zwingen ihn immer wieder zu Kurzgeschichten und zu Lohnarbeiten in  den Hollywood-Studios... Erst 1939 beginnt er mit "The Last Tycoon"... kann diesen Roman aber nicht mehr vollenden. Er stirbt 44jährig nach zwei Herzinfarkten im Dezember 1940.

    Stewart O'Nan hat eine intensive Recherche betrieben und schildert (im Gegensatz zum Protagonisten) nüchtern und ereignislos den zähen und schwierigen Kampf um die Geldbeschaffung zur Begleichung der Klinik- und Internatskosten sowie des eigenen Lebensunterhalts und des Bestrebens, endlich einen von Kritik und Leserschaft anerkannten und bedeutenden Roman zu verfassen. O'Nan setzt eine gewisse Vorkenntnis über Fitzgerald's Leben voraus, denn in dem Roman verweist er oft nur mit Vornamen auf wichtige Bezugspersonen im Leben dieses Schriftstellers. So muss man selbst nach den Beziehungen zu Dorothy Parker, zu Ernest Hemingway oder zu seinem Literaturagenten Harold Ober oder dem Lektor Perkins forschen, um zu erfahren, dass die letzten beiden Herren sehr oft mit Vorschüssen und Darlehen zu Hilfe eilen mussten.

    "Der große Gatsby" war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein moderater Erfolg... Zu einem weltweiten Megaseller wurde dieser 1925 erschienene Roman erst in den 1970ern aufgrund der Verfilmung mit Robert Redford und Mia Farrow. Eine perfekte Ergänzung zu "Westlich des Sunset" sind die Amazon-TV-Serien "The Last Tycoon" sowie "Z: The Beginning Of Everything".

  10. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499269356)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (1.004)
    Aktuelle Rezension von: Cadness

    Der alte Mann und das Meer ist eine Geschichte über Freude und Leid, Glück und Verlust. Es geht um längst vergangene Tage, die Suche nach dem großen Fang und die Abhängigkeit des Menschen von der Natur. In kurzen Sätzen, ohne große Emotionen, wird die Reise Santiagos und die ewigen Weiten des Meeres beschrieben. 

    Der alte Mann und das Meer hat mich nicht komplett für sich eingenommen, der Zauber des Buches mich nicht gänzlich erreicht. Die Handlung dümpelte stellenweise vor sich hin und die Selbstgespräche Santiagos waren von Wiederholungen geprägt, die mir den Lesefluss erschwert haben. Da es mein erster Hemingway gewesen ist, bin ich neugierig auf weitere seiner Werke und lasse mich überraschen!

  11. Cover des Buches Paris, ein Fest fürs Leben (ISBN: 9783644043312)
    Ernest Hemingway

    Paris, ein Fest fürs Leben

     (152)
    Aktuelle Rezension von: Elina_moro

    Das ist Paris der 20er aus der Sicht von Hemingway, die Stadt, in der man ohne Geld leben, arbeiten und glücklich sein kann.

    „Paris hat nie ein Ende“
    Ich habe das Buch gerne gelesen. Das Buch ist persönlich, der Autor schreibt über seine Erfahrungen, Erlebnisse, seine Gefühle. Er offenbart dem Leser seine Sorgen über sein Privatleben. Er war glücklich in dieser Zeit, obwohl er nicht viel verdient hatte. Manchmal hatte er kein Geld fürs Essen. Aber er hatte etwas anderes, was ihn glücklich gemacht und ihm geholfen hat zu schreiben. Er beschreibt seine Jugend, seine Reisen in Europa und Beziehungen mit seiner Frau. Man erfährt einiges über F. Scott Fitzgerald und Ezra Pound. Es war für mich sehr interessant, Paris so zu sehen, wie Hemingway Paris gesehen hat.
    Paris ist ein Fest, dass immer mit dir bleibt.

  12. Cover des Buches Der Garten Eden (ISBN: 9783499226069)
    Ernest Hemingway

    Der Garten Eden

     (70)
    Aktuelle Rezension von: melli.die.zahnfee
    In Spanien und an der französischen Riviera verbringt der junge amerikanische Schriftsteller David Bourne mit seiner Frau Catherine ausgedehnte Flitterwochen. Doch bald fallen Schatten auf den Garten Eden. Catherine verfällt auf ein gewagtes Spiel mit ihrer sexuellen Identität. Sie legt sich einen Männerhaarschnitt zu und nähert sich ihm auch im Bett als "Junge". Schließlich lockt sie ihn mit immer neuen Versuchungen, die in einer ménage à trois mit der schönen Französin Marita gipfeln...... Ein modernes, provozierendes Werk. Ein Klassiker und unglaublich literarisch.Da jedoch nicht viel passiert ist es mir zu langweilig.
  13. Cover des Buches Und alle benehmen sich daneben (ISBN: 9783423281096)
    Lesley M. M. Blume

    Und alle benehmen sich daneben

     (6)
    Aktuelle Rezension von: raven1711
    Rezension Lesley M.M. Blume - Und alle benehmen sich daneben

    Klappentext:
    Durchsoffene Nächte, wilde Affären, hemmungsloser Ehrgeiz. Ellbogen zählen ebenso wie Talent. Der junge Ernest Hemingway hat nichts Geringeres vor, als die Romanliteratur zu revolutionieren, den großen Zeitgeistroman zu schreiben, nach dem alle Verlage fiebern. Mit ›Fiesta‹ gelingt ihm dieser Coup, und er wird, erst 27jährig, auf einen Schlag berühmt. Es sind die wilden Zwanziger in Paris, und die angelsächsische Expat-Gemeinde ist legendär: reiche Männer, schöne Frauen, Mäzene, erfolgreiche Literaten und solche, die es noch werden. im Mittelpunkt Hemingway, ein todestrunkener, stierkämpfender Aficionado, hartgesottener Trinker, hitzköpfiges literarisches Genie und – tatsächlich – Ehemann.
    Lesley M. M. Blume erforscht das schillernde Universum, in dem aus einem unbekannten jungen Autor eine Ikone der Weltliteratur wurde und erzählt von den Menschen, die Hemingway (oft wenig schmeichelhaft) in seinem Werk verewigte. Sie dringt ein ins Herz der Lost Generation und zeigt, wie sehr diese bis heute beeinflusst, was wir lesen und wie wir denken – über Jugend, Liebe, Sexualität und Exzess.

    Meinung:
    Gibt es eigentlich einen Büchermenschen, der den Namen Ernest Heminway noch nicht gehört hat? Schließlich war der Schriftsteller schon zu Lebzeiten eine Legende. Doch wie hat er dahin es geschafft?
    Dieser Frage geht die Autorin Lesley M.M. Blume nach und spürt dem Autor bei der Entstehung seines Werkes "Fiesta" nach. Blume erzählt über die frühe Zeit Hemingways, seine ersten Schritte, Niederlagen und Erfolge, sein Privatleben und über die Menschen, die Hemingway begleitet und geprägt haben.
    Geschickt verknüpft Lesley M.M. Blume hier die Fakten und Zeitzeugenberichte und konstruiert eine spannende, fesselnde Geschichte. Dabei weiß sie, wie sie den Leser unterhält, ohne ihn mit Fakten und Namen zu erschlagen. Das sorgt für einen angenehmen Lesefluss und angenehme Lesestunden. Bereitwillig folgte ich Blumes Erzählungen und konnte so manche neue Information über Hemingway erfahren.
    Abgerundet wird das Buch mit einigen Fotografien, die auch die Zuordnung der beteiligten Personen erleichtert hat. Am Ende des Buchs findet man außerdem eine umfangreiche Quellenübersicht von anderen Werken, die Lesley M.M. Blume beim Erstellen dieses Biopics geholfen haben, sowie eine Auflistung der enthaltenen Personen mit Seitenzahl zum schnellen Nachschlagen.

    Fazit:
    Auch wenn man schon einiges über Hemingway weiß, so fasziniert der Autor nach wie vor seine Leser. Lesley M.M. Blume hat es hier sehr gut geschafft, Fakten und Zeitzeugenberichte zu einer faszinierenden Geschichte zu vereinen, und so den Autor uns Lesern noch näher zu bringen. Einnehmend geschrieben und sehr gut recherchiert. Für Hemingway-Fans sehr lesenswert!
    Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an den DTV Verlag für das Rezensionsexemplar.
  14. Cover des Buches Hemingway und ich (ISBN: 9783746636696)
    Paula McLain

    Hemingway und ich

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Stephs_littlelibrary

    Absolut spannend und einfühlsam erzählt uns Paula McCain die Geschichte des weltberühmten Schriftstellers Ernest Hemingway und seiner dritten Frau Martha Gellhorn. Anmutig, abenteuerlustig und mit viel Eifer wirft sich die junge Frau in ihre noch junge Karriere als Kriegsreporterin und Schriftstellerin, als sie ihn in einer einsamen Bar trifft. Schon bald ist klar: Ihre Wege sind schicksalhaft miteinander verbunden. Doch muss sie sich entscheiden, wer sie sein will: Hemingways Ehefrau, die zufällig auch schreibt oder eine Schriftstellerin, die sich ihren eigenen Weg bahnt?

    Eine Geschichte über eine starke Frauenfigur in einer bewegten historischen Zeit. Zwischen dem spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg versucht Gellhorn ihren Weg als Journalistin und Schriftstellerin zu finden und zu gehen. Von der ersten Seite an hat mich McClain in diese Geschichte mit hineingezogen und definitiv mein Interesse an diesen Personen geweckt!

  15. Cover des Buches Haben und Nichthaben (ISBN: 9783499106057)
    Ernest Hemingway

    Haben und Nichthaben

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Julia250916

    📚 "Haben und Nichthaben" von Ernest Hemingway 📚


    HANDLUNG

    Harry ist ein ehemaliger Angler und verdient sich das täglich Brot mit Charterausflügen für Touristen und lehrt denen das Angeln. Nachdem er von einem Kunden so richtig übers Ohr gehauen wurde, musste er sich mit illegalen Angelegenheiten über Wasser halten, nämlich Menschen- und Alkoholschmuggel. Damit nahm sein grausames Schicksal seinen Lauf. (...)


    FAZIT

    Ich möchte erstmal mit dem Positiven beginnen. Die Story um Harry ist schon interessant und er durchlebt mehrere verschiedene Ereignisse. Hier wird das Leben eines Schmugglers gut auseinander genommen. Schießereien und Ehestreitigkeiten werden wirklich gut in Szene gesetzt. Nun zu den negativen Aspekten dieses Buches. In dem Buch kommt es immer wieder zu wechselnden Erzählstrukturen, was für mich sonst kein Problem ist, aber hier trägt es zu einer immer wieder aufkommenden Verwirrung bei. Es werden dazu auch immer wieder irgendwelche Personen in den Raum geworfen, wo Hemingway einem sagen möchte, die müsst ihr kennen und euch muss dieser kleine Abstecher gefallen. Dies war bei mir leider nicht der Fall. Das ich kein großer Angelfan bin, muss ich nicht sagen und daher haben mir die expliziten Informationen zum Angeln und zu den verschiedenen Booten nicht gefallen, da ich für solche Dinge kein Verständnis besitze. Weiterhin kommt es immer wieder zu extremen Wiederholungen. Mehrere Seiten hätte ich überspringen können, denn auf denen ist nichts weiter passiert, als tausend mal das Gleiche zu sagen. Dies war wirklich öde. Außerdem wurde die Spannung wirklich gut aufgebaut und ich dachte, jetzt wird das Buch endlich besser, aber so schnell wie die Spannung aufgebaut war, wurde sie einem auch wieder genommen. Leider hat mir das Buch nicht gefallen und kann es auch nicht weiterempfehlen. Aber jeder hat zum Glück seine eigene Meinung und falls es jemandem wirklich gut gefallen hat, dann schreibt es doch bitte in die Kommentare. ☀️

  16. Cover des Buches Villa America (ISBN: 9783426305454)
    Liza Klaussmann

    Villa America

     (11)
    Aktuelle Rezension von: lesestunden
    Angelehnt an historischen Ereignissen mit Menschen, die tatsächlich existiert haben, bietet  Villa America  einen sehr stimmungsvollen Einblick in die Lost Generation der 1920er Jahre. Mit all den großen Protagonisten dieser Szene, wie Hemingway, den Fitzgeralds, Picasso oder Dos Passos, taucht man beim Lesen in die dekadente und vergnügungssüchtige Welt an der Riviera ein. Auch wenn nicht ganz klar ist, was sich nun tatsächlich so zugetragen hat und ob die so porträtierten Menschen wirklich so waren, bekommt der Leser eine unterhaltsame Geschichte geboten. So richtig begeistern konnte mich das Buch und seine Charaktere allerdings nicht. Ich habe doch immer eine gewisse Distanz zu den Charakteren empfunden und immer das Gefühl gehabt, das ihre Gedanken nicht vollständig dargestellt sind und irgendwie etwas fehlt. Wem das Setting zusagt, dem kann ich das Buch nur empfehlen. Ein must read ist es allerdings nicht.

    Ausführliche Rezension auf  http://www.lesestunden.de/2017/02/villa-america-liza-klaussmann/
  17. Cover des Buches Die grünen Hügel Afrikas (ISBN: 9783499226083)
    Ernest Hemingway

    Die grünen Hügel Afrikas

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Die grünen Hügel Afrikas von Ernest Hemingway sind sicher oft genug beschrieben, rezensiert, gedeutet worden. Ich habe eine 2. Auflage des Aufbau-Verlages Berlin und Weimar von 1977 bekommen und nun während meiner langen Busfahrten zur Arbeit gelesen. Im Abspann ist eine Rezension von Karl-Heinz Schönfelder zu finden, der vor allem auf die zeitlichen Bezüge des Textes, aber nicht nur, eingeht. Dazu nutzt er die Bücher Hemingways als Vergleich und auch Zeitungsartikel der damaligen Zeit. Im Buch beschreibt Hemingway auch andere Künstler, sei es ebenfalls Schriftsteller oder auch Maler. Die, mit denen er gut kann, bekommen Lob von ihm, auf die er nicht gut zu sprechen ist, wird negativ berichtet, ohne echte Namen zu nennen. Daher ist die Rezension am Ende recht hilfreich, weil sie erläutert, warum und wer seinen Unmut geweckt hat.

    Das Buch ist eine Reisebeschreibung einer Jagdgesellschaft, bei der Hemingway mit seiner Frau verschiedene Leute trifft, sich mehr oder weniger gut mit ihnen unterhält und der Autor versucht, bei der Wahrheit zu bleiben. Das ist für ihn das Wichtigste bei diesem Versuch, mal andere Wege der Schriftstellerei auszuprobieren. Die Dialoge sind den Charakteren angepasst und lockern auf. Herrlich ist das vermeintliche Interview eines Gastes, den er im Bezug auf dessen Fragen, wie es denn so ist, als Schriftsteller zu leben, regelrecht auflaufen lässt. Für viele Leser ist es sicher abstoßend, wenn der Autor bis ins kleinste Detail beschreibt, wie die Jagd vonstatten geht. Dabei machte er es sich damals nicht leicht, hielt sich so gut es ging an die Regeln, zum Beispiel an die Jagdkarte, bei der er nur eine bestimmte Anzahl von Tieren töten durfte. Er schimpft auf die angeblichen Jäger, die vom Auto aus ein Tier töten, ganz ohne Spuren zu lesen, es aufzuspüren, stundenlange Märsche die Hügeln hinauf und hinunter, Schluchten durchquerend, Täler mit mannshohen oder noch höheren Gräsern durchstreifend und sie am Ende erlegt. Und immer dabei oder doch fast immer, wenn es auf die Pirsch geht, der angeheuerte Großwildjäger, sein Waffenträger und die Ehefrau Hemingways. Wenn mir auch bei jedem erschossenen Großwild im Nachhinein ein tiefer Seufzer ob des Verlustes kommen will, so hat er doch an einer Stelle ein wahres Wort geschrieben, was zu jeder Zeit Bestand haben wird. Nämlich, dass die Einheimischen mit ihrer Natur sehr gut zurechtkamen, bis wir, die wir uns anmaßen es besser zu können, kommen, um alles zu zerstören.

    Andere Einheimische werden auch beschrieben, doch Vorsicht, immer daran denken, zu welcher Zeit dieses Buch verfasst wurde. Hemingway bewundert die Kraft und die Stärke mancher Stämme und will doch auch manche von seinen Helfern davonjagen, weil sie seiner Ansicht nach zu nichts zu gebrauchen sind. Die einleitenden Worte können einen dazu bringen zu denken, hier würde an der Gefühlswelt gespart. Genau das Gegenteil ist der Fall. Der Autor beschreibt, wie er voller Neid, den er immer wieder bekämpft, auf die Jagderfolge eines Mitreisenden reagiert. Wie er sich manchmal mit seiner Frau kabbelt und doch ganz schnell wieder verträgt. Wie launig er ist und sich mit Whisky am Feuer beruhigen muss oder sich bei deutschem Bier vergnüglich zeigen kann. Dass er sich beeilen muss „zu Schuss“ zu kommen, bevor die Regenzeit kommt. Und wie er sich gegenüber der Natur fühlt, den Menschen, die dort leben, die Tiere, die unter seinen Fehlschüssen leiden müssen, weil er nicht ruhig und sicher genug, nicht abgewartet hatte. Vor allem der letzte Punkt hat ihn maßlos geärgert und er schämt sich dafür, dass das Tier, welches er Waidwund geschossen hat, es nun nach stundenlanger Suche an die Hyäne verloren glaubt.

    Der Schreibstil ist für die heutige Zeit ungewöhnlich, manche Wörter werden inflationär oft benutzt, wie zum Beispiel das Wort „und“. Das Satzzeichen „Komma“ sowie das „Semikolon“ werden ebenfalls viele Male gebraucht, seine Sätze sind jedoch zum Teil ausufernd. Aus über vierhundert Worten besteht eines der Sätze, bei dem ich mehrmals nachschauen musste, ja, da ist tatsächlich noch kein Schlusspunkt. Auch bin ich nicht so ganz damit einverstanden damit, dass es immer nur um „Hügel“, wenn es etwas höher geht auch mal „Berge“, „Schluchten“ und ähnliche Begrifflichkeiten der Landschaft zur Beschreibung der Plätze, auf denen die Jagd stattfindet, geht. Seine Vergleiche mit ähnlichen Landschaften von Orten, die er bereits besucht hat, helfen dann schon eher zu verstehen, wo er sich befindet. Es ist kein herausragendes Buch von ihm, doch zeigt es die Lebenswelt einer Zeit, die uns immer fremder wird.

  18. Cover des Buches In einem anderen Land (ISBN: 9783499274985)
    Ernest Hemingway

    In einem anderen Land

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Dieses Jahr habe ich noch nicht viel gelesen, zumeist Zeug von Bukowski, zum dritten oder vierten Mal, einfach weil ich damit immer richtig liege. Was derzeit veröffentlicht wird enttäuscht fast durchgängig und ich muss das Buch bereits nach den ersten zehn Seiten weglegen. Naja, dieses Jahr waren ein paar besonders derbe Reinfälle dabei, aber auch ein echtes Highlight:

    A Farewell to Arms

    Ohne Zweifel ist “In einem anderen Land” für mich sein bestes Buch, das 1929 unter dem Titel “A Farewell to Arms” erschien. Hemingway berichtet von seinen Erlebnissen als Soldat auf Seiten der italienischen Armee während des Ersten Weltkriegs, wo er als Fahrer tätig war. Im Verlauf einer Schlacht wurde er von einer Granate getroffen und schwer verletzt. Über drei Monate lag er in einem Krankenhaus in Mailand und verliebte sich dort unglücklich in die Krankenschwester Agnes von Kurowsky.

    Der Inhalt ist schnell erzählt und wahrscheinlich schon tausendfach rezensiert, weshalb ich darauf gar nicht eingehen will, ich empfehle hier den Beitrag auf Wikipedia. Was mich an diesem Roman wirklich faszinierte war das letzte Drittel, die Flucht seines Protagonisten vor der italienischen Armee, gemeinsam mit seiner Geliebten und das wirklich tragische Ende. Wie gesagt, ich möchte euch nicht mit irgendwelchen Zusammenfassungen langweilen. Diese vier Sätze sagen alles:

    “Wenn Menschen soviel Mut auf die Welt mitbringen, muss die Welt sie töten, um sie zu zerbrechen, und darum tötet sie sie natürlich. Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den zerbrochenen Stellen stark. Aber die, die nicht zerbrechen wollen, die tötet sie. Sie tötet die sehr Guten und die sehr Feinen und die sehr Mutigen; ohne Unterschied.”

    (S. 289/290)

    https://terencehorn.com/2016/04/13/in-einem-anderen-land-von-ernest-hemingway-rezension/

  19. Cover des Buches Ernest Hemingway on Writing (ISBN: 0684854295)
    Ernest Hemingway

    Ernest Hemingway on Writing

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    „In truly good writing no matter how many times you read it you do not know how it is done. That is because there is a mystery in all great writing and that mystery does not dis-sect out. It continues and it is always valid. Each time you re-read you see or learn something new.”

    Eine Sammlung von Zitaten Hemingways über das Schreiben. Manche von ihnen aus Dokumenten und Briefen, welche vom Autor ausdrücklich NICHT zur Veröffentlichung gedacht waren. Der Herausgeber hat diesen Willen ignoriert.

    Hemigway zeigt sich als ehrliche Haut, wenn er etwa in einem Brief an F. Scott Fitzgerald dessen Roman „Zärtlich ist die Nacht“ offen kritisiert. Es entsteht der Eindruck eines getriebenen, der davon besessen ist, den perfekten Satz zu schreiben; eines Menschen, der sich ungeheuer intensiv mit seinem eigenen (Hand-) Werk und dem seiner Kollegen auseinandersetzt.

    Manche der Zitate wirken aus dem Zusammenhang gerissen und sind deshalb nicht unbedingt immer leicht verständlich. Man hat die Rechtschreibefehler in den Auszügen aus seinen Briefen beibehalten, vielleicht, um zu zeigen, dass auch Hemingway nur ein Mensch war.

    Wie gesagt, interessant zu lesen, aber auch sehr fragmentarisch und es gibt natürlich keine Garantie, dass seine Ratschläge für jeden funktionieren.

  20. Cover des Buches Eine Nacht mit Lolita (ISBN: 9783548607740)
    Rick Gekoski

    Eine Nacht mit Lolita

     (27)
    Aktuelle Rezension von: anushka
    Geschichten für Bibliophile und Literaturfans Rick Gekoski ist Buchsammler und antiquarischer Buchhändler. Er treibt Erstausgaben oder Sonderausgaben auf und verkauft sie an Sammler. Einige Anekdoten und Enstehungsgeschichten hat er hier zusammengetragen. Dabei leitete ihn seine Leidenschaft für moderne Literatur, d.h. für Werke des 20. Jahrhunderts. In Form von Kurzgeschichten berichtet er von Auseinandersetzungen mit Autoren oder auch davon, warum ein Schutzumschlag manchmal unglaublich viel Geld wert ist. Der Autor kann einem nahebringen, warum es für ihn der beste Schritt seines Lebens war, seine Stelle als Literaturdozent aufzugeben und dafür Händler von Sammlerstücken zu werden. Jedem Bibliophilen dürfte bei diesen Geschichten das Herz aufgehen und die Einblicke in die Literaturszenen und die Persönlichkeiten von Autoren bringen einem die eigenen Helden sehr nah. Und immer wieder wird deutlich: ein Buch zu schreiben ist gar keine leichte Aufgabe und manche werden mit der Zeit dadurch sehr verschroben. Dem Autor gelingt es zudem, dass der Leser beinahe den Staub riechen kann und während der Geschichten ehrfürchtig die Luft anhält, um ja keine dieser wertvollen Ausgaben zu beschädigen. Dieses Büchlein ist unterhaltsam und lehrreich zugleich und lohnt sich, immer mal wieder eine Geschichte zwischendurch zu lesen. Die Autoren, denen sich Gekoski widmet, sind: Tolkien, T.E. Lawrence, D.H. Lawrence, Eliot, Hemingway, Rushdie, Plath, Wilde, Waugh, Joyce, Salinger, Nabokov, Kerouac, Golding und auch Rowling. Er räumt mit Mythen auf und erzählt teilweise, wie es wirklich war. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für das Geschäft rund um Bücher und Literatur interessiert.
  21. Cover des Buches In unserer Zeit (ISBN: B002AXTBFK)
    Ernest Hemingway

    In unserer Zeit

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" (ISBN: 9783442748723)
    Michaela Karl

    "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber"

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74
    Gleich zu Anfang muss ich mich einfach über die fatale Neigung Michaela Karls zu kalauernden Titeln äußern. Es handelt sich zwar um ein "mot" der Parker, aber ob es "bon" genug ist, um ausgerechnet den Titel abzugeben? Da sie es scheinbar bei all ihren Biographien so macht, hat es zugegeben Wiedererkennungscharakter, aber das macht mich wahrlich nicht glücklicher. Hätte Dorothy Parkers Name nicht dabei gestanden, hätte ich das Buch nicht gelesen - und das wäre überaus bedauerlich gewesen.
    Frau Karl kann nämlich hervorragend Biographien schreiben. Sie scheint gründlich zu recherchieren und sich das Leben ihres jeweiligen Titelgebers von allen möglichen Seiten zu betrachten. Dabei schreibt sie klug und warmherzig, ohne reine Fakten aufzuzählen, aber auch ohne in Skandalen zu baden.
    In diesem Falle geht es also nun um Dorothy Parker, Society - Ikone der Zwanziger und mit der schärfsten Zunge New Yorks gesegnet. Es ist Frau Karl hoch anzurechnen, dass sie die Parker nicht nur auf Bettgeschichten und Alkohol reduziert (trotz des Titels), sondern ihren Werdegang erzählt, von der Kindheit in einem nicht sehr gläubigen jüdischen Haushalt, über die ersten Schreibversuche, ihre Arbeit bei Vogue und Vanity Fair und ihre Erfolge als Schriftstellerin. Sie gehört zu den großen amerikanischen Autoren ihrer Zeit. Bedauerlich, dass sie in Vergessenheit zu geraten scheint. Ihr Metier waren Gedichte und Kurzgeschichten, am eigenen Roman sollte sie lebenslang scheitern.
    Sie ist Mitglied einer Gruppe von Künstlern, die sich regelmäßig im Hotel Algonquin treffen und zu der zeitweise auch F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway gehören. Ironie, Witz, Schlagfertigkeit und ein gewaltiger Alkoholkonsum sind Grundvoraussetzungen, um dort zu bestehen. Dorothy Parker ist die unbestrittene Queen dieser Tafelrunde. Untalentiert ist sie scheinbar nur darin, ihr persönliches Glück zu finden. Sie hat eine fatale Neigung, sich in Alkoholiker zu verlieben und schlußendlich wird kein Beziehungsversuch gelingen. Sehr feinfühlig erzählt Michaela Karl vom Auf und Ab im Leben der Parker, von den absoluten Höhenflügen bis hin zu Selbstmordversuchen. Sie erzählt von der Einsamkeit und fehlenden Liebe, der Kompensation durch Reisen und Feiern, davon , dass der große Teil der Algonquin-Runde nicht alt wird. Denn irgendwann sind die goldenen Zwanziger vorbei, und was vorher spritzig war, verliert an Glanz.
    Eine ganz wunderbare Biographie einer hochtalentierten Schriftstellerin, einer Frau mit eigener Meinung, die sich nie gescheut hat, diese auch zu äußern, die ihren eigenen Weg gegangen ist, zu Zeiten, wo das für Frauen eher skandalös war und die schon allein deshalb nicht vergessen werden sollte.
  23. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783868739275)
    Thierry Murat

    Der alte Mann und das Meer

     (8)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Hübsch aber nicht ganz rund

    Direkt nachdem ich Hemingways Original gelesen hatte, griff ich zu Thierry Murats Graphic Novel über den Roman. Der direkte Vergleich war sehr schön, so fiel mir auf, dass Murat teilweise mit originalen Zitaten aus der Romanvorlage gearbeitet hat und teilweise eigene Sätze in die Geschichte einfügte. Murat lässt hier den Jungen erzählen, was ok war, aber letztlich keinen großen Unterschied gemacht hat.

    Eine Geschichte bildlich umzusetzen, in der nicht viel mehr passiert, als dass ein Mann von einem Fisch durchs Meer gezogen wird, ist sicher keine leichte Aufgabe gewesen. Murat hat das gut gelöst und es geschafft, mit seinen Bildern nicht zu langweilen. So bieten ja das Meer, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge beste Voraussetzungen für farbenprächtige Bilder. Dass er der Abwechslung halber einmal einen Regenschauer eingeführt hat, den es im Roman nicht gab, ist geschenkt. Die Bilder begeistern vor allem mit ihren intensiven Farben, den schönen Farbverläufen und den Strukturen, die Murat eingefügt hat. Manchmal sieht es aus, als habe er auf Sand gemalt oder auf Beton. Manchmal als habe er mit Stempeln gearbeitet.

    Leider will hier, trotz der gelungenen Bilder, einfach nicht die gleiche Stimmung aufkommen, die ich beim lesen des Romans so geliebt habe. Die Sätze, die aus dem Roman übernommen wurden sind nach wie vor schön. Aber da die Novel mit sehr wenig Text auskommt und dementsprechend die Handlung gestrafft wurde, scheint einfach etwas zu fehlen. Es wirkt nicht mehr rund. Die Sätze, die aus Murats Feder stammen wirken teilweise platt und belanglos.

    Für Hemingway-Fans ist die Novel sicher ein interessantes Gimmick, mich konnte sie leider nicht ganz überzeugen.

  24. Cover des Buches Windows on the world (ISBN: 9783548262413)
    Frédéric Beigbeder

    Windows on the world

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch war das erste von einem bedeutenderen Autor, das nach 9/11 erschienen ist und die Terroranschläge thematisiert (2003 genaugenommen): Ein Immobilienmakler nimmt seine beiden Söhne mit in das Restaurant unter dem Dach des Nordtrums des World Trade Centers, als kurz danach die Hölle ausbricht und Rettung unmöglich ist. Beigbeder erspart keine grausigen Details, er selbst sagt, man kann sich nur vorstellen, was wirklich an diesem Morgen in dem Hochhaus passierte.

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