Bücher mit dem Tag "erika mann"

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24 Bücher

  1. Cover des Buches Das Buch von der Riviera (ISBN: 9783463407159)
    Erika Mann

    Das Buch von der Riviera

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset

    „Verwechseln Sie nicht die Börse mit der Oper, dazu neigt man am Anfang, weil beide gleich konventionelle und stattlich repräsentativ aussehen. In beiden wird Lärm gemacht, aber die Garage liegt also hinter dem Gebäude, wo man dafür zahlt, ihn zu hören.“ (Zitat Seite 28)

     

    Thema und Inhalt

    Diesen Reiseführer über die französische und italienische Riviera haben Erika und Klaus Mann 1931 verfasst. Die Route beginnt in Marseille und endet in La Spezia. Besonders detailliert werden die Städte Marseille, Cannes, Nice, Monte Carlo und Genua beschrieben.

     

    Umsetzung

    Der Hauptteil dieser imaginären Reise gilt der französischen Riviera und der mondänen, bereits damals ungemein beliebten Côte d'Azur. Erika und Klaus Mann treten in direkten Kontakt mit uns Lesenden, sprechen uns an, plaudern humorvoll, erzählen, schildern. Es ist kein Reiseführer im üblichen Sinn, dieses hier ist gleichzeitig ein unterhaltsamer Blick in das Leben der jungen Geschwister. Sie lassen uns teilhaben an ihren Lieblingsorten, besonders schönen, landschaftlich reizvollen Gegenden, und natürlich beschreiben sie auch ihre bevorzugten Restaurants. Diese und auch die Tipps betreffend Hotels und andere Unterkünfte enthalten auch die entsprechenden, im Jahr 1931 gültigen Preise. Mit lebhafter Leichtigkeit und einem humorvollen Augenzwinkern werden die Menschen beschrieben, auch Treffen mit Künstlerfreunden werden mit uns geteilt. So entsteht ein auch heute noch wunderbar zu lesendes, interessantes und sehr unterhaltsames Bild der Riviera in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts.

                                               

    Fazit

    Dieser literarische, autobiografische Reiseführer ist eine zeitlose, unterhaltsame Lektüre, die uns sofort in die Sommerstimmung an der berühmten Mittelmeerküste entführt.  

  2. Cover des Buches Erika und Therese (ISBN: 9783492309417)
    Gunna Wendt

    Erika und Therese

     (2)
    Aktuelle Rezension von: yellowdog
    Über Erika Mann, die außergewöhnliche und resolute Tochter des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann ist schon viel geschrieben worden. Daher ist es sinnvoll, ihr in diesem Buch die Schauspielerin Therese Giehse gegenüberzustellen.

    Gemeinsam traten sie im politischen Kabarett Die Pfeffermühle auf. Das Programm der Pfeffermühle war politisch engagiert und sie mussten daher schon bald aus Deutschland fliehen. Im Exil setzten sie ihre Arbeit fort.
    Einige der stets provokanten Texte der Pfeffermühle werden hier erfreulicherweise gequotet und in Kontext gesetzt.

    Gunna Wendt zeigt die Persönlichkeiten der beiden Frauen vielschichtig, mit verschiedenen Aspekten.

    Die Erika Mann-Passagen enthalten auch die Inbezugnahme der ganzen Mann-Familie, Thomas, Katia, Heinrich, Klaus etc. und damit auch die gesellschaftspolitischen Ereignisse in Deutschland der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, die sich widerspiegeln.
    Auch Bekannte der Familie wie Gustaf Gründgens, die Wedekinds und Gerhard Hauptmann uva. spielen eine Rolle. Beeindruckend, wie die Biographin Gunna Wendt auf relativ wenig Raum so viel reinpacken kann.
    Die Liebe und Freundschaft zwischen Erika und Therese kommt anfangs ziemlich kurz, bis sie sich auch nur kennenlernen vergehen fast 100 Seiten. Dafür wird die enge Beziehung zwischen Erika und ihrem Bruder Klaus intensiv beschrieben. Diese Abschnitte finde ich besser als z.B. die von Armin Strohmeyr in seiner Erika und Klaus Mann-Biographie von 2004.

    Über die Jahrhundertschauspielerin Therese Giehse, die größte europäische Schauspielerin laut Brecht, wusste ich nicht so viel, obwohl mir der Name natürlich ein Begriff ist und ich auch schon Filme mit ihr gesehen hatte.
    Mich hat das sehr interessiert und es ist wichtig, die großen Persönlichkeiten der deutschen Vergangenheit nicht ins Vergessen geraten zu lassen. Auch deswegen bin ich diesem Buch dankbar.

  3. Cover des Buches Das Jahrhundert der Manns (ISBN: 9783746632438)
    Manfred Flügge

    Das Jahrhundert der Manns

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  4. Cover des Buches Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben (ISBN: 9783746635811)
    Heidi Rehn

    Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Katjuschka

    Sie war Tochter von, Schwester von, Ehefrau von.

    Wann immer man von Erika Mann liest, geschieht dies im Zusammenhang mit einem der Männer in ihrem Leben.

    Aber wer war Erika Mann wirklich? Was für ein Typ Mensch war sie?

    Heidi Rehn versucht hier, diese außergewöhnlich Frau, anhand von nur 15 Monaten ihres Lebens, aus dem Schatten zu holen. 

    Und das gelingt ihr ausgesprochen gut!


    Der Zeitraum der Handlung von "Die Tochter des Zauberers" umfasst die ersten Monate nach ihrer Flucht aus Europa in die USA.

    Man erlebt eine charismatische, willensstarke, aber auch empfindsame Frau, die politisch weitsichtiger war als so mancher männliche Zeitgenosse.

    Und zeitgleich kommt einem auch die private Seite sehr nah.

    Sie hatte Liebschaften mit Männern und Frauen, war mit Gustaf Gründgens verheiratet, hatte eine langjährige Beziehung zu Therese Giehse, heiratet erneut.

    Queer würde man es heute nennen.

    Der wichtigste "Herzensmensch" war aber zeitlebens ihr Bruder Klaus Mann. Ihm war sie Schwester, Freundin, Managerin, Seelenverwandte!

    Erika war es auch, die die ganze Familie Mann zusammengehalten hat. "Sie hat für uns alle die Suppe gesalzen" wird ihr Bruder Golo Mann später über sie sagen.

    Und als "Tochter-Adjudantin" kümmert sie sich um Werk und Nachlass des Übervaters Thomas Mann. So wie sie sich immer zuerst um andere gekümmert und gesorgt hat.


    Ich habe seit der Lektüre des Buches ein ganz neues Bild von Erika Mann. Das, einer selbstbewussten, engagierten, leider nie genügend gewürdigten Frau, die ihrer Zeit in mancherlei Weise voraus war.

    Das auch im Titel dieses Buches die Worte "Tochter des Zauberers" deutlich größer geschrieben sind als ihr Name, zeigt die Tragik ihres Lebens. Denn man weiß sofort um wen es sich handelt, noch bevor man das deutlich kleinere "Erika Mann und ihre Flucht ins Leben" gelesen hat...

  5. Cover des Buches Wenn die Lichter ausgehen (ISBN: 9783499244131)
    Erika Mann

    Wenn die Lichter ausgehen

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Tausendléxi

    Marie wollte  Lehrerin werden, muss jedoch eine Stelle als Hausmädchen annehmen. Sie ist mit dem Jurastudenten Peter verlobt. Beide werden durch eine Intrige geächtet und das junge Paar sieht nur noch einen Ausweg.

    Kaufmann Hannes Schweiger frisiert seine Kassen bücher. Er fühlt sich betrogen.

    >Ich bin kein Jude< murmelte er und schreckte auf, als seine Lippen sein Handgelenk berührten, >und ich bin auch kein Kommunist oder Vaterlandsverräter, und dennoch will man mich vernichten. Warum? < – Seite 52

    Herr Huber ist Fabrikant und sehr verliebt in seine Sekretärin. Als er ihr einen Heiratsantrag macht, gesteht sie ihm unter Tränen, dass sie Halbjüdin ist. Dies hat zu Folge, dass er sie entlässt. Denn eine jüdische Beschäftigte kann er sich als Geschäftmann nun mal nicht leisten. 

    Professor Habermann ist Dozent an der Uni. Bei einer Vorlesung für Jurastudenten  beschreibt er einen Mordfall:

    >Der Staatsanwalt fordert für den Angeklagten, einen gewissen Lissauer, die Todesstrafe. Lissauer ist Jude; er wohnt nicht weit vom Tatort. Er kann kein wasserdichtes Alibi vorlegen. Nun, meine Herren, würden sie unter Eid die Verurteilung wegen Mordes und die Todesstrafe vertreten? < – Seite 84

    Geschickt führt der Professor den Studenten das Rechtssystem, die Moral im konträren zu dem neuen deutschen Gesetz vor Augen. Es wird ein Ritt auf der Kanonenkugel, denn er könnte denunziert werden.

    Und dann ist noch herausragend die Geschichte des Gestapochefs Franz Deiglmeyer. Der in privater Kluft die jüdischen Bürger telefonisch verständigt, die am darauffolgenden Tag verhaftet werden sollen.

    Dies hier nur ein Querschnitt dieser immens berührenden und bedrückenden Geschichten, die allesamt auf Tatsachen beruhen und auch widerlegt sind. Erika Mann schilderte den lächerlichen und grotesken Alltag im nationalsozialistischen Deutschland. Sie arbeitete mit der Antithese von gesundem Menschenverstand und machte die primitive Rohheit und die Bedrohung der Zivilisation hiermit absolut deutlich. Ein ungeheuer lebendiges und  mitreißendes Buch!

    Große Lesempfehlung!

  6. Cover des Buches Klaus und Erika Mann (ISBN: 9783379201131)
    Armin Strohmeyr

    Klaus und Erika Mann

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Mein Vater, der Zauberer (ISBN: 9783499222825)
    Irmela von der Lühe

    Mein Vater, der Zauberer

     (5)
    Aktuelle Rezension von: cosima73
    "Die gewisse Vorliebe, die er für mich hatte, lag daran, dass ich ein so grosser Aff’ war [...] die zweite Eigenschaft, die mich ihm irgendwie nahebrachte, dass ich ganz schlichte Lösungen – manchmal, nicht immer, manchmal – wusste für Situationen, die schwierig schienen." Erika Mann spricht und schreibt über ihren Vater, den Zauberer, Thomas Mann. Sie zeichnet ein Bild, dass sich gänzlich von denen ihrer Geschwister unterscheidet. Dies wohl vor allem deswegen, weil sie nie um dessen Zuneigung, um dessen Aufmerksam kämpfen musste. Sie war - nach anfänglichem Unmut, weil er gerne einen Sohn als Erstgeborenen gehabt hätte – sein Liebling. Und wie der Vater sie, so vergötterte auch sie den Vater, brachte ihn zum lachen, sah ihm seine Schwächen nach, hatte für alles eine Erklärung, eine Entschuldigung. Zwar kam es auch einmal in ihrer gemeinsamen Geschichte zu einem Zerwürfnis, als sich Thomas Mann in den 30er-Jahren nicht deutlich von den politischen Zuständen in Deutschland distanzierte, was sich aber wieder einrenkte. Erika Mann verschrieb ihr Leben ganz dem Vater Thomas Mann und dessen Werk. Dies über seinen Tod hinweg. Sie war die Hüterin seines Nachlasses, an ihr kam niemand vorbei. Ein Buch, das eine andere Sicht auf den grossen Schriftsteller wirft. Es ist eine sehr subjektive Sicht, die vieles wohl mit den Augen der liebenden Tochter verklärt, aber auch eine private Sicht. Sie stellt nie bloss, legt aber trotzdem einen privaten Thomas Mann offen. Durch Interviews, Originalbriefe und Aufsätze gewinnt der Leser einen Eindruck vom Leben und Schaffen Thomas Manns, der sich zu den von den anderen Familienmitgliedern gezeichneten abhebt und diesen komplementiert. Fazit: Man spürt in diesem Buch die Liebe und die Achtung Erika Manns zu ihrem Vater. Ein schönes Buch einer humorvollen und intelligenten Frau und eine Hommage an einen herausragenden Schriftsteller und geliebten Vater.
  8. Cover des Buches Gustaf Gründgens (ISBN: 9783499503153)
    Heinrich Goertz

    Gustaf Gründgens

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Wir werden es schon zuwege bringen, das Leben (ISBN: 9783036911403)
  10. Cover des Buches Frauen die Geschichte schrieben (ISBN: 9783720523189)
  11. Cover des Buches Blitze überm Ozean (ISBN: 9783499231070)
    Irmela von der Lühe

    Blitze überm Ozean

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Frankreich (ISBN: 9783423135665)
    Stefan Janson

    Frankreich

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Frauen des Jahrhunderts (ISBN: 9783442443345)
    Christiane Naumann

    Frauen des Jahrhunderts

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Erika Mann (ISBN: 9783644444119)
    Irmela von der Lühe

    Erika Mann

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Im Netz der Zauberer (ISBN: 9783104009285)
    Marianne Krüll

    Im Netz der Zauberer

     (7)
    Aktuelle Rezension von: petronella
    Lässt sich sehr gut lesen. Der Ausgangspunkt aller Betrachtungen ist der Selbstmord von Klaus Mann. Die Autorin erarbeitet über die reale Biografie hinaus viele psychologische Gesichtspunkte und entwickelt so ein faszinierendes Panorama und Pschogramm der Familie Mann. Werkzitate, Bildmaterial und beiliegende Familientafeln, sog. Stammbäume runden das Ganze ab. Diese Buch geht über das Aufzählen von Fakten weit hinaus. Es ist gut erzählt. amüsant, spannend, bewegend.
  16. Cover des Buches Frauen, die schreiben, leben gefährlich (ISBN: 9783938045121)
    Bollmann Stefan

    Frauen, die schreiben, leben gefährlich

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Stefan Bollmann hat hier einen wunderbar gestalteten Bildband zusammengestellt. Viele interessante Schriftstellerinnen werden hier vorgestellt, viele waren mir nicht geläufig – und wieder andere aus dem Gedächtnis entschwunden.

     

    Man begegnet hier u.a. Anne Frank, Doris Lessing, Virginia Woolf, Astrid Lindgren. Gereiht sind die Porträts chronologisch nach dem Geburtsjahr und so spannt sich der Bogen von Hildegard von Bingen (1098) bis hin zu Arundhati Roy (1961).

     

    Ich denke, dass das Buch wirklich nur als Einführung und Zusammenfassung gedacht war und diesem Ziel wird es auch durchaus gerecht. Jeweils ein Bild und ein kurzer Text können hier keine großartige Biographie ersetzen, doch als Gedankenstütze (wer wann wie gelebt hat z.B.), als kurzes Nachschlagewerk ist es geeignet.

     

    Der Titel erschließt sich mir nicht so recht, die angesprochene Gefahr ebenso wenig. Dass – besonders in früheren Jahrhunderten – der Weg von Frauen ein schwieriger war, weiß man. Doch hier wäre es wünschenswert gewesen, eine Verbindung zu besagter Gefahr herzustellen. Welche Mehrarbeit, welche Schwierigkeiten mussten sie auf sich nehmen, um in einer Männerwelt bestehen zu können? Darauf findet man leider keine Antwort.

     

    Trotzdem kann ich drei Sterne vergeben, weil ich das Buch gerne gelesen habe und die eine oder andere Schriftstellerin wieder in mein Gedächtnis kam.

  17. Cover des Buches Die Manns (ISBN: 9783596153800)
    Heinrich Breloer

    Die Manns

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Eien tolle Fernsehserie von Heinrich Breloer, der einem Thomas Mann und dessen temperamentvolle und teilweise ebenfalls hochbegabte Familie näherbringt, genauso wie die politische bewegten Zeiten, in denen diese Familie lebte. Sollte Pflichtprogramm sein!
  18. Cover des Buches Rundherum (ISBN: 9783644004399)
    Erika Mann

    Rundherum

     (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Die Frauen der Familie Mann (ISBN: 9783492957854)
    Hildegard Möller

    Die Frauen der Familie Mann

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62
    Alle waren sie außergewöhnliche Frauen mit mit überdurchschnittlichen Begabungen: Thomas Manns Frau Katia, deren Mutter Hedwig Pringsheim und die Großmutter Hedwig Dohm sowie die Töchter Erika, Monika und Elisabeth.

    Warum schließlich nur Elisabeth beruflich und familiär beruflich und familiär einen eigenständigen, vom übermächtigen Vater losgelösten Lebensweg ging, hat Hildegard Möller hier auf der Grundlage von Briefen, Tagebüchern und literarischen Zeugnissen gründlich recherchiert und sehr anschaulich und unterhaltsam erzählt.
  20. Cover des Buches Katia Mann (ISBN: 9783548604817)
    Kirsten Jüngling

    Katia Mann

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Literarischer Kalender 2005 (ISBN: 9783109907005)

    Literarischer Kalender 2005

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Die Kinder der Manns (ISBN: 9783899407747)
    Uwe Naumann

    Die Kinder der Manns

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches AußerOrdentliche Frauen (ISBN: 9783492968706)
    Dieter Wunderlich

    AußerOrdentliche Frauen

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Sassl

    Der Titel verrät schon das Meiste - und doch gar nichts.

    Dieter Wunderlich hat 18 Frauen der vergangenen 100 Jahre, die sich gegen die geltenden Regeln und Konventionen aufgelehnt haben, porträtiert.

    Scheinen diese Frauen auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben - Mätressen, Tänzerinnen, Schauspielerinnen, Politikerinnen - verbindet sie doch eines: Sie haben sich von den von Männern erstellten Regeln von nichts abhalten lassen; haben diese oftmals bewusst ausgereizt und überschritten.

    Der Schreibstil ist oftmals anstrengend - da Fakten auf Fakten folgen und dies große Aufmerksamkeit erfordert. Doch bringt dies das Genre Biografie oftmals mit sich - und der begrenzte Platz (knapp 250 Seiten ohne Quellenangaben entspricht weniger als 15 Seiten je Porträt) lässt keine großen Ausschweifungen zu.

    Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, das einem auch weniger bekannte Persönlichkeiten und deren Stärke näher bringt.

  24. Cover des Buches Frau Thomas Mann (ISBN: 9783499629778)
    Inge Jens

    Frau Thomas Mann

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Thomas Mann, immer nur Thomas Mann, Thomas Mann, der große Poet, einer der bedeutendsten deutschen, weltweit bekannten Autoren, der Wortmagier, der 'Zauberer', wie ihn auch seine Kinder nannten. Aber was wäre er ohne Katia gewesen, seine Frau Katharina Pringsheim, Frau Thomas Mann, wie sie sich ohne Scheu manchmal selber nannte! Dabei soll niemand denken, sie sei ein Heimchen, eine untergeordnete Frau oder gar 'Zubehör', wie sie selbst sich einmal bezeichnet hat.

    Ganz im Gegenteil! Sie hat – ungewöhnlich für die damalige Zeit – Abitur gemacht und ein Mathematikstudium begonnen (Vater Mathematikprofessor). Das Haus Pringsheim, ein Palais in der Arcisstraße in München, war ein Mittelpunkt der illustren Münchner Gesellschaft. In ihrem sehr reichen, sehr liberalen jüdischen Elternhaus war Katia den Umgang mit Professoren, Adligen und Künstlern gewohnt und auch, dass es in Gesprächen keine Tabus gab. Die langjährige Geliebte des Vaters saß mit am Teetisch... Wahrscheinlich war es diese Prägung des Elternhauses, der souveräne Umgang mit prekären Konstellationen, der es Katia später ermöglichte, mit der latenten Homosexualität ihres Ehemannes umzugehen.

    Dabei wollte sie eigentlich nicht heiraten, hatte aber – wie später Briefe belegen – doch den Wunsch, eine Familie zu gründen. Aber es war eine Vernunftehe, wie so oft in der damaligen Zeit, wenn man sich auch als unbeteiligter Leser des Eindrucks nicht erwehren kann, dass von beiden Seiten später Liebe im Spiel war, nur eben keine romantische, wie man sich das heute vorstellt. Aber es gab Respekt, Achtung, ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und vor allem von Katias Seite der Wunsch, alles für ihn und seinen dichterischen Erfolg zu tun.

    'Ich habe ein meinem Leben nie tun können, was ich hätte tun wollen,'

    sagt sie als alte Frau. Aber ich sage: sie hat es wahrscheinlich nicht anders gewollt. Sie war seine Begleiterin auf zahlreichen Vortragsreisen, seine Ratgeberin, Ideengeberin und Kritikerin, seine engste Vertraute und die Mutter von sechs Kindern. Sie hat ihr ganzes Leben auf ihn ausgerichtet.

    Es gäbe noch viel zu sagen, über das unstete Leben, die vielen Häuser, das belastende Exil, die häuslichen Probleme mit Dienstboten und vor allem mit den Kindern, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

    Die Biografie beruht auf Hunderten von Briefen und anderen Schriftstücken und erforderte mehr als vier Jahre Recherche-Arbeit. Sie ist leicht und sehr interessant zu lesen und ich kann sie nur empfehlen.

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