Bücher mit dem Tag "erich maria remarque"

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20 Bücher

  1. Cover des Buches Im Westen nichts Neues (ISBN: 9783462046335)
    E.M. Remarque

    Im Westen nichts Neues

     (1.187)
    Aktuelle Rezension von: annilittle

    Einer DER Klassiker, zumindest laut meiner ehemaligen Deutschlehrerin. Als ich das Buch dann auf dem Dachboden meiner Eltern gefunden habe, durfte es direkt in mein Regal wandern und ich war gespannt zu erfahren, ob es für mich auch „DER Klassiker schlechthin“ werden würde – kleiner Spoiler vorweg: dem war nicht so.

    Dieses Buch ist fast 100 Jahre alt (erstmals erschienen 1929) und ist seit einigen Monaten leider wieder aktueller denn je für uns Europäer:innen. Denn wir begleiten unseren Protagonisten Paul Bäumer, einen jungen Mann von gerade einmal zwanzig Jahren, zu seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg.

    Was dort erzählt wird, höre ich nicht zum ersten Mal, aber dennoch bin ich jedes Mal aufs neue schockiert, weshalb ich auch nicht aufhören kann über diese Themen / "Ereignisse" zu lesen, weil man es einfach nicht nachvollziehen kann und entsetzt darüber ist, was Menschen Menschen seit Jahrhunderten völlig ungerechtfertigt antun.

    Ich fand die Lektüre dementsrprechend auch interessant, aber vom Schreibstil her, konnte es mich nicht ganz überzeugen. Ja, der Schreibstil von Klassikern ist oft anstrengender, da die Schreibart sich von der von modernen Romanen natürlich unterscheidet und man es als Leser:in von hauptäschlich aktueller Lektüre natürlich nicht gewohnt ist, aber auch hier kann man das natürlich nicht alles über einen Kamm schären, denn es gibt auch Klassiker, die noch deutlich älter sind und mich vom Schreibstil her mehr überzeugen konnten.

    Würde ich es weiter empfehlen? Ja. Denn auch wenn es mich nicht vollkommen überzeugen konnte und ich es wahrscheinlich auch nicht noch einmal lesen würde, unterschreibe ich die Aussage, dass man dieses Buch gelesen haben sollte, wenn man sich für deutsche Literatur interessiert. Ich habe das Gefühl, durch dieses Buch noch einmal eine andere Perspektive auf den I. Weltkrieg bekommen habe, mit dem ich mich sowieso deutlich weniger auseinandersetze als mit dem II. und auch wenn mich der Schreibstil nicht ganz überzeugen konnte, war es ein gutes Buch.

    3/5

  2. Cover des Buches Der schwarze Obelisk (ISBN: 9783462051476)
    E.M. Remarque

    Der schwarze Obelisk

     (17)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Beim Lesen des Buches werden die Fakten, welche man aus dem Geschichtsunterricht kennt, lebendig. Remarque beschreibt die Lebensumstände, Ängste und Nöte der Menschen in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg sehr anschaulich. Für die Menschen gilt es die Erfahrungen aus dem ersten Weltkrieg zu verarbeiten, was insbesondere auch für den Hauptprotagonisten Ludwig Bodmer zutrifft, da er sehr jung als Soldat zum Kriegsdienst eingezogen wurde. 

    Geprägt ist das Leben der Menschen zur damaligen Zeit in Deutschland außerdem durch die Hyperinflation, wodurch viele Moralvorstellungen plötzlich nicht mehr Bestand haben. Um die Situation der Menschen zu verdeutlichen, werden viele Einzelschicksale aufgezeigt. Für Ludwig heißt es, nach den Erfahrungen des Krieges im zivilen Leben zurecht zukommen und sich in der Gesellschaft zurecht zu finden, denn auch die zwischenmenschlichen Beziehungen werden immer stärker durch das Materielle bestimmt. 

    Philosophisch wird es immer bei den Besuchen Ludwigs in der Irrenanstalt, wo er auf Isabell trifft. Hier herrscht eine ganz andere Stimmung als in der Stadt, der fortwährende Blick auf den Wechselkurs zum Dollar spielt hier weniger eine Rolle. Ein freundlicher Ort ist es trotzdem nicht.

    Remarque zeichnet in seinem Buch ein umfassendes und kritisches Bild von der damaligen Gesellschaft, indem er Vertreter verschiedenster Strömungen zu Wort kommen lässt, Geistliche, Wissenschaftler, Nationalisten, Profiteure, Spekulanten, Kriegsversehrte etc. Interessant ist für mich auch die Tatsache, dass es autobiografische Bezüge gibt. In der Mitte des Buches gab es einige Wiederholungen, die ich nicht unbedingt gebraucht hätte.


  3. Cover des Buches Arc de Triomphe (ISBN: 9783462027235)
    Erich Maria Remarque

    Arc de Triomphe

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Sofie_Schankat
    Bisher hat mir jeder Roman, den ich von Remarque gelesen habe, sehr gut gefallen, so ist es auch mit "Arc de Triomphe." Ravics Gefühle und Gedankengänge werden sehr tiefgründig und ausführlich beschrieben und sind diesmal auch sehr bildhaft. So bildlich hatte ich das aus anderen Büchern nicht in Erinnerung. Oft sind es ja gerade die Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten, die mir fehlen, und deshalb lese ich auch so gerne Remarque. Denn er versteht es, den Leser die Gefühle des Protagonisten fühlen zu lassen. Und in "Arc de Triomphe" ist mir das besonders positiv und eindrucksvoll aufgefallen.
    Die Grundstimmung ist wieder einmal sehr trist und auf diese typisch kühle, resignierte Art beschrieben. Ich interessiere mich nicht so sehr für Geschichte, aber es war dennoch eindrucksvoll und auch oft hart zu lesen, wie die Menschen/ Flüchtlinge damals gelebt haben. Krankheit, Angst, Unsicherheit, Abgehärtet- und Abgestumpftsein und Einsamkeit prägen diesen Roman. Auch der Beginn des Krieges und somit das Ende des Buches war ziemlich eindrucksvoll geschildert.
    Mich persönlich haben dann aber doch auch vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen interessiert. Die Charaktere, mit denen Ravic zu tun hat, waren gut ausgearbeitet und ich konnte sie mir alle gut vorstellen. Joan war einerseits sympathisch, andererseits ging sie mir, je länger das Hin und Her gedauert hat, auch sehr auf die Nerven. Ihr Tod hat mich allerdings sehr angerührt. Ich hatte sogar feuchte Augen, das passiert mir bei Büchern fast nie.
    Was ich wieder einmal sehr an Remarque geschätzt habe, ist, dass er seine Protagonisten oft ganz anders reagieren lässt, als ich das erwartet hätte und als es mir auch zunächst logisch erscheint (z.B. Ravics Reaktion nach Haakes Tod). Aber trotzdem denke ich nie, dass das nicht passen würde, weil die Gefühle und Gedanken, auch im Hinblick auf Situation und Hintergrund, immer so beschrieben werden, dass es einfach passt.
    Ich glaube, ein derartiger Roman, der im Grunde ja nur den Alltag eines Emigranten erzählt, hätte bei einem anderen Autor sehr schnell langatmig und langweilig werden können – aber nicht bei Remarque. Wahrscheinlich liegt das tatsächlich an dieser einzigartigen Art, Gefühle zu beschreiben und Atmosphären zu schaffen.
    Ich kann nur fünf von fünf Sternen geben. Ich habe jetzt auch genug geschwärmt :D
  4. Cover des Buches Zeit zu leben und Zeit zu sterben (ISBN: 9783462019841)
    Erich M. Remarque

    Zeit zu leben und Zeit zu sterben

     (40)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    [..Menschen stürzten an ihm vorüber mit offenen Mündern, Entsetzen in den Augen. Sie schrien, aber er konnte sie nicht hören. Wie aufgestöberte Taubstumme liefen sie an ihm vorbei..]

    E.M.Remarque

    Der Soldat Graeber erlebt an der Ostfront den langsamen aber steten Niedergang der deutschen Wehrmacht. Als er unerwartet Urlaub kriegt kehrt er zurück in seine Heimat. Aber es ist nicht die Heimat die er in Erinnerung hat. Sein Dorf zerbombt und seine Eltern verschollen. Er verliebt sich in ein Mädchen aus seiner Jugendzeit.. Nach zwei Wochen kehrt er zurück an die bröckelnde Front.. 

    Klassiker der einem nah geht.

  5. Cover des Buches Die Nacht von Lissabon (ISBN: 9783462003093)
    Erich M. Remarque

    Die Nacht von Lissabon

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Sofie_Schankat

    Der Roman spielt zur Zeit des Nationalsozialismus. Herr Schwarz – der diesen Namen aufgrund eines gefälschten Passes angenommen hat – ist auf der Flucht vor den Nazis, wobei er seine Frau in Deutschland zurückließ. In Lissabon trifft er zu Beginn des Romans auf den Ich-Erzähler, dem er daraufhin die Geschichte seiner Flucht, die ihn letztendlich nach Lissabon geführt hat, erzählt. Diese Geschichte nimmt als Binnenhandlung den meisten Raum im Buch ein und beginnt dort, wo Herr Schwarz nach Deutschland zurückkehrt, um seine Frau noch ein Mal zu sehen. Diese erweist sich als sehr tough und unerschrocken, hütet aber auch ein dunkles Geheimnis und ist nicht davon abzubringen, Herrn Schwarz bei seiner erneuten Flucht zu begleiten.

    Der Leser begleitet die beiden auf ihrer Flucht durch Europa, während der sie sich immer weder verlieren, sich letztendlich aber auch jedes Mal wiederfinden. Die Hoffnungslosigkeit, Bitterkeit, Einsamkeit und Schwäche auf der einen, auf der anderen Seite aber auch immer wieder Stärke und Mut sind sehr gut dargestellt. Ebenso werden die unruhigen Seelen, die oft an verschiedene Grenzen der Gefühle stoßen, anschaulich beschrieben, sodass man die – manchmal auch widersprüchlichen – Gefühle nachvollziehen kann.

    Ich bin ein eher weniger historisch interessierter Remarque-Leser – obwohl ich mich mittlerweile durchaus für das zwanzigste Jahrhundert begeistern kann –, der an seinen Romanen besonders diese einzigartige Weise liebt, wie er Gefühle, Gedanken und innere Vorgänge beschreiben und dadurch Atmosphären schaffen kann. Und auch in „Die Nacht von Lissabon“ kann man wieder ganz und gar in den Kopf des Erzählers eintauchen, mit ihm mitfühlen, seine Gedanken nachempfinden und dieselben Emotionen wie er erleben.

    Die Geschichte von Herrn Schwarz und seiner Frau Helen ist eine ganz besondere Liebesgeschichte, die auf eine vollkommen unkitschige Art doch sehr romantisch und anrührend ist. Sie zeigt, wie zwei Menschen in der wohl schwersten Zeit aneinander festhalten, sich gegenseitig immer wieder den Mut geben, weiterzuleben und nicht aufzugeben. Außerordentliche Nähe, dann wieder ein unüberbrückbares Fremdheitsgefühl, Einsamkeit und Zweisamkeit, Freude und Trauer, Glücksmomente und große Schmerzen – von all dem ist diese Liebe geprägt, die Herr Schwarz unbedingt genau so an jemanden – den Ich-Erzähler – weitergeben möchte, bevor sich die Erinnerungen in seinem eigenen Kopf verfälschen.

    "Die Nacht von Lissabon" ist eine sehr gefühlvolle, traurige, aber auch wunderschöne, ganz besondere Liebesgeschichte, in der ich mich aufgrund der unglaublichen Schreibweise verlieren konnte.

  6. Cover des Buches Der Weg zurück (ISBN: 9783942656788)
    E.M. Remarque

    Der Weg zurück

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Diese Buch ist die Fortsetzung zu dem viel bekannteren Buch „Im Westen nichts Neues“. 

    Hier erzählt Erich Maria Remarque wie es der Handvoll Soldaten ergeht, die als Schüler auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs eingerückt und danach an Körper und Geist verletzt wieder in ihr privates Umfeld zurückkehren.  

    Nichts ist mehr wie vorher. Den jungen Männern, die desillusioniert und orientierungslos sind, schlägt statt der einstigen Kriegsbegeisterung nur noch Verachtung entgegen. Niemand hat ein offenes Ohr für ihre berechtigten Anliegen. So schweigen auch diejenigen, die ein wenig über die erlebten Kriegsgräuel reden wollten auch noch. 

    Dieser Roman wird aus Sicht von Ernst Birkholz geschrieben (Paul Bäumer ist ja in den letzten Kriegstagen gefallen). Auch Ernst hat große Probleme an das Leben vor dem Krieg anzuknüpfen. Seine Schulkollegen und er können/sollen das Abitur nachmachen. Doch angesichts der Traumata ist es kaum möglich, sich mit Latein, Altgriechisch oder mathematischen Formeln zu beschäftigen. 

    Als einer der der Heimkehrer wegen Mordes vor Gericht steht, wirft der Autor die (berechtigte) Frage auf, warum das Töten im Zivilleben anders bewertet werden soll, als das vielfache Töten als Soldat. Darauf weiß natürlich keiner eine Antwort.  

    Fazit: 

    Ein weiteres beeindruckendes Buch aus der Feder von Erich Maria Remarque, das zu Unrecht im Schatten von „Im Westen nichts Neues“ steht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.


  7. Cover des Buches Drei Kameraden (ISBN: 9783462046311)
    E.M. Remarque

    Drei Kameraden

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Tausendléxi

    Schon der erste Absatz des Romans klang verheißungsvoll:

    >Der Himmel war gelb wie Messing und noch nicht verqualmt vom Rauch der Schornsteine. Hinter den Dächern der Fabrik leuchtete er sehr stark. Die Sonne musste gleich aufgehen. Ich sah nach der Uhr. Es war noch vor acht. Eine Viertelstunde zu früh.< 

    Robert Lohkamp, Robby, (der Icherzähler) hat den 1. Weltkrieg überlebt. Er hat gedient und in Flandern den abscheulichen Gasangriff der Engländer überstanden. Mit den Kriegsveteranen Otto und Gottfried verbindet ihn eine besondere Freundschaft. Die drei arbeiten zusammen in einer Auto-Reparatur-Werkstatt. Es ist die Zeit der großen Arbeitslosigkeit. Die Menschen in Deutschland sind verzweifelt. Es fehlt an Arbeit, Geld und Hoffnung. Doch den drei Freunden geht es ganz manierlich. Sie arbeiten hart und trinken viel. An Robbys dreißigsten Geburtstag unternimmt das Trio eine Spritzfahrt in einem aufgemotzten Automobil. Dabei lernt Robby Patrice, Pat, kennen. Sofort erkennt er, dass Pat ein fabelhaftes Mädchen ist. Die beiden verlieben sich ineinander. Alles scheint perfekt. Doch bald ziehen dunkle Wolken über das Paar. Pat ist krank, sie leidet an der Schwindsucht. Nach Monaten des Glücks spitzt sich der Gesundheitszustand von Pat bedenklich zu. Sie muss wieder in ein Sanatorium. Eines Tages kommt ein Anruf eines Arztes und Robby eilt zu seiner Liebsten…………….

    Erich Maria Remarque beschreibt in seinem Roman eine Männerfreundschaft in einer wirtschaftlich sehr harten Zeit. Die drei Kameraden verfügen über ein großes Herz, Unternehmergeist und rießigen Durst. Sie sind charmant und humorig. Sie stehen zusammen und sind Männer der Tat. Die angenehmen Wörter wie tadellos und fabelhaft kommen hier gerne zum Tragen. Ein Roman über eine innige Freundschaft, der großen Liebe und einige Schicksalsschläge. Dieses Buch habe ich gerne gelesen, es hat mich sehr berührt. Prädikat: tadellos und fabelhaft! Große Leseempfehlung!

  8. Cover des Buches Liebe deinen Nächsten (ISBN: 9783462021417)
    Erich M. Remarque

    Liebe deinen Nächsten

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Conny904

    Remarque versteht es ausgezeichnet mit seiner Sprache den/die Leserin in die Perspektive der Protagonisten zu versetzen - in deren Erfahrungen und Erlebnisse, sowie Gedankengänge.

    Der Roman erzählt die Geschichte verschiedener deutscher Emigranten, die in der Illegalität leben und deren Wege sich ab und zu kreuzen und dann wieder auseinandergehen.

    Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt. Zum einen, weil ich während der Lektüre das Gefühl hatte hat nichts über die deutsche Emigration in der Vorkriegszeit nach 1933 zu wissen und zum anderen, weil es aus meiner Sicht ein beeindruckendes Zeitzeugnis ist, wenn man sich vor Augen hält, dass der Roman 1939 erstveröffentlicht wurde und Remarque selbst 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft verloren hat.


  9. Cover des Buches Schatten im Paradies (ISBN: 9783462052350)
    E.M. Remarque

    Schatten im Paradies

     (18)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Der schwarze Obelisk (ISBN: 9783462019544)
    Erich M. Remarque

    Der schwarze Obelisk

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Sofie_Schankat
    Ludwigs Jugend wurde prompt beendet, als er in den ersten Weltkrieg musste. Nun ist er in seine Heimat zurückgekehrt, arbeitet bei einer Grabstein-Firma und versucht, einen Platz im Leben zu finden. Das ist jedoch gar nicht so leicht, da er sich über sich selbst gar nicht so genau im Klaren zu sein scheint. Der Untertitel des "Schwarzen Obelisken" – "Geschichte einer verspäteten Jugend" – passt daher ziemlich gut. Ludwig erzählt aus der Ich-Perspektive von seinem Alltag und seiner Arbeit, aber auch von seiner Suche nach dem Sinn seines Lebens. Er hat viele Fragen über die Welt, das Leben und sich selbst und probiert sich immer wieder aus, um am Ende dann doch zu dem Schluss zu kommen, dass das nicht das ist, was er eigentlich sucht. Er holt also im Grunde tatsächlich mit Mitte zwanzig seine Jugend nach, die er durch den Krieg gar nicht richtig abschließen konnte.
    Das klingt jetzt vielleicht sehr trist und trostlos, und wenn man an Remarque denkt, dann liegt das ja auch nahe, aber "Der schwarze Obelisk" ist eigentlich gar nicht so trist. Im Gegenteil war er bisher sogar der lustigste Roman von Remarque, den ich gelesen habe. Schon auf der ersten Seite, als Ludwig aufgrund der Inflation mit einem Geldschein seine Zigarre anzündet, musste ich schmunzeln. Das geht dann auch so weiter, denn die Charaktere sind auf ihre Art teilweise ziemlich ulkig und es ergeben sich für den Leser sehr amüsante Szenen, z.B. die Szenen in Knoblauchs Restaurant und im Puff oder die Wortwechsel zwischen Ludwig und Heinrich.
    Man gewinnt die Charaktere, mit denen Ludwig umgeben ist, mit der Zeit alle lieb. Im Grunde hat "Der schwarze Obelisk" keine wirkliche Handlung, doch trotzdem liest man gerne von Ludwigs Leben in Werdenbrück mit all diesen ulkigen Personen, die ihn dort begleiten und umgeben.
    Auch das ja eigentlich sehr ernste Thema Tod wird von einer komischen, etwas morbiden Seite beleuchtet, was natürlich auf Ludwigs Erfahrungen mit diesem Thema aus dem Krieg zurückzuführen ist.
    "Der schwarze Obelisk" ist jedoch nicht nur lustig, sondern hat auch wieder viele nachdenkliche und traurige Momente. Ludwig überkommt beispielsweise immer wieder ein Gefühl der Einsamkeit, das er sich selbst nicht so ganz erklären kann und das ich persönlich ziemlich gut nachempfinden kann, da es mir auch manchmal so geht. Auch der aufkommende Nationalsozialismus wird ernst behandelt und macht nachdenklich. Natürlich geht es auch um Armut und eben die Frage, ob das Leben überhaupt einen Sinn hat. Die wohl nachdenklichsten und philosophischsten Szenen sind die in der Irrenanstalt, in der Ludwig eine junge Frau kennenlernt, die sich selbst aufgrund von Schizophrenie für eine Isabelle hält. Sie hat auf den ersten Blick völlig haarsträubende Weltansichten, doch Ludwig setzte sich auf eine solche Art damit auseinander, dass man selbst auch ins Nachdenken kommt. Außerdem spürt man die Liebe, die Ludwig für Isabelle empfindet, obwohl er für sie immer wieder ein völlig anderer Mann ist. Gerade in dem Moment, in dem Ludwig in Isabelle dann tatsächlich das gefunden zu haben glaubt, was er so lange gesucht hat, ist sie geheilt und eine völlig andere, nüchterne, fremde Frau für ihn.
    Das Ende des Buches war wieder so ein Gänsehaut-Ende und hatte wirklich gar nichts Lustiges mehr. Mit einer trockenen Nüchternheit erfährt der Leser, dass nahezu alle Figuren, die einst Teil von Ludwigs Leben waren, nach dem zweiten Weltkrieg tot sind, und auch Ludwigs Heimat ist vollkommen zerstört. So wurde ihm am Ende noch der Ort seiner Jugend genommen.
    Alles in allem ist "Der schwarze Obelisk" ein sehr abwechslungsreicher Roman, der nicht nur viele Themen philosophisch anreißt und sich mit dem Leben auseinandersetzt, sondern der auch ulkige, witzige und traurige Szenen vereint. Ich kenne mich mit Geschichte nicht so gut aus, aber auch die Beschreibung der schon nationalsozialistisch angehauchten Atmosphäre zur damaligen Zeit und die Inflation – in diesem Zusammenhang vor allem Willys Schicksal – waren sehr interessant für mich.
  11. Cover des Buches Der Funke Leben (ISBN: 9783462027242)
    Erich Maria Remarque

    Der Funke Leben

     (28)
    Aktuelle Rezension von: fallingstar_91

    “Das Skelett 509 hob langsam den Schädel und öffnete die Augen.” 

    So beginnt der erste Satz und erzählt uns eine bittere und grausame Geschichte über das Leben der KZ Opfer. 


    Langsam kommen die Alliierten immer näher, das wird dem Insassen 509 klar. 

    Bald wird wieder alles gut werden. Er und seine Freunde müssen jeden Tag weiter kämpfen.

    So einfach ist es aber nicht. Es gibt kaum etwas zu Essen und zu Trinken. Die SS Männer sind brutal und man weiß nie was diese Männer vorhaben. 

    In diesem Buch geht es nicht nur um 509. Wir lernen noch andere Menschen kennen und leiden mit ihnen gemeinsam. 


    Erich Maria Remarque schreibt unverblümt und sachlich. Dabei benutzt er einfache Sätze, die tief auf die Gefühle der Leser*innen eingehen. 


    Dieses Buch hat mich sehr gefesselt, es hat mich geschockt, traurig gemacht und zugleich wurde ich wütend. 


    Für mich ist es unbegreiflich wie eine Ideologie Menschen so grausam behandeln kann. 


    Diese Menschen im Buch hatte keine Hoffnung mehr. Sie hatten viel  erlebt. Schließlich konnten einige überleben. 


    Überleben. Hört sich erst Mal toll an.  Aber wie ist Überleben ohne die Familie, weil man sie verloren hat? 

    Wie ist Überleben, wenn man nichts hat? 


    Dieses Buch empfehle ich jedem!! 

    Lest es und lasst uns die Geschichte niemals vergessen! 🕯

  12. Cover des Buches "Sag mir, daß Du mich liebst" (ISBN: 9783462033380)
    Thomas F. Schneider

    "Sag mir, daß Du mich liebst"

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Buchfink
    Schönere Liebesbriefe gibt es nicht!
  13. Cover des Buches Das Leben im Grabe (ISBN: 9783946142072)
    Stratis Myrivilis

    Das Leben im Grabe

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Edition_Romiosini
    http://bibliothek.edition-romiosini.de/catalog/book/8
  14. Cover des Buches Der Himmel kennt keine Günstlinge (ISBN: 9783462052367)
    E.M. Remarque

    Der Himmel kennt keine Günstlinge

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Sofie_Schankat
    Die Geschichte wird aus der Perspektive mehrerer Figuren erzählt, zum größten Teil aus den Perspektiven von Clerfayt und Lillian, zwischen denen sich eine außergewöhnliche Liebesbeziehung entwickelt. Dass in diesem Roman auch aus der Sicht einer Frau erzählt wird, war für mich eine willkommene Abwechslung, zumal Lillians – durch ihre aufgrund einer Krankheit begrenzte Lebenserwartung – etwas verbitterte, ironische, ausschweifende, verrückte Sicht auf das Leben sehr gut und nachvollziehbar dargestellt wird. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und fühlt mit ihr mit. Mich haben ihre Stimmungen und Gedanken über das  Leben auch das ein oder andere Mal nachdenklich gemacht.
    Auch Clerfayt ist ein sympathischer Charakter, wobei es mir allerdings an der ein oder anderen Stelle etwas schwerfiel, seine Meinungsänderungen und Gedankengänge nachzuvollziehen. Seine heftige Liebe für Lillian kam für mich irgendwie etwas zu plötzlich und aus dem Nichts gegriffen. Da er dann aber im weiteren Verlauf trotzdem sehr gut mit Lillian harmoniert und ihre – besonders Lillians – inneren Konflikte sehr gut ausgearbeitet wurden, tut das der Geschichte letztendlich keinen Abbruch.
    Das Ende – Clerfyars Tod – war ein kleiner Schock für mich, weil ich damit nicht gerechnet hätte. Aber andererseits ist es irgendwie auch wieder typisch Remarque. Die Schilderung des Unfalls und die Darstellung Lillians danach sind dann ebenfalls nachvollziehbar und einfühlsam beschrieben.
    Politische Themen kommen in "Der Himmel kennt keine Günstlinge" eigentlich nicht vor, dafür wird eine in vielerlei – eigentlich in aller – Hinsicht aufgrund der Umstände sehr außergewöhnliche Liebesgeschichte behandelt. Außerdem hat das Thema Tod und Leben wieder eine zentrale Bedeutung und regt auch zum Nachdenken an.
  15. Cover des Buches Station am Horizont (ISBN: 9783462054675)
    Thomas F. Schneider

    Station am Horizont

     (9)
    Aktuelle Rezension von: yellowdog

    Station am Horizont ist ein Roman von 1927 und das merkt man ihm auch an. Nicht dass der Roman sprachlich veraltet wäre, es sind die Verhaltensweisen und Dialoge der Figuren, die dieser zeit entstammen. Das alter spricht also nicht gegen den Roman.

    Im Mittelpunkt der Dandy Kai, der vom Autorennsport fasziniert ist. Die Passagen, die diesen Sport und sein Umfeld zeigen, sind gut gelungen und vermitteln dem Leser einen Eindruck.

    Neben seiner geliebten Dogge, die Kai auf seinen Reisen begleitet, sind es verschiedene Frauen, die eine Wirkung auf ihn haben.


    Das Buch ist kein literarisches Meisterwerk. Man spürt dem Text streckenweise an, dass er ursprünglich in einer Sport-Illustrierten als Fortsetzungsroman erschienen ist. Aber es ist dennoch ein unterhaltsamer Roman.

    Nur wenig später aber wird Erich Maria Remarque seinen großen Erfolg Im Westen nichts neues schreiben.

  16. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783492263429)
    Petra Müller

    Liebesbriefe großer Männer

     (3)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly
    Max Frisch schreibt " Es ist bemerkenswert, daß wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, daß sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen." Petra Müller und Rainer Wieland stellen 50 Liebesbriefe großer Männer vor. Dies sind wahre Zeugnisse inniger Liebe und Zuneigung, des Begehrens, aber auch von Kummer, Schmerz und Verzweiflung. Alle Facetten einer Beziehung kommen hier zum Vorschein. Die Verfasser aus den unterschiedlichsten Epochen öffnen sich und ihr Herz, entblößen die Seele für die Angebetete. Der Liebesbrief, im Ursprung nur für die Augen des Adressaten bestimmt, wird hier dem Leser offengelegt. Berührt hat mich besonders der Brief von Alain Delon an Romy Schneider. Geschrieben am Morgen nach ihrem Tod. Resümierend und doch voller Hingabe und tiefer Liebe. Hinreißend und fröhlich hingegen Berthold Brechts Brief an Paula Banholzer. Zärtlich und ergreifend Erich Maria Remarque an Marlene Dietrich. Um nur ein paar wenige zu nennen. Im Grunde hat jeder Brief seinen besonderen Charakter, eben so wie der Verfasser auch. Erstaunlich ist nur, dass ich von manch "großem Mann" ganz andere Formulierungen erwartet hätte. Ich will nicht zuviel verraten, jedoch trifft man hier auf die unterschiedlichsten Liebesbekundungen. Alleine die Kosenamen sind die Lektüre wert! Zur Einleitung eines jeden Briefes wird ein Zitat aus dem betreffenden Schreiben hervorgehoben, Orts- und Datumsangaben folgen sowie der Name des Verfassers und der zum Zeitpunkt des Verfassens gültige Name der Adressatin. Im Anschluß an das eigentliche Schreiben erhält der Leser eine Erklärung zu den Personen und einen Abriss über den Verlauf ihrer Beziehung oder Partnerschaft. Absolut zu empfehlen, eine kurzweilige Lektüre, die zu Herzen geht und große Gefühle offenbart. Musiktipp: Queen on fire - Live at the bowl...Freddy Mercury singt Love of my life
  17. Cover des Buches Lissabon - Eine literarische Einladung (ISBN: 9783803112699)
    Gaby Wurster

    Lissabon - Eine literarische Einladung

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Lissabon hat schon so manchen in seinen Bann geschlagen. Wie in jeder anderen Großstadt machen natürlich auch hier die Ecken das Leben aus, die man nicht auf einer Sightseeing-Tour sieht. Aber Lissabons Zauber sind die Details, auf die nur der hinweisen kann, der die Stadt kennt. Die Kioske etwa, die Literatur und Kunst unter der Erde, wenn man sich z.B. die Bahnhöfe Oriente oder Cais de Sodre anschaut, Lissabon hat seinen Fado und die Saudade, es ist die Stadt der Nuancen und vor allem hat sie eines: ihr Licht. Das alles, sowie die besondere Historie der Stadt, die durch ein Erdbeben 1755 komplett zerstört wurde, die die letzte Station vor der Flucht nach Amerika im Zweiten Weltkrieg und Ausgangspunkt eines Kolonialimperiums war, gibt Stoff für Geschichten, Romane und eben Betrachtungen, wie wir sie hier in diesem Buch finden. Namen, die mit Lissabon eng verbunden sind wie Pessoa, Antunes, Saramago, Remarque und viele mehr, tragen mit ihren eindringlichen Texten zur Charakterisierung einer Stadt bei, die nie vollständig mit Worten beschrieben werden kann. Allen Autoren ist eines gemeinsam: Ihr Verständnis für die Stadt und eine enge Verbundenheit, wie auch immer ihre Bewertungen ausfallen. Für alle diejenigen, die sich für portugiesische Literatur interessieren und noch nicht so viele der Autoren kennen, ein großartiger Einstieg. Aber am besten ist dieses Buch in Lissabon selbst aufgehoben, wenn es den Leser bei einem Besuch begleiten kann, wenn man nach der Lektüre der einen oder anderen Geschichte die Orte besuchen und selbst erleben kann.
    Die Editorin und Übersetzerin Gaby Wurster hat hier einen hervorragenden Job getan und mit viel Liebe und Detailwissen die Beiträge zusammengestellt und teilweise übersetzt. Herausgekommen ist ein nachhaltiges Buch für Lissabonliebhaber sowieso und für alle, die es noch werden wollen. Das sich die Weiterentdeckung der Autoren, die man hier lesen kann, lohnt, muss nicht extra erwähnt werden.
  18. Cover des Buches Sag mir, dass Du mich liebst (ISBN: 9783462030327)
    Erich M. Remarque

    Sag mir, dass Du mich liebst

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Wer soll etwas verändern, wenn nicht wir? (ISBN: 9783596275670)
  20. Cover des Buches In Westen nichts neues (ISBN: B01DZ09SWW)
    Erich Maria Remarque

    In Westen nichts neues

     (0)
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