Bücher mit dem Tag "elsass"

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64 Bücher

  1. Cover des Buches Der Sommer der Freiheit (ISBN: 9783426512166)
    Heidi Rehn

    Der Sommer der Freiheit

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Akantha
    In „Der Sommer der Freiheit“ von Heidi Rehn begleitet der Leser Selma, die Tochter eines Bonner Zeitungsverlegers, zur Sommerfrische 1913 nach Baden-Baden. Während sie auf die Ankunft ihres Verlobten wartet, genießt sie das gesellschaftliche Leben in vollen Zügen. Dabei lernt sie auch den französischen Fotografen Robert Beck kennen und sie verlieben sich auf den ersten Blick. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges stehen sie allerdings fortan auf unterschiedlichen Seiten.

    Inhaltlich ist das Buch in drei Abschnitte unterteilt. Es beginnt mit dem „Aufbruch“ vom Sommer 1913 bis zum Sommer 1914. In der Nachbemerkung erläutert Heidi Rehn, dass es „weniger ein Roman über den Krieg als ein Roman über die gewaltigen Umwälzungen“ ist und sie aus diesem Grund schon vor dem Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger mit ihrer Erzählung einsetzt. Hier lernt der Leser alle Charaktere kennen, was wichtig und notwendig ist. Darüber hinaus passiert leider gar nichts Interessantes oder Spannendes in diesem Abschnitt. Die Protagonisten machen viele Ausflüge, nehmen an gesellschaftlichen Veranstaltungen teil und die Politik wird zwischendurch am Rande erwähnt. Gepaart mit einem sehr anstrengenden, künstlichen Schreibstil und vor allem auch unnatürlichen Dialogen, wollte ich das Buch in Abschnitt eins bereits mehrfach abbrechen (das erste Mal auf Seite 10, da ich mir nicht vorstellen konnte, mit diesem Schreibstil warm zu werden).
    Es mag grausam klingen, aber ich hoffte, mit dem Kriegsausbruch in Abschnitt zwei würde zumindest die Spannung der Handlung steigen, darum hielt ich durch. „Ausbruch“ behandelt die Ereignisse vom Sommer 1915 bis zum Spätsommer 1917, trifft also den Kern des Krieges und müsste viele mitreißende Ereignisse zu bieten habe. Hier wurde ich allerdings enttäuscht. Die Protagonisten kommen dem Krieg zwar wortwörtlich näher, aber von Spannung nach wie vor keine Spur. Einem kleinen Handlungsstrang ist anzumerken, dass die Autorin sich hier um etwas Abwechslung bemüht hat, allerdings ist diese Geschichte sehr schnell abgehandelt und kann den Leser zudem emotional nicht abholen. Trotz Fliegeralarm und Kriegstragödien transportieren die Charaktere keinerlei Emotionen, die diesen Ereignissen gerecht werden. Sie führen weiter ein privilegiertes Leben ohne außergewöhnliche Ängste oder Entbehrungen.
    Einmal so weit durchgekämpft, beschloss ich mit „Umbruch“ dann auch noch den dritten Abschnitt von Sommer 1918 bis zum Frühjahr 1919 zu lesen. Wie Abschnitt eins eine sanfte Einleitung darstellt, lässt der letzte Teil die Geschichte ausklingen – genauso unaufgeregt. Wenn es Heidi Rehn wirklich um die großen Umwälzungen der Zeit ging, hätte ich mir gerade am Ende noch wesentlich mehr erhofft.

    Mit der Protagonistin Selma bin ich leider nicht warm geworden. Sie kam mir vor als würde sie die ganze Zeit schauspielern und niemandem ihre wahre Persönlichkeit zeigen. Gut gefiel mit, dass sie ein wenig als Rebellin und fortschrittliche Frau angelegt war (fährt selbst und gerne Auto, trägt Hosen u.ä.), aber ihre Art war einfach nur anstrengend und übertrieben. Im Verlauf der weiteren Geschichte wird sie zwar ein wenig ernster und vernünftiger, aber das hat nicht mehr ausgereicht, um mich noch für sie zu begeistern. Besonders störend waren für mich aber auch die Vielzahl von Dreiecksbeziehungen, die in der Geschichte durchlebt werden. Es lag ein viel zu großer Fokus auf den Fragen, wer für wen was empfindet und wie man diese Probleme löst. Auch bei mehr Spannung in der sonstigen Handlung hätte mich dieses Thema gestört.

    Für den Lesefluss anstrengend waren auch einige französische Sätze. Obwohl ich französisch spreche (und diese sonst auch im Anhang übersetzt wurden) ist der Leser hier auf die eine oder andere Art gestolpert. Die Autorin hatte sicherlich beste Absichten, die Dialoge authentischer zu gestalten. Das ist aber leider danebengegangen.
    Neben den Übersetzungen findet sich im Anhang noch ein hilfreiches Glossar und die Nachbemerkungen der Autorin, die mir bei jedem historischen Roman wichtig sind. Dass leider erst dort zur Sprache kommt, dass Rehn mehr über Umwälzungen, statt über den Krieg schreiben wollte (wäre vielleicht auf dem Klappentext angebracht gewesen), war schade und hätte mir andernfalls eine andere Erwartungshaltung beschert.

    Zusammenfassend passiert auf über 600 Seiten einfach viel zu wenig, als dass mich das Buch hätte fesseln können. Der Schreibstil war anstrengend und die Protagonistin unsympathisch, sowie viel zu sehr in komplizierte Beziehungsgeflechte verstrickt. Jetzt zur Überraschung: Trotz meiner Bewertung von 2 von 5 Sternen, werde ich es nochmal mit „Gold und Stein“ und/oder der Wundärztin-Trilogie versuchen, denn ich habe das Gefühl, dass Heidi Rehn vielleicht auch anders kann und eine zweite Chance von mir verdient hat.
  2. Cover des Buches Eine Liebe zwischen den Fronten (ISBN: 9783404179893)
    Maria W. Peter

    Eine Liebe zwischen den Fronten

     (134)
    Aktuelle Rezension von: Teby

    In "Eine Liebe zwischen den Fronten" wagt sich Maria W. Peter in die Wirren des Deutsch-Französischen Krieges.

    Mittelpunkt ihres Romans sind die Französin Madeleine und der deutsche Arzt Paul. Sie sind gerade dabei, in Berlin ihre Verlobung bekannt zu geben und zu feiern, als der Krieg ausbricht. Paul muss sofort aufbrechen zu seinem Regiment und Madeleine in ihre Heimatstadt Metz. Von nun an sind sie auf unterschiedlichen, ja verfeindeten Seiten. 

    Ab da spinnt sich eine rundum hervorragend recherchierte und durchdachte Geschichte um Liebe, Freundschaft und Familie. Maria W. Peter versteht es, Geschichte und Politik in ihren Figuren lebendig werden zu lassen. Selbst das Nachwort ist hervorragend geschrieben und lässt das Gelesene noch runder werden. Die Sicht auf beide und aus beiden Seiten eines Krieges ist eindrucksvoll. Der Leser hat die Chance, beide Seiten zu betrachten und mitzuerleben. Es gelingt ihm nicht, sich bedingungslos auf eine Seite zu schlagen. Das ist hohe schriftstellerische Kunst!

  3. Cover des Buches Das geheime Lächeln (ISBN: 9783453359741)
    Bettina Storks

    Das geheime Lächeln

     (82)
    Aktuelle Rezension von: leseHuhn

    Das geheime Lächeln 

    von Bettina Storks

    erschienen im Diana Verlag im März 2018

    Taschenbuch 480 Seiten 

    Klappentext 

    Eine Großmutter, die liebt. Eine Mutter, die schweigt. Eine Tochter auf der Suche.

    Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist. 

    Meine Meinung 

    Der Roman von Bettina Storks fällt in die Kategorie: aussagekräftig und fantastisch. Die Autorin hat die Familiengeschichte von Emilia Lukin mit Finesse und viel Gefühl zu Papier gebracht. Ihre Charaktere sind authentisch und es fiel mir leicht, ihrem Handeln zu folgen.

    In diesem Roman geht auch um eine starke Frau, die ihren Weg geht, egal ob ihre Familie dahinter steht oder nicht und das zu einer Zeit, wo junge Frauen besser nicht alleine unterwegs sein sollten. Emilias Großmutter war diese starke und mutige Frau, die in den Dreißigerjahren alleine nach Paris ging. Ihr Kind wuchs bei ihren Eltern auf, fern von Paris und im Glauben, ihre Mutter sei Tod. Sophie ereilt ein ähnliches Schicksal wie Dora Maar. Auch sie dachte, sie liebt den Künstler Fugin, der aber nur sich selbst liebte. Sophie wurde verbannt und traf dort Jean-Pierre. Emilia reist nach La Lumiére und begibt sich auf die Suche nach ihren Wurzeln.

    Bettina Storks hat eine authentische Geschichte geschrieben, die spürbar Verlust und Ängste widerspiegelt. Und sie hat auch die Zeit des zweiten Weltkrieges glaubwürdig dargestellt. Wir dürfen aus den Perspektiven von Emilia und Sophie und auch von Jean-Pierre in die Geschichte eintauchen und am besten nicht mehr auftauchen. 

    Fazit 

    Das geheime Lächeln von Bettina Storks hat mich in eine Zeit zurückversetzt, die aufregend, aber auch sehr gefährlich war. Die Autorin hat mir aber auch wunderbare Einblicke in die Welt der Kunst beschert. Vergangenheit und Gegenwart wurden hier harmonisch miteinander verbunden. Von mir gibt es 5 🐥🐥🐥🐥🐥 und eine Leseempfehlung.

  4. Cover des Buches Die Kleiderdiebin (ISBN: 9783453418677)
    Natalie Meg Evans

    Die Kleiderdiebin

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Caillean79

    Mit der jungen Alix Gower, englischstämmiges Mädchen in Paris, habe ich die Welt der Mode in den 1930er Jahren entdeckt und mich gut unterhalten. Die Geschichte von Alix, die als Näherin in einem Haute Couture-Haus Anstellung findet und in die Modepiraterie zwischen den Weltkriegen „hineinrutscht“, ist fesselnd erzählt und hält den Leser trotz einiger kleiner Längen bei der Stange (also in diesem Fall bei der Seite).

    Erstaunt hat mich, dass neben dem aufkommenden Nationalsozialismus auch der spanische Bürgerkrieg eine Nebenrolle spielt und die Geschichte dadurch noch mehr Dramatik gewinnt. Diese historischen Entwicklungen werden jedoch nicht überstrapaziert und fügen sich dadurch gut in die Story ein. Diese Balance finde ich gelungen.

    Der Roman spielt fast ausschließlich in Paris, in Rückblenden kommt auch dem Elsass eine Rolle zu und an einigen Stellen sind Spanien und die USA im Fokus.

    Positiv kann man außerdem hervorheben, dass der Anhang zum Buch sehr liebevoll gestaltet ist – neben dem obligatorischen Dank der Autorin gibt es „Alix‘ Skizzenbuch“ mit Anekdoten über die Mode und ihre Schöpfer(innen), ein Rezept für französische Zwiebelsuppe sowie zusätzliche Kapitel zu den wahren und erfundenen Personen und Schauplätzen des Buches und zur Mode und Weiblichkeit in den 30er Jahren. Sehr aufschlussreich! Das tröstet letztlich darüber hinweg, dass man den Inhalt des Romans durchaus ein wenig hätte straffen können.

    Zu empfehlen ist das Buch aber auf jeden Fall, am besten als Urlaubs- oder Entspannungslektüre.

  5. Cover des Buches Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach (ISBN: 9783847900986)
    Julia Mattera

    Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenhexe

    Als mir die Leseprobe in die Hände fiel, wurde ich neugierig auf das Buch. Ein Mann, der den Möhren im Garten Namen gibt, das war neu für mich und faszinierend. Also wollte ich das Buch lesen. Leider stellte sich heraus, die Leseprobe war das Spannendste am Buch. Es wurde immer wieder wiederholt, wie einsam und eigenbrötlerisch Robert lebt, wie er nur mit den Gemüsebeeten oder den Hennen kommunizieren kann. Und dass er auf keinen Fall die Sicherheit dieses geschützten und versteckten Lebens verlassen will. Und was geschieht? Trotz seines eisernen Entschlusses lässt er Hassan und seine Mutter in sein Leben, veranstaltet Showgärtnern für Besucher, verliebt sich in Maggie, verlässt den Hof im Elsass, um Maggie in England zu besuchen.
    Ist der Mann bloß schrullig, wie im Klappentext genannt, oder schon ein ausgewachsener Autist? Die Symptome wären da. Das Eröffnungsgespräch zwischen den beiden Geschwistern zeigt schon den Kern des Problems. Falls er kein Autist ist, was hat ihn derart Menschenscheu werden lassen? Der bildhafte Schreibstil ließ die Szene im Garten vor meinen Augen sehr real entstehen.
    Aber da er permanent seine ehernen Vorsätze mit Füßen tritt, ist Robert eher nur schrullig. Ein erwachsener Autist bleibt seiner Ginette treu.
    Im Buch wird immer wieder erwähnt, welche traumatische Schicksalsschläge er erleiden musste. Vielleicht habe ich etwas überlesen, aber absolut traumatisch scheint für Robert das Mädchen gewesen zu sein, das an einem Abend mit ihm getanzt hat und am nächsten Tag nichts mehr von ihm wissen wollte.
    Die Geschichte und die Dialoge im Buch sind nicht glaubwürdig in meinen Augen. Ich kann die Handlung nicht nachvollziehen. Keine der drei Frauen muss Robert öfters etwas sagen, schon macht Robert Männchen und führt alles aus, was sie von ihm wollen.
    Der Roman beginnt richtig gut, mit vielen vorwärtsweisenden Texthinweisen, voller Versprechungen für eine schöne Lektüre um dann aber zusehends abzuflachen, schal und vorhersehbar zu werden. Mattera lässt keine richtige Spannung aufkommen, man blättert um, nicht um zu erfahren, was auf der nächsten Seite geschieht, sondern um endlich zum Ende zu kommen. Da sind wenigstens ein paar nette Rezepte, die werde ich demnächst mal ausprobieren. Dafür die drei Sternchen.
    Fazit: Ein Buch das wir getrost der 90jährigen Oma zu lesen geben können, das wird sogar sie sanft in den Schlaf bringen.

  6. Cover des Buches Der Hexenjäger (ISBN: 9783499274671)
    Astrid Fritz

    Der Hexenjäger

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Angela_Michel
    Klappentext
    Schlettstadt im Elsass 1448: Die Mutter der Krämerstochter Susanna liegt tot in der Stube aufgebahrt. Bruder Heinrich, päpstlicher Inquisitor und Prior des hiesigen Predigerklosters, erscheint, um Trost zu spenden. Fast väterlich sorgt er sich um die junge Frau.
    Doch bald schlägt die Fürsorge in Wahn um. Er lässt Susanna nicht mehr aus den Augen. Was sie nicht weiß: Seit einiger Zeit verfolgt Bruder Heinrich als Inquisitor die Vernichtung der <>. Viel zu spät erkennt Susanna, dass auch sie sich vor Heinrich in Acht nehmen muss.

    "Der Hexenjäger" ist mein erster Roman der Autorin Astrid Fritz.
    Der Einstieg ins Buch ist mir recht leicht gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich gewählt, so dass man das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen kann.
    Ich finde mich schnell in dieser traurigen und brutalen Zeit zurecht, in welcher der Stellenwert der Frau nur wenig vorhanden ist, dafür aber der Wahn um ihre Personen umso größer, sobald sie Weisheit und Wissen besitzen.

    In dieser Zeit findet sich Prior und Inquisitor Heinrich Kramer, Verfasser des Hexenhammers, dessen Figur weitestgehend auf historisch belegten Fakten basiert.
    Die eingefügten Rückblicke auf die Kindheit Kramers lassen erahnen, dass der junge Heinrich in einem recht zwiespältigen Verhältnis zur Weiblichkeit aufwachsen muss.
    Die Protagonistin Susanna Mittnacht, ein fiktiver Charakter,  erzählt aus der Ich- Position über ihr Leben, die Einengungen und Bedrängungen des Bruder Heinrich. 
    Wohl auf Grund der unerwiderten Liebe zu Susannas Mutter,und später Susanna selbst, setzt Kramer alles daran, Susanna zu "besitzen".
    Susanna gewährt Einblicke in den niederen Charakter des Henricus Institoris und erzählt, wie er ihr immer wieder auflauert, sie versucht zu unterdrücken und schließlich entführen lässt, um sie als Hexe auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.

    Zitat S. 423
    "Ein Aufschneider, Täuscher und Fälscher, der sich in einer Welt voller Feinde sieht"

    Mein Fazit
    Mir hat der Roman gut gefallen und es wird sicherlich nicht das letzte  Buch sein, welches ich mir von Astrid Fritz holen   werde.

  7. Cover des Buches Kaiserstuhl (ISBN: 9783471360118)
    Brigitte Glaser

    Kaiserstuhl

     (78)
    Aktuelle Rezension von: mama2009

    Meine Meinung und Fazit:


    Zeiten des Aufbruchs und eines neuen Bewusstsein. Frauen brauchen nicht mehr Männer, um beruflich erfolgreich zu werden oder zu sein. Henny, eine Weinhändlerin aus Freiburg. Sie hat alles von ihrem Vater gelernt und beherrscht ihr Metier. 

    Es geht um Verlust. Verlust von Liebe und die Suche nach ihr. Oder auch die Suche nach Geborgenheit in der Familie und der eigene Kampf, den richtigen Weg für sich zu finden und sich zu trauen, ihn zu gehen. 

    Die Geschichte um Henny wird in die Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft eingebunden. Hier erfährt man wie Adenauer und de Gaulle zueinander standen und was im Hintergrund alles erforderlich war. 

    Mir gefällt die Geschichte rund um die starke Henny, die voller Liebe ist, aber mit einer einzigen Aussage viel zerstört und somit der Liebe abgeschworen hat. Doch irgendwann erkennt sie, dass man nicht den Gefühlen entfliehen kann, eine gelungene Geschichte. 

    Lieblingsstellen Seite 18 "Zeit, das wusste Paul, war keine gleichbleibende Maßeinheit. Es gab Jahre, die mit ihrem Gewicht andere auf ein Nebengleis schoben; Jahre, die bis ins Detail grell erleuchtet blieben, während andere im Nebel des täglichen Einerleis versanken."

    Seite 94 "Darüber konnte sie nicht mehr den Mantel des Vergessens legen, zum einen, weil sich ihre Erinnerungen immer schwerer einfangen ließen, und zum anderen, weil es an der Zeit war, endlich klar Schiff zu machen. Schuld wurde nicht weniger, wenn man sie verdrängte. Schuld wurde auch nicht weniger, weil andere sich viel schuldiger gemacht hatten. Viele redeten sich damit heraus, keine andere Wahl gehabt zu haben."

    Seite 158 "Die Welt sähe doch sehr viel schlechter aus, wenn wir Frauen immer täten, was die Männer wollen, oder?"

    Seite 254 "Männer wollen eine Frau, für die sie sorgen können, aber für mich muss keiner sorgen. Sie wollen eine Frau zum Herzeigen, aber ich bim kein Schmuckstück, und immer wollen sie der Frau ihren Platz zuweisen, aber den such ich mir lieber selbst."

    Mein Dank geht an das Team von vorablesen.de und den List Verlag. 

  8. Cover des Buches Das Weingut. In stürmischen Zeiten (ISBN: 9783442488032)
    Marie Lacrosse

    Das Weingut. In stürmischen Zeiten

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Daniela_Franzelin

    Ich liebe diesen Roman. Er ist extrem spannend und voller Emotionen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut und flüssig. 

    Insbesondere die Beschreibung des Kriegs hat mich als Leserin sehr mitgenommen. Man kann sich alles ziemlich genau vorstellen: wie die Verwundeten auf den Feldern liegen und Franz ihnen hilft. Aber auch wie sehr alle leiden. 

    Ich würde immer wieder wütend auf Franz' Vater und Schwester. Ihr Benehmen ist einfach unentschuldbar. Sie bringen regelrecht Leiden über Franz, Irene und Franz' Mutter. Dabei ist der Rest der Roman Figuren so sympathisch und liebenswert. 

    Man schließt die Hauptfigur en sehr schnell ins Herz und lebt mit ihnen zahlreiche Tiefs durch. Ein Unglück (oder böse Tat) folgt dem anderen. Das macht das Buch aber gerade so spannend. Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall schon bald lesen. 

    Den Roman kann ich nur weiterempfehlen. Und zwar mit 6 von 5 Sternen! 

  9. Cover des Buches Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben (ISBN: 9783442490745)
    Marie Lacrosse

    Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Nachdem Irene erfahren hat, dass Franz ihr Halbbruder ist, hat sie alles hinter sich gelassen und versucht nun, sich ein neues Leben in Lambrecht aufzubauen. Dabei lernt sie Josef kennen, den Anführer einer Arbeitervereinigung, und beginnt, sich dort für die Rechte der Frauen einzusetzen.

     

    Meine Meinung:

    Im zweiten Teil ihrer Familiensaga „Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben“ erzählt Marie Lacrosse die Geschichte um Irene Weber und die Familie Gerban weiter. Auch hier malt sie wieder auf ihre einzigartige Weise Bilder und Geschichten und verwebt gekonnt Fakten und Fiktion und es ist einfach nur schön und eindrucksvoll zu lesen.

     

    Für den zweiten Teil nutzt die Autorin drei Handlungsstränge. Einmal erzählt sie aus der Irrenanstalt in Klingenmünster von Franz Mutter, die dort zu Unrecht festgehalten und sediert wird. Ich mag Pauline einfach und ihre innere Stärke, wie sie im Laufe des Buches ihr Leben wieder in die Hand nimmt und am Ende alle nach ihrer Pfeife tanzen. In diesem Teil erfahren wir auch, wie früher in solchen Anstalten die Behandlung der Patienten gehandhabt wurde und es ist erschreckend, wie man diese Menschen einfach ruhiggestellt hat oder stundenlang in sog. Dauerbäder gelegt hat.

     

    Dann dürfen wir natürlich Irene begleiten. Sie gefällt mir immer noch gut. Und anhand ihres Weges in diesem Buch bringt uns die Autorin zugleich die Arbeitervereinigung näher und wie die Arbeiter begonnen haben, sich gegen die unwürdigen Arbeitsumstände in den Fabriken aufzulehnen. Es geht weiter um Kinderarbeit und um die Unfälle, die zugunsten des Profits billigend in Kauf genommen wurden. Mir gefällt, wie die empathische Irene sich auch in diesem Teil entwickelt. Stärker wird aber dennoch immer das Wohl der anderen mit im Blick hat.

     

    Und wir erleben auf dem Gut der Gerbans, wie die ehemaligen Elsässer eingedeutscht werden sollen. Wie die französische Bevölkerung nach dem deutsch-französischen Krieg von den Deutschen geächtet wurde. Und wie Franz hier mit einem bayerischen Pass zurück auf das Gut kommt und dort alles in die Hand nimmt. Wie er als Leiter des Weinguts Verantwortung übernimmt, sein Temperament zügeln lernt und wie er sich auf die Suche nach Irene macht, die Wahrheit herausfindet und meine Hoffnungen aus dem ersten Teil doch noch erfüllt werden.

     

    Ein wirklich schönes Buch, das uns in die aufregende Welt im Elsass der 1870er Jahre führt, eine spannende Zeit, in der alles im Wandel ist. Eine klare Leseempfehlung an alle, die historische Romane, basierend auf geschichtlichen Fakten, mögen!

     

    Fazit:

    Im zweiten Teil ihrer Familiensaga „Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben“ führt Marie Lacrosse die Geschichte von Irene und Franz weiter. Wo im ersten Band der deutsch-französischen Krieg im Mittelpunkt war, da geht es jetzt um die Zustände in den Irrenanstalten, um Kinderarbeit und um die Gründung und die Aktionen der ersten Arbeitnehmervereinigungen sowie die ersten Arbeitsstreiks. Hier hat Irene, die den Anführer der Arbeitnehmervereinigung Josef kennengelernt hat, der sich ihr und ihrem Sohn annimmt, eine besondere Rolle. Sie kämpft sich hart durch das schwierige Leben in einer Tuchfabrik nach oben, setzt sich für die Arbeiterinnen ein und entwickelt ein ganz neues Selbstbewusstsein. Es ist wieder unglaublich mitreißend, wie die Autorin Fakten und Fiktion verwebt und ein plastisches Abbild der damaligen Zeit schafft, das mitreißt, entsetzt, zu Herzen geht und von dem man nicht genug bekommt. Und auch Pauline, die von ihrem Mann in einer Irrenanstalt eingewiesen wird, kämpft sich durch. Dies ist eine Geschichte über starke Frauen mit einem wunderschönen Happy End – wenn auch nicht für alle.

     

    5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung von mir!

  10. Cover des Buches Ein allzu schönes Mädchen (ISBN: 9783499332784)
    Jan Seghers

    Ein allzu schönes Mädchen

     (168)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    In einem Bergdorf im Elsass entdeckt die Madame Fouchard auf ihrem kleinen Bauernhof ein verwahrlostes Mädchen und nimmt sich ihrer an. Sie ist außergewöhnlich schön, benimmt sich aber eigenartig. Als die Bäuerin stirbt, verschwindet auch das Mädchen aus dem Dorf.
    Im Frankfurter Stadtpark wird die übel zugerichtete Leiche eines jungen Mannes entdeckt. Wenig später taucht sein Wagen mit einer zweiten Leiche im Kofferraum auf. Kommissar Marthaler und seine Kollegen tappen im Dunklen. Doch je weiter die Ermittlungen kommen, desto öfter berichten Zeugen von einem allzu schönen Mädchen.

    Ein allzu schönes Mädchen erschien 2010 bei Rowohlt. Der 736 Seiten starke Krimi ist der erste von aktuell sechs Bänden in Seghers Reihe Kommissar Marthaler ermittelt.

    Die Geschichte spielt im Jahr 2000 in Frankfurt am Main. Als Rahmen hat Seghers einen (fiktiven?) Besuch des US-Präsidenten gewählt, so dass die Polizei äußerst ausgelastet und das innerstädtische Leben immer wieder gestört ist. Einzelne Schauplätze liegen auch im Elsass und in Saarbrücken.

    Segher beginnt die Geschichte mit einer ausführlichen Einführung im Elsass. Bis zum Auffinden der ersten Leiche und damit Kommissar Marthalers erstem Auftritt vergeht eine ganze Reihe von Seiten. Auch als die Geschichte Fahrt aufnimmt, bleiben die Umstände des Falles lange unklar. Seghers steigert die stressige Stimmung während der ersten Ermittlungsphase geschickt durch die erhöhte Medienpräsenz wegen des Besuchs des US-Präsidenten.

    Wie auch der fünfte Band, den ich ja unglücklicherweise zuerst gelesen habe, lebt Ein allzu schönes Mädchen einerseits von den Charakteren und andererseits von viel Lokalkolorit. Zu Ersterem muss ich im Vergleich aber sagen, dass da definitiv eine Steigerung stattfindet. Marthaler bleibt zwar kauzig, hat im ersten Band aber noch deutlich unsympathischere Wesenszüge. So reagiert er nicht nur ein Mal übertrieben aufbrausend. Seine Kollegen bleiben teilweise noch etwas blass – wie wichtig und sympathisch Carlos mal werden wird, kann man schon erkennen, besonders gut gefiel mir aber auch Manfred. Ein wenig amüsant fand ich, dass Tereza im ersten Band noch deutlich weniger gebrochen Deutsch spricht, als sie das im fünften Band tun wird.

    Sehr gefallen hat mir, dass die genauen Hintergründe der Taten lange unklar blieben. Seghers forciert geschickt einen Hergang samt Tatverdächtigem nach dem anderen. Am Ende wirft er alles nochmal um, um ganz am Ende schließlich die tatsächliche Auflösung der Fantasie der Lesenden zu überlassen. Die Geschichte selbst ist für einen Krimi schön. Ich weiß nicht genau, wie ich das ausdrücken soll, aber ich erwarte bei Krimis eigentlich keine Geschichten, die sich schön anfühlen. Krimis sind üblicherweise blutig, leichig und von Abgründen dominiert. All das trifft auf Ein allzu schönes Mädchen zwar auch zu, trotzdem hatte ich immer das Gefühl, mich in einer schönen Geschichte zu bewegen. Das hat mir sehr gefallen.

    Alles in allem ist Ein allzu schönes Mädchen ein schöner Einstieg, der Lust auf mehr macht. Die Charaktere haben noch Potential, machen aber schon neugierig. Gepaart mit viel Lokalkolorit und einer soliden Story ergibt sich ein spannender Krimi.

  11. Cover des Buches Das Geheimnis von Lorraine (ISBN: B09WF94CWV)
    Jana Engels

    Das Geheimnis von Lorraine

     (19)
    Aktuelle Rezension von: J-N

    Als erstes fällt natürlich das tolle Cover auf, was wirklich schön gestaltet ist.

    Das Hörbuch fing gut an, die Stimme hat mir sehr gut gefallen und war keinesfalls einschläfernd oder langweilig.

    Leider konnte mich die Geschichte im Großen und Ganzen nicht überzeugen. Nach einer Weile war ich von der Hauptdarstellerin genervt und konnte viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Daher war ich ab der Hälfte des Buches nicht mehr so ganz bei der Sache und war auch froh als es zu Ende war. Ich denke man hätte mehr aus der Geschichte herausholen können, aber so bleibt es eben für mich nur nettes Hörbuch.

    Wirklich schade, da die Story an sich mehr hergegeben hätte.

  12. Cover des Buches Mord ohne Grenzen (ISBN: 9783741288753)
    Elke Schwab

    Mord ohne Grenzen

     (13)
    Aktuelle Rezension von: HBCityGirl89
    Sabine Radek, alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter hat im kleinen Dorf Potterchen im Elsaß ein Haus geerbt. Also macht sie sich gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Annabel auf den Weg in  das 200-Seelen-Dorf um das Haus zu besichtigen. Doch während dieser Besichtigung geschieht etwas schreckliches,Annabel ist auf einmal spurlos verschwunden.
    Verzweifelt wendet sich Sabine an ihre Freundin Tanja, ebenfalls Alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter und Kriminalbeamtin. Tanja macht sich sofort auf den Weg ins Elsass um ihrer Freundin bei der Suche nach ihrer kleinen Tochter zu unterstützen. 
    Schnell muss Tanja jedoch feststellen, dass sie es in Pottaschen mit sehr eigentümlichen Dorfbewohnern zu tun hat, die größtenteils noch in einer anderen Zeit zu leben scheinen und die ihr die Arbeit nicht gerade leicht machen. 


    Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Da das Buch im Elsaß spielt, wurden ab und zu Begriffe, Wörter oder auch mal ganze Sätze in dem Dialekt der Region eingefügt. Bei mir hat das den Lesefluss manchmal ein wenig gestört, da ich dann erst hinten nachgeschaut habe was die Wörter und Sätze bedeuten. 
    Die Länge der einzelnen Kapitel im Buch war sehr angenehm. Da die Kapitel immer recht kurz waren, hat dies immer zum weiterlesen animiert. 
    Die Personen wie auch die ganze Umgebung des Elsaß werden von der Autorin sehr gut dargestellt und charakterisiert. So fühlt man sich schnell mit den Personen verbunden und hatte die ganze Zeit das Gefühl selbst im Elsaß zu sein. 
    Da die Geschichte gleich zu Anfang sehr spannend beginnt, hatte ich zunächst bedenken, ob diese Spannung durchgehend gehalten werden kann. Diese Bedenken waren allerdings völlig unbegründet, da die Autorin es schafft vom Anfang bis zum Ende einen kontinuierlichen Spannungsbogen zu halten.
    Besonders gefallen hat mir, das neben dem Kriminalfall auch noch eine private Geschichte der beiden Hauptpersonen Tanja und Jean-Yves erzählt wurde. Durch diese Perspektiv-Wechsel in der Geschichte konnte die Spannung noch besser aufgebaut werden.
    Das Ende war für mich nicht komplett ausgereift, da für mich am Ende ein paar Fragen offen geblieben sind, im Hinblick auf die Hauptpersonen. Aber vielleicht gibt es ja nochmal eine Fortsetzung. :)
  13. Cover des Buches Der Teufel von Eguisheim (ISBN: 9783499273254)
    Jules Vitrac

    Der Teufel von Eguisheim

     (10)
    Aktuelle Rezension von: talisha
    Seit dem Fass-Mordfall geht es in Eguisheim wieder gewohnt ruhig zu und her.  Doch dann geschehen einige komische Dinge: ein Eguisheimer stürzt aus dem Fenster, im Wald wird ein Paar von einem Reh angegriffen, man findet Fallen im Wald und der nackte Hippie und Waldbewohner Jérome gibt sich geheimnisvoll. Kommissar Wolfsberger interessiert sich nicht dafür und lässt Céleste Kreydenweiss und Luc Bato in Ruhe - die beiden haben Blut geleckt, das alles kann doch kein Zufall sein. Sie halten sich bedeckt und haben es in der Folge mit einigen unliebsamen Einwohnern zu tun. Doch alle sind beschäftigt mit Vorbereitungen für das grosse Weinfest. Nun stellt sich aber der neue Pfarrer Schwarzweiler quer, er will nicht, dass der Kirchenchor daran teilnimmt, zumindest nicht, wenn nur Lieder aus der Carmina Burana gesungen werden. Es kommt zum Streit.

    In diesem zweiten Band der Kreydenweiss & Bato-Serie werden Eguisheim und einige der Dorfbewohner vorgestellt: Francine führt den Lebensmittelladen, in dem die 60jährige Rosalie oft einkauft und klaut. Die Greniers haben einen kleinen Zeitschriftenladen, Henri ist Wirt vom Bistro, Julien der Besitzer der Weinstube,  Albert Epfacher leitet das Stadtmuseum und macht Ziegenkäse, die ehrenamtliche Kirchenmitarbeiterin Valerie Crummenacker, Gärtnerin Hortense und Nicolette Pelletier aus der Bäckerei singen im Chor, und Brigitte von der Verkehrsüberwachung lässt auch die Polizei nicht nur die Einbahnstrasse fahren. Sie alle tragen zum Dorfleben aktiv dazu. Céleste muss einige davon befragen, einige werden sogar verdächtigt. Hortense zum Beispiel, sehr zum Leidwesen von Luc Bato, der sich verliebt hat. 

    Auch dieser Fall ist wieder sehr gekonnt geschrieben. Der Leser weiss genau so viel oder wenig wie die Polizei und muss mit den vorhandenen Puzzlesteinen versuchen, das Gesamtbild zu legen, was sehr schwierig und verzwickt ist und auch erst zum Ende gelöst wird.  Unterhaltsam blickt man hinter die Fassaden der Eguisheimer. Ja, und einer davon ist schlussendlich "Der Teufel von Eguisheim". Spannend erzählt, ein s ympathisches Ermittlerteam mit Ecken und Kanten - bitte mehr davon. 

    Fazit: Solide Ermittlungsarbeit mit unerwarteten Wendungen und ein spannendes Thema machen den Krimi sehr lesenswert. 
    4 Punkte. 
  14. Cover des Buches Mord im Elsass (ISBN: 9783499272271)
    Jules Vitrac

    Mord im Elsass

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 330 Seiten

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch (26. August 2016) 

    ISBN-13: 978-3499272271

    Preis: 10,00 €

    auch als E-Book erhältlich


    Unterhaltsame Lektüre


    Inhalt:

    In dem kleinen Ort Eguisheim im Elsass ist es wie verhext. Zuerst wird eine Leiche in einem Sauerkrautfass mitten auf dem Marktplatz gefunden, dann eine zweite in einem Eisenkäfig am Heimatmuseum. Und der zuständige Kommissar aus Colmar ist ein alter Bekannter der örtlichen Polizeichefin Celestine Kreydenweiss - einer, den sie am liebsten nie wieder sehen möchte. Doch zum Glück hat sie auch den jungen Kollegen Luc Bato zur Hand, der so manches Mal mit seinem spezifischen Wissen punkten kann.


    Meine Meinung:

    Hinter dem Pseudonym Jules Vitrac verbirgt sich die deutsche Juristin und Journalistin Veronika Rusch. Sie schreibt außerdem als Fiona Blum und Franziska Weidinger.


    „Mord im Elsass“ ist der erste Band der Reihe „Kreydenweiss & Bato ermitteln“, von der mittlerweile drei Bände erschienen sind. Die Lektüre ist nicht allzu anspruchsvoll, dafür aber ganz unterhaltsam und auf jeden Fall gut zu lesen. Das Verbrechen ist nicht leicht zu durchschauen und zeigt sich recht vielschichtig. Es werden etliche verschiedene Themen angesprochen. Wenn man aufmerksam liest und mitdenkt, kann man aber durchaus schon vor dem Ende auf den Täter kommen. 


    Der Spannungsbogen ist nicht gerade atemberaubend, aber durchgängig vorhanden. Dazu kommt ein wenig Lokalkolorit und auch einige Klischees werden bedient. Insgesamt fand ich diesen Krimi recht gelungen.


    Die Reihe:

    1. Mord im Elsass

    2. Der Teufel von Eguisheim

    3. Tödliches Elsass


    ★★★★☆


  15. Cover des Buches Elsässer Erbschaften (ISBN: 9783492310161)
    Jean Jacques Laurent

    Elsässer Erbschaften

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Major Jules Gabin bekommt es gleich am ersten Tag in seiner neuen Dienststelle mit einem Mord an einer jungen Frau zu tun. Ist die Tote, eine Journalistin, auf eine brisante Story gestoßen oder hat ihr jähzorniger Freund sich nicht beherrschen können? 

    Je tiefer Jules Gabin in diesen Fall eindringt, desto mehr stellt sich heraus, das Motiv für diese Gewalttat muss in der Vergangenheit liegen, gab es doch 1945 einen ähnlichen Fall. 

    Meine Meinung: 

    Eine weitere Krimi-Serie, die von den Rivalitäten zwischen den verschiedenen Polizeidienststellen, die einerseits dem Verteidigungsministerium und andererseits dem Innenministerium angehören, lebt. Auf die Gendarmerie, die sich vorrangig um kleinere Straftaten kümmert, wird gerne herabgesehen, wenn es um Mord geht. 

    Zusätzlichen Konfliktstoff bietet Major Jules Gabin selbst, da er passionierter Rotweinliebhaber ist und von den delikaten Weißweinen, die im Elsass angebaut werden, nur sehr schwer zu überzeugen ist. Auch die deftige Hausmannskost ist dem Feinschmecker von Meeresfrüchten und Fisch, die er aus seiner Heimat dem Nouvelle-Aquitaine kennt, ungewohnt. Doch dank der umtriebigen Herbergsmutter Clothilde lernt er die Elsässer Küche langsam schätzen. Ach ja, Jules Gabin und die Frauen - auch ein konfliktreiches Thema. Gerade der verwöhnten Lilou und ihren ambitionierten Plänen entkommen, bekommt er es mit der ehrgeizigen Untersuchungsrichterin Joanna zu tun.  

    Die Charaktere sind gut angelegt. Der eine oder andere wird sicherlich noch eine Entwicklung durchmachen. 

    Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Beschreibung von Land und Leuten lassen Sehnsucht nach dem Elsass aufkommen. 

    Gelungen auch das Cover, das die bekannteste Attraktion der Umgebung zeigt: den Storch. 

    Fazit:

    Ein gelungener Auftakt einer Krimi-Reihe, dem ich gerne 4 Sterne gebe. 

     

  16. Cover des Buches Licht über den Reben - Ein Sommer im Elsass (ISBN: 9783426215944)
    Laura Albers

    Licht über den Reben - Ein Sommer im Elsass

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Beworben wird dieser Roman mit den Worten: "Ein stimmungsvoller Liebesroman mit prickelnder Spannung vor der Kulisse der romantischen Weinberge des Elsass in Frankreich von Laura Albers". Und das trifft es genau, eine romantische Lektüre, die zum Träumen einlädt. Beim Kauf weiss man auf was man sich hier einlässt - auf einen Liebesroman der zwar nach dem üblichen Schema abläuft, der aber einen angenehmen Schreibstil hat und leicht wie eine Sommerbrise ist, aber auch genügend Dramatik aufweisst. Man fühlt und leidet mit der Protagonistin mit und das macht doch wiederum einen guten LiRo aus. Also ich kann diesen Roman absolut weiterempfehlen und vergebe gern volle 5 Sterne.

  17. Cover des Buches Mörderische Idylle: Ein Elsass-Krimi (ISBN: B0933MDGSF)
    Eduard-Florian Reisigl

    Mörderische Idylle: Ein Elsass-Krimi

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Sarini21

    Der Protagonist Christof Weinkeiler lebt und kocht im Elsass. Als auf seinem Hof ein Gast, der sich unbedingt nach Wunsch bekochen lassen wollte, tot in den Teller fällt wendet sich die Idylle zu einer mal mehr mal weniger aufregenden Ermittlungsgeschichte. Gute Freunde zweifeln an ihm und seiner Unschuld, ein mal mehr mal weniger engagierter Monsieur le Commissaire verdächtigt ihn mehrfach des Mordes an diesem Gast. Nebenher versucht Christof seine Alltagsroutine zu erhalten und seine Kochroutine weiter zu zelebrieren.

     

    Mich, als Elsass-Liebhaberin, hat das Buch recht gut unterhalten. Christof und seine Nachbarin fand ich sehr sympathisch, den wankelmütigen Commissaire eher nervig. Die Geschichte mit ihrer Aufklärung recht unspektakulär, aber passend für die Kulisse. Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor, der Kochkunst mächtig, ein paar Rezepte anhängt. Vielleicht passiert das ja in Teil 2 den ich auf jeden Fall lesen werde.

  18. Cover des Buches Das magische Klavier: Band 1 der Schleusenhausreihe (ISBN: B09Z8MPTZM)
    Marianne Carrera

    Das magische Klavier: Band 1 der Schleusenhausreihe

     (17)
    Aktuelle Rezension von: _bookfever-ever

    Lehrerin, kaufsüchtig, krank - und aktuell beziehungslos und ohne Wohnung, so kann man das Leben von Julia aktuell zusammenfassen. Doch wie so oft im Leben, tun sich manche Türen auf, wenn sich andere schließen und so passiert es, dass Julia plötzlich ein Haus im Elsass erbt. Während sie zuerst nur vor hat, sich das Haus mal anzusehen, befindet sich Julia plötzlich in einem Abenteuer nach dem anderen. Man taucht ein in eine Welt voller Magie, denn mittels einem Klavier kann sie völlig überraschend in die Zeit zurückweisen und erfährt dort Dinge, die ihr unheimlich am Herzen liegen. Sie lernt etwas über ihre Familie kennen, obwohl sie adoptiert ist und lernt Liebe kennen. Freundschaft und Familie ist ein zentrales Thema, aber auch grundsätzlich Adoption oder Hintergründe zu Spenderorganen oder gar Stalking geben der ganzen Geschichte eine Menge emotionale, humorvolle und nachdenkliche Momente. Es ist spannend und nicht immer hervorsehbar, was ich toll fand. Auch gefielen mir die Charaktere gut, da die Probleme realistisch waren, aber trotzdem war noch ne Menge Magie dabei, aber auch der Thriller war dabei, zumindestein kleines bisschen. Ein wenig gestört hat mich vielleicht, dass es an manchen Stellen zu schnell voran ging, da hätte ich mit etwas mehr Zeit auch gut leben können, ohne, dass es langatmig geworden wäre. 

    Mir hat es gefallen und egal, wo genau man den Band 1 der geplanten Reihe einordnen will, empfehle ich gerne, ihn zu lesen!

  19. Cover des Buches Zu Hause wartet das Glück (ISBN: 9783423217583)
    Agnès Ledig

    Zu Hause wartet das Glück

     (25)
    Aktuelle Rezension von: buecherschildkroete

    Bei diesem Buch handelt es sich um eine Geschichte, die sehr zu Herzen geht.

    Die Autorin hat einen sehr schönen und angenehmen Schreibstil. Dies ist neben der herzlichen Geschichte mit ein Grund, warum sich das Buch wunderbar lesen lässt und man es nur schwierig aus der Hand legen kann.

    Inhalt:

    Während eines starken Gewitters klingelt ein Vater mit seiner kranken, fiebrigen Tochter im Arm, an der Haustüre von Valentine. Da der Pferdeplanwagen beschädigt ist und dringend repariert werden muss, wird der Aufenthalt etwas länger dauern als geplant. Während des Aufenthalts lernt die Tochter Anna-Nina andere schöne Seiten des Lebens kennen und lieben. Wird der Vater der Tochter den Gefallen tun und sesshaft werden.

    Zeitgleich wird eine Geschichte aus dem 2. Weltkrieg über ein junges schwangeres Mädchen erzählt, dass von einem noch jüngeren jungen Mann gerettet wird. Die junge Frau ist sehr traurig darüber, dass die Deutschen ihren Liebsten Leon in Gewahrsam haben.

    Wie genau diese beiden Geschichten zusammen hängen, erfährt man zum Ende des Buches hin.

    Das einzige, was mich an dieser bezaubernden Geschichte gestört hat, war das Ende. In meinen Augen kam es zu abprupt und viel zu kurz. Hier hätte man noch einen schönen Epilog oder ein sschönes und ausführlicheres Ende beschreiben können. Aus diesem Grund einen Stern weniger.

    Das Cover ist sehr ansprechend, was für mich persönlich sehr wichtig ist, da ich mir Bücher mit weniger ansprechenden Covers selten anschauen (was eigentlich nicht so gut ist, da mir dadurch bestimmt auch super Bücher vorenthalten bleiben).

    Auch der Covertext hörte sich für mich sehr schön an.

    Mein Fazit zu diesem Buch:

    Es ist auf jeden Fall empfehlenswert und man möchte es überhaupt nicht mehr aus den Händen legen.

    Da dies mein erstes Buch der Autorin war, werde ich mir auch noch die beiden anderen Bücher kaufen um diese zu lesen. 

  20. Cover des Buches Marthe und Mathilde (ISBN: 9783499629839)
    Pascale Hugues

    Marthe und Mathilde

     (17)
    Aktuelle Rezension von: AnjaFrieda
    Ich habe durch Zufall dieses Buch gefunden und finde, ebenso wie meine Vorschreiber, dass es viel zu wenig bekannt ist. Denn es beinhaltet eine ganz wunderbare Geschichte über eine ganz besondere Freundschaft.

    Marthe und Mathilde lernen sich als Kinder kennen, weil ihre Eltern gemeinsam in einem Haus wohnen, in der elsässischen Kleinstadt Colmar. Beide sind 1902 geboren. Mathilde am 20. Februar, Marthe am 20. September. Beide sind im Jahr 2001 gestorben, mit nur 9 Wochen Abstand. So ähnlich sich die beiden sind, so unterschiedlich sind sie. Und als der Krieg Einzug hält und sie getrennt werden, halten sie doch zusammen, schreiben sich Briefe, brauchen einander. Sobald der Krieg vorbei ist, sind sie auch schon wieder vereint, beide verwitwet. Marthe mit einem Sohn, Mathilde mit einer Tochter, beide im selben Jahr geboren, mit 16 Tagen Abstand. Dass diese beiden Kinder tatsächlich heiraten und Eltern der Autorin sind, ist ja schon beinahe vorprogrammiert bei dieser Anhäufung von Zufällen.
    Es ist schon fast kurios, wie sich alles derart gleicht. Beide Frauen haben die selbe Geschichte, die sie miteinander teilen und die sie verbindet. Die Autorin schreibt klar und schnörkellos. Stellt ihre beiden Großmütter mit ihren Eigenheiten liebevoll dar.

    Zitat: "Ich bin Elsässerin, und man lasse mich in Ruhe mit diesen ganzen Grenzgeschichten!" hatte sie verkündet, als ich herauszufinden versuchte, ob sie sich eher als Deutsche oder Französin fühlte. Marthe stellte sich keine unnützen Fragen. War sie traurig, hörte sie sich auf ihrem riesigen Pathé-Marconi-Plattenspieler hintereinander Maurice Chevalier und Tiroler Jodler an."

    Die Autorin beschreibt die Freundschaft der beiden Frauen, sowie das Leben durch das gesamte 20. Jahrhundert hindurch. Dadurch beleuchtet außerdem die geschichtlichen Hintergründe und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung - besonders der Elsässischen.

    Zitat: "Als ich ihm (dem Pfarrer) meine Berliner Adresse diktiere, zuckte der Pfarrer der Pfarrei Saint Joseph zusammen: "Sie leben bei den Roten, meine Tochter!" Er schaute mich merkwürdig an. Er nahm mich bei der Hand, und wir sagten im stillen Pfarrhaus gemeinsam das Vaterunser auf."

    Sie zitiert dabei aus Briefen und Posesiealben, erzählt Anekdötchen, Reime und Verse. Außerdem finden sich in dem Buch Fotografien der beiden Freundinnen. Das ganze Buch ist durchweg positiv und unterschwellig witzig. Teilweise musste ich laut über den Wortwitz der Großmütter lachen.
    Eine wirklich ganz zauberhafte Geschichte. 
  21. Cover des Buches Die Patisserie am Münsterplatz – Zeitenwandel (ISBN: 9783492316484)
    Charlotte Jacobi

    Die Patisserie am Münsterplatz – Zeitenwandel

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Katjuschka

    Die köstlichsten Genüsse des Elsass kennenlernen - darauf hofft die 19-jährige Ida, als ihre Familie 1893 von Stuttgart ins vormals französische Straßburg umsiedelt.

    Am Münsterplatz eröffnen die Tritschlers eine Feinbäckerei, die ganz in der Nähe der konkurrierenden Patisserie Picard liegt.

    Als sich die junge Bäckerin ausgerechnet in deren Sohn Lucien Picard verliebt, muss sie feststellen, dass eine Fehde zwischen ihren Familien herrscht, die weit über das Geschäftliche hinausgeht.


    Als sich Ida Tritschler und Lucien Picard ineinander verlieben, ist es anscheinend nicht nur die Konkurrenz der beiden Patisserie-Betreiber, die zwischen den beiden steht.

    Schnell wird klar, es muss ein Vorkommnis aus der Vergangenheit geben, der die Familien entzweit hat.

    Was ist geschehen, als Idas Vater vor über 20 Jahren in Straßburg gelebt hatte?

    Ist es wirklich nur die Tatsache, dass die beiden Väter im Krieg auf unterschiedlichen Seiten gekämpft haben?

    Nicht wenig Bewohner der Stadt Straßburg tun sich im Jahr 1893 noch immer schwer damit, dass ihre Heimatstadt jetzt nicht mehr zu Frankreich, sondern zum deutschen Kaiserreich gehört...

    Aber zum Glück gibt es auch Unterstützung für die beiden Verliebten.

    Zwar scheint René, Luciens jüngerer Bruder, den blinden Hass des Vaters auf die gesamte Familie Tritschler zu teilen, die Großmutter jedoch ist auf ihrer Seite, versucht auf den Sohn einzuwirken.

    Aber es gibt neben offener Ablehnung gegenüber einer Verbindung von Ida und Lucien auch viele streng gehütete Geheimnisse - in beiden Familien!

    Selbst der deutschstämmige Küster scheint etwas zu verbergen... 


    In dieser "Romeo & Julia" Geschichte zur Zeit der deutsch-französischen Kriege spielen nicht nur Ida und Lucien die Hauptrollen. Auch die Stadt Straßburg wird liebe- und respektvoll in die Handlung mit einbezogen.

    Die historischen Umstände um das "Wechselspiel" der Zugehörigkeit des Elsass wird hier nicht nur zeitgemäß sehr gut beschrieben, auch die persönlichen Befindlichkeiten der Bewohner/innen werden gut eingebunden.

    Vieles was hier, fast wie nebenbei, thematisiert wird, gerade was die deutsche Belagerung und die großflächige Zerstörung der Stadt betrifft, war mir vollkommen neu.

    Die Protagonist(inn)en werden dabei zeitgemäß realistisch dargestellt, wenn auch aus heutiger Sicht manches antiquiert erscheint.

    Im historischen Kontext liest sich die Handlung interessant, wissend, Straßburg wird wieder französisch...

    Natürlich ist irgendwann klar, was wohl in der Vergangenheit geschehen ist, aber es gibt mit dem Handlungsstrang rund um René und Denise einen weiteren spannenden Aspekt.

    Auch Idas Bruder Oscar bringt eine weitere Verquickung ins Spiel...

    Zum Ende, als alles endgültig verloren scheint, kommt es zu einem finalen "Showdown", der vieles klärt, aber auch genug offen lässt, um mit Spannung auf die Fortsetzung zu warten!

  22. Cover des Buches Zeiten der Hoffnung (ISBN: 9783458358466)
    Karsten Flohr

    Zeiten der Hoffnung

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Leela
    Deutschland im Vorfeld des Ersten Weltkrieges: Wilhelms Liebe zur Französin Adèle ist nur eines der Probleme, denen sich die Charaktere in diesem Buch stellen müssen. Die Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich werden außerdem immer stärker, weshalb Wilhelm eingezogen wird und an der Front kämpfen muss. Im Reich selbst beginnt die Frauenbewegung zu dieser Zeit, sich zu etablieren, tut sich aber nicht leicht damit, gegen alte Zausel wie die gängigen Rollenbilder anzukommen. Diese und noch einige weitere Geschichten werden in Flohrs Buch erzählt, so dass sie letztendlich ein gut gezeichnetes Bild vom wilhelminischen Deutschland zeichnen. Puh, daran, wie man die Inhaltsangabe eines Buches gestaltet, sollte der Verlag noch einmal arbeiten, denn eine Liebesgeschichte enthält dieses Buch wirklich nur am Rande. Mir war es ganz recht, weil ich eher auf den historischen Inhalt aus war (die Rezensionen hier haben mich sogar darin bestätigt, das Buch zu lesen), ich kann es aber nachvollziehen, wenn sich jemand ärgert, weil er etwas ganz anderes bekommen hat, als das, was hinten auf dem Buchrücken steht. Für mich war dieses Buch aber sehr interessant, denn die Art, wie der Autor versucht, allerlei Themen anzuschneiden, die die damalige Gesellschaft berührten, gefiel mir sehr gut - endlich wird mal nicht nur ein Thema behandelt und dabei alles andere außen vor gelassen. Leider wirkt alles ob der begrenzten Seitenzahl jedoch etwas gehetzt und schnell abgehandelt, weshalb ich nicht die volle Punktzahl geben kann. Mit einigen Seiten mehr hätte das hier jedoch ein sehr guter Roman werden können, der zeigt, wie man es machen sollte.
  23. Cover des Buches Gang nach Canossa (ISBN: 9783499629914)
    Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa

     (25)
    Aktuelle Rezension von: solveig

    Eintausendsechshundert Kilometer (fast nur) Fußmarsch, von Hamburg über Frankreich und die Alpen bis nach Canossa  -das ist eine echte Herausforderung für Physis und Psyche des Journalisten Dennis Gastmann. Er ist sicher bisher der einzige, der die Idee, den legendären Marsch bzw. Ritt des deutschen Königs Heinrich IV. zu seinem Widersacher Papst Gregor VII. nach Canossa tatsächlich nachzuverfolgen, in die Tat umgesetzt hat. Trotz aller Vorbereitungen erweist sich das Unternehmen als nicht unproblematisch; vor allem die Überquerung der Alpen im Frühjahr stellt sich als riskant heraus und ist teilweise ohne ortskundigen Führer gar nicht durchführbar.

    Von den Hochs und Tiefs seiner Wanderung erzählt Gastmann in frischer Manier. Auf humorvolle Weise kommentiert er die kleinen Missgeschicke, die ihm unterwegs zustoßen,  und des öfteren muss er sich motivieren, seinen Weg fortzusetzen. Was bedeutet es, mehrere Wochen lang allein durch Europa zu marschieren? Wie verändert es einen Menschen, welche Errfahrungen macht er? Der Autor beschränkt sich allerdings nicht auf die eigenen Befindlichkeiten; besonders die Menschen, mit denen er auf seiner Reise  zusammentrifft, und deren Eigenheiten sind Gegenstand seines Interesses. So ist ein wirklich unterhaltsamer, aber teilweise auch recht nachdenklich stimmender Reisebericht entstanden.

  24. Cover des Buches Jäger in der Nacht (ISBN: 9783832163143)
    Oliver Bottini

    Jäger in der Nacht

     (31)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Vorab möchte ich auf jeden Fall empfehlen, die Bücher um die Ermittlerin Louise Bonì in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da sie doch immer wieder auf einander aufbauen. Bei diesem Buch handelt es sich um den vierten Fall.

    Louise überzeugt auch bei diesem Fall wieder mit ihrer intelligenten, oft skeptischen und sehr trockenen Art, an die Aufklärung der Verbrechen ranzugehen. Im Vergleich zu den Vorgängerbänden ist dieser zur Abwechslung mal etwas weniger politisch, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Auch in ihr Privatleben bekommen wir einen zögerlichen Einblick. Diesbezüglich ist Louise jedoch immer noch sehr zurückhaltend, zu viele Schatten der Vergangenheit scheinen noch über ihr zu lasten.

    Spannende Ermittlungen mit einer gelungenen Aufklärung belohnen den Leser und lassen auf weitere Fälle hoffen.

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