Bücher mit dem Tag "eichborn"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "eichborn" gekennzeichnet haben.

37 Bücher

  1. Cover des Buches Er ist wieder da (ISBN: 9783404171781)
    Timur Vermes

    Er ist wieder da

     (3.375)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Es ist Sommer im Jahre 2011. Auf einem leeren Baugrundstück liegt ein Mann und schlägt die Augen auf. Adolf Hitler ist zurück und findet sich orientierungslos mitten in Berlin wieder. Doch er passt sich erstaunlich schnell seiner neuen Situation an. Und mit seinem Geschick, Reden zu schwingen und Leute zu seinen Gunsten einzunehmen, schafft er es, sich eine Karriere aufzubauen, die er in früherer Zeit schon einmal hingelegt hat. Die Aussage „darf man über Hitler lachen?“ ist durchaus gerechtfertigt. Aber auch ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man es darf. Zumindest mit einer gesunden Portion an Verantwortungsbewusstsein. Allein die Idee, Hitler mit seinen Ansichten im heutigen Berlin auf die Leute loszulassen, finde ich eine durchaus geniale Idee. Und es ist schon lustig, Hitler dabei zu begleiten, wie er versucht, sich an das heutige Leben anzupassen. Doch dieses „Lustigsein“ hält nicht so lange an, denn bald kommen die Hasspredigen auf die Juden, das Einnehmen der Leute und die Gefolgschaft mehrerer Personen. Und so kann man sich vorstellen, wie Hitler seinen Weg nimmt. Ich persönlich war fasziniert von der Schreibweise des Autors, der in der Ich-Perspektive davon erzählt, wie Hitler auf dem Grundstück aufwacht, sich nach kurzem Orientieren einen Weg zu einem Zeitungskiosk bahnt und von dort aus alles seinen Anfang nimmt. Mit Pointen wie Blitzreinigung, die Homepage eine „Heimseite“ zu nennen und dort ein Führerhauptquartier einzurichten, sich mit „mein Führer“ anreden zu lassen und durch seine doch teilweise charmante Art die Leute für sich einzunehmen, ergibt sich letztendlich eine sehr interessante Geschichte, die zeigt, wie beeinflussbar die Menschen sind. Insgesamt schildert der Autor ein sehr mutiges Thema mit sehr, sehr ernstem Hintergrund und schafft es trotzdem, sich damit nicht ins Abseits zu stellen bzw. alles ins Lächerliche zu ziehen. Gestört hat mich allerdings schon, dass Hitler sich gar nicht damit auseinandersetzt, warum er eigentlich 2011 plötzlich auf einem verlassenen Grundstück aufwacht. Warum wacht er dort auf? Warum gerade dort? Warum gerade er? Es gibt hier viele Fragen, die von ihm aber als gegeben hingenommen werden. Er wacht auf und macht einfach dort weiter, wo er aufgehört hat. Auch das Ende ist sehr prompt und lässt zuviel Spielraum für die Fantasie, die in meinem Fall nicht so gut ausgefallen ist. Trotz allem Bedenken, muss ich dem Buch dann doch eine hohe Bewertung geben, ist allein schon die Idee, das Herantrauen an ein gewagtes Thema sowie die Umsetzung einfach nur gelungen.

     Ein mit alten Ideen versehener Hitler im modernen Deutschland.                            

  2. Cover des Buches Marianengraben (ISBN: 9783847900429)
    Jasmin Schreiber

    Marianengraben

     (316)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Trauer ist wie ein Meer, in dem man immer tiefer versinkt ohne Hoffnung jemals wieder daraus aufzutauchen. Für Paula fühlt es sich an, als wäre sie nach dem Tod ihres kleinen Bruders in den Marianengraben gestürzt und am tiefsten Punkt der Erde angelangt. Die Begegnung mit dem schrulligen Helmut und ein Road Trip in ungewöhnlicher Reisegesellschaft erweitern Paulas Blickwinkel.

    Trauer um einen geliebten Menschen ist immer etwas Individuelles und trotzdem sind die Gefühle wohl sehr ähnlich. Paula beim langsamen Auftauchen aus dem Marianengraben zu folgen war wie eine Freundin zu begleiten. Und auch Helmut ist auf seine Art besonders und sympathisch. Einige Szenen haben mich auch richtig zum Lachen gebracht, trotz des ernsten Hintergrundthemas. Ich hätte mir gern immer wieder einzelne Sätze und Passagen angestrichen bzw. abgeschrieben.

    Mir hat der Stil der Ich-Erzählerin gut gefallen, liest sich sehr flüssig. Das Denken und Handeln der Protagonisten empfand ich als nachvollziehbar. Die Dialoge und einige Szenen wirken skurril, seltsam absurd, aber trotzdem so lebensnah, dass ich viel Freude an der Geschichte hatte.

    Erst beim Lesen der Danksagung (Wer liest schon Danksagungen!?) erkannte ich, dass die Geschichte autobiografisch veranlagt ist.

    Empfehlung einer manchmal stillen, manchmal lauten, aber tränenreichen Erzählung über das Abschiednehmen.

  3. Cover des Buches Die Schlange von Essex (ISBN: 9783847900306)
    Sarah Perry

    Die Schlange von Essex

     (149)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Sarah Perry hat mit „Die Schlange von Essex“ ein interessantes Buch geschrieben, dass leider etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Die Autorin schreibt sehr bildhaft, leicht poetisch und mit Liebe zum Detail, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch ist der Roman zwar etwas anspruchsvoller zu lesen, aber gerade der Stil hat für mich bei dem Buch viel gerettet, einfach, weil er mal anders ist.

  4. Cover des Buches American Gods (ISBN: 9783847905875)
    Neil Gaiman

    American Gods

     (368)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Neil Gaiman hat mit "American Gods" eine Mission, das kann jeder Leser deutlich merken. Diese verschrobene Synthese aus Roadmovie, Marvel-Comic, Mystery-Thriller, mythologischer Doku-Soap, Crime-Story verwoben mit amerikanischer Gesellschaftskritik, mag nicht sofort zünden. Doch wehe wenn, dann legt man das Buch nicht mehr weg. Im Nachwort findet sich die Geschichte, wie es zu dem Buch gekommen ist; woher die Energie kam. Es war auf Island (Reykjavik) wo Odin persönlich erschien, um sein eigenes Auge in Empfang zu nehmen, welches der Antiheld von American Gods liebevoll aufgehoben hatte. Wir müssen unsere konventionellen Definitionen in welche Richtung Zeit verläuft, ob sich verschiedene Zeiten gleichzeitg berühren können, aufgeben, um das  überhaupt aufnehmen zu können. Offen sein, das sollte die Haltung sein, dieses Buch zu lesen. Es ist herrlich, wie Gaiman mit den "Masken Gottes" spielt, wie er Erdteile, Kulturen und Epochen in einen Tropfen Zeit destilliert. Eine kleine dramaturgische Besonderheit hat mich bisweilen etwas irritiert: Sowohl Odin, als auch Loki sowie der Held des Buchs "Shadow" scheinen Variationen des mythologischen Tricksters zu sein. Neil Gaiman hat ein Werk geschaffen, mit dem Potential auch in hundert Jahren noch ein blitzmäßig elektrisierendes Buch zu sein.

  5. Cover des Buches Melmoth (ISBN: 9783847906643)
    Sarah Perry

    Melmoth

     (108)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    "Melmoth" von Sarah Perry ist ein vielschichtiger Roman. Die Geschichte wird mit unterschiedlichen Erzählweisen und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. So gibt es Briefe, Tagebücher und Berichte aus der Zeit vom 17. bis ins 21. Jahrhundert. Anders als der Klappentext vermuten lässt, steht Helen nicht im Mittelpunkt der Geschichte, sondern dient eher als verbindendes Element zwischen den anderen Personen. 

    Nicht ganz einfach!

  6. Cover des Buches Falsche Fährten (ISBN: 9783956690334)
    V. S. Gerling

    Falsche Fährten

     (51)
    Aktuelle Rezension von: birgitfaccioli

    In Deutschland werden pensionierte Ärzte ermordet und teilweise vorher noch gefoltert.Eines haben diese Ärzte allerdings gemeinsam.Sie haben alle zu DDR Zeiten in der Charité in Berlin gearbeitet.

    Nicolas Eichorn und Helen Wagner ,die nicht nur Partner beim BKA Berlin sind sondern auch privat,werden mir dem Fall beauftragt.

    Im Zuge der Ermittlungen kommen Sie einem grausamen Verbrechen auf die Spur an dem die großen Pharmafirmen beteiligt sind und damit auch Helens eigener Vater.

    Unerwartet bekommen Sie noch Hilfe von Jemandem der eigentlich Nicolas beruflich  schaden soll .

    Der Hintergrund einer wahren Geschichte bildet die Story ,was ich absolut klasse finde,allerdings wurde hier bei der Ausschmückung doch arg übertrieben.

    Nicolas ist ein recht eigenwilliger Ermittler der in den eigenen Reihen nicht nur Freunde hat.Ich mag den trockenen Humor der die Spannung einige male durchbricht.

    Oftmals wurde ein den vorherigen Fall von Nicolas und Helen berichtet ,den ich allerdings nicht gelesen hab.So fehlten mir leider einige Informationen.

    Auch die asiatische Mafia fand ich übertrieben , da ist wohl dem Autor die Fantasie mit ihm durch gegangen :)

  7. Cover des Buches Sieben Gräber (ISBN: 9783956690488)
    V. S. Gerling

    Sieben Gräber

     (50)
    Aktuelle Rezension von: zusteffi
    Zum Inhalt:
    Nicolas Eichborn wird von einem alten Fall eingeolt, als auf einer Baustelle 2 Kinderleichen entdeckt werden. Erneut nimmt er den Kampf gegen die russische Mafia an und riskiert dafür alles.

    Meine Meinung:
    Besonders angetan hat es mir der Schreibstil. Ich mag die sarkastische Art und den trockenen Humor der Charaktere, besonders auch an den Stellen, an denen es ernst und auswegslos erscheint.
    Nicolas ist ein sehr sympathischer Charakter, dessen Einsatz und Beweggründe intensiv und spannend zu verfolgen ist. Sein Umfeld ist perfekt auf ihn zugschnitten und bringt weitere bemerkenswerte Charaktere mit sich.
    Das Thema rund um Kinderprostitution und russische Mafia ist überzeugend umgesetzt.
    Die Vorgängerbände mit Nicolas kenne ich nicht, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass mir Informationen fehlen.
    Nach diesem geleungen Thriller werde ich diese Lücke aber definitiv noch schließen!

    Mein Fazit:
    Toller Thriller, der eine spannende Lesezeit garantiert!
  8. Cover des Buches Der Mauersegler (ISBN: 9783847900795)
    Jasmin Schreiber

    Der Mauersegler

     (98)
    Aktuelle Rezension von: Rosecarie

    Prometheus ist Arzt und sehr erfolgreich auf seinem Gebiet. Derzeit forscht er an einer alternativen Behandlung zur Chemo-Therapie für Krebspatient:innen. Als sein bester Freund Jacob an Blasenkrebs erkrankt, befindet er sich plötzlich in einem ethisch-moralischen Dilemma, denn Jacob, seine Freunde und seine Familie setzen ihn unter Druck, Jacob noch in die Studie einzuschleusen. Eigentlich möchte er das nicht, aber letzten Endes lässt er sich überreden… der erste von vielen Fehlern, die letzten Endes in Schuld, Schmerz und Flucht enden.

    Auf dieses Buch habe ich mich schon sehr gefreut, denn Marianengraben von der Autorin habe ich einfach nur geliebt! Dieses Buch war anders.

    Zunächst waren die Umstände, die Prometheus in diese Situation gebracht haben völlig nebulös und sie kommen erst nach und nach ans Licht. Das „Warum“ war aber erstmal auch gar nicht so wichtig. Wir befinden uns viel in Prometheus‘ Innerem, in seinen Gedanken und seinen Gefühlen, seiner Ohnmacht und seinem Versuch, das alles zu verarbeiten.

    Es wird ausschließlich aus seiner Perspektive erzählt und die Erzählungen springen zwischenverschiedenen Zeitebenen. So lernen wir Prometheus, seinen Freund Jacob, seine Familie und die Beziehungen zwischen ihnen sehr gut und intensiv kennen. Es ist ganz leicht, sich in Prometheus hineinzuversetzen, mit ihm zu fühlen und zu leiden.

    Prometheus ist nicht vollkommen und schon gar nicht immer sympathisch, aber er ist echt. Weil man ihn so gut kennen- und lieben lernt, verzeiht man ihm seine „Fehler“, denn man versteht zu 100 Prozent, wie es dazu kommen konnte. An einem Punkt der Geschichte wollte ich ihn schütteln, ihn anschreien, es nicht zu tun. Man weiß ja schon, was passiert und als dann der Punkt kommt, an dem sich alles entscheidet, möchte man es so gerne aufhalten. Katastrophal schwer auszuhalten, aber fantastisch umgesetzt!

    Das Bild des Mauerseglers begleitet uns durch die gesamte Geschichte, durch alle Perspektiven und Zeitebenen, das fand ich auch sehr gelungen.

    In dem Erzählstrang der Gegenwart landet unser Protagonist in Dänemark. Dort nehmen sich Aslaug und Helle dem gebeutelten und von Schuld zerfressenen Prometheus an. Und das machen sie auf so außergewöhnliche, berührende und ganz eigene Weise, dass es genau das Richtige für Prometheus und einen Weg aus der Verzweiflung war.

    Schön war übrigens auch die kurze Erwähnung der Figuren aus „Marianengraben“. Die waren nämlich auch kurz auf einen Abstecher bei den beiden Frauen auf dem Hof und es geht ihnen richtig gut :)

    Auch in diesem Buch nimmt sich die Autorin einem sehr schweren und hoch emotionalen Thema an. Es gibt hier kein einfaches „Richtig und Falsch“, „Schwarz oder Weiß“, „Schuldig oder Gerechtfertigt“. Es ist alles gleichzeitig und nichts ist eindeutig und schon gar nicht einfach.

    Im Gegensatz zum Marianengraben, der mich mit jedem Satz gepackt und berührt hat, war es beim Mauersegler nicht durchgängig so intensiv und überzeugend, wie beim anderen Buch. Hin und wieder hatte mich Prometheus verloren, konnte mich aber immer wieder einfangen und für sich gewinnen. Im Vergleich zum Marianengraben, gab es hier vielleicht doch ein, zwei Längen, wo es mir dann schwergefallen ist, dranzubleiben.

    Dieses Buch hat mich dennoch wieder mit dem tiefgründigen und emotionalen Schreibstil der Autorin absolut überzeugt. Es berührt und macht nachdenklich, lässt mich aber trotzdem hoffungsvoll zurück. Jasmin Schreiber ist eine Autorin, die man lesen muss!!

  9. Cover des Buches Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär (ISBN: 9783328107682)
    Walter Moers

    Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

     (2.175)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Wir begleiten einen blauen Bären auf seinen Abenteuern: Von der Nussschale, in der er als winziges Ding erwacht, über die Rettung durch eine Truppe Zwergpiraten (herrliche kleine Wesen, die mit Holzbeinen, Augenklappe, Schnurrbart und Piratenhut geboren werden und ihr Leben lang – wegen ihrer Größe vergeblich – versuchen, Schiffe zu kapern) hin zur Ausbildung zum Knoten-,  Heul-, Quasselmeister, Traumkomponisten und Lügengladiator. 

    Detailverliebt und voller Wortwitz ....

  10. Cover des Buches Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte (ISBN: 9783847906254)
    Anna Basener

    Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte

     (60)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Das Buch wird als „rotzfrech und politisch nicht korrekt“ beworben, beides stimmt sicher, aber ich fand es auch nicht wirklich lustig. Der Ruhrpott Slang wird überstrapaziert und klingt aufgesetzt und übertrieben. Die ständige Verwendung von „getz“ und grammatikalischen Umstellungen sollen Authentizität zeigen, haben bei mir aber das Gegenteil erreicht. Verniedlichungen wie „Döschen, die ständig poliert werden“ fand ich nur albern.
    Die Charaktere haben Ecken und Kanten, aber hinter der großen Schnauze oft ein großes Herz. Aber ich finde die Figuren sind schon sehr übertrieben gezeichnet, auch wenn immer mal wieder ein stimmiges Genrebild beschrieben wird. Natürlich gibt es Taubenväter und ehrliche Malocher. Was mich aber sehr störte, war die rosarote Beschreibung der Prostitution und des Umfelds. 

    Anstrgened, leider nicht mein Buch

    Das Cover war noch das Beste

  11. Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783847906445)
    Franziska Hauser

    Die Gewitterschwimmerin

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    Das Leben in ihrer exzentrischen Familie hat Tamara hart gemacht, sie geht bei Gewitter in ihrem geliebten See schwimmen und hätte nichts dagegen, vom Blitz getroffen zu werden. Manchmal kann sie sich selbst nicht leiden, wenn sie um ihre geliebte Schwester trauert, die sich zu Tode gesoffen hat.

    Nach außen hin ist bei den Hirschs alles schillernd und aufregend, eine jüdische Familie, angesehen und renommiert, Großvater Friedrich, Mathematikprofessor, flüchtete vor den Nazis nach England, sein Sohn Alfred war aktiv im Widerstand in Frankreich, entschied sich anschließend für ein wildes, ausschweifendes Künsterleben. Dominante Herren, denen sich die Frauen unterordneten, die depressive Ilse an Heinrichs Seite, die unberechenbare, scheinbar sexuell hörige Adele an Alfreds Seite.

    Adele kann mit ihren Töchtern nichts anfangen und macht keinen Hehl daraus, Haushälterin Irmgard ist eine Art Mutterersatz für die beiden Mädchen, die erst den sexuellen Übergriffen des Vater ausgesetzt sind, und später auch denen der Mutter, die alles mitmacht was Alfred vorlebt. Und den Freunden der Familie bei den tabulosen Künstlerparties im Haus. Entsetzlich!

    Franziska Hauser kann schreiben! Man hat förmlich vor Augen, wie alle im Hause Hirsch nackig durch die Gegend laufen. Wie die Stimmung immer schnell und unerwartet kippt. Eine Familie, die zusammen hält, durch die tiefe Risse gehen, die von niemanden benannt werden dürfen. Traumen, die von Generation an Generation weitergegeben werden. Schrecklich.

    Als Leser*innen allerdings erfahren wir alles. Es ist einfach, Adele zu hassen, die ungebildete ehemalige Krankenschwester, die nur für und mit Alfred sein kann, die nichts eigenes besitzt und immer bösartiger wird. Und Tamara, ihrer Tochter, blüht das gleiche Schicksal, und sie sieht und weiß es, und kommt nicht wirklich dagegen an. Ihr Leben hat sie hart gemacht, und das hat sie überleben lassen. Warum hat niemand den Lebemann Alfred gestoppt? Weil es damals nicht üblich war. Das Thema Missbrauch hat heute einen ganz anderen Stellenwert, das macht das Buch auch sehr deutlich. Früher waren die Kinder damit allein, kaum jemand hat es gewagt sich einzumischen. Oder sah es überhaupt als Problem an.

    Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, die Personen einander zuzuordnen. Vor allem Ilse, Irmgard und Irene hab ich gern durcheinander geworfen. Es hat etwas gedauert, bis ich wusste wer zu wem gehört. 

    Es ist ein dickes Buch, was mich sofort in seinen Bann zog und schneller als erwartet ausgelesen war. Meine Leseempfehlung!

  12. Cover des Buches Die Farm (ISBN: 9783956690884)
    V. S. Gerling

    Die Farm

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Giorgio_Brunello

    Es geht beinahe "harmlos" an ... dann nimmt die Geschichte mächtig Fahrt auf. Auch wenn hier nichts verraten werden soll: es geht um das seit vielen Jahren aktuelle Thema von Spenderorganen ...

    Faszinierend ist das Ermittlerpärchen: bei den beiden geht der kriminalisitsche Job und das Privatleben herrlich ineinander und durcheinander. Keine Überraschung, dass die Ideen manchmal mit dem Autor durchgehen - Drehungen und Wendungen wie in einem rasanten Riesenslalom verführen zum immer weiterlesen. 

    Schön, dass Nicolas und Helen bei bookspot über mehrere Bücher hinweg eine Heimat gefunden haben.

  13. Cover des Buches Architekt des Bösen (ISBN: 9782496701418)
    V. S. Gerling

    Architekt des Bösen

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Wuschel

    Dieses Buch hat mir wieder gezeigt, dass ich doch um einiges kritischer lese als noch vor einiger Zeit. Denn obwohl der Schlagabtausch der beiden Ermittler wieder sehr erfrischend und unterhaltsam war, fand ich klare Kritikpunkte; dazu gleich mehr. Was ich etwas schade fand, dass Helen und Nicolas erst sehr spät ins Spiel kommen. Dies macht natürlich Sinn, so wie die Geschichte aufgebaut ist, aber ich wollte es mal erwähnt haben. Obwohl es wieder kleine und größere Sticheleien seitens und unter den "Ermittlern" gab, die ja nun in der privaten Wirtschaft tätig sind, war dieser Band doch um einiges ernster als die Vorgänger. Was ich nicht unbedingt schlecht fand, es ist mir nur aufgefallen.

    Was ich jedoch sehr kritisiere ist die Zeichnung des Bösewichts. Der Ansatz war wirklich gut, bis es unglaubwürdig wurde. Bestimmt kann man das irgendwie bewerkstelligen, dass man einen Staat im Staat gründet - oder sollte ich sagen Reich? Denn darum geht's ja: Das deutsche Reich. Sicher kann man Menschen um sich scharen und alles vom System abkapseln, irgendwie. Und ganz bestimmt lässt sich ein Plan entwerfen, wie es der Architekt tut, wobei selbst dieser Schwächen hat. Hierauf werde ich selbstverständlich jetzt nicht näher ein gehen. Die Tatsache WAS der Bösewicht jedoch am Ende dreht war sowas von unglaubwürdig und sinnlos, das war wirklich unfassbar. Ich würde jetzt super gern erzählen was genau ich meine, aber naja, dann könnt ihr euch das Buch wirklich sparen, weil alles verraten wäre, aber ich könnte mich noch heute darüber aufregen.  Es hatte alles so viel Potential, das man anders/ sinnvoller hätte nutzen können, mit quasi dem selben Ende, aber nein, ist nicht.

    Ich hatte mich wirklich gefreut, da es mal wieder ein Thriller war, der mir gut gefiel. Der spannend und unterhaltsam war. Die Protagonisten sympatisch. Und dann kam ans Ende. So. Nur noch eines: Herr Gerling, das können Sie besser!

    Der Geschichte an sich konnte ich gut folgen und der Stil des Autors war gewohnt flüssig. Bei den Kapitel aus der Perspektive von Nicolas Eichborn wird auf die Ich-Perspektive gewechselt. Ob das in den vorherigen Büchern schon so war, weiß ich gar nicht mehr. Vielleicht war es auch weniger auffallend, da die beiden eine größere Rolle spielten. Zu Anfang war ich kurz irritiert, gewöhnte mich jedoch zügig an den jeweiligen Wechsel. Alles in allem wieder ein gutes Buch, aber naja, weniger ist manchmal mehr. 

    Fazit: 

    Guter Thriller, tolle Charaktere, aber leider nicht immer ganz logisch.

  14. Cover des Buches Nach mir die Flut (ISBN: 9783847906513)
    Sarah Perry

    Nach mir die Flut

     (20)
    Aktuelle Rezension von: 0Soraya0

    Zum Inhalt (Klappentext):
    An einem heißen Sommertag beschließt John Cole sein Leben hinter sich zu lassen.
    Er sperrt seinen Buchladen zu, den nie jemand besuchte, und verlässt London. Nach einer Autopanne sucht er Hilfe, verirrt sich und gelangt zu einem herrschaftlichen, aber heruntergekommenen Anwesen.
    Dessen Bewohner empfangen ihn mit offenen Armen - aber hinter der seltsamen Wohngemeinschaft steckt ein Geheimnis. Sie alle kennen seinen Namen, haben ein Zimmer für ihn vorbereitet und beteuern, schon die ganze Zeit auf ihn gewartet zu haben. 

    Meine Meinung:
    Der Einstieg in das Buch war schon sehr seltsam, aber ich dachte das wird sich nach den ersten Seiten legen. Der Schreibstil ist sehr eigenwillig und so habe ich nicht wirklich Zugang zu der Geschichte gefunden. Es wurde jedoch nicht besser sondern mit der Zeit immer schlimmer. Der Inhalt wurde irgendwie wirr wiedergegeben. Dabei passiert noch nicht mal irgendwas spannendes oder auch nicht spannendes. Es passiert einfach gar nichts.
    Bis zum Ende habe ich nicht verstanden auf was die Autorin hinaus will und was das Ganze soll. Einfach nur sinnfrei.

    Fazit:
    Nachdem ich auch im Nachhinein nicht verstanden habe, worauf die Autorin hinaus will, würde ich vom Buch abraten. Der Klappentext verspricht viel, gehalten wird jedoch nichts.

  15. Cover des Buches Niemalsland (ISBN: 9783785753378)
    Neil Gaiman

    Niemalsland

     (22)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Mit der aktuellen Ausgabe von 2016 aus dem Eichborn Verlag liegt diese Version nun erstmals auch in Deutschland vor (ca. 390 Seiten). Zudem enthält die Ausgabe noch einen kleinen (zwei Seiten) zusätzlichen Prolog (hinten angestellt) und eine knapp 35-seitige Kurzgeschichte, die nach dem eigentlichen Abenteuer spielt und beschreibt, wie der Marquis de Carabas seinen Mantel zurückerhält, den er bei seinem Tod verloren hatte.
    Nach wie vor gehört "Niemalsland" zu den unterhaltsamsten und phantasievollsten Büchern, die Neil Gaiman geschrieben hat und ähnlich wie in der (vielleicht von diesem Roman inspirierten) Serie von Ben Aaronivich wird London zu einem wunderbar magisch verklärten Ort, der den Gestank, die Abgase und die Hektik der Megacity vergessen lassen.
    Denn im Untergrund wartet das Abenteuer auf den unbedarften Normalbürger Richard Mayhew, der einem kleinen Mädchen mit besonderen Fähigkeiten das Leben rettet und zum Dank dafür aus seinem wohlgeordneten Leben herausfällt.
    Entsetzt muss Mayhew feststellen, dass ihn keiner seiner Bekannten mehr längere Zeit wahrnehmen kann. Seine Wohnung wird ihm unter dem Hintern weg vermietet, sein Job einfach abgeschafft, sein Bankkonto gelöscht.
    Plötzlich ist Mayhew ein obdachloser Unsichtbarer und nur das Mädchen, dem er vor kurzem das Leben rettete, kann ihm helfen, zu überleben.
    Leider ist sie selbst gerade auf einer lebensgefährlichen Expedition durch den verwunschenen Untergrund Londons, in dem die Vergangenheit lebendig ist, in dem es U-Bahn-Stationen gibt, von deren Existenz nicht einmal die Einheimischen wissen, und in dem fabelhafte Sagengestalten ihrem unheimlichen Tagwerk nachgehen (oder doch vielleicht eher Nachtwerk!).
    Und so ist der arme Mayhew (und mit ihm der hypnotisch gebannte Leser) gezwungen, sich auf all jene Wunderdinge einzulassen, die nur die Phantasie eines sehr guten Autors zu erschaffen vermögen. Und dies ist Neil Gaiman ohne Zweifel!
    Schade nur, dass die Innenillustrationen dem wenig Tribut zollen und in ihrer Düsternis den Zauber der literarischen Vorlage leider nicht widerspiegeln.
    Wer Gaimans Roman liebt, der wird sich auch für diese Ausgabe begeistern können. Wer ihn noch gar nicht kennt, sollte ehedem zugreifen, denn "Niemalsland" ist zweifelsohne einer der schönsten und romantischsten Phantastikromane der letzten dreißig Jahre.

    Copyright © 2016 by Gunther Barnewald

  16. Cover des Buches Der Bastard von Istanbul (ISBN: 9783036959245)
    Elif Shafak

    Der Bastard von Istanbul

     (34)
    Aktuelle Rezension von: LeaBeck

    Ein Roman über zwei Familien, eine türkische und eine armenische, verbunden durch eine in Vergessenheit geratene, geleugnete und nie aufgearbeitet Vergangenheit. Armanoush, eine amerikanische Armenierin, ist Anfang zwanzig als sie nach Instanbul zu der Familie ihres türkischen Stiefvaters reist, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen, unfähig eine der beiden die ihre zu nennen, trifft sie in Istanbul auf eine Familie die keinerlei Kenntnisse über die grausame Vergangenheit des eigenen Landes zu haben scheint. Gemeinsam mit Asya, dem jüngsten Familienmitglied, begibt sie sich auf die Suche nach Antworten. 


    Ein unglaublich wortgewaltiger, wunderschöner und gleichzeitig herzzerreißender Roman. Elif Shafak thematisiert unaufgearbeitete Traumata des armenischen Völkermordes, wodurch ihr drei Jahre Haft in der Türkei drohten. Ein beeindruckendes Buch über Familie, den Wunsch zu Vergessen, die Unfähigkeit zu Verzeihen, Liebe und Schuld. Nicht ohne Grund gilt Shafak als eine der bedeutendsten Autorinnen der Türkei. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben.

  17. Cover des Buches Neil Gaimans Niemalsland (ISBN: 9783741607707)
    Mike Carey

    Neil Gaimans Niemalsland

     (408)
    Aktuelle Rezension von: GrueneRonja

    „Verzeihung. […] Ich weiß, das ist eine sehr persönliche Frage. Aber sind Sie vielleicht geisteskrank?“

    „ Möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Wieso?“

    „Na ja. […] Einer von uns muss es sein.“ (S. 64)


    Es ist schon eine Weile her, daß mich ein Buch ab der ersten Seite so sehr gefesselt, mich in eine Welt hineingezogen hat, die aufregend, abstoßend und spannend ist. Niemalsland ist das erste Buch seit Langem, das ich mir etwas aufheben wollte. Hat nicht geklappt.


    „Und hier ließen ihn die Metaphern im Stich. Er hatte die Welt von Verbildlichung und Vergleich hinter sich gelassen und war an einen Ort gelangt, wo die Dinge einfach nur sind, und das machte etwas mit ihm.“ (S. 324)


    Richard Mayhew hat eine kleine Wohnung in London, einen Bürojob und eine Freundin, die bestimmt, wann er ihr einen Antrag machen soll. Niemand weiß, warum sie zusammen sind, am wenigsten Richard selbst. Als ihm ein Mädchen vor die Füße fällt, kann er sie nicht einfach liegen lassen und nimmt sie mit in seine Wohnung. Ab da nimmt alles seinen Lauf: seine Verlobte verlässt ihn, weil er sie im Stich gelassen hat, seine Wohnung wird weitervermietet, obwohl er gerade ein Bad nimmt, und sein Schreibtisch wird vor seinen Augen aus dem Büro geräumt. Die Taxifahrer ignorieren ihn genauso wie die U-Bahnen. Richard ist für alle Menschen in Ober-London unsichtbar, seit er Door, dem Mächden, geholfen hat und nur sie kann ihm vielleicht helfen.

    Seine Suche nach Door führt ihn ins Unter-London, das nicht etwa die Kanalisation unter dem uns bekannten London ist, sonder eine ganz eigene Welt. Alle Monster, angsteinflößende Wesen und in der Dunkelheit lauernde Gefahren gibt es in Unter-London wirklich. Sei es eine Dunkle Brücke, die ihren Tribut fordert, oder etwas, das zwischen Bahnsteigkante und Zug lauert.

    Es gibt aber auch Rattenmenschen, die den Ratten dienen und hilfsbereit sein können; es gibt den Schwimmenden Markt, der jedes Mal an einem anderen Ort ist und auf dem der Frieden nicht gebrochen werden darf.

    Außerdem gibt es Menschen, die alle irgendwie schmuddelig aussehen, mit Gefallen handeln und manchmal auch einander helfen. Und Richard findet sich mitten in einer Welt, die ihn vor allem verunsichert. Wie ein kleines Hündchen folgt er Door voller Hoffnung, in sein altes Leben zurückkehren zu können.


    Neil Gaimans Niemalsland ist packend von der ersten Seite, mit spannenden Charakteren, die sich weiterentwickeln und Geschichten außerhalb des Buches haben. Selbst die Bösewichte sind amüsant … ich meine natürlich blutrünstig und furchteinflößend. Eine absolute Leseempfehlung.

  18. Cover des Buches Anansi Boys (ISBN: 9783847906506)
    Neil Gaiman

    Anansi Boys

     (142)
    Aktuelle Rezension von: Leseglatze1974

    Die Grundidee ist erstmal ziemlich interessant: Ein junger Mann mit afroamerikanischen Wurzeln, der sein altes Leben hinter sich lassen will und in London lebt, dann aber erfahren muss, dass sein kürzlich verstorbener Vater eigentlich ein Vodoo-Gott gewesen ist. Dann taucht auch noch ein ihm bisher unbekannter Bruder auf, der die Göttlichkeit vom Papa geerbt hat und das Leben unseres Protagonisten mächtig durcheinander wirbelt. So schön, so lustig. Zahlreiche Teile der Handlung ziehen sich aber ziemlich, vor allem das Zusammentreffen des Helden mit den Indianer (?) Göttern. Auch die etwas seltsame Krimi-Nebenhandlung hat mich etwas ratlos gemacht. 

    Alles zusammen kann man sagen, dass es ein durchaus lesenswertes Buch ist, sich aber nicht so leicht weglesen lässt, wie z.B. American Gods. 

  19. Cover des Buches Drei Wünsche (ISBN: 9783847900740)
    Laura Karasek

    Drei Wünsche

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Alena_Mariposa

    Es geht um mittelalte Frauen, die alle mehr oder weniger am gleichen Punkt ihres Lebens stehen: eine Veränderung steht bevor.

    Spoiler: Die eine will schwanger werden, wird allerdings befördert und ist damit happy. Die zweite vögelt aus Langeweile und Selbstmitleid n Typen, der so unsymphatisch rüberkommt, dass ich den nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Sie scheint hauptsächlich von seinem Reichtum beeindruckt zu sein. Viel Rumgeheule von ihr, dass sie ihren Freund ja gar nicht betrügen will, aber was soll, da triffst sie sich zum 1000. Mal mit dem reichen Schnösel. Und die dritte wollte kein Kind, bekommt aber eins, Frühchen, alles geht gut aus, und ihr Vater stirbt.
    Die drei Frauen reden kaum miteinander. Ihre Leben sind absolut unabhängig voneinander. Die Geschichte endet einfach (Gott sei Dank) und dann gibts n Epilog mit "5 Jahre später".

  20. Cover des Buches The Doll Factory (ISBN: 9783847900733)
    Elizabeth Macneal

    The Doll Factory

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Heidelperle

    Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und muss ehrlich sagen, dass ich nicht erwartet hätte, dass es mir so gut gefallen würde.

    Die Geschichte ist mysteriös, spannend, einzigartig. Die Sprecherin hat es hervorragend geschafft, den Protagonisten Leben einzuhauchen.

    Uns erwartet hier eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art, makaber und düster, aber irgendwie doch auch interessant und niedlich verzweifelt.

    Wer also nach Spannung, etwas mysteriösem und einer makaberen Liebe sucht, ist hier genau richtig.

  21. Cover des Buches Der Fönig (ISBN: 9783821829470)
    Walter Moers

    Der Fönig

     (169)
    Aktuelle Rezension von: Dave1206

    Leider nur drei Sterne... Habe mit witzigerem gerechnet doch als Walter Moers Fan muss man auch ihn gelesen haben!! 

  22. Cover des Buches Ensel und Krete (ISBN: 9783844514544)
    Walter Moers

    Ensel und Krete

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Melly0908

    Ich habe dieses Hörbuch einfach geliebt. Die Bücher bzw. Hörbücher von Walter Moers sind einfach nur super schön. 

    Statt Hänsel und Gretel verirren sich hier Ensel und Krete hier im Wald. Auch wenn sich alles natürlich super süß anhört sind es keine Bücher für Kinder. Also ich würde sie zumindest meinen Kindern nicht vorlesen oder anhören lassen. Da diese recht gut ausgeschmückt sind und dies könnte vllt bei Kindern für Albträume sorgen. Diese ist aber nur meine Meinung und ich möchte dies auch nicht verallgemeinern.

    Das Hörbuch wird ja noch von Dirk Bach gesprochen und er war einfach ein super Sprecher für diese Hörbuch Reihe. Ich finde es super schade das er nicht alle Gesprochen hat und er auch keine weiteren mehr sprechen kann.

    Abschließend kann ich jedem der die anderen Bücher bisher auch so geliebt hat dieses nur empfehlen. Ich mag den Schreibstil total gerne und ich finde diese Art von Geschichten einfach super und liebe sie einfach.

  23. Cover des Buches Grau (ISBN: 9783838723327)
    Jasper Fforde

    Grau

     (163)
    Aktuelle Rezension von: Aenna612

    Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit dieser irrwitzigen Welt warm zu werden. Aber nach einer Weile wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Jetzt, da ich es ausgelesen habe, bin ich traurig und möchte gerne wissen, wie es weiter geht.

    Jasper Fforde hat eine irrwitzige Welt geschaffen, in der die Menschen nach ihrer Farbwahrnehmung in "Kasten" sortiert werden. Über viele Dinge kann man schmunzeln oder sogar laut lachen. Einiges regt aber auch zum kritischen Nachdenken an, denn nur "Fantasy" ist das alles nicht.

  24. Cover des Buches Verweigerung (ISBN: 9783847901082)
    Graham Moore

    Verweigerung

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Tokall

    Wer gerne einen amerikanischen Justiz-Thriller lesen will und dabei einmal einen anderen Autor als John Grisham kennen lernen möchte, der ist bei Graham Moore genau richtig. In „Verweigerung“ wird eine Besonderheit des amerikanischen Gerichtswesens genauer in den Blick genommen: Die Jury und ihr Agieren. Und der Autor weicht in meinen Augen dabei gekonnt von dem ab, was man üblicherweise schon aus anderen „Jury-Thrillern“ kennt. Er kreiert einige neue Ideen und wirft einen sehr differenzierten Blick hinter die Kulissen. Der Einblick in die Prozesse der Entscheidungsfindung einer Jury fällt dabei deutlich detaillierter aus als z.B. bei „Thirteen“ von Steve Cavanagh. Vor allem die Schilderung der Gruppendynamik innerhalb der Gruppe von Geschworenen fand ich interessant und gelungen. Doch worum geht es überhaupt?

    Am 19. Oktober 2009 wurde der Lehrer Bobby Nock durch die Jury von der Anklage freigesprochen, seine Schülerin Jessica Silver umgebracht zu haben. Die Leiche des vermeintlichen Opfers wurde nie gefunden. Und dieses Urteil verfolgt die Mitglieder der Jury auch zehn Jahre danach noch immer. Vor allem Rick Leonard denkt, dass die Entscheidung von damals ein Fehler war. Er behauptet einen unwiderlegbaren Beweis für die Schuld von Bobby gefunden zu haben und will diesen publik machen. Doch kurz vor Veröffentlichung dieses Beweises findet man ihn tot auf. Der Verdacht für den Mord fällt dann auf Maya Seale. Sie war in dem umstrittenen Prozess von 2009 ebenfalls Geschworene, bevor sie dann selbst Anwältin geworden ist. Besonders brisant: Sie hat die anderen in der Jury von der Unschuld Bobbys überzeugt und sie umgestimmt. Und alle Indizien sprechen nun gegen sie.

    Die große Stärke des Thrillers ist in meinen Augen, dass hier vor allem einmal das in den Mittelpunkt gerückt wird, was sich außerhalb des Gerichtssaals abspielt. Und Maya ist zudem eine Hauptfigur mit „Zugkraft“. Sie ist interessant gestaltet, vor allem weil sie alle Rollen im Justizsystem einmal selbst durchläuft: Von der Geschworenen über die Anwältin bis hin zur Angeklagten. Durch ihr juristisches Wissen ist sie als Angeklagte gut in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Als Anwältin kann sie sich sehr gut in die Jury hineinversetzen. Und als Geschworene blitzt zudem ihr Talent auf, überzeugend zu argumentieren. Sie schafft es, nach und nach alle auf ihre Seite zu ziehen.

    Ebenfalls überzeugend ist, dass die große Anzahl der Personen nicht zu einer Überforderung beim Lesen führt. Der Autor schafft es, jedem Mitglied der Jury ein „eigenständiges Gesicht“ zu geben. Insbesondere in den Rückblicken, in denen die Verhandlung des alten Falls genauer dargestellt wird, erhält nahezu jede/r Geschworene ein eigenes Profil.

    Interessant ist auch, wie im Laufe der Handlung immer auch Fragen zum Verhältnis von Recht und Gesetz, Gerechtigkeit und Recht, Wahrheit und Recht angerissen werden. All diese Dinge können weit auseinander liegen und Wahrheit ist niemals schwarz-weiß, sondern sehr komplex. Das wird gut deutlich. Auch war lehrreich und aufschlussreich für mich, wie eine Verteidigungsstrategie aussieht, wenn Indizien gegen einen sprechen. Nicht Moral und Gewissen spielen dabei eine Rolle, sondern es wird die Strategie gewählt, die erfolgsversprechend ist.

     

    Fazit: Ein Justiz-Thriller, der vor allem die Gruppendynamik innerhalb einer Jury differenziert in den Blick nimmt und einmal das thematisiert, was sich außerhalb des Gerichtssaals abspielt. Maya ist eine gut konzipierte Figur und auch die Nebenfiguren werden nicht vernachlässigt. Nicht zuletzt enthält der Thriller einige Themen, die zum Nachdenken anregen. Insgesamt also ein sehr guter Justiz-Thriller. Herausragend fand ich ihn nicht, weil mir die Spannung zu sehr auf der Strecke blieb.

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