Bücher mit dem Tag "diogenes"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "diogenes" gekennzeichnet haben.

244 Bücher

  1. Cover des Buches Hard Land (ISBN: 9783257071481)
    Benedict Wells

    Hard Land

     (436)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher



    Muss ich zu diesem Buch eigentlich noch was sagen? 

    Egal, meine kurze Meinung bekommt ihr 😂: 


    Ein Sommer mit großen Gefühlen steht Sam bevor. Doch dies ahnt er am Anfang der Ferien nicht. Seine Mutter ist schwer krank, sein bester Freund ist weggezogen. Doch durch seinen Job im Kino lernt er in der verschlafenen Kleinstadt neue Freunde kennen und erlebt viele Dinge zum ersten Mal: das Verliebtsein, Freude, Loyalität und große Trauer. 

    Und plötzlich ist der Sommer vorbei und er erscheint wie eine unwirkliche Erinnerung. 

    ✨✨✨✨✨✨✨✨✨

    Benedict Wells enttäuscht mich einfach nie und ich habe auch dieses Buch von ihm sehr genossen. Ja, das Rad von Coming-of-Age Geschichten wurde hier nicht neu erfunden, aber wie Wells schreibt ist einfach außergewöhnlich und so berührend. Ich habe diesen Sommer so gefühlt ❤️✌️. 

    Von mir gibt's auch eine fette Empfehlung! 

  2. Cover des Buches Das Parfum (ISBN: 9783257069334)
    Patrick Süskind

    Das Parfum

     (10.144)
    Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland

    Es ist einige Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe. Trotzdem wollte ich es gerne hier vorstellen. 

    Die Geschichte und die Schreibweise sind mir noch gut im Gedächtnis. Vor allem die sich langsam aber sicher steigernde Gewaltbereitschaft, die Grenouille auf der Suche nach dem perfekten Duft entwickelt, fand ich richtig gut geschildert. 🤯

    Geschrieben ist die Geschichte nicht so leicht. Passt damit aber perfekt in die Zeit, in der sie spielt.

    Ich bin damals gut durchs Buch gekommen und habe aufs Ende hingefiebert.

    Für mich eine perfekte Mischung zwischen Spannung, Genialität und Abscheulichkeit. 🤔

    Von mir gibt's eine Leseempfehlung.

    An den Film erinnere ich mich gerade nur vage, fand ihn aber, glaube ich, ziemlich gut.

    Eure Licey ☘️


  3. Cover des Buches Tell (ISBN: 9783257072006)
    Joachim B. Schmidt

    Tell

     (201)
    Aktuelle Rezension von: Jollymare

     Tell - Joachim B. Schmidt

    Roman, Diogenes Verlag, 2022, 288 Seiten


    Inhalt:

    Der schweizer Nationalheld Wilhelm Tell versucht sich und seine Familie in der kargen Bergwelt der schweizer Alpen durchzubringen. Nach dem Tod seines Bruders ist der seiner Schwägerin ein Ehemann und dem Sohn ein Vater. Doch dem freiheitsliebenden Tell steht es mehr nach Jagen und Bergtouren. Erst der Zusammenstoß mit der Obrigkeit lässt den Bergbauern um seine Selbstständigkeit kämpfen. Rückblickend erinnert sich seine Familie an ihn ... Geschichte sehr lebensnah erzählt.

    Cover:

    Wilhelm Tell bedeutet: Apfel, Armbrust, Sohn, ... alles Richtig gemacht. Ansprechende und im Diogenesstyle.

    Fazit:

    Eine Geschichte die 20 Erzählersichten hat. Ein cleverer Schachtzug. Wir erfassen die historischen Zusammenhänge, bekommen die einzelnen Personen von Außen und Innen vorgestellt. So hatte ich die Geschichte noch nicht erzählt bekommen. Besonder gut fand ich die Sicht des Knaben. Ein guter Stil und hoffentlich der Beginn von vielen weiteren Romenen. Weiter so.


  4. Cover des Buches Junge mit schwarzem Hahn (ISBN: 9783257071665)
    Stefanie vor Schulte

    Junge mit schwarzem Hahn

     (227)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Der elfjährige Martin hat außer seinem schwarzen Hahn niemand mehr. Der verrückt gewordene Vater hat bis auf ihn alle Familiemitglieder erschlagen. Sein mageres Essen verdient sich der Junge mit dem Hüten von Tieren. Gemeinsam mit einem Maler verlässt er sein Heimatdorf und begibt sich auf die Suche nach einem Kinderdieb.

    Stefanie vor Schultes (*1974) Debüt ist ein mystisches Märchen für Erwachsene. Man erfährt weder, zu welcher Zeit, noch an welchem Ort es spielt. Doch die Figuren sind deutlich zu erkennen: der Maler ist gut, die Dorfbewohner dumm, der Kinderdieb böse, Martin schlau. Er hat einige Aufgaben zu erfüllen und Abenteuer zu bestehen, ehe ihm die Erlösung gelingt.

    Alles ist im Präsens geschrieben und vermittelt so dem Lesenden den Eindruck, unmittelbar dabei zu sein. Die Autorin schreibt in kurzen, einprägsamen Sätzen, bleibt selbst aber emotionslos. Herausgekommen ist eine Geschichte, die berührt und Hoffnung auf eine bessere Welt weckt.

    Fazit: Dieses Buch macht neugierig auf mehr von Stefanie vor Schulte.

  5. Cover des Buches Nach Mattias (ISBN: 9783257071290)
    Peter Zantingh

    Nach Mattias

     (183)
    Aktuelle Rezension von: CBI

    Das Buch steht bei mir seit Erscheinen im Regal, und ich habe es gerade zum zweiten Mal gelesen - weil ich mich zunächst nicht mehr erinnern konnte, es gelesen zu haben. Auch beim zweiten Lesen hat es mich nicht gepackt.

    Die Erzählungen anderer über Mattias sind interessant. Das Bild, das von ihm entsteht, bleibt aber für mich unscharf. Vielleicht soll das so sein, denn die Opfer eines Attentats bleiben für die meisten Fremde, eine undefinierte gesichtslose Menge, von der man in den Nachrichten hört, die einen für eine gewisse Zeit betroffen macht, dann aber wieder allmählich vergisst.

    Neue Nachrichten erschüttern die Welt, das Leid der anderen wird alltäglich.

    "Man" ist ja nicht unmittelbar betroffen.

    Peter Zantingh versucht - meiner Meinung nach - zur erzählen, wie Leute nach dem Tod einer Person damit zurechtzukommen, umzugehen, weiterzuleben.

    Da die Person Mattias - zumindest für mich -  nicht greifbar bleibt, rührt mich das Buch nicht und lässt mich ratlos.




  6. Cover des Buches Vom Ende der Einsamkeit (ISBN: 9783257261554)
    Benedict Wells

    Vom Ende der Einsamkeit

     (880)
    Aktuelle Rezension von: Martina_Blubie_Weiss

    Jules ist der jüngste von drei Geschwistern, die früh ihre Eltern verlieren, er selbst ist gerade einmal zehn Jahre alt. Im Buch erzählt er in der Ich-Form seine Geschichte und wir begleiten ihn bis in seine Mittvierziger.
    "Vom Ende der Einsamkeit" ist ein sehr ruhiges Buch, ein tiefgehendes philosophisches Werk, das stilistisch wunderschön geschrieben ist. Es handelt von Verlust, vom Verarbeiten von Verlust, von unerfüllten Träumen, von verpassten Gelegenheiten und vom Wiederfinden. Es ist ein trauriges, teilweise tragisches Buch und dennoch nicht hoffnungslos und es wartet nicht mit aufdringlichen Lebenstipps auf, es erzählt und schildert einfach nur.
    Wer ruhige intelligente Bücher mag, wird dieses hier lieben.

  7. Cover des Buches Der große Fehler (ISBN: 9783257071917)
    Jonathan Lee

    Der große Fehler

     (177)
    Aktuelle Rezension von: frenx1

    In seinem Buch „Der große Fehler“ spannt Jonathan Lee einen großen zeitlichen Bogen. Andrew Green ist die Hauptfigur des Buches. Ihm haben die New Yorker den Central Park, die Publik Library und das Metropolitan Museum of Art zu verdanken. Eine Persönlichkeit also, der man gut und gerne ein Buch widmen kann. Nichtsdestotrotz beginnt das Buch direkt mit Greens Tod. Er wird vor seinem Haus erschossen. Doch von wem?

    Ein Kriminalfall also – der allerdings schnell in den Hintergrund gerät, wenn Jonathan Lee erzählt. Rückblickend wird nach und nach Andrew Greens Leben erzählt. Auch wenn der Täter bald befasst ist: Warum Green umgebracht wurde, wird tatsächlich erst am Ende des Buches aufgelöst.

    Jonathan Lee nimmt sich viel Zeit, die Kindheit Greens zu erzählen, und so taucht man hinein in die Zeit des späten 19. Jahrhunderts (Green lebte von 1820 bis 1903). Das Leben auf der Farm wird ebenso plastisch beschrieben wie die Lehre in einer Gemischtwarenhandlung in New York. Ebenso feinfühlig erzählt Lee von Greens unterdrückter Homosexualität, der unterdrückten Liebesbeziehung zu seinem Mentor, der ihm viele Türen in der New Yorker Gesellschaft öffnet. Gemeinsam arbeiten sie an ihren Projekten wie einer öffentlichen Bibliothek, die für alle zugänglich ist.

    Mir hat der Schreibstil des Romans sehr gefallen. Lee schreibt präzise, humorvoll, lebendig.

  8. Cover des Buches Wenn ich wiederkomme (ISBN: 9783257071702)
    Marco Balzano

    Wenn ich wiederkomme

     (187)
    Aktuelle Rezension von: Coriso

    Es geht um die Frauen aus Osteuropa, die in Europa "unsere Alten" in den Familien pflegen - Tag und Nacht, in intimster Nähe, oft ohne Pausen. Dafür verlassen sie ihre eigenen Kinder - ihre Familie. Hintergrund ist Armut und die tiefe Sehnsucht, dass es die eigenen Kinder einmal besser haben sollen.

    Marco Balzano beschreibt die Situation von Daniela aus Rumänien, die sich zunächst nur für kurze Zeit nach Italien anheuern lässt. Nachts verlässt sie heimlich ihre Familie, weil es ihr sonst das Herz brechen würde. Diese Entscheidung hat Konsequenzen für ihren Sohn Manuel und die Tochter Angelica. Der Vater ist es nicht gewohnt sich in Erziehung und Haushalt einzubringen, so versuchen die Großeltern Rosa und Mihai zu retten was eben geht. Vor allem Manuel rutscht inˋs Bodenlose, besonders als der Großvater stirbt.

    Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: zunächst Manuel, dann Daniela selbst und im dritten Kapitel Angelica. Berührend ist, dass es sich nicht nur um eine fiktionale Einzelgeschichte handelt, sondern um eine Realität die uns alle angeht. Jeder kennt sie, die Arbeiter:innen aus dem Osten. Wie groß waren die Rufe währen des Corona-Lockdowns, als die Frauen aus dem Osten nicht mehr über die Grenze konnten. Es sind die Mittelschicht Frauen aus Osteuropa, die in Not geraten und sich bei uns um die Pflege der gebrechlichen Senioren kümmern und unser Sozialsystem stützen. Reich werden sie dabei nicht, sie bezahlen aber einen hohen Preis für ihre eigenen Familien. Ein tolles Buch mit einem brisanten Thema.

    "Ein Roman über die wahren Heldinnen unserer Zeit" (Klappentext)

  9. Cover des Buches Die Enkelin (ISBN: 9783257071818)
    Bernhard Schlink

    Die Enkelin

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Luis_Stabauer

    Erneut ein starkes Buch von Bernhard Schlink. Ich konnte mir vorstellen, wie es in rechtsradikalen Gemeinschaften zugeht, wodurch sie sich an ihren Gedanken und Idealen festhalten und auch ein wenig, warum sie kaum veränderbar sind. Das Buch wirkt um eine Spur zu konstruiert, Kasper, der unglaublich Liebende und der suchende Großvater trägt die Geschichte, ist klar gezeichnet, die Figur bewegt sich an der Grenze zur Glaubwürdigkeit.

  10. Cover des Buches Der Alchimist (ISBN: 9783257261165)
    Paulo Coelho

    Der Alchimist

     (1.536)
    Aktuelle Rezension von: Karolina_B

    Zurecht ein Weltbestseller. Das Buch ist für Suchende, die ihren ganz persönlichen Lebensweg folgen möchten. Ich habe es schon öfters gelesen und liebe es immer noch. Tolle Lebenslektionen sind darin enthalten. Ich kann es jedem empfehlen. 

  11. Cover des Buches Aus der Mitte des Sees (ISBN: 9783257071467)
    Moritz Heger

    Aus der Mitte des Sees

     (149)
    Aktuelle Rezension von: Jin_ny

    Das Buch ist sehr spirituell, poetisch und philosophisch. Lukas von der Benediktinerabtei ist Ende 30 und zweifelt an sich selbst und seiner Wahl für das Leben als Mönch. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lukas erzählt, sehr persönlich und emotional. Er ist verunsichert, weil er seine sozialen Kontakte verliert, und in diesem schwachen Moment kommt noch eine Frau hinzu, die ihn geistlich und körperlich herausfordert.
    Mir persönlich hat das Buch sehr gefallen, aber es war ein sehr ruhiges Buch. Es fühlt sich an, als wäre man umgeben von Wasser, eines der zentralen Themen im Buch. Das Schwimmen, die Natur, hilft ihm zu sich selbst zu finden. Immer wieder fühlt man die Schwere, die Geduld und die Stille, und die Geschichte reflektiert diese Gefühle. Natürlich erzählt Lukas auch von seiner Enttäuschung, dem Verlust und Trauer, aber nie wird er dabei laut. Aber trotzdem konnte man fühlen wie aufgewühlt er war. Das Buch war definitiv ein Slow-Burn.
    Insgesamt schlägt das Buch leise Wellen und langsam aber sicher war ich komplett in seiner Welt eingetaucht. Allerdings wäre das Buch nichts für Leute, die Action brauchen, oder nichts mit Religion anfangen können.

    ** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **

  12. Cover des Buches Kindeswohl (ISBN: 9783257243772)
    Ian McEwan

    Kindeswohl

     (264)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Frage danach, zu welchem Zeitpunkt ein Kind schwerwiegende Entscheidungen treffen und für die Folgen Verantwortung übernehmen kann, ist das zentrale Thema des neuen Buches von Ian McEwan. Fiona Maye die Hauptperson der Geschichte, ist Richterin am High Court of Justice in London und mit vielen schwierigen Fällen des Familien- und Sorgerechts beschäftigt. Hinzu kommt ihre persönliche Ehekrise, die sie zu bewältigen hat, jedoch nicht die Zeit findet oder finden will, um sich mit ihren eigenen Problemen auseinanderzusetzen. Die Dinge nehmen ihren Lauf und man verfolgt als Leser gespannt die beiden Handlungsstränge.

    Der Autor hat erneut ein brisantes Thema äusserst subtil aufgearbeitet. Es geht um religiöse Fragen, Bevormundung, Recht und Gerechtigkeit und vieles mehr. Gefallen haben mir neben der dramatischen Story, die klar dargelegten, gerichtlichen Auseinandersetzungen und die klugen Gedankengänge und Fakten, die zum Entscheid der Richterin führen.

    Ausserdem ist die Lektüre lehrreich oder kennt jemand von euch den Begriff der Gillick Competence?

  13. Cover des Buches Mitten im August (ISBN: 9783257300765)
    Luca Ventura

    Mitten im August

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Textgemeinschaft

    Mich erinnert sie Konstellation in dem Buch etwas an die Rosenheim Cops. Aber ich mag den Schreibstil und auch die eigenwilligen Charaktere der einzelnen Protagonisten. 

    Zeitweise ist mir zuviel Infodump enthalten, vor allem was die Ozeanologie angeht. Tatsächlich habe ich den Täter in dem Moment erkannt als er das erste Mal erwähnt wurde, obwohl der Autor sich viel Mühe gibt, zu verwirren. 

    Mir gefällt Ventura!

  14. Cover des Buches Töte mich (ISBN: 9783257069891)
    Amélie Nothomb

    Töte mich

     (97)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Sérieuse hatte ihn mit Agamemnon und Iphigenie geschlagen. Nun tauchten aus seinen rudimentären Erinnerungen an den Religionsunterricht Abraham und Isaak auf. Ein Hoffnungsschimmer streifte ihn, machte aber bald einem noch tieferen Schmerz Platz.“

    Inhalt

    Graf Henri Neville steckt in der Zwickmühle: Denn nachdem ihm eine Wahrsagerin prophezeit hat, dass er auf seiner letzten Garden Party auf seinem stattlichen Anwesens zum Mörder eines Gastes werden wird, überlegt er krampfhaft, wie so ein Mord standesgemäß ablaufen könnte und wer überhaupt das passende Opfer wäre. Ihn schreckt es nicht, dass er nach vollbrachter Tat ins Gefängnis gehen muss, denn er ist ohnehin verarmt und der Landbesitz eine einzige Schuldenfalle. Doch Graf Neville hat schon von Kindesbeinen an den Grundsatz der gehobenen Gesellschaftsschicht verinnerlicht: es spielt keine Rolle, welche Taten du verübst, solange sie moralisch vertretbar sind. Leider gibt es unter den geladenen Gästen zwar viele mögliche Opfer, aber keines scheint das geeignete. Als ihn seine  verschrobene jüngste Tochter Sérieuse das Angebot macht, doch sie zu töten, statt eines Fremden, eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Wäre da nicht sein schlechtes Gewissen und die unsagbare Strafe, die es ihm nach der Tat bis ans Ende seines Lebens unmöglich machen würde, seine persönlichen Ansprüche zu erfüllen …

    Meinung

    Dieser kleine, feine Roman mit gerade mal 111 Seiten Umfang konnte mich sehr begeistern, denn die 1967 geborene belgische Diplomatentochter Amélie Nothomb, die bereits zahlreiche Romane veröffentlicht hat, spinnt hier ein diffiziles Kammerspiel, welches sich zum gedanklichen Schlagabtausch zwischen Vater und Tochter entwickelt. Einerseits ist dieses Buch zeitlos und universell, weil es nichts weiter als ein moralisches Gedankenexperiment ist, andererseits wirkt es märchenhaft-leicht und absolut unterhaltsam, weil es so ohne Rahmenhandlung und Kenntnis der näheren Umstände auskommt. Für die Entwicklung der Protagonisten bleibt wenig Raum, man erfährt als Leser nur ein paar Hintergründe, die nicht genügen, um die Motivation der 17-jährigen Tochter tatsächlich nachzuvollziehen. Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf den Aspekt des Standesdünkels und so manch skurriler Begebenheit, die eine so haarsträubende Idee schließlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. 

    Fazit

    Ich habe mich hier bestens unterhalten gefühlt und einen leichten, beschwingten Roman gelesen, der ein eigentlich unvorstellbares Dilemma auf die humoristische Art und Weise löst und vergebe gerne 5 Lesesterne. Sicherlich ist das keine besonders anspruchsvolle Lektüre mit Tiefgang, allerdings tut das dem Lesevergnügen keinen Abbruch, insbesondere wenn man sich auf dieses Experiment mit den Möglichkeiten und Unvorstellbarkeiten einlässt.

     Gerne hätte dieses Buch noch ein paar mehr Seiten haben dürfen und vielleicht noch einen kleinen Ausblick in das Beziehungsgeflecht der Familie Neville nach dem Ende der Garden Party liefern können, doch auch so passt es wunderbar. Von der Autorin werde ich gewiss noch weitere Bücher lesen – dieses hier hebt sich positiv von der Menge der Bücher ab, die ich sonst in den Händen halte und lässt jegliche Schwere vermissen, was für mich normalerweise immer ein Kritikpunkt ist, nicht jedoch, wenn so klar erkennbar ist, in welche Richtung eigentlich argumentiert werden soll.

     

  15. Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: 9783257071566)
    Sasha Filipenko

    Der ehemalige Sohn

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Jin_ny

    Ein junger Erwachsener, der nach Jahren aus dem Koma erwacht, findet sich nicht mehr zurecht in seiner Welt, die gleich und doch anders geworden ist. Die Geschichte spielt in Belarus und erzählt nicht nur vom grauen Leben von Franzisk, sondern auch von der Entwicklung von Belarus unter dem autoritären Regime. Es war als würde er nach seinem körperlichen Koma nun nach dem Erwachen zu einem seelischen Koma gezwungen werden.

    "Der olympische Grundgedanke betrifft doch generell das Leben, Franzisk: Es geht nicht um den Sieg, sondern ums Dabeisein, permanent..."

    Die Erzählweise ist voller Temperament, Gleichgültigkeit und Biss. Unverhohlen macht sich die Jugend über die Autoritären lustig, sei es die Schule oder die Regierung, aber trotz aller Versuche gibt es keinen Ausweg aus dem Leben außer dem Auswandern oder dem Tod.
    Die Dialoge haben mir besonders Spaß gemacht, weil diese voller Ausrufezeichen und Fragezeichen sind. Man wird zur Stille verdonnert und gleichzeitig mit Fragen bombardiert. Dabei kommen dann Szenen, wo man schmunzelt, weil die Situation so komisch ist, obwohl es eigentlich keine schöne Szene ist. Besonders hilfreich fand ich auch die Anmerkungen der Übersetzerin, die halfen um die Geschichte besser nachvollziehen zu können. Für meinen Geschmack war der Anfangsteil, wo Franzisk noch nicht im Koma war, etwas lang, aber im großen und ganzen war es ein unterhaltsames, nachdenkliches Leseerlebnis.

    ** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **

  16. Cover des Buches Tiefes, dunkles Blau (ISBN: 9783257300918)
    Seraina Kobler

    Tiefes, dunkles Blau

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Bajo

    Rosa ist Seepolizistin in Zürich und 37 Jahre alt. Eine langjährige Beziehung ist an ihrem Kinderwunsch gescheitert. Zu Beginn des Romans ist sie Single und lässt sich in einer Kinderwunschklinik Eizellen entnehmen und einfrieren. Der leitende Arzt der Klinik wird danach tot im Zürichsee gefunden und Rosa und ihr Kollege Martin ermitteln.
    Es werden Verbindungen zum Rotlichtmilieu, zur Hackerszene, zu einem mit Gentechnik befassten Startup und zur gescheiterten Ehe des Arztes aufgedeckt.
    Dies alles entwickelt sich gemächlich, aber dennoch ansprechend erzählt, so dass beim Lesen keine Langeweile aufkommt. Im Gegenteil : durch eine schöne bildhafte Sprache wird Zürich beschrieben, die Wohnung von Rosa in der Altstadt, ihr schöner Garten, der See, die Umgebung von Zürich und vor allem immer wieder sehr ausführlich Rosas Kochkünste, bebildert von leckeren Beschreibungen von Obst, Gemüse, Gerüchen.
    Hier wird eine sommerliche Atmosphäre geschaffen, in der man Zürich kennenlernen kann, auch mit den Schattenseiten u. a. des Nachtlebens ( Partys, Drogen,Müll ) und des Tourismus. Gegensätzlich zu der überwiegend geschaffenen Wohlfühlatmosphäre werden die Gefahren der Gentechnologie offengelegt und moralische Abgründe tun sich auf, auch durch die Verbindung zum Rotlichtmilieu. Die hier involvierten Personen verstricken sich in kriminelle Handlungen, alles um den perfekten, gegen Krankheiten gefeiten Menschen zu designen und hierdurch eigene egoistische Ziele wie wissenschaftliche Anerkennung oder existentielle Sicherheit zu erlangen.
    Ich kann den Krimi weiterempfehlen. Ich habe ihn gerne gelesen. Nur die ausgiebige Schilderung der Speisen und der Gartenkünste war mir manchmal zu dick aufgetragen. Ich vergebe 4 Sterne.

  17. Cover des Buches Abendrot (ISBN: 9783257070453)
    Kent Haruf

    Abendrot

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Nicole_Sutter

    Lied der Weite war sozusagen der Vorgänger von Abendrot. Und auch wenn es keine wirkliche Fortsetzung in dem Sinn ist, uns begegnen erneut die Mc Pheron-Brüder Harold und Raymond mit ihrer "Pflegetochter" Victoria. Es war für mich ein bisschen wie "nach Hause kommen" in diesem Roman. Genauso still und leise, aber gleichzeitig auch stark kommt er daher. Einfach ein Genuss wieder in der Kleinstadt Holt zu Gast sein zu dürfen.

    Aber auch in Holt ist nicht nur Nächstenliebe und füreinander da sein gross geschrieben. Wir haben auch mit den Abgründen des menschlichen Seins zu tun.


  18. Cover des Buches Die Beichte einer Nacht (ISBN: 9783257071429)
    Marianne Philips

    Die Beichte einer Nacht

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Pau_rei

    Die Erzählung von Marianne Philips schafft es mit einigen unerwarteten Wendungen zu kommen. Erzählt wird die Geschichte der ältesten Tochter einer großen, armen Familie. Sie ist eines von zehn Kindern, der Vater ist ans Bett gefesselt uns sie muss früh viel in der Familie mithelfen, sich um die jüngste Tochter kümmern und Geld verdienen. Beim Lesen beginnt man schnell mit der Protagonistin zu sympathisieren und freut sich mit ihr, sobald es für sie raus und in die große Stadt geht. Von der Konzeption erinnert sie dabei sehr an Irmgard Keuns "Das kunstseidene Mädchen".
    Besonders ist, dass während des Lesens aufgrund verschiedener Ebenen der Erzählung konstant Spannung aufgebaut wird. Die Rahmenhandlung ist dabei ein Gespräch zwischen der Protagonist und einer Nachschwester, der sie ihre Geschichte anvertraut. Das Ende kommt schließlich durchaus unerwartet, schließt aber zudem auch den Kreis der Erzählung, sodass die Geschichte an sich sehr stimmig ist.

  19. Cover des Buches Die Geschichte von Blue (ISBN: 9783257243345)
    Solomonica de Winter

    Die Geschichte von Blue

     (148)
    Aktuelle Rezension von: GetReady

    Blue berichtet einem Arzt von ihrem bisherigen Leben.
    Dies ist für den ersten Teil der erzählerische Rahmen des Romans. Und hier fängt schon, die Besonderheit an, denn Blue redet nicht, sie schreibt ihrem Arzt. Dies tut sie in ungewöhnlich geschliffener und ausdrucksstarker Sprache.
    Sie erzählt von ihrem tristen Leben, in den ärmsten Vierteln diverser Städte, dem Tod ihres Vaters, ihrem eigenen Verstummen, Dauermobbing in der Schule und der drogensüchtigen Mutter, die nicht mehr fähig ist, ihr Kind zu lieben. Trost und Antrieb findet dieses Mädchen nur noch in ihrer Besessenheit mit dem Buch der „Zaubere von Oz“ und dem Gedanken, den vermeintlich Schuldigen am Tod ihres Vaters zu ermorden.
    Die Geschichte dieses Buches wendet sie ununterbrochen als Blaupause für ihr eigenes Leben an, alle möglichen Geschehnisse werden dazu in Beziehung gesetzt.

    Ich hatte sofort ein großes Mitgefühl mit diesem Mädchen. Sie schien, auch aufgrund der Sprache, ein unerkannt hochintelligentes Kind zu sein, das extrem unter schulischer und elterlicher Vernachlässigung leidet.

    Je weiter der Text aber fortschreitet, um so mehr fängt man auch als Leser an, am Wahrheitsgehalt der Erzählung zu zweifeln.
    Der 2. Teil des Romans klärt dann auf, und bietet sogar noch einen kleinen Extratwist.

    Obwohl ich den Zauberer von Oz schon als Kind nicht besonders mochte, gefiel mir der Roman sehr gut.
    Sowohl die Verwebung mit dem Kinderbuch, als auch die immer surrealer werden Erlebniswelt von Blue sind toll miteinander verknüpft.

    Sprachlich ist das Buch manchmal fast pathetisch, aber wer, wenn nicht eine hochbegabte, literarisch interessierte Jugendliche kann und darf so formulieren?

    Wenn man nicht nur „Wohlfühlbücher“ oder Bücher mit klarer eindeutiger Botschaft lesen möchte, sondern sich auch an Geschichten mit Twist erfreut, die einfach nur gut geschrieben sind, kann man das Buch mögen.

  20. Cover des Buches Das wilde Leben der Cheri Matzner (ISBN: 9783257070552)
    Tracy Barone

    Das wilde Leben der Cheri Matzner

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Ritja
    Eine große wunderbare Geschichte über eine ungewöhnliche Frau, die mir nicht immer sympathisch war, aber stets interessant blieb. Cheri Matzner hat eigentlich keinen guten Start ins Leben und gelangt durch Zufall zu einem reichen und traurigen Paar, welche gerade schwere Zeit durchmacht. Die Mischung passt nicht so richtig und so wird eigentlich keiner von den drei Personen in der Familie wirklich glücklich. 

    Der Start ist etwas holprig und ich hatte mit den Zeitsprüngen anfangs etwas Probleme. Mit jeder Seite mehr wurde man jedoch tiefer in die Geschichte gezogen bis alles ein Fluss war. Der Schreibstil von Tracy Barone war ideal für diese ungewöhnliche Familiengeschichte. Man gleitet durch die Seiten und auf jeder neuen Seite fand man Wendungen und Seitenwege, die die Geschichte nie langweilig werden ließen. Es wurde geschimpft, geflucht und gelacht, aber auch betrogen und gelogen und misstraut. Die Charaktere dieser Geschichte sind recht eigen und haben alle ihre ganz besonderen Marotten. Teilweise sind ihre Handlungen unterhaltsam und schräg, andere sind so verzweifelt, dass man die tiefe Traurigkeit fast schon spüren kann. Und doch passt alles so gut zusammen, dass man immer weiter lesen will und muss.

    Die Geschichte hat von allem etwas und davon wahrscheinlich für das kurze Leben fast schon etwas zu viel. Einiges wird nur angerissen und dann fallengelassen, um ganz zum Schluss wieder aufzutauchen. Andere Themen gingen über mehrere Seiten und wurden von allen Seiten betrachtet und erzählt, was manchmal das Tempo der Geschichte drosselte. 

    Manchmal ist weniger mehr, aber wenn es gut erzählt wird, darf es ruhig mehr sein.


  21. Cover des Buches Krokodilwächter (ISBN: 9783257244809)
    Katrine Engberg

    Krokodilwächter

     (221)
    Aktuelle Rezension von: Nosimi

    Das Buch Krokodilwächter hat mich aufgrund des ungewöhnlichen Titels und des - sagen wir es ruhig - typischen Stils eines nordischen Krimis angesprochen. Eine junge hübsche Frau, gerade zum Studium nach Kopenhagen gezogen, wird Opfer eines brutalen und obskuren Verbrechens: sie wurde nicht nur brutal ermordet, ihr hübsches Gesicht ist von auffälligen Schnitten entstellt. Und ausgerechnet ihre Vermieterin, die selbst eine ungewöhnliche Person zu sein scheint, schreibt einen Roman über genau solch ein Verbrechen. Wie hängt das Manuskript der emeritierten Professorin mit dem klangvollen Namen Esther de Laurenti und der Mord an der jungen Studentin zusammen? 

    Zunächst liest sich das Buch wie ein typischer "Morden im Norden" Krimi, schön sind die Passagen, die sich später als das Manuskript herausstellen und Julie etwas besser charakterisieren. Auch die Charakterbeschreibungen von Esther de Laurenti und dem Kriminalsssistenten Jeppe Kørner gelingen gut und machen sie schön plastisch. Leider ist dies jedoch nicht bei allen der Haupt- und wichtiger Nebencharaktere der Fall. Gerade Kørners Partnerin, aber auch das zweite Mordopfer bleiben blass. Wer der Mörder ist, wird im Verlauf des Buches schnell absehbar und auch klar, dies ist auch nicht die dringendsten Frage, sondern eher die Frage nach dem Warum? Gerade das hat mich interessiert und gebannt, scheint doch jeder der Hauptcharaktere eine große Lebenslüge mit sich rumzutragen und damit zu kämpfen. Und daraus hätte man einen sehr spannenden Krimi schreiben können, nur hält sich bei mir die Spannung einfach nicht. Alles wirkt zu lang beschrieben, an jedem Kapitel hätte man kürzen können, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Selbst das Ende ist meiner Ansicht nach nicht gut gelungen. Ich dachte ich wäre am Ende und.hatte dann nochmal gut 25 Seiten zu lesen. Nach dem Buch stellt sich mit die Frage, ob  Esther de Laurenti auch in den weiteren Büchern eine wichtige Rolle einnehmen wird, so viel Raum wir sie in diesem Band eingenommen hat. 

    Fazit: Ein solider Krimi, mit einer guten Storyidee, leider zu langatmig umgesetzt. 

  22. Cover des Buches In einer Person (ISBN: 9783257242706)
    John Irving

    In einer Person

     (132)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Mal wieder ein Epos von Irving, gute 700 Seiten, und mal wieder schafft er es, eine ganz eigene umfassende Welt aufzubauen. Hier die Welt von des bisexuellen William „Billy“ Abbott, den wir aus seinen Jugendjahren bis ins Pensionsalter, aus den 60ern in Neuengland bis ins Heute. Ich hab lange gebraucht für den Roman, das hat diverse Gründe. Einer ist in der privaten Freizeit gelegen, weil einfach weniger Freiräume waren und andere Dinge wichtig waren, der andere ist, dass es Irving hier in meinen Augen weniger geschafft hat, mich in seine Welt zu ziehen als bei anderen Werken. Trotzdem ist es ein bemerkenswertes Buch: Geschrieben vor zehn Jahren trifft es aktuell voll in die Debatte um Gendern und sexuelle Identitäten. Wir nähern uns Billy und vielen anderen Menschen seines Umfeldes intensiv und bekommen erst so einen Einblick und ein Gefühl dafür, wie ein Leben für Menschen mit einer nicht heteronormativen Sexualität viele Jahre lang ausgesehen hat und immer noch aussieht. Das ist bemerkenswert, tiefgründig, nah und erhellend. Lange bin ich geschwankt, ob ich hier 3 oder 4 Sterne vergeben soll, literarisch gefühlt eher drei, aber der Nachhall des Buchs macht dann doch eine vier.

  23. Cover des Buches Becks letzter Sommer (ISBN: 9783257609271)
    Benedict Wells

    Becks letzter Sommer

     (421)
    Aktuelle Rezension von: Anita27a



    Schon lange wollte ich mal einen Roman von Benedict Wells lesen. " Becks letzter Sommer ' ist sein Debütroman, der 2008 veröffentlicht wurde. Wells war damals noch ein junger Mann im Alter von 24 Jahren. Ich war nicht zuletzt aufgrund der von mir im Vorfeld gelesenen Kritiken etwas skeptisch, ob der noch so junge Mann der Thematik gerecht wird. Gleich zu Beginn möchte ich hier sagen, dass der Roman mich nicht enttäuscht, ja sogar überzeugt hat.
    Robert Beck ist Lehrer, nicht aus Leidenschaft sondern aus Bequemlichkeit. Er befindet sich schon länger in einer Sinnkrise. Sein Beruf, er unterrichtet Deutsch und Musik an einem Gymnasium, ist eigentlich nur eine Notlösung. Viel lieber wäre er Musiker aber auch hier traut er sich seit seinem Rausschmiss aus seiner Band nichts mehr zu.
    Seine "Liebes"beziehungen halten nicht länger als 3 Monate, dann fühlt er sich unfrei. Er fühlt wie er altert, nicht mehr zur Jungend gehört und das setzt ihm zu.
    Unzufrieden mit seinem Leben, weiß er aber gleichzeitig auch nicht wie er aus dieser Situation herauskommen soll.
    In dieser Lebensphase wird sein Leben durch einige Begegnungen auf den Kopf gestellt. Er lernt Lara kennen und empfindet ungewollt zum ersten Mal starke Gefühle für eine Frau.
    Gleichzeitig entdeckt er das aussergewöhnliche musikalische Talent des 17 jährigen Schülers Rauli Kantas und ist zwischen Neid und Bewunderung hin und hergerissen.
    Diese zwei Begegnungen sowie sein ehemaliger Bandkollege und Hypochonderfreund Charlie bringen sein Leben gehörig durcheinander.
    Er befindet sich mitten in einer ausgewachsenen Mitlife Krise und ist unfähig die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Durch unerwartete Umstände kommt es dazu, dass Beck, Charlie und Rauli zu einem gemeinsamen äußerst chaotischen Roadtrip nach Istanbul aufbrechen um Charlie ein Wiedersehen mit seiner Mutter zu ermöglichen.
    Der Roman ist wie eine LP in eine A- Seite und eine B -Seite gegliedert - die jewieiligen Seiten in je 4 Tracks. Die Musik bestimmt nicht nur die Form, sondern auch inhaltlich die gesamte Geschichte, die sich wie ein Rausch liest. Äußerst kurzweilig geschrieben und doch voller wunderbarer Gedankengänge mit Tiefgang.
    Themen, wie menschliche Beziehungen, Scheitern, Wünsche, Ängste, Fremdbestimmung, Lebenslust werden nicht nur angeschnitten. Hier hat sich ein junger Mann intesiv Gedanken über das Leben gemacht und das Ganze in eine witzige tragischkomische Geschichte verpackt.
    Die Einschübe des Autors in der Ich Form hätte ich nicht gebraucht. Sie stören für meinen Geschmack ein wenig den Lesefluss. Auf der anderen Seite ist dies eine gestalterische Freiheit, die mich nicht wirklich gestört hat.
    Insgesamt fand ich den Roman jugendlich frisch und anregend.
    Ich vergebe 4 Sterne und freue mich auf meinen nächsten Roman von Benedict Wells.



  24. Cover des Buches Abbitte (ISBN: 9783257261189)
    Ian McEwan

    Abbitte

     (881)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    [..Schlägt man nur lang genug Brennesseln nieder, stellt sich wie von selbst eine Geschichte ein, wesshalb Briony schon bald völlig in ihrem Tun aufging und auf grimmige Weise zufrieden war, obwohl jedermann bei ihrem Anblick geglaubt hätte, ein fürchterlich schlecht gelauntes Mädchen vor sich zu haben. Sie hatte von einer schlanken Haselnussrute die kleineren Äste abgestreift, und da es allerhand zu tun gab, machte sie sich unverzüglich ans Werk. Eine grosse Brennessel mit arrogantem Blick, den Kopf scheu gesenkt, die mittleren Blätter wie auf Unschuld plädierende Hände nach aussen gewandt - das war Lola, und obwohl sie um Gnade winselte, mähte die fast ein Meter lange Rute sie mit sirrendem Hieb in Kniehöhe ab und schleuderte den wertlosen Torso durch die Luft. Das war zu schön, um damit gleich wieder aufzuhören, und so waren die nächsten Brennesseln alle Lola; die da, die sich vorbeugte, um ihrer Nachbarin etwas ins Ohr flüsterte, wurde mit einer abscheulichen Lüge auf den Lippen dahingerafft...]

     Die Geschichte beginnt in England kurz vor dem Krieg, 1935, darin eingebetet die Liebesgeschichte von Cecilia und Robbie.

    Die blühende Fantasie von Briony der kleinen Schwester von Cecilia, und das prüde England dazumal,  wird den beiden liebenden zum Verhängnis.

    grosses Lesevergnügen.

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