Bücher mit dem Tag "digitalisierung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "digitalisierung" gekennzeichnet haben.

110 Bücher

  1. Cover des Buches Der Circle (ISBN: 9783462048544)
    Dave Eggers

    Der Circle

     (798)
    Aktuelle Rezension von: mattder

    was machen die Neuen Medien mit einen, wie greifen sie in unser Leben ein. Will man wirklich gläsern sein, so das unser Leben vom jeden gesehen wird. Dieses Buch schliddert am Hand einer Firma die neue Technologien heraus bringt da. Es echt beiladend und regt einen zum nachdenken ein muss man lesen um es nicht wirklich werden zu lassen.

  2. Cover des Buches ZERO - Sie wissen, was du tust (ISBN: 9783734100932)
    Marc Elsberg

    ZERO - Sie wissen, was du tust

     (608)
    Aktuelle Rezension von: RadikaleResignation

    Elsberg schreibt einfach grandios und alles lässt sich flüssig lesen. Weil wir alle Daten preis geben und Datenüberwachung IMMER Thema sein sollte, ist das Thema nach wie vor aktuell und spannend. Anfangs noch etwas schwierig zu lesen, dann wieder gewohnte Klasse. Elsberg hat`s einfach drauf.  

  3. Cover des Buches Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra (ISBN: 9783453418455)
    Robin Sloan

    Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

     (527)
    Aktuelle Rezension von: Sebastian_Engel

    Auch ich habe schon einmal beim Lesen eines Buches überlegt, ob nicht irgendwelche Geheimcodes darin zu finden sind. Das Buch überzeugt mich mit der Magie der Story. Ein alter Buchladen, Geheimcodes, eine Geheimgesellschaft, ein mysteriöser Buchhändler. Das ist es, was jeden Buchliebhaber beim Lesen verzaubert und eine spannende Geschichte entstehen lässt. Die Verbindung zwischen alten (Bücher) und neuen (Internet) ist gut gelungen. Es reichte für mich nicht ganz für 5 Sterne aber ich bin trotzdem glücklich, es gelesen zu haben. 

  4. Cover des Buches Die Tyrannei des Schmetterlings (ISBN: 9783462050844)
    Frank Schätzing

    Die Tyrannei des Schmetterlings

     (149)
    Aktuelle Rezension von: Bookreader34

    „Der Teufel, sagt ein Sprichwort der Malaien, kommt immer durch die Hintertür.“ (Zitat aus Die Tyrannei des Schmetterlings)

    Die Tyrannei des Schmetterlings ist ein Science-Fiction-Thriller von Frank Schätzing.

    Im Jahr 2017 will im Südsudan während des Bürgerkriegs eine Gruppe Soldaten gegen einen Warlord vorgehen. Dann werden sie jedoch selbst von mysteriösen Wesen getötet.

    In Kalifornien untersuchen währenddessen Undersheriff Luther Opoku und Deputy Ruth Underwood den Tod einer Biologin. Die Spuren führen zu einer Firma, deren Gründer eine Künstliche Intelligenz namens A.R.E.S. entwickelt hat, die zu einer Superintelligenz werden und dann alle großen Probleme der Menschheit lösen soll.

    Dort angekommen entdeckt Luther den mutmaßlichen Mörder und verfolgt ihn, bis der Verdächtige spurlos verschwindet. Zurück an der Oberfläche stellt Luther fest, dass sich einiges verändert hat. Es ist Nacht, obwohl eben noch Tag war, und vorher Tote sind wieder lebendig.

    Der Titel bezieht sich wohl darauf, dass A.R.E.S. als verpuppter Schmetterling bezeichnet wird, der "schlüpft", wenn er sich seiner selbst bewusst und dann eine Superintelligenz wird. Daher und weil auch echte Insekten eine Rolle spielen, finde ich das Titelbild, auf dem Kurven und Kreise an Insekten erinnernde Formen bilden, sehr passend.

    Die Handlung ist in sechs große Abschnitte mit eigenen Titeln geteilt. Innerhalb der Abschnitte ist die Handlung nur untergliedert, indem ein Perspektivwechsel durch den Umriss eines Falters angezeigt wird. Am Ende gibt es eine Liste mit Sachbüchern zu den wissenschaftlichen und technischen Aspekten der Handlung und eine Danksagung.

    Die Spannung fällt in Teil II etwas ab, während Luthers Alltag beschrieben wird und die anderen wichtigen Charaktere eingeführt werden. Die Ermittlungen in dem Todesfall werden eher nebenbei geschildert. Erst gegen Ende von Teil II steigt die Spannung wieder und bleibt bis auf die eher langatmigen Stellen bis zum Ende hoch.

    Action, auch in Form teilweise ziemlich brutaler und blutiger Gewaltschilderungen, gibt es nach dem Prolog auch erst wieder ab dem Ende von Teil II und die letzten beiden Abschnitte sind schließlich ziemlich actionreich.

    Vor allem in Luthers Gedanken und Gefühle erhält man einen sehr guten Einblick, aber auch die anderen wichtigen Charaktere sind gut ausgearbeitet. Mehrfach wechselt Schätzing bei der Schilderung von Luthers Gedankengängen von der dritten zur zweiten Person, so dass man als Leser quasi Luthers Rolle einnimmt.

    Die bis auf Rückblicke in die Vergangenheit einiger Charaktere im Präsens geschilderte Handlung wird meist aus der Sicht von Luther erzählt, manchmal aber auch aus der Sicht anderer Charaktere. Zu Letzteren zählt auch A.R.E.S., was zu den Dingen gehört, die mir an diesem Roman besonders gefallen haben.

    Zuerst erfährt man nur einzelne Ereignisse aus der Vergangenheit von Luther und einigen der anderen Charaktere, bevor Schätzing jeweils Zusammenfassungen ihrer kompletten bisherigen Lebensgeschichte schildert. Das zieht sich dann immer über mehrere Seiten hin.

    Einerseits finde ich das zwar gut, weil man so die Charaktere besser versteht. Andererseits bin ich aber der Meinung, dass es besser gewesen wäre, wenn der Autor sich kürzer gefasst hätte, da auch unwichtige Dinge genannt werden, was gerade diese Stellen recht langatmig macht.

    Die Beschreibungen sind teils sehr wortreich und voller Metaphern und Vergleiche, Schätzing mag außerdem bildungssprachliche Begriffe wie desperat und stupend. Auch das war mir manchmal zu viel. Gefallen haben mir aber wiederum die Anspielungen auf bekannte Filme und Personen wie Jurassic Park und Halle Berry.

    Manchmal ist Die Tyrannei des Schmetterlings ziemlich tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Schätzing stellt gut die Vor- und Nachteile des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz sowie die Schwierigkeiten dar, einer KI wie A.R.E.S. die gewünschten Ziele und Werte zu vermitteln.

    Auch die wissenschaftlichen Grundlagen der wichtigsten vorkommenden Technologien werden gut erklärt. Außerdem kommen fast nur Technologien vor, die schon in der Entwicklung beziehungsweise in Ansätzen bereits vorhanden sind. Beides macht das Szenario sehr glaubwürdig.

    Insgesamt hat mir Die Tyrannei des Schmetterlings gut gefallen und ich empfehle den Roman allen, die Science Fiction mit Themen wie KIs, Kybernetik und Biotechnologie mögen und nichts gegen Schätzings teils ausschweifenden Schreibstil haben.

  5. Cover des Buches Mind Games (ISBN: 9783551316196)
    Teri Terry

    Mind Games

     (526)
    Aktuelle Rezension von: LadyMay

    Ich mochte die Geschichte wirklich gern, es war spannend, die Welt war interessant. Allerdings war mir die Protagonistin, dafür dass sie so intelligent sein sollte, stellenweise etwas zu naiv und hat sehr dumme Entscheidungen getroffen. Außerdem gab es im Mittelteil sehr viel unnötiges Drama. 

    Aber mit dem Ende hat die Autorin sich wieder meinen Respekt verdient. Nicht nur das es unerwartet war, solch ein Ende hätte ich in einem Jugendbuch definitiv nicht erwartet, daher Respekt. 

    Ein guter Jugendthriller mit Dystopieanteil der auf jeden Fall einen näheren Blick wert ist.

  6. Cover des Buches I can see U (ISBN: 9783649631903)
    Matthias Morgenroth

    I can see U

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Anett_Gl

    Ich habe das Buch gerade zur Seite gelegt und bin noch so gefesselt vom Ende. Das Ende geht gar nicht. Die ganze Zeit konnte ich Marie verstehen, aber nun denke ich "wie dumm ist sie denn?" Und dann so ein schreckliches offenes Ende. Bin sprachlos.


    Sehr schnell kann man erahnen, wer Ben ist und auch worum es eigentlich geht. Aber ich finde der Autor hat das Thema "Smarter Leben" gut umgesetzt. Es passt genau in unserer Zeit und zeigt welche Vor- und Nachteile die ganze Technik hat. Und wie schnell sie die Technik gegen uns stellen kann. Ich finde dieses Buch sollte man in den Schulen durchnehmen. Denn es zeigt erschreckend, wie schnell man ein Leben zerstören kann (Bachmann).

    Sehr coole Story, aber ich würde mir dann doch gerne einen zweiten Teil wünschen, in dem ich beruhigt lesen kann, dass man Ben gefunden hat.

  7. Cover des Buches ICH Inkognito (ISBN: 9783734793219)
    Guido Kniesel

    ICH Inkognito

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Naike

    Die Idee ist nicht neu, bietet jedoch viel Potenzial, das von Guido Kniesel jedoch nicht genutzt wurde. Ich habe inzwischen schon viele Romane zum Thema KI gelesen, dieser war eher schwach, da wie am Reißbrett konstruiert und dadurch nicht so recht lebendig wirkend. Auch die Protagonisten tragen nicht gerade dazu bei, dass man aufgrund von Mitgefühl Spannung empfindet, sie bleiben bis zum Schluss hölzern und unglaubwürdig, da sie kaum wie echte Menschen agieren.
    Ich hab's trotzdem zuende gehört, weil ich dachte, irgendwann käme doch noch eine Wendung, aber plötzlich war ziemlich abrupt und unspektulär Schluss.
    Der Autor hätte sich mehr Seiten gönnen, die Protagonisten besser ausarbeiten und weniger auf zu absurde Anschläge setzen sollen. Auch hätte ich mir mehr Verbindungen zum Ursprung der KI gewünscht, die Entwickler haben von den Dramen in Deutschland nicht mal erfahren! Also nee, das war nix.

  8. Cover des Buches So enden wir (ISBN: 9783518428016)
    Daniel Galera

    So enden wir

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Aspasia

    Ein Handy, ein Überfall, ein Schuss, tot. So enden wir. Vielleicht nicht unbedingt wir alle, aber tot ist tot. Und bis dahin: Unser Leben. Und auch das ist weit weniger einzigartig als wir alle gerne glauben möchten.

    In Daniel Galeras zweitem Roman So enden wir ist es Andrei Dukelsky, Duke, Nachfahre jüdischer Einwanderer, der nach einem kurzen Intermezzo als strahlender Internetstar Ende der 90er, als anarchischer Mitbegründer des Fansize Orangotango und geheimnisvoller Poet, 15 Jahre später mit Mitte 30 Opfer eines Straßenraubs in der der lähmend heißen brasilianischen Hafenstadt Porto Allegre wird.

    Die ehemalige Fangemeinde reiht traurige Emoticons aneinander und versieht drei Großbuchstaben mit Ausrufezeichen, und schickt so ihre individuelle Trauer via Twitter um die Welt.

    Auf diese Art erfährt es auch Aurora, ebenso Teil der ehemaligen Online-Redaktion, einst die einzige Frau im heiligen Kreis der coolen Fab Four, ist sie heute Doktorandin der Genetik & erforscht den Biorhytmus des Zuckerrohrs. Sie, die eigentlich in Rio an ihrem Doktor basteln sollte, hat sich vor ein paar Monaten in ihrem Jugendzimmer in der elterlichen Wohnung eingenistet, offiziell wegen einer Herzerkrankung ihres Vaters, aber eigentlich weil ihr so ruhmreich gestartete Leben irgendwie ins Stocken geraten ist.

    Auf der Beerdigung trifft sie auf die alten, ehemals unzertrennlichen Freunde. Als da wären: Antern, der sein Schreibtalent nun sehr erfolgreich als Marketingexperte mit eigener Werbeagentur zu Millionen macht. Und Emiliano, Kulturjournalist, in der Bedeutungslosigkeit gestrandet, dessen Insiderwissen über den toten Freund, mit dem er einst eine Nacht verbracht hatte, ihn nun aber wieder auf die große Bühne zurück bringen könnten.

    In sich abwechselnde Monologen erinnern die drei sich mit melancholischem Blick der glorreichen Zeiten vor nunmehr 15 Jahren, als sie hoffnungsfroh, ein bisschen arrogant, aber voller Idealismus aufbrachen in die Welt, als noch alles möglich schien, um jetzt am Grab ihres Freundes ihre geplatzten Träume zu bestaunen, zu sehen, dass die verhasste Bürgerlichkeit doch den längeren Atem hatte, dies Realität sie im Würgegriff hält & langsam nichts mehr übrig ist, von den Helden von einst.

    So traurig, so alltäglich, zeigt dieser Roman doch das Stimmungsbild einer ganzen Generation gut ausgebildeter junger Leute, die meinten die gesellschaftlichen Veränderung schon mit den Händen greifen zu können, nicht nur in einem aufstrebenden Schwellenland wie Brasilien, die sich jetzt gestrandet in Zeiten der Klimabedrohung, sozialen Verwerfungen & wirtschaftlicher & politischer Instabilität wiederfinden. Somit bietet die Geschichte der 4 eine Identifikationsfläche für so viele ihrer Altersgenossen weltweit.

    So enden wir wir also: desillusioniert? Wir rollen den Stein den steilen Berg hoch & er rollt wieder hinunter & wieder hoch & dann wieder runter, mehr oder minder ist das bei uns allen so, die Zeitens des anstrengenden & schweißtreibenden Hochschiebens varieren natürlich, aber das von Albert Camus im Mythos von Sysyphos beschriebene Dilemma teilen wir alle.

    Auch ihre & unsere im jugendlichem Blick auf unser Selbstbild identifizierte Einzigartigkeit entpuppt sich als Illusion & doch machen wir weiter, wie schon Generationen vor uns. Denn so einfach enden wir nicht.

  9. Cover des Buches Bios (ISBN: 9783499291333)
    Daniel Suarez

    Bios

     (52)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Stell dir vor du schaust in den Spiegel und es blickt ein dir fremder Mensch entgegen. So geschehen in Daniel Suarez Science-Fiction-Thriller BIOS. Die Story schreibt das Jahr 2045. Die Gentechnologie ist inzwischen so weit, dass das Gen-Editing zur Vermeidung von Gendefekten und tödlichen Erkrankungen an Embryonen erlaubt ist. Die UN-Konventionen erlauben jedoch nicht, dass das Ungeborene durch Gen-Manipulation maßgeschneidert wird. High-Tech-Kriminelle und Syndikate ermöglichen Eltern, durch eine Editierung die Gen-Ausstattung ihrer ungeborenen Kinder zu beeinflussen.

  10. Cover des Buches Die Schattensurfer (ISBN: 9781493556175)
    Hubert Wiest

    Die Schattensurfer

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Martins_Buecherbox
    Kurzbeschreibung

    Sansibar ist neidisch. Auf ihre beste Freundin Marella. Marella hat die Kristallprüfung bestanden und gehört nun zu RUHL. Sie sagt, damit hilft sie der Gesellschaft, denn Ruhl nutzt jeden Gedanken, den man denkt, für die Gesellschaft. Doch Sansibar möchte ein Geheimnis für sich behalten. Schließlich stellt sie sich die Frage : Ist das überhaupt möglich ?
    Luan wohnte sein ganzes Leben in einem Kinderheim. Er hat nur ein Ziel : Programmierer werden. Doch dann schließt die Heimleiterin ihn von der Kristallprüfung aus und er hat keine Zukunftschance mehr. Doch bei einem Besuch in einem Vergnügungspark erhält er vom Parkleiter ein unwiederstehliches Angebot. Das führt ihn in die verbotene Schattenstadt.

    Rezension

    Das Cover & der Titel passen, finde ich, zum Buch und sind sehr ansprechend. Auch der Klappentext passt sehr gut und verspricht nicht zu viel. Die Außengestaltung ist insgesamt wirklich gut !

    Die Handlung ist wirklich gut und passt zum Genre. Es gibt RUHL. Alle Gedanken, die man hat sind auf den Zentralcomputern von RUHL gespeichert. In der Handlung geht es um ein wirklich interessantes Thema. Viel über die Handlung möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten, lest am besten selbst!

    Die Geschichte spielt in der Zukunft. Die Zukunft ist wirklich gut beschrieben & interessant aufgebaut. Ich fand es wirklich gut zu lesen, was sich der Autor unter der Zukunft vorgestellt hat.

    Es gibt in diesem Buch zwei Protagonisten und es wird aus beiden Sichten erzählt. Einmal haben wir da Luan. Luan will unbedingt Programmierer werden, doch wegen eines Diebstahls, der kein Diebstahl war, wird er von der Kristallprüfung ausgeschlossen. Dann ist da noch Sansibar. Sie möchte unbedingt zu RUHL gehören. Als sie auf Luan trifft, kann sie sich erstmal nicht erinnern, obwohl die beiden für eine Zeit lang gemeinsam bei den Häppy Kidz waren. Beide Sichten sind wirklich interessant, aber ich fand es besser, aus Luans Sicht zu lesen, weil man hier viel bessere Einblicke bekommt.

    Der Autor hat einen relativ guten Schreibstil, jedoch fand ich hin und wieder einige Stellen nicht so gut. Die Spannung im Buch ist an fast allen Stellen gut, nur selten gibt es nicht spannende Stellen.

    Diese Rezension und viele weitere Rezensionen auf meinem Blog :
    https://martinsbuchbox.blogspot.de/2018/04/spannende-jugend-dystopie-die.html
  11. Cover des Buches Der Buchliebhaber (ISBN: 9783442487110)
    Charlie Lovett

    Der Buchliebhaber

     (36)
    Aktuelle Rezension von: sollhaben

    Arthur Prescott arbeitet an der Universität Barchester. Die Arbeit selbst macht ihn nicht sehr glücklich, aber die Bibliothek der dortigen Kathedrale füllt seine Tage und seine Gedanken. Schon sein Großvater lehrte ihn die Liebe zum Buch und zu geschriebenen Wort. Dazu gab er ihm noch Hinweise auf ein Geheimnis, dass in Barchester verborgen sein soll.
    Als Bethany seine kleine Blase stört, um "seine" alten Manuskripte zu digitalisieren, stört ihn das gewaltig. Aber die Amerikanerin lässt sich nicht so einfach zur Seite schieben. Sie schafft es, Arthur aus seinem Schneckenhaus zu locken und gemeinsam machen sie sich auf die Suche.


    Mein Fazit:
    Was für eine tolle Geschichte, viel zu lange ungelesen auf meinem SuB.
    Arthur Prescott ist ein richtiger liebenswerter Nerd, der Bücher mehr mag als die meisten Menschen. Aber Bethany erlangt ganz elegant seine Aufmerksamkeit.
    Zwar gibt es mit der Aufzählung von diversen Schriftstellern ein paar Längen, aber insgesamt überwiegen die schönen, interessanten und manchmal auch emotionalen Momente.
    Zusätzlich gibt es noch einige Hinweise auf Musikstücke, die in der kirchlichen Liturgie eine wesentliche Rolle spielen. Das war für mich so das Tüpfelchen auf dem i. Einen Link zu einem besonders schönen Stück lasse ich euch in den Kommentaren.
    Insgesamt hat es mir so gut gefallen, dass ich froh bin es gelesen zu haben. Gemeinsam in einem #buddyread und es hat so viel Spaß gemacht, sich darüber auszutauschen.

  12. Cover des Buches Maddie - Immer das Ziel im Blick (ISBN: 9783843210980)
    Katie Kacvinsky

    Maddie - Immer das Ziel im Blick

     (238)
    Aktuelle Rezension von: Das_Leseding

    Inhalt:
    Maddie wird aus dem Umerziehungscamp entlassen und geht zu ihrer Familie zurück. Doch niemand ist sich sicher, will sie ihre Freunde oder ihre Familie verraten …

    Schreibstil:
    Der Einsteig war mehr als schlecht. Es ist eine gewisse Zeit vergangen, seit ich die vorherigen Bücher gelesen hatte, aber so gar nichts von dem wiederzugeben, was passiert ist, ist doch irgendwie übel. Nach einer längeren Lesezeit bin ich dann aber doch wieder in die Geschichte eingestiegen. Dabei wurde mir dann auch klar, warum ich mich damals für den dritten Teil der Trilogie nicht interessiert hatte: Die Figuren sind durchweg einfältig, die Beschreibungen der Situationen zu wenig und teilweise zu detailliert, die Wendungen kommen immer genau im richtigen Zeitpunkt (Konstruiert ist schon zu nett ausgedrückt) und der Ausdruck ist ebenfalls sehr einfach gehalten. Nachdem die Geschichte also halbwegs klar war, reicht ein Querlesen aus und die Geschichte endet mit einem absolut unbefriedigendem „wir haben uns alle lieb“ – ja ist nett, aber bitte was?!

    Charaktere:
    Ich verstehe sie nicht! Was bewegt Maddie dazu sich so zu benehmen, was geht in ihrem Kopf vor? Ebenso bei den anderen. Das Buch umfasst über 350 Seiten, da kann man doch die Beweggründe und Gedanken der Charaktere niederschreiben. Ne, da wird dann über die selbst gefärbten Haare von Maddie philosophiert. Die in einem Absatz komplett pink und im nächsten nur 24 pinke Strähnen umfasst. Ja was denn jetzt?! Auf der einen Seite kämpfen alle für den Widerstand, auf der anderen sind sie aber empört, wenn jemand etwas wagt. Erwachsene Leute verhalten sich wie Teenager und die Teenager wie durchgeknallte Irre.

    Cover:
    Das Cover passt zu den anderen Bänden.

    Fazit:
    Schlimmstes Buch der Reihe und nach Band 2 hätte absolut Schluss sein können. Dieser tanzt mit neuen Charakteren und unnützen taten absolut aus der Reihe. Daher keine Leseempfehlung und nur einen Stern.

  13. Cover des Buches 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert (ISBN: 9783406739682)
    Yuval Noah Harari

    21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

     (104)
    Aktuelle Rezension von: blerta

    Yuval Noah Harari blickt auf die Gegenwart und stellt sich den drängendsten Fragen unserer Zeit: Kann die Demokratie bestehen bleiben? Werden wir von künstlicher Intelligenz unterworfen? Was für eine Rolle spielt Religion in der jetzigen Zeit? Neben all dem Druck und all den kleinen Details, die uns beschäftigen, verlieren wir die Klarheit aus den Augen. Dieses Buch dient dazu, sich mit dem Hier und Jetzt zu beschäftigen; zu erfahren, welche Entscheidungen getroffen werden müssen, um in eine zuversichtliche Zukunft blicken zu können.

    In den meisten Fällen, wenn ich solche Bücher von «grossen Denkern unserer Zeit» lese, werde ich enttäuscht, da nichts Neues bei der Lektüre herausspringt. Hier jedoch gibt es einige Ansätze, über die ich noch nie in dieser Art und Weise nachgedacht habe. Als Mensch ist man nun mal in seiner eigenen Sicht auf die Welt gefangen, und diese Sicht lässt sich auch nur selten verschieben. Aber wenn vereinzelte (!) Thesen so präzise und gut begründet werden, wie es Harari hier macht, dann lässt sich das ein oder andere Weltbild wohl verschieben.

    Auch wenn ich viel aus dem Buch mitnehmen kann, sollte ich doch in Betracht ziehen, was meine anfängliche Erwartung davon war. «21 Lektionen», «Hier und Jetzt», «drängendste Fragen unserer Zeit» … 

    Es ist im vornerein klar, dass sich bei so einem Buch Themen überlappen werden, was an sich eigentlich gut ist, da sich offensichtlich eine gewisse Logik dahinter verbirgt und von Widerspruchsfreiheit zeugt. Trotzdem war ich nicht begeistert, als ich feststellte, dass sich ca. ein Drittel des Buches mit künstlicher Intelligenz befasste. Und irgendwie kommt der Autor immer wieder zum gleichen Fazit, obwohl es sich um unterschiedliche «Lektionen» handelt … Ich glaube, es wäre für alle angenehmer gewesen, einen anderen Titel zu finden. Dann hätte man einzelne Punkte nicht unnötig strecken müssen und als Leser:in wäre man nicht enttäuscht darüber gewesen, dass man bei sechs unterschiedlichen Kapiteln auf dieselbe Schlussfolgerung kommt, dass der Mensch einer künstlichen Intelligenz immer überlegen sein wird, da der Mensch sie ja erschafft, aber Achtung vor Algorithmen!

    Inwiefern sich die Überlegungen auf das Hier und Jetzt beziehen, ist mir ebenfalls nicht ganz klar. Natürlich lässt sich kein solches Buch schreiben, ohne in die Zukunft zu projizieren oder Erkenntnisse aus der Vergangenheit heranzuziehen. Aber unter den «drängendsten Fragen unserer Zeit» verstehe ich keine Antworten die im Stil «Wenn x, dann y» aufgebaut sind, sondern Beobachtungen, die ich jederzeit nachempfinden könnte – und das nicht erst in 100 Jahren. Ich möchte damit nicht sagen, dass nur über die Zukunft geschrieben wurde, aber der Text erfüllt einfach nicht das, was der Klappentext wirbt.

    Gegen Schluss gibt es dann viele Wiederholungen, die auch schon vorher mehrere Male erwähnt werden. Und auch der Inhalt, der gegen das Ende präsentiert wird, gefiel mir nicht. Meditation spielt im Leben des Autors offensichtlich eine grosse Rolle, aber diese 21. Lektion (und damit letzte) im Buch macht die «20» vorherigen Lektionen einfach so zunichte. Wieso habe ich 450 Seiten gelesen, nur um mir am Schluss sagen zu lassen, dass es genügt zu meditieren? Ich sage nicht, dass es nicht stimmen könnte, aber es macht einfach keinen Sinn, das als Fazit für dieses Buch zu nehmen. (Von irgendwoher musste man diese 21 verschiedenen Lektionen ja holen …)

    Zudem sich gegen Ende ebenfalls ein belehrender Ton in die Zeilen schleicht, der auch zuvor aufgeblitzt war, sich aber vor allem am Schluss zeigt. Als wäre die Erkenntnis, dass Meditation helfen kann etwas komplett Neues. Ich verstehe, worauf Harari anspielt, nämlich, dass die Individualität eines einzelnen Menschen wichtiger ist, als von Religion oder Nationalismus blind geleitet zu werden. Nur ist mir nicht ganz klar, wieso man der Quintessenz dann lediglich 20 Seiten widmet und den Rest des Buches damit verbringt, über die Menschheit als Kollektiv zu schreiben.

    Fazit
    Obwohl ich auf viele neue Ansätze in diesem Buch gestossen bin, die mich zum Nachdenken anregen, konnte mich der grösste Teil des Buches nicht begeistern. Es gibt sehr viele Wiederholungen, da die Lektionen sich oft überschneiden. Der Schluss wirkt eher belehrend als erzählend und macht den gesamten Aufbau des Buches durch die Erkenntnis zunichte. Es wäre ein interessantes Konzept mit den 21 Lektionen gewesen, wenn man sich auch tatsächlich daran gehalten hätte.

  14. Cover des Buches QualityLand 2.0 (ISBN: 9783844926026)
    Marc-Uwe Kling

    QualityLand 2.0

     (55)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Qualityland 2.0 kommt definitiv im philosophisch-literarischen Anspruch wieder an seinen Vorgänger heran. Beispielsweise werden erneut philosophische Ansätze und wirtschaftspolitische Theorien wie zum Beispiel die Makropolitik von Keynes grandios und humorvoll in die Dialoge eingebaut und im Setting Qualitylands – einer unserer Welt ähnelnden Umgebung einige Jahre in der Zukunft - integriert.

    Im Universum von Qualityland ist Neoliberalismus keine Wirtschaftswissenschaft mehr, sondern eine Religion, weil sich die Annahmen der Regelung des Marktes als falsch erwiesen haben. Das bedeutet, dass diese Theorien in den Bereich des Glaubens abgerutscht, bzw. aufgestiegen, bzw. halt auch real richtig beurteilt werden. Hayek und Friedman sind nun echte Götter geworden, die angebetet werden.

    Zudem ist durch den Umbruch der Digitalisierung und dem massiven Einsatz von künstlicher Intelligenz die Digitale Revolution 4.0 nun völlig abgeschlossen. Dadurch entstehende Auswirkungen auf den Faktor Arbeit, Arbeitsmarkt und Politik werden sehr großartig in einem Gespräch zwischen Peter Arbeitsloser und Henrik Ingenieur erläutert. Respektive das Problem, die Menschen überhaupt noch mit sinnstiftender Arbeit zu versorgen.

    Bezeichnend ist auch, dass im propagandistischen Setting von Qualityland alle anderen Länder als Quantityland bezeichnet werden. Zum Beispiel reicht Quan 1, gleichzusetzen mit China, überhaupt nicht an die Qualität von Qualityland heran, wenn man auch zugeben muss, dass sie das mit der Umwelt und der Wirtschaft weitaus besser managen als in Qualityland. Der Klimawandel ist überhaupt so ein Thema, mittlerweile hat man unsere derzeitige Politik der prokrastinierenden Maßnahmen à la: nächstes Jahr setzen wir uns neue Ziele, die wir dann aus Gründen auch nicht erreichen werden und für die wir uns dann noch Ausreden einfallen lassen müssen , aufgegeben. Nun verdrängt man nichts mehr, sondern man hat sich fatalistisch mit allen negativen Auswirkungen der Erderwärmung abgefunden.

    Ach ja, natürlich weist die ganze Geschichte nicht nur philosophischen Hintergrund und schreiend komische Bonmots in Dialogen auf, sondern bietet wieder einen sehr gut konstruierten durchgängigen Plot, was ich immer sehr zu schätzen weiß.

    Nach dem Mord am Androiden John of us hat eine neue Regierung seiner Partei, die Geschäfte übernommen. Aischa ist noch immer Beraterin und versucht dem unfähigen Platzhalter-Präsidenten irgendwie die Ziele von John zu verklickern, scheitert aber an dessen Unfähigkeit und an seinem unabänderlichen Willen, alles so zu lassen, wie es war.

    Peter Arbeitsloser ist nun aufgestiegen, seit der sich anbahnenden Freundschaft mit dem Gründer von The-Shop Hendrik Ingenieur steigt sein Level unaufhörlich und er ist fast schon so etwas wie ein Promi geworden. Hendrik Ingenieur will nämlich in die Politik einsteigen und hat sich den lästigen Peter, der die Algorithmen in Frage stellte und den rosa Delphin-Vibrator zurückgeben wollte, als jenen Sparringpartner in Diskussionen auserkoren, der ihm die Welt der normalen Leute der Wähler näherbringen soll. Als Angehöriger der Oberschicht, schickt Hendrik aber keine Einladung zu einem Gespräch, sondern entführt Peter einfach zu einem Abendessen. Warum? Weil er es kann und weil Leute seines Standes einfach nicht fragen. Mittlerweile hat Hendrik aber herausgefunden, dass Peter nicht nur ein nützliches Sprachrohr der Nutzlosen ist, sondern durchaus sehr kluger, komplexe Systeme analysierender, geistreicher Gesprächspartner, von dem er noch viel lernen kann. So nebenbei wird uns auch noch vermittelt, wie Hendrik Ingenieurs Vater vor Jahren die maschinelle KI-Revolution durch eine Erfindung quasi im Alleingang eingeleitet hat. Ein optimierter Toaster mit eingebauter künstlicher Intelligenz, der die Scheiben perfekt gebräunt hat, musste damals so viele komplexe Entscheidungen treffen, dass er anschließend mit ein paar Optimierungen geeignet war, jegliche kognitive Leistungen der Menschen in der Arbeit quasi zu ersetzen.

    Kiki hat wie immer ihre eigenen Probleme. Jemand möchte sie töten. Diese Person, genannt der Puppenspieler, schickt ständig Avatare, um sie auszulöschen und ihre Freunde, wie beispielsweise Peter, über ihren Aufenthaltsort auszuspionieren. Peter und Kiki haben überhaupt eine ganz schräge On-Off-Beziehung. Bei Suche nach der Identität des Puppenspielers, der Kiki ans Leder will, findet die junge Frau auch einiges über ihre Vergangenheit heraus.

    Martin Aufsichtsrat, der „Mörder“ (unter Anführungszeichen, da man einen Androiden ja nicht richtig umbringen kann) von John of us, spielt als eine wichtige Figur in der Geschichte eine tragende Rolle. Irgendwie hat sich die gesamte Welt von Qualityland gegen ihn verschworen, er wird sowohl von Menschen als auch von Maschinen aussortiert, geschnitten und gemobbt. Man kann ihm wunderschön voyeuristisch beim schrittweisen gesellschaftlichen Abstieg von Level 90+ auf Level 1 zusehen. Dabei hat Martin natürlich auch seinen Anteil an seinem tiefen Fall, denn seit der Geburt mit Privilegien gegenüber anderen Menschen und Maschinen ausgestattet, will er anfänglich einfach nicht wahrhaben, dass sich sein Status geändert hat, er ignoriert überheblich und verbissen alle neuen gesellschaftlichen Konventionen, die nun ihm durch sein niedrigeres Level auferlegt sind.

    Ein Highlight sind wieder die neuen Produkte aus Qualityland – wundervoll, wie der Autor da seine Ideen nur so im Stakkato rausschüttelt. Den Vogel für mich abgeschossen hat eine App, die den neuen Freund in alle alten Fotos und Videos zurück bis zur Kindheit hineinretuschiert – das war das beste und krasseste Beispiel aus einer Vielzahl an grandiosen Anwendungen.

    Eine der der sensationellsten Szenen im Hörbuch ist übrigens von Philip K. Dicks Ubik inspiriert. Peter macht bei einem Kühlschrank eine Maschinentherapie, weil dieser sich im Burnout befindet. Während die Kühlschränke der Vergangenheit alles nur kühlen mussten, ist die moderne Version in Qualityland so schlimm gestresst, weil sie Just-in Time Avocados bestellen muss. Wer schon einmal erlebt hat, wie schnell eine Avocado von zu unreif nach braun und faulig mutiert, weiß, welche Herausforderung das ist. Zudem ist der Kühlschrank, der sich als weiblich identifiziert, angeschlagen, da sie ein Gspusi mit dem Herd hatte, der es auch mit dem Thermomix getrieben hat. Ubik at its best! Auch der Staubsauger der Eltern von Peter Arbeitsloser hat so seine psychischen Probleme, befindet er sich doch in einem argen Loyalitätskonflikt, da Peters Mutter eine Affäre hat, die der Staubsauger unter dem Ehebett mitgekriegt hat. Jetzt weiß das Gerät einfach nicht mehr, ob es etwas sagen soll, oder zu wem es halten soll und stellt aus diesem Grund als Überlebensstrategie einfach seine Arbeit ein. Bei den psychischen Auffälligkeiten von menschlichen Figuren und Maschinen (die Unterschiede sind ja manchmal in dieser Geschichte nicht mehr sehr trennscharf auszumachen), sieht man übrigens wieder einmal deutlich, wie detailgenau Marc-Uwe-Kling recherchiert hat. Sogar die Störung F.65.0 – Fetischismus und die Untergruppe Fußfetischismus stimmt mit dem ICD Katalog punkgenau überein. So etwas schätze ich sehr bei Autoren.

    Eine gruselige Geschichte muss ich auch noch erwähnen. Da die gesamte Welt der Zukunft autonome Waffensysteme besitzt, findet der 4. Weltkrieg in 4 Tagen vollautomatisiert ohne Zutun und Entscheidung der Menschen statt, mit Millionen Toten in Quan 7-8, ohne dass es in Qualityland wirklich viele Leute mitgekriegt haben. Wer die Nachrichten in den Medien nicht verfolgt hat, weiß nichts von der Katastrophe. Der Anlass des Krieges war übrigens so banal, schrecklich realistisch (da schon 1987 fast passiert) und zum Fürchten. Eine Kuh hat verbotenes Territorium betreten, die Maschinen und voll autonomen Verteidigungssysteme haben dies als einen aggressiven Akt identifiziert, automatisiert losgeschlagen und den 4. Weltkrieg ausgelöst. Durch die Effizienz der Systeme dauert so ein Krieg auch nicht lange, wenngleich sehr schnell sehr viele Menschen tot sind.

    Ihr seht also, ich bin prinzipiell wieder einmal hingerissen von Klings Universum, aber einen klitzekleinen Kritikpunkt muss ich diesmal anführen. Das allerletze Kapitel und Ende war so schnell abgespult und fast schon lieblos hingeschlenzt, dass ich fast ein bisschen enttäuscht war. Waren zwar alle Handlungsstränge aufgelöst und Hintergründe beleuchtet - insofern wurden meine Hygienefaktoren erfüllt - so muss ich schon sagen, dass manche Auflösungen einfach zu banal daherkamen, zwar logisch durchaus vertretbar, aber psychologisch einfach ein bisschen zu unwahrscheinlich und zu wenig beleuchtet. Zum Beispiel die Motive von Martins Vater waren sehr wenig nachvollziehbar, dass er wegen einer Petitesse so ausrasten musste.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Marc-Uwe-Kling entweder einen Abgabetermin hatte oder schon den nächsten Teil vorbereitet und sich einfach noch einiges an Hintergründen und Geheimnissen dafür aufspart. Dass ihm nämlich jemals die Ideen ausgehen, was ich ja auch vermuten könnte, halte ich für total unwahrscheinlich.

    Fazit: Qualityland 2.0 ist ein absolutes Muss. Dabei möchte ich, wie so oft bei Marc-Uwe Klings Werk anmerken, bitte nicht lesen, sondern das Hörbuch nehmen. Das fetzt einfach viel besser, weil der Autor und Kleinkünstler einfach so gut performen kann, sowohl auf der Bühne als auch mit seiner Stimme. WAHNSINN!!

  15. Cover des Buches Stille (ISBN: B07Z6J7FGS)
    Lyl Boyd

    Stille

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61

    Klappentext:

    Mensch der Zukunft hüllt sich in Schweigen

    Tommy ist das Sorgenkind seiner Eltern, denn obwohl er körperlich gesund ist, spricht er kein Wort. Was ist der Grund für sein Schweigen?

     Die Geschichte regt an zu einem kritischen Blick auf den heutigen Lebensstil und dessen Auswirkungen auf kommende Generationen.

    Fazit:

    Wieder einmal gelingt es Lyl Boyd, den Blick auf das Wesentliche zu richten. Wer kennt sie nicht:  Die Jugendlichen, die in Horden durch die Orte ziehen, ohne miteinander zu reden, dafür mit starrem Blick aufs Handy? Menschen, die am gleichen Tisch sitzen und sich Nachrichten schreiben, statt miteinander zu reden? Tausende Freunde in sozialen Netzwerken, aber keiner aus Fleisch und Blut, den sie in Echtzeit treffen? Ist das unsere Zukunft, in der wir glücklich sein können?

    Das digitale Leben hat Einzug in unsere Welt gefunden und die Erleichterungen sollten auch geschätzt werden. Doch wer schafft den Spagat? Wo bleibt unsere Kommunikation? Nehmen wir unser Gegenüber noch wahr und hören wir einander noch zu?

    Die heutige Generation wächst mit den Medien auf und kommt schon in frühester Kindheit mit ihnen in Kontakt. So weit so gut? Wer hat die Medienkompetenz, um den Kindern ein sinnvolles Umgehen mit den digitalen Medien beizubringen? Die Eltern, die selbst nur auf Handy und Tablet starren? Was passiert mit denen, die sich bewusst für ein anderes Leben entscheiden? Wir sollten uns auch der Nachteile bewusst sein.

    In der vorliegenden Geschichte rennen die Eltern von Tommy von einem Arzt zum anderen, weil ihr Sohn kein Wort sprechen will.  Erst ein Psychiater, als letzter Rettungsring, öffnet den Eltern die Augen. Mehr werde ich nicht verraten, lest die Geschichte bitte selbst.

    Dem Fortschritt kann sich keiner entziehen, gerade aus diesem Grund sollten wir darauf achten, dass wir unsere Mitmenschen noch wahrnehmen und noch von Angesicht zu Angesicht kommunizieren. Wenn wir dies verlernen, stehen wir vielleicht irgendwann alleine da in einer Stille, die uns wehtut.

    Mich hat diese Geschichte wieder einmal sehr nachdenklich zurückgelassen und begeistert und ich empfehle sie an alle Menschen weiter, die sich über Technik und Fortschritt einen eigenen Kopf machen wollen. Lyl Boyd hat es wieder kurz und knackig auf den Punkt gebracht.

  16. Cover des Buches QualityLand (dunkle Edition) (ISBN: 9783548291871)
    Marc-Uwe Kling

    QualityLand (dunkle Edition)

     (781)
    Aktuelle Rezension von: xeni_590

    Jedoch fehlt mir ihrgendwie was es war zwar hin und wieder spannend aber nicht so spannend wie ich es mir gewünscht hätte. Es war immer nur ein kleiner Punkt der mich abgeholt hat. So ganz war das Buch nicht so meins, sry

  17. Cover des Buches Cainstorm Island – Der Gejagte (ISBN: 9783423740647)
    Marie Golien

    Cainstorm Island – Der Gejagte

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Lovely_Lila

    * Spoilerfreie Rezension! *

      ~ „Cainstorm Island“ eignet sich perfekt als actionreicher, spannender, recht feministischer Jugendbuch-Snack für zwischendurch – große Gefühle oder zu viel Tiefe sollte man hier aber nicht erwarten. Kurz: Kann man lesen – wer es nicht tut, verpasst aber auch nichts Weltbewegendes. ~

     

    Inhalt
    Der 17-jährige Parkour-Sportler Emilio lebt mit seiner hoch verschuldeten Familie auf einem armen Kontinent, der von der Welt der Reichen durch eine unüberwindbare Barriere getrennt ist. Eines Tages erhält er ein unwiderstehliches Angebot: Ihm wird ein Chip ins Gehirn gepflanzt, der jeden Tag live überträgt, was er mit seinen Augen sieht; dafür wird er gut bezahlt. Am Anfang läuft es gut – bis Emilio live auf Sendung aus Notwehr den Anführer einer Gang tötet. Gleichzeitig wird er zum Video-Star und Gejagten…

     

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Band #1 von (aktuell) 2
    Erzählweise: Ich-Erzähler, Präsens
    Perspektive: männliche Perspektive
    Kapitellänge: kurz
    Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
    Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: ---

     

    Warum dieses Buch?
    Ich habe vor der Lektüre nur Gutes über dieses Buch gehört. Außerdem ist „Cainstorm Island“ eine deutsche Dystopie, was mich zusätzlich neugierig gemacht hat!

     

    Kurzrezension 

     

    Das hat mir gefallen…

    + der anschauliche, flüssige, angenehm lesbare (und für Jugendliche perfekt passende) Schreibstil, durch den sich das Buch schnell weglesen lässt.
    + die vielversprechende, interessante, spannende Grundidee (Junge tötet im Livestream in Notwehr einen Ganganführer und schwebt daraufhin in Lebensgefahr).
    + den sympathischen Protagonisten, den ich mochte und mit dem ich mitfiebern konnte.
    + die überraschenden Wendungen, der actionreiche Plot und das Spannungslevel, das konstant hochgehalten wird.
     + der Feminismus. Es gibt in diesem dystopischen Jugendthriller viele intelligente, mächtige und (körperlich) starke Frauen und keine gegenderten Beleidigungen, und den Bechdel-Test besteht er auch. Ein Punkt wird für die vereinzelt vorkommenden Geschlechterstereotype und uncoole Aussagen (z. B. die, dass eine Frau „schon fast zu muskulös“ sei) abgezogen. 

     

    „Mord und Totschlag ziehen bei ihnen [den Zuschauer·innen] immer. Inzwischen kenne ich sie gut. Für ein paar blutige Geschichten an einem langweiligen Donnerstagnachmittag sind sie immer zu haben. Echtes Drama aus sicherer Entfernung.“ E-Book, Position 29


    Das lässt mich zwiegespalten zurück…

    ~ die dystopische Welt, die schon okay war, aber leider nicht viel Neues bietet.
    ~ die Atmosphäre, die an manchen Stellen noch dichter hätte sein können.
    ~ die interessanten Themen (Armut, Familie, Zusammenhalt, Freundschaft, Selbstfindung), bei deren Behandlung mir allerdings oft Tiefe fehlte.
     ~ die Figuren. Einige Charaktere fand ich gut gelungen, andere bleiben leider blass und austauschbar. In mein Gedächtnis gebrannt hat sich leider keiner davon, ich werde sie wohl alle schnell wieder vergessen haben… 


    „Sie hat Prinzipien, aber sie ist eine Killerin mit blutbespritzter Hose, einem Messer, das in ihrem Gummistiefel steckt, und einer Pistole.“ E-Book, Position 2306

     

    Das hat mir nicht gefallen…

    - der Mangel an Emotionen. Es gibt Action und Wendungen im Überfluss, aber die Gefühle bleiben dabei leider auf der Strecke. Das Buch konnte mich emotional nicht wirklich erreichen.
     - das Drama, das ich in manchen Momenten wirklich übertrieben fand.


    Mein Fazit

    „Cainstorm Island“ eignet sich perfekt als actionreicher, spannender, recht feministischer Jugendbuch-Snack für zwischendurch – große Gefühle oder zu viel Tiefe sollte man hier aber nicht erwarten. Kurz: Kann man lesen – wer es nicht tut, verpasst aber auch nichts Weltbewegendes. 

     

    Bewertung

    Idee: 5 Lilien ♥
    Inhalt, Themen, Botschaft: 4 Lilien
    Tiefe: 3 Lilien
    Umsetzung: 4 Lilien
    Worldbuilding: 3,5 Lilien
    Einstieg: 4 Lilien
    Ende: 4 Lilien
    Schreibstil: 4 Lilien
    Protagonist: 4 Lilien
    Figuren: 3,5 Lilien
    Spannung: 5 Lilien
    Wendungen: 4 Lilien
    Atmosphäre: 3 Lilien
    Emotionale Involviertheit: 2,5 Lilien
    Feministischer Blickwinkel: 4 Lilien
    Einzigartigkeit: 3 Lilien


    Insgesamt:

    ❀❀❀❀ Lilien

     Dieses Buch bekommt von mir 4 Lilien! 

  18. Cover des Buches Paradise City (ISBN: 9783518471579)
    Zoë Beck

    Paradise City

     (140)
    Aktuelle Rezension von: Charlie753

    Deutschland in der Zukunft: Die meisten Menschen leben in großen Städten, wenige auf dem Land. Berlin ist nicht mehr der Regierungssitz, sondern Frankfurt, das mit dem Rhein-Main-Gebiet zu einer riesigen Megacity verschmolzen ist. Liina ist eine Rechercheurin bei einer der letzten nicht-staatlichen Nachrichtenportalen. Als sie eine alltägliche Meldung auf dem Land überprüfen soll, hat ihr Chef einen höchst merkwürdigen Unfall und eine andere Rechercheurin wird ermordet aufgefunden. Beide haben an der selben Geschichte gearbeitet. Liina muss unbedingt herausfinden, warum ihre Kollegen gestorben sind.

    Die Idee von dem Staat, der in der Geschichte beschrieben wird, finde ich gut und kreativ. Auch die Auflösung, die große Geschichte, die Liinas Kollegen das Leben gekostet hat, ist spannend und passt genau in das Bild des Staates, der beschrieben wird.
    Das ist aber eigentlich das Einzige, was sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gewöhnungsbedürftig. In kurzen knappen Sätzen wird das Geschehen erzählt. Die Geschichte ist aus Liinas Sicht in der Er/Sie-Perspektive geschrieben worden. Zusätzlich zum Geschehen erhält man aber auch einen Einblick in Liinas Gedanken. Das passt irgendwie nicht mit der Erzählperspektive zusammen und hat mich häufig irritiert. Im Verlauf des Buches habe ich mich aber an den Schreibstil gewöhnt und habe ihn ganz akzeptabel gefunden.
    Durch diesen Schreibstil habe ich viele Dinge auch nicht verstanden. Die Auflösung am Ende habe ich nur verstanden, weil ich nochmal genau darüber nachgedacht habe und gegenfalls nochmal nachgeschlagen habe, was da passiert ist.
    Im Verlauf der Handlung erfährt man immer mehr über Liina. Leider ist sie immer noch eine sehr blasse Hauptperson und ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr ausgearbeitet wäre.

    Insgesdamt ist "Paradise City" von Zoë Beck nur ein mittelmäßiger dystopischer Thriller. Leider hat mir der Schreibstil überhaupt nicht gefallen, trotzdem stekct hinter dem Buch eine interessante Idee.

  19. Cover des Buches Google Unser (ISBN: 9783982064307)
    Christian Hoffmeister

    Google Unser

     (25)
    Aktuelle Rezension von: isabellepf

    "Google Unser" von Christian Hoffmeister, ist ein Buch das von der Analyse der digitalen Religion, ihren Funktionen und Elementen bishin zur Handlungsempfehlung aus dem virtuellen Gotteshaus befreit.


    Christian Hoffmeister schildert in seinem Buch "Google Unser" das für meinen Geschmack anfangs ziemlich religionslastig ausgeführt wird, die Digitalisierung, Funktion und Elemente traditioneller Religionen. Auch werden die Unternehmen aus Silicon Valley als die Kirchen der digitalen Moderne gesehen. Dabei sind die User, die Gemeinsacht, Wir die Gläubiger, die dem Heilsversprechen der spirituellen Führer glauben und diesen bereitwillig in das globale Tal des Siliziums folgen.
    Sicherlich hat Christian Hoffmeister in vielen Punkten recht, vertritt den Standpunkt, wie irrational die Rationalisierung mit der Digitaliseirung wurde, doch ist es wirklich neu das Google, Facebook und Co unsere Daten schon längst für eigene ganz persönliche Zwecke missbraucht? Sollten wir uns nicht lieber fragen wieviel wir von unserer Persönlichkeit bereit sind preiszugeben? Vielmehr sollten wir den Umgang, das Nutzen der digitalen Onlineportale, unser Handeln und tun im digitalen Tool, kritischer gegenüberstehen. Wobei in der heutigen Moderne besonders google, einen hohen Stellewert eingenommen hat.
    Auch wenn die Thematik, die Digitalisierung und die moderne Technologiekultur mit der sich Christian Hoffmeister in seinem Buch beschäftigt durchaus interessant und zum nach bzw. auch umdenken anregt, ist es mir Insgesamt zu wissenschaftlich und religiös gefasst.


    Aufgebaut und vom Stil wie eine Bibel liest sich der Schreibstil zwar recht einfach, teilweise sogar mit einfliessendem Humor, war aber insgesamt zu wenig überzeugend und wirklich aufschlussreich für meinen Geschmack.

  20. Cover des Buches Alte weiße Männer (ISBN: 9783462052466)
    Sophie Passmann

    Alte weiße Männer

     (126)
    Aktuelle Rezension von: wiedertraeumem

    Sophie hat Humor und kann gut schreiben, dagegen kann ich echt nichts sagen. Jedoch beschreibt sie ewig, welcher der Gesprächspartner zu spät zum Interview kommt, wo das Gespräch stattfindet und was es währenddessen zu essen gab. So gerät die Hauptfrage etwas aus dem Fokus. Ich hätte mir gewünscht, dass sie etwas kritischer und hartnäckiger nachfragt. Die Gesprächspartner waren nämlich meiner Meinung nach gut gewählt.

    Ein paar feministische Aspekte wurden trotzdem gut rübergebracht und am Ende passend zusammengefasst. 💁🏻‍♀️

    So ganz schlecht war das Buch nicht, ich hätte mir nur einfach etwas mehr erhofft 😊

    „Wir werden noch viele Jahre über den Sinn oder Unsinn von Feminismus streiten. Lasst es uns wenigstens klug tun, ohne uns selbst oder das Gegenüber ständig mit Feindbildern zu langweilen.“

  21. Cover des Buches Die Bibliothek bei Nacht (ISBN: 9783596159444)
    Alberto Manguel

    Die Bibliothek bei Nacht

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Es gibt diese Bücher, die bei der Lektüre ein warmes Licht ausstrahlen, den Rest der Welt in schläfrige Dunkelheit versinken lassen und um sich und ihren Leser herum eine behagliche Atmosphäre intimer Lektüre verbreiten. Das sind Bücher, die in sich die Geborgenheit der Bibliothek tragen – nicht jeder Bücherei, versteht sich, sondern der Bücherstube der Gelehrten, die ihre Bücherregale geschmackvoll mit Bildern und Erinnerungsstücken abwechseln und einen Raum als Rückzugsort kreieren, der die Sicherheit des Mutterleibs verströmt.

    Alberto Manguels „Bibliothek bei Nacht“ ist ein solches Buch, das den Leser schon im Titel auf die Stimmung einstellt, die es vermitteln wird. Manguel erzählt eine ganz persönliche, bisweilen intime Kulturgeschichte der Bibliothek und verbindet seine herumschweifenden Gedanken und Anekdoten mit seinen eigenen Erfahrungen im Umgang mit seinen Büchern. Manguel geht es nicht um das Buch oder das Lesen – denen widmet er sich in anderen Texten. Hier geht es um den Raum, in dem die Bücher versammelt werden. Um das Wie, Warum, Womit, Wie lange und Für Wen.

    Beeindruckend ist der breite Blickwinkel, mit dem Manguel durch die Landschaft seines Sujets schreitet, sich hier von einer Idee ablenken und dort von einer Anekdote locken lässt. Seine Bibliothek ist eine polyglotte Völkerverbinderin, die zu allen Zeiten, seit es Bücher gibt, und an allen Orten alle Menschen verbindet, die man als Leser bezeichnen kann. Alle Zeloten, Eiferer und Fanatiker, die womöglich aus dem Buch ihre zerstörerische Weltanschauung schöpfen, schließt Manguel aus, denn gelehrte Leser, die um des Lesens willen lesen, werden nicht fanatisch. Ihr Wahnsinn liegt allein in der Sucht, Bücher auf Bücher häufen zu wollen.

    Der Text ist nicht in Bibliotheken der Religionen, Epochen, Nationen oder Sprachen gegliedert, sondern in Gedankenbahnen: Bibliothek als Mythos, als Ordnung, als Form, als Insel, als Identität und einige mehr. Manche der Bahnen beschreitet Manguel mit großer Sicherheit und lässt die Strecke wie ein weiches Sofa wirken – die Blibiothek als Ordnung, als Raum oder als Zuhause sind absolut zauberhafte Texte voller intimer Wärme, bibliophiler Begeisterung und wissenswerter Geschichten. Andere lassen bisweilen Details vermissen, die ich gern gelesen hätte: In der Bibliothek als Zufall hätte ich gern auch über die Einzigartigkeit jeder Bibliothek gelesen, weil sie nicht nur durch das Sammlerinteresse, sondern auch durch Zufall und Gelegenheit zu einem Gebilde gewachsen sind, das es so nur ein einziges Mal auf der Welt (und in der Zeit!) gibt. Manguel beschreibt mehr, wie das Schicksal der Welt viele Bibliotheken und Werke hat abhanden kommen lassen, so dass der Zufall bestimmt, was noch übrig ist – oder wie der Altgermanist Burkhart Wachinger ausgerufen hat: „Alle Überlieferung ist zufällig!“ Nicht ganz stimmig ist etwa die Bibliothek als Macht, in der Andrew Carnegie seinen paternalistischen Auftritt hat, weil die hier präzisierten Überlegungen nicht in das Grundkonzept des Buches zu passen scheinen.

    Völlig im Fluss und regelrecht mitreißend sind Manguels Gedanken über die Bibliothek als Werkstatt oder als Zuhause, in denen der völkerverbindende, die Zeiten überdauernde Gemeinschaftssinn der Buchmenschen erklingt, ob es verständige Mullahs in der Wüste der Pilger, Betreiber von Eselsbibliotheken in den Anden oder reumütige Inquisitoren sind. Sie alle lädt Manguel wispernd in seine eigene Bibliothek und als Nachbarn in die Heimat der Lesenden, in die Mitte der angenehmen Lektüreerfahrung seines gelehrten Werkes.

    Was andere kritisieren – die vereinbarte Wohligkeit der Schilderungen in diesem Buch – halte ich für seine Stärke: eine ganz wunderbare Schatzsuche vom heimatlichen Leseort aus.

  22. Cover des Buches Opus Eins (ISBN: 9783959575713)
    Simon Lokarno

    Opus Eins

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Alexa_Koser

    Zum Buch: Im Jahr 2200 ist die Welt nicht mehr so, wie wir sie kennen. Wir Menschen haben sie zugrunde gerichtet. Überleben kann die Menschheit nur noch mit der rosaroten Brille, der „Augmented Reality“, die über alles gelegt wird und die Welt erträglich macht. So können sich die Menschen ihre eigene Umwelt und ihr Aussehen erschaffen. Der Realitätsdesigner Link wird plötzlich aus seinem Alltagstrott herausgerissen, als ihm eine wichtige Aufgabe bevorsteht. Denn die künstliche Intelligenz namens Archon droht die Menschheit zu vernichten… Der Countdown läuft!

    Meine Meinung: Ich muss sagen, dass mir das Buch echt gut gefallen hat, auch wenn es nicht zu meinen bevorzugten Genres gehört! Der Autor schafft es einfach mit seiner absolut bildgewaltigen Sprache, jeden Leser irgendwie mitzureißen! Denn hier benötigt der Leser natürlich viel Phantasie, um sich die Welt so vorzustellen, wie sie eigentlich ist und wie sie schöngezeichnet wird! Dabei hilft der Schreibstil des Autors auf jeden Fall! Für solche Leser wie mich, die sich nicht so oft in der Science-Fiction-Szene bewegen, hat der Autor im Glossar die wichtigsten Begriffe gut zusammengefasst! 

    Und die Geschichte ist wirklich spannend! Die Charaktere werden gut gezeichnet und sind allesamt sehr unterschiedlich! Schwierig wird es halt für die Menschen, wenn man nicht mehr weiß, wem man eigentlich vertrauen kann. Denn wenn sogar ganz gewöhnliche Haushaltsdroiden eine beliebige Gestalt annehmen können und sich einfach so eine fremde Realität überstülpen können, hat man wirklich ein Problem! 

    Schade, dass die Charaktere, die einem im Laufe des Buches so ans Herz wachsen, leider nur eine relativ kurze Rolle spielen dürfen… kurzum, es gibt ziemlich viele Verluste! Aber es ist ja ein Buch aus dem Redrum Verlag, da darf das so sein! 

    Das Ende hat mich dann doch überrascht und mich erst einmal mit offenem Mund dasitzen lassen! Also, ich wäre wirklich erleichtert, wenn ich diese ganze Geschichte so nicht mehr miterleben muss!

    Mein Fazit: Ich bin froh, dass ich hier einmal aus meiner Komfortzone herausgetreten bin und mich an dieses Buch gewagt habe! Ich mag die bildhafte Sprache des Autors sehr gerne, der Vorgänger hat mich auch durchweg überzeugt, so musste dieses Buch einfach auch gelesen werden! Und das war wirklich gut! Von mir gibt es dafür 4 Sterne und eine Leseempfehlung auch an die, die sonst nicht Science-Fiction lesen. Und an die Fans natürlich sowieso!

  23. Cover des Buches Silicon Valley (ISBN: 9783328100331)
    Christoph Keese

    Silicon Valley

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Jessica-buchmoment

    Der Anfang des Buches, also die Beschreibung der Lebensumstände im Silicon Valley, klingt erst einmal fast schon paradiesisch; viel Sonne und warmes Wetter, Busse sind für die Bürger gratis, viele reiche Menschen, die ihren Reichtum aber nicht heraushängen lassen und die im Vergleich zu ihren Möglichkeiten doch sehr bodenständig leben.

    Bildung

    Christoph Keese beschreibt eine Welt, in der sehr viel Geld in Bildung investiert wird. Familien spenden dort wirklich große Summen an Schulen. Dies ist ein Punkt, der mich doch sehr beeindruckt hat. Hier in Deutschland ist es ja eher so, dass ein Schüler schon großes Glück hat, wenn er ein Schulbuch erhält, dass noch keine 5 Jahre alt ist. Hier bei uns wird die Bildung einfach auf den Staat abgeschoben und die staatlichen Gelder, die Schulen erhalten, halten sich stark in Grenzen.

    Ähnlich verhält es sich bei der Universität Stanford, diese Universität verfügt über ein jährliches (!) Budget von ca. fünf Milliarden Dollar. Die größte Hochschule in Deutschland ist die Universität Köln, die ein jährliches Budget von gerade einmal ca. 1/10 dieser Summe zur Verfügung hat. Allein ca. eine Milliarde Dollar gehen in Standford als Spenden ein.

    Gründungen

    Auch im Bereich der Gründungen gibt es erhebliche Unterschiede. So werden in Deutschland zum Beispiel jährlich ca. zwei Milliarden Euro an Wagniskapital aufgebracht, in den USA hingegen 64 Milliarden. Neun von zehn Start-Ups scheitern zwar, aber das zehnte hat dafür dann entsprechenden Erfolg. Auch die Hürden, um überhaupt das Geld zu bekommen, sind den USA viel niedriger. Von der Gründung bis zur Auszahlung des Kapitals kann es beispielsweise vorkommen, dass gerade einmal eine einzige Woche vergeht – in Deutschland unvorstellbar! Es gibt so wahnsinnig viele intelligente Menschen hier, von denen sehr viele sicherlich auch einige geile Ideen haben, deren Umsetzung ihnen aber aufgrund unserer Bürokratie und einer teilweise zu vorsichtigen Einstellung einfach enorm erschwert, bzw. sogar unmöglich gemacht werden.

    Digitalisierung

    Das große Thema „Digitalisierung“, das in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist in den USA ebenfalls schon viel weiter. Alle haben sich vor einiger Zeit über den Satz „Das Internet ist Neuland für uns“ von Angela Merkel lustig gemacht. So unrecht hatte sie allerdings nicht. Internet ist mehr, als nur bei Facebook surfen und eine Pizza über eine App zu bestellen.

    Mit der Digitalisierung kommen ganz neue Arbeitsformen auf uns zu. Selbst Bereiche, von denen wir es gar nicht denken würden – z. B. die Stromversorgung – können theoretisch völlig revolutioniert werden und vermutlich ist es lediglich eine Frage der Zeit.

  24. Cover des Buches Mensch bleiben im digitalen Chaos (ISBN: 9788868394530)
    Toni Pizzecco

    Mensch bleiben im digitalen Chaos

     (9)
    Aktuelle Rezension von: strickleserl

    Der sympathische Arzt Toni Pizzecco erlebt wie ein junges Mädchen, Maria, das er von klein auf kennt, immer depressiver wird. Sie findet nicht mehr die Kraft aufzustehen. Aus dem fröhlichen Mädchen ist eine 16jährige geworden, die nicht mehr mit dem Leben zurechtkommt.


    Bei einem Hausbesuch stellt der Doktor verwundert fest, wie sich das traurige Mädchen an sein Smartphone klammert. Sie will nichts verpassen. Die schönen Bilder ihrer Freundinnen stürzen sie aber erst recht in eine Depression. Sie kann mit dieser glanzvollen Welt nicht mehr mithalten, doch loslassen kann sie sie auch nicht.


    Wegen seinem aufrüttelnden Erlebnis mit Maria, beschäftigt sich der Autor voller Sorge mit den Folgen der digitalen Medien auf Psyche und Gesundheit. Das Ergebnis ist erschreckend, darum richtet er sich mit diesem Buch in erster Linie an Eltern, damit sie sich der Gefahr bewusstwerden und eingreifen.


    Im ersten Teil des Buchs klärt er den nichtkundigen Leser über die digitale Welt auf. Er befragt Maria und ihre Schwester über ihre Lieblings-Apps, und gibt dem Leser einen Überblick über die wichtigsten sozialen Treffpunkte im Netz. Dann geht er auf die Gefahren des Internets ein. Dabei betont er immer wieder, dass er die neuen technischen Entwicklungen dankbar nutzt. Er ist kein Hasser, aber er warnt vor einem unvorsichtigen Umgang mit den neuen Medien.


    Es geht um gezielte Werbung, vertane Lebenszeit, den Vergleich mit optimierten Online-Vorbildern und mehr. Die vielen Beispiele rütteln den Leser auf. Lustige Zeichnungen lockern den Text auf.


    In einem kürzeren zweiten Teil fragt sich der Autor, wie ein vernünftiger Umgang mit dem Smartphone gelingen kann. Toni Pizzecco hat mehrere praktische Vorschläge, die sich leicht umsetzen lassen. Ein Schwerpunkt liegt auf Ratschläge für das Gespräch mit Jugendlichen, denn es ist dem Autor ein großes Anliegen, dass Eltern nicht gleichgültig zusehen, wie ihr Nachwuchs vor dem Smartphone versumpft.


    Fazit: Ein sehr wichtiges und wertvolles Buch, mit vielen Informationen und guten Ratschlägen für einen vernünftigen Umgang mit den digitalen Medien. Unterhaltsam geschrieben, macht dieses Buch nicht nur auf die Not aufmerksam, sondern bietet auch gute und leicht umsetzbare Vorschläge für einen bewussten Umgang mit den Medien. Sehr empfehlenswert, nicht nur für Eltern!


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