Bücher mit dem Tag "ddr"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ddr" gekennzeichnet haben.

1.818 Bücher

  1. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783426512067)
    Charlotte Roth

    Als wir unsterblich waren

     (238)
    Aktuelle Rezension von: berliness

    Der Aufbau dass zwei Geschichten in zwei Zeiten erst parallel erzählt und dann zusammengeführt werden ist nicht neu, aber hier durch die - man ahnt es ziemlich früh - familiäre Verbindung sehr gut erzählt. Die Enkelin und die ihr unbekannte Vergangenheit ihrer Großmutter.  Die Geschichte der Großmutter als junge Frau wird spannend erzählt und gibt einen guten Einblick in die Zeit im dritten Reich. Die Auflösung ist ebenfalls gut gelungen nur die notwendige, sehr zufällige Begegnung am Anfang der Geschichte finde ich nicht gut gelungen. Das Aufeinandertreffen von Ostfrau und Westmann in der Wendenacht, deren Familien - Achtung Spoiler - sich schon vor dem Krieg kannten ist mir, nun ja, zu zufällig. Da hätte ich mir eine elegantere Lösung gewünscht, obwohl das Leben ja manchmal die verrücktesten Geschichten schreibt. Aber hier im Buch war mir das zu durchsichtig. 

    Die Geschichte ist dann aber sehr gut erzählt, schöne Details, sehr kurzweilig, guter Erzählstil für meinen Geschmack. Gerne mehr von der Autorin!

  2. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (460)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Dieses Buch bildet den Abschluss der Jahrhundert-Trilogie, beginnt kurz vor dem Mauerbau und endet mit dem Fall der Berliner Mauer. In den Jahren dazwischen begleiten wir wieder die bekannten Familien aus den ersten zwei Bänden bzw. deren Nachfahren aus Deutschland, England, Wales, Russland und Amerika. Die ersten beiden Bände hatten mir sehr gut gefallen. Es war eine gute Mischung aus recherchiertem, geschichtlichen Hintergrund und Fantasie des Autors mit den verschiedenen Protagonisten.  Ich habe - wie bei den beiden Vorgängern - viele Dinge gelernt oder aber einen Aha-Effekt gehabt. LESENSWERT                          

  3. Cover des Buches Die Sturmrose (ISBN: 9783548286686)
    Corina Bomann

    Die Sturmrose

     (238)
    Aktuelle Rezension von: Blackfairy71

    Nach ihrer Scheidung zieht Annabel Hansen mit ihrer fünfjährigen Tochter Leonie von Bremen nach Rügen und mietet ein Häuschen in Binz. Die Werbefachfrau will noch einmal ganz neu anfangen. Im Hafen von Sassnitz sieht sie einen alten Fischkutter und ist sofort begeistert. In ihr reift die Idee, die "Sturmrose" wieder heraus zu putzen und ein schwimmendes Café mit Kunst und Kultur daraus zu machen. Annabel findet heraus, dass die "Sturmrose" eine bewegte Vergangenheit hat und vor der Wende Flüchtlinge aus der DDR in den Westen gebracht hat. Sie wurde selbst in Leipzig geboren und vieles aus ihrer Kindheit ist nur noch verschwommen in ihrer Erinnerung. Als sie auf dem Schiff den Brief einer jungen Frau findet, die anscheinend in den Westen geflüchtet ist, wächst in ihr der Wunsch, auch mehr über ihre eigene Vergangenheit zu erfahren. Aber beim Besichtigungstermin trifft sie mit Christian Merten auf einen Konkurrenten, der sich ebenfalls sehr für das Schiff interessiert. Hat sie da überhaupt eine Chance? Und was verbindet Merten mit der "Sturmrose"? 


    In "Die Sturmrose" kann man deutsch-deutsche Geschichte hautnah miterleben. Fesselnd, aufwühlend und authentisch erzählt. Geschrieben in der 1. Person aus Sicht von Annabel ist man immer direkt mitten im Geschehen. 

    Natürlich habe ich schon viel gehört und gelesen von den damaligen Zuständen in der DDR und es ist gut, dass die Mauer gefallen ist. Die Beschreibungen, wie der Staat mit den Bürgern umgegangen ist, die nicht "systemtreu" waren, sich nicht von der Stasi haben rekrutieren lassen, die einfach nur frei ihr Leben leben und ihre Meinung äußern wollten, das hat mich heute noch wütend gemacht beim Lesen. 


    Annabel ist eine sympathische Hauptfigur, die für sich und ihre Tochter ein schönes und ruhiges Leben haben möchte, einen Platz, an dem sich beide wohlfühlen. Und  die dabei auch ihren Traum vom Ausflugsschiff mit Kaffee und Kultur verwirklichen will. 

    Die zweite Hauptfigur ist eigentlich das Schiff, denn die "Sturmrose" hat über die Jahre auf viele Schicksale Einfluss genommen. Ihre bewegte Vergangenheit hat heute noch Wirkung auf die Gegenwart. 

    Schön dargestellt wird auch das Verhältnis von Annabel zu ihren Adoptiveltern, die sie aus dem Kinderheim holten, als ihre Mutter sie verlassen hat und die ihr ein liebevolles Zuhause gaben.  


    Sehr anschaulich beschreibt die Autorin die Umgebung auf Rügen, das Häuschen, den Hafen von Sassnitz. Auch das "Drumherum" passt einfach. 

     

    Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch über ein unschönes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte, das zum Nachdenken anregt, mal traurig macht, aber auch mal schmunzeln lässt. 

  4. Cover des Buches Die Hornisse (Tom Babylon-Serie 3) (ISBN: 9783864931512)
    Marc Raabe

    Die Hornisse (Tom Babylon-Serie 3)

     (255)
    Aktuelle Rezension von: lanas_moments

    𝘐𝘯𝘩𝘢𝘭𝘵:
    Der gefeierte Rockstar Brad Galloway erhält bei seinem Konzert von einer unbekannten Frau einen Umschlag, am nächsten Tag wird er tot im Gästehaus der Polizei aufgefunden.
    LKA Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns ermitteln in dem Fall erneut zusammen.
    Schnell führen die Spuren wieder in Tom’s Leben, selbst seine Vergangenheit spielt abermals eine Rolle. Eine Kindesentführung mit dem Decknamen „die Hornisse“ wirft einige Fragen auf.
    Wird Tom’s Leben auf den Kopf gestellt?

    𝘔𝘦𝘪𝘯𝘶𝘯𝘨:
    Ach ich liebe die Reihe um Tom Bayblon einfach. Wie auch die vorherigen Teile konnte mich dieser voll überzeugen. Ich fiebere gespannt auf Band 4 hin.
    Der Autor bleibt seinem, in meinen Augen, flüssigen und tollen Schreibstil treu.
    Die Tiefe zu den Charakteren ist einfach toll. Ich hatte das Gefühl, die Protagonisten schon zu kennen und mit ihnen zu ermitteln.
    Auch die Reise in die Vergangenheit hat mich wieder begeistern können.
    Zu meinem Ärger, endet Band drei mit einem Cliffhänger, wenn ich eins bei Büchern nicht mag, sind es Cliffhänger. Schlimmer ist es dann noch, wenn der nächste Teil nicht bereitliegt.

  5. Cover des Buches Das Dorf der Mörder (ISBN: 9783442481149)
    Elisabeth Herrmann

    Das Dorf der Mörder

     (345)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    "Das Dorf der Verdammten", wie Wendisch Bruch in den Zeitungen genannt wird, ist ein packend geschriebener Thriller voller Wendungen, Gesagtem und Ungesagtem und einer Protagonistin, die sich allen Widerständen zum trotz auf die Suche nach den wahren Zusammenhängen der Tat macht.

    Elizabeth Herrmann entführt den Leser hier in ein Dorf, das langsam ausstirbt, Männer, die unter mysteriösen Umständen verschwinden, und beschreibt die Abneigung gegen alle/alles Fremde - all das ergibt eine gut durchdachte Handlung.

    Fazit: Der Serienstart ist in meinen Augen gelungen und ich bin gespannt was im nächsten Band auf Sanela zukommt. Bis dahin spreche ich für diesen Krimi eine Leseempfehlung aus und vergebe 4 von 5 Sterne.

  6. Cover des Buches Federspiel (ISBN: 9783426516560)
    Oliver Ménard

    Federspiel

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy2019
    Reporterin Christine ermittelt und bringt nicht nur sich dabei in Gefahr! Spannende Story!
  7. Cover des Buches Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten (ISBN: 9783734103278)
    Anne Jacobs

    Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Dieses ist der erste Band einer Trilogie. Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich ein anderes Buch der Autorin bereits sehr gerne gelesen habe und hier nun eine Geschichte erwartete, die vornehmlich um den Zweiten Weltkrieg herum spielt. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach falsch, so dass mich die Geschichte nicht so fesseln konnte, wie ich es erhofft hatte. Der Großteil der Handlung spielt um 1990 herum, zu Zeiten der Deutschen Wiedervereinigung. Der Teil der Handlung, der in den 1940er Jahren spielt, ist leider verschwindend gering.
    Die Autorin kann schreiben, und das Buch ist bestimmt auch gut. Mir persönlich hat aber etwas gefehlt. Die Protagonisten waren mir nicht unbedingt sympathisch bzw. ich konnte keine Verbindung zu ihnen aufbauen, daher konnte ich auch nicht wirklich mitfühlen und die Handlung mich somit auch nicht wirklich fesseln oder berühren.
    Ich glaube nicht, dass ich die nächsten zwei Bücher der Trilogie lesen werde.

  8. Cover des Buches Das Gesicht meines Mörders (ISBN: 9783499272738)
    Sophie Kendrick

    Das Gesicht meines Mörders

     (105)
    Aktuelle Rezension von: moccabohne

    Was für eine unheimliche  und aufregende Geschichte: Clara erwacht aus dem Koma und weiß nicht wer sie ist, bzw. kann sich an ihr früheres Leben nicht erinnern. Ihr fehlt jegliche Erinnerung.  Der Mann, der an ihrem Krankenbett sitzt gibt sich als ihr Ehemann aus, doch sie kennt ihn nicht! Als Clara erfährt, dass sie vermutlich einen Mordanschlag überlebt hat, ist völlig überfordert und traut niemanden.

    Mit aller Macht versucht Clara hinter die wahre Geschichte ihrer  Vergangenheit  zu kommen. Das gestaltet sich allerdings als ziemlich gefährlich, denn irgendjemand möchte dies auf jeden Fall verhindern…..

    Ein wirklich sehr gut geschriebener Thriller aus Sicht der Protagonistin. Der Leser erlebt alle Ängste und Sorgen und man kann sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen.

    Absolut spannend ist es, da man selbst als Leser den eigentlich Täter versucht zu entlarven.

    Dazu gehört ein absolut grandioses Finale….

    Ich habe das Buch bis auf einen winzigen Teil verschlungen und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.   

  9. Cover des Buches Die Enkelin (ISBN: 9783257071818)
    Bernhard Schlink

    Die Enkelin

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Kaspar ist Buchhändler aus Leidenschaft und seine Frau Birgit ist schon lange zu Hause. Meist trinkt sie ein Glas oder zwei oder eine Flasche bis er nach Hause kommt und dann ist sie tot. Hat ihn verlassen und nun wartet niemand mehr auf ihn. Er schaut ihre Sachen durch und ihr Verleger fragt, ob er nicht den versprochenen Roman findet und so kommt er an ihre Arbeiten, taucht in ihre Geschichten ein und findet Spuren. Sie war ja damals aus der DDR zu ihm geflohen und hat ihr altes Leben hinter sich gelassen und in diesem Leben gab es eben auch eine Tochter. Diese Spuren nimmt Kaspar auf und macht sich auf den Weg und der gebildete und sehr blesene Mann, kommt plötzlich in Kreise, die er nur aus der Literatur kennt. Ganz rechts, ganz extrem und ganz eigen und doch ist da ja Birgit irgendwie drin und so nimmt sich Kaspar Zeit und Mut und lernt dann die Enkelin kennen und sieht Birgit in ihr. Bernhard Schlinks neuer Roman ist eine Wucht! Er fängt so traurig an und bleibt ruhig, aber dann gehen wir mit Kaspar auf die Suche nach der Vergangenheit und der Wahrheit und entdecken die finsteren Seiten des Landes und die Menschen, die am Rand leben und ganz eigene Ideale verfolgen. Aufrüttelnd, traurig, tragisch, aber doch mit viel Mut und Liebe erzählt Bernhard Schlink diese Geschichte und hat damit ein gewaltiges Stück Deutscher Literatur verfasst. Er kann es einfach, geschichtliche Ereignisse mit in seine Romane zu verpacken      

  10. Cover des Buches Dunkelblum (ISBN: 9783462047905)
    Eva Menasse

    Dunkelblum

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Etwas moralisch, teilweise mit Hang zum Oberlehrerhaften,  aber sehr gut geschrieben und witzig. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, ausgezeichnete Unterhaltungsliteratur! Der Anspruch von Eva Menasse war aber wohl ein anderer…

  11. Cover des Buches Schlüssel 17 (Tom Babylon-Serie 1) (ISBN: 9783548290997)
    Marc Raabe

    Schlüssel 17 (Tom Babylon-Serie 1)

     (381)
    Aktuelle Rezension von: quer_shelf_ein

    Inhalt: LKA Kommissar Tom Babylon fährt gegen den Wunsch seines Vorgesetzten an einen grausamen Tatort im Berliner Dom. Die Dompfarrerin Dr. Birgitt Riss wurde nicht nur gepfählt, sondern auch noch mit schwarzen Flügeln in der Kuppel des Domes aufgehängt. Doch nicht mal dieser grauenhafte Anblick wirft Tom so aus der Bahn wie der kleine silberne Schlüssel mit der eingeritzten 17, welche die Frau um den Hals trägt. Er kennt diesen Schlüssel. Er gehörte einem Toten und verschwand vor 20 Jahren mit seiner kleinen Schwester Viola. Tom, der sich für das Verschwinden seiner Schwester verantwortlich fühlt und nie an ihren Tod geglaubt hat begibt sich erneut auf die Suche und muss sich mit seiner Vergangenheit als Jugendlicher in der DDR auseinandersetzen.
    Als die Psychologin Sita Johanns dem Ermittlerteam beitritt wird es für Tom schwerer seine privaten Nachforschungen geheim zu halten, denn Sita ist professionell, intelligent und hat ein Talent dafür Menschen zu durchschauen. 


    Mein Senf: Der Thriller fängt direkt super spannend an, der Leser startet bei Null und erfährt Neues nur in sehr kleinen Häppchen und gewissen Abständen, was zumindest bei mir dafür gesorgt hat, mich sehr nah an der Geschichte zu fühlen, permanente Grübeleien und Kombinieren von Hinweisen eingeschlossen.  
    Der Hauptcharakter Tom Babylon, mit seinen Schuldgefühlen, den ermittlerischen Alleingängen und den Halluzinationen von seiner kleinen Schwester, kam mir zunächst etwas klischeebehaftet vor, doch der Autor hat es im Verlauf des Buches geschafft sowohl Tom als auch Sita als Hauptfiguren Stück für Stück sehr vielschichtig aufzubauen.
    Ein weiterer Punkt, der mich zunächst eher abgeschreckt hat, war die DDR und Stasi Thematik. Das Ganze ist mir einfach schon zu oft und zu schlecht geschrieben begegnet, aber Mensch, bin ich froh, dass ich weitergelesen habe. Die Vergangenheit ist nicht nur maßgeblich für die Story, sondern auch wirklich gut geschrieben und eingebunden ohne gezwungen zu wirken.
    Das Buch hat mir extrem viel Spaß gemacht und ich war super happy, dass zu dem Zeitpunkt schon Teil 2 und 3 auf mich gewartet haben! 


  12. Cover des Buches Der Apfelbaum (ISBN: 9783548060866)
    Christian Berkel

    Der Apfelbaum

     (169)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    In seiner Kindheit im Berlin musste Otto lernen sich durchzusetzen, zunächst gegen die stärkeren Kinder und später auf der höheren Schule. Sein leiblicher Vater kam im ersten Weltkrieg um. Später lernt er die junge Sala kennen und beide verlieben sich sofort. Ein Happyend ist ihnen jedoch nicht beschieden. Die Nazis stehen vor der Machtergreifung und Salas Mutter ist Jüdin. Auch wenn sie Deutschland verlassen hat und ihr Vater als Intellektueller zunächst nichts zu befürchten hat, so machen die Nazi-Gesetze eine Heirat unmöglich und je länger die Herrschaft des Regimes dauert, desto gefährlicher wird es für Sala. Sie soll zu ihrer Mutter nach Madrid.


    Was hat die Mutter ihrem Sohn erzählt, der erst nach diesen scheren Jahren geboren wurde. Nach der Trennung, die ihnen die Zeit auferlegte, haben sie wieder zusammengefunden. Doch was war davor. Der Sohn versucht, sie zum Erzählen zu bringen, obwohl sie schon einiges vergisst. Nur an wenige Dinge erinnert er sich selbst. Doch er will der Vergangenheit und dem Leben seiner Mutter auf die Spur kommen. Wieso war sie so? Wieso ist er so? Er will ganz sein, wie jeder. Das Leben von Sala erweist sich als dramatisch, sie ist eine Überlebende und das war nicht immer gesichert.


    Der Autor hat dem Leben seiner Eltern und Großeltern nachgespürt und bei seinen Recherchen hat er Lebensgeschichten gefunden, die durchaus ungewöhnlich, bunt, dramatisch, aber auch mit vielen Gefahren und Bitternis behaftet sind. Das erinnert vielleicht an die eigenen Eltern, die auch nicht alles erzählt haben, auch wenn es sich bei deren unbekannten Lebenswelten eher um normale Geheimnisse handelt. Gut beschrieben hat der Autor die Wechsel zwischen den Gesprächen mit der Mutter, die an ihrem Lebensabend nicht mehr ganz Frau ihrer Sinne ist, und dem Eintauchen in die Vergangenheit, die er sich aus Erzählungen und Recherchen zusammenreimte. Auch wenn die Erzählung wohl da aufhört, wo die eigene Erinnerung anfängt und damit etwas unvollständig wirkt, so gibt es doch mitreißende Szenen über die Grausamkeit der Vorkriegs- und Kriegszeit, die nicht leicht zu ertragen sind und die auch nicht schnell vergessen werden. 


    3,5 Sterne

  13. Cover des Buches Eisblumenwinter (ISBN: 9783959675369)
    Anne Barns

    Eisblumenwinter

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Katjuschka

    Pia, eine von drei Schwestern, lebt bei ihrer Oma Anni auf Rügen und betreibt dort eine Karamellwerkstatt. Der Kontakt zu ihrem Freund Paul liegt gerade auf Eis, denn der arbeitet als Koch auf Juist und keiner der beiden will sich von "seiner" Insel trennen!

    Als in der Adventszeit Oma Annis Schwester Erika auftaucht, hat sie eine große Überraschung im Gepäck: Sie hat deren Tante gefunden, von der Anni und Erika dachten, sie sei in den Wirren der deutschen Teilung zuerst verschwunden und dann verstorben.

    Aber Tante Hedwig lebt mit ihren 95 Jahren an der Nordsee und ist sogar noch recht fit!

    Ob diese jetzt vielleicht Antworten auf verschiedene Fragen aus den Zeiten des kalten Krieges, Flucht und Verrat geben kann?


    Ich mochte die familiäre, liebevolle Grundstimmung der Handlung. Die Frauen sind allesamt unglaublich sympathisch, die Beziehungen untereinander eng. Die Schwestern haben ihre kleinen Problemchen, aber der Tenor ist "gemeinsam schaffen wir alles". Dies war mir ab und an einen kleinen Tick zu viel, aber für die Vorweihnachtszeit passt es dann doch wieder ganz gut ;-)

    Es kommen in der Geschichte sehr viele Namen und Personen vor, was unter anderem an der Aufklärung der Vorgänge aus der Vergangenheit über mehrere Generationen geht.

    Dazu die neu gefundene Verwandtschaft aus Dänemark... 

    Am Ende klärt sich alles auf und das erwartete Happy-End ist so süß wie Pias Karamell.

    Die Landschaftsbeschreibungen sind wieder eine Liebeserklärung an Nord- und Ostsee. Und Rügen klingt hier auch im Winter verlockend!


    Bei "Eisblumenwinter" punktet die Autorin erneut mit tollen kulinarischen Einflechtungen. Wieder werden süße Naschereien hergestellt, es wird gebacken und geschlemmt, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Perfekt passend sind die vielen Rezepte im Anhang, welche die Geschichte abrunden.

  14. Cover des Buches Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4) (ISBN: 9783548291208)
    Linus Geschke

    Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4)

     (126)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Mit „Der Wald der Wölfe“ liefert der Autor schon den vierten Band um den Kölner Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider, genannt „Mütze“ ab. Auch diesmal nimmt sich Jan eines ungelösten Kriminalfalls an, über den er später in seiner gleichnamigen Rubrik schreiben wird. Wie schon in den Vorgängern lebt auch hier der Plot hauptsächlich durch diese beiden Figuren. Sie sind ein eingespieltes Team, welches aber unterschiedlicher nicht sein könnte. Wo Jan in seinen Aktionen eher nüchtern agiert und streckenweise unnahbar wirkt, ist Stefanie eher der draufgängerische und manchmal regelrecht aggressive Typ. Aber wer sie näher kennt (also die Vorgänger gelesen hat) weiß, dass sich hinter dieser Fassade ein ganz anderer Charakter versteckt. Der Krimiplot ist meines Erachtens etwas überfrachtet. Die ersten Opfer sind Illegale und die Einheimische Maria Thalmann. Die Motivation des „heutigen“ Täters wirkt schon irgendwie passend gemacht zu den Taten aus der Vergangenheit. Trotzdem fand ich die Geschichte an sich, die sich von den Anfängen der DDR bis zum Jetzt spannt, durchaus spannend und lesenswert. Die Tätersuche, die sich rund um Frauenwald entwickelt fand ich authentisch. Linus Geschke hat hier einen  gut  recherchierten Roman geschrieben. Dennoch fand ich diesen Teil der Jan-Römer-Reihe nicht ganz so überzeugend wie den direkten Vorgänger. Auch hat es der Autor nicht ganz geschafft den Spannungsbogen durchgängig hoch zu halten. Doch zum Ende hin nimmt der Krimi dann nochmal Tempo auf. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  15. Cover des Buches Sechs Koffer (ISBN: 9783462050868)
    Maxim Biller

    Sechs Koffer

     (79)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    „Wäre ich geblieben, wäre ich geflohen, hätte ich selbst meine engsten Freunde und Verwandten verraten, wenn die Kommunisten mich erwischt hätten?“ Der Großvater der Familie wird 1960 auf dem Flughafen von Moskau verhaftet und wegen seiner verbotenen Devisengeschäfte hingerichtet. Kurz danach war einer seiner Söhne, Dima, ebenfalls verhaftet worden, weil er, in Prag lebend, nach Westberlin flüchten wollte. Seither stellt sich in der Familie durch die Jahre und Generationen die Frage, ob es da einen Zusammenhang gibt, war es Dima, der damals den Großvater verraten hatte?

  16. Cover des Buches Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1) (ISBN: 9783548065595)
    Julie Heiland

    Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1)

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Es ist ein heißer Sommertag im Juli 1956 und im Schwimmbad ist noch Betrieb. Martha beobachtet alles ganz genau und schreibt sich auch alles auf, was um sie herum passiert. Da ist die rothaarige Carla, die etwas aus der Rolle fällt und so ganz eigen ist und dann noch Betty, die träumt von einem fernen und anderen Leben. Eigentlich haben sie nichts miteinander zu tun, aber dann passiert ein Unglück und die drei sind gemeinsam gefordert und bleiben danach zusammen. Sie werden Freundinnen, Vertrautet, Weggefährtinnen. Aber das Leben meint es nicht so gut mit Ihnen, denn Ost-Berlin ist im Wandel und speziell die jungen Frauen werden genau beobachtet und jede der drei muss sich entscheiden, welche Seite wählt sie, wie lebt und liebt sie.
    Julie Heiland hat einen super tollen Stil und die Geschichte hat so viel Spannung und Kraft, aber auch ganz viel Gefühl und Witz. Das Cover ist schön und einladend und bringt viel vom Inhalt des Buches rüber. Ich will mehr!!!

  17. Cover des Buches Seitenwechsel (ISBN: 9783649615170)
    Michael Römling

    Seitenwechsel

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Schneewehe

    Berlin 1961. Jahr des Mauerbaus. Vier Freunde mit ganz unterschiedlichen Hintergründen.
    Jack kommt aus den USA und arbeitet in Berlin für einen amerikanischen Diplomaten. Georg wohnt ebenfalls in Westberlin und ist Steinmetz. Die beiden Brüder Julius und Bernhard leben im Osten der Stadt. Und obwohl zwei der vier Freunde aus der DDR kommen und die anderen aus dem Westen, haben sie doch ähnliche Interessen und Vorstellungen vom Leben, treffen sich mal am Wannsee und an anderen Tagen in Ostberlin.
    Ihr friedliches Leben gerät mit einem Mal durcheinander, als sie das Verladen merkwürdiger Kisten in einem Wald in Brandenburg beobachten und Bernhards und Julius Vater tot aufgefunden wird. Von der Stasi beobachtet, fällt es schwer, ganz normal weiter zu leben. Und dann passiert plötzlich, was keiner für möglich gehalten hätte: innerhalb einer Nacht wird eine Mauer quer durch Berlin gezogen. Eine Mauer, die ganz plötzlich allen Auswanderplänen ein jähes Ende zu machen scheint.
    Das Buch versetzt den Leser direkt in diese spannungsgeladene Zeit der 60er Jahre, wo ein Funken ausgereicht hätte, einen Krieg zu entfachen. Als wäre man hautnah dabei, erlebt man nicht nur den Bau der Mauer mit, sondern auch die unterschiedlichen Reaktionen und Gefühle auf beiden Seiten dieser Grenze mitten durch die Stadt Berlin.
    Durch die ganze Geschichte zieht sich die Musik dieser Zeit, spielen Saxophone in verrauchten Bars, wird über Musik philosophiert, werden Jazzplatten gehandelt und aufgelegt. Der Titel zeigt hier und dort im Verlauf des Buches immer wieder ganz neue Seiten, so wie auch die Geschichte selbst, die den Leser in ihren Bann zieht.
    Seitenwechsel ist ein wunderbar geschriebenes Jugendbuch, das man nicht mehr gern aus der Hand legt, wenn man erst einmal mit Lesen begonnen hat. Es kann gerade denen, die die DDR und den Mauerbau nicht miterlebt haben, diese Zeit gekonnt näherbringen, auf dass sie nicht vergessen wird.

  18. Cover des Buches Unterleuten: Roman (ISBN: B0196UB3SC)
    Juli Zeh

    Unterleuten: Roman

     (62)
    Aktuelle Rezension von: shizu_reads

    Unterleuten ist mein erstes Buch von Juli Zeh und es hat mir mega gut gefallen.

    Die Charaktere sind so vielschichtig und entfalten sich innerhalb der Geschichte immer mehr, musste da immer an eine Ziehharmonika denken. Man entdeckt immer mehr Ecken und Kanten, Abgründe und Beweggründe. Alte Rechnungen und Gefälligkeiten bestimmen den Ablauf des Dorfs und durch neu zugezogene Bewohner entsteht eine neue Dynamik. Die Frauen fand ich sehr stark und diese haben einen eher besseren Stand als die Männer. 

    Das Buch liest sich so gut. In jedem Kapitel wird die Geschichte aus Sicht eines anderen Dorfbewohners vorangetrieben. Manchmal kam ich mit den Namen kurz durcheinander, aber wenn man drin ist legt sich das sehr schell. Ich konnte teilweise gar nicht aufhören zu lesen. Man spekuliert, macht sich Gedanken um die Charaktere und was nun als nächstes passiert. Auch wenn am Ende nicht alles vollständig aufgeklärt wurde, ist es trotzdem ein sehr gelungener Roman. Wird nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein. Wer solche Geschichten mit Hauptthema zwischenmenschliche Beziehungen mag, ist hier genau richtig.

  19. Cover des Buches Wir sehen uns unter den Linden (ISBN: 9783426522356)
    Charlotte Roth

    Wir sehen uns unter den Linden

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    3,5 Sterne

    Diese Rezension enthält möglicherweise Spoiler einer enttäuschten Leserin, die auf den Klappentext herein gefallen ist.

    Der Roman handelt von einer Familie in Berlin: in der glitzernden, leuchtenden Euphorie der goldenen 20er; in zitternder Angst der Nazizeit und der Unsicherheit in einer geteilten Stadt. Der angepriesene Mauerbau wird auf Seite 482 von 526 erstmals angedeutet und schließlich auf Seite 516 vollzogen.

    Von dieser dreisten Werbelüge abgesehen, für die die Autorin vermutlich nicht verantwortlich ist, handelt es sich um einen aufwühlenden Roman. Er erzählt eine Familiengeschichte in der Zeit zwischen 1928 und 1961, die sich so oder ähnlich zugetragen haben kann und möglicherweise hat. Dabei wird immer wieder zwischen den Jahren und Jahrzehnten hin und her gesprungen, Fragen beantwortet und neue aufgeworfen. Vieles klärt sich erst zum Ende hin, das sich vielleicht nicht als schön, wohl aber als passend für die Geschichte betrachten lässt.

    Inhaltlich fanden sich einige Längen, insbesondere politische Erklärungen, die sehr trocken erzählt wurden und mich beim Lesen eher anstrengten.

    Das Glossar im Anhang bemerkte ich leider erst, nachdem ich das Buch zur Hälfte gelesen hatte. Es enthält sehr informative und hilfreiche Anmerkungen und geschichtliche Hintergründe.

    Liebhaber historischer Romane, Liebes- und Familiengeschichten hätten vielleicht ihre Freude daran.

  20. Cover des Buches Die Republik (ISBN: 9783492070713)
    Maxim Voland

    Die Republik

     (119)
    Aktuelle Rezension von: BienchenMaja

    Der Klapptext und die Leseprobe versprechen einen actiongeladenen Politthriller. Ich war fasziniert von der Idee einer DDR 2.0, die da gesamte deutsche Staatsgebiet umfasst, bis auf einen kleinen Teil - das westliche Berlin-Deutschland.
    Leider wurden meine Erwartungen und die Versprechen des Klapptextes überhaupt nicht erfüllt.

    Doch erst einmal zum Inhalt. Um was geht es überhaupt?
    2020, der Stasi-Oberst Gustav Kuhn teilt seinem Neffen Roland Kandwitz mit, dass er eine ständige Ausreise aus der DDR beantragen möchte. Kurz darauf werden die beiden Zeugen eines Giftgasanschlags, bei dem die junge Kellnerin Nadja ums Leben kommt. Gustav, dessen Träume von einer Zukunft mit Nadja nun zerstört wurden, versucht als Sonderermittler in die Hauptabteilung XII versetzt zu werden, um näheres über den Giftgasanschlag herauszufinden. Auch die MI6-Agentin Harper ermittelt gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Bistrol diesem Fall.


    Zur Handlung:
    Das Buch ist im Prinzip in drei voneinander unabhängige Handlungsstränge aufgeteilt, wodurch der Spannungsbogen oft gesteigert werden kann, wenn es zu einem Wechsel an einer Schlüsselstelle kommt.
    Schade ist nur, dass sich das Geschehen zum viel zu oft im Ausland abspielt und der Leser so nicht allzu viele Eindrücke von der modernen DDR bekommt. Außerdem kann von einem glücklichen Volk wie es im Kapptext behauptet wird nicht die Rede sein, da der Autor überhaupt nicht auf das (Alltags-)Leben des Volkes eingeht und sich viel mehr auf die geheimen Machenschaften und Intrigen der verschiedenen Geheimdienste zu fokussieren.

    Zu den Charakteren:
    Leider konnte ich mich nicht wirklich mit wenigstens einem der vielen Charaktere anfreunden, da sie für mich irgendwie fern und teilweise sogar unmenschlich wirken. Man erhält so wenige Informationen über ihre Vergangenheit und was es dem Leser nicht leichter macht, ihr Handeln nachzuvollziehen. Zum Beispiel blieb für mich unklar wie es zu der scheinbar starken Verbindung zwischen Oberst Kuhn und Nadja gekommen ist zumal diese ja deutlich jünger ist und wegen der Oberst Kuhn seine Pläne so schnell verworfen hat.
    Neben Oberst Kuhn gibt es noch zwei andere Hauptcharaktere die Geheimagentin Harper und den Dolmetscher Christopher, die ebenso unnahbar für mich waren und über deren Vergangenheit der Leser kaum bis gar nichts erfährt. Deshalb ist es mir sehr schwer gefallen so etwas wie Sympathie oder Mitleid zu empfinden, geschweige denn mit den Protagonisten mitzufiebern.

    Zum Schreibstil:
    Im Großen und ganzen war der Schreibstil ganz OK, angenehm zu lesen, aber nichts wirklich besonderes. Er hat ganz gut zu den flachen Charakteren gepasst.
    Was mich aber sehr genervt, ja sogar angewidert hat, waren die viel zu häufigen, bis ins kleinste Detail beschriebenen Schusswechsel und resultierenden Tode.

    Fazit:
    Es ist wirklich enttäuschend, was aus dieser genialen Buchidee gemacht wurde, von einem Bestsellerautor, der im Übrigen nicht Maxim Voland, sondern Markus Heitz heißt, kann hier keine Rede sein.
    Mein Tipp: Finger weg von diesem Buch!

  21. Cover des Buches Hafenmord (ISBN: 9783746628158)
    Katharina Peters

    Hafenmord

     (111)
    Aktuelle Rezension von: Ani

    Ein anonymer Anruf führt die Polizei zu einem alten Fabrikgelände am Sassnitzer Hafen. Dort wird die Leiche von Kai Richardt gefunden. Romy Beccare nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Erste Befragungen ergeben, dass Kai Richardt nicht nur ein angesehener Geschäftsmann und Familienvater war, sondern außerdem begeisterter Triathlet. Zunächst lässt sich kein Motiv für den Mord an Kai Richardt erkennen. Bei der weiteren Untersuchung des Leichenfundorts wird sie skelettierte Leiche einer seit Jahren vermissten Frau gefunden. Romy Beccare beginnt hartnäckig in der Vergangenheit von Kai Richardt zu graben und schon bald bekommt die perfekte Fassade, die er allen präsentiert hat, erste Risse...

    "Hafenmord" ist der Auftaktband der Rügen-Krimis, in denen Romy Beccare ermittelt. Der Einstieg verläuft zunächst etwas gemächlich, da man die Ermittlerin und ihr Team kennenlernt. Dennoch wirken die Ermittlungen vom ersten Moment an authentisch und interessant.

    Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die Nachforschungen der Polizei allerdings im Zentrum liegen. Schnell wird klar, dass Kai Richardts nicht der Saubermann war, für den ihn alle hielten. Nach und nach tragen Romy Beccare und ihr Team Hinweise zusammen, die ein erschreckendes Bild ergeben. Deshalb nimmt die Handlung auch schnell Fahrt auf. Schon bald kann man sich dem Sog der Ereignisse nicht mehr entziehen. Denn der Fall nimmt äußerst verzwickte Wendungen, die kaum vorhersehbar sind. Krimi-Fans dürften hier voll auf ihre Kosten kommen und zum Miträtseln angeregt werden. 

    Ein gelungener Reihenauftakt, bei dem die Spannung im Verlauf der Handlung stetig steigt!

  22. Cover des Buches Kruso (ISBN: 9783518466308)
    Lutz Seiler

    Kruso

     (120)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Was man weiß: Edgar merkt, dass er nach dem Unfalltod seiner Freundin kurz davor ist, sein Leben zu beenden Um neu anzufangen, reist er nach Hiddensee und erhält dort halb illegal einen Job als Abwäscher.
    Edgar schließt sich besonders an Kurso an. Was auch noch wichtig ist, Edgar ist Germanistik-Student mit dem Schwerpunkt "Deutsche Romantik" 
    Und es ist auch eine Tatsache, dass DDR-Flüchtlinge von Hiddensee aus versuchten, die Ostsee schwimmend zu überqueren und Schweden zu erreichen. Die meisten sind dabei umgekommen.

    Was man vermutet: Kruso hat (wahrscheinlich) einen Hirntumor, der dazu führt, dass er Fantasie und Wirklichkeit nicht mehr recht unterscheiden kann. Am Ende wird er immer misstrauischer, bis er sogar seinen engsten Freund Edgar überfällt, weil er ihn für einen Verräter hält. Am Ende stirbt er - wahrscheinlich.

    Was stimmt oder auch nicht: Kruso glaubt, ein Aufenthalt auf Hiddensee heile von seelischen Leiden. Also hat er ein riesiges Netzwerk organisiert, an dem alle Saisonkräfte der Insel beteiligt sind. mit dessen Hilfe Besucher ohne Übernachtungsmöglichkeit illegal und heimlich untergebracht werden. Dabei gibt es seltsame Rituale. Edgar lässt sich von Kruse gerne für seine Zwecke einspannen - ein solche scheinbare oder echte Riesenverschwörung passt genau zu seiner Stimmung: hier hat jemand das Zauberwort getroffen, das für ihn die Welt zum singen bringt.

    Erst viele Jahre später erfährt Edgar von den Toten in der Ostsee. Er sucht ihr Grab, denn den Toten wahrt er die Treue.

    Mir hat der Roman nicht so gefallen. Normalerweise mag ich Geschichten, wo man einem Erzähler nicht trauen kann und man durch genaues Lesen rauskriegen muss, was wirklich ist und was nicht. Hier hatte ich eher das Gefühl, der erzählerische Aufwand ist mir zu groß und weder Kruso noch Edgar haben mich wirklich interessiert.

  23. Cover des Buches Falsche Fährten (ISBN: 9783956690334)
    V. S. Gerling

    Falsche Fährten

     (52)
    Aktuelle Rezension von: birgitfaccioli

    In Deutschland werden pensionierte Ärzte ermordet und teilweise vorher noch gefoltert.Eines haben diese Ärzte allerdings gemeinsam.Sie haben alle zu DDR Zeiten in der Charité in Berlin gearbeitet.

    Nicolas Eichorn und Helen Wagner ,die nicht nur Partner beim BKA Berlin sind sondern auch privat,werden mir dem Fall beauftragt.

    Im Zuge der Ermittlungen kommen Sie einem grausamen Verbrechen auf die Spur an dem die großen Pharmafirmen beteiligt sind und damit auch Helens eigener Vater.

    Unerwartet bekommen Sie noch Hilfe von Jemandem der eigentlich Nicolas beruflich  schaden soll .

    Der Hintergrund einer wahren Geschichte bildet die Story ,was ich absolut klasse finde,allerdings wurde hier bei der Ausschmückung doch arg übertrieben.

    Nicolas ist ein recht eigenwilliger Ermittler der in den eigenen Reihen nicht nur Freunde hat.Ich mag den trockenen Humor der die Spannung einige male durchbricht.

    Oftmals wurde ein den vorherigen Fall von Nicolas und Helen berichtet ,den ich allerdings nicht gelesen hab.So fehlten mir leider einige Informationen.

    Auch die asiatische Mafia fand ich übertrieben , da ist wohl dem Autor die Fantasie mit ihm durch gegangen :)

  24. Cover des Buches Brüder (ISBN: 9783446264151)
    Jackie Thomae

    Brüder

     (58)
    Aktuelle Rezension von: leselea

    Party, durchgemachte Nächte, Alkohol, Drogen, Techno. Micks Leben findet in der Nacht statt, der Tag dient ihm zur Erholung für den nächsten Exzess und für den notdürftigen Verdienst seines Lebensunterhalts. Irgendetwas findet sich immer, um Miete, Auto und Essen zu bezahlen, doch Mick lebt nicht, um zu arbeiten, sondern um zu feiern. Im freiheitstrunkenen wiedervereinten Berlin der 1990ern findet er seine Bestimmung jenseits der Konventionen von Ausbildung, Beruf, Ehe und Kindern. Dass dabei Menschen und persönliche Entwicklungen auf der Strecke bleiben, erkennt er erst später; im Moment des Rausches fühlt sich jede einzelne Nacht perfekt und richtig an.

    Auch Gabriel kennt den Rausch: Wenn die Wochen mit 70 Stunden Arbeit am Stück aneinander vorbeirasen, wenn das Großprojekt bereits vor der Deadline erfolgreich beendet wurde, wenn er für den nächsten Megaauftrag im Flieger um den halben Globus jettet. Sweet life of a workaholic, der sich mit Fleiß,  Ehrgeiz und Talent dahin gebracht hat, wo er immer hinwollte – ein schönes Haus in London, ein eigens Architekturbüro, Frau und Kind. Zeit für Erinnerungen bleiben kaum: an seine Kindheit in der DDR, an sein Aufwachsen bei den Großeltern, an seine verstorbene Mutter und seinen abwesenden Vater, der ihm nichts hinterlassen hat außer seiner Hautfarbe. Erst der Burnout zwingt Gabriel zur Vollbremsung, die nicht ohne Kollateralschäden erfolgt.

    Hedonist vs. Highperformer. Westjugend nach dem Rübermachen vs. Sozialisation im Arbeiter- und Bauernstaat. Muttersöhnchen vs. Halbwaise. Träumer vs. Durchplaner. Antimonogamist vs. Loyaler Ehemann. Jackie Thomae erzählt in ihrem Roman Brüder die Leben zweier komplett unterschiedlicher Brüder, die nichts voneinander wissen und deren einzige Gemeinsamkeit scheinbar darin besteht, vom gleichen Vater abzustammen – einem senegalesischen Austauschstudenten – und dessen Abwesenheit in ihrem Leben zwar immer gespürt, aber wenig darunter gelitten zu haben. Doch beim genauen Lesen wird deutlich, dass Mick und Gabriel sich ähnlicher sind als man denkt, insbesondere, was ihr Hang zum Extremen angeht. Und damit ist Jackie Thomae ganz schnell bei der ganz großen Frage, warum wir der sind, wer wir sind. Gene oder Umfeld, Natur oder Sozialisation? Was prägt uns? Warum sind wir der Mensch, der wir sind?

    Es ist der große Verdienst der Autorin diese großen Fragen nicht mit der Holzhammermethode zu verhandeln, sondern im Gegenteil scheinbar im Nebenbei während sie von Clubnächten und Dienstreisen erzählt. Brüder ist ein atmosphärischer Roman, der auf über 500 Seiten die Leser:innen in die unterschiedlichen Lebenswelten von Mick und Gabriel hineinsaugt und sie dabei die Relevanz der behandelten Themen vergessen lässt. Denn natürlich kann die Identitätsfrage in Micks und Gabriels Fall nicht losgelöst von der Hautfarbe betrachtet werden: nicht in Deutschland, vor allem nicht in Ostdeutschland der 1990er Jahre. Doch Rassismus wird in Brüder nicht anhand Rostock-Lichtenhagens greifbar, sondern an den kleinen Irritationen des Alltags, an den Momenten, wo beiden Brüdern signalisiert wird, dass sie anders sind und bleiben, egal für wie angepasst sie sich halten.

    Daneben besticht Brüder durch eine leichtfüßige Sprache, einen modernen Sound, Witz und interessanten Frauenfiguren, die das Buch zwar einen Männerroman bleiben lassen, ihn aber nicht darauf reduzieren. Die Lektüre geht leicht und angenehm von der Hand, der Roman ist Unterhaltung auf hohem Niveau – etwas, was mich die Buchpreisnominierung in  2019 nicht völlig verstehen lässt. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass ich erst zum Schluss gemerkt habe, wie sehr das Buch einen doch beschäftigt und wie sehr man das Leben der beiden Protagonisten doch schließlich durchdrungen hat. Brüder ist daher eines dieser Bücher, das man – trotz mancher Hänger zwischendurch – unbedingt zu Ende gelesen haben muss, um zu erkennen, wie sehr es wirkt und wie stark es doch jenseits der vermeintlich leichten Textur ist. 4 Sterne und eine große Empfehlung für diesen Lesespaß!

     

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