Bücher mit dem Tag "david foster wallace"

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16 Bücher

  1. Cover des Buches Unendlicher Spaß (ISBN: 9783462044881)
    David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

     (178)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    Dieses fast 1600 Seiten starke Machwerk von David Foster Wallace (DFW) in inhaltlich in einer kurzen Rezension darzustellen, erscheint ein fast unlösbares Unterfangen. Wartet doch der 1996 erstmals im englischsprachigen Original veröffentlichte Roman mit einer massiven Themendichte auf.

    Die „Rahmenhandlungen“ (Plural!) spielen sich grob in einer Tennisakademie für 10 bis 18jährige angehende Profisportler, einem nahegelegenen Entzugswohnheim für Drogen- und Alkoholabhängige sowie auf einem Felsbrocken zwischen zwei Agenten. Im ersten Setting geht es hauptsächlich um die Sucht nach Erfolg, Leistungsdruck und Belastungen der jugendlichen Sportler:innen, aber auch um das familiäre System einer der Schüler und gleichzeitig Hauptprotagonist Hal Incandenza. Dessen durch Selbstmord bereits verstorbener Vater gründete die Akademie, widmete sich danach dem Drehen von post-avangardistischen Filmprojekten. Eines dieser Projekte ist der Film „Unendlicher Spaß“, welcher zur Hirnerweichung und dem Tod führt. Das holt die Agenten franko-kanadischer Separatistengruppen sowie des US-Geheimdienstes auf den Plan. Jetzt auch noch verständlich den Erzählstrang in dem Entzugswohnheim hier zu erklären, ist mir einfach nicht sinnvoll möglich.

    Sie verschiedenen Erzählstränge werden in nicht-chronologischer Reihenfolge, in wechselndem Muster im Buch angebracht, über die ersten 500 Seiten hat man prinzipiell keine Ahnung, was so wirklich vor sich geht, im Mittelteil hat man das Gefühl, langsam zu verstehen, wohin der Autor mit der ganzen Sache möchte, und verliert diese Idee zum Ende hin wieder vollständig. Das klingt wirr? Ist es auch. Warum lohnt sich trotzdem potentiell eine Lektüre?

    Der Roman spielt hauptsächlich im Jahre 2012, was also ca. 16 Jahre vom Entstehungszeitpunkt in der Zukunft liegt. DFW beschreibt die Zersetzung von Individuen und damit auch einer Gesellschaft in einem Maße, was im Jahre 2022 den Leser:innen eine Gänsehaut bescheren kann. Für mich grandios an diesem Roman war jedoch nicht unbedingt die hier erschaffene Welt als Ganzes, sondern bestimmte Textsegmente zu speziellen Themengebieten, die dermaßen authentisch geschildert sind, dass sie Augen öffnend sind. So wird Drogenkonsum, -trips, -abhängigkeit, -entzug usw. wirklich so ausführlich wie – zumindest von mir – noch nie gelesen dargestellt. Auch der Themenkomplex um Anhedonie und schwere Depressionen ist mehr als gelungen. Mit dem Wissen, dass sich DFW in 2008 selbst nach jahrzehntelanger schwerer Depression suizidiert hat, lässt die Beschreibungen diesbezüglich noch einmal in einem ganz intensiveren Licht dastehen. Noch nie hat mir ein Text so stark verdeutlicht, warum es Menschen mit dem Krankheitsbild der schweren Depression den Suizid als einzige alternativlose Möglichkeit sehen zu handeln.

    Womit aber dieser Roman und damit auch der Autor DFW am meisten brilliert ist die Sprache. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie kreativ der Autor die Sprache zu seinem Mittel macht, um nicht nur eine bitterböse Analyse der Gesellschaft und Kritik an ebendieser zu vermitteln, sondern einfach auch amüsante Plotbausteine einzuweben. Gerade wenn man versucht die aberwitzigen Geschehnisse in diesem Roman einer anderen Person, die das Buch nicht gelesen hat, zu vermitteln, wird das Ausmaß des Humors erst so richtig sichtbar. Bisher habe ich in noch keinem Buch so viele kreative Ideen im Umgang mit Sprache und Handlung erlebt. Was sich vor allem in den kongenialen Anmerkungen des Autors zeigt. Diese umfassen fast 200 Seiten allein, gehören definitiv zum Plot dazu, können und sollten also keinesfalls übersprungen werden, und erzählen mitunter eigene Geschichten für sich. Eigentlich lese ich lieber Fußnoten direkt unten auf der entsprechenden Seite, wie es bei kürzeren Werken DFW‘ gehandhabt wird, aber hier ist dies nicht ansatzweise möglich, wenn allein die „Filmografie“ von Hals Vater ganze 12 Seiten einnimmt.

    Und wenn von Sprache die Rede ist, dann muss in Verbindung mit „Unendlicher Spaß“ zwingend der Übersetzer Ulrich Blumenbach - nicht nur genannt, nein - geehrt werden! Glücklicherweise bekam er die Zeit zugestanden, die er für die Übersetzung eines solchen Werkes auch brauchte, nämlich sechs (!) Jahre. Was dieser Mensch hier erarbeitet hat, kann man nicht hoch genug loben. Es handelt sich um Zauberei.

    Ich habe das Gefühl, meine Rezension ist einfach nur wirr und zerfasert. Und ganz ehrlich? Der vorliegende Roman ist eine wirre, zerfaserte Zettelkiste. Ein wilder Montageritt, der gleichzeitig unglaublich zäh sein kann. Durch diese knapp 1600 Seiten habe ich mich in vier vierhundert Seiten Abschnitten genähert, durchgekämpft, sie bezwungen. Unverhohlen: Die Lektüre von „Unendlicher Spaß“ kann unendlich anstrengend sein und lässt sich keinesfalls süffig runterlesen. Deshalb ist das Buch keinesfalls etwas für jede Person. Viele werden es frustriert abbrechen. Also kann ich trotz meiner vergebenen vollen Punktzahl hier keinesfalls eine allgemeine Leseempfehlung aussprechen, kann aber garantieren, wer sich die Mühe macht, sich durch diesen Zettelkasten mit den Stimmen von vielen wirklich schwer beschädigten Figuren durchzukämpfen, wird mit einer genialen Gesellschaftskritik, Humor, Kreativität und Spaß an der Sprache belohnt werden.

  2. Cover des Buches Infinite Jest (ISBN: 9780349139050)
    David Foster Wallace

    Infinite Jest

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Anatol_Schulz

    Nicht nur in diesem Buch, sondern auch in seinen anderen Büchern schweift David Foster Wallace gerne mal ab. Manchmal so weit das man vergisst worum es gerade ging.
    Streckenweise anstrengend zu lesen, sehr oft viel zu viele Gedankengänge die versucht werden gleichzeitig präsentiert zu werden - und gerade deswegen erinnert mich das Buch daran, wie mein eigener Kopf funktioniert. Der kommt auch immer mal wieder von Hölzchen auf Stöckchen und versucht doch sich eigentlich auf das wesentliche zu konzentrieren.

    Dazu kann D F W einfach mit Wörtern umgehen....meine Rezension bezieht sich auf das englische Original. Ich weiß nicht wie die deutsche Fassung ist.

  3. Cover des Buches Das hier ist Wasser / This is Water (ISBN: 9783462044188)
    David Foster Wallace

    Das hier ist Wasser / This is Water

     (129)
    Aktuelle Rezension von: ENI

    Ich habe eine Buch-Bloggerin vor kurzem über diese kleine Büchlein schwärmen hören. Mein Interesse war geweckt und ich musste diese Büchlein kaufen. Ich kannte den Autoren David Foster Wallace nicht obwohl er wie es scheint sehr bekannt ist. Ich kann diese Rede wirklich allen empfehlen auch erwachsenen Menschen. Im Erwachsenenalter hilft dieses Büchlein einem bei der Selbstreflexion und im Umgang mit jungen Menschen. Die Grundfragen sind die folgenden: was lernen junge Menschen all die Jahre in ihrer Ausbildung? Wie gehen sie damit um? David Foster Wallace ruft auf, dass man sich mit seinen Gedanken beschäftigt und ihnen die richtige Aufmerksamkeit bietet. Ich werde diese Rede meinen beiden Töchtern schenken und hoffe sie werden sie zu Herzen nehmen.

  4. Cover des Buches Kurze Interviews mit fiesen Männern (ISBN: 9783499231018)
    David Foster Wallace

    Kurze Interviews mit fiesen Männern

     (41)
    Aktuelle Rezension von: einMalTee
    Wann ist ein Autor wirklich genial und eine wirkliche Ausnahme? Jonathan Franzen sagt selbst, David Foster Wallace sei ein Genie. Ohne Frage sind viele seiner Geschichten und sein Opus Magnus „Infinite Jest“ außerordentlich gute und neue Begegnungen in der Literaturwelt. Gibt es Kritikern dennoch gleich das Recht, alles von ihm per se zu loben und hervorzuheben? Ich bin mir da nicht so schlüssig. Zugleich bin ich ein großer Fan von DFW, seine Kurzgeschichten in „Kurze Interviews mit fiesen Männern“ schwanken zwischen Ironie, Groteske, Tragik, Gesellschaftskritik und teils auch Unverständlichem. Um insgesamt 23 kleine Episoden haben sich vier Übersetzer gestritten, allen voran Marcus Ingendaay, dem es jedoch nicht zuteil wurde „Infinite Jest“ ins Deutsche zu übertragen. Das zeigt, dass Wallace begehrt und beliebt ist und höchstwahrscheinlich nicht leicht ist zu übersetzen. Das zeigt am deutlichsten sicher bei „Tri-Stan: I(ch) sol(l) d(i)e Sissee Nar an Ecko verkauft ham“. Was soll das bedeuten? In der Geschichte geht es – soweit ich das beurteilen kann – um klare Kritik an der Medienindustrie, die vollgesprickt ist mit dreckigen Geschäften und unangenehmen Charakteren. Der Anspruch dies zu lesen ist allerdings sehr hoch und lässt mich an überschwenglichen Lobeshymnen zweifeln. Das Kernelement des Erzählungsbandes bilden die regelmäßig auftauchenden und titelgebenden Interviews mit diversen Männern. So gut wie alle berichten über ihr Sexualleben, ihre Maschen, wie sie Frauen anmachen und ins Bett bringen. Einige sind einfach nur schräg, wie derjenige, der beim sexuellen Höhepunkt seine Partnerin mit den Worten „Sieg den Kräften der demokratischen Freiheit“ anschreit. Doch auch andere außergewöhnlich gute Geschichten wie „Die depressive Person“ oder „Auf dem Totenbett, deine Hand haltend, bittet der Vater des jungen gefeierten Off-Broadway-Stückeschreibers um eine Gefälligkeit“ machen dieses Buch sehr lesenswert. Zum Lesen an sich sollte man sich doch viel Ruhe und Konzentration nehmen, sonst gehen schnell einige versteckte Pointen unter.
  5. Cover des Buches In alter Vertrautheit (ISBN: 9783499245787)
    David Foster Wallace

    In alter Vertrautheit

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    So kann es gehen. Da raschelt es wegen der Ankündigung einer opulenten Neu- veröffentlichung im Blätterwald, wird das nächste große Ding angekündigt und dann das. Beim "Ausprobieren" des neuen Geheimtipps, also beim Lesen eines seiner Bücher will nicht die rechte Durchhaltestimmung aufkommen. Zweifellos bedient Wallace ein neues Genre mit seinen Storys, doch zu gewöhnungsbedürftig ist sein Stil. Wortgewalt und Kenntnis um den Aufbau einer Geschichte sind ihm nicht abzusprechen, doch seine überlangen Sätze ermüden schnell und bauen nicht den Fluss auf, den man bei der inhaltlichen Aufnahme eines Textes nun mal braucht (ich zumindest), um "bei der Stange zu bleiben. Die Vorstellung, dies über 1600 Seiten, die sein Hauptwerk beinhalten, durchhalten zu müssen, hat etwas leicht grenzwertiges. Nun wird man mir vorwerfen, ich sei einfach nicht in der Lage, großartiges zu entdecken und ich habe ja auch nur eines seiner Bücher gelesen, aber sorry, lesen ist nun auch mal eine subjektive Erfahrung und mich spricht es nicht an. Deshalb keine Wertung.
  6. Cover des Buches Weiter weg (ISBN: 9783499259517)
    Jonathan Franzen

    Weiter weg

     (15)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Essays sind immer ungewöhnlich und hier spricht ein Schriftsteller über seinen besten Freund, sein größtes Hobby, Unarten von Menschen und über die Bücher anderer Schriftsteller. Leider komme ich mit seinem Stil in den Essays nicht gut klar, aber er hat eine merkwürdige, fast psychiatrische Nähe zu den Dingen, über die er schreibt und das war mir manchmal zu viel.  

  7. Cover des Buches Am Beispiel des Hummers (ISBN: 9783462041262)
    David Foster Wallace

    Am Beispiel des Hummers

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Auryn

    David Foster Wallace bekam den Auftrag, für ein Gourmetmagazin eine kurze Reportage über ein bekanntes Hummerfestival an der amerikanischen Ostküste zu schreiben. Wie er den Auftrag ausführte, wie plastisch er sowohl „das große Fressen“ wie auch das Leid der Tiere beschrieb, ist großartig. Es ist eine Art Sozialkritik, es streift ethische Fragen zu Tierrecht, aber er moralisiert nie mit einem Zeigefinger, der auf jemanden zeigt.

    Ich fand es anfangs amüsant, dann ekelte ich mich stellenweise, und dann kam die Scham. Ich zählte im Geiste meine je gegessenen Hummer durch (Gott sei Dank, es waren sehr wenige), um danach mein gesamtes Essverhalten sowie meine Grundeinstellung zum „abwechslungsreichen“ Essen zu hinterfragen. Nie wieder Hummer ist klar, und genauso werde ich es zukünftig mit hoffentlich allen anderen Tieren auch halten. 

  8. Cover des Buches Kleines Mädchen mit komischen Haaren (ISBN: 9783499231025)
    David Foster Wallace

    Kleines Mädchen mit komischen Haaren

     (65)
    Aktuelle Rezension von: muffin
    Fünf kurze Geschichten von David Foster Wallace. Fünf unterschiedliche Sichten auf die Welt, auch fünf unterschiedliche Stile oder Stilarten. Delikate und prägnante Kurzgeschichten - nicht jedermanns Sache
  9. Cover des Buches Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich (ISBN: 9783866481473)
    David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

     (180)
    Aktuelle Rezension von: Christopher_B
    Man hätte es wissen können. Nachdem David Foster Wallace im März 1995 eine Karibik-Kreuzfahrt unternommen und darüber geschrieben hat, hätte man es wissen können. Eine Zeitung hatte ihn beauftragt, eine »persönliche Doku-Postkarte im Breitwandformat« zu schreiben. Er hat sich der Sache angenommen und allen, die noch niemals eine Luxuskreuzfahrt unternommen haben, erklärt, was da passiert, wie es sich anfühlt und wen man dabei trifft.

    Und das, obwohl ziemlich schnell klar wird, dass David Foster Wallace sich niemals von selbst auf das Deck des Luxusliners Nadir von Celebrity Cruises Inc. verirrt hätte. Hut ab, dazu gehören Mut und enorm viel Überwindung, so weit über den eigenen Schatten zu springen. Und sympathisch macht es ihn obendrein. Das Buch hätte gern doppelt so lang sein dürfen – wenn das nicht zugleich bedeutet hätte, dass Wallace auch doppelt so lang an Bord hätte bleiben müssen.

    Beeindruckend sind der Witz, die Klugheit und der Charme, mit denen Wallace die Situation an Bord beschreibt: eine real gewordene Phantasie, die so perfekt ist, dass die Gäste binnen Kurzem vergessen, dass es sich um eine Illusion handelt. Als wäre man ein Baby: Essen, Schlafen und Spielen, wann man möchte. Und vor allem: ohne sich um das Geringste sorgen zu müssen. Es fällt nicht schwer, die Luxuskreuzfahrt als die extremste Auswucherung des Massentourismus zu sehen, die es momentan auf der Welt gibt. Hedonismus in Reinform, aber dennoch gefragt. Ein Riesengeschäft. Was zum Teufel ist mit uns los?

    Am beeindruckendsten finde ich, dass es Wallace gelingt, während der gesamten Kreuzfahrt innerlich einen gewissen Abstand zu bewahren, stets ein wenig außen vor zu sein, zu beobachten und mit scharfem Auge mitzuteilen. Er versinkt nicht in der dargebotenen Luxus-Entertainment-Urlaubs-Welt, in der es zwischen acht und neun Mahlzeiten täglich gibt, in der der Room-Service nie länger als 15 Minuten braucht und in der Handtücher so schnell gewechselt werden, dass das Auge kaum nachkommt.

    Er bleibt der Kritiker dieser obszönen Welt, ein Funken Vernunft, vielleicht der letzte an Bord. Und wir sitzen auf seiner Schulter und fragen uns: Brauchen wir das alles? Ist es existentiell wichtig, dass wir mitten auf dem Pazifik Tontauben schießen können? Dass es Eisskulpturen am Buffet gibt? Dass das Bullauge zu unserer Kabine täglich von außen gereinigt wird?

    Man hätte es wissen können. Wenn man Wallace‘ Buch aufmerksam gelesen hätte, wären einem zwischen den Zeilen die ausbeuterischen Verhältnisse der Angestellten an Bord aufgefallen, die für einen mageren Lohn 12-Stunden-Schichten schieben müssen, fern von ihrer Familie, allzeit freundlich und lächelnd, weil sie wissen, dass sie sonst ihren Job verlieren. Man hätte die enorme Vergeudung von Ressourcen (Nahrung, Öl, Wasser …) sehen können, die dieses Luxusleben verursacht, angetrieben von nichts anderem als Eitelkeit und Feierlaune.

    Und wofür das alles? Für nichts. Unser Überleben auf diesem Planeten ist nicht abhängig davon, dass es Luxuskreuzfahrten gibt. Falls jemand in ein paar Jahren fragen sollte, warum unsere Welt zu Grunde geht – bei David Foster Wallace kann man es nachlesen. Man hätte es wissen können.
  10. Cover des Buches Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte (ISBN: 9783462046717)
    Daniel Max

    Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Lesefreund6203
    Hervorragend zu lesende Biographie

    Komplexität ist das Kennzeichen von David Foster Wallace. Getreu dem Motto seines ersten Professors für Literatur, „Zeigen statt erzählen“ flossen aus Wallace Feder intensive, ins Kleinste vorangehende Beschreibungen.

    „Worte sind Bilder“, diese Überzeugung prägte zumindest den jungen Wallace in der Anfangszeit seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Wobei eine Komplexität der Sprache und der Bilder jeweils entstand, die jede Übersetzungsarbeit von Werken des Autors zu einer Mammutaufgabe machten.

    „Einer der klügsten, wenn nicht der klügste Student, der je in Amherst studiert hat“. Mit dieser Bewertung aller seiner Professoren (und insgesamt 10 akademischen Auszeichnungen am Ende seines zweifachen summ cum laude am Ende der ersten Studien) beendet Wallace seine Zeit in Amherst und wendet sich einem weiteren Studium des „kreativen Schreibens“ zu.

    Jener Tätigkeit, wie Max flüssig erzählt, von der Wallace sagt, dass sie ihm „90 % Kick“ gäbe, statt der „50% Kick“ des Philosophiestudiums.

    Von der Kindheit und Jugend über die Studienjahre, die ersten Veröffentlichungen, die Belletristik, die Philosophie bis zum „gestandenen“ Schriftsteller und Professor für kreatives Schreiben. Von der (langsameren) privaten Entwicklung über die (schon in jungen Jahren starken) Depressionen (aufgrund derer Wallace sein erstes Studium bereits zweimal unterbrechen musste) bis zum Freitod des Schriftstellers führt Max den Leser minutiös durch dieses außergewöhnliche Leben und Werk.

    In besonderer Weise öffnet Max dabei die Augen für die grundlegenden Wurzeln der spätere Persönlichkeit. Die besondere Familiensituation, die Eltern mit jeweils ihren ganz eigenen Ausprägungen und ebenso je eigenen Erwartungen an ihre Kinder, die „dunklen Schatten“, die Wallace in seinem ersten Roman vielschichtig und sprachintensiv mit Worten „bebildert“, der ungeheure Ehrgeiz als Student, all dies liest sich flüssig, intensiv und, nebenbei, sehr unterhaltsam in dieser fundierten Biographie.

    Wobei „das schwarze Loch mit Zähnen“, die Depression als „Lebensbegleiter“ des Autors nicht unendlich breit getreten wird, aber dennoch in ihrer zentralen Bedeutung beständig im Hintergrund mitschwingt.

    „Gegen Ende eines sonst schönen Sommers bekam er akute Angstattacken“. Aus dem nichts heraus, vielleicht erklärbar durch manche Konstellationen seiner Kindheit.

    Eine dichte Beschreibung eines außergewöhnlichen Werkes, einer fast „gewöhnlich“ (mit einigen Besonderheiten versehenen) Kindheit und Jugend, einer hohen Begabung und Arbeitsbereitschaft und eines lebensbegleitenden „Dämons“, die sich flüssig liest und kompetent Informationen über dieses Leben vermittelt.
  11. Cover des Buches Vergessenheit (ISBN: 9783499248320)
    David Foster Wallace

    Vergessenheit

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Letzter Erzählband von Wallace, der nach seinem "Unenendlichen Spaß" auch bei uns in Deutschland endlich zu seiner Fangemeinde gekommen ist. Dass er in Amerika zu den ganz Großen gehörte, ist seinem teilweise ungewöhnlichen Stil zuzuschreiben. Ein wenig mühsam ist so manche Geschichte von ihm schon, wenn die Sätze über eine halbe Seite gehen. Aber lohnenswert allemal, wenn sich beim Lesen eine einmalige hintergründige Komik mit einem rabenschwarzen Sarkasmus kreuzt. Der wortverliebte Wallace kommt auch immer auf Themen, auf die sonst keiner kommt. Ein Mann, der Kunstwerke scheißt, das muss einem erstmal einfallen. Nichts ist dem Autoren heilig, um die Absurdität des menschlichen Daseins genüsslich darzustellen und sie wiederum der Lächerlichkeit öffentlich preiszugeben. Vielleicht ein guter Grund, auch die anderen Bücher des zu früh verstorbenen Autors zu lesen, ganz besonders empfohlen seine Erlebnisreise mit einem Kruezfahrtschiff.
  12. Cover des Buches Schrecklich amüsant (ISBN: 9783462048209)
    David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant

     (32)
    Aktuelle Rezension von: admit

    Der Autor nahm sich mit nur 46 Jahren das Leben und so klingt "aber in Zukunft ohne mich" schon sehr authentisch. Das Buch ist einerseits erheiternd und dann aber sehr hintergründig. Denn das Buch ist eigentlich schwere Kost und der Autor bietet ausreichend Belege dafür, warum man auf einer Kreuzfahrt über den Tod und den Sinn des (eigenen) Lebens nachgrübeln und dabei ins Unglück blicken sowie unter dieser Last auch untergehen kann.

    Die Kreuzfahrt steht stellvertretend für Reflexionen über eine höchst komplexe Gesellschaft, die für den Einzelnen so undurchschaubar geworden ist, dass die Flucht in Oberflächlichkeiten, bzw. in den Konsum verständlich ist. Die tiefe Verzweiflung des Autors über die fürchterliche Armut der ihn umgebenden Menschen, der er nichts entgegenzusetzen hat, weil ihn diese Welt maßlos bedrückt, ist in dem Werk wirklich brillant, sprachgewaltig und dabei uneitel beschrieben und auf den Punkt gebracht worden. Absolute Leseempfehlung!

  13. Cover des Buches The Pale King (ISBN: 9780316074223)
    David Foster Wallace

    The Pale King

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Der Besen im System (ISBN: 9783499237591)
    David Foster Wallace

    Der Besen im System

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Zur vollständigen Buchbesprechung im Podcast geht es hier: https://buchklub.podbean.com/e/david-foster-wallace-der-besen-im-system/

    Vorsicht, Spoiler!

  15. Cover des Buches Avenue Montaigne (ISBN: 9783462401264)
    Harald Schmidt.

    Avenue Montaigne

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Deutsche? So uncool! Die Doppelausgabe zur Schmidtschen Kolumne im "Focus", 2007 in Bielefeld begonnen und jetzt beendet. Im Rückblick ein toller Überblick über die Politik der Nullerjahre, Riester und Struck, vor AFD und Trump die "gute alte Zeit". Im Kern sind die Deutschen einfach verbissener verglichen etwa mit Franzosen und Italienern, auch wenn diese natürlich übertrieben-klischeehaft dargestellt werde. "Savoir-vivre" und "dolce vita" sind einfach nicht zu übersetzen. "Verbissenheit" eventuell als Alternativtitel? Würd mich freuen, ihn wieder mehr in der Glotze zu sehen.
  16. Cover des Buches Unendlicher Spaß (ISBN: 9783844527070)
    David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

     (4)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly
    Bei diesem Hörbuch handelt es sich um den Live-Mitschnitt einer Lesung des über 1500 Seiten stabilen Romans von David Foster Wallace "Unendlicher Spass". Anmerken muss ich, dass ich es immer noch nicht geschafft habe, das Buch zu lesen. Warum eigentlich? Naja, immer wieder kommt eine schlankere Leseverlockung daher und dann verfalle ich meiner angeborenen Bequemlichkeit und lege Foster Wallace wieder zur Seite. Nach dem brüllend-vergnüglichen, schnief-traurigen, aber überaus Augen-und-Ohren-öffnenden Hörerlebnis dieser Lesung muss ich mich beschämt abwenden. Ich gelobe Besserung! Zur Einführung in die Lesung begrüßt der Verleger Helge Malchow und bereits wenige Minuten später prasselt diese Wortgewalt, vorgetragen durch namhafte Charakter, wie Zapatka, Wieninger, Król oder Schrader, auf mich ein. Ein Peitschenknall und die Aufmerksamkeit konzentriert sich uneingeschränkt auf die Lesung. Sehr eindringlich und von Empathie getragen auch die Gespräche zwischen Elmar Krekeler und dem Übersetzer der deutschen Fassung Ulrich Blumenbach oder dem Kritiker Scheck und dem Herausgeber Malchow. Es gibt kein Argument mehr für einen weiteren Aufschub der Lektüre und so reiht sich "Unendlicher Spass" in meinen kleinen Lesestapel ein. In zum Bersten gespannter Erwartung der Dinge und Erkenntnisse, die mich überfallen werden. Dem Hörgenuss der Lesung schon mal die volle Sternzahl.
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